Verstärkung im Management Board von NK Media

Das Management Board von NK Media erhält Zuwachs: Ella Papadakis ist neu Client Director, und Walter Tagliaferri zeichnet als Strategy Director verantwortlich.

(Bild: zVg.)

Ella Papadakis kennt das Agenturbusiness in- und auswendig. Vor NK Media hatte sie bereits leitende Positionen bei Wirz, Scholz & Friends und Jung von Matt Schweiz inne. Mit Kampagnen für Marken wie Migros, Zweifel und die Mobiliar erhielt sie bereits verschiedene nationale und internationale Awards – zuletzt einen Grand Effie für das gefeierte «Non-Bier». Mit ihrem Fokus auf 360-Grad-Kampagnen habe sie seit ihrem Start bei NK Media das «Consulting auf ein Performance-Hoch katapultiert» und hohe Qualität sichergestellt, heisst es in einer Mitteilung der Agentur.

Walter Tagliaferri war bereits Leiter Marketingkommunikation von Manor, Mitglied im Management Board von Havas Switzerland und Director bei Dear Creative – ehemals Branders. Jetzt entwickelt er bei NK Media Strategien, die Unternehmen nachhaltig stärken sollen. Dazu coacht er die beiden Gründer Max Felner und Nicolas Kubat in Sachen Business Development und hilft, die Agentur weiterzubringen.

Sauber-Show von Family begeistert in London

Beim F1 75 Live-Event in London präsentierten erstmals alle Teams gemeinsam ihre neuen Fahrzeug-Designs. Mit dabei: das Kick Sauber F1 Team aus Hinwil mit dem neuen C45. Für die Inszenierung sorgte die Agentur Family.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Formel 1 standen alle Teams auf einer gemeinsamen Bühne und enthüllten ihre Fahrzeug-Designs für die neue Saison. Beim Auftritt von Sauber – der neue C45 wurde mit bildgewaltigem Show-Feuerwerk inszeniert – setzte Family auf viel Licht, Musik und Live-Performance. The Guardian beurteilte den Sauber-Auftritt mit den Worten: «This was the good stuff.» Auch in den sozialen Medien sorgte die Präsentation für Begeisterung. «Sauber’s intro and reveal is so far the best one, they set the bar too high up», so ein Fan auf Instagram.

Family-CD Florian Weitzel ist stolz: «Die Arbeit unserer Agentur auf einer solch internationalen Bühne zu sehen, ist etwas ganz Besonderes.» CEO Claudio Catrambone deutete zudem eine Expansion nach London an: «Family/LND wird wohl früher als geplant eröffnet. Erste Gespräche laufen bereits.»

Für Sauber war der Event nicht nur ein mediales Highlight, sondern auch ein strategischer Moment, um die Marke international zu positionieren. «Diese Bühne ist die perfekte Plattform, um unsere Vision, unsere Werte und unsere Kampagne 2025 vor einem globalen Publikum zu präsentieren», sagte Stefano Battiston, Chief Commercial Officer von Sauber Motorsport. Der Live-Event wurde weltweit im Fernsehen übertragen und auf Social Media gestreamt.


Verantwortlich bei Sauber Motorsport: Stefano Battiston, Benjamin Reininger, Florian Büngener, Markus Höpperger, Michael Kaelin, Valeria Pasetto, Dominque Nigg. Verantwortlich bei Family: Claudio Catrambone, Tabea Mader, Alexandra Niggeler, Jan Walser, Florian Weitzel, Marc Ambühl, Severin Brinkert, Noam Margiotta dal Bosco, Animation: Acht.Studio, Musik: De Falcon, Performance Top-Secret Drum Corps.

Yes macht Business in Laax zum Erlebnis

Um sich als attraktive MICE-Destination zu präsentieren, holte sich Laax Meeting & Events die Churer Agentur Yes Creative Digital Marketing an Bord. Entstanden ist eine emotionale Kampagne, die Ideen Flügel verleiht.

Laax sollte als erlebnisorientierte, innovative Meeting- und Event-Destination in den Alpen mit urbanem Flair positioniert werden. Die Churer Agentur Yes Creative Digital Marketing konzipierte eine aufmerksamkeitsstarke Kampagne, die punktgenau den Geschmack der Zielgruppe trifft, adaptierbar ist und vor allem langfristig funktioniert.

«Laax made our day»

Mit einem Mix aus visuell starker und emotional aufgeladener Gestaltung und treffsicheren Punchlines soll die Kampagne das unverwechselbare Laax-Gefühl vermitteln. Ein Ort, an dem Meetings zu Erlebnissen werden und aus Perspektiven neue Ideen entstehen. Die Botschaft dazu «In Laax you’ll find the perfect setting for ideas to take flight. Because different views inspire new perspectives.»

«Where ideas take flight»

Alle Headlines von «Get Down To Business.» bis hin zu «Laax made our day.» sind darauf ausgerichtet, sich in die Perspektive der Zielgruppe und ihre Bedürfnisse hineinzuversetzen. Gezielte Print- und digitale Massnahmen erzeugen eine starke Präsenz im öffentlichen Raum und sorgen für maximale Aufmerksamkeit und Reichweite.


Verantwortlich bei Yes: Corina Calonder (Projektleitung, Konzeption), Dominik Kurmann (Art Direction).

Nominiert zum «Werber des Jahres» 2025: Lorenz Clormann

Lorenz Clormann liebt grosse Ideen und versteht es, sie überzeugend zu verkaufen – was er auch gerne mal bei einer opulenten Parfum-Kampagne machen würde. Mit seinem Gespür für 360-Grad-Konzepte, seinem Engagement für die Zukunft der Branche und einem unerschütterlichen Sinn für Kalauer bringt er frischen Wind in die Werbewelt.

(Bild: zVg.)

Seit 2020 ist Lorenz Clormann Executive Creative Director und Partner bei der Wirz Group Zürich. Sein Weg führte ihn von Weber, Hodel, Schmid Zürich über Scholz&Friends Berlin, Ruf Lanz Zürich, Jung von Matt Schweiz, Publicis Zürich, zurück zu Jung von Matt Schweiz zu seiner heutigen Wirkungsstätte.

 

m&k: Lorenz Clormann, wann haben Sie zum ersten Mal gespürt: «Werbung – respektive Kommunikation – ist das, wofür ich brenne!»?

Lorenz Clormann: Schon als Kind hat mich die legendäre Toni-Kampagne fasziniert. Nach meinem Abschluss war mir dann klar: Ich muss in eine Kreativ-Agentur – und so landete ich kurz darauf bei Weber, Hodel, Schmid.

 

Was läuft in unserer Branche im Moment richtig gut? Und was total schief?

Die Branche hat definitiv an Glanz verloren. Wir müssen uns verändern, und der Wert von Kreativität sollte auch den Auftraggebern wieder mehr wert sein. Aus diesem Grund treiben wir die Veränderung bei der Wirz voran.

 

Wer oder was kann Sie inspirieren?

Meine Inspiration ziehe ich aus dem Alltag, aus dem Leben. Dafür braucht es vor allem ein breites Interesse und Offenheit gegenüber allem Neuen. Dann kommt die Inspiration fast ganz von allein.

Wir müssen eingefahrene Mechanismen überdenken, um die Branche wieder attraktiver für die Jüngeren zu machen.

 

Was sind Ihre Stärken? Und wo überlassen Sie lieber anderen das Feld?

Ich kann Ideen gut verkaufen. Das hilft enorm in unserer Branche. Und ich liebe es, eine richtig grosse 360-Grad-Kampagne von A bis Z durchzudenken und über alle Touchpoints zu spielen. Ganz grundsätzlich texten wahrscheinlich andere besser als ich, aber bei Kalauern kann mir immer noch niemand das Wasser reichen.

 

Auf welche Arbeit aus dem vergangenen Jahr sind Sie besonders stolz?

Die Januarloch-Plakate von M-Budget waren ein guter Start ins Jahr 2024 und mit dem DVAG-TV-Spot waren wir Pioniere in der KI-Anwendung. Danach waren wir stark mit dem 100-Jahr-Jubiläum der Migros beschäftigt. Seit Januar 2025 ist die Kampagne on-air und zieht sich über das gesamte laufende Jahr. Darauf und auf das gesamte Team bin ich sehr stolz.

 

Was halten Sie für Ihre beste Idee, die niemals realisiert wurde?

Glücklicherweise konnte ich die meisten meiner guten Ideen verkaufen. Was jedoch auf der Strecke geblieben ist, sind meine Ideen für kreative Projekte abseits der Werbung – wie Gemälde, Skulpturen oder Installationen. Ob diese letztlich tatsächlich gute Ideen waren, musste ich zum Glück noch niemandem beweisen.

 

Der bisher schwierigste Entscheid Ihrer Karriere? Und der beste?

Tatsächlich wusste ich bisher immer, welcher der richtige nächste Schritt ist, und musste daher keine schwierigen Entscheidungen treffen. So war letztlich jede Entscheidung die beste. Ich hoffe, dass es auch weiterhin so bleibt.

 

Für wen würden Sie – unabhängig von Budgets oder Geographie – mal so richtig gerne werben?

Auch unabhängig von inhaltlicher Tiefe? Dann würde ich gerne einmal eine Parfum-Werbung drehen. Viel Budget, opulente Bilder und Ausstattung, viel Dramatik und ein mitreissender Soundtrack. Wunderbar. Aber im Ernst, ich liebe es, für grosse Schweizer Lovebrands zu arbeiten und würde mich natürlich freuen, wenn auch hier weiterhin grosse Budgets für gute Kreation gesprochen werden.

 

Welches Bild hat Ihrer Meinung nach die Öffentlichkeit von der Branche?

Die breite Öffentlichkeit hat eine positive Meinung von guter Werbung, während sie von schlechter Werbung natürlich eher negativ denkt. Letztlich sind wir gefragt, die Menschen mit guten Ideen zu begeistern und emotional zu berühren. Zudem müssen wir eingefahrene Mechanismen überdenken, um die Branche wieder attraktiver für die Jüngeren zu machen.

 

Glauben Sie an Vorbilder oder Mentor:innen?

Grundsätzlich mache ich mein eigenes Ding und orientiere mich nicht an anderen. Ein Vorbild gibt ein gewisses Muster vor, ein Vorbild lässt sich abzeichnen. Ich mag das weisse Blatt Papier.

Ich will jungen Menschen vermitteln, dass KI immer noch nur ein Werkzeug ist und die Idee die wahre Magie ausmacht.

 

Was bedeutet es für Sie, für den Titel «Werber des Jahres» nominiert zu sein?

Ich bin mit Leidenschaft Werber, und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass es mir egal ist. Ich freue mich wirklich sehr, und es ist mir eine grosse Ehre – vor allem, weil man ja auch von Kollegen vorgeschlagen wird.

 

Die wichtigste Frage zum Schluss: Vervollständigen Sie bitte den folgenden Satz: «Als Werber des Jahres würde ich …

…mit einem Glas Champagner auf die Wahl anstossen. Ich würde meine Bemühungen vorantreiben, den jungen Menschen zu zeigen,was der Job als Kreativer alles bewirken kann und wie toll unsere Branche eigentlich ist. Ich möchte ihnen vermitteln, dass KI immer noch nur ein Werkzeug ist und die Idee, die wahre Magie ausmacht. Und schlussendlich würde ich Kalauer in der Werbung wieder salonfähig machen.


Kampagnen Lorenz Clormann

100 Jahre Migros

(Bild: Keystone)

Migros Bier-Abstimmungskampagne

Migros Januarloch-Kampagne

KI-Klopp für die Deutsche Vermögensberatung DVAG


Neben Lorenz Clormann sind auch Gordon Nemitz von Thjnk und Philipp Skrabal von Farner für den Titel «Werber des Jahres» 2025 nominiert. Mehr Informationen zum Preis sowie zur Wahl gibt es hier.

Nominiert zum «Werber des Jahres» 2025: Gordon Nemitz

Über Probleme nachzudenken ist seine Stärke. Seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, gepaart mit einer kritischen, aber optimistischen Haltung gegenüber Veränderungen, macht Gordon Nemitz, Strategiechef von Thjnk, zu einer der prägenden Stimmen der Branche.

(Bild: zVg.)

Gordon Nemitz ist seit 2018 bei Thjnk Zürich tätig. Er ist Geschäftsführer Strategie und Mitinhaber der Agentur. Sein Weg führte ihn von Jung von Matt Hamburg über TBWA Düsseldorf, Wirz/BBDO Zürich, zu Thjnk Zürich. Seit 2023 ist er auch Chief Strategy Officer von Thjnk Germany.

 

m&k: Gordon Nemitz, wann haben Sie zum ersten Mal gespürt: «Werbung – respektive Kommunikation – ist das, wofür ich brenne!»?

Gordon Nemitz: In der neunten Klasse musste ich ein einwöchiges Berufspraktikum machen. Dieses habe ich in einer kleinen Kölner Werbeagentur absolvieren dürfen. Es hat mir grossen Spass bereitet, nicht nur, weil die Agentur über einem McDonald’s lag und ich mich endlich mal ohne elterliche Kontrolle durch das ganze Menü mampfen konnte, sondern vor allem, weil ich dort erstmals in die Welt der Werbung eintauchen und meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte.

 

Was läuft in unserer Branche im Moment richtig gut? Und was total schief?

Wir sind in der grössten Transformationsphase, die die Branche je gesehen hat und die diese nachhaltig verändern wird. Covid war ein Accelerator für die Art und Weise, wo und wie wir miteinander arbeiten. Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz zwingt uns, gelernte Denkmuster und Arbeitsweisen zu hinterfragen. All diesen Entwicklungen kann man mit Skepsis begegnen oder sie umarmen. Ich tendiere zu einer kritischen, aber grundpositiven Perspektive. Denn die Veränderungen sorgen dafür, dass wir uns weiterentwickeln – als gesamte Branche, aber auch als individuelle Persönlichkeiten. Das hat uns in der Vergangenheit bereits die Digitalisierung gezeigt, die auch eine tektonische Plattenverschiebung war. In solchen Momenten ist vor allem Flexibilität gefragt, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, neue Möglichkeiten zu entdecken und sie aktiv gestalten zu wollen. Dass wir dazu gezwungen werden, ist eine gute Sache. Worauf die Branche im Moment noch zu wenig Antworten hat, ist, wie wir auf diese neuen Gegebenheiten motivatorisch reagieren. Wie umarmen wir die neuen Möglichkeiten und bleiben dabei gleichzeitig handlungsfähig? Zu sehr wird diskutiert, wie wir die Menschen zurück aus dem Homeoffice bekommen, statt eine Kultur zu schaffen, zu der man gerne beitragen möchte. Zu sehr fokussieren wir auf die Effizienzsteigerung von KI, statt eine Diskussion um den Wert von Kreativität zu führen.

 

Wer oder was kann Sie inspirieren?

Nichts und niemand bietet mir garantierte Inspiration. Aber somit auch alles und jede:r. Da hilft nur: Mit offenen Augen durch die Welt gehen. Nichts für selbstverständlich nehmen. Einfach zuhören und beobachten, und zwar so viel wie möglich. Egal, ob im CEO-Meeting oder an der Kaffeemaschine. Egal, ob im Tram oder an der Migros-Kasse. Egal, ob beim Streiten über Hausaufgaben oder bei harmonischen Spieleabenden. Alles das hinterlässt Erfahrungssplitter, Gedankenanstösse und Reflektionsmöglichkeiten, aus denen grosse Strategien und Ideen wachsen können.

Nichts und niemand bietet mir garantierte Inspiration. Aber somit auch alles und jede:r.

 

Was sind Ihre Stärken? Und wo überlassen Sie lieber anderen das Feld?

Als ich – noch während des Studiums – als Freelancer gearbeitet habe, kam mir irgendwann dieser überraschende Gedanke, dass mich Agenturen dafür bezahlen, dass ich über ihre Kundenprobleme nachdenke. Aber das scheint in gewisser Weise meine Stärke zu sein: Komplexe Sachverhalte schnell zu verstehen, Lösungsmöglichkeiten zu erkennen und diese anderen Menschen einfach zugänglich zu machen. Ein zusätzlich handfesteres Skill-Set sind meine IT-Kenntnisse, die Thjnk in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder zu Gute gekommen sind.

 

Auf welche Arbeit aus dem vergangenen Jahr sind Sie besonders stolz?

Es gibt nicht die eine Arbeit, auf die ich besonders stolz bin. Stattdessen schaue ich immer wieder eher ungläubig auf das, was wir mit der gesamten Agentur ganz allgemein über die letzten Jahre, und im Speziellen im letzten Jahr, erreicht haben. Unsere Erfolge in Pitches, beim ADC und Effie sind meines Erachtens gute Zeichen dafür, dass wir mit einer gewissen Konstanz gute Arbeit leisten. Und darauf bin ich wohl am meisten stolz.

 

Was halten Sie für Ihre beste Idee, die niemals realisiert wurde?

Eine Kampagne für WC-Reiniger, die das Örtchen als letztes persönliches Refugium im stressigen Familienleben feiert.

 

Der bisher schwierigste Entscheid Ihrer Karriere? Und der Beste?

Der schwerste Entscheid war gleichzeitig auch der Beste: Vor sieben Jahren der sicheren Beständigkeit einer Grossagentur den Rücken zu kehren und bei Thjnk in einer Kutschengarage anzuheuern.

 

Für wen würden Sie – unabhängig von Budgets oder Geographie – mal so richtig gerne werben?

Es gibt keine Marke, die ich bevorzugen würde. Mir geht es mehr darum, die Chance zu haben, Marken aktiv mitgestalten zu dürfen und zu können. Daher vielleicht eher Challenger Brands, als solche, die ihr Markenkapital nur gut verwaltet wissen wollen. Und wenn ich da auf die Unternehmen schaue, mit denen ich gerade arbeiten darf, bin ich recht zufrieden. Ausser natürlich für Rockstar Games, aber einzig und allein aus persönlichem Interesse als Gaming-Nerd. Bei Branchen bin ich ein bisschen offener. Ich durfte in der Vergangenheit viel für FMCG arbeiten und das vermisse ich ein bisschen. Aber auch Luxury Goods können spannende Herausforderungen bieten.

 

Welches Bild hat Ihrer Meinung nach die Öffentlichkeit von der Branche?

Das Bild der Branche ist geprägt von dem Produkt, das wir der Öffentlichkeit präsentieren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir sehr oft als störend bis manipulativ wahrgenommen werden. Das zeigen auch die Diskussionen um Werbe- und Plakatierungsverbote. Wenn man es hart formulieren möchte, könnte man sagen, dass die Branche mit ihrer Arbeit die eigene Existenzberechtigung in der Hand hält. Im negativen wie im positiven Sinne. Denn Werbung schafft es ja auch immer wieder, Menschen emotional zu berühren, zu begeistern und zu unterhalten. Und das sind eigentlich die Momente, die wir öfter schaffen sollten. Das lässt sich vor allem dann erreichen, wenn Agenturen und Auftraggeber:innen einerseits die Bedürfnisse der Menschen im Blick und andererseits ein geteiltes Verständnis von guter Kommunikation haben.

Zu sehr fokussieren wir auf die Effizienzsteigerung von KI, statt eine Diskussion um den Wert von Kreativität zu führen.

 

Glauben Sie an Vorbilder oder Mentor:innen? Wer wäre das für Sie?

Wir Menschen lernen immer aus Erfahrungen und Beobachtungen. Diese können dabei sowohl positiv als auch negativ sein. In meiner Karriere hatte ich nie die eine Person, die sich mir angenommen und mich gefördert hat. Stattdessen gab es immer wieder «Arbeitsabschnittsgefährt:innen», die mich geformt und zu dem gemacht haben, was ich heute bin. Statt also eine Person gesondert zu nennen, möchte ich mich lieber bei all diesen für die gemeinsame Zeit bedanken: Ihr wisst, wer ihr seid.

 

Was bedeutet es für Sie, für den Titel «Werber des Jahres» nominiert zu sein?

Da spreche ich wohl aus, was alle Nominierten vor mir und auch meine Mit-Nominierten bestimmt fühlen: Es ist eine sehr grosse Ehre. Und natürlich würde ich mich noch mehr freuen, wenn es dann sogar zum Titel kommen würde. Aber ich glaube, dass es meine Mit-Nominierten mindestens genauso verdient hätten.

 

Die wichtigste Frage zum Schluss: Vervollständigen Sie bitte den folgenden Satz: «Als Werber des Jahres würde ich …»

Als Werber des Jahres würde ich versuchen, die Menschen wieder für unsere Arbeit zu begeistern. Damit mehr junge Menschen den Weg in die Branche finden. Damit mehr Marketeers unsere kreative Leistung wertschätzen. Und damit die Öffentlichkeit sich nicht ärgern muss, wenn sie Werbung zu Gesicht bekommt.


Kampagnen Gordon Nemitz

Migros Moneymakers Kampagne

Frey-Kampagne mit Rowan Atkinson, Chocolat ohne Tralalla

Sunrise – Im Lift mit Roger Federer und Marco Odermatt

Ochsner Sport für die Olympischen Spiele in Paris

Denner lebt das gute Leben

Ameisenmarsch für Denner

Swiss all the way


Neben Gordon Nemitz sind auch Lorenz Clormann von Wirz und Philipp Skrabal von Farner für den Titel «Werber des Jahres» 2025 nominiert. Mehr Informationen zum Preis sowie zur Wahl gibt es hier.

Nominiert zum «Werber des Jahres» 2025: Philipp Skrabal

Beeindruckende Konstanz: Seit über einem Jahrzehnt prägt Philipp Skrabal Team Farner und setzt sich für die nächste Generation der Branche ein. Der Kreativchef versteht Kommunikation als mächtiges Werkzeug und will der Branche mehr Selbstbewusstsein verleihen.

(Bild: Dan Cermak)

Philipp Skrabal ist seit 2014 bei Team Farner, als Partner und Chief Creative Officer tätig. Zuvor wirkte er bei Wirz, Advico Young& Rubicam, Publicis und Matter & Partner. Philipp Skrabal ist ADC-Vizepräsident, Schulrat der Ad School, Member des ADC Europe und Member des CCA, Creative Club Austria. Philipp Skrabal wurde viermal zum Werber des Jahres nominiert, auch aktuell für das Jahr 2025.

 

m&k: Philipp Skrabal, wann haben Sie zum ersten Mal gespürt: «Werbung – respektive Kommunikation – ist das, wofür ich brenne!»?

Philipp Skrabal: Als Kind habe ich mein kaputtes Spielzeug auf dem Trottoir verkauft – das ging natürlich nur mit richtig guten Geschichten. Zum Beispiel hatte ich ein kleines Formel-1-Auto, das total zerkratzt war. Also hab‘ ich es kurzerhand mit dem Feuerzeug meines Vaters abgefackelt und dann die Geschichte von einem mordsspektakulären Unfall erfunden.

 

Was läuft in unserer Branche im Moment richtig gut? Und was total schief?

Das beantworte ich gerne in meiner Funktion als ADC-Vorstand, weil es ein zentrales Thema ist: Unsere Branche zieht immer noch viele tolle junge Talente an. Ich sehe das jedes Jahr beim ADC Young Creatives Award, den ich zusammen mit Hanna Jackl beim ADC durchführe. Genauso toll: mehr als die Hälfte der Teilnehmenden sind Frauen. Dasselbe bei den Gewinner:innen. Es stimmt also nicht, dass unsere Branche nicht mehr zieht. Und es stimmt auch nicht, dass es an weiblichen Kreativen mangelt. Im Gegenteil, sie sind in der Überzahl. Die Agenturen sind nun gefordert, damit diese talentierten Frauen eine Perspektive haben und in Führungspositionen landen. Und das läuft im Moment noch nicht so rund.

 

Wer oder was kann Sie inspirieren?

Alles inspiriert mich. Am meisten Ideen kommen mir in Gesprächen.

 

Was sind Ihre Stärken? Und wo überlassen Sie lieber anderen das Feld?

Ich brenne für die Suche nach Lösungen und Ideen. Dabei verlange ich viel von mir und allen anderen. Ich gebe gerne Wissen weiter und freue mich, wenn ich andere damit weiterbringen kann. Kützlich stellte mich eine Kollegin beim Kunden mit folgenden Worten vor «…er ist der unkomplizierteste Mensch und gleichzeitig sehr anspruchsvoll». Das hat mich wahnsinnig gefreut. Genau so möchte ich sein. Leider bin ich nicht sonderlich geduldig. Und ich bin immer mit hoher Pace unterwegs, darum lasse ich mich gerne managen. Ich höre zu und lerne gerne von Anderen. Ich mag es, wenn Leute Verantwortung übernehmen wollen und ambitionierte Ziele haben. Ihnen überlasse ich viel vom Feld.

Kommunikation hatte noch nie mehr Kraft und ist darum bedeutender denn je.

 

Auf welche Arbeit aus dem vergangenen Jahr sind Sie besonders stolz?

Ich bin vor allem Stolz, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem jede Idee ernst genommen wird und in dem sich alle einbringen können. Wenn unterschiedliche Disziplinen erfolgreich zusammenarbeiten sollen, ist das die Voraussetzung. Und genau so sind unsere besten Arbeiten der letzten Jahre entstanden. Neben der Kampagne für Islam Alijaj bin ich auf unsere Arbeiten für SBB, Arosa Tourismus, Greenpeace und UBS besonders stolz.

 

Was halten Sie für Ihre beste Idee, die niemals realisiert wurde?

Ein Running Gag bei uns in der Agentur ist eine Idee für Axpo, der «Axbot» – Ein kleiner Roboter, der durch die Schweiz tourt und sich dabei mit den Menschen über Energie unterhält. Zum Dank müssen sie ihn dann mit Strom laden, damit er weiterkommt. Das ist jetzt zehn Jahre her (noch vor der ganzen KI) und trotzdem taucht er immer wieder auf. Wenn ich es mir so überlege, vielleicht sollten wir damit nochmals zum Kunden.

 

Der bisher schwierigste Entscheid Ihrer Karriere? Und der beste?

Der Schwierigste: mein Wechsel zu Farner. Der Beste: mein Wechsel zu Farner. Nach meiner Zeit bei Wirz war mir klar, dass ich lernen wollte, Kreativität breiter anzuwenden. Meine Aufgabe bei Farner war es, die Werbung aufzubauen und gleichzeitig für andere Bereiche wie beispielsweise Public Affairs oder Corporate Communications eine kreative Handschrift zu entwickeln. Wie wir heute wissen, hat das ja ganz gut geklappt. Hätte ich aber vor elf Jahren gewusst, wie anspruchsvoll diese Aufgabe war, wäre mir der Entscheid schwerer gefallen.

Technologie ist eine Spielwiese für kreative Ideen, kein Ersatz – sie erweitert die Möglichkeiten, aber der kreative Funke ist es, der den Unterschied macht.

 

Für wen würden Sie – unabhängig von Budgets oder Geographie – mal so richtig gerne werben?

Puhh! Keine Ahnung. Eine spannende Herausforderung wäre es, «Verzicht» zu bewerben. Das befreiende Gefühl, etwas nicht zu besitzen. Das Statussymbol eines leeren Parkplatzes, eines leeren Handgelenks, der Luxus der Leere. Das wäre sicher lustig…

 

Welches Bild hat Ihrer Meinung nach die Öffentlichkeit von unserer Branche?

Ich glaube, die Öffentlichkeit hat kein klares Bild. Es gibt sicher die Kritiker:innen und die Fans. Die Wahrnehmung ergibt sich über die extrem guten oder extrem schlechten Beispiele. Ich finde, das Thema sollte in den Schulen einen viel grösseren Stellenwert bekommen. Kommunikation ist ein mächtiges und kaum mehr kontrollierbares Werkzeug geworden. Sie steht am Anfang von jedem Erfolg.

 

Glauben Sie an Vorbilder oder Mentor:innen? Und wenn ja: Wer wäre das für Sie?

Unbedingt! Ohne Sie würde ich heute nicht diese Fragen beantworten dürfen. Dabei geht es für mich nicht unbedingt um grosse Namen, sondern um Menschen, die mir imponiert haben, die mich motivieren oder begeistert haben. Ich habe das Glück, von inspirierenden Menschen umgeben zu sein. In unseren Büros in Zürich, Basel, Bern, und Lausanne, im ADC-Vorstand und daheim, in Egg.

 

Was bedeutet es für Sie, für den Titel «Werber des Jahres» nominiert zu sein?

Ich bin vor allem sehr dankbar, dass meine kreative Arbeit für die Kunden und mein Engagement für den ADC Young Creatives Award und die AdSchool so viel Anerkennung gefunden haben, dass ich nominiert wurde. Diese Wertschätzung motiviert mich umso mehr.

 

Die wichtigste Frage zum Schluss: Vervollständigen Sie bitte den folgenden Satz: «Als ‹Werber des Jahres› würde ich …»

Als «Werber des Jahres» würde ich der Branche Mut machen: Auch mit KI, Automatisierung und datengetriebenem Marketing bleibt Kreativität der Schlüssel, um sich abzuheben und eine emotionale Verbindung zwischen Marke und Mensch zu schaffen. Technologie ist eine Spielwiese für kreative Ideen, kein Ersatz – sie erweitert die Möglichkeiten, aber der kreative Funke ist es, der den Unterschied macht. Und ich würde versuchen, der Branche mehr Selbstbewusstsein einzuhauchen, denn Kommunikation hatte noch nie mehr Kraft und ist drum bedeutender denn je.


Kampagnen Philipp Skrabal

Islam Alijaj – Geschichte Schreiben

SBB-Teilzeitkampagne

Arosa KI-Winterkampagne

Greenpeace – Wer atmet, braucht das Meer


Neben Philipp Skrabal sind auch Gordon Nemitz von Thjnk und Lorenz Clormann von Wirz für den Titel «Werber des Jahres» 2025 nominiert. Mehr Informationen zum Preis sowie zur Wahl gibt es hier.

«Werber des Jahres» 2025: Das sind die Nominierten

Gordon Nemitz, Lorenz Clormann und Philipp Skrabal wurden von der Community und der Fachjury für den Titel «Werber des Jahres» 2025 nominiert. Das Newsletter-Voting ist beendet.

Nominiert für den Titel «Werber des Jahres» 2025: Gordon Nemitz, Lorenz Clormann und Philipp Skrabal (v.l.n.r.).

Das Wichtigste in Kürze:

Im Dezember 2024 wurde die m&k-Community aufgerufen, verschiedene Branchenköpfe für die Nominierung zum/zur «Werber:in des Jahres» 2025 vorzuschlagen. Basierend auf dieser Liste hat die Fachjury daraufhin in einer spannenden Diskussion drei hochkarätige Persönlichkeiten ausgewählt: Gordon Nemitz, Chief Strategy Officer bei Thjnk Zürich, Lorenz Clormann, Executive Creative Director bei Wirz, und Philipp Skrabal, Chief Creative Officer, Partner und Team des Management-Boards bei Team Farner, steigen ins Rennen um den begehrten Titel «Werber des Jahres» 2025 ein.

Über Probleme nachzudenken ist seine Stärke. Seit 2018 ist Gordon Nemitz bei Thjnk Zürich tätig. Er ist Geschäftsführer Strategie und Mitinhaber der Agentur. Sein Weg führte ihn von Jung von Matt Hamburg über TBWA Düsseldorf, Wirz/BBDO Zürich, zu Thjnk Zürich. Seit 2023 ist er auch Chief Strategy Officer von Thjnk Germany. Seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen, gepaart mit einer kritischen, aber optimistischen Haltung gegenüber Veränderungen, macht ihn zu einer der prägenden Stimmen der Branche.

Lorenz Clormann liebt grosse Ideen und versteht es, sie überzeugend zu verkaufen – was er auch gerne mal bei einer opulenten Parfum-Kampagne machen würde. Mit seinem Gespür für 360-Grad-Konzepte, seinem Engagement für die Zukunft der Branche und einem unerschütterlichen Sinn für Kalauer bringt er frischen Wind in die Werbewelt. Seit 2020 ist Clormann Executive Creative Director und Partner bei der Wirz Group Zürich. Sein Weg führte ihn von Weber, Hodel, Schmid Zürich über Scholz&Friends Berlin, Ruf Lanz Zürich, Jung von Matt Schweiz, Publicis Zürich, zurück zu Jung von Matt Schweiz zu seiner heutigen Wirkungsstätte.

Seit über einem Jahrzehnt ist Philipp Skrabal bei Team Farner tätig und zeichnet dort als Partner und Chief Creative Officer verantwortlich. Er versteht Kommunikation als mächtiges Werkzeug und will der Branche mehr Selbstbewusstsein verleihen. Vor Farner wirkte Skrabal bei Wirz, Advico Young & Rubicam, Publicis und Matter & Partner. Er ist ADC-Vizepräsident, Schulrat der Ad School, Member des ADC Europe und Member des Creative Club Austria CCA. 2025 ist er bereits das vierte Mal für den Titel «Werber des Jahres» nominiert.

In vertiefenden Interview stellen wir Ihnen die drei Nominierten näher vor:

Voting startet am 24. Februar 2025

Wer letztendlich «Werber des Jahres» 2025 werden soll, wird wie gehabt per Voting entschieden. Die Jury hat 50 Prozent Stimmrecht, die anderen 50 Prozent werden im altbekannten Newsletter-Voting ermittelt. Teilnahmeberechtigt ist, wer den kostenlosen m&k-Schweiz-Newsletter mit einer eigenen E-Mail-Adresse abonniert hat und spätestens seit dem 20. Januar 2025 angemeldet ist. Es werden lediglich diejenigen Stimmen gezählt, die diese Anforderung erfüllen. Wer mehrmals abstimmt, erhält nur die jeweils neuste Stimme gezählt. Die Newsletterwahl läuft ab Montag 24. Februar bis Freitag 28. Februar 2025 um Mitternacht.

Award-Night im Zürcher Razzia

Seit 2021 findet der «Werber:in des Jahres»-Award wieder als eigenständiger Event statt. Wie bereits im vergangenen Jahr wird der diesjährige Preisträger am 20. März 2025 im Rahmen einer Award-Night im Restaurant Razzia im Zürcher Seefeld gekürt.

Neuausrichtung und Rebranding für MYI

Die auf Gaming spezialisierte Agentur MYI Entertainment tritt neu unter dem Namen MYI auf. Mit der Umbenennung schärft sie ihr Profil und erweitert ihr Angebot.

Seit der Gründung von MYI im Jahr 2016 hat sich der Gaming-Markt stark verändert. Während E-Sports und Events anfangs im Zentrum standen, verzeichnet die Agentur heute eine steigende Nachfrage nach umfassenden Marketinglösungen für Gaming-, Nerd- und Popkultur. «Gaming hat sich vom Nischenmarkt zum Mainstream entwickelt», sagt CEO Cédric Schlosser. «Unsere Kund:innen suchen Strategien, um die Gamer:innen-Zielgruppe authentisch anzusprechen.» So positioniert sich die Agentur neu als umfassende Full-Service-Werbeagentur im Gaming-Bereich.

Die Zielgruppe der Gamer:innen gilt als besonders werberesistent: Viele nutzen Ad-Blocker und reagieren skeptisch auf klassische Kampagnen. Gleichzeitig ist sie gross – in der Schweiz spielen rund zwei Millionen Menschen regelmässig, das Durchschnittsalter liegt bei 42 Jahren. MYI sieht sich als Bindeglied zwischen Brands und Community. «Wir sind selbst Gamer:innen, also auch die kritischsten Tester:innen unserer Arbeit», so Schlosser.

Mit der Neupositionierung verpasst sich MYI auch ein Renaming: Das «Entertainment» im Namen entfällt, um Missverständnisse zu vermeiden. Auch das Design wird überarbeitet – inklusive eines spielbaren Features auf der Website. Die Agentur mit rund 40 Mitarbeitenden versteht sich als Full-Service-Partner für Unternehmen, die Gaming in ihre Markenstrategie integrieren möchten.

Gefälschte Werbeanzeigen: Wie Betrüger mit Promis zum Investment-Betrug verleiten

Häufig machen sich Cyberkriminelle die Namen und Bilder prominenter Persönlichkeiten zunutze, um auf Fake-Websites bekannter Medien für eine angebliche Vermögenssteigerung zu werben. Das Bundesamt für Cybersicherheit warnt vor einer Zunahme solcher Anzeigen.

Cybersicherheit schaffen
(Symbolbild: Unsplash.com)

Mit kleinen Investitionen ein grosses Vermögen erwirtschaften – das versprechen Cyberkriminelle vermehrt über betrügerische Anzeigen im Netz. Für solche Betrugsmaschen nutzen sie Websites in der Aufmachung bekannter Medien wie etwa Blick, 20 Minuten oder SRF, so das Bundesamt für Cybersicherheit BACS. Dabei würden die Betrüger die Gesichter prominenter Personen für Werbeanzeigen missbrauchen, um potenzielle Opfer zu Abzocker-Websites zu locken. Dem BACS seien insbesondere in jüngster Zeit häufig solche Anzeigen für betrügerische Online-Investitionen gemeldet worden. Das Bundesamt schliesst laut Mitteilung aus dem aktuell hohen Meldeeingang auf eine hohe Reichweite dieser Betrugsvariante.

Promis als Betrugsköder

Obwohl der klassische E-Mail-Versand bei Cyberkriminellen nach wie vor beliebt bleibt, sind soziale Medien wie X, Facebook oder YouTube ebenfalls in den Fokus der Betrüger gerückt. Die Betrugsversuche an sich laufen laut BACS häufig ähnlich ab: Die Promis, mit welchen geworben wird, versprechen in einem angeblichen Interview, in kurzer Zeit mit minimalen Investitionen das grosse Geld zu machen. Daraufhin werde die Anmeldung über einen Link oder eine App nahegelegt. Sobald die Registrierung abgeschlossen ist, greifen vermeintliche Berater zum Telefon, um die potenziellen Opfer zu Investitionen zu verleiten.

Die Startinvestition ist gering und über eine personalisierte Website sieht man, wie das Guthaben steigt – so scheint es zumindest. Die Betrüger drängen laut der Bundesstelle so auf weitere und höhere Zahlungen. Teilweise könne es auch sein, dass zu Beginn tatsächlich eine erste kleine Auszahlung geleistet werde, dies jedoch nur, um das Vertrauen der Opfer zu festigen. Denn das Geld vermehrt sich keineswegs, sondern fliesst direkt auf die Konten der Betrugsorganisationen.

Fordern Opfer der Betrugsmasche eine Auszahlung an, so bestehen die Betrüger laut BACS auf zahlreiche weitere Zahlungen, beispielsweise auf angebliche Gebühren oder Steuern. In einigen Fällen würden sich Kriminelle auch Monate oder Jahre später erneut mit der Nachricht melden, dass sie das Geld für die Opfer zurückholen könnten – natürlich erneut gegen eine vorherige Zahlung.

Wachsam bleiben, Betrug vermeiden

Um solchen Betrügereien aus dem Weg zu gehen, rät das Bundesamt zur genauen Prüfung der jeweiligen Website und sich nie von Verkäufern unter Druck setzen zu lassen. Auch lautet die Devise: Je höher die versprochene Rendite, desto grösser ist in der Regel das Risiko. Des Weiteren empfiehlt das BACS zu überprüfen, ob im Rahmen der versprochenen Vermögenssteigerung ein Finanzdienstleister der Finanzmarktaufsicht bewilligt ist.

Sollte man bereits Zahlungen getätigt haben, empfiehlt die Bundesbehörde, den Kontakt zu den Betrügern umgehend abzubrechen. Zudem rät das BACS, keine weiteren Zahlungen zu leisten – auch nicht für angebliche Gebühren – und Anzeige bei der zuständigen Kantonspolizei zu erstatten. Des Weiteren sei Vorsicht geboten, wenn angebliche Anwälte oder Behörden den Investitionsfreudigen zu einem späteren Zeitpunkt versprechen, das verlorene Geld wieder zurückzuholen und dabei wiederum Gebühren verlangen. (Dylan Wildhaber/jor)


Dieser Artikel erschien zuerst in der Netzwoche.

LSA Junior Agency Award: Studierende entwickeln Kampagnenidee für 20 Minuten

Der LSA Junior Agency Award geht in die nächste Runde: Im Frühlingssemester 2025 arbeiten über 100 Studierende gemeinsam mit LSA-Agenturen an einer Kampagne für 20 Minuten. Ziel ist es, junge Menschen für eine regelmässige Nutzung der App zu gewinnen.

Der hochschulübergreifende Wettbewerb «LSA Junior Agency Award» bringt Theorie und Praxis zusammen. Der Betreuung erfahrener Coaches aus LSA-Agenturen entwickeln Studierende von Schweizer Fachhochschulen eine Marketing-Kommunikationsstrategie, die sich gezielt an ihre eigene Generation richtet.

Hintergrund ist der Wandel im Medienkonsum junger Menschen: Social Media wird zur Hauptquelle für Nachrichten, während klassische Angebote seltener genutzt werden. 20 Minuten will dem mit verlässlichen, kompakten und neutral aufbereiteten Informationen begegnen.

Nach einer internen Vorausscheidung an den teilnehmenden Fachhochschulen treten die besten Teams im Juni 2025 vor einer Fachjury, bestehend aus Agenturvertreter:innen, Brachenexpert:innen und der Auftraggeberin, gegeneinander an.

Der Wettbewerb soll Kreativität und Teamarbeit fördern sowie auch eine Plattform für den direkten Austausch mit der Branche bieten.

Xaver-Award wird 2025 erstmals in Bern ausgetragen

Neuer Ort, neue Kategorie, neue Jury-Mitglieder: Beim diesjährigen Xaver-Award vom 9. September 2025 wird einiges anders. Die Preisverleihung findet erstmals in Bern in der neuen Festhalle statt. Die Einreichefrist läuft noch bis Ende April 2025.

Impressionen des letztjährigen Xaver-Award, damals noch in Zürich. (Bild: zVg.)

Am 9. September 2025 werden die innovativsten und überragendsten Projekte der Schweizer LiveCom-Branche ausgezeichnet. Ziel ist es, die besten Live-Kommunikationsmassnahmen des vergangenen Jahres einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Verliehen werden die Preise vom Branchenverband Swiss LiveCom Association Expo Event, der sich seit vielen Jahren mit grossem Engagement für die Anliegen der Branche einsetzt. Projekte einreichen können Eventagenturen, Messeunternehmen, Promotionsagenturen, Supplier, Messeplätze, Locations und Sponsoringagenturen. Bis zum 17. März gibt es noch spezielle Earlybird-Konditionen.

Weitere Kategorie und neue Jury-Mitglieder

Insgesamt werden Xaver-Awards in Gold, Silber oder Bronze in den acht Kategorien Best Corporate Event, Best Consumer / POS Event, Best Efficiency Project, Best Expo Project, Best Brandworlds & Temporary Installations and Exhibitions, Best Public Event sowie Best Exhibition Stand vergeben.

Bei der neuen Kategorie «Best Exhibition Stand» steht der einzelne Messestand im Mittelpunkt: Sie prämiert kreative und strategisch durchdachte Lösungen, die eine Marke oder ein Produkt auf kleiner Fläche maximal wirken lassen. Darüber hinaus wählt die Community im Rahmen eines Online-Votings den oder die Gewinner:in des Public Xaver. Ebenfalls vergeben wird der Lifetime Achievement Xaver-Award: Der oder die Preisträger:in wird im Vorfeld der Verleihung bekannt gegeben.

Zur diesjährigen Jury gehören Präsident Dany Waldner von Waldner Partner, Andrea Meier von Swisscom, Nadine Imboden und Maximilian Souchay von Live Lab. Neu dabei sind Cédric Schlosser von MYI Entertainment und Iwan Funk von Bellprat Partner. «Cédric Schlosser und Iwan Funk werden uns mit ihrer Expertise hinsichtlich digitaler Aktivierung und Gamification wertvolle Insights bringen», erklärt Dany Waldner. Nicht mehr dabei sind Mauro Testerini und Norbert Egli. Juriert wird am 3. und 4. Juni 2025 im Hallenstadion.

Grosse Bühne für den Xaver

Die Preisverleihung findet heuer erstmals in der neuen Festhalle auf dem Areal der Bernexpo in Bern statt. Diese wird am 25. April 2025 im Rahmen der Frühlingsmesse BEA eröffnet und läutet in der Bundesstadt ein neues Event-Zeitalter ein. «Nachdem wir den Xaver-Award rund zwei Jahrzehnte lang in Zürich ausgetragen haben, freuen wir uns sehr auf diesen Wechsel nach Bern, mit dem wir auch unsere Nähe zur Westschweiz verstärken. Es ist uns eine Ehre, als einer der ersten Events in der neuen Festhalle zu Gast zu sein, schliesslich profitiert von der Strahlkraft dieser beeindruckenden Event-Plattform nicht nur Bern, sondern die ganze Schweizer Event-Branche», erklärt Expo-Event-Präsident Christian Künzli.

Podcast-Reihe für «High Peak Festival» gestartet

Im April findet zum ersten Mal das «High Peak Festival» in Andermatt statt. Der «The High Peak Podcast» bietet einen Blick hinter die Kulissen des Winter-Hip-Hop-Reggae-Festivals.

Auf der Bühne des Festivals stehen Musiker:innen wie Busta Rhymes, Eve, Xzibit, Morgan Heritage und Gentleman. Auch Schweizer Acts sind vertreten, darunter Phenomden aus Zürich und Ele A aus Lugano.

Im zugehörigen Podcast erzählen Musiker:innen von ihrer Karriere, persönlichen Erlebnissen und den Herausforderungen der Branche. Gastgeber ist der Schweizer Rapper und Radiomoderator Misk. «Hip-Hop ist mehr als Musik – es sind die Geschichten dahinter», sagt er. «Mit unserem Festival und Podcast zeigen wir die Menschen hinter den Tracks, ihre Wege, Herausforderungen und Erfolge – authentisch und ungefiltert.»

Die erste Folge des «The High Peak Podcast» ist seit Dienstag auf YouTube und Spotify verfügbar. Die Produktion übernimmt Vear Films.

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