«Brands müssen das Narrativ und Fakten wieder ownen»

Vor fünf Jahren startete mit Andy Was Right eine der heute führenden unabhängigen Content-Agenturen der Schweiz. Founding & Managing Partner Roger Hämmerli im Gespräch mit m&k über die Achterbahnfahrt einer Agenturgründung in unsicheren Zeiten, seine Ambitionen – und das nächste Kapitel für die Agentur.

Roger Hämmerli von Andy Was Right.

m&k: Roger Hämmerli, fünf Jahre ist es her, seit wir in eurem ersten Büro auf Holzpaletten unser erstes Interview geführt haben.

Roger Hämmerli: Ach, die guten alten Holzpaletten. Ganz ehrlich. Ich weiss schon gar nicht mehr, was ich vor Andy gemacht habe. Entweder ist das ein gutes Zeichen – oder ein sehr schlechtes und ich werde alt (lacht). Es ist unfassbar viel passiert in der Zeit und manchmal denkt man sich «Was? Erst 5 Jahre» und in anderen Momenten fühlt man sich bereits wie ein alter Hase im Marktumfeld. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es eine einfache Zeit war. Wenige Monate vor Covid-19 gegründet über Ukraine-Krieg bis hin zur zweiter Amtszeit von Donald J. Trump haben wir alles durch – ich wage zu behaupten: Es gibt einfachere Marktsituationen.

Du musst einfach mit der festen Überzeugung ran, dass du die bessere Idee hast.

 

Aber spricht das nicht für euch, dass es trotzdem geklappt hat? Mit Kunden wie UBS, Axpo oder Fisherman’s Friend könnte man dir vorwerfen, dass es «Motzen auf hohem Niveau» ist.

Die tollen Mandate, die wir vor allem auch 2024 gewinnen durften, mit der Axpo und UBS als Social Lead, stechen im Portfolio natürlich heraus. Oder auch Fisherman’s Friend, die wir seit Jahren – ja fast unserer Gründung – begleiten dürfen, aber du siehst nur das Resultat (schmunzelt). Im Hintergrund hat das eine grosse Menge Arbeit benötigt. Stunden über Stunden, in denen Ideen verworfen worden sind – sowie auch Investitionen, die man getätigt hat, in der Hoffnung das es klappt. Wir mussten immer hart am Wind segeln. Als unabhängige Jung-Agentur hast du keine Vorschusslorbeeren oder Budget-Reserven, wie etablierte Player, gegen die du antrittst. Du musst einfach mit der festen Überzeugung ran, dass du die bessere Idee für diese Problemstellung hast. Aber zusammengefasst hast du recht: Hättest du mich vor fünf Jahren gefragt, ob ich die heutige Ausgangslage unterschreiben würde, hätte ich nicht gezögert und den Stift in die Hand genommen. Aber jetzt sind wir ready fürs nächste Kapitel.

 

Das nächste Kapitel?

Jung-Agenturen und deren Gründer – inklusive mir – glauben nach wie vor, dass sie es ein wenig anders und besser machen. Das macht den Charme des Neuen ja auch aus. Ab einer gewissen Grösse und Position im Markt musst du aber auch die Spielregeln und Normen befolgen, damit du in grösseren Ausschreibungen und komplexeren Mandatsstrukturen überhaupt stattfinden kannst. Und daran haben wir 2024 gearbeitet. Mit neuem Markenauftritt, neuen Strukturen und neuen Disziplinen in unseren Teams machen wir den Schritt an den grossen Tisch.

 

Das heisst konkret?

Andy wird 2025 bolder und mit klarer Kante an die Marktlandschaft herantreten. Ein erster Schritt ist unser neuer Auftritt – und es folgen noch ein paar Projekte über die wir schon bald mit euch quatschen können.

 

Man hat das Gefühl es soll noch immer vorangehen bei Andy. Kommst du nie zur Ruhe?

Ehrlicherweise war es zu lange still um uns. Das nervt mich. Darum sprechen wir jetzt ja auch (lacht). Aber es war selbstverschuldet. Wir haben 2024 enorm viel Zeit ins neue «Andy-Bewusstsein» gesteckt. Der Gewinn von grossen Mandaten hat uns gezwungen, erwachsen zu werden. Und das braucht viel Energie, Zeit und Geduld im Unternehmen.

Nach wie vor treibt mich der Gedanke an, dass es immer innovativere Ansätze gibt, digital Geschichten zu erzählen – und wir dürfen und können nicht stehen bleiben. Uns steht die Ära von AI-Agents und Co. bevor. Jetzt gilt es – auch wenn es schmerzt – Strukturen, Prozesse und alte Gedankengänge zu challengen. Selbst bei einer Agentur, die erst fünf Jahre am Markt ist. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass 2025 ein wegweisendes Jahr für uns Agenturen einläuten kann.

Die Social-Plattformen halten uns gerade den Spiegel vors Gesicht – und der gibt ein ziemlich dreckiges Bild ab.

 

Was kommt denn auf uns zu 2025 – vor allem mit Blick auf Social Media?

2025 und darüber hinaus wird bestimmt herausfordernd in vielerlei Hinsicht. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das als Branche und auch als Gesellschaft anpacken werden. Als Dienstleister in der Kommunikation haben wir es in den Händen gemeinsam mit unseren Partnern, passende Lösungen zu entwickeln.

 

Welches Thema sticht für dich hier besonders heraus?

Ich sehe aktuell ganz viel Bewegung und einen Shift im Verhalten in der Ökosphäre der Social-Media-Plattformen. Über X bis hin zu Meta und TikTok verändern sich Unterhaltungen, Inhalte und Community-Feedback. Die Tech-Bros aus dem Silicon Valley und die neue US-Regierung haben gerade viele Pläne, aber Regulierungen gehören bestimmt nicht dazu. Mark Zuckerberg und Elon Musk deuten uns gerade an, worauf sich die Gesellschaft in den kommenden Jahren gefasst machen muss: Unwahrheiten, Dummheit, Pöbeleien, Propaganda-Bots und das pure ungefilterte Internet. Die Social-Plattformen halten uns gerade den Spiegel vors Gesicht – und der gibt ein ziemlich dreckiges Bild ab.

 

Was meinst du mit deiner letzten Ausführung – dem Spiegel vors Gesicht der Gesellschaft? Sind wir etwa selbst schuld an der Misere?

Pragmatisch ausgedrückt: Ja, sind wir. Keine Plattform zwingt dich dazu, auf einem fremden Profil einer Influencerin Witze oder herabwürdigende Kommentare über ihr Aussehen zu verfassen oder eine Person mit hunderten Kommentaren zu belästigen, weil sie in der Öffentlichkeit einen Fehler gemacht hat. Nur hat uns das Internet nie echte Konsequenzen für dieses Verhalten aufgezeigt – ausser in einzelnen extremen Fällen, die rechtlich verfolgt worden sind. Mit Fact-Checking, Moderationsteams, Machine Learning, Aufklärung und vielem mehr versuchen Social-Plattformen seit jeher gegen Hate-Speech, pornografische Inhalte, Gewalt und ähnliches vorzugehen. Mit mässigem Erfolg – und dieser Erfolg wird jetzt in einigen Teilen der Welt auf Start zurückgestellt, indem Meta und andere Plattformen Fakten-Checker, Initiativen und Moderations-Teams abbauen.

Social Media wird jetzt zum echten digitalen Stammtisch – und zwar mit all den Teilnehmern, die du eigentlich nur von den unangenehmen Familienfesten kennst.

 

Was wird die Folge davon sein?

Dass wir den ungefilterten gesellschaftlichen Gedankengang auf Social Media mitverfolgen können. Mit einem aber entscheidenden Unterschied zum realen Leben: Es besteht keine Barriere oder Hürde, um die eigene Ansicht kundzutun. Ich würde behaupten, jeder von uns hat sich schon mal seine Sache zu etwas gedacht und es dann für besser befunden, diesen Gedanken nicht mit der Person im gleichen Raum zu teilen, oder? Nun ja. Social Media wird jetzt zum echten digitalen Stammtisch – und zwar mit all den Teilnehmern, die du eigentlich nur von den unangenehmen Familienfesten kennst. Und den Meinungen, die dich selbst mit Nerven aus Stahl zähneknirschend zurücklassen.

 

Ziemlich düster also, die ganze Sache?

Keinesfalls. Ich glaube einfach nicht daran, dass man sich in einer solchen Zeit mit Plattitüden und Kumbaya-Gesängen aufhalten darf. Faktenverweigerer, Flat-Earther und Elon-Musk-Jünger tun dies schliesslich auch nicht. Man muss die Sachen beim Namen nennen. Und ich bin davon überzeugt, dass wir als Gesellschaft, aber speziell unsere Branche, jetzt die Möglichkeit haben, diese neue Social-Landschaft zu prägen. Und dabei werden Marken eine entscheidende Rolle spielen. Brands müssen das Narrativ und die Fakten wieder ownen und es nicht einfach geschehen lassen. In einer Zeit, in der das Vertrauen in Politik und klassische Medien auf wackligen Beinen steht, können Unternehmen in die Lücke treten und mit klaren Werten und Argumenten überzeugen. Es war nie wichtiger als jetzt.

 

Schwingt da etwa ein wenig Optimismus mit?

Ich würde mich als pragmatischen Optimisten bezeichnen. Anders könnte ich auch nicht Unternehmer sein. Stell dir vor ich wäre ein Pessimist. Dann wäre die Gründung einer Agentur in dieser Zeit mein persönlicher Untergang gewesen (lacht). Um aber auf deine Frage zurückzukommen: Ja, da schwingt Optimismus mit. Weil ich aufgrund des Social-Verhaltens weiss, dass ein überwältigender Teil der User stille Mitlesende sind und nicht aktiv zum Diskurs beitragen oder Inhalte teilen. Diese Menschen gilt es abzuholen. Nicht die sehr laute teils extreme Minderheit. Es bringt nichts in Kommentarspalten mit Fakten-Verweigerer zu diskutieren oder sie zu «bekämpfen». Mit gut aufbereitenden Informationen, spannenden und gut erzählten Geschichten gilt es zu punkten. Und das können doch wir Agenturen gemeinsam mit unseren Marken-Partnern so gut, wie niemand sonst, oder? Jetzt sind wir in der Pflicht, um den Medien-Konsum und das Verhalten der nächsten Generation auf Social Media nachhaltig zu verbessern. Damit Politik, die vierte Gewalt und am Ende auch unsere Gesellschaft wieder die Kommunikations-Landschaft vor sich haben, die wir verdienen.

 

War das dein Schlusswort?

Mein Schlusswort? 2025 wird knackig, aber welches Jahr in kürzerer Vergangenheit war es nicht? Jetzt gilt es, mit Mut und Charakter voranzugehen – auch und vor allem als Marke. Andy und ich freuen uns auf die Challenge und ich bin mir sicher, dass auch dieses Jahr noch einiges für uns in petto hat. Ein kleiner Hinweis vorweg: In Sachen mit Mut und Charakter vorangehen, haben wir schon etwas in Arbeit. Bald dazu mehr. Wie immer war es eine Freude, mit euch zu quatschen. Danke fürs Vorbeikommen – auch wenn es nicht mehr die etwas unbequemen, aber charmanten Euro-Paletten sind (schmunzelt).


Andy Was Right vereint als unabhängige Content-Agentur alle Disziplinen rund um digitale Geschichten unter einem Dach. Die Agentur lebt und liebt Pop-Kultur und Trends, dabei ist Content Haupt- und nicht Nebensache. Während andere Stakeholder managen, managt Andy lieber Communities und erreicht diese mit Inhalten, die wirklich bewegen.

PostFinance startet mit Sir Mary durch

Nach einem umfassenden Auswahlverfahren im Herbst 2024 ist Sir Mary seither als neue kreative Leadagentur der PostFinance im Einsatz. Als erster Schritt in die langfristige Zusammenarbeit wurde eine Imagekampagne umgesetzt.

Die Imagekampagne soll die neue Positionierung von PostFinance auf emotionale Weise und mit dem Leitsatz «Wissen, was zählt» transportieren. Im Mittelpunkt steht die Fokussierung auf und das Verständnis für die individuellen Bedürfnisse und Werte der Menschen in der Schweiz. Im Zuge der Kampagne tritt nun auch im Werbeumfeld erstmals das neue Branding der PostFinance in Erscheinung.

Mit der strategischen Neuausrichtung will PostFinance ihre Position als kundenorientierte Finanzexpertin weiter ausbauen und ihre Angebote präziser auf verschiedene Zielgruppen zuschneiden.

Partnerschaftlich und auf Augenhöhe

«Wir sind sehr dankbar für das Vertrauen von PostFinance und freuen uns, ihre neue Markenstrategie kreativ umzusetzen», sagt Nicolas Hostettler, Geschäftsführer von Sir Mary. «Die Imagekampagne setzt mit dem Motto ‹Wissen, was zählt› ein klares Zeichen: Die Bank orientiert sich an den Lebenswelten ihrer Kund:innen – nahbar, authentisch und auf Augenhöhe.»

Auch bei PostFinance ist die Vorfreude gross: «Mit Sir Mary haben wir eine starke Partnerin gefunden, die unsere Werte versteht und innovative Ideen in die Umsetzung bringt», sagt Dennis Lengacher, Leiter Marketing Communications (Co-Lead). «Diese Imagekampagne ist der erste Schritt in einer langfristigen Zusammenarbeit, bei der wir unsere Marketingkommunikation weiter stärken und entwickeln», ergänzt Yves Ekmann, Leiter Marketing Communications (Co-Lead).

Zahlreiche weitere Kampagnen in Planung

Im Anschluss an die Imagekampagne sind bereits weitere Massnahmen für die gesamte Strategieperiode geplant – für eine ganzheitliche und integrierte Marketingkommunikation über alle strategischen Zielgruppen und Themen der PostFinance hinweg.

Die Imagekampagne ist in den kommenden Wochen im TV, Kino, OOH, Digital und auf Social Media zu sehen.


Verantwortlich bei PostFinance: Jelena Mesic (Marketing Managerin / Projektleitung), Dennis Lengacher und Yves Ekmann (Leiter Marketing Communications im Co-Lead), Taru Koch (Leiterin Branding & Communications), Andreas Badstoeber (Senior Brand Manager), Alessandro Di Leta (Leiter Customer Centricity & Innovation Design), Julia Mehr (Marktmanagerin), Sarah Bucher (Head People Attraction), Laura von Allmen (Employer Branding Specialist). Verantwortlich bei Sir Mary: Adrian Merz (Executive Creative Director), Katrin Espelage (Creative Director), Lukas Wietlisbach (Art Director), Sandro Heierli (Art Director), Tobias Natterer (Copywriter), Caro Ellert (Copywriter), Sebastian Bouchareb (Copywriter), Jacqueline Willimann (Account Director), Nicolas Hostettler (Managing Director), Daniel Zuberbühler (Managing Partner). Produktion: Akkurat Studios; Nina Klein (Producer), Marc Fischer (Head of Post Production), Kyra Bartley (Regie), Carlos Feher (DOP), Leonidas Befeldt (Edit), Gustav Karlström (Composer), Dubdub Studios (Sounddesign & Mix), Sam Gilling (Grading), Delia Baum (Fotografie). Media: Havas Media, Webrepublic.

Focuswater und Rosarot setzen auf Fokus und Emotionen

Zur FIS Freestyle-WM 2025 lanciert Focuswater eine Kampagne mit vier Schweizer Freestyle-Profisportler:innen. Die Zusammenarbeit mit der Zürcher Agentur Rosarot setzt auf die Verbindung von grossen, emotionalen Momenten und Konzentration aus Wesentliche.

Mit der neuen Kampagne begleitet Focuswater die Freestyle-Weltmeisterschaften 2025 in St. Moritz. Im Mittelpunkt stehen die Athlet:innen Nicolas Huber, Pat Burgener, Saskja Lack und Colin Wili, die mit vollem Fokus am Start stehen und spektakulär durch die Luft wirbeln. «Der Freestyle-Sport passt hervorragend zur Marke Focuswater, denn grosse Ambitionen, Leistung und viel Fun kommen hier zusammen», sagt Marianna Länsitalo, Head of Brand Management Communication & Digital bei der Rivella Group.

Fokus als Kernstück der Kampagne

Sich zu fokussieren, ist erst einmal nicht besonders emotional. «Aber Fokus braucht jede:r von uns, damit wir Jubeln, Lachen und Grosses erleben können», meint Matthias Koller, Co-CEO bei Rosarot. Die Kampagnenbotschaft mit Lines wie «Macht Fun. Braucht Focus.» oder «Macht Free. Braucht Focus» kommt ohne viel Worte aus. «Je grösser die Divergenz zwischen dem emotionalen Wort und dem Wort Fokus, desto besser die Headline», so Franz Neugebauer, verantwortlicher Texter bei Rosarot. Fokus entscheidet im Sport über Sieg oder Niederlage – sei es im entscheidenden Moment am Start oder während des Wettkampfs. «Das Thema Fokus passt natürlich perfekt zu unserer Marke Focuswater», sagt Carla Christen, Brand Manager bei der Rivella Group.

Dreh auf dem Gletscher

Gedreht wurde die Kampagne bereits im Oktober auf dem Gletscher in Saas-Fee. Neben klassischen Werbesujets entstand auch zusätzlicher Social-Media-Content – flexibel produziert, auch abseits der Piste: ««Durch Flexibilität und guter Planung entstand an den Tagen, an welchen wir wegen schlechten Wetters nicht auf der Piste drehen konnten, zusätzlicher Social Media Content im Dorf und sogar in den Wohnungen der Athlet:innen», so Niels Niemann, Digital Manager bei der Rivella Group.

Die Kampagne mit der Botschaft «Macht Fun. Braucht Fokus.» ist national auf den gängigen digitalen Kanälen und gezielt an ausgewählten Orten auf dem Weg zu den FIS Freestyle Weltmeisterschaften 2025 auf DOOH und OOH zu sehen.


Verantwortlich bei der Rivella Group: Angelika Leemann (Co-CMO), Marianna Länsitalo (Head of Brand Management Communication & Digital), Carla Christen (Brand Manager), Niels Niemann (Digital Manager), Alper Kaya (Digital Manager), Kevin Bieri (Digital Manager). Verantwortlich bei Rosarot: Matthias Koller (Creative Direction, Gesamtverantwortung), Alessia Togni (Beratung), Anna Leudolph, Franz Neugebauer (Konzept/Text) Marcella Narvaez (Art Direction), Fabio Montefiori, Claire Hulla (Realisation/DTP). Produktion: Lara Lienhardt, Out of Order, Sven Probst Cinematographie, Flavio Karrer, Fotografie, Patrice Gerber, 3D- Animation.

SDV Award 2025: Einreichungen gestartet

Die Ausschreibung für den SDV Award 2025 läuft. Gesucht werden herausragende Dialogmarketing-Kampagnen aus dem Jahr 2024. Einsendeschluss ist der 24. März 2025.

Auch in diesem Jahr prämiert der Schweizer Dialogmarketing Verband SDV innovative, kreative und strategisch durchdachte Arbeiten aus dem Bereich Dialogmarketing.

Seit Freitag läuft die Eingabe. Eingereicht werden können Kampagnen, die zwischen dem 1. Januar 2024 und dem 31. Januar 2025 realisiert und veröffentlicht wurden.

Die Anmeldung erfolgt online. In einer virtuellen «Vernissage» zeigt der SDV zudem die Gewinner-Kampagnen aus dem vergangenen Jahr, wo sich Teilnehmende inspirieren lassen können.

Vasataschröder und Markenfilm setzen für Pfister auf KI

Das Möbelhaus Pfister setzt für den Start seiner neuen Kampagne auf KI-gestützte Bildwelten. In Zusammenarbeit mit der Agentur Vasataschröder und Markenfilm Schweiz entstehen AI-Morphing Assets, die klassische Produktionsmethoden herausfordern und eine neue visuelle Sprache schaffen.

Die Kampagne «Besser Leben» rückt das Thema Schlaf als Schlüssel zu mehr Lebensqualität in den Fokus. Um die Botschaft frühzeitig zu verankern, wurde eine Reihe von dynamischen AI-Morphing Assets  – Bilder, deren Erscheinungsbild mithilfe künstlicher Intelligenz verändert wird – entwickelt.

«Es ist erstaunlich, wie KI neue Türen für visuelle Darstellungen öffnet. Wenn man versteht, wie sie funktioniert und ihre Grenzen kennt, kann das die Kreation und Produktion revolutionieren», sagt Uli Scheper, Produzent bei Markenfilm Schweiz.

Die AI-generierten Assets werden über Social Media und andere digitale Kanäle ausgespielt und bereiten die Bühne für die nachfolgende Kampagne. «Die Kombination aus menschlicher Kreativität und KI-basierter Umsetzung kreiert grossen Mehrwert. Die Sujets haben einen Überraschungseffekt und generieren Aufmerksamkeit bei unserer Zielgruppe», so Carol Berger, Leiterin Marketing Kommunikation von Pfister.

Mit diesem Projekt möchten Vasataschröder und Markenfilm Schweiz ein Zeichen für den Wandel in der Filmproduktion setzen und zeigen, wie technologische Innovationen neue kreative Freiräume schaffen können.


Verantwortlich bei Pfister: Carol Berger (CMO), Corinne Leuthard (Head of Brand Communication), Christoph Voellmy (Head of Digital). Verantwortlich bei Vasata Schröder: Patrik Zorkovic (Creative Director), Carolin Flachsmann (Client Service Director), Hanna König (Senior Account Manager). Verantwortlich bei Markenfilm: Uli Scheper (Produzent). Media: Philipp Hiemer (Digital Growth Strategist, Webrepublic).

Fairtrade Max Havelaar: Im «Fairbruary» liegt der Fokus erneut auf bewussten Konsum

Fairtrade Max Havelaar ruft auch 2025 zur Fairbruary-Kampagne auf. Die vierte Ausgabe setzt auf eine neue Website, ein überarbeitetes Konzept und verstärkte Social-Media-Präsenz.

Im Februar steht erneut der faire Konsum im Fokus: Mit dem Slogan «Im Februar. Einfach fair leben.» lädt Fairtrade Max Havelaar Konsument:innen dazu ein, gezielt Fairtrade-Produkte zu wählen. In der Schweiz sind über 3’700 zertifizierte Produkte erhältlich – von Alltagsartikeln bis hin zu Spezialitäten.

Die diesjährige Kampagne bringt einige Neuerungen. Eine interaktive Website dient als zentrale Plattform mit einem täglichen Quiz und Sammelaktionen, bei denen Einkaufsgutscheine und Produktboxen gewonnen werden können. Zudem wird die Präsenz auf TikTok ausgebaut, begleitet von rund 30 Content Creators aus den Bereichen Lifestyle, Food, Sport und Comedy. Eine Plakatkampagne in acht Schweizer Städten sowie Werbespots in Kinos ergänzen die Massnahmen.

Erstmals wird die ursprünglich in der Schweiz entwickelte Kampagne auch in Deutschland, Österreich und weiteren europäischen Ländern umgesetzt.

Tamedia bringt Investigativ-Reportage als Dokumentarfilm

Mit «Don’t be Shy – die Abgründe des Party-Geschäfts» veröffentlicht Tamedia erstmals eine 70-minütige investigative Dokumentation. Die Recherche beleuchtet das Geschäftsmodell eines Zürcher Mode- und Party-Influencers und basiert auf geleaktem Videomaterial sowie Aussagen von Betroffenen.

Das Rechercheteam, bestehend aus Boris Gygax, Sascha Britsko und Oliver Zihlmann. (Bild: zVg. Tamedia)

Der 70-minütige Film ist Teil einer multimedialen, investigativen Enthüllung, doe zudem einen dreiteiligen Podcast und eine Artikelserie umfasst. Die Recherchen wurden über drei Jahre hinweg vom Magazin, dem Recherchedesk und dem Team Neue Digitale Inhalte durchgeführt. Dabei wurden Verbindungen des Influencers weit über die Zürcher Partyszene hinaus sichtbar. «Die Stärke der Tamedia ist hochwertiger Journalismus – in diesem Fall mit einem multimedialen Bouquet mit exklusiver Doku-Reportage, Podcast, Interviews sowie einer Podiumsdiskussion», sagt Simon Bärtschi, Leiter Publizistik Tamedia.

Die Dokumentation ist seit Freitagabend auf den digitalen Kanälen des Tages-Anzeigers, der Berner Zeitung, der Basler Zeitung und von 24 heures verfügbar. Mit einem Tagespass für 3 Franken kann der Film freigeschaltet werden. Ergänzend erscheint die investigative Recherche in der Samstagsausgabe von Das Magazin und am Sonntag in Le Matin Dimanche. In den kommenden Wochen folgen vertiefende Reportagen, Interviews und Analysen.

Andy Ernst wird Mitinhaber und Partner bei FS Parker

Andy Ernst, derzeit Managing Director, wird neuer Mitinhaber und Partner der Zürcher Agentur FS Parker.

(Bild: zVg.)

Andy Ernst bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Führung von Teams bei Unternehmen wie Under Armour, Adidas und Mammut mit. Seine Expertise in der Markenentwicklung und sein Gespür für starke Erzählungen machen ihn zur idealen Ergänzung für FS Parker, wie es in einer Mitteilung der Agentur heisst.

«Das bereits hervorragend eingespielte und äusserst talentierte Team von FS Parker verkörpert viele Aspekte meiner Vergangenheit in der Sportbranche: Emotionen schaffen, Gemeinschaften fördern und persönliche sowie berufliche Herausforderungen meistern – ich bin enorm begeistert von diesem Spirit», wird Ernst zitiert.

TBWA\Zürich tischt neue Erklärungen für das Geheimnis leerer Teller auf

Der im Dezember lancierte Markenauftritt von Oswald findet eine überraschende Fortsetzung: Neu dramatisiert TBWA\Zürich das Geheimnis leerer Teller nicht nur in Stills, sondern auch im Bewegtbild – mit einem überraschenden Twist.

Die Kampagne für Oswald basiert auf dem Insight von TBWA\Zürich, dass Gerichte, die mit Würzmischungen, Bouillons und Saucen von Oswald verfeinert werden, so gut schmecken, dass sie im Nu weg sind. Und zwar so schnell, dass die Kampagnen-Visuals nur noch leergegessene Teller zeigen können (Markt-kom.com berichtete).

Weitererzählt wird die Geschichte jetzt im Bewegtbild. Die von TBWA\ViDo mit dem Regisseur-Duo Future Punch realisierten 15-Sekünder stellen fantastische Erklärungen für das Geheimnis leerer Teller in den Raum. Von Postoffice Amsterdam zum Leben erweckt, lassen sie die Betrachtenden einen Moment lang zweifeln, bevor der Packshot verrät, dass in Wahrheit die feinen Produkte von Oswald hinter dem Geheimnis stecken.

Die neuen Printmotive kommunizieren das Markenversprechen von Oswald allein über die Kraft des Claims und der kulinarischen Bilder: Die auf den leeren Tellern übrig gebliebenen Speisereste sind so ansprechend inszeniert, dass sie Appetit und Neugier der Betrachtenden wecken sollen. Aus Saucenresten kreierte QR-Codes führen zu passenden Rezepten und Produkten auf der Website.

Die Kampagne ist schweizweit seit Montag im TV, auf DOOH, OOH, Social Media, Print, POS, und in digitalen Medien auf dem Menüplan.


Verantwortlich bei Oswald: Lea Paessens (CEO), Riccardo Dillier (Leiter Marketing), Talina Peyer (Senior Brand Managerin), Lavinia Stecconi (Senior Brand Managerin), Sibylle Hasenberger (Brand Managerin), Franco Kölliker (Leiter Digital & eCommerce), Rachel Juillerat (Redaktion & Content Marketing Specialist). Verantwortlich bei TBWA\Zürich: Manuel Wenzel, Susanne Weeber, Sabrina Brandenburger, Bettina Klossner, Jan Krohn, Maude Mahrer, Nico Hediger, Carla Hauser, Hannah Züttel, Patrick Milles (Kreation), Lukas Diem (Strategie), Esther Ortega, Lisa Suter, Marija Suvajdžić (Beratung), Toni Rubera, Melanie Furrer (DTP), Lorenz Wahl (Bildbearbeitung). Verantwortlich bei ViDo Video: Stefanie Bollag Bereiter (Head of Production), Pascal Schuh und Jonas Riemer / Future Punch (Director), Nicolo Settegrana (DoP), RNF DesignFood (Art Departement), Esther Egli (Styling), Raphael Toel (Gaffer), Till Schlatter (Key Grip), Postoffice Amsterdam (VFX&Animation), Dom Catena, Fabrice Studer, Nicolao Garcia-Negrello (Editor), Unsere Farben (Grading), nom-nom, Corinne Zeltner, Bettina Ehrismann (Fotografie).

«Spinoza»: RSF stellt KI-Tool für den Journalismus vor

Reporter ohne Grenzen (RSF) hat mit «Spinoza» eine KI-gestützte Software entwickelt, die Medienschaffende in ihrer Arbeit unterstützen soll. Das Tool wurde in Zusammenarbeit mit Journalist:innen und Verlagen konzipiert und soll nach Abschluss der Projektphase als Open Source zur Verfügung stehen.

Mit «Spinoza» will RSF eine KI-Lösung bieten, die die journalistische Arbeit erleichtert, ohne sie zu ersetzen. Die Software basiert auf einer umfangreichen Datenbank aus wissenschaftlichen Publikationen, Gesetzestexten und Medienberichten. Sie soll Medienschaffenden helfen, komplexe Themen schneller zu recherchieren und faktenbasiert aufzubereiten.

In einer Pilotphase testeten 281 französische Medienschaffende das Tool mit Fokus auf Klimawandel und Umwelt. «Spinoza» ermöglichte es ihnen, umfangreiche Datenmengen effizient zu synthetisieren und mit verlässlichen Quellen zu belegen. Die redaktionelle Einordnung der Ergebnisse bleibt jedoch Aufgabe der nutzenden Journalist:innen.

«RSF legt viel Wert darauf, einen ethischen und verantwortungsbewussten Weg mit KI zu beschreiten», sagt Thibaut Bruttin, Generaldirektor von RSF. Innovation soll nicht zur Marginalisierung des Journalismus führen, sondern seine technologische Souveränität stärken, so Thibaut weiter.

Das Tool wird auf der Open-Source-Plattform Hugging Face veröffentlicht, sodass Medienschaffende es an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen können. In der Testphase ist «Spinoza» auf Englisch und Französisch verfügbar. In Zukunft könnte es auch in der Schweiz genutzt und weiterentwickelt werden.

Hier den RSF-Bericht zu SpinozAI nachlesen

Metaloop entwickelt Produktemarke Larilux

Forst Goms erweitert sein Sortiment um handgefertigte Designleuchten aus einheimischer Lärche. Die Walliser Konzeptagentur Metaloop begleitete die Entwicklung der neuen Produktemarke Larilux.

Mit Larilux setzt Forst Goms auf regionales Handwerk und zeitgenössisches Design. Jede Leuchte wird aus Lärchenholz aus dem Walliser Hochtal gefertigt und als Unikat produziert. Die Marke soll nicht nur die natürliche Ästhetik des Rohstoffs betonen, sondern auch die lokale Wertschöpfung stärken.

Metaloop unterstützte den Forstbetrieb bei der strategischen Markenentwicklung – von der Konzeption über das Logo-Design bis zur Social-Media-Strategie. Der Auftritt von «Larilux by Forst Goms» verbindet nachhaltige Produktion mit modernem Design und positioniert die Leuchten als hochwertige Wohnaccessoires.


Verantwortlich bei Forst Goms: Bernhard Greil. Verantwortlich bei Metaloop: Flavio Lauber (Konzeption und Beratung), Jonas Hauser (Creative Direction) Rachel Pfaffen (Kreation).

Barilla setzt auf Influencer-Storytelling zum Valentinstag

Mit einer emotionalen Social-Media-Kampagne begleitet Barilla die Rückkehr der Herz-Pasta in die Schweiz. Drei Food-Influencer:innen inszenieren persönliche Geschichten rund um Liebe, Freundschaft und Genuss.

Pünktlich zum Valentinstag bringt Barilla die Herz-Pasta als Limited Edition in ausgewählte Coop-Filialen. Begleitet wird die Markteinführung von einer Influencer-Kampagne, die auf Storytelling und Community-Engagement setzt. Drei Schweizer Content Creators entwickeln Rezepte mit der besonderen Pasta und erzählen dabei persönliche Erlebnisse rund um zwischenmenschliche Beziehungen.

So trifft @anaundnina die 80-jährige Nonna Anna zu einem Kochabend und spricht mit ihr über die Geheimnisse einer erfüllten Liebe. @cookingwithjey erinnert sich in einem Reel an die Situation zurück, in welcher sie unerwartet ihre beste Freundin kennenlernte. Und @alinemade zeigt, wie gemeinsames Essen eine Beziehung stärken kann. Die Kampagne nutzt Instagram, TikTok und Blogposts, um die Geschichten zielgruppengerecht zu verbreiten.

Barilla setzt mit diesem Ansatz auf eine emotionale Markenbindung. «Liebe und gutes Essen gehören einfach zusammen», sagt Ronen Dimant, Managing Director von Barilla Schweiz. Die Kampagne soll die Herz-Pasta nicht nur als Produkt, sondern als Teil gemeinsamer Genussmomente positionieren.

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