«Werber:in des Jahres» 2026: Die Community entscheidet mit!

Wer soll «Werber:in des Jahres» 2026 werden? Auch die m&k-Community entscheidet mit, wer nominiert wird. Bis Freitag um Mitternacht können Sie ihre:n Wunschkandidat:in per Newsletter-Voting vorschlagen.

Schon bald heisst es wieder «Wer wird ‹Werber:in des Jahres› 2026?». Seit über 45 Jahren küren wir Persönlichkeiten aus der Schweizer Werbe- und Kommunikationsszene. Seit 2023 entscheidet nicht nur die hochkarätige Jury, wer zur Wahl gestellt wird, sondern auch die Meinung der Community ist gefragt, wer nominiert werden soll.

Gesucht sind Personen, die im weitesten Sinn als Dienstleistende in der Branche tätig sind. Sie sollen durch herausragende Leistungen aufgefallen sein und die hiesige Branche als Meinungsführer:innen und Botschafter:innen repräsentieren. Dabei ist es unwesentlich, ob diese Person in einer Agentur oder Freelance arbeitet sowie ob sie eher kreativ, strategisch oder beratend tätig ist.

Die Nominierung findet über den kostenlosen Newsletter von m&k.ch statt. Pro Abonnent:in kann eine Person nominiert werden. Bitte geben Sie den vollständigen Namen an und begründen Sie in ein bis zwei Sätzen, weshalb diese Person eine Chance erhalten soll, «Werber:in des Jahres» 2026 zu werden. Das Zeitfenster für die Nominierung startet am Montag, den 8. Dezember 2025 im Newsletter  und schliesst am Freitagabend, den 12. Dezember 2025.

Nach der Nominierungsphase sichtet die m&k Redaktion die Eingaben. Die zehn am häufigsten genannten Nominierten werden der Jury, bestehend aus den letzten zehn «Werber:innen des Jahres», vorgelegt. Jedes Jury-Mitglied kann ausserdem eine zusätzliche Person nominieren.

Aus der finalen Liste an Nominierten wählt die Jury eine Top 3, die im Frühjahr 2026 kommuniziert wird. Das Voting findet, wie bereits in vorangehenden Jahren, wieder über den Newsletter von m&k.ch statt. Weitere Infos zum Voting werden zu gegebener Zeit kommuniziert.

Die Awardnight, an der der kultige «Egon» an den/ die Werber:in des Jahres vergeben wird, findet am 17. März 2026 im Mascotte in Zürich statt.

An der Nominierung sowie auch am offiziellen Voting im Frühjahr können Sie also nur als Newsletter-Abonnent:in teilnehmen. Falls Sie es bisher noch nicht getan haben: Melden Sie sich heute noch für unseren Newsletter an, um täglich und kostenlos relevante News aus der Branche sowie die Chance auf eine Stimme zu erhalten! Auch werden Ihre Angaben selbstverständlich vertraulich behandelt. Sie dienen nur dazu, Mehrfachnominierungen zu verhindern. Sämtliche persönlichen Daten werden nach dem Voting umgehend gelöscht.

Wir sind gespannt auf Ihre Eingaben und wünschen Ihnen weiterhin eine schöne Adventszeit.

Ihre m&k Redaktion

«KI ist nur so gut wie die Daten dahinter»

Ob personalisierte Ansprache, Empfehlungen oder Analysen – Künstliche Intelligenz kann das Kundenmanagement revolutionieren. Doch: «Ohne gute Daten kein echter Fortschritt», sagt Datenexperte Martin Grossrieder im Podcast der Text Akademie.

(Bild: Christoph Soltmannowski)

Unvollständige oder verstreute Daten führen zu Fehlkommunikation und schaden der Kundenbindung. Ob manuell oder automatisiert – wer seine Daten im Griff hat, kommuniziert zielgerichtet. «Was reingeht, kommt auch wieder raus. Schlechte Daten führen zu schlechten Entscheidungen», warnt Martin Grossrieder, Geschäftsführer und Mitinhaber von Meinnetz.ch, im Gespräch mit Christoph Soltmannowski.

Sein Tipp: Ein klares «Datenrezept». Mit Regeln zu Speicherung, Löschung und Zuständigkeiten. Automatisierte Prozesse und saubere Richtlinien helfen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und Risiken zu minimieren.

Datenbewusstsein beginnt im Kopf

Neben Technik braucht es vor allem ein Umdenken, ist Grossrieder überzeugt. Datenkompetenz sollte in allen Abteilungen verankert sein. Er empfiehlt interdisziplinäre Teams, die gemeinsam an Strategie, Prozessen und Schulung arbeiten: «Es geht nicht nur um Regeln, sondern um das Verständnis der Konsequenzen.»

KI gezielt einsetzen

Grossrieder glaubt an persönliche KI-Assistenten, die Routineaufgaben übernehmen. Vorausgesetzt sind aber strukturierte, aktuelle und verlässliche Daten. Unternehmen sollten KI dort einsetzen, wo sie echten Mehrwert schafft – zum Beispiel in der Kund:innenbetreuung oder Analyse.


Der Videopodcast «AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt» wird produziert von der Schweizerischen Text Akademie, die auch Lehrgänge zum Thema Artificial Intelligence anbietet. Monatlich erscheinen zwei Folgen, auf Spotify, YouTube und weiteren Podcast-Plattformen.

Der Nine-to-five-Arbeitstag wird seltener

Immer mehr Arbeitnehmende checken ihre E-Mails bereits am frühen Morgen oder am späten Abend. Die von Microsoft ausgewerteten Produktivitätsdaten verraten auch, wie oft Angestellte beim fokussierten Arbeiten unterbrochen werden – und wie kurzfristig sie ihre Meeting-Präsentationen vorbereiten.

(Symbolbild: Unsplash.com)

Aus diesen Ergebnissen liest Microsoft einen «Anstieg der endlosen Arbeitszeit» ab. Denn 40 Prozent der Mitarbeitenden rufen ihre E-Mails bereits vor 6 Uhr morgens ab. Fast ein Drittel (29 Prozent) der aktiven Mitarbeitenden greift gegen 22 Uhr erneut auf das Postfach zu.

Auch weitere Befunde zeigen, dass sich immer mehr Angestellte vom klassischen Bürotag (von 9 bis 17 Uhr) abwenden. So sieht Microsoft neben den üblichen Leistungsspitzen am Vormittag und Nachmittag inzwischen eine dritte am späten Abend. Zudem sei die Zahl der Meetings nach 20 Uhr im Jahresvergleich um 16 Prozent gestiegen. Die meisten Meetings (23 Prozent davon) finden übrigens an Dienstagen statt.

Auch bei der Wochenendarbeit stelle man eine Zunahme fest, schreibt Microsoft. Laut seinen Daten prüfen 20 Prozent der am Wochenende arbeitenden Personen ihre E-Mails bereits vor Mittag – sowohl am Samstag als auch am Sonntag. Microsoft weist insbesondere auf jene 5 Prozent der Angestellten hin, die sonntags auch nach 18 Uhr noch arbeiten und kommentiert: «Die Sonntagsangst ist real und messbar».

Ablenken und Aufschieben

Eine weitere Erkenntnis der Untersuchung: Im Durchschnitt werden Mitarbeitende im Verlauf eines Arbeitstages 275 mal unterbrochen, durch Meetings, E-Mails oder Chat-Benachrichtigungen. Das entspricht einer Unterbrechung alle 2 Minuten. Die Hälfte aller Besprechungen falle in die produktivsten Stunden des Tages (9-11 Uhr und 13-15 Uhr), wodurch kaum Raum für fokussiertes Arbeiten bleibe, schreibt Microsoft. Zudem seien 57 Prozent aller Meetings spontane Anrufe ohne eine Kalendereinladung. Einen interessanten Fun Fact stellt das Unternehmen aber auch bei geplanten Meetings fest: 10 Minuten vor dem jeweiligen Termin steigen Bearbeitungen von Powerpoint-Präsentationsdokumenten an – und zwar um 122 Prozent.

Marc Holitscher, National Technology Officer bei Microsoft Schweiz, sieht in den Erkenntnissen der Untersuchung eine Bestätigung dessen, was viele Angestellte längst spürten: «Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen immer stärker. Auffällig ist vor allem das Paradoxon, das mit der endlosen Arbeitszeit entsteht: Obwohl uns mehr Kommunikationstools zur Verfügung stehen als je zuvor, empfinden 48 Prozent der Mitarbeitenden ihre Arbeit als chaotisch und zerfasert. Die Lösung liegt nicht in noch mehr Einsatz, sondern in einem grundsätzlichen Umdenken, wie wir arbeiten.» Hier, findet Holitscher, könne künstliche Intelligenz helfen, indem sie Routinetätigkeiten übernehme und Mitarbeitende den Fokus auf das richten, was tatsächlich geschäftlichen Mehrwert schaffe. (René Jaun/fsi)


Dieser Artikel erschien zuerst in der Netzwoche.

Energiebedarf wird mit KI-Agenten explodieren

Der Energiebedarf einer einzelnen ChatGPT-Anfrage ist mit 0,34 Wattstunden eher gering. Ein EPFL-Forscher stimmt dem zu, solange es um einfache KI-Chats geht. Mit KI-Agenten dürfte sich die Lage allerdings drastisch verändern.

(Symbolbild: Unsplash.com)

Eine ChatGPT-Anfrage isch schnell formuliert und abgeschickt. OpenAI, das Unternehmen hinter dem KI-Alleskönner, betreibt seine Sprachmodelle in grossen Rechenzentren – und dort verbrauchen sie jede Menge Strom. So zumindest äussern sich warnende Stimmen, die etwa aufzeigen, wie sehr der KI-Boom die Klimabilanz der Tech-Giganten belastet.Doch wie sieht es aus, wenn man diesen Verbrauch auf einzelne Interaktionen herunterbricht? Oder anders gefragt: Wie viel Strom benötigt eine einzelne Anfrage an ChatGPT? Diese Frage beantwortete unlängst OpenAI-CEO Sam Altman in einem Blogbeitrag: Im Schnitt, so schreibt Altman, verbrauche die Bearbeitung eines einzelnen KI-Prompts 0,34 Wattstunden. Ungefähr so viel verbrauche ein Backofen in einer Sekunde oder eine hocheffiziente Glühbirne in ein paar Minuten, illustriert der OpenAI-CEO und ergänzt: «Ausserdem werden etwa 0,000085 Gallonen Wasser verbraucht, also etwa ein Fünfzehntel eines Teelöffels.»

Energieexplosion kommt erst noch

Der EPFL-Forscher Marcel Salathé hält Altmans Zahl für Plausibel, wie er in einem Blogbeitrag ausführt. In seinen eigenen Analysen kam er bereits vor einigen Monaten auf einen durchschnittlichen Strombedarf von etwa 0,2 Wattstunden pro Anfrage. Dazu merkt der Wissenschaftler an, seine Berechnung habe sich auf reine Textinteraktionen mit KI-Chatbots bezogen. In Altmans höherer Zahl seien dagegen auch Prompts zur Generierung von Bildern oder Videos enthalten.

Die von Salathé und Altman kommunizierten tiefen Werte stehen «in krassem Gegensatz zu vielen anderen Schätzungen, die oft von einem um mindestens eine Grössenordnung höheren Energieverbrauch ausgingen», schreibt der Forscher.

Dennoch warnt Salathé vor dem künftig drastisch wachsenden Energiebedarf. Als treibenden Faktor dafür macht er KI-Agenten aus, die in diesen Tagen von vielen Unternehmen vorgestellt und eingeführt werden. Salathé glaubt, «dass wir unseren Gesamtenergiebedarf derzeit möglicherweise unterschätzen, und zwar dramatisch». Der Forscher warnt vor «einer kommenden Explosion unseres Energiebedarfs». Sich darum zu sorgen, sei «durchaus vertretbar», so Salathé. Dagegen ist «ist die regelmässige Nutzung von Chatbots in Bezug auf den Energieverbrauch wirklich kein Grund zur Sorge». (René Jaun/jor)


Dieser Artikel erschien zuerst in der Netzwoche.

Shortlists, Insights, Löwen: Das war das Cannes Lions Festival 2025

Das 72. Cannes Lions International Festival of Creativity ist Geschichte. Anna Kohler und Beat Hürlimann von m&k berichteten mehrmals täglich live vor Ort über alle wichtigen Entwicklungen.

Kein Recap, kein Best-of. Dieses Aftermovie verdichtet sechs Tage Cannes zu einem Gefühl. Für alle, die nicht da waren – und für jene, die sich gern erinnern.

Kreativkraft im Doppelpack: Dennis May und Rob Hartmann im Croisette-Talk

Dennis May (Leo EMEA/Publicis DACH) und Rob Hartmann (Publicis Zürich) trafen m&k auf der Snapchat-Terrasse im Marriot – mit Blick auf Palmen, Croisette und Cases mit gesellschaftlicher Sprengkraft. Im Videotalk sprechen sie über Cannes als Motivations-Booster, kreative Maßstäbe und die Kunst, zwischen Kundenpflicht und Juryträumen zu balancieren. Jetzt reinschauen.

 

Vom IAA-Beach: Mark Strolz über B2B-Kommunikation im Wandel

Am IAA Swiss Leaders Dinner in Cannes sprach Mark Strolz, Senior VP Digital Sales and Marketing bei Kühne + Nagel, mit m&k über seine Cannes-Erkenntnisse, den Wert der IAA-Mitgliedschaft und die neue Emotionalität in der B2B-Markenführung. Hier geht’s zum Multimediabeitrag mit Video-Interview.

Wir sehen Mark Strolz und Anna Kohler, die sich in zwei Bildern gegenseitig anschauen. Dazwischen ist ein Bild, das die Flagge der Cannes Lions zeigt.Mark Stolz während des Talks mit Anna Kohler (Bilder und Video: Beat Hürlimann)

Freitag, 20. Juni

«Grenzen ausreizen, nicht nur ertragen»: Über grosse Ideen und Kreativmut

Im Basement des Palais traf m&k den aktuellen «Werber des Jahres» Philipp Skrabal zum Gespräch. Der CCO von Team Farner sprach über 30 Jahre Cannes-Erfahrung, neue Kategorien, kulturelle Fallstricke – und warum die grosse Idee wichtiger denn je ist. Hier geht’s zum Artikel.

Update, 11:30 Uhr: 

Das Team Switzerland hat bei der diesjährigen Young Lions Competition Grossartiges geleistet – in der Kategorie Cyber gab es sogar einen Shortlist-Platz. Gratulation an Josephine Jeanguenin und Patricia Schneider! Hier geht’s zum Artikel.

«Zurück zur grossen Liebe»

Am Rande des Swiss BBQ haben wir mit Christian Kies über die Rückkehr zu seiner «grossen Liebe», der Schweiz und damit zu Jung von Matt gesprochen. Mehr dazu hier.

Donnerstag, 19. Juni

Dentsu stellt neue Creative-Leitung für Zentraleuropa vor

Während des Cannes Lions Festivals bestätigte Dentsu die neue Führungsstruktur für den Kreativbereich in Zentraleuropa. Ab sofort verantwortet Krzysztof Mocek – bisher Creative Practice Lead und CEO Creative CEE sowie Chief Growth Officer CEE – die übergeordnete Leitung des Creative-Geschäfts in den zusammengeführten Märkten der früheren DACH- und CEE-Region. Mocek bleibt zudem Chief Growth Officer für Polen.

Die neu geschaffene Funktion ist Teil der konzernweiten Strategie «Innovating to Impact», die auf KI-gestützte Lösungen, engere Marktvernetzung und mehr kreative Kollaboration setzt. Der zentraleuropäische Kreativbereich soll künftig verstärkt bereichsübergreifend mit Media- und CXM-Teams zusammenarbeiten. Die operative Umsetzung erfolgt unter Leitung von Sławomir Stępniewski, CEO Central Europe.

Beat Hürlimann hat den neuen Creative Practice Lead Central Europe von Dentsu, Krzysztof Mocek, an der Croisette getroffen.

Insights von David Droga: von Kreativität und Kontrollverlust

Im Lumière Theatre sprach David Droga, CEO von Accenture Song, am Donnerstagmorgen über kreative Verantwortung in einer sich wandelnden Industrie. Kreativität dürfe nicht bequem sein, so Droga: Sie müsse mutig, überraschend und im besten Fall «sogar gefährlich» sein.

Er forderte das Publikum dazu auf, Ideen rückwärts zu denken – also vom gewünschten Effekt ausgehend, nicht vom Briefing. Nur so entstehe der nötige Spielraum. Polarisierung sei kein Makel, sondern ein Indikator für Relevanz und dürfe passieren: «Wir waren öfter mal gleichzeitig die beste und die schlechteste Kampagne. Das mag ich. Es zeigt, dass sie etwas bewegt hat.»

Auch KI sieht Droga als Chance für die Kreativbranche – «wenn nicht wir, wer dann?» Was ihn antreibt? Ein einfaches Prinzip, das er von seiner Mutter gelernt habe: «Care. Sich kümmern. Man muss nicht studiert haben, um sich für Menschen zu interessieren.»

Was machen eigentlich die Nachwuchslions?

Noch haben wir noch nicht viel von den diesjährigen Young Lions Competitors mitbekommen. Allerdings sind sie ja auch diejenigen, die während der Cannes-Woche alle Hände voll zu tun haben und in jeweils 24 Stunden einen Pitch auf die Beine stellen müssen.

Am Mittwochabend erreicht uns eine Nachricht vo zwei Youngsters: Jenna Davis und Alex Gubler hatten ein paar Stunden zuvor ihren Pitch für die Kategorie Print: «Nach ein paar intensiven und schlaflosen 24h, haben wir es geschafft! Unsere Idee ist eingereicht und wir sind glücklich und müde. Wir freuen uns darauf zu sehen, was sich die anderen Teams einfallen lassen haben!»

Ob die Schweiz doch noch einen Cannes-Löwen gewinnen wird, liegt dieses Jahr bei den Youngsters. Wir drücken auf jeden Fall allen die Daumen für die Award-Show morgen!

Mittwoch, 18. Juni

Update, 21:30 Uhr:

In der Schweiz blieb das Löwengebrüll heuer aus – für Edelmetall hat es nicht gereicht. In der finalen Shortlist der Kategorie Sustainable Development Goals war keine Schweizer Arbeit dabei, und auch Sir Mary ging mit der Arbeit Steal Marinas Artwork schlussendlich leer aus. Immerhin gehörte die Kampagne aus insgesamt 1537 eingereichten Cases in der Kategorie PR zu den 141 Nominierten. Alles in allem aber trotzdem ein ernüchterndes Cannes-Jahr aus hiesiger Sicht, zumal dieses Jahr mehr Schweizer Arbeiten eingereicht wurden.

Kritischer Insight von Philipp Skrabal

Die digitale Beobachtung der Branche ist ihm längst Routine. Doch der persönliche Besuch am Festival, so sagt Philipp Skrabal, «öffnet die Sensoren auf eine Weise, die kein Casefilm leisten kann». Zwischen Networking, Screenings und Gesprächen reflektiert Skrabal im Speed-Talk das Festivalgeschehen kritisch – aber keineswegs resigniert. Mehr dazu hier.

Insights von Paul-Kemp Robertson, Chief Content Officer Lions

Was bleibt, wenn Cannes verstummt? Vielleicht ein rotes Sofa, das sinnbildlich steht für das, was Maschinen (noch) nicht können: den Moment erkennen. Paul Kemp-Robertson, Chief Content Officer der Lions, sprach im Speed-Interview mit Anna Kohler und Beat Hürlimann von m&k über das neue Selbstverständnis des Festivals, die Rolle der KI und das Format «How to Win in 2030». Hier entlang zum Artikel.

Update, 12:00 Uhr:

Halbzeit! Bevor wir erfahren, ob es für Sir Mary einen Löwen gibt, steht mittags das traditionelle Swiss BBQ von Weischer.Cinema an. Wie jedes Jahr kamen am O’Key Beach die kreativen Köpfe der Schweiz, die Werbeauftraggeber:innen und die Young Creatives zusammen. Weischer.Cinema-CEO Christof Kaufmann hielt eine kleine, aber feine Rede. Bei Burgern, Rosé und herrlichem Wetter wurde geplaudert, gelacht und sich ausgetauscht.

Moritz Weischer (links), ein Freund des Hauses und Marcus Weischer (rechts). (Bilder: Anna Kohler)
Roman Hirsbrunner, CEO von Jung von Matt Schweiz und Christof Kaufmann , CEO Weischer.Cinema.
Anna Kohler und Chiara Rusch von Ringier Advertising.
Anna Kohler gemeinsam mit Marc Strolz von Kühne+Nagel.
Manuel Wenzel (links), Kreativchef von TBWA\Zürich, zusammen mit Philipp Skrabal, «Werber des Jahres» 2025, Partner und Kreativchef von Farner.
Christian Kies, Kreativchef bei Jung von Matt Limmat (links), und m&k-Videoredaktor Beat Hürlimann.
Christof Kaufmann, Juliane Merz, Eveline Kneubühl und Ismail Wicki, alle Weischer.Cinema Schweiz.
Auch ein Teil der Young Lions Competitors war anwesend: Jenna Davis, Sara Schild, Delia Montagnolo und Alex Gubler (v.l.n.r.), zusammen mit Ismail Wicki und Christof Kaufmann von Weischer.Cinema. (Bild: Beat Hürlimann)

Dienstag, 17. Juni

Update, 21:30 Uhr:

Die Löwen in der Kategorie «Film Craft» sind verteilt, und leider war keiner für On dabei. Ob die Schweiz doch noch einen Award gewinnen wird, zeigt sich morgen: Sir Mary darf in der Kategorie «PR» hoffen!

Zudem fand am Dienstagabend zum ersten Mal das IAA Swiss Leaders Dinner statt. Zum Auftakt gab es ein paar wenige Regentropfen, doch danach zeigte sich das Wetter, genauso wie die Gastgeber- und Gästeschar, von ihrer bestens aufgelegten Seite. Das Cannes-Lions-m&k-Team hat ein paar Momente am O’key-Beach festgehalten und Gastgeber und IAA-Präsident Matthias Kiess gefragt, wie die Idee für das Dinner entstanden ist und welches Ziel er und der Verband damit verfolgen.

Update, 17 Uhr: Der «Werber des Jahres» 2025 ist da!

Am Dienstagnachmittag findet sich auch der jüngst gekürte «Werber des Jahres» 2025 an der Croisette ein. Bevor wir den auf der hippen Terrasse neben dem Palais treffen, lauscht er im Debussy Theatre der von VML-CEO Jon Cook moderierten Session «Defying Gravity: Reimagining Brand Narratives» mit VML-CCO Debbi Vandeven, Electric-Company-Director Jon M Chu und Schauspieler, Comedian und Autor Bowen Yang. Thematisiert wurde die ständige Weiterentwicklung von Brand Stories.

Im Untergeschoss des Palais fotografiert Skrabal daraufhin zur Visualisierung des Themas zwei prämierte Arbeiten. «Beeindruckende Beispiele, die ohne Kontinuität im Marken-Narrativ nicht möglich wären», ist der Farner-CCO überzeugt. Die «Phone Break»-Kampagne für KitKat etwa, mit welcher VML Prague den Grand Prix in der Kategorie «Outdoor» gewann – und damit den ersten Grand Prix für die Tschechische Republik überhaupt. Die Kampagne stellt ein bekanntes Bild aus dem Alltag nach – Menschen am Handy. Allerdings wurden die Telefone mit KitKats ausgetauscht, was auch auf den kultigen Satz «Have a break, have a KitKat» einzahlt.

Die «Phone Break»-Kampagne für KitKat von VML Prague gewann einen der beiden Grand Prix in der Kategorie «Outdoor». (Bild: Philipp Skrabal)

Als weiteres Beispiel nennt Skrabal die diesjährige Outdoor-Aktivierung von Heinz. Die selbstbewusste Fortsetzung der «It Has to Be»-Kampagne verzichtet komplett auf Logo und Markenname auf den Plakaten und zeigt stattdessen klassische Heinz-Produkte mit den beliebtesten Pendants – wie etwa Toast mit Baked Beans oder Pommes mit Ketchup. Es bleibt eine erkennbare Botschaft, für welche Wieden and Kenneedy London in der Kategorie «Outdoor» mit einen Gold-Löwen ausgezeichnet wurde.

Die aktuelle «It Has to Be»-Kampagne von Wieden and Kennedy London für Heinz. (Bild: Philipp Skrabal)

Gefragt nach weiteren ersten Eindrücken nach immerhin zwölf Jahren «Festival-Abstinenz» sagt der Farner-CCO: «Man sieht vor lauter Sponsoren den Sand nicht mehr am Plage… ausser am Plage Publique – aber da gibt’s keinen Rosé!»

Am Plage Publique (Bild rechts) sieht man noch etwas vom Sand, ganz im Gegensatz zum Strandabschnitt von YouTube (links) oder dem RTL-Beach (Mitte). (Bilder: Philipp Skrabal)

Für den amtierenden «Werber des Jahres» ging es danach ans Weischer Executive Dinner im Le Caveau 30. «Ich bin glücklich und dankbar, dass Weischer.Cinema mich Teil von diesem Erlebnis sein lässt», so Skrabal. Er ist auf Einladung von Weischer.Cinema Schweiz an das Festival gereist. Gemeinsam mit Christof Kaufmann, CEO Weischer.Cinema Schweiz, und Eveline Kneubühl, Director of Operations und GL-Mitglied genoss er das vom Mutterhaus Deutschland organisierte Abendessen.

Insights von Moritz Bartsch, Head of Creative Ops TikTok

Auf der Terrasse des Carlton Hotels zeigte TikTok den eigenen Wandel von der viralen Entertainment-Plattform zur strategischen Werbepartnerin. Im Zentrum der Entwicklung stehen KI-gestützte Tools, starke Creator-Kollaborationen und ein klares Bekenntnis zum Marketing als Geschäft.

Im anschliessenden Video-Interview mit m&k geht Head of Creative Ops Moritz Bartsch vertieft auf die Tools ein, die zur Demokratisierung von hochwertigem Creative beitragen sollen. Mehr dazu hier.

Insights von Pedro Pina, Vice President YouTube

Beim YouTube-Breakfast an den Cannes Lions sprach Vice President Pedro Pina mit m&k über die Rolle von Creator-Content in der Markenkommunikation, das neue Programm «Open Call» und die Vision für die nächsten 20 Jahre. Hier entlang zum Artikel mit Video-Interview.

Update, 9 Uhr:

Tag zwei des 72. International Festival of Creativity. Am frühen Morgen gehört die Croisette noch den Einheimischen. m&k-Chefredaktorin Anna Kohler macht sich, dem Strand entlang, auf den Weg ins Palais, um sich die neuen Shortlists anzusehen. Leider ist auch heute keine weitere Schweizer Arbeit dabei. Next Stop: YouTube und TikTok!

Montag, 16. Juni

Update, 22 Uhr:

Der erste Tag des Festivals ist (fast) vorbei. 130 Gäste aus 27 Ländern kamen am RTL Beach zum United Nations Dinner der International Advertising Association IAA zusammen, um zu essen, zu networken und gemeinsam die Kreativität zu feiern.

Im Bild: der Tisch der Schweizer Delegation mit Chantal Landis, Geschäftsführerin der IAA Switzerland, Silvana Imperiali, Managing Director Biggie DACH & CZ, Marc Strolz, SVP Digital Sales and Marketing bei Kuehne+Nagel, Juan Baron, Head of Global Accounts Decentriq, Chiara Rusch, Head of International Sales bei Ringier Advertising, m&k-Chefredaktorin Anna Kohler, Matthias Kiess, TBWA\Zürich-CEO und Präsident des IAA Swiss Chapter, sowie Marco De Angeli, Communication Manager bei Kuehne+Nagel (v.l.n.r.).

Insights vom Dentsu Lab EMEA

Head of Strategy Ashley Knight und Florian Root, Business Director EMEA, geben im m&k-Speedtalk Einblicke in die Denkweise und Arbeitsweise von Dentsu Lab, der Innovationsschmiede im Dentsu-Netzwerk. Ihr Ziel: Lösungen schaffen, die menschliche Bedürfnisse mit Geschäftswerten verbinden.

Im Gespräch wird die kreative Forschung und Entwicklung zwischen Produktdesign und Markenstrategie diskutiert sowie auch die Lücke zwischen R&D und Marketing. Ebenfalls wird besprochen, warum echte Innovation mehr braucht als Trend-Reaktion und wie hybride Teams und schnelle Prototypen zu relevanteren Ergebnissen führen.

Insights von Jason Oke, Global Client President Dentsu

Wie verbindet man künstliche Intelligenz mit menschlicher Intuition – und was bedeutet das für Marken wie Adobe? Jason Oke, Global Client President bei Dentsu, spricht im Speedinterview am Dentsu-Beach über die Kraft echter Beziehungen, kreative Chancen im Wandel und das Spannungsfeld zwischen Technologie und Talent.

Im Zentrum des Gesprächs standen die Bedeutung kreativer Exzellenz heute, die Relevanz persönlicher Kontakte in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt, der Wandel in der Branche sowie die Kompetenzen, auf die es künftig ankommt. Für m&k-Redaktor Beat Hürlimann war es ein inspirierender Austausch über Marketing, Mut zur Veränderung und die Zukunft der Kreativwirtschaft.

Insights von Vicki Maguire, CCO Havas London

Creatives in Action: Havas-London-CCO Vicki Maguire diskutierte im Forum mit Maisie McCabe von Haymarket Media Group, Xanthe Wells von Pinterest und Manie Fadel von Grey Brasilien. Im anschliessenden Speedinterview mit m&k griff sie erneut die von ihr im Podium thematisierte Problematik der Vergütung kreativer Leistungen auf.

Update, 17 Uhr:

Im Rahmen des diesjährigen Festivals kursieren Visitenkarten zu einer ominösen Hotline an der Croisette. An alle unsere Leser:innen, die ebenfalls vor Ort sind: Unter der Nummer +44 1880 280085 könnt ihr eure «CannesFessions» platzieren – Anonymität garantiert. Mehr dazu hier.

Update, 9 Uhr:

Am Montagmorgen wurden die Shortlists für die Kategorien «Creative B2B» und «Creative Data» bekanntgegeben – allerdings stehen keine weiteren Schweizer Arbeiten auf der Liste. Doch noch sind nicht alle Kategorien durch.

Sonntag, 15. Juni

2 Shortlist-Plätze für die Schweiz

Dieses Jahr starten wir mit zwei Shortlist-Nominierungen in die Cannes-Lions-Woche:

  • In der Kategorie «Film Craft» darf On auf einen Löwen fiebern. Der Zürcher Schuhhersteller erhält den Shortlist-Platz für die Kurzfilm-Serie «Dream Together», realisiert von Smuggler Los Angeles.

Berner Kommunikationspreis 2025 geht an Thomas Binggeli

Die Berner Public Relations Gesellschaft BPRG verleiht den 15. Berner Kommunikationspreis an den Thömus-Gründer Thomas Binggeli für sein Engagement in der Fahrradbranche und seine kommunikative Leistung ohne formale PR-Ausbildung.

Von links nach rechts: Nik Eugster (Präsident BPRG), Thomas Binggeli (CEO & Inhaber Thömus), Liara Florin (Lernende Schule für Holzbildhauerei), Markus Flück (Direktor Schule für Holzbildhauerei), Joëlle Beeler (Leiterin Kommunikation Krebsliga Schweiz), Abhinay Agarwal (Vorstandsmitglied BPRG). (Bilder: Zoé Roth)

Der Berner Kommunikationspreis wird jährlich an Personen verliehen, die durch ihre Kommunikation hervorstechen, ohne eine entsprechende Fachausbildung zu besitzen. Heuer geht der Preis an Thomas Binggeli. Laut Jurypräsident Nik Eugster habe Binggeli nicht nur innovative Produkte in der Fahrradbranche etabliert, «sondern auuch eine sympathische Kommunikationskultur etabliert», die sowohl Partner als auch Kundschaft einbezieht.

Die Preisverleihung fand am Donnerstag im Alpinen Museum in Bern statt. In seiner Dankesrede betonte Binggeli: «Dieser Preis steht für das Velo. Ich sehe ihn auch als Ansporn, weiterhin den Dialog mit unseren Kunden und der Gemeinschaft zu suchen und Innovationen voranzutreiben.» Er erhält ein eigens angefertigtes Kunstwerk, das im Rahmen eines internen Wettbewerbs von der Schule für Holzbildhauerei in Brienz gestaltet wurde.


Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

  • 2011: Steff la Cheffe, Beatboxerin und Rapperin
  • 2012: Bernd Schildger, Tierparkdirektor
  • 2013: Francis Foss Pauchard, Olmo-Gründer
  • 2014: Hans Zurbrügg, Gründer und Präsident Internationales Jazzfestival Bern
  • 2015: Mujinga Kambundji, Sprinterin
  • 2016: Prof. Dr. Thomas Stocker, Klimaforscher Universität Bern
  • 2017: André Lüthi, CEO Globetrotter Group
  • 2018: Andrea Staudacher, Ereignis-Designerin Future Food Lab
  • 2019: Livia Anne Richard, Theaterautorin und Regisseurin
  • 2020: Peter Glauser & Mike Glauser, Erfinder, Produzenten und Vermarkter der «Belper Knolle»
  • 2021: Christoph Spycher, Sportchef YB
  • 2022: Linda Nartey, ehem. Vorsteherin des Berner Kantonsarztamtes
  • 2023: Christine Wyss, Co-Leiterin Buskers Bern
  • 2024: Reto Nause, Direktor für Sicherheit, Umwelt & Energie Stadt Bern

Top-Medien mit neuem Geschäftsführer und Ausbauplänen

Thomas Brügger übernimmt die operative Leitung von Top-Medien und folgt damit auf VR-Präsident Peter Döbeli, der das Unternehmen übergangsweise geführt hatte. Im Fokus der neuen Geschäftsführung stehen Investitionen alle Kanäle.

(Bild: zVg.)

Nach einer einjährigen Übergangsphase mit Peter Döbeli als interimistischem Geschäftsführer übernimmt Thomas Brügger per Juni 2025 die Leitung von Top-Medien. Er bringt 13 Jahre Erfahrung aus der Migros-Medienwelt mit, unter anderem als Verlagsleiter.

Der Winterthurer Medienanbieter will unter Brüggers Führung alle Kanäle weiterentwickeln, darunter insbesondere Tele Top und die App «Topnow». Bereits im April wurde Radio Top einem umfassenden Relaunch unterzogen. Auch die digitale Präsenz sowie der Bereich Social Media sollen künftig stärker integriert und ausgebaut werden.

Parallel zur inhaltlichen Neupositionierung setzt die Geschäftsleitung auf Investitionen in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden. Ziel ist es, die redaktionelle Qualität zu steigern und das Publikum über alle Kanäle hinweg enger zu binden. Brügger betont: «Wir wollen mit exzellenten, unterhaltsamen und regional verankerten Inhalten mehr Menschen erreichen und näher bei den Leuten sein – über alle Kanäle hinweg. Gerade in einem herausfordernden Werbemarkt ist das entscheidend.» Die schlanke Struktur und die Entscheidungswege bei Top-Medien sieht er dabei als klare Vorteile. Verwaltungsratspräsident Döbeli, der das Unternehmen weiterhin strategisch begleitet, verweist auf die Fortschritte in der Organisation und die neue Geschäftsleitung als Fundament für weiteres Wachstum.

Christian Kies: «Zurück zur grossen Liebe»

Christian Kies kehrt nach neun Jahren zu Jung von Matt in die Schweiz zurück. Im m&k-Gespräch erklärt er, wie globale Perspektiven, neue Technologien wie KI und ein bisschen mehr Mut die Schweizer Kreativlandschaft beleben können.

Christian Kies ist zurück – zurück bei Jung von Matt, zurück in Zürich, zurück bei dem, was er seine «alte grosse Liebe» nennt. Und obwohl er schon einmal hier war: Die Eindrücke von Stadt, Menschen, Agenturgruppe? «Wahnsinn. Ich bin hart geflasht.» Nun bringt Kies seine globale Erfahrung in die Schweizer Kreativlandschaft zurück – mit einem klaren Ziel: «Ich will die Schweizer Szene mitentwickeln.» Ein wesentlicher Hebel dabei: Die internationale Zusammenarbeit innerhalb der Jung von Matt Gruppe.

Standortübergreifende Projekte bringen neue Mandate in die Schweiz – wie etwa Google oder Mini. «Das sind Marken, wie man sie hier bisher selten gesehen hat», sagt Kies. Die umgekehrte Richtung funktioniert genauso: Schweizer Firmen erhalten Zugang zu internationaler Kreativpower. Für Kies ist das mehr als ein Netzwerkspiel – es ist der Versuch, Strahlkraft über Landesgrenzen hinweg zu erzeugen.

Auch bei den Inhalten beobachtet er Wandel. «Es ist leichter geworden. Humor ist zurück.» Besonders inspirierend findet Kies das Designprojekt für Penny, das er als «Handwerk in Reinform» bezeichnet. «So etwas berührt mich.»

KI als Chance, nicht als Schreckgespenst

Natürlich treibt auch die Künstliche Intelligenz Kies um. Für ihn kein Grund zur Panik, sondern eine Einladung zur Weiterentwicklung. «KI ist ein Kreativtool. Punkt. Wer immer nur drüber redet, statt es zu nutzen, verpasst die Chance.» Bereits heute nutzt Jung von Matt KI-Tools in der Produktion. «Wir waren in Las Vegas – ohne da zu sein. Man kann Locations ersetzen, aber nicht die zufälligen Emotionen am Set. Genau das macht den Reiz aus.»

Dass menschliches Gespür nicht programmierbar ist, macht für ihn den Unterschied. Sowie auch die Qualität. Dennoch muss sich die Branche der KI aktiv öffnen. Weniger Diskussion, mehr praktische Anwendung, rät Kies.

«Schweizer Brands, seid mutiger!»

Wer als Agentur heute noch davon träumt, Yachten zu pilotieren, sollte zuerst das eigene Produkt überdenken, meint Kies. «Die Content-Flut ist riesig. Wer auffallen will, muss mehr bieten als nur schöne Bilder.» Es gehe darum, Inhalte zu schaffen, die relevant und bemerkenswert sind – und das geht nur mit mutigen Kunden. «Deshalb mein Wunsch: Schweizer Brands, seid mutiger!»

Mut allein reicht aber nicht. Kies betont auch die Rolle des Briefings. Es sei das Rückgrat jeder Idee – «Shit in, shit out» sei nicht zynisch gemeint, sondern ein Aufruf zur Zusammenarbeit. «Ein gutes Briefing ist kein Zufall. Es ist das Resultat gemeinsamer Arbeit mit dem Kunden.»

Elaboratum schliesst sich der Eidra-Gruppe an

Die Digitalberatung Elaboratum wird Teil des internationalen Beratungsnetzwerks Eidra. Ziel des Zusammenschlusses ist die Stärkung der digitalen Transformation in der DACH-Region mit erweitertem Leistungsangebot und internationaler Skalierung.

Von links nach rechts: Marco Schulz (Managing Partner, Elaboratum), Elin Kiw (Partner & Head of Communication, Eidra), Rainer Volland (Managing Partner, Elaboratum), Christer Björk (Partner & Head of Commercial, Eidra), Prof. Dr. Klaus Gutknecht (Founder, Elaboratum), Frida Lundh (Chief People & Culture Officer, Eidra), Mattias Olofssen (CEO, Eidra), Joachim Stalph (Managing Partner, Elaboratum), Dr. Philipp Spreer (Managing Partner, Elaboratum), Thorsten Harras (Managing Partner, Elaboratum). (Bild: Elaboratum)

Die 2010 gegründete Digitalberatung Elaboratum wird künftig unter dem Dach der Eidra-Gruppe geführt, einem Beratungsnetzwerk mit schwedischen Wurzeln und das über 1100 Mitarbeitende in Europa und den USA beschäftigt. Mit dem Schritt reagiert Elaboratum auf strategische Überlegungen zur Weiterentwicklung von Kundenzentrierung, digitaler Exzellenz und technologischer Innovationskraft, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Zusammenschluss ist das Ergebnis eines zweijährigen Strategieprozesses, bei dem laut Elaboratum insbesondere Eidras Erfahrung mit KI-getriebenen Geschäftsmodellen sowie eine komplementäre strategische Ausrichtung den Ausschlag gaben.

Die operative Struktur bleibt erhalten, Elaboratum soll innerhalb der Gruppe eine zentrale Rolle beim Ausbau des DACH-Markts übernehmen. Die Beratung fokussiert weiterhin auf digitale Wertschöpfung – von Strategie über Technologie bis zur kulturellen Verankerung. Das Ziel: die Ressourcen und Kompetenzen beider Organisationen zu bündeln und die Umsetzung digitaler Transformation zu beschleunigen.

Prof. Dr. Klaus Gutknecht, Gründer und Partner bei Elaboratum, betont: «Mit Eidra haben wir die ideale Plattform gefunden, um unsere Beratungsleistungen und Services international zu skalieren.» Durch die Integration in die Eidra-Gruppe sollen sich neue Perspektiven für Kundenbeziehungen und Projektentwicklung in der Schweiz, Deutschland und Österreich ergeben.

Digitale Transformation: Ringier stärkt International Media Divison

Die Ringier-Gruppe treibt die Entwicklung des Medienbereichs voran: Michael Moersch wird CEO von Ringier Media International, Dmitry Shishkin übernimmt die Rolle des Strategic Editorial Advisor. Ziel ist die stärkere internationale Skalierung daten- und KI-basierter Medientechnologien.

Michael Moersch (links) und Dmitry Shishkin. (Bild: zVg.)

Mit der Neubesetzung der Führungspositionen will Ringier die gruppenweite digitale Transformation beschleunigen. Michael Moersch, bisher COO und Head of Global Media Unit, wird per 1. Juli 2025 zusätzlich noch CEO von Ringier Media International. Er folgt auf Dmitry Shishkin, der künftig als Strategic Editorial Advisor tätig ist und die redaktionelle Transformation der Medienmarken in allen Märkten begleiten soll.

Ringier betreibt aktuell 107 Medienmarken in zwölf Ländern Europas und Afrikas. Im Fokus steht eine engere Zusammenarbeit zwischen den nationalen Gesellschaften und den Technologiehubs in Warschau und Krakau. «Diese marktübergreifende technologische Zusammenarbeit ist in der Geschichte von Ringier beispiellos und entscheidend für unseren langfristigen Erfolg, insbesondere im Hinblick auf den Vormarsch KI-getriebener Geschäftsmodelle», sagt Ladina Heimgartner, Head Media und CEO von Ringier Medien Schweiz.

Dmitry Shishkin hatte in den vergangenen zwei Jahren als CEO von Ringier Media International die digitale Weiterentwicklung in den osteuropäischen Märkten mitgeprägt. In seiner neuen Rolle wird er unter anderem die Einführung des User-Needs-Modells, datenbasierte Content-Strategien sowie den Einsatz neuer Technologien wie KI in den Redaktionen der Gruppe begleiten.

Die Gesamtverantwortung für das Mediengeschäft von Ringier liegt weiterhin bei Ladina Heimgartner. Die Änderungen treten am 1. Juli 2025 in Kraft.

Festland und Sanitas Troesch entwickeln den «KI Mood Creator»

Mit dem «KI Mood Creator» will Sanitas Troesch die Visualisierung individueller Badeinrichtungen vereinfachen. Das gemeinsam mit der Agentur Festland entwickelte Tool generiert mit wenigen Klicks ein personalisiertes Inspirationsbild.

Der «KI Mood Creator» basiert auf einem KI-Modell, das mit Bildmaterial aktueller Badkollektionen trainiert wurde. Nutzer:innen wählen Raumgrösse, Ausstattung und Designpräferenzen aus, woraufhin ein entsprechendes Moodbild erstellt wird. Die Visualisierungen zeigen fiktive, nicht 1:1 umsetzbare Räume, dienen jedoch als Ausgangspunkt für die persönliche Beratung: «Der magische Moment findet weiterhin in unseren Ausstellungen statt, nicht in der KI. Denn nur in der Ausstellung ist alles haptisch erlebbar und direkt vergleichbar», erklärt Marco Serratore. Für den Leiter Marketing & Kommunikation bei Sanitas Troesch sei das Tool «ideal, um eine erste Vorstellung zu erhalten».

Das Projekt wurde von Festland umgesetzt, die auch die Markenbildwelt verantwortlich zeichnet. Obwohl der «KI Mood Creator» noch ein Experiment darstelle, ist Sanitas Troesch mehr als zufrieden: Innert kurzer Zeit wurden über tausend Bilder generiert.

Valencia zelebriert die Kaffee-Vielfalt bei Coop Pronto

Coop Pronto erweitert 2025 sein Angebot an frischen Coffee-to-Go-Variationen mit unterschiedlichen Flavour- und Milchalternativen zum Mitnehmen. Um dies bekannt zu machen, hat die Basler Agentur Valencia ein anregendes Visual mit starker Botschaft kreiert.

Coffee-to-Go ist längst ein fester Bestandteil der morgendlichen Routine der heutigen Generation. Doch die Ansprüche an den perfekten Kaffee sind heutzutage so vielfältig wie die Menschen selbst. Um die Kundschaft in die Filialen zu locken, braucht es mehr Kreativität im Angebot, das über doppelte Espressi und Cappuccini hinausgeht: Heute braucht es auch Haselnuss- und Vanille-Flavours, eine vegane Milchoption und Karamell-Toppings.

Deshalb hat Coop Pronto sein Kaffeesortiment erweitert und positioniert als kompetenter Anbieter zeitgemässer Coffee-to-Go-Angebote. Für den prägnanten Kampagnenauftritt hat Valencia das erweiterte Kaffeeangebot von Coop Pronto dynamisch visualisiert und mit einer ansprechenden Bildwelt inszeniert. Gleichzeitig wird der Anspruch von Coop Pronto an Vielfalt und Individualität transportiert.

Im Rahmen der POS-Kampagne für Coop Pronto Shops mit und ohne Tankstelle wurden digitale Massnahmen wie DOOH und Ad-Screens realisiert.

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