Andfrank für Tui Suisse: Die Reiselust mit allen Sinnen spüren
Reiselust beginnt im Kopf. Diesen Gedanken greift die aktuelle Kampagne des Touristikunternehmens Tui Suisse und Andfrank auf. Sie soll die Sinne ansprechen, Sehnsüchte wecken und die Vorfreude aufs Reisen entfachen.
Redaktion
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24. März 2025
Fernweh ist oftmals kein spezifischer Ort – sondern ein Gefühl, das geweckt werden will. Und genau dieses Gefühl steht im Mittelpunkt der Branding-Kampagne von Tui Suisse. Sie setzt dort an, wo die Vorfreude auf eine Reise beginnt – in unseren Gedanken.
Statt klassische Landschaftsaufnahmen in den Fokus zu rücken, lädt die Kampagne dazu ein, sich über die Sinne in den Moment hineinzufühlen: den warmen Sand unter den Füssen zu spüren, das Rauschen des Meeres zu hören oder die Sonne auf der Haut zu geniessen.
«Reisen bieten eine Fülle von sinnlichen Erlebnissen, die unsere Emotionen ansprechen und dadurch unvergessliche Momente schaffen. Ob es der Anblick atemberaubender Landschaften oder der Geschmack exotischer Speisen ist – diese Eindrücke berühren uns tief und machen jede Reise einzigartig. Mit unserer Kampagne möchten wir die Sehnsucht nach solchen Erlebnissen und die Neugierde am Entdecken unserer vielfältigen Reisewelten wecken», sagt Philipp von Czapiewski, Managing Director von Tui Suisse.
Die Bildsprache konzentriert sich auf Sinneseindrücke, die das Verlangen nach Ferien auf einer emotionalen Ebene wecken. Licht, Schatten und gezielte Details erzeugen eine authentische und natürliche Atmosphäre, frei von überinszenierten Klischees. So entstand ein Konzept, das nicht nur die Schönheit von Ferien einfängt, sondern vor allem das Verlangen danach, endlich wieder aufzubrechen.
Um die emotionale Bildwelt mit klaren Handlungsimpulsen zu kombinieren, entfaltet sich die Kampagne auf mehreren Ebenen: Out-of-Home, POS-Massnahmen und Live-Aktivierungen sorgen für Impact im öffentlichen Raum, während performanceorientierte, digitale Werbemittel direkt zu buchbaren Angeboten führen.
Verantwortlich bei Tui Suisse: Philipp von Czapiewski (Managing Director), Celina Bayer (Head of Marketing), Sarina von Burg (Campaigning & Partner Marketing Specialist), Nerma Klar (Brand Manager), Jashica Jayakumar (Partner Marketing & Campaigning Specialist). Verantwortlich bei Andfrank: Vivian Darges, Katie Eugster (Junior Art Director), Ramon Alder (Creative Direction), Florian Bienz (Junior Consultant), Florian Bieniek (Brand Director & Media), Nico Strässle (Managing Director), Lorenz Wahl (Bildbearbeitung). Verantwortlich bei Brogleworks: Vanja Surber (Projektleiterin), Fredi Schütz (COO).
June unterstützt die HWZ in der strategischen Kommunikation
Die HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich setzt auf die Expertise der Agentur June Corporate Communications. Mittels gezielter Expert:innen-Positionierung und Medienarbeit soll die HWZ als führende Institution für praxisnahe Wirtschaftsausbildung noch stärker in der öffentlichen Wahrnehmung verankert werden.
Redaktion
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24. März 2025
Arbeiten zusammen an der öffentlichen Positionierung der HWZ: Sandra Bornand, Leana Aeschbach und Laura Oderbolz von der HWZ, Melanie Kälin und Martina Meyer von June (v.l.n.r.). (Bild: zVg.)
Die HWZ bietet ausschliesslich berufsbegleitende Studiengängen im Bereich Wirtschaft an. Um ihre Positionierung zu schärfen, unterstützt die Zürcher Agentur June die HWZ als Sparring-Partnerin bei der strategischen Kommunikation. Neben Medienarbeit, Media-Screening, Monitoring relevanter Themen sowie Contentplanung sollen in den kommenden Monaten die Hochschulleitung sowie Departementsleitende und weitere Expert:innen positioniert werden.
Fokus auf Expert:innen-Positionierung und Sichtbarkeit
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Positionierung des neuen Rektors Prof. Dr. Brian P. Rüeger, der die HWZ seit Oktober 2024 leitet. June begleitet die gezielte Positionierung seiner Vision für die Hochschule sowie die damit zusammenhängende Weiterentwicklung der HWZ.
«June bringt ein tiefes Verständnis für strategische Unternehmenskommunikation mit. Sie verstehen es, relevante Themen zu identifizieren und die Hochschulleitung sowie unsere weiteren Expert:innen gezielt zu positionieren, um die HWZ langfristig als führende Wirtschaftshochschule zu stärken», ist Laura Oderbolz, Head of Communications bei HWZ, überzeugt.
Jens Berndt wird Head of Group Data bei Ringier
Ringier verstärkt seine Datensparte und holt mit Jens Berndt einen erfahrenen Technologie- und Digitalisierungsexperten als neuen Head of Group Data. Er folgt auf Merlin Bauer, der das Unternehmen nach sechs Jahren verlässt.
Redaktion
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24. März 2025
(Bild: zVg.)
Mit der Ernennung von Jens Berndt unterstreicht das Medienunternehmen seinen Fokus auf künstliche Intelligenz und datengetriebene Geschäftsmodelle. Berndt bringt umfassende Erfahrung aus leitenden Positionen mit: Er war CTO bei Ifolor und der SMG Swiss Marketplace Group und trieb bei Homegate sowie Immobilien Scout Deutschland habe er «Wachstum und Innovation» vorangetrieben. In seiner neuen Rolle berichtet er direkt an Kilian Kämpfen, Chief Technology & Data Officer bei Ringier und Mitglied der Konzernleitung.
Wechsel an der Spitze des Data-Teams
Jens Berndt übernimmt die Position von Merlin Bauer, der bei Ringier den Bereich Data Platforms leitete und das Unternehmen Ende April verlässt. Mit der Einführung der Artificial Intelligence Platform (AIP) von Palantir habe Ringier Fortschritte in der Harmonisierung seiner Daten- und Technologie-Frameworks gemacht. Diese Entwicklungen sollen unter Berndts Führung weiter intensiviert werden, um die Effizienz und Skalierbarkeit der digitalen Plattformen zu optimieren.
«Ich heisse Jens in dieser entscheidenden Phase unserer Unternehmensentwicklung herzlich willkommen», sagt Kilian Kämpfen. «Seine umfassende Erfahrung in der Technologieführerschaft macht ihn zum idealen Kandidaten, um unsere Daten- und Technologie-Initiativen voranzutreiben.»
Mit der neuen Personalie setzt Ringier seinen Kurs fort, KI und datengetriebene Prozesse stärker in Medien, digitale Marktplätze und Sportmedien zu integrieren. Ziel bleibt, Innovationen plattformübergreifend voranzutreiben und das Nutzererlebnis weiter zu optimieren.
Museumspass mit Rekordzahlen und neuer Führung
2024 war ein Rekordjahr für den Schweizer Museumspass: 1,4 Millionen Eintritte wurden mit dem Angebot verzeichnet – ein Plus von über sieben Prozent. Mit dem Erfolg im Rücken setzt die Stiftung auf weiteres Wachstum und hat mit Christina Hanke eine neue Präsidentin sowie mit Simone Franzen eine neue Geschäftsführerin ernannt.
Redaktion
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24. März 2025
Christina Hanke ist die neue Präsidentin der Stiftung Schweizer Museumspass. (Bild: Mark Azekhame)
Der Schweizer Museumspass, der freien Eintritt in über 500 Museen ermöglicht, erfreut sich wachsender Nachfrage. 1,4 Millionen Eintritte wurden im Jahr 2024 mit dem Pass registriert – ein neuer Höchstwert. Besonders beliebt waren das Verkehrshaus Luzern, das Landesmuseum Zürich und das Kunstmuseum Basel in der Deutschschweiz, das Schloss Chillon, die Fondation Pierre Gianadda und das Olympische Museum in der Romandie sowie das MASI Lugano und die Burgen von Bellinzona im Tessin.
Auch Partnerkarten sorgen für steigende Zahlen
Ein grosser Teil der Museumspass-Nutzung geht auf die Raiffeisen-Mitgliedervorteile zurück. Seit über 25 Jahren haben Mitglieder der Bank Zugriff auf den Pass – 2024 nutzten sie ihn für über eine Million Eintritte. Auch internationale Tourist:innen greifen vermehrt auf den Museumspass zu: Mit dem Swiss Travel Pass stieg die Zahl der Besuche um rund 10 Prozent, besonders stark bei Sehenswürdigkeiten wie Schloss Chillon, dem Gletschergarten Luzern und dem Fifa Museum Zürich.
Hanke und Franzen übernehmen
Mit dem Jahreswechsel hat Christina Hanke das Präsidium der Stiftung Schweizer Museumspass übernommen. Sie ist seit einem Jahr Mitglied des Stiftungsrats und bringt langjährige Erfahrung in der Vermarktung von Kultur- und Tourismusangeboten mit, unter anderem als frühere CEO des Freizeitunternehmens Foxtrail. Aktuell leitet sie die NEXPO – Initiative für die nächste Schweizer Landesausstellung.
«Der Erfolg des Museumspasses ist überwältigend», sagt Hanke. «Doch hat er noch grosses Potenzial. Wir wollen die Bekanntheit weiter steigern und den Museumsbesuch noch attraktiver machen.»
Auf operativer Ebene übernimmt Simone Franzen die Geschäftsführung. Die langjährige Finanzchefin der Stiftung ist seit 26 Jahren im Team und kennt die Museumslandschaft bestens.
Yellow baut die Immobilienmarke Vimova
Emeria Switzerland will ihre neun regionalen Immobiliendienstleister in der Deutsch- und Westschweiz unter einer gemeinsamen Marke zusammenführen. Yellow hat dafür die Markenstrategie entwickelt und die Marke Vimova geschaffen, die nationale Präsenz mit lokaler Verankerung verbindet.
Redaktion
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24. März 2025
Die Schweizer Tochter der europaweit tätigen Emeria-Gruppe beschäftigt über 500 Mitarbeitende. Um ihre Marktposition zu stärken und interne Synergien besser zu nutzen, bündelte das Unternehmen die regionalen Gesellschaften unter einer einheitlichen Identität. Für die strategische Ausrichtung und die gestalterische Entwicklung engagierte Emeria die Agentur Yellow.
In mehreren Schritten erarbeitete Yellow die Grundlagen für Vimova. Dabei wurden die charakteristischen Stärken der einzelnen Gesellschaften herausgeschält und eine klare Differenzierung im Markt geschaffen. Entstanden ist eine Marke, die Stabilität und Verlässlichkeit ausstrahlen soll. Dazu hat Yellow ausserdem die visuelle Identität definiert und klare Gestaltungsrichtlinien für sämtliche Kommunikationsmittel entwickelt, die in einem umfassenden Corporate Design Manual festgehalten sind. Auch die Website erhielt ein neues, zeitgemässes Design.
Anfang Februar 2025 wurde Vimova in der ganzen Schweiz eingeführt und über diverse Kanäle kommuniziert.
Verantwortlich bei Emeria: Jan Jacob (CEO), Nikos Bühler (Marketingleiter). Verantwortliche Agentur: Yellow, Basel.
Unic realisiert neuen Webauftritt für Switzerland Travel Centre
Der Reiseveranstalter «Switzerland Travel Centre» präsentiert seinen neuen Webauftritt auf Switzerlandtravelcentre.com. Die neue Plattform fokussiert stark auf den Onlineverkauf. Die Angebote können den Gästewünschen angepasst und online gebucht werden. Für die Umsetzung zeichnet Unic verantwortlich.
Redaktion
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24. März 2025
Die von Kund:innen individuell anpassbaren Reisen, die Swiss-Travel-Pässe für internationale Gäste sowie Hotelangebote stehen im Vordergrund des neuen Auftritts. Auf der Buchungsplattform sollen Besucher:innen einen schnellen und intuitiven Überblick über das gesamte Angebot und erhalten und einfach Buchungen vornehmen können.
«Die Website wurde gemeinsam mit der renommierten Digitalagentur Unic von Grund auf neu entwickelt und entspricht dem neusten Stand der Technik. Ein besonderes Augenmerk haben wir auf die Benutzerfreundlichkeit und Suchmaschinenoptimierung gelegt», erklärt die Co-Leiterin Marketing Nadine Eggler.
Zudem soll die neue Website die Schönheit und Vielfalt der Schweiz digital erleb- und buchbar machen. Bildgalerien mit Highlights sowie informative Seiten zu Regionen und Aktivitäten wecken Interesse und animieren zu zusätzlichen Buchungen.
«Mit der neuen Website bieten wir unseren meist internationalen Gästen ein zeitgemässes, inspirierendes Buchungserlebnis. Die intuitive Navigation und die hilfreichen Suchfilter helfen unseren vielfach internationalen Kund:innen mit wenig Schweiz-Kenntnissen, schnell zum passenden und buchbaren Angebot zu gelangen», so Michael Maeder, CEO von Switzerland Travel Centre.
Mit dem neuen Webauftritt wird der im November präsentierte Markenauftritt von Switzerland Travel Centre nun vollständig ausgerollt. Die frischen Farben und organischen Formen ziehen sich durch die gesamte Website und schaffen so einen harmonischen und klaren visuellen Auftritt.
Bold für Fust: Zuhause läufts
Für den neuen Werbeauftritt gibt sich Fust ganz nahbar. In verschiedenen Alltagssituationen und mit einem kleinen Augenzwinkern zeigt Bold: Fust ist irgendwie immer da, was es auch braucht. Damit wir uns darauf verlassen können: Zuhause läufts.
Redaktion
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24. März 2025
Der Toast am Morgen, beim Home Office noch schnell Wäsche und Staubsaugen erledigen bevor es abends mit Popcorn aus der Mikrowelle vors Heimkino geht: In unserem Alltag gibt es zahlreiche Touchpoints mit potenziellen Fust-Artikeln. Von der elektrischen Zahnbürste bis hin zur Einbauküche – die Kampagne soll zeigen, dass es fast nichts gibt, mit dem die Fachhändlerin nicht aufwarten kann.
Kurzum: Fust ist da, wenn es um Elektrohaushalt geht. Mit Qualitätsprodukten, persönlichem Engagement und Know-how stellt Fust sicher, dass Elektrohaushalt das geringste Problem der Konsument:innen ist. Denn der Alltag ist herausfordernd genug.
Der Insight wurde zur Leitidee des neuen Werbeauftritts: «Zuhause läufts». So taucht auch die Kampagne in die Welt und vier Wände der Kund:innen ein – mit bekannten, authentischen Alltagssituationen. Entsprechend stellen die Umsetzungen die Menschen in den Fokus und zeigen, Fust ist irgendwo immer präsent. Und auch eben auch da, wenn’s mal nicht mehr läuft.
Für Idee, Konzeption und Umsetzung zeichnet Bold verantwortlich. Die Kampagne ist ab sofort on air mit breit gefächerten Webemitteln von OOH und Print über TV-Spots bis zu vielseitigen Online-Massnahmen.
Verantwortlich bei Bold: (Konzept, Strategie, Umsetzung). Verantwortlich bei Fust: Nicole Hatt (Leiterin Brand Management). Filmproduktion: Stories, Director; Fröhlich, DOP; Fabian Kimoto, Executive Producer; Yves Bollag, Head of Production; Michèle Seligmann, Producer; Rhea Mandanis, Editor; Föhlich, Colorist; Fabian Kimoto, Voicerecording, Mix & Sound Design; Jingle Jungle. Fotografie: Patrik Lindén.
«Unsere Branche und unser kreatives Produkt haben mehr Respekt verdient»
Philipp Skrabal, Chief Creative Officer und Partner bei Team Farner, ist «Werber des Jahres» 2025. Im exklusiven Gewinnerinterview spricht er über denkwürdige Kampagnen, kreative Fehlentscheidungen und seine Vorstellungen für die Branche.
Anna Kohler
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23. März 2025
(Bild: Dan Cermak)
m&k: Philipp Skrabal, wir gratulieren zum Titel «Werber des Jahres» 2025. Wie haben sie die Award-Night und die Stabübergabe erlebt?
Philipp Skrabal: Vielen Dank, es war ein toller Abend! Letztes Jahr habe ich mich sehr für Andrea Bison gefreut. Was sie mit Alex, Gordon und dem restlichen Team [von Thjnk Zürich, Anm. d. Red.] auf die Beine gestellt hat, verdient höchsten Respekt und tut der ganzen Branche gut. Auch der vermeintlichen Konkurrenz. Denn am Ende geht es darum, mit möglichst vielen Kampagnen zu beweisen, dass intelligente Strategie und kreative Exzellenz den Unterschied machen. Nun den «Egon» von ihr übernommen zu haben, ehrt mich doppelt. Ich wusste bis zu ihrer Laudatio nicht, dass ich es sein würde und war darum bis kurz davor recht relaxed. Dann stieg mit jedem Satz die Nervosität.
Finden Sie den Begriff «Werber» des Jahres denn für sich selber überhaupt passend?
Auch wenn ich meine kreativen Fähigkeiten nicht nur in der Werbung, sondern auch in allen anderen Bereichen der Kommunikation einsetze, kann ich sehr gut mit dem Begriff leben. Werbung ist Kultur und Zeitgeist und hat auch die Kunst inspiriert – wir sollten stolz sein.
Team Farner hat sich in den letzten Jahren im Kreativranking kontinuierlich nach vorne gearbeitet. Von Platz 10 im Jahr 2020 auf Platz 1 im Jahr 2024.
Das war harte Arbeit und ein bisschen Glück, denn es ist uns wichtig, mit relevanten und bezahlten Arbeiten zu glänzen und nicht speziell fürs «Schaufenster» zu arbeiten. Mit Kampagnen wie «Islam Alijaj in den Nationalrat», diversen Kampagnen für die SBB, Arosa Tourismus und unserem Film für Greenpeace sind uns gleich mehrere Arbeiten gelungen, die auch international abgeräumt haben. Dazu kommt das grosse AI-Know-how von Yoveo, das uns in der Kreation spannende neue Räume schafft.
Sie haben jetzt eine «Doppel-Pole-Position». Wie wollen Sie das Momentum nutzen?
Für mich sind das zwei Dinge: Der erste Platz im Kreativranking macht hoffentlich jedem und jeder CMO klar, dass es sich lohnt, Team Farner anzuschauen. Unser Know-how ist im Schweizer Markt einzigartig und der gemeinsame Erfolg mit unseren Kunden belegbar. Den Titel «Werber des Jahres» wiederum möchte ich nicht als Chance zur Eigenwerbung verstehen. Ich glaube wirklich, dass unsere Branche und unser kreatives Produkt mehr Respekt verdient hat. Darum möchte ich mich für die Branche, insbesondere für alle die auf Qualität setzen, stark machen.
Die Werbebranche braucht mehr Selbstbewusstsein – das haben Sie bereits mehrfach betont. Woran krankt sie, und wie liesse sich das ändern?
Fakt ist, und dazu gibt es mittlerweile etliche Studien von diversen Beratungsfirmen, Kreativität macht Unternehmen erfolgreicher. Wenn also Kreativität effektiver macht, wieso darf sie immer weniger kosten? Der existenzielle Druck, verursacht auch durch Big Tech, treibt uns in die falsche Richtung. Eine Falle, denn mittel- und langfristig entscheiden nicht die Werkzeuge, sondern was man damit nachhaltig für die Marke schafft. Dazu kommt, dass Kommunikation noch nie mehr Einfluss hatte, wie heute. Siehe beispielsweise die Post-Faktische Politik, in der Emotionen und Narrative wichtiger sind als objektive Fakten. Als Gesellschaft sind wir darum gefordert, dem Thema Kommunikation mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
In welche Richtung hat sich die Branche rund um Werbung, Marketing und Kommunikation denn verändert, seit sie diesen Weg eingeschlagen haben?
Früher gab es Marketing Communication und Corporate Communication. Ersteres bespielte bezahlte Fläche, zweiteres fand im redaktionellen Teil der Medien statt. Auch wenn es diese Silos nach wie vor gibt, so entsprechen sie heute nicht mehr der erlebten Realität, denn beide teilen sich dieselben Kanälen und Profile und werden in der Wahrnehmung der Menschen kaum mehr unterschieden. Um langfristig erfolgreich zu sein, brauchen Unternehmen und Marken eine konsistente Sprache, brauchen eine Haltung, eine Persönlichkeit, eine Seele. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Unternehmen oder das Produkt spricht. Dazu kommt, dass erfolgreiche Markenführung durch die zunehmende Automation der Kommunikation anspruchsvoller wird, nicht einfacher.
Ich finde das schlichtweg absurd. Werbung ist, wie eben erwähnt, ein Teil unserer Kultur und ein zentraler Pfeiler unserer Wirtschaft. Es gehört zu den Werten unserer Demokratie, dass wir uns zutrauen, eine eigene Meinung zu bilden. Dafür braucht es auch Werbung. Zudem schafft Aussenwerbung Öffentlichkeit, die wichtig ist, um gesellschaftliche Diskussionen anzustossen.
Sie setzen sich stark für junge Talente ein. Gleichzeitig hat die Branche – wie auch andere – mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Ein Hinweis dafür ist der aktuelle Stellenmarkt. Ist die Branche für Nachwuchs noch attraktiv genug oder braucht es ein Umdenken?
Die Branche muss sich weiterentwickeln, muss lernen und verstehen, wie sie mit den ganzen Veränderungen umgehen soll und worin die Chancen liegen. Das braucht Ideen und mutige Entscheidungen. Die alte Stabilität und Planbarkeit wird wohl nicht mehr kommen, also müssen wir agiler werden – ohne an Profil zu verlieren. Kommunikation ist und bleibt attraktiv für den Nachwuchs und Kreativität ist ein Multiplikator für effektive Kommunikation.
Welche Kampagnen aus Ihrer Karriere haben sich in Ihr Hirn und Herz gebrannt? Worauf sind Sie besonders stolz?
Da kommt mir spontan unsere Verkehrssicherheitskampgne «Made Visible» in den Sinn. Statt der ursprünglich gebrieft Botschaft «Zieht euch hell an, um nicht übersehen zu werden.» zu folgen, haben wir das Streetwear Label «Made Visible» gegründet. Die Kampagne läuft messbar erfolgreich seit sieben Jahren, wir kooperieren mit über 40 Fashion- und Lifestyle-Brands und der Textilindustrie, haben einen eigene Modekollektion geschaffen, beschäftigen etliche Influencer:innen und produzieren laufend eigne Branded-Content-Formate. Gemeinsam mit dem TCS haben wir die erfolgreichste Präventionskampagne der Schweiz geschaffen, die sogar von der FIA mit dem «Road Safety Innovation Award» ausgezeichnet wurde. Am meisten ins Herz gebrannt hat sich bei mir aber die Mobiliar-Kampagne, insbesondere der «Liebe Mobiliar»-Film mit Didier Cuche, genauer gesagt, der Viral dazu.
Das Rezept war perfekt: Didier als Promi, sein legendärer Ski-Flip als Ursache des Schadens und das historische Duell Schweiz gegen Österreich im Alpinen Skisport. Innerhalb einer Woche hatten wir eine Million organische Views und Medienberichterstattungen im Blick, beim SRF sowie auch in zahlreichen österreichischen Boulevard-Zeitungen und im ORF. Dann lancierten wir erst den eigentlichen TV-Spot. Bis heute hat der Film – auch dank TikTok und Instagram – über 20 Millionen Views und hunderttausende Likes und Kommentare. Der Dreh in Sölden mit Didier Cuche, Regisseur Tobi Fueter und Kameramann Filip Zumbrunn ist mir unvergesslich.
Hand aufs Herz: Was war Ihre grösste kreative Fehlentscheidung – und was haben Sie daraus gelernt?
Da fällt mir ein Event auf dem Waisenhausplatz in Bern ein. Wir hatten ihn im Rahmen einer Kampagne für eine vielfältige Schweiz organisiert. Coole Acts, aber leider wenig Budget für die eigentliche Kampagne und darum wenig Gäste vor Ort. Eine sympathische ältere Frau, die leidenschaftlich und experimentell getanzt hat, und eine Horde alkoholisierter Teenager dominierten die Szene. Dank dem Fotounterricht während meiner Ausbildungszeit, gelangen mir dann doch einige Fotos, auf denen es nach einer ordentlichen Menschenmenge aussah – genug für die Medienmitteilung. Was ich daraus gelernt habe: Auch eine gute Sache braucht Geld.
«Der Titel ‹Werber:in des Jahres› ist ein Versprechen»
Die Laudatio für Philipp Skrabal von Vorjahressiegerin Andrea Bison, Co-CEO und Beratungschefin bei Thjnk Zürich, gehalten bei der «Werber des Jahres»-Award-Verleihung am Donnerstagabend.
Andrea Bison
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23. März 2025
Philipp Skrabal und Andrea Bison an der Award-Night. (Bild: Beat Hürlimann)
«Es ist mir eine grosse Freude und eine Ehre, heute hier zu stehen und dem nächsten ‹Werber des Jahres› diese wunderbare Auszeichnung überreichen zu dürfen.
Der Titel ‹Werber:in des Jahres› ist für mich mehr als nur eine Auszeichnung. Er ist ein Versprechen. Ein Versprechen an die Kreativität, an den Mut, neue Wege zu gehen, und an die Verantwortung, die wir alle tragen, wenn wir die Geschichten erzählen, die unsere Welt prägen.
Nominiert sind drei Herzblut-Werber, die viel für unsere Branche tun und getan haben, drei tolle und hoch verdiente Vertreter, die für Kreativität und gute Kommunikation stehen, und drei inspirierende Menschen voller Herz und Verstand.
Was zeichnet eine Werberin oder einen Werber des Jahres aus? Ist es die Anzahl der gewonnenen Awards? Die Grösse der Etats, die man verantwortet? Oder ist es vielleicht noch etwas ganz anderes?
Ich glaube, es ist die Fähigkeit, mit seiner Arbeit etwas zu bewegen. Menschen zu inspirieren, zu berühren, vielleicht sogar ein kleines bisschen die Welt zu verändern. Es ist die Leidenschaft, mit der man jeden Tag aufs Neue für seine Ideen kämpft. Und es ist die Grösse, auch mal Fehler einzugestehen und daraus zu lernen.
Andrea Bison bei ihrer Festrede am Donnerstagabend im Restaurant Razzia in Zürich. (Bilder: Beat Hürlimann)
Eine Person verkörpert all diese Eigenschaften in ganz besonderem Masse. Er hat über Jahre hinweg bewiesen, dass Kreativität keine Frage des Budgets ist, sondern der Haltung. Dass gute Werbung nicht nur verkauft, sondern auch etwas zu sagen hat. Und dass man mit Mut und Entschlossenheit auch gegen den Strom schwimmen kann.
Die Community sagte über den Gewinner so wunderbare Dinge wie:
Er überzeugt durch grenzenlose Neugier, interdisziplinäre Denkkraft und die Fähigkeit, sein Umfeld kreativ weiterzubringen.
Er ist Mentor und Inspirator, ein inspirierender Leader.
Er beweist Exzellenz in integrierter Kommunikation, kultiviert kreative, strategisch fundierte Kommunikation auf höchstem Niveau und das mit grosser Konstanz.
Er definiert Werbung neu – wild, mutig und strategisch brillant.
Ein Branchenführer und ein Teamplayer
Er brennt für unsere Branche und schafft es, junge Talente anzuzünden und mit seiner Freude und Leidenschaft für gute Kommunikation anzustecken.
In seinen Augen hatte Kommunikation noch nie mehr Kraft als heute und ist darum bedeutender denn je. Er sieht die Kraft und das Potenzial von Kommunikation und denkt, dass diese als mächtiges Tool – und inzwischen kaum mehr kontrollierbares Werkzeug – deshalb in Schulen einen grösseren Stellenwert bekommen sollte.
Er entdeckte seine Liebe zu guten Geschichten schon als kleiner Junge. Um sein zerkratztes kleines Formel-1-Spielzeugauto zu verkaufen, fackelte er es mit dem Feuerzeug seines Vaters ab, um dann die Geschichte eines spektakulären Unfalles zu erfinden.
Kennengelernt habe ich ihn in einer Jury, in der er leidenschaftlicher für unsere Idee gekämpft hat als ich.
Er steht mehr als viele andere für Nachwuchsförderung. Und was mich speziell freut: Er setzt sich dabei besonders für die Förderung von jungen, talentierten Frauen ein mit dem Ziel, zukünftig mehr Frauen in Führungspositionen zu haben.
Er begann seine Karriere als Graffiti-Künstler und ist heute einer der gefragtesten Köpfe der Schweizer Werbebranche. Als kreativer Vordenker hat der vielfach ausgezeichnete Kreative mit seinem jahrzehntelangen Einsatz die Schweizer Werbelandschaft nachhaltig geprägt.
Er ist Vize-Präsident des ADC Switzerland, Mitglied im ADC of Europe und im CCA. Als Schulrat der Ad School engagiert er sich für die Nachwuchstalente der Branche. Er hat mit seinem Team Kampagnen geschaffen, die nicht nur ausgezeichnet wurden, sondern auch Diskussionen ausgelöst und neue Massstäbe gesetzt haben.
Nach seinen Stationen bei Publicis, Y&R und Wirz übernahm er 2014 die Rolle des Chief Creative Officer bei Farner. In den zehn Jahren dort hat er enorme Transformationskraft bewiesen und mit einem Team von über 300 Mitarbeitenden an sechs Standorten in allen Landesteilen eine ehemalige PR-Agentur zu einer der kreativsten Kommunikationsagentur in der Schweiz entwickelt.
Von Platz 10 im Jahr 2020 hat er sich mit seiner Agentur kontinuierlich an die Spitze gearbeitet und 2024 Platz 1 im Kreativranking erreicht. Für diese kontinuierliche Leistung wurde er bereits viermal zum Werber des Jahres nominiert.
Lieber Philipp, herzlichen Glückwunsch zum ‹Werber des Jahres› 2025! Es ist mir eine Ehre, dir heute Abend diesen Preis überreichen zu dürfen.
Ich bin mir sicher, dass du es als ‹Werber des Jahres› mit deiner leidenschaftlichen und ansteckenden Art schaffen wirst, noch mehr junge Talente für uns zu gewinnen und der Branche mehr Selbstbewusstsein zu verleihen.
Alles Liebe,
Deine Andrea»
Schweizer Filmpreis 2025: Quartz-Trophäen für «Reinas» und «Wir Erben»
Am Freitagabend wurden in Genf die Gewinner:innen des Schweizer Filmpreises 2025 verkündet. In den beiden Hauptkategorien zeichnete die Schweizer Filmakademie den Spielfilm «Reinas» und den Dokumentarfilm «Wir Erben» aus. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider statt.
Redaktion
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23. März 2025
(Bilder: Eduard Meltzer Photography)
«Reinas» von Klaudia Reynicke (Alva Film Sàrl, Britta Rindelaub, Thomas Reichlin) wurde als bester Spielfilm 2025 ausgezeichnet. Die Quartz-Trophäe für den besten Dokumentarfilm ging an Simon Baumann für «Wir Erben» (Balzli & Fahrer GmbH, Dieter Fahrer).
«Las novias del sur» von Elena López Riera (Alina film Sàrl, Eugenia Mumenthaler, David Epiney) erhielt den Preis in der Kategorie «Bester Kurzfilm». «Sans voix» von Samuel Patthey (DOK MOBILE SA, Mark Olexa) wurde in der Kategorie «Bester Animationsfilm» ausgezeichnet. Als bester Abschlussfilm wurde «Maman danse» von Mégane Brügger (École cantonale d’art de Lausanne) gewürdigt.
Mit zwei Preisen wurde der Spielfilm «Der Spatz im Kamin» ausgezeichnet: Regisseur Ramon Zürcher erhielt den Preis für das beste Drehbuch sowie gemeinsam mit Peter von Siebenthal und Balthasar Jucker für den besten Ton. In der Kategorie des besten Darstellers wurden mit David Constantin (als Bax in «Tschugger – Der lätscht Fall») und Dimitri Krebs (als Ernst Schrämli in «Landesverräter») gleich zwei Schauspieler ausgezeichnet. Der Quartz für die beste Darstellerin ging an Laetitia Dosch für ihre Rolle der Avril in ihrem eigenen Spielfilmdebüt «Le procès du chien». Rachel Braunschweig erhielt eine Quartz-Trophäe als beste Nebendarstellerin für ihre Interpretation der Erna Gmür in «Friedas Fall».
Marcel Vaid wurde für die beste Filmmusik in «Les paradis de Diane» ausgezeichnet und Gabriel Sandru erhielt eine Auszeichnung für die beste Kamera in «Electric Child». In der Kategorie «Beste Montage» wurde Kevin Schlosser für seine Arbeit in «Riverboom» ausgezeichnet.
Der Spezialpreis der Akademie wurde in diesem Jahr an Oliver Keller für seine Arbeit als Stuntkoordinator im Film «Tschugger – Der lätscht Fall» verliehen. Das schweizerisch-französische Ehepaar und künstlerische Gespann Barbet Schroeder und Bulle Ogier wurde mit dem Ehrenpreis für ihr gemeinsames Lebenswerk geehrt. Die Laudatio hielt Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, Vorsteherin des eidgenössischen Departements des Innern Edi.
Alle Auszeichnungen des Schweizer Filmpreises 2025:
Bester Spielfilm: REINASvon Klaudia Reynicke (Alva Film Sàrl, Britta Rindelaub, Thomas Reichlin)
Bester Dokumentarfilm: WIR ERBEN von Simon Baumann (Balzli & Fahrer GmbH, Dieter Fahrer)
Bester Kurzfilm: LAS NOVIAS DEL SUR von Elena López Riera (Alina film Sàrl, Eugenia Mumenthaler, David Epiney)
Bester Animationsfilm: SANS VOIX von Samuel Patthey (DOK MOBILE SA, Mark Olexa)
Bestes Drehbuch: DER SPATZ IM KAMIN – Ramon Zürcher
Beste Darstellerin: Laetitia Dosch (Avril) in LE PROCÈS DU CHIEN
Bester Darsteller: David Constantin (Bax) in TSCHUGGER – DER LÄTSCHT FALL und Dimitri Krebs (Ernst Schrämli) in LANDESVERRÄTER
Beste Nebendarstellerin: Rachel Braunschweig (Erna Gmür) in FRIEDAS FALL
Beste Filmmusik: LES PARADIS DE DIANE – Marcel Vaid
Beste Kamera: ELECTRIC CHILD – Gabriel Sandru
Beste Montage: RIVERBOOM – Kevin Schlosser
Bester Ton: DER SPATZ IM KAMIN – Ramon Zürcher, Peter von Siebenthal, Balthasar Jucker
Bester Abschlussfilm: MAMAN DANSE von Mégane Brügger (École cantonale d’art de Lausanne)
Spezialpreis der Akademie: Oliver Keller, Stuntkoordinator in «TSCHUGGER – DER LÄTSCHT FALL»
Ehrenpreis: Barbet Schroeder und Bulle Ogier, für ihr gemeinsames Lebenswerk
Wahl der Gewinner:innen
Die Nominationen wie auch die Gewinner:innen werden von den rund 500 zahlenden Mitgliedern der Schweizer Filmakademie in einem anonymen Wahlverfahren bestimmt. Preisgelder werden für die Nominationen vergeben, für den Gewinn des Filmpreises werden keine zusätzlichen Geldbeträge ausgerichtet.
Die Ehrung des einheimischen Filmschaffens wird vom Bundesamt für Kultur BAK mit den Partnerinnen SRG SSR und Association «Quartz» Genève Zürich realisiert und in Zusammenarbeit mit Swiss Films, der Schweizer Filmakademie und den Solothurner Filmtagen organisiert.
Neue Co-Leitung und erstmals wieder schwarze Zahlen für Impressum
An der Delegiertenversammlung in Degersheim haben die Mitglieder des Berufsverbands Impressum eine neue Doppelspitze bestätigt: Michael Burkard und Etienne Coquoz übernehmen die Geschäftsleitung von Urs Thalmann, der den Verband 20 Jahre lang geführt hat. Zudem verabschiedete Impressum ein Budget für 2025 mit positiven Zahlen – erstmals seit mehreren Jahren.
Redaktion
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21. März 2025
Michael Burkard und Etienne Coquoz wurden an der Delegiertenversammlung als neue Co-Geschäftsleitung von Impressum bestätigt. (Archivbild)
Mit der einstimmigen Bestätigung von Michael Burkard und Etienne Coquoz als neue Co-Leitung beginnt für Impressum ein neues Kapitel. Die beiden bisherigen Zentralsekretäre folgen auf Urs Thalmann, der den Verband während zwei Jahrzehnten geleitet hat. Die Co-Präsidentinnen von Impressum, Caroline Gebhard und Fabienne Sennhauser, würdigten Thalmanns Einsatz und zeigten sich erfreut, dass mit Burkard und Coquoz ein zweisprachiges Führungsteam die Leitung übernimmt.
Urs Thalmann leitete den Verband 20 Jahre lang. (Bild: zVg.)
Herausforderungen für den Journalismus
Die aktuelle Lage in der Schweizer Medienbranche war ein zentrales Thema der Delegiertenversammlung. Gebhard verwies auf die zahlreichen Entlassungswellen im vergangenen Jahr – betroffen waren unter anderem Ringier, ESH Medias, SRG, Le Temps, La Liberté, Tamedia, EMH und CH Media. «Bei jeder dieser Entlassungen stand Impressum seinen Mitgliedern und den betroffenen Mitarbeitenden zur Seite», betonte sie. Auch die individuelle Rechtsberatung werde stark nachgefragt: Rund 220 Mitglieder hätten 2024 den Rechtsdienst des Verbands in Anspruch genommen.
Zudem setzte sich das Zentralsekretariat für die Harmonisierung des Presseausweises, Massnahmen gegen SLAPP-Klagen (Strategic Lawsuits Against Public Participation) sowie für den Erhalt der CCT RRR ein.
Erstmals seit Jahren schwarze Zahlen
Nach mehreren Jahren mit negativen Abschlüssen konnte Impressum für 2025 ein ausgeglichenes Budget vorlegen. Möglich wurde dies durch verschiedene «schwierige Entscheidungen», wie es heisst. So wurden Sparmassnahmen getroffen wie die Kürzung von Beiträgen an Organisationen wie den Schweizer Presserat, das Edito oder das Maz sowie auch auf die Neubesetzung freier Stellen verzichtet.
Laut Fabienne Sennhauser reicht reines Sparen jedoch nicht aus: «Wir arbeiten auch an einer Verbesserung unseres Finanzierungsmodells, etwa durch die Vereinfachung des Aufnahmeverfahrens für BR-Mitglieder. Zudem investieren wir in Kommunikation und Mitgliedergewinnung.» Ein erster Erfolg: Eine Stiftung unterstützt den Rechtsdienst von Impressum im Kampf gegen SLAPPs.
Gerichtsentscheid gegen Impressum im Streit mit der SRG
Seit 2019 kämpfte Impressum für die Aufnahme als Sozialpartnerin im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) der SRG – nun hat das Gericht den Verband abgewiesen. Die Begründung steht noch aus, doch der Entscheid löste an der Versammlung eine kontroverse Diskussion aus, nicht zuletzt wegen der hohen Verfahrenskosten. Die Delegierten diskutierten Möglichkeiten, die SRG-Mitglieder von Impressum stärker zu mobilisieren, um eine bessere Zusammenarbeit mit den bestehenden Sozialpartnern zu erreichen.
KI-Erklärung und Debatte zum Lokaljournalismus
Die Delegierten unterstützten grossmehrheitlich eine gemeinsame Erklärung zur Nutzung generativer KI, die von verschiedenen Organisationen aus dem Umfeld des Schweizer Presserats erarbeitet wird.
Zum Abschluss diskutierten die Chefredaktoren Reto Stifel (Engadiner Post/Posta Ladina) und Tommaso Manzin (Appenzeller Volksfreund) mit den Delegierten über die Zukunft des Lokaljournalismus. Stifel betonte, dass es «im Lokaljournalismus keine Fake News gibt. Sie werden von den Lesern sofort korrigiert». Manzin ergänzte, dass «regionale Verankerung eine gewisse Form von Mut und Ethik» erfordert, denn man begegnet auf der Strasse den Menschen, über die man geschrieben hat. Trotz rückläufiger Verkaufszahlen bleibe Print für Lokalzeitungen zentral. «Leserbriefe spielen in unseren Regionen teilweise immer noch die Rolle von sozialen Netzwerken», so Manzin.
Parlament unterstützt indirekte Presseförderung
National- und Ständerat haben der befristeten Erhöhung der indirekten Presseförderung zugestimmt. Der Verlegerverband Schweizer Medien VSM begrüsst die Massnahme als dringend notwendige Unterstützung für regionale Medien und sieht sie als Ausgangspunkt für eine weiterführende Debatte zur langfristigen Medienförderung.
Redaktion
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21. März 2025
(Symbolbild: Unsplash.com)
Das Parlament hat mit deutlicher Mehrheit (34 zu 11 Stimmen) beschlossen, die bestehende indirekte Presseförderung für sieben Jahre auszubauen. Konkret bedeutet das eine Aufstockung der Tageszustellung um 10 Millionen Franken auf neu 40 Millionen Franken sowie eine zusätzliche Förderung der Frühzustellung in Höhe von 25 Millionen Franken. Die Obergrenze für förderberechtigte Titel liegt weiterhin bei 40’000 Exemplaren, grössere Titel sind von der Unterstützung ausgeschlossen. Unverändert bleibt die jährliche Förderung von 20 Millionen Franken für Mitgliedschafts- und Stiftungspresse.
Der VSM wertet den Entscheid als positives Signal für den Medienplatz Schweiz. «Der deutliche Entscheid des Parlaments ist ein wichtiges Zeichen für die freie Meinungsbildung und die direkte Demokratie in der Schweiz», sagt Präsident Andrea Masüger. «Studien zeigen: In Regionen, wo Medien fehlen, nimmt die politische Partizipation ab, während Falschnachrichten und Desinformation zunehmen. In der aktuellen Situation ist eine Stärkung des Journalismus dringender denn je.»
Finanzielle Entlastung für Regionalmedien
Stark sinkend, steigende Kosten und der hohe Investitionsbedarf in die digitale Transformation hätten viele Verlage zuletzt zu drastischen Sparmassnahmen gezwungen, die oft mit einem Abbau journalistischer Angebote einhergingen. «Mit dem Entscheid von National- und Ständerat werden kleine und mittlere Zeitungstitel für eine begrenzte Zeit zusätzlich entlastet», sagt VSM-Direktorin Pia Guggenbühl. «Angesichts der rasanten Marktveränderungen und des Einflusses der sozialen Medien ist diese Hilfe unerlässlich, damit Verlage die grossen Herausforderungen der digitalen Transformation angehen können.»
Langfristige Medienförderung soll neu diskutiert werden
Während der VSM den Entscheid begrüsst, sieht er darin nur einen ersten Schritt. Der Verband fordert eine breitere Debatte über eine nachhaltige Medienförderung, die unabhängig vom Trägermedium und dem Geschäftsmodell ausgerichtet ist. Die nationale Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF-N) hatte einen Vorstoss in diese Richtung abgelehnt, doch Nationalrätin Barbara Schaffner (GLP, ZH) hat nun eine ähnlich lautende Motion eingereicht. Der VSM unterstützt diese Initiative und fordert eine rasche Diskussion über eine langfristige Lösung.