Schweizer Werbe-Auftraggeberverband SWA wählt Jan De Schepper als neuen Präsidenten

An der 76. Generalversammlung hat der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband SWA über einen Wechsel im Präsidium informiert. Jan De Schepper, Chief Sales and Marketing Officer bei der Swissquote Bank, löst Roger Harlacher nach 16 Jahren als Präsident ab.

(Bild: zVg.)

Am Dienstag fand in Zürich-Oerlikon das SWA-Jahresmeeting mit über 400 Mitgliedern und Gästen aus der Werbebranche statt. Der Verband feierte gleichzeitig das 75-Jahre-Jubiläum. Zum Thema «Next Gen Marketing» gaben die beiden Keynote-Speaker Paul Kemp-Robertson, Chief Content Officer at Lions aus London und Jens Polomski, LinkedIn Top Voice für KI & Co-Founder snipKI aus Köln, einen Einblick, wie sie die Zukunft von Marketing und Kommunikation sehen.

Bereits im letzten Jahr gab der langjährige SWA-Präsident, Roger Harlacher gegenüber dem Vorstand seinen Rücktritt auf die heutige 76. Generalversammlung bekannt. Harlacher wurde im Jahr 2006 in den Vorstand und 2009 zum Präsidenten des Verbands gewählt. In seiner Amtszeit habe sich der SWA zu einer starken Interessensvertretung und einem wertvollen Partner im Werbemarkt entwickelt, wie es seitens Verband heisst. Für seine Verdienste wurde Roger Harlacher an der GV zum Ehrenpräsidenten ernannt.

Das Präsidium übernimmt neu Jan De Schepper, Chief Sales and Marketing Officer der Swissquote Bank. Bereits seit 2018 gehört De Schepper dem Vorstand an. Seine Karriere begann er im Branding bei Feldschlösschen und setzte sie bei Bacardi-Martini, Saatchi & Saatchi sowie McDonald’s fort. Im Jahr 2015 wechselte er zu Swissquote, um die Marketingabteilung zu leiten. 2019 wurde er zum CSMO befördert und in die Geschäftsleitung von Swissquote aufgenommen. Darüber hinaus ist De Schepper Verwaltungsratsmitglied der Neobank Yuh, Er hält einen MBA in International Management der Universität Genf.

Media Focus weist neu Werbeaktivitäten auf den grossen Social-Media-Plattformen aus

Media Focus erweitert seine Werbemarktanalysen auf Social Media und bietet detaillierte Einblicke in die Werbeaktivitäten auf Plattformen wie Facebook, TikTok und Instagram. Mit einem neuen Tracking-Tool kombiniert das Unternehmen erstmals neutrale Marktdaten mit Befragungen und schafft damit eine neue Grundlage für datenbasierte Social-Media-Strategien.

Die Bedeutung von Social Media im Marketing-Mix wächst stetig – doch bislang fehlten neutrale Vergleichsdaten zu Werbeaktivitäten auf den grossen Plattformen. Media Focus schliesst diese Lücke und stellt mit «Social Ad Insights» eine neue Datenquelle zur Verfügung. Seit Januar 2025 werden täglich die Werbeaktivitäten und das Nutzerverhalten auf Facebook, TikTok, Instagram, YouTube, Pinterest und LinkedIn erfasst.

Dazu setzt Media Focus auf ein On-Screen-Tracking von 1’000 Android-Smartphones in der Schweiz. Die Methode liest die App-Nutzung direkt vom Handyscreen der Teilnehmenden aus und ermöglicht so detaillierte Einblicke in die alltägliche Berührung der Nutzer:innen mit Social Ads.

«Mit dieser Innovation schaffen wir erstmals Vergleichbarkeit im Social-Media-Werbemarkt und erhalten neutrale Daten zum Werbeverhalten von über 1’000 Unternehmen auf den sechs relevanten Plattformen», erklärt Ueli Weber, CEO von Media Focus. Die Kombination aus Tracking und gezielten Nutzerbefragungen erlaube zudem eine genauere Einordnung: «So erkennen wir, wie aktiv Unternehmen sind und welche Zielgruppen sie mit welchen Botschaften erreichen.»

Die Befragungen erfolgen in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Intervista. Basierend auf den erfassten Tracking-Daten werden Nutzer:innen gezielt nach ihrer Wahrnehmung, Motivation und Meinung befragt. Damit erhalten Werbetreibende nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Insights zu den Effekten ihrer Kampagnen.

Das neue Analysetool ermöglicht unter anderem Benchmarking- und Cross-Channel-Analysen, präzisere Zielgruppen-Segmentierungen und datengetriebenes Targeting. Mit dieser Methodik liefert Media Focus eine umfassende Entscheidungsgrundlage für Unternehmen, die ihre Social-Media-Strategien weiter optimieren wollen.

Daniel Merkle wird CEO von Radio Zürisee

Matthias Kost, der während neun Jahren Radio Zürisee leitete, übergibt die operative Leitung an den bisherigen Programmleiter Daniel Merkle.

Daniel Merkle wird per Juli 2025 CEO von Radio Zürisee. (Bild: zVg.)

Matthias Kost arbeitete insgesamt 22 Jahre für Radio Zürisee – zuerst als Marketingleiter, danach und in den vergangenen neun Jahren als CEO. Unter seiner Führung habe sich der Sender eigenen Angaben zufolge trotz eines herausfordernden Markt- und Medienumfelds zum Marktführer im Grossraum Zürich/Zürichsee entwickelt und wichtige Impulse für die Zukunft gesetzt.

Nun will sich der 53-Jährige beruflich neu orientieren. Er bleibt dem Sender jedoch als Delegierter des Verwaltungsrates strategisch erhalten. «Wir danken Matthias Kost für die gemeinsamen Jahre, seine aussergewöhnliche Führung und sein Gespür, Menschen zu begeistern. Ausserdem schätzen wir die unvergleichliche Vertrauensebene, die unsere Zusammenarbeit geprägt hat. Gemeinsam haben wir Radio Zürisee zu einer Erfolgsgeschichte gemacht – und dafür sind wir ihm zutiefst dankbar», wird Verwaltungsratspräsident Fabian Villiger in einer Mitteilung zitiert.

Daniel Merkle, seit 1. Juli 2024 Programmleiter von Radio Zürisee, übernimmt per 1. Juli 2025 die Geschäftsleitung. Zuvor war er bei CH Media im Bereich REM (Radio, Online, TV) und als Programmleiter bei FM1 in St. Gallen tätig.

Der 40-jährige Radioprofi Merkle begann seine Karriere bei Antenne 1 in Stuttgart, arbeitete später bei Radio Regenbogen und kam 2012 zu FM1 in die Schweiz. Neben seinen Tätigkeiten im Radiobereich hat er sich in Marketing, Kommunikationsmanagement und Leadership weitergebildet und schloss 2024 ein Executive MBA in Digitaltransformation an der FH Graubünden ab.

Tarkan Özküp verlässt CH Media – Vermarktung wird neu ausgerichtet

Nach sechs Jahren bei CH Media entscheidet sich Chief Commercial Officer Tarkan Özküp für eine neue berufliche Herausforderung. Parallel dazu strukturiert CH Media die Vermarktung neu, um den Marktanforderungen besser gerecht zu werden.

(Bild: zVg.)

Nach sechs Jahren CH Media, davon vier bei Watson, hat sich Tarkan Özküp, Chief Commercial Officer und Mitglied der Unternehmensleitung, entschieden, sich neu zu orientieren. «Es war für mich immer eine grosse Bereicherung, mit engagierten Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten, und ein Privileg, gemeinsam einen Beitrag zur Finanzierung von Journalismus zu leisten», so Özküp. «Nach sechs intensiven Jahren habe ich mich bewusst entschieden, neue Perspektiven zu gewinnen. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen und Fähigkeiten in einem neuen Umfeld einzubringen und mich persönlich weiterzuentwickeln.» Er wird den Übergang bis Ende 2025 und die grossen Accounts weiterhin betreuen.

CEO Michael Wanner dankt dem scheidenden CCO für sein Engagement: «Der Erfolg von Watson im nationalen Werbemarkt ist im Wesentlichen sein Verdienst. Mit dem Aufbau des All Media-Geschäfts für grosse Kunden sowie der Commercial Content und Innovation Unit hat er auch bei CH Media entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt.»

Neue Organisation per 1. April 2025

Parallel organisiert CH Media die Vermarktung per 1. April 2025 neu. Ziel sei eine «schlagkräftige Organisation, welche bestmöglich die Herausforderungen des Marktumfeldes adressiert und gleichzeitig den Stärken von CH Media Rechnung» trage, teilt das Medienunternehmen mit.

Dafür werde die Vermarktung enger mit den Marken und Medienkanälen verzahnt und von den jeweiligen Bereichsleitern Wolfgang Elsässer (nationales TV), Florian Wanner (Regionale E-Medien) und Thomas Wegmann (Publishing) verantwortet. Weiterhin zentral geführt werden die nationalen Key Accounts inklusive All Media, die Digitalvermarktung sowie der Aufbau des neuen Geschäftsfeldes Commercial Content und Innovation, bei dem der Kundschaft umfassende Kommunikationslösungen angeboten werden. Diese Bereiche werden bis Ende des Jahres weiterhin von Tarkan Özküp geführt.

«Wir haben die letzten zwei Jahre viel gelernt und wollen die Organisation jetzt weiterentwickeln. Zum einen werden wir die einzelnen Verkaufseinheiten wieder näher mit den Produkten verzahnen, insbesondere in den Regionen. Zum anderen sehen wir weiterhin grosses Potential bei All Media-Angeboten im nationalen Geschäft und im Angebot von Kreativ-Leistungen für grosse Kunden», erklärt Michael Wanner. «Die neue Organisation trägt beidem Rechnung und verteilt die Verantwortung auf mehrere Schultern.»

Jim & Jim und Zürich Tourismus inspirieren Schweizer Ausflugsgäste

Die Zürcher Agentur Jim & Jim macht für Zürich Tourismus die Vielfalt der Region Zürichsee für Schweizer Ausflugsgäste erlebbar. Die Kampagne setzt auf Storytelling, interaktive Elemente und gezielten Content, um die Region als vielseitiges Reiseziel zu positionieren.

Die Kampagne stellt vier unterschiedliche Ausflugstypen vor, die jeweils einen Aspekt der vielfältigen Region verkörpern. Auszeit-Artistin Susie steht für Entspannung und Geniessen, Bucket-List-Heldin Esther will die grossen Highlights entdecken, Erlebnis-Kapitän Nick steht für familienfreundliche Abenteuer und Neugier-Pionier Paul erkundet Geheimtipps und versteckte Orte. Diese vier Personas sollen den Nutzer:innen helfen, sich mit den verschiedenen Erlebnissen der Region zu identifizieren und ihre idealen Ausflüge zu entdecken.

Interaktive Elemente und gezielter Content

Die Kampagne kombiniert Videoproduktionen mit einer interaktiven Landingpage samt Quiz, das die Nutzer:innen ihrem Ausflugstyp zuordnet. Hochwertige Bildwelten und statische Assets sorgen für eine starke visuelle Identität auf digitalen Plattformen und sozialen Medien. Zudem bietet ein Gewinnspiel zusätzliche Anreize zur Teilnahme.

Emotionen und Mehrwert digital inszeniert

Jim & Jim verantwortet die Konzeption und Umsetzung der Content-Kampagne, die durch Videos, Social Media Content und eine spielerische Nutzerführung die Region Zürichsee als attraktives Ausflugsziel in Szene setzt. Durch die gezielte Ansprache der Schweizer Zielgruppe wird das Bewusstsein für die Destination gestärkt und die Interaktion mit potenziellen Besucher:innen gefördert.


Verantwortlich bei Zürich Tourismus: Janine Rupf (Head of Marketing), Andrea Scherrer (Project & Content Managerin). Verantwortlich bei Jim & Jim: Gesamtleitung: Robin Steiner, Projektleitung: Clarissa Crincoli, Idee und Konzeption: Melanie Luu, Robin Steiner, Clarissa Crincoli, Carolina Jimenez, Angela Ehrsam, Andrin Buchli, Bianca Stofer, Fabio Emch, On-Set Production: Robin Steiner, Clarissa Crincoli, Director: Melanie Luu, DOP: Carles Mas Clemente, Gaffer: Barnabas Kelemen, AC: Marc Guerraz, Ton: Diego Reiwald, Photography: Bianca Stofer, Social Media Content: Chiara Hess, Styling, Hair & Make-Up: Kim Joëlle Steiner, Runner: Iocco Cappellari, Art Direction & Graphic Design: Angela Ehrsam, Texting: Florian Schneider, Tobias Imbach, Post-Production: Lea Schnegg, Bianca Stofer, Color Grading: Barnabas Kelemen.

Unicef-Testamentkampagne: Kurt Aeschbacher wird für Kinder zum Brückenbauer

Was hinterlässt man wem, wenn man einmal nicht mehr ist? Dieser Frage geht Unicef-Botschafter Kurt Aeschbacher in der aktuellen Kampagne nach.

Das Wohlergehen von benachteiligten Kindern ist dem Moderator Kurt Aeschbacher seit 2004 mit seiner Ernennung zum Botschafter von Unicef Schweiz und Lichtenstein ein Anliegen. Aber sein Herz schlägt nicht nur jetzt für Mädchen und Buben in Not, sondern auch dann noch, wenn es nicht mehr schlägt. Mit einer Fundraising-Kampagne, die das Spenden über ein Legat im Testament in den Fokus stellt, geht das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen einen neuen Weg.

Dazu wurde ein Ratgeber entwickelt, der gratis online auf Unicef.ch/testament bestellt werden kann. In diesem wird das Thema anschaulich vorgestellt. Kurt Aeschbacher teilt seine Gedanken über Printinserate und in einem Video, das sowohl online wie auch in ausgewählten Kinos gezeigt wird. Das Konzept wurde von der Inhouse-Agentur der Unicef entwickelt und gemeinsam mit externen Partnern umgesetzt. Dabei wurde bei den Produktionen auf eine möglichst schlanke Umsetzung geachtet, ohne Abstriche bei der Qualität zu machen.


Kreation und Beratung: Unicef Inhouse Agentur. Foto: Mirjam Kluka @VisualEyes Artists. Assistenz: Elias Gmünder. Grooming: Lena Fleischer. DTP: Marjeta Morinc. Regie, Produktion, Sprachaufnahme, Post Produktion: Benedikt Schnermann. Steadicam: Raphael Werner. Audiomix: Tom Wenger, Tonstudios Z. Colorist: Jürgen Kupka, Unsere Farben.

Ursula Nötzli wird Partnerin bei Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten

Ursula Nötzli wird ab September 2025 Partnerin bei der Kommunikationsberatung Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten. Ihr Fokus liegt auf der strategischen Positionierung von Führungspersönlichkeiten sowie der Finanzmarktkommunikation – Themen, die sie bereits in ihrer bisherigen Karriere prägten.

TX Group

Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten gewinnt mit Ursula Nötzli eine erfahrene Kommunikationsstrategin als neue Partnerin. Die langjährige Kommunikationschefin der TX Group wird ihre neue Rolle am 1. September 2025 antreten und sich auf die Positionierung von Führungspersönlichkeiten sowie die Begleitung von Unternehmen in Transformationsphasen konzentrieren. Zudem bringt sie ihre Expertise in Finanzkommunikation, Kapitalmarkttransaktionen und ESG-Berichterstattung in die Kommunikationsberatung ein.

Nötzli, die zum Ende des vergangenen Jahres hin ihren Abschied von der TX Group bekannt gab, war dort seit 2021 als Chief Communications & Sustainability Officer tätig und seit 2022 Mitglied der Gruppenleitung. Sie verantwortete die Unternehmenskommunikation, Investor Relations sowie die Nachhaltigkeitsstrategie der Mediengruppe. In ihrer Amtszeit begleitete sie unter anderem die Gründung des Joint Ventures SMG Swiss Marketplace Group sowie die Übernahme von Clear Channel Schweiz.

Ihre berufliche Laufbahn begann Nötzli als Wirtschafts- und Börsenredaktorin bei der NZZ sowie der Finanz und Wirtschaft. Später leitete sie die Kommunikation von ABB Schweiz und war als Direktorin bei der Credit Suisse für kommunikative und strategische Themen tätig. Die promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin der Universität St. Gallen absolvierte zudem das Advanced Management Program (AMP) an der MIT Sloan School of Management.

Ihr Wechsel zur strategischen Beratung ist eine logische Fortsetzung ihrer bisherigen Karriere. Bei Hirzel.Neef.Schmid.Konsulenten wird sie Unternehmen und deren Führungspersonen in strategischen und kommunikativen Fragen beraten – insbesondere in herausfordernden Marktphasen und Transformationsprozessen.

Gislerprotokoll Stereotypen-Analyse 2024: Repräsentation hadert

Die vierte Stereotypen-Analyse des Vereins Gislerprotokoll zeigt: Die Anzahl an Geschlechter-Stereotypen in der Schweizer Werbung ist erstmals deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig gibt es bei der Repräsentation von Diversität noch Aufholbedarf.

Der bewusste Umgang mit Geschlechterrollen in der Werbung nimmt zu, wie die aktuelle Stereotypen-Analyse 2024 des Vereins Gislerprotokoll zeigt. In den 300 untersuchten Werbespots kamen in nur 16 Prozent stereotype männliche oder weibliche Rollenbilder vor. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren. Nina Bieli, Präsidentin des Gislerprotokolls, sieht darin eine positive Entwicklung: «Was wir dieses Jahr viel öfter gesehen haben, ist, dass Unternehmen und Agenturen zwar immer noch hier und da mit Stereotypen arbeiten – also zum Beispiel mit einem Experten, der dem Publikum etwas erklärt –, der Einsatz aber stärker reflektiert wird und bewusster erfolgt.»

Auffällig ist, dass traditionelle Rollenzuweisungen zunehmend durchbrochen werden. So hält sich die Anzahl an Spots mit fürsorglichen männlich oder weiblich gelesenen Personen mittlerweile die Waage (10 vs. 12 Spots), und auch Expertinnen werden häufiger gezeigt (15 Spots, Experten: 22). Einzig im Genre «Humor» bleibt das Bild unverändert: Männlich gelesene Personen dominieren weiterhin humorvolle Werberollen, während nur zwei Spots eine lustige weiblich gelesene Hauptfigur zeigen.

«Wir freuen uns über diese positive Entwicklung. Männlich und weiblich gelesenen Personen werden mehr Facetten zugesprochen, die Werbung wird vielfältiger in Bezug auf Geschlechterrollen. Das unterstreicht auch nochmal die Botschaft, die das Gislerprotokoll seit Beginn an vertritt: Es geht uns nicht darum, den Einsatz von Stereotypen zu verbieten, sondern darum, dass wir uns als Branche bewusstwerden, welche unhinterfragten Gender-Vorstellungen wir mit unserer Arbeit immer wieder reproduzieren. Und diese dann weniger häufig und wenn, dann reflektierter einsetzen – was oft bedeutet, dass ein Stereotyp auch gleich gebrochen wird. Unser propagiertes Ziel, der ‹Klischeeknick›, wird also immer häufiger Realität und das dank unseren über 200 fantastischen Mitgliedern», so Nina Bieli.

Diversität in der Werbung: Fortschritte, aber kein Durchbruch

Neben Gender-Stereotypen analysierte das Gislerprotokoll auch andere Dimensionen der Repräsentation. Homosexuelle Paare wurden in 10 Prozent der Spots mit Paarsituationen gezeigt, was Angaben zufolge in etwa dem statistischen Anteil in der Bevölkerung entspricht. Ganz anders sieht es bei genderqueeren Personen aus: Sie kamen nur in zwei Spots vor, obwohl sich einer Studie zufolge rund 13 Prozent der Schweizer Bevölkerung als Teil der LGBTQ+-Community identifizieren.

Auch nicht-weisse Personen sind laut Analyse in der Werbung nach wie vor unterrepräsentiert. Zwar kamen sie in 52 der analysierten Spots (17 Prozent) vor, in Hauptrollen jedoch nur in 21 Fällen. Allerdings spielten sie häufiger auch ohne Promi-Status oder Themenbezug – wie zum Beispiel Entwicklungshilfe – ausserhalb eine Hauptrolle. Ältere Menschen hingegen sind sowohl quantitativ als auch qualitativ gut vertreten: In 15 Prozent der Spots wurden über 70-Jährige gezeigt, oft als vitale und am Leben interessierte Personen.

Langsame, aber konstante Veränderungen

Verglichen mit den Vorjahresergebnissen zeichnet sich eine schrittweise Verbesserung ab. 2023 enthielten noch rund 50 Prozent der untersuchten Werbespots stereotype Darstellungen, 2024 sind es nur noch 16 Prozent. Besonders auffällig ist der Rückgang des sogenannten «Topfpflanzentests» – also der rein dekorativen Darstellung von Frauen oder Minderheiten. Dieser wurde im Vorjahr noch bei 30 Spots angewendet, 2024 sank der Wert weiter.

Trotz dieser Fortschritte bleibt Luft nach oben. Die Werbung wird vielfältiger, doch echte Gleichstellung und Repräsentation sind noch nicht erreicht. Während Geschlechterrollen zunehmend durchbrochen werden, hinkt die Darstellung anderer gesellschaftlicher Gruppen hinterher. Gislerprotokoll-Präsidentin Nina Bieli fasst zusammen: «Viele Unternehmen setzen facettenreichere Kommunikation um – in Bezug auf Gender-Stereotype, aber auch auf weitere Diversity-Dimensionen. Trotzdem muss und darf noch etwas passieren.»

«Nichts hält uns auf!»: Rosarot startet lokale Offensive für Obi

Obi setzt seinen Wachstumskurs in der Schweiz fort und verstärkt seine Markenpräsenz mit einer neuen Frühlingskampagne unter dem Motto «Nichts hält uns auf!». Für die lokale Umsetzung zeichnet Rosarot verantwortlich.

Nach der Übernahme der Migros Do It + Garden Filialen und der Expansion mit insgesamt drei zusätzlichen Standorten in der Westschweiz und im Tessin, startete Obi am Montag mit einer gross angelegten Werbekampagne.

Lokale Plakatkampagne mit Rosarot

Für den Schweizer Markt setzt Obi auf eine massgeschneiderte Out-of-Home-Plakatkampagne, die gemeinsam mit der Zürcher Agentur Rosarot entwickelt wurde. Die Kampagne positioniert die Marke Obi als erste Anlaufstelle für DIY- und Gartenprojekte in der Schweiz. Die Sujets werden an hochfrequentierten Standorten in urbanen und ländlichen Regionen platziert, um eine maximale Reichweite und Sichtbarkeit zu gewährleisten.

Internationale TV-Kampagne mit starker Botschaft

Parallel zur lokalen Aktivierung startet Obi eine internationale TV-Kampagne, die gleichzeitig in neun Ländern ausgestrahlt wird, darunter Deutschland, Österreich, Italien und die Schweiz. Zum goldenen Hirschen und E+P-Films konzipierten und entwickelten den Spot, der unter dem Motto «Nichts hält uns auf!» steht und dazu aufruft, neue Projekte mit Obi mutig anzugehen.

Die Mediaplanung für die gesamte Schweizer Kampagne, inklusive der Plakatkampagne, sowie Bewegtbild in TV und Digital, übernahm Pilot Suisse. Die Kampagne setzt auf starke Emotionen, Teamgeist und die Freude am gemeinsamen Schaffen. Highlight des Spots ist die musikalische Untermalung mit der legendären Hymne «Don’t Stop Me Now» von Queen.

Marketingfokus: Lokale Relevanz trifft internationale Strahlkraft

Für die Kampagne verbindet Obi eine lokal ausgerichtete Markenkommunikation mit einer internationalen Markenbotschaft. Ziel ist es, Kund:innen zu inspirieren und Obi als führenden DIY-Partner in der Schweiz zu etablieren. «Mit unserer neuen Frühlingskampagne zeigen wir eindrucksvoll, dass Obi in der Schweiz richtig durchstartet und bereit ist, den Markt mit kreativen und inspirierenden Lösungen zu bereichern. Die Kombination aus lokaler OOH-Kampagne und internationaler TV-Präsenz ermöglicht es uns, sowohl emotionale Nähe als auch eine starke Markenidentität zu schaffen», sagt Nicolas Bill, Marketingleiter von Obi Schweiz.

Numéro10 für Amnesty Schweiz: Tanzen für die Demonstrationsfreiheit

«Du bist frei zu tanzen, sowie zu demonstrieren. Demonstrieren ist ein Menschenrecht!» Mit diesem Slogan startet Amnesty International die zweite Phase ihrer Kampagne für die Demonstrationsfreiheit in der Schweiz. Die Agentur Numéro 10 hat für die Schweizer Sektion die nationale Kampagne realisiert.

Amnesty International Schweizer Sektion beleuchtet das Demonstrationsrecht und rückt es durch eine Petition in den Fokus der Diskussion. Demonstrieren ist nicht nur ein Privileg, sondern ein fundamentales Menschenrecht – auch in der Schweiz, wo es zunehmend eingeschränkt wird. Numéro10 hat eine Kampagne konzipiert, um die Petition zu fördern. Im Zentrum steht dabei der Tanz als eindringliche Analogie für dieses Recht.

Der Tanz ist eine der ursprünglichsten Formen menschlichen Ausdrucks. Lange bevor wir Worte fanden, konnten wir durch Tanz Emotionen, Hoffnung und den Ruf nach Freiheit kommunizieren. Heute haben wir in der Schweiz das Recht, zu tanzen – ebenso wie das Recht, zu demonstrieren. Diese Parallele unterstreicht die Bedeutung jeder Bewegung und jedes Schrittes als Ausdruck der Freiheit – ein Recht, das so selbstverständlich sein sollte wie die Meinungsfreiheit selbst.

Die nationale Onlinekampagne wird von den Influencer:innen Lisa Christ und Nidonite begleitet, die das Thema kritisch, transparent und authentisch aufgreifen. Der Startschuss fällt Mitte März, ergänzt durch begleitende Offline-Massnahmen im Sommer.

Sir Mary und PostFinance wissen, was im Business zählt

Nach dem Image-Auftakt im Februar macht Sir Mary nun den zweiten kreativen Aufschlag rund um den neuen Leitsatz «Wissen, was zählt» der PostFinance. Ziel der Firmenkund:innen-Kampagne ist, PostFinance als zuverlässige Partnerin im betrieblichen Alltag von Schweizer Unternehmen zu positionieren.

Im Mittelpunkt stehen echte und relevante Fragen von Unternehmer:innen. Durch diese authentische Ansprache soll deutlich werden, dass PostFinance als Partnerin die Bedürfnisse und Herausforderungen ihrer Firmenkund:innen ernst nimmt und versteht.

«Eine starke Partnerin muss die Sorgen und Herausforderungen ihrer Kund:innen kennen. Das bedeutet, sie muss zuhören. Unsere Kampagne vermittelt genau diese Botschaft – nur so können wir Lösungen bieten, die den echten Anliegen gerecht werden», erklärt Daria Meier, verantwortliche Marketing Managerin bei PostFinance.

Drei Spots zeigen die komplexen Herausforderungen des unternehmerischen Alltags. Durch aufwendige Kamerafahrten in einer Industriehalle, einer MRT-Praxis und einem Outdoor-Fachgeschäft werden sowohl visuelle Akzente gesetzt als auch die vielen Facetten der Unternehmenswelt greifbar gemacht. Am Ende kommen die Unternehmer:innen selbst zu Wort und benennen die Herausforderungen, die sie täglich beschäftigen.

Die Spots werden von diversen (D)OOH- und Anzeigen-Motiven, Publireportagen sowie weiteren digitalen Assets, Social-Media-Massnahmen und Content-Formaten flankiert. Auf der Landingpage werden die drängendsten Fragen durch Blog- und Gastbeiträge eingeordnet, während passende Produkte direkt als konkrete Lösungen präsentiert werden können.


Verantwortlich bei PostFinance: Daria Meier (Marketing Managerin / Projektleitung), Dennis Lengacher und Yves Ekmann (Leiter Marketing Communications im Co-Lead), Yvonne Schönbächler (Teamleiterin Campaigning B2B & Payment Solutions), Sibylle Graf (Marketing Managerin), Alessandro Di Leta (Leiter Customer Centricity & Innovation Design), Julia Mehr (Marktmanagerin Firmenkunden). Verantwortlich bei Sir Mary: Adrian Merz (Executive Creative Director), Katrin Espelage (Creative Director), Lukas Wietlisbach (Art Director), Jacqueline Rufener (Copywriter), Jan-Florian Ege (Copywriter), Florian Maissen (Graphic Designer), Flurin Hardt (Account Director), Sara Lopez (Account Manager), Nicolas Hostettler (Managing Director), Daniel Zuberbühler (Managing Partner). Produktion: Hillton; Mona Bertschinger (Executive Producer), Yanik Müller (Producer), Gustaf Richter (Line Producer), Tobias Bonfanti (Director), Patrick Pichler (DOP), Marc Angele (Postproduction Coordinator), Marvin Kühner (Editor), Per Kasch (Fotografie), DubDub Studios GmbH (Sounddesign & Mix), Felix Geen (VFX Supervisor /Lead), Julia Rossetti (Grading), Luca Colaci (Music Composition). Media:
Havas Media, Webrepublic.

Das sind die Gewinnerinnen des SEF.WomanAward 2025

Paulina Grnarova, Mitgründerin und CEO des KI-Start-ups Deepjudge, hat den diesjährigen «SEF.Woman Award» gewonnen. Das Swiss Economic Forum ehrt sie für ihre KI-Lösung für Anwaltskanzleien als «Jungunternehmerin des Jahres».

Bea Knecht, Paulina Grnarova und Antja Kanngiesser erhalten den diesjährigen SEF.WomanAward. (Bild: NZZ Connect)

Im The Circle Zürich hat NZZ Connect das fünfte Jahr in Folge den Wirtschaftspreis für Frauen, den Swiss Economic Forum Woman Award verliehen. Eine der drei gekürten Frauen war Paulina Grnarova, wie NZZ Connect mitteilt. Grnarova, Mitbegründerin und CEO des KI-Start-ups Deepjudge erhielt die Auszeichnung in der Kategorie «Jungunternehmerin des Jahres».

Die gebürtige Nordmazedonierin gründete das ETH-Spin-off Deepjudge 2021, um mit künstlicher Intelligenz den juristischen Suchprozess zu transformieren. Grnarova ist laut Mitteilung promovierte Informatikerin und wurde bereits in die «Forbes 30 under 30»-Liste aufgenommen.

Einen weiteren Award überreichte das Swiss Economic Forum an Bea Knecht. Als Gründerin des TV-Streaming-Dienstes Zattoo habe sie neue Geschäftsmodelle in der Technologiebranche entwickelt und sei eine Expertin für digitale Transformation, heisst es in der Mitteilung. Dafür ernannten sie die Veranstalter zur Ehrenpreisträgerin des Jahres 2025. Des Weiteren erhielt Alpiq-CEO Antje Kanngiesser die Auszeichnung in der Kategorie «Unternehmerin/CEO des Jahres». (Dylan Windhaber/rja)


Dieser Artikel erschien zuerst in der Netzwoche.

Der SEF.WomanAward ehrt Frauen mit einem herausragenden unternehmerischen Leistungsausweis und schafft damit gleichzeitig eine kraftvolle und zukunftsgerichtete Plattform für Unternehmerinnen.

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