20 Minuten stellt Printausgabe per Ende 2025 ein
20 Minuten richtet sich neu auf das digitale Geschäft aus und stellt die gedruckte Tageszeitung Ende 2025 ein. Im Zuge der Neuausrichtung wird eine nationale Redaktion geschaffen, strukturelle Anpassungen betreffen bis zu 80 Stellen.

20 Minuten stellt ihre gedruckte Tageszeitung per Ende 2025 in der gesamten Schweiz ein. Das Medienunternehmen reagiert damit auf die veränderte Mediennutzung und rückläufige Einnahmen im Printgeschäft. Bereits in den letzten zwei Jahren hat 20 Minuten die digitale Marktposition deutlich ausgebaut und Anfang 2025 die Eigenvermarktung vollständig übernommen.
Im Zentrum der neuen Strategie steht die Investition in das Digitalangebot: Substanzielle Mittel fliessen in die Weiterentwicklung von Produkt, Marken und kommerziellen Angeboten. Ab dem vierten Quartal 2025 sollen entsprechende Neuerungen schrittweise eingeführt werden, darunter auch Anwendungen künstlicher Intelligenz sowie neue digitale Werbeumfelder.
Parallel dazu wird die Organisation neu strukturiert. Die bisher getrennt geführten Redaktionen in der Deutsch- und Westschweiz werden zu einer nationalen Redaktion mit Standorten in Lausanne, Bern und Zürich zusammengeführt. Die Regionalbüros in Basel, Genf, Luzern und St. Gallen sollen per Ende 2025 geschlossen werden. Die regionale Berichterstattung soll künftig über ein Korrespond:innentennetz abgedeckt werden.
Désirée Pomper, derzeit publizistische Leiterin der Deutschschweizer Ausgabe, übernimmt per 1. September 2025 die publizistische Gesamtleitung von 20 Minuten und 20 Minutes. Philippe Favre, Gründungschefredaktor von 20 Minutes, wird Directeur Romandie und leitet künftig den Standort Lausanne sowie die Aktivitäten in der Westschweiz und die Zusammenarbeit mit dem Joint Venture L’essentiel in Luxemburg. Die Romandie wird zudem künftig in der nationalen Chefredaktion vertreten sein.
Die Umstellung führt – vorbehaltlich des laufenden Konsultationsverfahrens – zu einem Stellenabbau von bis zu 80 Vollzeitstellen in Redaktion und Verlag, heisst es weiter. Für die betroffenen Mitarbeitenden ist ein Sozialplan vorgesehen.
Auch die gedruckte Ausgabe von 20 Minuti im Tessin soll per Ende 2025 eingestellt werden. Die Aktivitäten in der Region konzentrieren sich künftig auf das Newsportal Tio/20 minuti. Das Print- und Onlineangebot von L’essentiel in Luxemburg bleibt unverändert bestehen.
«Wir starten aus der Pole Position in die digitale Zukunft und richten dafür unsere Angebote und unsere Organisation komplett neu aus. Gleichzeitig bedauern wir den damit verbundenen Stellenabbau ausserordentlich. Wir werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während dieser Veränderungen eng begleiten», erklärt CEO Bernhard Brechbühl.
Désirée Pomper ergänzt: «Die neue nationale Redaktion erlaubt uns eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Deutsch- und Westschweiz und ein inhaltliches Digitalprodukt aus einem Guss, das den Bedürfnissen beider Landesteile weiterhin gerecht wird.»





























