20 Minuten stellt Printausgabe per Ende 2025 ein

20 Minuten richtet sich neu auf das digitale Geschäft aus und stellt die gedruckte Tageszeitung Ende 2025 ein. Im Zuge der Neuausrichtung wird eine nationale Redaktion geschaffen, strukturelle Anpassungen betreffen bis zu 80 Stellen.

Am 13. Dezember 1999 erschien die allererste 20-Minuten-Printausgabe. Nun wird diese eingestellt.

20 Minuten stellt ihre gedruckte Tageszeitung per Ende 2025 in der gesamten Schweiz ein. Das Medienunternehmen reagiert damit auf die veränderte Mediennutzung und rückläufige Einnahmen im Printgeschäft. Bereits in den letzten zwei Jahren hat 20 Minuten die digitale Marktposition deutlich ausgebaut und Anfang 2025 die Eigenvermarktung vollständig übernommen.

Im Zentrum der neuen Strategie steht die Investition in das Digitalangebot: Substanzielle Mittel fliessen in die Weiterentwicklung von Produkt, Marken und kommerziellen Angeboten. Ab dem vierten Quartal 2025 sollen entsprechende Neuerungen schrittweise eingeführt werden, darunter auch Anwendungen künstlicher Intelligenz sowie neue digitale Werbeumfelder.

Parallel dazu wird die Organisation neu strukturiert. Die bisher getrennt geführten Redaktionen in der Deutsch- und Westschweiz werden zu einer nationalen Redaktion mit Standorten in Lausanne, Bern und Zürich zusammengeführt. Die Regionalbüros in Basel, Genf, Luzern und St. Gallen sollen per Ende 2025 geschlossen werden. Die regionale Berichterstattung soll künftig über ein Korrespond:innentennetz abgedeckt werden.

Désirée Pomper, derzeit publizistische Leiterin der Deutschschweizer Ausgabe, übernimmt per 1. September 2025 die publizistische Gesamtleitung von 20 Minuten und 20 Minutes. Philippe Favre, Gründungschefredaktor von 20 Minutes, wird Directeur Romandie und leitet künftig den Standort Lausanne sowie die Aktivitäten in der Westschweiz und die Zusammenarbeit mit dem Joint Venture L’essentiel in Luxemburg. Die Romandie wird zudem künftig in der nationalen Chefredaktion vertreten sein.

Die Umstellung führt – vorbehaltlich des laufenden Konsultationsverfahrens – zu einem Stellenabbau von bis zu 80 Vollzeitstellen in Redaktion und Verlag, heisst es weiter. Für die betroffenen Mitarbeitenden ist ein Sozialplan vorgesehen.

Auch die gedruckte Ausgabe von 20 Minuti im Tessin soll per Ende 2025 eingestellt werden. Die Aktivitäten in der Region konzentrieren sich künftig auf das Newsportal Tio/20 minuti. Das Print- und Onlineangebot von L’essentiel in Luxemburg bleibt unverändert bestehen.

«Wir starten aus der Pole Position in die digitale Zukunft und richten dafür unsere Angebote und unsere Organisation komplett neu aus. Gleichzeitig bedauern wir den damit verbundenen Stellenabbau ausserordentlich. Wir werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während dieser Veränderungen eng begleiten», erklärt CEO Bernhard Brechbühl.

Désirée Pomper ergänzt: «Die neue nationale Redaktion erlaubt uns eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Deutsch- und Westschweiz und ein inhaltliches Digitalprodukt aus einem Guss, das den Bedürfnissen beider Landesteile weiterhin gerecht wird.»

CannesFessions: Ralph lanciert anonyme Hotline für Festivalbeichten

Zur Cannes-Lions-Woche hat die Agentur Ralph eine Hotline eingerichtet, über die Festivalbesuchende anonyme Anekdoten und Ausrutscher teilen können. Ob peinlich, kurios oder amüsant – die Geschichten sollen später publiziert werden.

Bei den Cannes Lions eventuell zu tief ins Glas geschaut und sich vor der Chefin blamiert? Dafür ist die CannesFessions-Hotline da. (Bild: zVg.)

Mit «CannesFessions» lanciert die Agentur Ralph eine Hotline, auf der Festivalteilnehmende ihre unterhaltsamsten Cannes-Momente anonym hinterlassen können. Die Aktion ist als augenzwinkernder Beitrag zur Festivalwoche gedacht und richtet sich an alle, die ihre persönlichen Fauxpas oder Eskapaden auf unterhaltsame Weise teilen möchten. Ob Gesicht-voraus in eine Palme entlang der Croisette, sonstige peinlichen Kund:inneninteraktionen oder das wiederholte nächtliche Verlaufen in Le Suquet – alle Geschichten seien willkommen, wie es heisst.

Die eingesprochenen Geschichten werden laut Agentur technisch anonymisiert, sodass keine Rückschlüsse auf die Absender:innen möglich sind. Wie und wann die Anekdoten veröffentlicht werden, sei allerdings noch offen. Denkbar seien redaktionelle Beiträge, Podcasts oder ein Mention im «Ralph Magazine».

Ziel der CannesFessions sei es laut CEO Chris Hassell, «ein bisschen Unterhaltung nach Cannes zu bringen». Chief Growth Officer Gareth Jones ergänzt: «Cannes ist auch ein Ort für die Geschichten, die nicht im Wettbewerb eingereicht werden – aber trotzdem dazugehören.»

Die Hotline ist bereits freigeschaltet und unter der Nummer +44 1880 280085 erreichbar. Zudem kursieren Visitenkarten mit dem Hinweis auf CannesFessions derzeit entlang der Croisette.

Die international tätige Kreativagentur unterhält Niederlassungen in London, New York, Los Angeles, Tokio und Mumbai. Die Agentur arbeitet unter anderem für Marken wie Tubi, Sky, Spotify, Apple TV+, Corona, Netflix und Sony.

Reto Nause für STV-Präsidium nominiert

Der Berner Nationalrat Reto Nause soll neuer Präsident des Schweizer Tourismus-Verbands werden. Die Wahl ist für die Generalversammlung vom 22. August 2025 in Locarno vorgesehen.

(Bild: zVg.)

Der Vorstand des Schweizer Tourismus-Verbands STV schlägt Nationalrat Reto Nause als neuen Präsidenten vor. Der langjährige Berner Gemeinderat soll die Nachfolge von Nicolò Paganini antreten, der den Verband nach rund fünfeinhalb Jahren an der Spitze verlässt.

Nause bringt Erfahrung in Exekutive und Bundespolitik mit und kennt sowohl urbane als auch alpine Tourismusrealitäten. Als Vorsteher der Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern verfügt er über Fachwissen in Nachhaltigkeitsfragen – ein Bereich, der im STV eine zentrale Rolle spielt. Seine Tätigkeit in der Finanzkommission des Nationalrats unterstreicht seine Vertrautheit mit finanzpolitischen Fragen, die auch für die tourismuspolitische Arbeit auf Bundesebene von Bedeutung sind.

«Mit Reto Nause schlagen wir der Generalversammlung eine starke Führungspersönlichkeit mit Brückenbauerqualitäten vor», sagt STV-Vizepräsident Stephan Kurmann. «Er bringt politische Erfahrung, finanzpolitisches Verständnis und ein klares Bekenntnis zur gesamtschweizerischen Tourismusentwicklung mit.»

Nause will als Präsident die unterschiedlichen Interessen innerhalb der Branche bündeln und gezielt vertreten. Er sieht den Tourismus als verbindendes Element zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. «Die touristische Wertschöpfungskette ist zentral für unser Land. Sie verdient die entsprechende politische Aufmerksamkeit und gute Rahmenbedingungen», so Nause. «Ich sehe meine Aufgabe darin, die Interessen der verschiedenen Branchen zusammenzubringen, gemeinsame Anliegen zu schärfen und sie mit Überzeugung gegenüber Politik und Öffentlichkeit zu vertreten.»

Der bisherige Präsident Nicolò Paganini war seit 2020 im Amt (Markt-kom.com berichtete). In seine Amtszeit fielen unter anderem die Weiterentwicklung der STV-Verbandsstrukturen sowie die Herausforderungen der Covid-19-Pandemie. Mit dem angekündigten Rücktritt beginnt eine geregelte Übergangphase. Nause soll sich frühzeitig auf die bevorstehende neue Förderperiode der Standortförderungsbotschaft vorbereiten können. Die Wahl und offizielle Amtsübergabe erfolgen an der Generalversammlung am 22. August 2025 in Locarno.

Cavalcade und Swissquote lassen den Bullen frei

Mit einem inszenierten Bullenritt durch die Stadt will Swissquote zeigen, dass Investieren heute allen offensteht. Konzipiert wurde die aktuelle Kampagne von der Westschweizer Agentur Cavalcade.

Für die aktuelle Werbekampagne positioniert sich Swissquote mit einem visuellen und symbolischen Bruch mit der traditionellen Finanzwelt. Im Zentrum steht ein Werbefilm, in dem eine Frau auf einem Bullen durch eine urbane Kulisse reitet – ein Bild, das den bekannten «Wall-Street-Bullen» neu interpretiert. Die Kampagne richtet sich explizit an ein breites, auch weibliches Publikum und will ein Zeichen für Offenheit und Zugänglichkeit beim Thema Investieren setzen.

Zudem weist der Spot auch auf das Sponsoring-Engagement von Swissquote an der UEFA Women’s Euro 2025 hin. Die Kernaussage: «Packen Sie Ihre Finanzen bei den Hörnern.»

Konzipiert wurde die Kampagne von Cavalcade, die filmische Umsetzung stammt von Regisseur Erik Morales, produziert wurde der Film von Blur in Barcelona. Neben dem zentralen Spot wird die Kampagne über verschiedene Kanäle ausgespielt – darunter TV, digitale Out-of-Home-Formate, Plakate sowie Online-Werbemittel.


Verantwortlich bei Swissquote: Jan De Schepper, Chief Sales and Marketing Officer; Romain Le Baud, Head Marketing; Camille Padel, Brand Marketing Manager; Fanny Vario, Brand Manager. Verantwortlich bei Cavalcade: David von Ritter, Creative Director, copywriter; Arbnon Pajaziti, Art Director; Emma Parente, Graphic Designer; Nina Hugentobler, Client Director; Patricia Azevedo, Account Manager.

Salesforce setzt auf KI-Agenten im Marketing

Salesforce erweitert seine Marketing Cloud um autonome KI-Agenten, die Aufgaben eigenständig abwickeln können. Die Lösung bietet Funktionen wie eine automatisierte Kampagnenerstellung, Marketing-Management sowie bidirektionale Kundenkommunikation.

(Bild: Salesforce)

Der Cloud-Anbieter Salesforce hat mit der Marketing Cloud Next eine Weiterentwicklung seiner Marketinglösung lanciert. Im Zentrum der Neuerungen stehen KI-Agenten, die Aufgaben im gesamten Marketing-Funnel eigenständig übernehmen, wie Salesforce mitteilt. Demnach können die KI-Agenten unter anderem den Aufbau von Kampagnen, Performance-Optimierungen und Personalisierungen automatisieren. Insbesondere ersetzen sie laut Mitteilung klassische «Do-not-reply»-Nachrichten durch bidirektionale Kommunikation über jeden Kanal.

Die KI-Agenten würden vollständig autonom agieren: Sie erstellen Inhalte, definieren Zielgruppen, personalisieren Nachrichten und Web-Layouts, optimieren die Leistung und verwalten die Abstimmung zwischen Teammitgliedern und Kanälen. Für Marketingabteilungen stehen gemäss Salesforce zudem Funktionen wie automatisiertes Lead-Management, Paid Media Optimization und die Integration unstrukturierter Daten zur Verfügung. Die Lösung sei direkt in Salesforce- Cloud-Dienste eingebettet und nicht nur für Marketing, sondern auch für Vertriebs- und Kundenservice-Anwendungen geeignet.

Die neuen Agentforce-Funktionen – Campaign Creation, Personalization Decisioning, Lead Management, Paid Media Optimization sowie Segment Intelligence – sind bereits jetzt verfügbar, wie Salesforce mitteilt. Eine Erweiterung der Partnerschaft mit Linkedin sei zudem für November 2025 geplant. Damit können Marketingabteilungen laut Mitteilung in der Marketing Cloud Next die Data Cloud Konversionsereignisse verfolgen, Kunden- und Unternehmenslisten für Ad-Targeting synchronisieren und Linkedins Zielgruppenanalysen einsehen. (Filip Sinjakovic/dwi)


Dieser Artikel erschien zuerst in der Netzwoche.

Studio Thom Pfister realisiert Auftritt für Haco zur PLMA 2025

Studio Thom Pfister konzipierte den Auftritt der Haco-Gruppe an der diesjährigen PLMA und setzte die «Custom-Made Snacks» visuell in Szene.

Die Haco-Gruppe fokussiert sich Angaben zufolge auf die Entwicklung und Produktion von «Custom-Made Snacks». Für den Auftritt an der internationalen Fachmesse PLMA 2025 wurde Studio Thom Pfister mit der Konzeption und Umsetzung beauftragt. Ziel war es, das Unternehmen und seine Riegel sichtbar zu machen.

Im Zentrum der Gestaltung stand eine reduzierte, visuell geprägte Inszenierung, bei der die Riegel gestapelt präsentiert werden. Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit Oliver Hallberg und zielte auf eine klare, ästhetisch orientierte Kommunikation.


Verantwortlich bei Haco: Isabelle Brechbühl (Sales Assistant Custom-Made Snacks), Patrick Freiberg (Head of Sales Custom-Made Snacks). Verantwortlich bei Studio Thom Pfister: Thom Pfister (Creative Director), Ursula Rytz (Beratung), Roland Zenger (Art Director), Daniel Hackiewicz (Graphic Design & Web Development), Sharon Moor (Graphic Designer).

Zattoo feiert 20 Jahre TV-Streaming

Vor 20 Jahren als Pionier gestartet, ist Zattoo heute eine der führenden TV-Streaming-Plattformen Europas. Zum Jubiläum blickt das Unternehmen auf technologische Meilensteine und eine strategische Weiterentwicklung.

Zattoo begeht im Juni 2025 sein 20-jähriges Bestehen. Gestartet wurde die Plattform 2005 von Bea Knecht und Sugih Jamin mit dem Ziel, Live-TV legal und für alle zugänglich im Internet zu streamen. Bereits ein Jahr später erreichte Zattoo über eine Million Nutzende – ohne Werbebudget. Die offizielle Premiere fand im Sommer 2006 zur Fussball-WM statt.

Seitdem hat das Unternehmen die Entwicklung des digitalen Fernsehens massgeblich mitgeprägt. Es war eigenen Angaben zufolge unter anderem Vorreiter bei mobilen TV-Apps, Smart-TV-Anwendungen, Replay-TV und On-Demand-Angeboten. Auch im Werbemarkt setzte Zattoo früh auf Innovation, etwa mit dem dynamischen Austausch von Werbeblöcken im Livestream.

Heute betreibt Zattoo White-Label-Plattformen für über 30 Anbieter in zehn Ländern, darunter 1&1 in Deutschland, Salt in der Schweiz und Waoo in Dänemark. Die Plattform ist auf einer Vielzahl von Endgeräten verfügbar und weist eine breite technische Reichweite auf. Seit 2020 arbeitet Zattoo klimaneutral und wurde im gleichen Jahr mit dem Technology & Engineering Emmy Award ausgezeichnet.

Künftig will sich Zattoo auf vier strategische Geschäftsfelder konzentrieren: das Direct-to-Consumer-Geschäft in der DACH-Region, die End-to-End-TV-Plattform für Internetanbieter, modulare Angebote für Broadcaster und OTT-Anbieter sowie Werbelösungen im Connected-TV-Bereich.

20 Jahre Zattoo, zusammengefasst in elf Meilensteine. (Screenshot: Zattoo.com)

Zum Jubiläum bedankt sich Zattoo bei seinen zahlenden Abonnent:innen in Deutschland und der Schweiz mit einem kostenlosen Monat Zattoo Plus Entertainment. Zudem werden ab Montag 20 Jahresabos für «Zattoo Ultimate» verlost.

«Vor 20 Jahren haben wir den ersten Schritt gemacht, Fernsehen ins Internet zu bringen, gegen viele Widerstände, aber mit einer klaren Vision. Heute streamen Millionen Menschen über unsere Plattform. Das erfüllt uns mit grossem Stolz. Dieses Jubiläum feiern wir mit Dankbarkeit und mit dem Antrieb, TV- und Video-Streaming auch in Zukunft nachhaltig zu prägen», sagt Roger Elsener, CEO von Zattoo.

Neu: Früchte frittieren für eine gesunde Psyche

Neu Creative Agency schickt die Kampagne «Wie geht’s dir» in die nächste Phase. Diesmal stehen sechs konkrete Impulse zur Stärkung psychischer Gesundheit im Fokus.

Psychische Gesundheit betrifft uns alle: Jeder zweite Mensch erkrankt einmal im Leben psychisch; alle sind ab und zu psychisch belastet. Die Stärkung der Psyche und das frühzeitige Erkennen von Problemen lohnen sich – auf individueller sowie auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene. Die Kampagne «Wie geht’s dir?» will dazu einen Beitrag leisten.

Im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz wird die Kampagne seit vielen Jahren von der Stiftung Pro Mente Sana in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kantonen und Organisationen in der gesamten Deutschschweiz umgesetzt. Die neue Kampagnenphase wurde mit der Agentur Neu entwickelt, die den mehrjährigen Kampagnen-Etat in einer mehrstufigen Agenturevaluation mit Strategie- und Kreativpitch gewann.

Nachdem die Kampagne in bisherigen Phasen strategisch auf Enttabuisierung, Sensibilisierung und das Gespräch über eigene Gefühle zielte, stehen nun sechs Impulse zur Stärkung psychischer Gesundheit im Zentrum: Beziehungen pflegen, Neues entdecken, Lebensstil beachten, Selbstwert erkennen, Gespräch suchen und Unterstützung annehmen. Ihre Wirksamkeit ist nachgewiesen – und intuitiv einfach nachvollziehbar.

Diese intuitive Nachvollziehbarkeit ist gleichzeitig eine Herausforderung für die Kampagne. Um die an sich wenig überraschenden Impulse aufmerksamkeitsstark zu vermitteln, werden sie in der Kampagne mit humorvollen Beispielen verbunden. Diese sollen einerseits zur Auseinandersetzung motivieren, andererseits das noch immer von vielen verdrängte Thema der psychischen Gesundheit mit Lebenslust, Freude und Energie assoziieren.

Das relevante Thema soll eine breite Zielgruppe ansprechen. Besonderes Augenmerk galt bei der kreativen und mediastrategischen Entwicklung der Kampagne einer jüngeren Zielgruppe. Diese sei in Bezug auf Verhaltensmuster am flexibelsten sowie auch in einer Lebensphase, die viele neue Herausforderungen und damit auch psychische Belastungen bringt, heisst es.

Die Kampagne startet diese Tage mit einer breit angelegten Plakatkampagne und zahlreichen digitalen Massnahmen. Ausgelegt auf eine mehrjährige Laufzeit werden die Massnahmen erweitert und weiterentwickelt, wie auch über passende Kanäle kontext-, zeit- und zielgruppenspezifisch aktiviert.


Verantwortlich bei Kampagnenbüro «Wie geht’s dir»: Norina Schwendener, Svenja Sutter. Verantwortlich bei der Trägerschaft der Kampagne: Tamara Estermann, Kanton Luzern; Muriel Langenberger, Pro Mente Sana; Michael Müller, Gesundheitsförderung Schweiz; Annett Niklaus, Kanton Zürich; Denise Rudin, Kanton Graubünden; Corina Schweighauser, Kanton Basel-Stadt. Verantwortlich bei Neu Creative Agency: Andrea Braschler, Simon Rehsche, Nico Ammann, Nicole Vizcardo, Pian Gumpp, Fadi Nemr, Adriana Stepanov, Maison Fitzgerald. Bildbearbeitung: Patrik Rohner. Media: Mediaplus Suisse, Swiss Online Publishing.

Screenforce-Studie beleuchtet Verhältnis von TV und YouTube im Werbemarkt

TV und YouTube bieten unterschiedliche Stärken für Werbetreibende, wie die aktuelle Screenforce-Schweiz-Studie 2025 zeigt. Die qualitative Befragung bei 26 Fachpersonen gibt Einblick in Wahrnehmung, Nutzung und Bewertung beider Kanäle.

Die TV-Gattungsinitiative Screenforce Schweiz hat in ihrer aktuellen Studie die Positionierung von YouTube im Vergleich zu TV im Schweizer Werbemarkt untersucht. Das Insight Institute führte dazu qualitative Interviews mit 26 Bewegtbild-Expert:innen durch. Die Ergebnisse wurden Ende Mai im Rahmen des Screenforce Day erstmals präsentiert.

Im Zentrum standen sechs Vergleichskriterien: Targeting, Flexibilität, Messung, Reichweite, Preis und Qualität. Die Ergebnisse zeigen klare Unterschiede, insbesondere beim Targeting, bei der Werbewirkung sowie der Qualität des Werbeumfelds. Während TV für breite Publikumsansprache, hohe Glaubwürdigkeit, nachweisbare Messbarkeit und ein konsistentes Qualitätsumfeld steht, punktet YouTube vor allem durch Flexibilität und granulare Zielgruppenansprache.

In der Bewertung der Inhalte schneiden TV-Formate aus Sicht der Befragten besser ab: Sie gelten als hochwertiger, glaubwürdiger und wirkungsvoller – nicht zuletzt aufgrund der Nutzungssituation, der technischen Qualität auf grossen Bildschirmen und der stärkeren Emotionalisierung durch Storytelling.

Gleichzeitig sehen die Befragten auch Vorteile bei YouTube, insbesondere bei Budgeteffizienz, Schnelligkeit und Zielgruppenpräzision. Ein Preisvergleich sei jedoch schwierig, da zahlreiche Faktoren wie Spotlänge, Zielgruppendefinition oder Kontaktfrequenz zu berücksichtigen seien.

YouTube: weder Freund noch Feind

In der Gesamtbetrachtung wird YouTube von den Expert:innen weder als direkte Konkurrenz noch als Ergänzung zu TV verstanden, sondern als eigenständiger Kanal mit spezifischen Stärken. Die Wahl zwischen TV und YouTube hänge demnach stark von Kampagnenziel, Zielgruppe und Budget ab.

Wie es ein:e Befragte:r zusammenfasst: «TV ist wie ein Zürcher Geschnetzeltes, YouTube ist Fast Food. Beides schmeckt.» Die vollständigen Studienergebnisse sind auf der Website von Screenforce Schweiz abrufbar.

Ringier Advertising bleibt Vermarkterin von Blue News

Blue News setzt auch nach 2025 auf Ringier Advertising als exklusive Vermarkterin. Die Entscheidung fiel nach einem mehrstufigen Pitch-Verfahren zugunsten der bisherigen Partnerin.

Blue News gehört eigenen Angaben zufolge zu den reichweitenstarken digitalen Nachrichtenplattformen der Schweiz und ist in vier Sprachen verfügbar. Die Inhalte umfassen nationale und internationale News mit Fokus auf Sport und Unterhaltung. Täglich informiert das Portal über eine halbe Million Leser:innen.

Die Vermarktung des Newsportals bleibt weiterhin in den Händen von Ringier Advertising. Nach einem Pitch mit mehreren Mitbewerbenden entschied sich Blue Entertainment für eine Fortsetzung der seit 2016 bestehenden Zusammenarbeit.

Ringier Advertising bleibt damit auch über 2026 hinaus für die Werbevermarktung der Plattform verantwortlich. Laut Cyril Wick, CEO von Blue Entertainment, überzeugte Ringier Advertising mit «ihrer strategischer Ausrichtung, technischer Expertise und dem tiefen Verständnis für unsere Marke». Thomas Passen, Managing Director von Ringier Advertising, wertet die Verlängerung des Mandats als Bestätigung für das Team: «Wir freuen uns, diese starke Partnerschaft weiterzuführen und gemeinsam innovative Impulse im digitalen Werbemarkt zu setzen.»

Joyn Schweiz lanciert Nachwuchspreis für ZHdK-Filmabsolvent:innen

Mit dem «Joyn Newcomer Award» zeichnet Joyn Schweiz ab 2025 Abschlussprojekte aus dem Masterstudiengang Film der Zürcher Hochschule der Künste aus. Ziel ist die Förderung junger Filmschaffender und die Verbreitung innovativer Erzählformen.

Joyn Schweiz vergibt in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK erstmals den «Joyn Newcomer Award». Ausgezeichnet wird ein Abschlussprojekt aus dem Masterstudiengang Film, das durch Erzählweise, kreative Umsetzung und Nähe zum Publikum überzeugt. Die Preisverleihung findet am Freitag im Rahmen der offiziellen Diplomfeier der ZHdK statt.

Der prämierte Film wird auf der Streaming-Plattform Joyn Schweiz veröffentlicht und erhält damit eine nationale Bühne. Zusätzlich ist die Auszeichnung mit 5000 Franken dotiert. Der Preis soll nicht nur den Einstieg in die professionelle Filmverwertung erleichtern, sondern auch Sichtbarkeit für neue Talente schaffen und den Kontakt zur Branche fördern.

Mit dem Award will Joyn Schweiz die Vielfalt im nationalen Filmschaffen stärken. Andrea Haemmerli, Managing Director von Seven.One Entertainment Group Schweiz, sagt: «Junge Filmschaffende bringen frische Perspektiven und gesellschaftlich relevante Themen in die Filmlandschaft ein. Es ist wichtig, dass wir ihnen nicht nur applaudieren, sondern sie aktiv unterstützen und sichtbar machen.»

Über die Vergabe des Awards entscheidet eine vierköpfige Jury. Mit dabei sind Regisseur Pierre Monnard, die Produzenten Flavio und Silvio Gerber von der Filmgerberei, Andrea Haemmerli sowie Jacqueline Sasse, Head of Content Strategy bei Seven.One Entertainment Group Schweiz.

Prompt-Ökonomie: Warum Marken ihre Sprache nicht mehr tippen, sondern programmieren

Früher hiess es: Individualität entsteht überall dort, wo man sie nicht verhindert. Heute gilt das Gegenteil. In Large Language Models entsteht Charakter nur dort, wo er explizit verordnet wird. LLMs wählen das wahrscheinlichste, nicht das markentypischste Wort. Wer Sprache nicht codiert, landet im Mittelgrau.

Die Harvard Business Review meldet, dass bereits 58 Prozent der Konsument:innen Produktempfehlungen direkt bei ChatGPT & Co. einholen. Im letzten Weihnachtsquartal schnellte der AI-Referral-Traffic auf US-Retail-Sites um das 13-Fache nach oben. Sichtbarkeit verlagert sich von Google-Rankings zu Modellantworten. Wer dort generisch klingt, verschwindet. Selbst mit perfektem SEO. Und weil Sichtbarkeit schrumpft, wird dann an Prompts geschraubt, statt an Prinzipien.

Prompt-Optimierung ist Kosmetik

Unternehmen reagieren reflexhaft: Sie feilen an einzelnen Prompts, verbieten Füllwörter, testen System-Nachrichten. Das funktioniert – genau einmal.
Sobald ein neues Modell, ein anderes Team oder ein weiterer Use Case ins Spiel kommt, beginnt das Tuning von vorn. Prompt-Optimierung kuriert Einzelfälle, baut aber keine Identität auf. Schlimmer noch: Sie verschiebt Verantwortung von der Marke auf Autor:innen. Jeder schraubt am eigenen Shortcut, Gesamtregie entsteht nicht.

Genau hier setzt eine andere Logik an: Prompt-Ökonomie denkt Sprache nicht als Text, sondern als Infrastruktur.

Prompt-Ökonomie denkt Sprache als Infrastruktur

Eine Prompt-Ökonomie verlagert den Fokus vom einzelnen Text hin zur systemischen Steuerung. Drei Schichten genügen:

  1. Verbal Identity Code: Fünf Regeln definieren Haltung, Syntax, Sprachmodus. 25 ID-Marker legen Begriffe, Begrüssungen, Rhythmus fest. Die Marke wird zur Maschinensprache.
  2. Prompt-Bibliothek: Vorgefertigte Templates berücksichtigen Zielgruppen- und Kanalbesonderheiten. Newsletter, Insta-Post, PR-Statement: Parameter rein, Ton raus.
  3. Feedback-Loop: Ein Audit-Dashboard misst Tonalitätstreue und markiert Korrekturbedarf. Sprache wird steuerbar wie ein KPI.

So entsteht ein zentrales Sprach-OS, das Menschen und Maschinen gleichermassen verstehen. Wenn Texte schon vom System kommen, dann wenigstens mit Wiedererkennung.

Effekte auf das Tagesgeschäft

Skalierbarkeit: Ein definierter Code ist modellagnostisch. Ob GPT-4o, Claude 4 oder das eigene LLM – Regeln bleiben, Engine wechselt.

Konsistenz: Briefings verkommen nicht mehr zu Bauchgefühlen. Jede Zeile ist nachvollziehbar on-brand.

Effizienz: Teams sparen Freigabeschleifen; Copywriter:innen werden zu Code-Writer:innen, die Marker pflegen und Datenfeedback auswerten.

Differenzierung: Codierte Abweichung wird zum Vorteil. Während die Konkurrenz «freundliche Erinnerungen» verschickt, erinnert Ihre Marke: «Zeit für den nächsten Schritt – wir sind bereit, wenn Sie es sind.»

Eine 2025-Studie in Nature Communications zeigt, dass markentypische Sprachmuster die wahrgenommene Authentizität um bis zu 22 Prozent erhöhen, selbst in voll automatisierten Dialogen. Kein Prompt-Geniestreich, sondern replizierbare Markenlogik.

Fazit: Ohne Codierung bleibt nur die Beliebigkeit

Prompt-Optimierung ist Flickwerk. Prompt-Ökonomie ist Architektur. Sie macht Sprache zu einer Infrastruktur-Schicht, die jeder Touchpoint anzapfen kann: konsistent, skalierbar, unverwechselbar. Ohne diese Codierung multipliziert KI nicht den Charakter, sondern die Beliebigkeit einer Marke.

Die Zukunft der Markenführung entscheidet sich nicht Text gegen Text, sondern Code gegen Code.


* Julius Jäger ist Executive Strategy Director bei Jung von Matt Brand Identity. Im Interview mit m&k verriet er kürzlich, wie wichtig eine klar definierte Verbal Identity für eine Marke ist, vor allem in Zeiten Künstlicher Intelligenz. In seinen exklusiven Gastbeiträgen behandelt er vertieft die Messbarkeit von Sprache sowie die Wichtigkeit einer «Prompt-Ökonomie».

Julius Jäger, Executive Strategy Director bei Jung von Matt Brand Identity. (Bild: zVg.)
get_footer();