Philipp Skrabal auf der Suche nach echtem Markenmut

Was macht Cannes mit einem Kreativen, der die Szene kennt wie kaum ein anderer – und doch über zehn Jahre nicht mehr hier war? m&k hat Philipp Skrabal, Farner-CCO und «Werber des Jahres» 2025, beim traditionellen Swiss Barbecue von Weischer.Cinema zum Speed-Talk getroffen.

Farner-Kreativchef Philipp Skrabal ist jemand, der mit beiden Beinen im Tagesgeschäft steht und gleichzeitig das grosse Ganze im Blick behält. Und: Er ist zurück in Cannes – zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt.

Die digitale Beobachtung der Branche ist ihm längst Routine. Doch der persönliche Besuch am Festival, so sagt er, «öffnet die Sensoren auf eine Weise, die kein Casefilm leisten kann». Zwischen Networking, Screenings und Gesprächen reflektiert Skrabal das Festivalgeschehen kritisch – aber keineswegs resigniert.

Was ihm auffällt? Ein Übergewicht an kurzfristigen Erfolgsmetriken, etwa bei YouTube oder RTL-Aktivierungen. «Sanden am Strand» nennt er das sinnbildlich – eine pointierte Metapher für leicht vergängliche Wirkung, die kaum Substanz für langfristige Markenbildung hat. Manches komme ihm so vor, als gäbe es «gar kein Biet da», also keinen echten kreativen Wettbewerb im ursprünglichen Sinn. Gleichzeitig spürt er die Kraft, die vom Ort ausgeht: Menschen, Plattformen, Marken, Tech-Giganten – alle sprechen von Kreativität. «Die Begeisterung ist real, greifbar – und wahnsinnig inspirierend», sagt Skrabal.

Was bleibt, wenn man wieder geht? Ein klarer Appell an die eigene Branche: Mehr Pflege, mehr Markenarbeit, mehr Substanz. Denn, so seine Beobachtung, viele ausgezeichnete Arbeiten entstehen dort, wo eine Marke über Jahre aufgebaut und gepflegt wurde. Das ermögliche eine Tiefe und Freiheit, die kurzfristig orientierte Kampagnen nicht erreichen können.

Für Skrabal ist das eine Botschaft an alle Schweizer Kreativen: den narrativen Kern der Marke wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen – mit Geduld, Ausdauer und Haltung.

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