WiVo*: Pace und TKF entwickeln neue Standortmarke für Volketswil

Mit WiVo* lancieren PACE Communication und TKF eine neue Standortmarke für den Wirtschaftsraum Volketswil. Das Projekt zielt darauf ab, die Region rund um die Industriestrasse langfristig als urbanes Zentrum im Glattal zu positionieren.

Die neu lancierte Website erzielte in den ersten Wochen deutlich über 1’500 Aufrufe, wie es heisst. (Bilder: zVg.)

Die neue Marke WiVo* ist das Ergebnis eines mehrstufigen Entwicklungsprozesses, initiiert von der Standortförderung Volketswil. Das Gebiet umfasst heute rund 10’000 Arbeitsplätze und soll bis 2040 auf über 14’000 wachsen. Um dies zu erreichen, wird neben der wirtschaftlichen Nutzung auch Wohn- und Dienstleistungsraum geplant. Zentrales Element des Projekts ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Immobilienakteuren.

Die Marke WiVo* versteht sich als Plattform für zukünftige Entwicklungsbausteine – darunter Formate wie WiVo*City oder WiVo*Hotel. Die strategische Konzeption und Gesamtleitung liegt bei Pace Communication. Die Agentur übernahm die Strategie, den Stakeholderdialog, die Öffentlichkeitsarbeit und die organisatorische Begleitung. Für die Markenentwicklungt, das visuelle Design und erste Sichtbarkeitsmassnahmen vor Ort zeichnet TKF als kreative Partnerin verantwortlich.

Die begleitende Kommunikationskampagne mit dem Sujet «Zukunft passiert in Volketswil» soll die neue Standortmarke sichtbar machen.

Angaben zufolge haben sich seit Projektstart über zehn Unternehmen aktiv beteiligt. Die begleitende Kommunikationskampagne mit dem Claim «Zukunft passiert in Volketswil» erzielte erste Resonanz, ebenso wie die neue Website, die in den ersten Wochen schon über 1500 Aufrufe verzeichnete. Am Donnerstag startet zudem der WiVo*-Beirat, der die Umsetzung in vier thematischen Entwicklungsgruppen begleitet. Die Geschäftsstelle wird von Standortförderer Marcel Muri geführt, unterstützt durch Pace Communication.

Die erste öffentliche Veranstaltung stiess auf grosses Interesse bei Unternehmen, Vermieter:innen, Investor:innen und Politik.

Bundespräsidentin wirbt humorvoll für das Ferienland Schweiz

Im Vorfeld der UEFA Women’s EURO 2025 überrascht Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter mit einer Videobotschaft an Fans und Teams: «In Switzerland, even if you lose, you win.» Die Grussbotschaft ist Teil der Tourismuskampagne von Schweiz Tourismus zur EM und sorgt international für Aufmerksamkeit.

(Bild: Switzerland Tourism / André Meier)

Was haben Karin Keller-Sutter und Roger Federer gemeinsam? Sie werben beide mit Schweiz Tourismus ST für das Ferienland Schweiz. Mit einem Augenzwinkern heisst die Bundespräsidentin die 16 Teams und ihre Fans in der Schweiz willkommen – in Englisch, gedreht im Bundeshaus. Die Botschaft: Auch wer sportlich verliert, gewinnt an Zeit für Seen, Berge und Städte – oder in Keller-Sutters Worten: «Even if you lose, you win».

Das Video von Schweiz Tourismus verbreitet sich zurzeit international über soziale Medien, Medienhäuser, Spielerinnen und sogar Botschaften. Angesprochen auf das Video erwidert der schwedische Nationaltrainer Peter Gerhardsson gegenüber Aftonbladet: «Auf keinen Fall. Wir sind dort, um Spiele zu gewinnen.»

Die Grussbotschaft markiert eine Premiere für das Tourismusland Schweiz und stelle einen «von vielen Höhepunkten der europaweiten Destinationsvermarktung von ST zur UEFA Women’s EURO 2025», wie es heisst. «Dieses Engagement der Landesregierung ist ein starkes Signal für die Freude an der Sportkultur – und präsentiert die Schweiz mit viel Humor als weltoffene, gastfreundliche Traumdestination», erklärt Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus. Mit dem aktiven Engagement der Bundespräsidentin unterstreiche auch die offizielle Schweiz den wachsenden Stellenwert der Fussball-EM und will dem Frauenfussball die grösstmögliche Bühne verschaffen.

Erdmannpeisker kreiert neuen Auftritt für das Fortuna Los

Das Fortuna Los ist das einzige Aufreiss-Los von Swisslos und die Nachfolgerin des Happy Day Los. Die Lead-Agentur für Rubbellose Erdmannpeisker hat dem Los ein frisches Design verliehen sowie die dazugehörige Kampagne konzipiert und umgesetzt.

Das neu kreierte Design von Erdmannpeisker kommt sommerlich, verspielt und mit farbigen Stickern daher und soll den Gesamtauftritt von Fortuna verjüngen.

Im dazu passenden TV-Spot wird eine junge Frau, dank Sofort-Gewinn, aus dem Alltag direkt in den Süden katapultiert. Durch das von der Agentur entwickelte Baukastensystem konnte der TV-Spot mit bestehendem Bildmaterial produziert werden, das inhaltlich trotzdem auf das Fortuna Los zugeschnitten ist.

«Diese modulare Herangehensweise erlaubt es, hochwertige Kampagnen effizient und zielgerichtet zu realisieren und die einzelnen Lose prominent in Szene zu setzen», heisst es von Seiten der Agentur.

Ausserdem wurde für die Kampagne ein Radiospot umgesetzt, der für beste Unterhaltung soll.


Verantwortlich bei Swisslos Interkantonale Landeslotterie: Anouk Grünert (Leiterin Produkt-Management Lose), Fabia Leu (Produkt-Management Lose). Verantwortlich bei Erdmannpeisker: Gabriel Peisker (Creative Direction), Jenny Ziörjen, Christina Weisser (Art Direction), Selina Helbling (Beratung), Markenfilm Zürich (Filmproduktion), JingleJungle (Tonstudio), Zipmedia (Mediaplanung).

Suissedigital ernennt neue Vorstandsmitglieder

Suissedigital, der Verband der Schweizer Kommunikationsnetze, begrüsst sechs neue Vorstandsmitglieder in seinen Reihen. Da diese nur vier bisherige Mitglieder ersetzen, zählt der Vorstand neu 13 statt elf Mitglieder.

Suissedigital begrüsst sechs neue Mitglieder in seinem Vorstand (v.l.n.r.): Julien Bétrisey, Thierry Burkart, Stephan Obrist, Andreas Schwizer, Sergio Giorgetta, Frédéric Mauron. (Bild: zVg.)

Suissedigital hat an seiner Mitgliederversammlung sechs neue Mitglieder in seinen Vorstand gewählt. Neu zählt das Gremium 13 statt elf Mitglieder, inklusive des Präsidenten, wie der Verband der Schweizer Kabelnetzbetreiber mitteilt.

Folgende Personen wurden in den Vorstand berufen:

  • Julien Bétrisey, Direktor bei Sinergy Infrastructure
  • Thierry Burkart, Ständerat
  • Sergio Giorgetta, Chief Marketing Officer bei Quickline
  • Frédéric Mauron, Geschäftsführer bei Ftth Fr
  • Stephan Obrist, Leiter Telekom Operations bei WWZ
  • Andreas Schwizer, Leiter Geschäftsbereich ICT bei SAK

Suissedigital-Präsident Pierre Kohler kommentiert: «Mit der neuen Zusammensetzung erreichen wir eine noch bessere Verankerung des Verbands in den verschiedenen Regionen der Schweiz.»

Die sechs neuen Mitglieder ersetzen laut Mitteilung Adrian Bossart, Dieter Gisiger, Frédéric Goetschmann und Thomas Reber. Die vier würden sich aufgrund beruflicher Neuorientierung und infolge Pensionierung aus dem Verbandsvorstand zurückziehen.


Dieser Artikel erschien zuerst in der Netzwoche.

Biggie entwickelt KI-Lösungen für Sichtbarkeit im digitalen Wandel

Künstliche Intelligenz verändert die Sichtbarkeit von Marken, beispielsweise im Search-Bereich, grundlegend. Biggie analysiert die neuen Rahmenbedingungen und will Unternehmen eine Reihe technischer Lösungen für den Umgang mit KI-getriebenem Suchverhalten bieten.

Die zunehmende Integration Künstlicher Intelligenz verändert die digitale Informationssuche tiefgreifend. Klassische Suchmaschinen verlieren an Dominanz, während KI-generierte Übersichten – sogenannte AIOs – laut Biggie die Klickraten auf Desktopgeräten um bis zu 66 Prozent reduzieren können. Unternehmen sehen sich dadurch mit der Herausforderung konfrontiert, ihre digitale Präsenz neu auszurichten. Statt ausschliesslich auf klassische Suchanzeigen zu setzen, gewinnt die Sichtbarkeit innerhalb von KI-generierten Antworten an Relevanz.

Biggie reagiert auf diese Entwicklung mit einem Portfolio an KI-basierten Dienstleistungen. Der «AI Search Audit» analysiert die Präsenz einer Marke in verschiedenen KI-Suchsystemen, liefert Vergleichswerte zu Wettbewerbern und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der Sichtbarkeit. Ergänzend dazu bietet Biggie die Entwicklung von KI-gestützten Werbekampagnen an – unter Einbezug von Tools wie Advantage+, Performance Max oder DemandGen sowie plattformspezifischen Anwendungen für Google, Bing oder LinkedIn.

Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung individueller KI-Agenten, etwa für Aufgaben wie Reporting, Content-Erstellung oder Kundenanfragen. Diese Agenten können auf bestehende Datenquellen wie Websites, Social-Media-Inhalte oder CRM-Systeme zurückgreifen. Unternehmen erhalten zudem Zugriff auf eine eigene, gesicherte KI-Infrastruktur, die unabhängig von einzelnen LLM-Anbietern betrieben werden kann.

Auch die Automatisierung von Arbeitsprozessen steht im Zentrum. Durch die Kombination mehrerer spezialisierter KI-Agenten lassen sich interne Workflows digital abbilden und effizienter gestalten. Voraussetzung dafür sei eine fundierte Prompt-Strategie, die verschiedene Fragetechniken berücksichtigt.

«Die digitale Landschaft befindet sich im Umbruch, und künstliche Intelligenz ist der zentrale Treiber dieser Veränderung», sagt Zbynek Zapletal, Director AI and Digital Media DACH & CZ bei Biggie Switzerland. «Erfolg wird heute nicht mehr allein an Klicks gemessen, sondern zunehmend an der digitalen Präsenz und dem strategischen Einsatz von KI in allen Unternehmensbereichen.» Laut Zapletal versteht sich Biggie in diesem Kontext nicht mehr primär als Mediaagentur, sondern als Entwickler von KI-Lösungen für markenstrategisches Wachstum.

Allink rückt Schreiner48 als Arbeitgeber in den Fokus

Die Agentur Allink hat den Webauftritt des Immobilien-Reparaturservices Schreiner48 umfassend überarbeitet. Im Zentrum der Neuausrichtung steht die Arbeitgebermarke, um den anhaltenden Personalbedarf gezielt zu adressieren.

Was tun, wenn das Geschäftsmodell problemlos skalierbar wäre – vorausgesetzt, es finden sich genügend passende Fachkräfte? Für Schreiner48 war die Antwort klar: den Fokus der Kommunikation konsequent auf potenzielle Mitarbeitende legen. Die Branding-Agentur Allink, die das Unternehmen seit Jahren begleitet, entwickelte die Website mit Fokus auf Employer Branding weiter.

Während die Leistungen schlank zusammengefasst und die Seitenstruktur vereinfacht wurden, rückten die Karriere- und Teamseiten ins Zentrum. Prominent platziert, dient die meistfrequentierte Seite «Team», fortan als Content-Hub für persönliche Mitarbeitenden-Porträts, Stories und offene Stellen. Authentische Video-Testimonials geben Einblick in den Alltag der Kundenschreiner:innen und ihrer Teams an den einzelnen Standorten.

Karriere statt Kundschaft im Zentrum

«Es sind zu einem grossen Teil Berufskolleginnen und -kollegen, die unsere Website besuchen – diese wollen wir abholen. Die neue Inhaltsstruktur trägt dem konsequent Rechnung», sagt David Hauser, Co-CEO bei Schreiner48. Ziel sei es, nicht nur die besten, sondern die passendsten Bewerber:innen anzusprechen. Ein gamifizierter Job-Check vermittelt die Firmenkultur und dient als Eisbrecher zur Kontaktaufnahme.

Bereits beim Rebranding im Jahr 2018 hatte Allink gemeinsam mit Schreiner48 die Markenidentität geschärft und visuell neu aufgesetzt. Die Signalfarben Orange, Schwarz und Weiss prägen seither das markante Erscheinungsbild – von den rollenden Werkstattbussen bis zum digitalen Auftritt. Dieser soll nicht nur die Wiedererkennung innerhalb der Branche, sondern auch die Identifikation der Mitarbeitenden stärken. Mit der aktuellen Weiterentwicklung wird dieser Weg nun entschlossen fortgesetzt.


Verantwortlich bei Allink: Alban Bochsler (Technical Director), Marko Minic (Developer), Nicolai Spicher (Senior Digital Designer), Nora Pfund (Online Marketing Manager), Sarah Eicher (Senior Copywriter), Florin Schweizer (Copywriter), Jonas Koutrios (Senior Designer), Simon Zangger (Photo & Film Director), Mitch Hottinger (Photo & Film Producer), Livia Küpfert (Brand Consultant), David Zangger (Creative Director, Partner); Verantwortlich bei Schreiner48: David Hauser (Co-CEO), Alex Angerer (Co-CEO)

Philipp Skrabal auf der Suche nach echtem Markenmut

Was macht Cannes mit einem Kreativen, der die Szene kennt wie kaum ein anderer – und doch über zehn Jahre nicht mehr hier war? m&k hat Philipp Skrabal, Farner-CCO und «Werber des Jahres» 2025, beim traditionellen Swiss Barbecue von Weischer.Cinema zum Speed-Talk getroffen.

Farner-Kreativchef Philipp Skrabal ist jemand, der mit beiden Beinen im Tagesgeschäft steht und gleichzeitig das grosse Ganze im Blick behält. Und: Er ist zurück in Cannes – zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt.

Die digitale Beobachtung der Branche ist ihm längst Routine. Doch der persönliche Besuch am Festival, so sagt er, «öffnet die Sensoren auf eine Weise, die kein Casefilm leisten kann». Zwischen Networking, Screenings und Gesprächen reflektiert Skrabal das Festivalgeschehen kritisch – aber keineswegs resigniert.

Was ihm auffällt? Ein Übergewicht an kurzfristigen Erfolgsmetriken, etwa bei YouTube oder RTL-Aktivierungen. «Sanden am Strand» nennt er das sinnbildlich – eine pointierte Metapher für leicht vergängliche Wirkung, die kaum Substanz für langfristige Markenbildung hat. Manches komme ihm so vor, als gäbe es «gar kein Biet da», also keinen echten kreativen Wettbewerb im ursprünglichen Sinn. Gleichzeitig spürt er die Kraft, die vom Ort ausgeht: Menschen, Plattformen, Marken, Tech-Giganten – alle sprechen von Kreativität. «Die Begeisterung ist real, greifbar – und wahnsinnig inspirierend», sagt Skrabal.

Was bleibt, wenn man wieder geht? Ein klarer Appell an die eigene Branche: Mehr Pflege, mehr Markenarbeit, mehr Substanz. Denn, so seine Beobachtung, viele ausgezeichnete Arbeiten entstehen dort, wo eine Marke über Jahre aufgebaut und gepflegt wurde. Das ermögliche eine Tiefe und Freiheit, die kurzfristig orientierte Kampagnen nicht erreichen können.

Für Skrabal ist das eine Botschaft an alle Schweizer Kreativen: den narrativen Kern der Marke wieder stärker in den Mittelpunkt zu stellen – mit Geduld, Ausdauer und Haltung.

Paul Kemp-Robertson: Zwischen rotem Sofa und Zukunftsvisionen

Kreativität in Zeiten von KI – Paul Kemp-Robertson, Chief Content Officer des Cannes Lions Festivals, spricht mit m&k über neue Formate, menschliche Interventionen und die Macht von Serendipität.

Was bleibt, wenn Cannes verstummt? Vielleicht ein rotes Sofa, das sinnbildlich steht für das, was Maschinen (noch) nicht können: den Moment erkennen. Paul Kemp-Robertson, Chief Content Officer der Lions, sprach im Speed-Interview mit Anna Kohler und Beat Hürlimann von m&k über das neue Selbstverständnis des Festivals, die Rolle der KI und das Format «How to Win in 2030».

Die diesjährige Ausgabe der Cannes Lions 2025 zeigt ein Festival im Umbruch. Nicht nur, weil sich die Definition von Kreativität fundamental wandelt. Sondern auch, weil die Veranstalter einen bewussten Schritt nach vorn wagen: weg von der reinen Werbewelt, hin zu einem erweiterten Business-Kontext.

Kemp-Robertson, so etwas wie das kreative Gedächtnis des Festivals, brachte es auf der Terrasse des Pressezentrums auf den Punkt: «Wir wollen beweisen, dass kreative Ideen nicht nur Marken stärken, sondern Wachstum und EBITDA beeinflussen können.» Deshalb sei ein neues Forum für Führungskräfte eingerichtet worden, das explizit CEOs anspreche – mit klarer Business-Relevanz kreativer Leistungen.

Doch was bedeutet Kreativität heute, wo künstliche Intelligenz zur Co-Autorin geworden ist? «Die Branche befindet sich an der Schwelle zu einer massiven Transformation», so Robertson. KI sei dabei weniger ein Tool als ein Kollaborateur. Die Kunst bestehe darin, die Balance zu halten zwischen maschineller Skalierung und menschlicher Intuition. Oder, wie Robertson es an einem konkreten Beispiel verdeutlichte: Ein viraler Calvin-Klein-Spot zeigte einen Schauspieler auf einem roten Sofa. Doch nicht er war der Star, sondern das Möbelstück. Eine findige Agentur entdeckte dieses Detail, spürte das Sofa auf – und drehte eine neue Kampagne daraus. Ein typischer Fall von Serendipität, meint Kemp-Robertson. Und ein Beweis dafür, dass menschliche Intervention immer noch unschlagbar sein kann.

Diese These wurde auch im diesjährigen Format «How to Win in 2030» hinterfragt. Präsentiert von Alex Jenkins (Contagious), wurden darin Thesen der letzten Jahre auf ihre Aktualität überprüft – mit teils beunruhigendem Resultat. So werde etwa die Aussage «Mensch plus KI schlägt immer KI» zunehmend hinterfragt. Die neue These: Der Mensch kann auch bremsen. Dies als Aufruf, die kreative Eigenleistung nicht zu romantisieren, sondern kritisch weiterzuentwickeln.

Blüten und Perlen: Schweiss, Blut und Kreativität

Sarah Pally, Linguistin und Partnerin bei der Agentur Partner & Partner, nimmt in ihrer Kolumne «Blüten und Perlen» die (Werbe-)Sprache unter die Lupe. Dieses Mal sinniert sie über die Leiden und Ängste der Kreativen.

Kreation ist ein gärender Prozess und mitunter qualvoll, schmerzhaft, existenziell. Und wie bei der Geburt ist man danach erschöpft, diffus glücklich, diffus stolz und aber vor allem erstmal froh, dass es vorbei ist. Und auch ein bisschen verblendet: Ist es nicht das hübscheste, gescheiteste Baby (wahrscheinlich nicht)? Oder aber völlig verängstigt: Ist das nicht das Schrecklichste, Nutzloseste, was mir je eingefallen ist (wahrscheinlich leider nicht)?

Gerne würde man es darum noch ein bisschen beschützen. Das Werk, die Idee, den Text, den Spot, das Konzept, das Logo – dieses Ergebnis dieser innerlich tobenden Mikro-Apokalypse. Was, wenn es nicht richtig verstanden wird? Wenn es niemanden berührt, niemanden interessiert? Wenn es still verpufft – oder zur Unzeit, wie ein zu früh gezündeter Knaller?

Wenigstens stören

Kritik ist wie Wetter: mal überraschend, mal weniger, mal sonnig, mal eisig – selten ausgewogen, dafür oft unpassend. Das gehört dazu. Denn gute Kreation will nicht jedem gefallen – sie will etwas sagen, zeigen, stören oder einfach hängen bleiben. Darum ist die schlimmste der schrecklichen Kritiken: Dass das zur Diskussion stehende Werk rein gar nichts von alledem tut.

Je schwieriger der Prozess war, desto mehr berührt Kritik. Dabei ist der Leidensweg leider kein Garant für Qualität. Hingeschmissenes kann genauso gut oder schlecht sein wie lange Durchdachtes. Das ist unfair, aber wahr.

Und doch tut man es immer wieder. Weil es keine vergleichbare Befriedigung gibt, wie wenn etwas plötzlich Form annimmt – aus all dem Nebel im Kopf, aus all den losen Enden, aus dem, was vorher nur eine flüchtige Ahnung war.

Angst vor dem Wetter

Problematisch wird es dann, wenn man der Kritik wegen nichts mehr wagt – gewissermassen aus Angst vor dem Wetter. Wenn man lieber ewig skizziert, statt etwas fertig zu machen. Wenn alles im Entwurf steckenbleibt. Und nein, auch ein fertiges Werk ist natürlich nie richtig «fertig» und schon gar nicht perfekt.

Im Nachhinein ist man ja immer klüger – und mit ein bisschen Abstand erkennt man meist: So hübsch/klug/einmalig war das Baby tatsächlich nicht. Aber eigentlich schon ganz okay. Und manchmal passiert sogar das Unerwartete und man findet: Wow, das war sogar richtig gut. Aber meist ist es halt doch nur ersteres, und das ist schon verdammt viel.

Denn letztlich ist gute Kreation nicht das Ergebnis von Perfektion, sondern von Mut. Der Mut, etwas zu zeigen, das man selbst noch nicht ganz versteht. Der Mut, sich dem Urteil zu stellen – und dem eigenen Blick. Dem härtesten von allen.


Seit 2025 analysiert Sarah Pally in ihrer Kolumne «Blüten und Perlen» Begriffe mit Branchenbezug und kommentiert sie mit persönlicher Note, aus einer linguistischen Perspektive – sowie auch mit präzisem Blick auf die Entwicklungen in der Branche. Pally ist Teilhaberin der Agentur Partner & Partner in Winterthur. Sie ist seit 15 Jahren mit den Themen Contentmarketing, Text/Konzept und Storytelling im Kommunikations- und Marketingbereich unterwegs.

Management-Buy-out: Ringier verkauft Gryps an die GL

Ringier verkauft das KMU-Portal Gryps an die bisherigen Geschäftsleitungsmitglieder Urs Gysling und David Stehli. Der Eigentümerwechsel erfolgt im Rahmen eines Management-Buy-outs und markiert das Ende einer vierjährigen Zugehörigkeit zum Ringier-Portfolio.

Die beiden GL-Mitglieder Urs Gysling (links) und David Stehli übernehmen sämtliche Anteile an Gryps von Ringier. (Bild: zVg.)

Die in Rapperswil ansässige Gryps AG wird per Management-Buy-out von ihrer aktuellen Geschäftsleitung übernommen. Wie Ringier am Mittwoch mitteilt, übernehmen CEO Urs Gysling und CCO David Stehli sämtliche Anteile an dem auf betriebliche Beschaffung spezialisierten KMU-Portal.

Gryps wurde 2010 gegründet und war seit 2021 Teil von Ringier Axel Springer Schweiz RASCH. Nach der vollständigen Übernahme von RASCH durch Ringier im Jahr 2023 ging die Plattform vollständig in den Besitz von Ringier über (Markt-kom.com berichtete).

Der Verkauf ist Teil einer laufenden Portfolioüberprüfung bei Ringier Medien Schweiz. Mit dem Eigentümerwechsel erhält Gryps unternehmerische Eigenständigkeit und die Möglichkeit zur Weiterentwicklung unter bewährter Leitung. Die 14 Mitarbeitenden verbleiben am Standort Rapperswil.

Roman Sigrist, Chief Operating Officer von Ringier Medien Schweiz und scheidender Verwaltungsratspräsident von Gryps, zieht eine positive Bilanz: «Unter der Führung von Ringier konnte Gryps zu einer umfassenden KMU-Plattform ausgebaut und die Markenbekanntheit signifikant gesteigert werden.» Die neue Eigentümerschaft solle das Unternehmen nun in die nächste Entwicklungsphase führen.

Über den Kaufpreis sowie weitere vertragliche Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Ducati Schweiz vergibt Mediaetat an PHD Schweiz

Ducati Schweiz arbeitet ab sofort mit PHD Schweiz zusammen. Die Agentur übernimmt Strategie, Planung und Einkauf für sämtliche Mediaaktivitäten der Motorradmarke.

Zum Start der Motorradsaison 2025 gibt Ducati Schweiz die Zusammenarbeit mit PHD Schweiz bekannt. Die Agentur, Teil der Omnicom Media Group, verantwortet künftig die 360-Grad-Mediastrategie, einschliesslich Planung und Einkauf.

Die Kooperation umfasst sämtliche Mediaaktivitäten in der Schweiz und soll die Sichtbarkeit und Relevanz der Marke in einem dynamischen Marktumfeld stärken. «Aus medientechnischer Sicht ist dies eine spannende Herausforderung, da sie die Möglichkeit bietet, innovative Strategien zu entwickeln und umzusetzen», sagt Benji Epstein, Managing Partner bei PHD Schweiz. «Unser Ziel ist es, die Markenwerte hervorzuheben und gleichzeitig sicherzustellen, dass Ducati in der heutigen Kommunikationslandschaft sichtbar und relevant bleibt.»

Auch Ducati Schweiz sieht in der Partnerschaft eine strategische Weiterentwicklung. «Mit PHD an unserer Seite startet Ducati Schweiz in eine neue Ära der Kommunikation – getreu unseren Markenwerten Style, Sophistication und Performance», sagt Timon Burkhard, Marketing Manager bei Ducati Schweiz.

BAG schreibt Etat für Love-Life-Kampagne neu aus

Für die Planung und Umsetzung der nächsten Love-Life-Kampagne suchen das Bundesamt für Gesundheit, die Aids-Hilfe Schweiz und Sexuelle Gesundheit Schweiz eine neue Full-Service-Agentur. Die Ausschreibung läuft bis zum 23. Juli 2025, der Mandatsbeginn ist auf März 2026 angesetzt.

2024 lancierte noch Rod die Safer-Sex-Aktivierung für das BAG. Nun ist das Mandat neu ausgeschrieben.

Das Bundesamt für Gesundheit BAG, die Aids-Hilfe Schweiz AHS und Sexuelle Gesundheit Schweiz SGCH schreiben das Mandat für die Weiterentwicklung und Umsetzung der Präventionskampagne Love Life neu aus. Gesucht wird eine Agentur für den Zeitraum vom 1. März 2026 bis zum 31. Dezember 2028, mit Option auf Verlängerung bis Ende 2030. Die Unterlagen für das Verfahren sind seit Mittwoch auf dem öffentlichen Beschaffungsportal Simap.ch einsehbar.

Das Mandat umfasst die konzeptionelle und operative Betreuung der Online-Kanäle sowie die Umsetzung digitaler Kommunikationsmassnahmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau eines nachhaltigen Stakeholdermanagements mit Fokus auf Institutionen im Freizeitbereich von Jugendlichen zwischen 16 und 26 Jahren. Ziel sind neue Partnerschaften, die eine gemeinsame Kommunikation unter der Marke Love Life ermöglichen.

Darüber hinaus beinhaltet das Mandat die Unterstützung bei der Produktion und Umsetzung von Kommunikationsmassnahmen für Fachpersonen im Bereich sexuelle Gesundheit, medizinisches Fachpersonal sowie Bildungsinstitutionen, die mit Jugendlichen arbeiten. Die inhaltliche und organisatorische Ausführung soll mehrheitlich in der Schweiz erfolgen – sowohl in den Agenturräumlichkeiten als auch in jenen der Bedarfsstelle in Bern.

Bewerbungen können bis am 23. Juli 2025 schriftlich eingereicht werden.

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