Ringier übernimmt Sportal Media und Digital Ventures in Bulgarien

Der Medienkonzern Ringier kauft in Bulgarien zu und übernimmt die Aktienmehrheit an der Sportal Media Group und an Digital Ventures. Die Übernahmen seien ein Meilenstein bei der Umsetzung der Sportmedien-Strategie, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch.

Über den Verkaufspreis und die Bewertung der übernommenen Unternehmen wurde Stillschweigen vereinbart. Jedoch bezeichnet Ringier den Erwerb als die «grösste Investition der letzten Jahre». Die Transaktion soll im zweiten Quartal 2021 über die Bühne gehen, abhängig von der Zustimmung der Kartellrechtsbehörde.

Die Sportal Media Group vereint die führenden Online-Medien in Bulgarien unter einem Dach. Die Gruppe betreibt digitale Einrichtungen in Bereichen wie Sport, News & Politik, Business, Lifestyle, E-Commerce und Dienstleistungen, dazu 45 Kanäle in Social Media. Die wichtigsten Marken sind Sportal.bg und Novini.bg. Das Portal beschäftigt mehr als 60 Journalistinnen und Journalisten.

Digital Ventures steht den Angaben zufolge hinter Sportal365 – dem führenden internationalen Content-Management-System (CMS) für Sportnachrichten. Mit dem System können Sportdaten von führenden Sportcontent-Anbietern gesammelt und zusammengeführt und Sportwetten und Werbung integriert werden.

Mit diesem Schritt werde die Strategie vorangetrieben, das einstige Verlagshaus in ein internationales, Technologie-getriebenes und diversifiziertes Medienunternehmen zu transformieren, so Ringier. (SDA)

Aktion von Inhalt und Form generiert über 70‘000 Franken für die BCK

Das im Februar lancierte «Züribrätt» war ein voller Erfolg. Das Leiterlispiel, eine Solidaritätsaktion für das Zürcher Nachtleben, hat sich knapp 3000 mal verkauft. Letzten Samstag konnte die Zürcher Agentur Inhalt und Form der Bar- und Clubkommision darum über 70'000 Schweizer Franken spenden.

Feierlaune bei der «Schegg»-Übergabe: Dominik Stibal (CEO von Inhalt und Form), Yannick Lippuner (Texter bei Inhalt und Form), Vasco Bickel (Senior Digital Art Director bei Inhalt und Form), Karin Estermann (ECD bei Inhalt und Form), Alex Bücheli (BCK) und Mario Egloff (Geschäftsführer von Vagabundo).

Ein einfaches «Danke» wird den Emotionen nicht gerecht, die aktuell in der Zürcher Agentur Inhalt und Form vorherrschen. Mitte Februar hat diese nämlich das «Züribrätt» präsentiert und damit einen regelrechten Hype ausgelöst (Werbewoche.ch berichtete). Die Erstauflage war innert 12 Stunden weg und so wurde kurzerhand beschlossen, eine zweite Auflage zu produzieren. Diese zweite Auflage, die bis zum 28. Februar 2021 vorbestellt werden konnte, ist innert kürzester Zeit auf ein Vielfaches der ursprünglichen 500 Stück herangewachsen.

Restlos ausverkauft

Der Erfolg des Züribrätts basiert Inhalt und Form zufolge auf verschiedenen Faktoren. Nicht nur habe die «freshe» Umsetzung des Spiels zur immensen Nachfrage beigetragen, sondern auch das Gespür für den richtigen Zeitpunkt sowie die Relevanz des Themas sei – wie bei jeder guten Kampagne – bei der Zielgruppe von grosser Bedeutung gewesen. Smarte Social Media Massnahmen hätten dabei als authentischer Multiplikator gedient.

Seit dem 28. Februar ist das Spiel restlos ausverkauft, womit die Solidaritätsaktion ihren Zweck mehr als erfüllt habe. Was ebenfalls bleibt, ist laut Inhalt und Form eine wunderbare Erinnerung für alle Beteiligten. Die zahlreichen positiven Reaktionen auf das «Züribrätt» zeigen, dass nicht nur die Macher des Spiels mehr als glücklich sind mit dem Resultat.

Knapp 73’000 Franken für die BCK

Der Grosserfolg dürfte auch die Bar- und Clubkommission freuen. Zusammengekommen ist nämlich eine saftige Spende von 72’296,50 Franken aus dem Erlös des «Züribrätt». Die Spende sei aber auch ein Statement der gesamten Stadt Zürich und darüber hinaus, dass das Nachtleben nicht vergessen ist, dass die Menschen bereit sind dafür einzustehen und sich aktiv für den Erhalt der Zürcher Vielfalt einsetzen, so die Zürcher Agentur.


Verantwortlich bei der BCK: Alex Bücheli (Geschäftsführung). Verantwortlich bei Inhalt und Form: Dominik Stibal (CEO), Karin Estermann (ECD), Vasco Bickel (Konzept, Art Direction), Yannick Lippuner (Konzept, Text), Katrin von Niederhäusern (Konzept, Illustration), Nicolas Krönert (Projektleitung).

Erdmannpeisker realisiert neuen Auftritt für Groupe Grisoni

Die Bieler Agentur Erdmannpeisker durfte zusammen mit Crosswalk für das Bauunternehmen Groupe Grisoni einen komplett neuen Auftritt kreieren.

Groupe Grisoni geniesst bei ihren Kunden ein ausserordentlich hohes Vertrauen. Im Positionierungsprozess der Gruppe wurde schnell klar, dass dieser klassische Wert gerade in der Baubranche auch in Zukunft eine hohe Relevanz haben wird. In einer Zeit unsicherer Informationen und rasanten technischen und ökologischen Veränderungen ist für Auftraggeber und Bauunternehmen das Vertrauen in ihr Angebot und die Zusammenarbeit überlebenswichtig.

Groupe Grisoni will nun voll auf diesen Wert setzen und ihn als Türöffner für neue Kunden besetzen. Der neue Claim «Groupe Grisoni – en toute confiance.» spielt bewusst mit einer Doppeldeutigkeit und kann deutsch mit «Groupe Grisoni – in vollem Vertrauen.» aber auch «voller Selbstvertrauen» übersetzt werden.

Starker Auftritt auf der Baustelle

In der Baubranche ist die Visibilität auf der Strasse mindestens so wichtig wie die Kommunikation. Insofern basiert der neue Auftritt von Groupe Grisoni einerseits auf einem prägnanten Corporate Design und andererseits auf einer positionierenden Kommunikation.

Für den starken Auftritt auf der Strasse und den Baustellen wurde Hellblau als neue Designfarbe definiert. Die Farbe soll dem Unternehmen eine Alleinstellung garantieren sowie auch positiv und frisch wirken. Bauzäune, Container und Fahrzeugpark kommunizieren zusätzlich zur Farbe auch mit grossflächigen Statements, die für Aufmerksamkeit sorgen sollen.

Eine überraschende Bildwelt

Für die Kommunikation wurde ein Key Visual entwickelt, das den Menschen in den Fokus stellt. So steht in grossen, stimmungsvollen Baustellenbilder ein übergrosser «Iconman» als Eyecatcher und Bezugsperson. Die Baustellenbilder von Michel Jaussi sollen so eigenständig und aufmerksamkeitsstark werden.

Neues Corporate Design

Mit der neuen Bildwelt und dem frischen Corporate Design wurde die komplette Geschäftsausstattung, alle Printmedien, der Social Media Auftritt sowie der Newsletter «Ancrage» neu konzipiert und gestaltet.  Zudem wurde gemeinsam mit der Agentur Troisdeuxun aus Morges der neue Webauftritt Groupe-grisoni.ch realisiert. Für die Rekrutierung von Mitarbeitern wurden acht kurze Portrait-Filme erstellt, in denen Grisoni-Mitarbeiter zu Wort kommen.


Verantwortlich bei der Groupe Grisoni: Patrick Merlotti (CFO, Marketing), Valérie Regidor (Kommunikationsverantwortliche). Verantwortlich bei Erdmannpeisker: Gabriel Peisker (Creative Director), Selina Helbling, Marcel Mägerle (Beratung), Patrick Fawer, Jenny Ziörjen (Art Direction), Patric Siegfried (Design), Daniel Lüthi, Éditions du Bourg (Text), Laura Fässler (Film), Fredy Geisser, Crosswalk (Strategie und Positionierung), Michel Jaussi (Fotografie Key visual), Patrick Salonen (Bildbearbeitung Key visual), Felix Schregenberger (Bildbearbeitung Bildwelt), Matthieu de Morsier, troisdeuxun (agence digitale), Norbert Kathriner (Beratung digital).

Radio-Pilatus-Urgestein Joachim Freiberg geht in Pension

Joachim Freiberg, ein Urgestein von Radio Pilatus, geht Ende März 2021 in Pension, wie der Verlag CH Media am Mittwoch mitteilte. Freiberg gehörte dem Luzerner Privatradio 33 Jahre an.

Radio Pilatus ging 1983 auf Sendung, 1988 startete Freiberg bei dem Sender als Verkaufsmitarbeiter. 1994 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung, drei Jahre später wurde er zum CEO ernannt. Später übernahm er auch die Leitung des Zentralschweizer Fernsehsenders Tele 1, wie es in der Mitteilung hiess.

2018 wurde Freiberg bei CH Media Leiter Radio Ost- und Zentralschweiz. 2019 zog er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Berufsleben zurück. Freiberg habe Radio Pilatus zu einem der kommerziell erfolgreichsten Privatradios der Schweiz entwickelt, hiess es in der Mitteilung weiter. (SDA)

BoSW: Die Nominierten für den Master of Swiss Web 2021

Die Jury von Best of Swiss Web hat die besten Projekte des Jahres gewählt. Diese Projekte haben sich im Jurierungsprozess von insgesamt 326 Projekteingaben abgehoben und treten nun zur Masterwahl an.

Schweiz Tourimsus hat mit Myswitzerland.com den Titel Master of Swiss Web 2020 gewonnen.

Zur Wahl des «Master of Swiss Web 2021» stehen in diesem Jahr zwölf Projekte. Die Entscheidung, wer Master of Swiss Web wird, liegt nicht alleine bei der Jury. Auch die Best of Swiss Web-Community hat eine Stimme. Die endgültige Punktezahl ergibt sich zu gleichen Teilen aus den Stimmen der Jury, den Lesern des Netztickers sowie den Besuchern der Award-Night am 6. September 2021.

Abonnenten des Netztickers können vom 6. bis 10. April für ihren Favoriten abstimmen. Wahlberechtigt sind alle, die bis zum 5. April 2021 registrierte Abonnenten sind.

Master of Swiss Web 2021

Die Nominierten

Projekt Auftraggeber Auftragnehmer
Css Herbstkampagne CSS Versicherung Notch Interactive | Webrepublic
Digital Experience Platform Flughafen Zürich Flughafen Zürich Unic
EAO 3D-Konfigurator EAO Eyekon | Intelliact
Jass Fédéral – Online Jassen mit Videofunktion Swisscom Wirz | Gbanga, Millform
Migros-Community Migros-Genossenschafts-Bund Smartive
Mobility – Digitale Absatzoptimierung mit Drive Mobility BlueGlass Interactive
New Saviva Integrale Saviva Ti&m
Relaunch Css.ch CSS Versicherung Unic |One Inside
Swiss Skills Connect – Digitale Live-Experience Stiftung Swiss Skills Jung von Matt Tech
VBZ Contextual Experience Marketingcycle Verkehrsbetriebe Zürich VBZ We are York
Valyo, die Kapitalmarkt-Plattform Valyo Valtech Switzerland
Artlist.net by Kunstbulletin Kunstbulletin / Artlog.net Hinderling Volkart part of Dept

Quelle: Best of Swiss Web

Doppelte Gewichtung im Kreativranking der Werbewoche

Die bei den «Best of Swiss Web» und «Best of Swiss Apps» Awards erfolgreichen Agenturen und Dienstleister profitieren seit 2019 von der doppelten Gewichtung der erreichten Punkte im Schweizer Kreativranking, das jährlich von der Werbewoche durchgeführt und publiziert wird. Die Regeln und Gewichtungen werden vom Art Directors Club Switzerland (ADC) in Zusammenarbeit mit den führenden teilnehmenden Agenturen festgelegt. Der ADC Switzerland hat beschlossen, die höhere Gewichtung von Best of Swiss Web vorzunehmen. 

Der Juryprozess des Best of Swiss Web Awards

Alle eingereichten Projekte durchlaufen einen zweistufigen Jurierungsprozess. Für die Bewertung zuständig sind die jeweiligen Fachgremien pro Kategorie, die von ungefähr zehn ausgewählten Experten und Spezialistinnen gebildet werden. Von diesen prämierten Projekten werden die besten als Kandidaten für den Master-Titel ins Rennen geschickt. Der Master of Swiss Web wird schliesslich in einer dreistufigen Jury- und Publikumswahl vergeben.

Jung von Matt Brand Identity: Eine raffinierte Marke für den Märthof

Die BâleHotels-Gruppe eröffnet 2021 ein neues Vier-Stern-Hotel an prominenter Lage. Jung von Matt Brand Identity hat für das Hotel eine Marke entwickelt, die dessen Historie sowie die Ausrichtung als Boutique-Hotel unterstreicht.

BâleHotels ist im Besitz der Coop Genossenschaft und betreibt mehrere Hotels in der Schweiz. Mit dem Märthof am Marktplatz Basel erweitert die Gruppe das Portfolio um ein Boutique-Hotel. Der Märthof bietet neben individuell ausgestalteten Zimmern und Suiten ein Restaurant sowie einen Seminar- und Wellnessbereich.

Tradition hat Zukunft

In Abstimmung mit dem Kunden hat Jung von Matt Brand Identity in einem ersten Schritt geprüft, ob der bestehende Name des Gebäudes mit der neubarocken Fassade – der Märthof – der passendste Markenname für die Ausrichtung des Hotels ist. Das Team kam zum Schluss, den Namen beizubehalten und so wurde ein Corporate Design entwickelt, das die Dualität Historie und Lifestyle mittels einer eigenständigen Wortmarke, freien Gestaltungselementen und einer lebendigen Bildwelt zum Ausdruck bringt.

Individualität mit Nuancen

Das Erscheinungsbild ist geprägt von einem Logotype und einem Schriftmix, die eine Gratwanderung zwischen Tradition und Moderne darstellen, um den Anspruch eines zeitgenössischen Hotels an historischer Lage zu transportieren. Die prägnanten Gestaltungselemente, inspiriert von einer Kartusche der neubarocken Fassade, eine Bildwelt, die das Stadtleben veranschaulicht sowie eine nuancierte Farbpalette sollen ein Markenbild erzeugen, das Individualität auf lebhafte und hochwertige Weise interpretiert.


Verantwortlich bei BâleHotels: Martin von Bertrab (Geschäftsleitung), Nicolas Rimelin (Sales und Marketing). Verantwortlich bei Jung von Matt Brand Identity: Julius Jäger (Strategie), Christina Widmann, Roman Imhof (Design).

Werbung in Medien als Statement?

Die Weltwoche wird als rechtes Magazin, die WOZ als linkes Blatt wahrgenommen. Geben Marken also ein politisches Statement ab, wenn sie dort Werbung schalten?

Politische Chefredaktoren: Markus Somm (Nebelspalter), Eric Gujer (NZZ) und Roger Köppel (Weltwoche).

Früher waren die Zeitungen in der Schweiz politisch positioniert. Erst mit der Zeit kamen immer mehr so- genannte unabhängige Presseerzeugnisse. Dies, weil mehr und mehr die Reichweite eine Rolle spielte. Heute versuchen die Mainstream-Medien möglichst alle Menschen zu erreichen – egal, ob sie eher rechts oder links stehen. Eine politische Stossrichtung ist bei der Wochenzeitung WOZ oder der Weltwoche des SVP-Nationalrats Roger Köppel zu erkennen. Unter den einschlägigen Pressetiteln gibt es heute aber kein Blatt, das parteipolitisch ausgerichtet wäre. «Das ginge nicht, weil das kommerziell nicht erfolgreich sein könnte, weil die Kundenbasis zu schmal wäre», sagt der Medienjournalist Rainer Stadler.

«Es gibt Blätter mit einem expliziten weltanschaulichen Generalbass, wie etwa die NZZ oder Die Weltwoche.» Bei den Tamedia-Titeln und den Zeitungen von CH-Media ist die Ausrichtung laut Stadler diffuser. Aber mit Blick auf die Auswahl, Bearbeitung und Kommentierung der Themen und Ereignisse könne man schon weiterhin Tendenzen erkennen: «Der Tages-Anzeiger ist links von der Mitte, die SonntagsZeitung rechts davon.» Ziemlich links-orthodox sei Die Wochenzeitung unterwegs, die aber auch nicht parteipolitisch gebunden sei. Wie der Ex-NZZ-Mann weiter festhält, ist es aber schon so, dass die Zeitungsangebote hierzulande auf die Art und Weise gemacht sein müssen, dass sie über alle politischen Lager hinweg ankommen.

Sozi schreibt für Die Weltwoche

Welches Medium welche politische Couleur aufweist, ist aber gar nicht so einfach. SVP-Nationalrat Roger Köppel bestreitet gegenüber m&k, dass sein Wochenmagazin eine politisch rechte Ausrichtung hat: «Das würde ja bedeuten, dass wir nur Artikel bringen, die politisch rechts einzuordnen sind.» Und das stimmt tatsächlich nicht, wenn man beispielsweise an den früheren SP-Präsidenten Peter Bodenmann denkt, der seit vielen Jahren für Die Weltwoche schreibt. «Es gibt keine politische Generallinie, der unsere Autoren gehorchen müssen», so Verleger und Chefredaktor Köppel weiter. «Alles, was interessant ist, ist erlaubt.»

Auch der Basler Zeitung unter der Ägide von Markus Somm sagte man nach, dass sie einen rechten Einschlag gehabt habe. «Somms publizistische Haltung lebt im Lokalteil heute noch weiter, soweit ich das von Zürich aus mitbekomme», sagt dazu Rainer Stadler. Markus Somm winkt aber wie Roger Köppel ab. Das habe man ihm immer wieder unterstellt, das stimme aber nicht: «Wir waren bei der BaZ politisch recht breit aufgestellt.»

Im März startet Somm mit dem neuen Nebelspalter, den er Ende 2020 übernommen hat (Werbewoche.ch berichtete). Zuerst werde die digitale Plattform neu lanciert, dann werde man sich um das Printmagazin kümmern. Die Idee des Chefredaktors in spe ist ein ganz neues Profil der Traditionsmarke: «Wir wer- den nicht nur Satire bringen, sondern vor allem auch News, Recherche und Information.» Die neue Schweizer Newsplattform werde eine klare Positionierung Mitte-rechts haben.

Digitale Medien mit einem klaren Profil hätten heute gute Karten, sagt Markus Somm. Das sehe man vor allem auch in den USA. Der heutige SonntagsZeitung-Kolumnist zählt als Beispiele die digitalen US-Medien Huffington Post, Daily Wire oder Politico auf. «Auch bei der New York Times gibt es für die Leserschaft keine Überraschungen. Man weiss eigentlich von jedem Autor, was man von ihm erwarten darf.» Markus Kramer, Managing Partner bei Brand Affairs, sieht die Gefahr, dass Private oder Institutionen in der Schweiz sich mehr und mehr Medientitel kaufen und dann Einfluss darauf nehmen, was publiziert wird und was nicht. «Dieser Verlust von Objektivität in den Medien könnte hierzulande schleichend mehr und mehr Realität werden.»

«Es gibt keine politische Generallinie, der unsere Autoren gehorchen müssen» – Roger Köppel

Das richtige Zielpublikum

Die politische Stossrichtung einer Zeitung beziehungsweise. eines News-Portals spielt der Werbeindustrie heute offenbar keine Rolle mehr. «Guter Journalismus soll wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Themen hinterfragen und kritisch beleuchten», sagt Nathalie Diethelm, Havas-CEO.

Die Weltwoche als Beispiel funktioniere bewusst über «Gegenpositionen» und breche gerne die Mainstream-Denkhaltung der sonst eher Mitte- links angesiedelten Medienlandschaft. WOZ und Republik auf der anderen Seite führten bewusst eine eher linke Sichtweise ins Feld, während die grossen Titel eine «balanciertere Darstellung» anstrebten. Diethelms Fazit: «Ein Patentrezept gibt es nicht – politisch exponierte Titel haben aber meiner Meinung nach weiterhin eine Berechtigung und beleben definitiv die Medienlandschaft.»

Den Kunden von Havas spielt es mehrheitlich keine Rolle, ob sie in einem linken oder rechten Medium ihr Zielpublikum finden. «Es gibt relativ wenige Kunden, die hier klare Präferenzen äussern», so Diethelm. Die Berührungsangst mit Konsumentenmagazinen sei ausgeprägter. Die Mediaagentur plane für ihre Kunden nicht den einen oder den anderen Titel. In erster Linie richte man sich an die entsprechende Zielgruppe, an den Endkonsumenten. Auch sieht Nathalie Diethelm keine Gefahr, dass eine Marke selber politisch wahrgenommen werden könnte, wenn sie sich in einem bestimmten Medium präsentiert. «Solange es kein reines ‹Parteiblatt› ist – was in meinen Augen weder die WOZ noch Die Weltwoche sind –, erachte ich einen Markenauftritt in einem etwas politisch gefärbten Titel als unproblematisch», so die Havas- Chefin weiter.

Weltwoche, Nebelspalter und WOZ: Wer hier wirbt, trägt die Message mit, oder?

Dass die WOZ eine linke Zeitung sei, sei kein Geheimnis, sagt Camille Roseau, die bei der Wochenzeitung für Marketing und Werbung verantwortlich ist. «Dies ist aber sicher ein treibendes Momentum für unsere Arbeiten, neben einem hohen Anspruch an die journalistische Qualität unserer Zeitung.» Zentral sei, dass die WOZ unabhängig von Parteien, Verbänden und Mäzeninnen und Mäzenen sei. «Die WOZ ist dabei nie parteiisch, aber durchaus parteilich: Sie nimmt Partei, wo sie dies für nötig hält, gegenüber allen politischen Programmen bleibt sie skeptisch», führt Roseau aus.

Kunden verhalten sich politisch neutral

«Produkte-Interesse und daraus resultierende Käufe sind nicht von einer Parteizugehörigkeit gesteuert», sagt Benjamin Moser, Schweiz-Chef von MediaCom. In den allermeisten Fällen würden sich seine Kunden auch politisch neutral halten, sofern sie nicht augenscheinlich politische Zwecke verfolgten, wie beispielsweise eine Partei. «Zur Findung der richtigen Zielgruppe verwenden wir deutlich effektivere Daten bezüglich der Konsumenten, die neben demografischen Daten auch auf Einstellung, Interessen etc. basieren.» Eine Abgrenzung nach politischen Lagern wäre laut Moser kontraproduktiv.

«Kunden wollen nicht in extremen Umfeldern, wie zum Beispiel bei Breitbart, auftauchen.» – Benjamin Moser

Nahezu alle Kunden der Mediaagentur würden aber sehr grossen Wert darauf legen, nicht in extremen Umfeldern, wie zum Beispiel bei Breitbart, aufzutauchen. Vereinzelt gebe es kundenseitig aber durchaus Präferenzen zu einzelnen Zeitungen. «Hier sollten wir jedoch zwischen der Präferenz der werbetreibenden Marke und der des Entscheiders auf Kundenseite differenzieren», führt Benjamin Moser aus. «Nachdem letzten Endes immer eine Person über die Umfelder final entscheidet, kann hier schon ein persönlicher Entscheidungs-Bias vorhanden sein, auch wenn dieser nicht im Interesse der Marke ist.»

Martin Zahner neuer Verwaltungsratspräsident von Farner Consulting

Martin Zahner übernimmt das Verwaltungsratspräsidium bei Farner Consulting. Damit löst er den bisherigen VR-Präsidenten Christian König ab. Im Verwaltungsrat Einsitz nimmt zudem Roland Oberhauser, zuvor langjähriger CFO von Farner.

Martin Zahner ist seit 2017 Mitglied des Verwaltungsrats von Farner Consulting. Der Unternehmer war Mitgründer und Mehrheitsaktionär der Agentur Yjoo Communications, bis zu deren Übernahme durch Farner. Zahner gründete in der Folge 2017 das auf Transformationsprozesse, Organisations- und Führungsentwicklung spezialisierte Unternehmen Leif und ist dort hauptberuflich tätig.

«Als langjähriger Agenturchef in grösseren und kleineren Agenturen im In- und Ausland und als erfahrener Unternehmer bringt Martin die perfekte Mischung aus Aussen- und Innensicht in unseren Verwaltungsrat ein», freut sich Roman Geiser, CEO und Mehrheitsaktionär von Farner.

Roland Oberhauser komplettiert Verwaltungsrat

Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde Roland Oberhauser, der seit 2013 als CFO die Management Services der Farner Gruppe leitete und in dieser Aufgabe per 1. Februar 2021 von Karin Ryser abgelöst wurde (Werbewoche.ch berichtete). Der Farner-Verwaltungsrat besteht damit aus Regula Bührer, Daniel Heller (Vizepräsident), Roland Oberhauser, Martin Zahner (Präsident) und Roman Geiser (Delegierter des Verwaltungsrats).

Verabschiedung von Christian König, Jacqueline Moeri und Benno Bernet

Christian König tritt als langjähriger Verwaltungsratspräsident ab. Er bekleidete diese Funktion seit der Übergabe der Aktienmehrheit der Agentur an Roman Geiser im Jahr 2012. Gemeinsam mit Jacqueline Moeri und Benno Bernet ist er nicht erneut zur Wiederwahl angetreten.

Neues Corporate Design für DPA

Die Deutsche Presse-Agentur hat am Dienstag ihr neues Corporate Design und ein überarbeitetes Logo veröffentlicht. Im Mittelpunkt des Designs stehen drei neue Grüntöne für die Kernmarke DPA.

Das Logo von Deutschlands grösster Nachrichtenagentur behält die bekannten drei Punkte bei. Darüber hinaus wurden auch die Logos von Tochterfirmen neugestaltet. In der digitalen Medienwelt von heute sei es von entscheidender Bedeutung, dass die Marke DPA weiterhin eindeutig als Absender von überprüften Nachrichten zu erkennen ist, heisst es in einer Mitteilung. Das neue Design soll dazu beitragen, die seit mehr als 70 Jahren geltenden Unternehmenswerte der DPA zu transportieren: Verlässlichkeit, Unabhängigkeit und Überparteilichkeit.

Erarbeitet wurde das neue Corporate Design – im Gegenzug zur letzten Anpassung vor etwa zwölf Jahren – aus einem klar digitalen Blickwinkel, um den Ansprüchen der heutigen Medien- und Kommunikationsbranche gerecht zu werden. Das Design kann flexibel an neue Gegebenheiten und Einsatzzwecke angepasst werden. Dazu zählen die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten im Corporate-Bereich genauso wie die Produktentwicklung und die tägliche Bereitstellung aller Dienste und Services der DPA. Das neue Corporate Design wird sukzessive auf allen Websites, Plattformen und Produkten ausgespielt.

Die neuen Informationen und Vorgaben stehen frei im Netz zur Verfügung. Dort kann das Material von allen Beschäftigten der DPA, aber auch von Externen aus den Bereichen Design, Entwicklung und Partnerschaften genutzt werden. Das Design Kit bietet Logos in allen gängigen Dateiformaten zum Download, Angaben zur Typografie, grafische Gestaltungselemente sowie Informationen zur Bildsprache.

USP Partner geht Partnerschaft mit Gamification-Experten von Brame ein

Die Agentur USP Partner stellt sich auf für den Trend «Gamification Marketing» und geht darum eine umfassende Partnerschaft mit dem Schwyzer Softwareunternehmen Brame ein.

Brame, ein noch junges Unternehmen mit Sitz in Schindellegi SZ, beschäftigt mittlerweile 23 Mitarbeitende. Das Startup hat sich auf das Einbinden von Spielelementen in Tätigkeitsbereichen wie der Kundenakquisition und -bindung, Marktforschung und Mitarbeiterfortbildung spezialisiert. Das Unternehmen hat unter anderem eine Softwarelösung entwickelt, mit welcher verschiedenste Game-Konzepte im Baukastensystem nach Kundenbedürfnis zusammengestellt und vollständig auf die Markenwelt von Unternehmen sowie deren Produkte und Dienstleistungen angepasst werden können.

USP Partner setzt im Live- und Below-the-line-Marketing auf die neusten Trends, um überraschende, emotionale und zielgerichtete Markenaktivierungen für ihre Kunden realisieren zu können. Neben Virtual und Augmented Reality bieten gerade auch Gamifaction-Elemente zahlreiche Anknüpfungspunkte für die Entwicklung von einzigartiger Brand Experience mit digitaler Unterstützung.

Da interaktive digitale Erlebnisse darüber hinaus generell immer mehr an Bedeutung gewinnen, will sich USP Partner mit der umfassenden Partnerschaft mit Brame fit machen, um zukünftig Gamification für ihre Kunden sinnvoll und zielgerichtet im Rahmen von Live-Marketing-Kampagnen einzubinden.

«Die Anreicherung von Live-Marketing-Aktivitäten mit den neusten Technologien ermöglicht das Schaffen überraschender und emotionaler Brand Experience, die über das Generieren von wertvollen Leads zudem auch sehr zielorientiert ist. Darüber hinaus können wir über Gamification auch die Brücke von offline zu online schlagen, weil über solche Ansätze die Consumer Journey von Live-Marketing-Kampagnen digital fortgesetzt werden kann, was unseren Kunden einen zusätzlichen Mehrwert bietet», erklärt Dominik Nyffenegger, CEO & Partner bei USP Partner.

MYI Entertainment akquiriert Geeky Goon Squad

Die Agentur für Esports und Gaming MYI Entertainment akquiriert Geeky Goon Squad. Diese Investition soll grössere Live-Produktionen aus eigener Hand ermöglichen und zugleich die Expansion in den deutschen Markt fördern. Weiter soll der Brand mit seinen rund 65’000 Followern Möglichkeiten für frischen Content und neue Wettbewerbsformate eröffnen.

Philipp «Liva» Bürkner, Gründer der Geeky Goon Squad (links), und Cédric Schlosser, CEO von MYI Entertainment, freuen sich über die künftige Zusammenarbeit.

Philipp «Liva» Bürkner hat sich in der Fighting-Games-Community einen Namen gemacht. Nach seiner Ausbildung zum Softwareentwickler machte er sich schnell selbständig als Produzent von Live-Content. 2015 gründete er Geeky Goon Squad, wurde Twitch-Partner und erlebte ein explosives Wachstum.

Der Twitch-Channel von Geeky Goon Squad hat aktuell rund 65’000 Follower und gelte als erste Anlaufstelle für die Produktion europäischer Events rund um das Game Super Smash Bros, heisst es in einer Mitteilung von MYI Entertainment. Doch der Brand ist auch zuständig für Produktionen in weiteren Games wie beispielsweise das Fighting-Segment am Gaming-Festival DreamHack.

Übernahme durch MYI Entertainment

MYI Entertainment hat sich dazu entschieden, Geeky Goon Squad zu akquirieren, womit Philipp Bürkner neuer Production Specialist wird. Für die im DACH-Raum agierende Agentur für Esports und Gaming sei dieser Schritt in dreierlei Hinsicht ein Investment in das Wachstum von MYI Entertainment, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Mit Philipp Bürkner im Team würde sich die Agentur weitere Kompetenzen im Bereich Livestreaming sichern, womit sie den Kunden grössere Produktionen aus eigener Hand anbieten kann. Zudem verfügt Bürkner über ein umfassendes Netzwerk, das MYI Entertainment nutzen wird, um die eigene Position auf dem deutschen Markt auszubauen. Weiter zähle Geeky Goon Squad zu den etabliertesten Brands in der europäischen Smash-Bros.-Szene. Die Esports-Agentur plant daraufhin, diese weiterzuentwickeln – mit frischem Content und neuen Wettbewerbsformaten.

Umfangreichere Projekte realisieren

Bürkner war seit 2015 stets selbständig unterwegs. «Esports wächst und wächst und auch ich wollte mich weiterentwickeln», begründet er seinen Entschluss, die Selbständigkeit aufzugeben und zu MYI Entertainment zu wechseln. «Bei MYI Entertainment kann ich weiter meiner Leidenschaft nachgehen und Produktionen auf einem noch höheren Niveau realisieren. Ausserdem freue ich mich darauf, wieder in einem Team zu arbeiten, den Austausch mit anderen zu pflegen und gemeinsam neue Ideen zu generieren.»

Bundesrat ändert Kommunikationsverhalten in der Corona-Krise

Vor und seit dem ersten Lockdown wegen der Covid-19-Pandemie vor einem Jahr ist die Kommunikation des Bundesrates im Krisenmodus. Sie intensivierte sich stark. Die Medienkonferenzen wurden bisweilen von bis zu zwei Millionen Menschen live verfolgt.

Vizekanzler und Bundesratssprecher André Simonazzi. (Bild: Youtube.com)

Bereits vor dem ersten Fall einer Infektion mit dem Coronavirus in der Schweiz hatte der Bundesrat die Situation insbesondere in den Nachbarländern genau verfolgt, wie Bundesratssprecher und Vizekanzler André Simonazzi in einem Video der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vom Dienstag sagte. Das Konzept für die Krisenkommunikation habe damals schon bestanden.

In der aussergewöhnlichen Lage veränderten sich auch die Medienkonferenzen der Landesregierung. Statt vor den akkreditierten Bundeshausjournalistinnen und -journalisten fanden sie vor einer breiten Öffentlichkeit statt, die vom Bundesrat Antworten erwartete, wie Simonazzi sagte.

Zudem wurden gemäss dem Vizekanzler Medienkonferenzen auf wissenschaftlicher Ebene nötig, um der Bevölkerung die Basis der Bundesratsentscheide zu erklären. In der Krise habe sich alles schnell geändert, neue Erkenntnisse, über die informiert werden musste, seien laufend hinzugekommen.

Dazu gehörte auch die Schutzmasken-Geschichte, wie Simonazzi erklärte. Zunächst habe die wissenschaftliche Meinung geherrscht, Schutzmasken seien für die breite Bevölkerung wenig zielführend. Später habe sich das geändert und sei auch so kommuniziert worden. Widersprüchlich sei die Kommunikation nie gewesen. (SDA)

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