Presserat rügt Beobachter: Betroffene nicht berücksichtigt

Der Presserat rügt die Zeitschrift Beobachter, weil sie gestützt auf einen Insider als einzige Quelle schwere Vorwürfe gegen eine frühere Geschäftsführerin erhoben hatte. In einem derartigen Fall müssten Quellen überprüft und die Beschuldigte angehört werden.

Presserat
(Screenshot: Beobachter.ch)

Der Presserat hiess eine entsprechende Beschwerde gegen den Beobachter teilweise gut, wie er am Freitag mitteilte. Die Zeitschrift hatte im April zuerst online und dann in der gedruckten Ausgabe behauptet, das Berner Heimatwerk sei in Schieflage geraten, weil eine ehemalige Geschäftsführerin Geld hinterzogen habe. Daraus hätten elf Entlassungen und die Liquidation der Genossenschaft resultiert. Einzige Quelle ist ein Insider.

Das genügt nicht, befindet der Presserat. Der schwere Vorwurf hätte eine Anhörung nötig gemacht, auch wenn die Beschuldigte für ein breites Publikum nicht unmittelbar identifizierbar war.

Zudem habe die Frau den Beobachter nach der ersten Publikation darauf aufmerksam gemacht, dass die hinterzogene Summe – wenn überhaupt eine Hinterziehung vorlag – keine Ladenschliessung zur Folge gehabt hätte und die angebliche Liquidation gar nicht stattgefunden hatte.

Das hätte die Redaktion vor der Druck-Publikation überprüfen müssen. Damit habe die Redaktion den Journalistenkodex hinsichtlich Wahrheitssuche, Quellenarbeit und Anhörungspflicht verletzt. (SDA)

IAB Switzerland verschiebt DEX auf Herbst 2021

Eine Besserung der Situation in Bezug auf Live-Veranstaltungen ist bis auf Weiteres nicht in Sicht. Deshalb hat sich die IAB Switzerland entschlossen, ihre DEX20-Konferenz auf Herbst 2021 zu verschieben.

IAB Switzerland

Da die Digital Experience Konferenz – nebst Vorträgen auf der Main-Stage – von vielen kleinen Formaten wie den Masterclasses oder den Workshops, aber auch vom persönlichen Austausch lebe, sei das Konzept aufgrund der aktuellen Lage nicht realisierbar, wie die Veranstalter in einer Mitteilung von Freitag schreiben.

Deshalb werde die Durchführung erst im Herbst 2021 angesetzt. Bis dahin sollte sich die Situation in Bezug auf Grossveranstaltungen gebessert haben.

GFK: Technische Konsumgüter trotzen schwierigem Wirtschaftsklima

Der Markt für technische Konsumgüter TCG hat turbulente Wochen und Monate erlebt. Dennoch prognostiziert geht Growth from Knowledge GfK, dass der globale TCG-Markt 2020 auch in Zukunft umsatzstark bleiben wird und trotz der aktuellen Situation auf dem Niveau des vergangenen Jahres bleibt. Für Wachstum sorgten vor allem der starke «Home»-Fokus der Verbraucher und der Wunsch nach einer stärkeren Digitalisierung des eigenen Lebensumfelds.

GFK

«Wir gehen davon aus, dass sich der Markt weiter erholen wird. Für das letzte Quartal 2020 gibt es mehrere Indikatoren, die auf ein stabiles Szenario für die entscheidende Saison am Jahresende hinweisen», erklärt Luca Giuriato, GfK-Experte für die TCG-Branche. «Die Volatilität der Märkte wird jedoch nicht verschwinden, da es signifikante Veränderungen hinsichtlich der Nachfrage der Verbraucher gegeben hat und aus unsrer Sicht auch weiterhin geben wird. Vor allem das nachhaltige Wachstum im Bereich E-Commerce wird eine solchen Trendwende beschleunigen. Händler und Hersteller sind nun gefragt, die Omnichannel-Erlebniswelt auf eine neue Ebene zu heben und dem Verbraucher das zu bieten, was er aktuell fordert.»

 

Von «haben wollen» zu «wirklich brauchen»

Covid-19 hatte eine grosse Auswirkung auf den globalen TCG-Markt. Auch wenn das mit einem «Wachstum» von 0 Prozent im Vergleich zu 2019 nicht ganz offensichtlich ist: Die Marktvolatilität war noch nie so stark wie in diesem Jahr. Ein Beweis dafür ist der erwartete Rückgang des Telekommunikations-/ Smartphone-Markts um 6 Prozent. Dieser Markt macht 40 Prozent des gesamten TCG-Umsatzes aus. Positiv entwickelt sich hingegen das IT-/Office-Geschäft, das voraussichtlich um 15 Prozent wachsen wird.

Hier kam es im Markt zu einer grundsätzlichen Veränderung: Die «ich hätte gerne» IT-/ Office-Ausrüstung wurde aufgrund des Lockdowns und der verstärkten Arbeit von zu Hause aus zur «ich brauche»-Ausrüstung. Etwas später und nach anfänglichen Rückgängen stieg nach den Lockdowns auch die Nachfrage im Markt der Haushaltskleingeräte und wird für das Jahr 2020 voraussichtlich ein beinahe zweistelliges Wachstum (+9 Prozent) verzeichnen. Auch die Unterhaltungselektronik (-1 Prozent) und Haushaltsgrossgeräte (-2 Prozent) tragen zur guten Entwicklung bei und profitieren immer mehr von Trends wie «Cook@home» und «Entertain@home».

 

Schwellenländer geben weniger für TCG aus – in Europa wird investiert 

Bei der Nachfrage nach technischen Konsumgütern zeigen sich im Hinblick auf die verschiedenen Regionen der Welt deutliche Unterschiede: Vor allem Industrieländer verkraften die Auswirkungen von Covid-19 besser als die Schwellenländer. So geben beispielsweise Konsumenten in Europa (einschliesslich GUS) auch in Krisenzeiten Geld für technische Konsumgüter aus. Hier wird eine Wachstumsrate von 5 Prozent für das Gesamtjahr 2020 erwartet. In den asiatischen Schwellenländern wird hingegen ein Rückgang von 6 Prozent vorhergesehen, da die Verbraucher aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation weniger Geld ausgeben können.

 

Produkte im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden stärker nachgefragt

Global stärker nachgefragt wurden Produkte, die unsere tägliche Routine vereinfachen sowie Produkte der Themenwelten Gesundheit und Wohlbefinden. In Zeiten von Covid-19 sind solche Produktversprechen besonders relevant für die Verbraucher, da sie ihre Zeit zu Hause so angenehm, aber eben auch effizient wie möglich gestalten möchten. So hat sich beispielweise das Umsatzvolumen bei Küchenmaschinen im Zeitraum Mai bis Juli 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verdoppelt; Geschirrspüler haben immerhin um 16 Prozent zugelegt. Zumindest mittelfristig ist von weiterem Wachstum auszugehen.

Der Fokus auf Gesundheit und Wohlbefinden hat auch den Verkauf von Luftreinigern beziehungweise -befeuchtern beschleunigt (+20 Prozent Umsatzwachstum von Mai bis Juli 2020). Da Hygiene eine immer wichtigere Rolle in unserem täglichen Leben spielt, werden sich Waschmaschinen mit Dampffunktion zur Abtötung von Bakterien und Viren ebenfalls weiterhin stark verkaufen. Diese verzeichneten ein weiteres deutliches Wachstum von 32 Prozent von Mai bis Juli 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

GfK erhebt über seine Handelspanels regelmässig in mehr als 70 Ländern weltweit Umsatzdaten für die Segmente Unterhaltungselektronik, Foto, Telekommunikation, Informationstechnologie, Büroausstattung, Elektrogross- und Kleingeräte. Alle Zahlen gehen von einem festen Euro-Wechselkurs aus.

Presserat rügt Tamedia-Redaktion wegen untergeschobenem Zitat

Der Presserat heisst eine Beschwerde gegen die Tamedia-Redaktion teilweise gut. Die Redaktion hatte dem Drahtzieher einer Corona-Demonstration in Berlin ein Zitat untergeschoben. Dieses hatte er so jedoch nie gesagt.

 Tamedia-Redaktion

Die kritisierte Passage stand in einem Text über Ken Jebsen, der als Drahtzieher der Demonstrationen gegen die Corona-Massnahmen in Berlin präsentiert wurde. In diesem Text stand, dass Jebsen «antisemitische Ressentiments gegen den angeblichen ‹Juden-Kapitalismus› bediene».

Der Begriff «Juden-Kapitalismus» war in Anführungszeichen gesetzt, obwohl kein Beleg präsentiert wurde, dass Jebsen ihn je verwendet hatte. Tamedia habe in einer Antwort an eine Privatperson aus der Schweiz denn auch attestiert, dass Jebsen diesen Begriff so wohl tatsächlich nicht verwendete.

Tamedia argumentierte, «Juden-Kapitalismus» habe gar nicht als Zitat Jebsens, sondern bloss als Beispiel für die von Jebsen bedienten antisemitischen Ressentiments dienen sollen.

 

Meinung entstellt

Für den Presserat hat die Tamedia-Redaktion damit gegen die Rechte und Pflichten von Journalistinnen und Journalisten verstossen. Wer einen Begriff, der die Denkweise einer Person beschreibe, in Anführungszeichen setze, schreibe diesen Begriff dieser Person zu.

Tamedia habe damit die von Jebsen geäusserte Meinung entstellt, teilte der Presserat am Freitag mit. Kein Problem sieht der Presserat hingegen bei der Aussage, dass auf Jebsens Onlineplattform KenFM im Vorfeld einer Demonstration «kaum verhüllt zu Gewalt gegen ein TV-Team der satirischen ‹heute-show›» aufgerufen worden sei. (SDA)

Schweizerische Herzstiftung und Republica retten Leben

Die Schweizerische Herzstiftung setzt sich seit 1967 dafür ein, dass weniger Menschen an Herz- und Gefässleiden erkranken oder einen Hirnschlag erleiden. Die Berner Agentur Republica hat für sie eine nationale Kampagne entwickelt, die das richtige Handeln bei einem Hirnschlag ins Zentrum rückt.

Republica

Alle 30 Minuten erleidet eine Person in der Schweiz einen Hirnschlag. Das sind 16’000 Personen pro Jahr. Ein Fünftel der Betroffenen stirbt, ein Drittel bleibt behindert. Viele Todesfälle oder schwere Folgeschäden könnten vermieden werden, wenn mehr Menschen die Symptome erkennen und richtig reagieren.

Die Schweizerische Herzstiftung hat deshalb in Zusammenarbeit mit Republica die nationale Sensibilisierungskampagne «Hirnschlag erkennen. Leben retten.» lanciert mit dem Ziel, die breite Bevölkerung für die auftretenden Symptome eines Hirnschlags zu sensibilisieren und die richtige Reaktion im Notfall zu verbessern.

«Wir haben uns für eine Kampagne entschieden, die die Menschen durch unterhaltende Komponenten informiert und sensibilisiert und dazu einlädt, sich mit diesem schwierigen Thema zu beschäftigen. Gleichzeitig soll sie klar und schnell das richtige Wissen vermitteln», erklärt Simon Schatzmann, Partner und zuständiger Projektleiter bei Republica.

Die Kampagne besteht aus zwei wichtigen Handlungssträngen: Einerseits einem informativen Spot, der im Rahmen einer nationalen Paid-Media-Kampagne auf den relevanten Online- und Social- Media-Kanälen ausgespielt wird und die wichtigsten Anzeichen eines Hirnschlags (Lähmungen in Gesicht oder in Armen oder Beinen sowie Sprachstörungen) und die richtige Handlung (Sofort 144 alarmieren) aufzeigt.

Anderseits kommen bis Anfang Dezember zahlreiche weitere digitale Content- Massnahmen zum Zug, wie beispielsweise ein informatives Zahlen- und Fakten-Animationsvideo oder klassische Medienarbeit.

Darüber hinaus entwickelte Republica Icons, die sowohl in Print-Massnahmen wie auch in Paid-Ads und auf der Landingpage Hirnschlag.ch zum Einsatz kommen.

Republica

Verantwortlich bei der Schweizerischen Herzstiftung: Maja Traber-Watters, Jardena Rotach. Verantwortliche Agentur: Republica. Produktion: Elura Films. Regie und Kamera: Phil & Jones.

TX Group investiert in Marketplace Lending-Plattform Lend

Die TX Group beteiligt sich an der Schweizer Crowdlending-Plattform Lend.ch. Die Plattform wickelt Kredite direkt zwischen Kreditnehmern und Anlegern ab, ohne den Zwischenweg über eine Bank.

TX Group

Anleger erhalten eine attraktive Rendite und die Kreditnehmer, Private wie auch KMU, bezahlen vergleichsweise günstige Zinsen. Das Fintech-Unternehmen mit Sitz in Zürich wurde 2015 von Florian Kübler und Michel Lalive d’Epinay gegründet und beschäftigt mittlerweile 17 Personen. Kreditnehmer haben bei Lend bereits für über 1,3 Milliarden Schweizer Franken Kredite beantragt. Im Rahmen einer Kooperation bietet auch PostFinance ihren Geschäftskunden Kredite über Lend an.

In der Series-B-Finanzierungsrunde in der Höhe von 5,5 Millionen Schweizer Franken haben neben der TX Group als Lead-Investor auch PostFinance sowie Alpana Ventures, der bestehende Genfer Venture Capital Fund, in die Marketplace Lending-Plattform investiert.

Samuel Hügli, Head Technology & Ventures und Mitglied der Gruppenleitung der TX Group sowie neu Mitglied des Lend-Verwaltungsrats: «Startups wie Lend können auf unsere Expertise den Bereichen Technologie, Data Analytics, Marketing, Product und Business Development zurückgreifen und dadurch ihr Wachstum beschleunigen. Darüber hinaus profitieren sie von der hohen Reichweite unserer Medien und Plattformen, denn wir erreichen täglich über 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung.»
 

Das sind die Top 5 Werbespots auf YouTube im dritten Quartal

Das «YouTube Ads Leaderboard Schweiz Q3 2020» zeigt die Top 5 Werbevideos auf YouTube in der Schweiz von Juli bis September 2020. Roger Federer ist Nr. 1 – Digitec Galaxus dominiert.

lindt

Um die Top 5 zu ermitteln, hat YouTube die Zahl der aus der Schweiz erfolgten Abrufzahlen auf YouTube-Werbevideos im 3. Quartal 2020 gemessen. Für das Ranking wurden nur Videos berücksichtigt, die einen Mindestanteil an unbezahlten Views aufweisen konnten. Vierteljährlich veröffentlicht Google jene YouTube Werbevideos, die bei YouTube-Zuschauern besonders beliebt sind. Das Anzeigen-Ranking wird durch einen Algorithmus bestimmt, der bezahlte und organische Aufrufe sowie die Zuschauerbindung berücksichtigt.

Im dritten Quartal 2020 lauten die Top 5 wie folgt:

1. Lindt Chocolate World – Lindt Home of Chocolate | The Grand Opening mit Roger Federer

2. Galaxus – Ein Cappuccino im Bett – Galaxus TV-Spot

3. Galaxus – Morgenstund hat Gold im Mund – Galaxus TV-Spot

4. Digitec – POV Roomba

5. Digitec – POV Navigation

Was Handel und Marken vom bevorstehenden Weihnachtsgeschäft erwarten können

Im Zuge der Covid-19-Pandemie hat sich das Einkaufsverhalten der Verbraucher verändert und trotz einer stufenweisen Aufhebung der Beschränkungsmassnahmen wird der Einzelhandel die coronabedingten Auswirkungen noch bis zum Jahresende spüren. Bazaarvoice hat untersucht, auf was sich der Handel bei der Planung des bevorstehenden Weihnachtsgeschäfts einstellen sollte.

Weihnachtsgeschäft

Befragt wurden weltweit 5‘000 Verbraucher befragt, davon 1‘000 aus Deutschland. Zudem hat Bazaarvoice Daten aus seinem Netzwerk analysiert.

 

UGC ist für die Suche nach Geschenken entscheidend

Die Hälfte der weltweit befragten Verbraucher (49 Prozent) will Weihnachtsgeschenke häufiger als noch vor der Pandemie online kaufen, wobei dieser Anteil in Deutschland bei 32 Prozent liegt. Preis (37 Prozent) und Preisleistung (20 Prozent) werden für deutsche Verbraucher die wichtigsten Faktoren bei den diesjährigen Weihnachtseinkäufen sein, 27 Prozent räumen allerdings ein, dass ihre geplanten Ausgaben von der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt sind.

48 Prozent der Konsumenten weltweit geben in der Umfrage an, dass die Chancen für den Kauf eines Produktes steigen, wenn Unternehmen auf Online-Bewertungen reagieren. «Es ist deswegen wichtig, dass Einzelhändler und Marken ihre UGC-Strategie für die Feiertage rechtzeitig überdenken, da Verbraucher auf diese Informationen zurückgreifen, um Kaufentscheidungen zu treffen. UGC boomt in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und Social Distancing, aber auch schon im vergangenen Jahr konnte ein ähnlicher Trend im Vorfeld des Weihnachtsgeschäftes ausgemacht werden. Allein der Oktober 2019 verzeichnete im Vergleich zu einem Durchschnittsmonat knapp fünf Prozent mehr nutzergenerierte Inhalte. Ein noch stärkerer Zuwachs an UGC ist in diesem Jahr zu erwarten. Diese Informationen beeinflussen in zunehmendem Masse die Kaufentscheidung von Kunden», erklärt Tobias Stelzer, Head of Sales Central Europe von Bazaarvoice.

 

Amazon bekommt Konkurrenz von Social Media

Amazon wird auch in dieser Wintersaison die erste Anlaufstelle für Verbraucher sein. Mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) nutzt die Plattform als Startpunkt der Geschenkesuche und fast drei Viertel (71 Prozent) planen, beim grössten Onlinehändler der Welt einzukaufen. Bei den 18- bis 24-Jährigen bekommt Amazon jedoch zunehmend Konkurrenz von sozialen Netzwerken: Der Marktplatz ist zwar nach wie vor die wichtigste Inspirationsquelle, doch Instagram ist bei der jungen Zielgruppe bereits mit 48 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Pinterest (23 Prozent) und TikTok (20 Prozent) Insgesamt bleibt Facebook (20 Prozent) die einflussreichste Social-Media-Plattform, wenn es um den Kauf von Geschenken geht, Instagram (17 Prozent) und Pinterest (13 Prozent) folgen.

 

Der Online-Boom, Prime Day und das Weihnachtsgeschäft

Mit jedem Monat des Lockdowns hat das Bazaarvoice-Netzwerk, das über 6’200 Hersteller- und Händlerwebsites umfasst, einen deutlichen Anstieg der Seitenaufrufe und Bestellungen verzeichnet. Tatsächlich glauben 85 Prozent der befragten Einzelhändler aus dem Netzwerk, dass die Online-Umsätze im Weihnachtsgeschäft 2020 über denen des Vorjahres liegen werden und 61 Prozent rechnen mit einem höheren Engagement über soziale Netzwerke.

Der diesjährige Prime Day findet am 13. und 14. Oktober statt und wird nicht nur für Amazon, sondern auch für alle anderen Unternehmen das Weihnachtsgeschäft einläuten. Schliesslich kauften im vergangenen Jahr 70 Prozent der Amazon-Kunden mindestens ein Weihnachtsgeschenk am Prime Day. Laut Daten des Bazaarvoice-Netzwerks wurden am 15. Juli 2019 auch ausserhalb von Amazon 27 Prozent mehr Bestellungen aufgegeben als an einem durchschnittlichen Tag. Und da Verbraucher dieses Jahr vermutlich vermehrt nach Schnäppchen suchen, ist dieses Datum umso wichtiger.

«Es besteht kein Zweifel, dass dieses Weihnachtsgeschäft wie kein anderes sein wird, mit mehr Online-Shopping als je zuvor», ergänzt Tobias Stelzer. «Der Handel muss Kunden mithilfe von FAQs, Kundenbewertungen und Reaktionen von Händlern schnell Antworten auf ihre Fragen liefern. Die Effekte sind eindeutig: Wir sehen, dass FAQs auf Produktseiten zu einem Umsatzanstieg von 120 Prozent pro Besucher führen und dass Kundenbewertungen sogar einen Anstieg von 159 Prozent bewirken. Amazon ist während der Pandemie sogar noch prominenter geworden und diese Grösse gibt der Plattform einen fast unschlagbaren Vorteil. Wo Marken und Einzelhändler aber gewinnen können, ist die Bereitstellung einer besseren Customer Experience und massgeschneiderter Informationen. Jüngere Generationen identifizieren sich stärker mit Brands als ältere Generationen und nutzen soziale Medien an jedem Touchpoint. Um sich von Amazon abzuheben, sollten Marken und Einzelhändler daher verstärkt auf Social Media setzen und so ein optimales Einkaufserlebnis schaffen.»

Schutzfolie der UFA-Revue neu mit 70 Prozent Recyclinganteil

Die UFA-Revue verwendet neu eine Schutzfolie mit mindestens 70 Prozent Recyclinganteil. Damit spart die landwirtschaftliche Fachzeitschrift jährlich 1,54 Tonnen Neukunststoff ein.

UR-70-%-Recyclingfolie

Thomas Keller, Geschäftsführer der pmc AG (links) und Markus Röösli, Redaktions- und Verlagsleiter der UFA-Revue (rechts), präsentieren die Oktober Ausgabe der UFA-Revue, verpackt in Folie mit 70 Prozent Recyclinganteil. (Bild: Hans Weber)

 

Die Verantwortlichen der UFA-Revue zusammen haben mit der Druckerei PMC, einem Unternehmen der Schellenberg Gruppe, eine ökologischere Variante für die Verpackung gefunden. Die Schutzfolie der UFA-Revue weist ab der neusten Oktober-Ausgabe einen Recyclinganteil von mindestens 70 Prozent auf. Mit diesem Schritt gehört die Fachzeitschrift zu den ersten Printtiteln in der Schweiz mit einem derart hohen Anteil an Recyclingkunststoff. Der Monatstitel mit einer Auflage von über 72’000 Exemplaren spart jährlich rund 1,54 Tonnen Neukunststoff ein, was einer Einsparung von fast fünf Tonnen CO2 entspricht.

 

Wiederverwerteter Plastik verbessert die Ökobilanz

Die Wiederverwertung von Kunststoff ist generell umweltschonender und es werden weniger Rohstoffe wie Erdöl verbraucht. Das schont die natürlichen Ressourcen und hilft CO2 einzusparen. Dies bestätigt auch Verpackungsexperte Roland Hischier von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St. Gallen: «Je höher der Recyclinganteil bei einer Kunststoffverpackung, desto besser fällt auch die Ökobilanz aus.» Papiercouverts seien dabei keine Alternative, denn deren Ökobilanz schneide aufgrund des deutlich höheren Gewichtes klar schlechter ab.

Die Schutzfolie bleibt also die Nummer eins für den sicheren Versand von Zeitschriften punkto Handling und Umweltbilanz. Und mit dem Altfolienanteil von 70 Prozent erst recht. «Das Thema Nachhaltigkeit ist für die Landwirtschaft zentral und deshalb auch redaktionell wichtig», sagt Markus Röösli, Verlags- und Redaktionsleiter der UFA-Revue. «Mit der Erhöhung des Recyclinganteils der Schutzfolie berichten wir nun nicht bloss über nachhaltige Themen, sondern leisten einen aktiven Beitrag zur Ressourcenschonung», so Röösli weiter. Zudem ist die Folie zu 100 Prozent recyclingfähig und kann so wieder dem Kunststoffkreislauf zurückgeführt werden.

 

Grosse Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen

Die neuartige Schutzfolie wurde in Zusammenarbeit mit der Druckerei PMC eingeführt. Thomas Keller, Geschäftsführer der Druckerei, bemerkt ein generelles Umdenken bei den Kunden. Der Wunsch nach nachhaltigeren Lösungen sei immer mehr ein Thema. «Nach dem Startschuss mit der UFA-Revue werden wir unser Folienlager komplett auf ECO-Recyclingfolie mit 70 Prozent rezyklierter Altfolie umstellen und so diese Folie standardmässig einsetzen.» Insgesamt spart die Druckerei dadurch bis zu 50 Tonnen Neukunststoff ein, was einer Einsparung von bis zu 160 Tonnen CO2 gleichkommt.

Publicis für UBS: Gutes tun tut gut

UBS lanciert mit UBS Helpetica eine Vermittlungsplattform für Freiwilligenarbeit. Publicis zeichnet für Kampagne, Naming und Branding verantwortlich.

UBS

UBS ist ein langjähriger «Corporate Volunteering»-Akteur in der Schweiz. Die Bank hat vor über 15 Jahren Freiwilligenarbeit von Mitarbeitenden in der Schweiz eingeführt. Nun geht UBS einen Schritt weiter und bringt Freiwillige und gemeinnützige Organisationen zusammen, damit sie nachhaltige Projekte gemeinsam umsetzen können: Mit UBS Helpetica lanciert die Grossbank eine Vermittlungsplattform, mit der engagierte Menschen tatkräftig bei verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten in den Bereichen Umwelt, Bildung, Soziales und Unternehmertum mithelfen können.

Zudem können auch Privatpersonen ihre eigenen Nachhaltigkeitsideen einreichen und geeignete Umsetzungspartner oder Helfer für ihr Projekt finden. «Für die Leute in der Schweiz wird Nachhaltigkeit immer wichtiger. Viele wollen sich persönlich engagieren, doch nicht alle wissen, wie und wo sie sich am besten einbringen können – mit UBS Helpetica wollen wir das ändern», erklärt Sonja Kingsley-Curry, Strategic Initiatives & Brand Management bei UBS Switzerland, die Idee hinter der Initiative.

 

Tun, was guttut

Für Branding, Naming und die dazugehörige Kampagne ist Publicis verantwortlich. Mit dem Insight «Gutes tun tut gut» sollen möglichst viele Menschen für Freiwilligeneinsätze begeistert werden. Denn wer sich fürs Allgemeinwohl einsetzt, tut auch immer etwas für sich selber. Das verdeutlichen auch die Kampagnenfilme, in denen die Protagonisten mit einem guten Gefühl, einer verbesserten Ausdauer, oder einfach einem tiefen Schlaf für ihren Einsatz belohnt werden.

Die vier Filme werden seit Mitte Oktober in diversen Online-Formaten eingesetzt, flankiert von Print-, POS-, DOOH- und Social-Media-Umsetzungen.

UBS

Verantwortlich bei UBS: Daniel Fischer (Leiter Marketing Region Schweiz), Sonja Kingsley-Curry (Leiterin Strategic Initiatives & Brand Management), Rita Vozarova (Strategic Initiatives & Brand Management). Verantwortlich bei Publicis: Sascha Fanetti, Jan Kempter (Creative Direction), Yannick Schaller (Text), Nina Martens (Art Direction), Nina Nesnidal, Simon Häusler, Jonas Koutrios (Grafik), Mark Becher (Strategie), Angelos Apostolidis, Judith Schnigula (Beratung), Urs Hirschi (Managing Director), Suzana Kovacevic (Integrated Producer), Thomas Wildberger (CEO). Produktion: Shining Pictures (Filmproduktion), Marco Lutz (Regie), Ralph Bätschmann (DOP), Stefan Bircher (Executive Producer), Alessandra Dolci (Producer), Jingle Jungle (Tonstudio), Sven Germann (Fotografie), Prodigious Zürich (Produktionspartner PrePress).

Bakom gerät wegen fehlerhafter Serafe-Rechnungen in die Kritik

Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat die Risiken bei der Einführung der neuen Radio- und Fernsehabgabe unterschätzt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Geschäftsprüfungskommission des Ständerats (GPK-S).

Bakom

Das Bakom sei seiner Aufsichtspflicht bei der Umstellung der Erhebung der Radio- und Fernsehgebühren grösstenteils nachgekommen. Dies steht im Bericht, den die GPK-S am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Umstellung auf die Erhebung pro Haushalt sei jedoch unterschätzt worden.

Als zu Beginn des Jahres 2019 die neue Erhebungsstelle Serafe die ersten Rechnungen für die Empfangsgebühren verschickte, erhielten mehrere tausend Schweizer Haushalte falsche Abgaberechnungen. Das Bakom wies darauf hin, dass die falschen Rechnungen auf fehlerhafte Haushaltsdaten der Kantone und Gemeinden zurückzuführen seien. Die Einwohnerdienste der Gemeinden und die Serafe wurden daraufhin mit Reklamationen eingedeckt.

Das Bakom habe schnell reagiert und die Serafe zur alleinigen Anlaufstelle erklärt, heisst es im Bericht. Zudem sei das Bakom seit Beginn der Probleme bemüht, die Anzahl falscher Rechnungen pro Monat zu reduzieren.

 

Unklare Kostenfolgen

Die Kommission bedaure aber, dass monatlich noch immer mehrere tausend Haushalte eine falsche Rechnung erhielten, teilten die Parlamentsdienste am Donnerstag mit. Zuletzt wurde im Juni dieses Jahres bekannt, dass im Mai 224’000 Haushalte zwei Mal eine Rechnung für die Empfangsgebühren erhielten. Die Kommission erwarte, dass das Bakom die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und Kantonen und der Serafe prüft und weitere Verbesserungsmassnahmen trifft.

Die Kommission hält weiter fest, dass die Kosten für die falsch verschickten Serafe-Rechnungen noch nicht bekannt seien. Die GPK-S verlangt deshalb vom Bundesrat, nun zu klären, wie viel dieser Mehraufwand kostet und wer ihn zu bezahlen hat.

Die Kommission hat den Bundesrat um eine Stellungnahme bis am 25. Januar 2021 gebeten. Die Kommission behalte sich vor, das Dossier bei neuen Vorkommnissen wieder zu öffnen und bei Bedarf Schritte einzuleiten. (SDA)

Amazon plant neuen Angriff auf die Schweiz

Der Handelszeitung zufolge plant der E-Commerce-Riese Amazon eine starke Ausweitung seines Angebots in der Schweiz.

Handelszeitung

Dabei geht es um den Versand von Artikeln von Drittverkäufern, deren Produkte im Programm «Fulfillment by Amazon» (FBA) von Amazon selber bewirtschaftet werden. Bisher konnte eine grosse Zahl solcher Artikel in der Schweiz nicht bestellt werden, weil viele der Drittverkäufer keine Zollvereinbarung mit der Schweiz hatten. «Wir sind daran, FBA in die Schweiz zu bringen», bestätigt ein Amazon-Sprecher gegenüber der Handelszeitung, nennt aber keine Details zum Zeitpunkt.

Gemäss einer Meldung des Magazins «Internetworld» soll Amazon selbst die Schweizer Zollgebühren und Einfuhrumsatzsteuer seiner Kundinnen und Kunden einziehen. Das Amazon-Exportprogramm soll demnach in den kommenden Wochen starten. Dieser Schritt könnte das Angebot von Amazon in der Schweiz massiv erhöhen, sagt Thomas Lang von der E-Commerce-Beratungsfirma Carpathia zur Handelszeitung: «Es dürfte dabei um ein Sortiment in Millionenhöhe gehen.»

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