Best of Swiss Apps Award 2016: Die Shortlist

















Wer aus diesen vier Aussagen ein Geschäftsmodell macht, wird die Zukunft sicher erreichen. Denn wir sind multisensorisch-sinnliche Gemeinschaftswesen – und das lässt sich real besser ausleben als rein virtuell. Die Zukunft gehört also denen, die Digitales perfekt in die Offline-Welt setzen. Danach scheint es ein großes Verlangen zu geben.Das „neue Neue“ ist die Rückbesinnung auf die Offline-WeltLeider vergessen im aktuellen Digitalisierungsrausch vor allem die eingefleischten Online-Strategen, dass ein Großteil unseres Lebens immer noch Offline spielt. Lebensqualität ist dort, wo man fußläufig oder radelnd einkaufen kann und unter Menschen draußen im Sonnenschein zum Beispiel sein kühles Bierchen genießt. Ein persönliches Treffen ist immer wertvoller als ein Internet-Chat.Das Physische hat also noch lange nicht ausgedient. Ganz im Gegenteil. „Mich interessiert das wahre Leben viel mehr“, bestätigt mir Julian, 14, ein YouTube-Star aus der Gamer Community. Wie Recht er hat. Denn das Leben besteht aus viel mehr als Online-Spielen und Lieferservice. Wir sind eben nicht aus Bits und Bytes konstruiert, sondern aus Fleisch und Blut.„Anstatt allein zuhause zu sitzen, lassen sich Menschen gerne nach draußen ziehen. Das ist neu, denn bisher führte die Digitalisierung nur dazu, dass immer mehr Menschen immer länger daheim auf Ihrem Smartphone, Tablet oder PC daddelten“, sagt der Online-Experte Torsten Schwarz. Nun heißt es: Raus aus dem Haus!Parallel zur fortschreitenden Digitalisierung entsteht zunehmend der Wunsch nach realen Begegnungen, nach fassbaren Erlebnissen und körperlichen Erfahrungen. So haben gewiefte Start-ups längst erkannt, dass sie nicht nur mit Online-Aktivitäten groß werden können, sondern sich auch offline präsent machen müssen. Die Eröffnung der Amazon-Stores ist nur ein Beispiel von vielen für diese Entwicklung.Das Nichtdigitale wird zunehmend kostbarIm Internet suchen wir vorrangig Effizienz, Zeitersparnis und Preisvorteile. Natürlich auch nach Informationen, Kontakten und Zeitvertreib. Die physische Welt hält darüber hinaus soziale Aktivitäten parat, die all unsere Sinne in Anspruch nehmen. Sieben von zehn Konsumenten stimmen sogar der Aussage zu, Erlebnisse seien wichtiger als Besitz.Folgen wir dem, dann muss jede Art von Kundeninteraktion viel sinnlicher werden. Die multisensorische Kommunikation bietet hierzu reichhaltige Gelegenheit. In meinem neuen Buch Touch.Point.Sieg wird darüber ausführlich berichtet. „Was in einer hocheffizienten, daten- und algorithmengesteuerten Welt selten und kostbar wird, ist das Nichtmessbare, das Nichtkontrollierbare, das Analoge“, bekräftigt der Trendforscher Peter Wippermann im Werte-Index 2016.Und er sagt auch: „Was stärker wird, ist die Sehnsucht nach einer Wirtschaft, die nicht nach einer rein quantitativen Logik funktioniert. Hier liegt die große und großartige Aufgabe für Unternehmensentwickler – und hier liegen, wenn sie es richtig machen, die Wachstumsmärkte von morgen.“Sowohl-als-auch: digitaler, menschlicher, emotionalerSelbst am digitalsten aller Orte, im Silicon Valley, steht physisches Miteinander hoch im Kurs. Und es wird sehr viel Wert auf ein Wohlfühlklima gelegt, das gemeinsame Siege ermöglicht. Alles hockt nah beieinander. Und jeder redet mit jedem, um Inspirationen zu sammeln und Innovationen anzukurbeln. Selbst Milliardär Marc Zuckerberg hat seinen Schreibtisch im Kreis seiner Leute – im größten Großraumbüro der Welt.Berührungshunger ist allgegenwärtig. Ganz ohne sexuellen Hintergrund liegen wir uns bei allen möglichen Anlässen in den Armen, busseln und klatschen ab. Komm näher, komm riechen und fühlen, dass ich es gut mit dir meine, ist die unbewusste Botschaft, die im Hintergrund läuft. Online geknüpfte Bande werden auf diese Weise offline verstärkt. Und Sicherheit, die ich online nicht habe, wird so überprüft.Multisensorische Offline-Geschehnisse bergen eine Intensität in sich, die wir online einfach nicht erreichen können. Auch in der Kommunikation gehört in den Vordergrund, was den Kunden im wahrsten Sinne des Wortes berührt. Und in einer zunehmend digitalisierten Umgebung stechen Eindrücke, die mit allen Sinnen hantieren und zudem gemeinsamen Spaß garantieren, besonders heraus.*Anne M. Schüller ist Managementdenker, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als Europas führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenfokussierte Unternehmensführung.
