Klimawandel und Umweltschutz gehören zu den wichtigsten Themen im aktuellen Wahlkampf. Doch wie steht es um das ökologische Verhalten in den Schweizer Privathaushalten? Die Studie MACH Consumer 2019 zeigt, dass es hinsichtlich Reise-, Einkaufs- und Essverhalten durchaus Veränderungen, aber auch noch viel Potenzial gibt.
Mehr Flugreisen als vor fünf Jahren
Der Anteil Personen, die ein Auto im Haushalt haben, ist in den letzten fünf Jahren von 82,9 Prozent auf 79,9 Prozent gesunken. Bei den Flugreisen zeichnet sich hingegen kein Rückgang ab. 57,9 Prozent der Befragten reisten in den letzten 12 Monaten mindestens einmal mit dem Flugzeug (2014: 55,7 Prozent). Fernreisen haben 27,5 Prozent geplant (2014: 28,3 Prozent).
Noch keine Trendwende zeigt sich auch bei den 14- bis 29-Jährigen, der Generation, die besonders häufig an Klimastreiks vertreten ist. Im Gegenteil: Während 2014 noch 9,9 Prozent dieser Altersgruppe angaben, in den letzten zwölf Monaten mindesten fünf Flugreisen unternommen zu haben, sind es 2019 sogar 15,4 Prozent.
Bio und regional auf dem Vormarsch
Der Käuferkreis von Bioläden und Reformhäusern ist in den letzten Jahren gewachsen. 9 Prozent der Befragten kaufen dort Grundnahrungsmittel und Milchprodukte (2014: 7,7 Prozent), 7,9 Prozent Gemüse, Salat und Früchte (2014: 6,4 Prozent) und 3,2 Prozent Fleisch und Fisch (2014: 2,4 Prozent). Auch insgesamt nimmt der Stellenwert von Bioprodukten zu: 52,8 Prozent der Bevölkerung kaufen, wenn möglich, Lebensmittel aus biologischem Anbau (trifft voll und ganz oder eher zu). Vor fünf Jahren waren es 45,6 Prozent.
Ausserdem achten die Konsumenten noch stärker darauf, dass die Lebensmittel aus der Schweiz kommen. So kaufen derzeit 85,2 Prozent möglichst häufig Schweizer Lebensmittel (trifft voll und ganz oder eher zu), während das vor fünf Jahren auf 82,5 Prozent zutraf.
Potenzial beim Fleischkonsum
3,5 Prozent der befragten Personen zwischen 14 und 99 Jahren sind Vegetarier. 0,2 Prozent ernähren sich ausschliesslich vegan. Tofu und Quorn sind weiter auf dem Vormarsch. 2014 gaben erst 9,2 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer an, mindestens einmal wöchentlich vegetarischen Fleischersatz zu konsumieren. Heute tun dies bereits 12,1 Prozent.
Unter den 14- bis 29-Jährigen sind die Vegetarier mit 4,7 Prozent und dementsprechend die Fleischersatzkonsumenten mit 15,2 Prozent häufiger zu finden als beim Rest der Bevölkerung. Diese Tatsache vermag aber nicht darüber hinwegzutäuschen, dass die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer (68,1 Prozent) praktisch täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich ein Stück Fleisch auf dem Teller hat.