Der «Award für Marketing + Architektur» 2020 wird verschoben

Nun ist auch der «Award für Marketing + Architektur» Opfer der Corona-Krise geworden. Um von latenten Risiken weiterer Infektionswellen möglichst nicht betroffen zu sein, haben die Veranstalter den 12. März 2021 als neuen Austragungstermin festgelegt.

Award Marketing + Architektur

Der Anlass wird erstmals im Kursaal Bern stattfinden und von Christa Rigozzi moderiert werden. Veronica Fusaro sorgt für musikalische Highlights.

 

Eingabeverlängerung bis 30. Oktober 2020

Die Veranstalter und die Jurypräsidentin Judit Solt haben entschieden, die zusätzliche Zeit für eine Eingabeverlängerung zu nutzen. Neuer Eingabetermin ist der 30. Oktober 2020. Objekte, die bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen sind und den Eingabekriterien entsprechen, sind willkommen.

TX Group erwartet deutlichen Umsatzrückgang wegen Corona

Der Medienkonzern TX Group rechnet für das laufende erste Halbjahr 2020 mit einem negativen Ergebnis: Man erwarte einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr zwischen rund 10 und 15 Prozent sowie ein negatives Ergebnis auf Stufe EBIT, teilte die Gesellschaft am Montagabend mit.

TX Group

Diese Erwartung basiere auf den nun vorliegenden März-Zahlen und derzeit bestehenden «Buchungsstornierungen» infolge der Coronakrise. Vor dem Hintergrund des nicht vorhersehbaren weiteren Verlaufs und der vom Bundesrat skizzierten schrittweisen Lockerungen aus dem «Lockdown» müsse von einem fortgesetzten Rückgang der Werbeumsätze ausgegangen werden, hiess es.

Insbesondere seien die Tages- und Sonntagstitel sowie die Pendlermedien der Unternehmen Tamedia und 20 Minuten betroffen. Zudem entwickle sich das Ergebnis der digitalen Stellen- und Immobilienplattformen von TX Markets wegen der eingetrübten Wirtschaftsprognosen rückläufig.

Insgesamt könne zum aktuellen Zeitpunkt wegen der Unsicherheiten keine abschliessende Einschätzung für das erste Halbjahr gemacht werden, hiess es gleichzeitig. (SDA)

In der Schweiz hat die Pressefreiheit einen hohen Stellenwert

Die Schweiz gehört nach wie vor weltweit zum Kreis jener Länder, in denen die Pressefreiheit am besten geschützt ist. Doch wie im Rest der Welt tritt der Journalismus in ein entscheidendes Jahrzehnt ein. Die Coronakrise hinterlässt ebenfalls Spuren.

Pressefreiheit

Zwar ist die Schweiz im Ranking der Pressefreiheit im laufenden Jahr vom 6. auf den 8. Platz zurückgefallen, wie die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) am Dienstag bekannt gab. Der Index blieb jedoch im jährlich erfassten Ranking konstant.

Ausschlaggebend für die Verschlechterung um zwei Plätze war, dass Jamaika und Costa Rica bei ihren Indices der Pressefreiheit deutlich zulegen konnten. Die Schweiz bleibt in der «weissen Zone» der Länder, in denen die Pressefreiheit vollumfänglich garantiert ist.

Das Ranking der Pressefreiheit wird von Norwegen, Finnland und Dänemark angeführt. Deutschland liegt auf Platz 11. Weniger gut schneiden die übrigen Nachbarländer der Schweiz ab. Österreich liegt auf Platz 18, Frankreich auf Platz 34 und Italien auf Platz 41.

 

Schwierige Lage der Medien

Die Schweizer Medien sind jedoch besorgt, weil sich die wirtschaftliche Situation rasch verschlechtert. Die RSF prangert die beschleunigte Konzentration in der Schweizer Presse an. Die Vielfalt der Titel nehme ab. Die regionale Berichterstattung, die in der direkten Demokratie für die öffentliche Meinungsbildung besonders wichtig sei, stehe unter hohem Druck.

Komme hinzu, dass sich die Coronavirus-Pandemie für die Medien wirtschaftlich zu einem Desaster entwickle. Die Werbeeinnahmen brächen in rasendem Tempo weg. Kritik übt die RSF am Bundesrat, der sich weigere, den Medien mit einer Soforthilfe unter die Arme zu greifen. Der Ball liege nun beim Parlament.

 

Angriff auf einen Journalisten

Besorgniserregend sei, dass sich Journalistinnen und Journalisten zunehmend Angriffen von aussen gegenübersähen. So hatte unlängst in Genf das Gefolge des kamerunischen Präsidenten Paul Biya einen Journalisten des Westschweizer Radio und Fernsehens angegriffen.

Ferner hätten Regierungsvertreter in den Kantonen Waadt und Genf rechtliche Schritte gegen Journalisten eingeleitet. Und eine Journalistin sei wegen Hausfriedensbruchs verurteilt worden. Sie hatte in einem von Aktivisten besetzten Haus eine Reportage verfassen wollen.

 

Krise der Demokratie

Ganz generell nehme weltweit die Feindschaft gegenüber Journalistinnen und Journalisten zu. Eine Krise der Demokratie sei am Horizont erkennbar. Gewählte Volksvertreter wie der US-Präsident Donald Trump oder der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro schürten mit Fake News das Misstrauen gegenüber den Medien.

Durch die Vertrauenskrise geschwächt, würden Journalisten bei Demonstrationen von aufgebrachten Bürgern ins Visier genommen. In Frankreich seien sie Opfer von Polizeigewalt geworden.

 

Aufruf zur Mobilisierung

«All diese Krisen bedeuten, dass die nächsten zehn Jahre entscheidend sein werden», sagt Christophe Deloire, Generalsekretär der RSF. «Wie werden Freiheit, Pluralismus und Verlässlichkeit von Informationen bis 2030 aussehen? Die Antwort auf diese Frage steht heute auf dem Spiel.»

Laut Deloire nutzen autoritäre Regierungen die Coronavirus-Pandemie aus, um Massnahmen gegen die Pressefreiheit zu ergreifen, die in normalen Zeiten unmöglich wären. Die Weltbevölkerung sei aufgerufen, sich gegen solcherlei Angriffe zu wehren, damit Journalistinnen und Journalisten auch künftig ihrer Arbeit nachgehen könnten. (SDA)

Q-Rated: Brands Are Live lanciert Radio-App für Musikliebhaber

In der neuen Musik-App Q-Rated stellen Künstler und Musikschaffende nach dem Motto «Quality Rated Radio» über ihre eigene Stations die Musik zusammen, die sie empfehlen. Das Angebot ist kostenlos und kommt ohne klassische Werbeunterbrechungen aus. Benutzer können sofort auf Musik zugreifen und müssen sich nicht einmal registrieren.

Radio-App

Inhaltlich will Q-Rated eine musikaffine Zielgruppe ansprechen, die sich in einem urbanen Umfeld und in der Subkultur zu Hause fühlt. Elektro, Indie, Hip-Hop, Soul, Jazz und World Music geben den Ton an. Verschiedene prominente Vertreter dieser Genres wie beispielsweise der Musiker Kalabrese oder Dominic Whalley von der englischen Band Jungle konnten dafür gewonnen werden. Auch junge Künstler wie das Zürcher Stimmwunder Naomie Lareine oder Musikexperten des Labels STRG.studio sind mit dabei.

Betrieben wird die neue Schweizer Radio-App von Brands Are Live. Das Schweizer Unternehmen entwickelt seit einigen Jahren Innovationen und Technologien im Online-Audio-Bereich und begleitet Brands und Radios in die Zukunft.

«Mit Q-Rated schaffen wir nicht nur technologisch, sondern auch inhaltlich eine neue Form von Radio. Im Gegensatz zum klassischen Modell setzen wir nicht auf einen Musikchef, sondern suchen Vielfalt durch die Einbindung unterschiedlicher Musiker und Experten. Ich freue mich sehr, dass wir die Bank Cler begeistern konnten, mit uns in dieses Angebot zu investieren», sagt Jan Müller, Geschäftsführer von Brands Are Live.

Q-Rated verzichtet auf klassische Werbeunterbrechungen zwischen den Song. Durch die Exklusivität wird dem Sponsor Bank Cler die Möglichkeit geboten, visuell und mit Content hervorzustechen. Der Musikgenuss soll damit nicht unterbrochen werden. Die Anwendung ist sowohl als Mobile-App als auch als Web Player verfügbar und startet mit 16 Stations. Das Angebot wird über die kommenden Monate laufend ausgebaut.

Unikat und Kuoni träumen vom Reisen

Zurzeit dürfen wir alle nur vom Reisen träumen. Unikat geht in einer TV-Kampagne für Kuoni auf diesen Aspekt ein.

Kuoni

Für die Reisebranche ist es wahrlich keine einfache Zeit. Die Grenzen sind auf unbestimmte Zeit geschlossen und die Neubuchungen drastisch zurückgegangen. Da ist Geduld gefragt. Auch auf Seiten der Konsumenten, denen nichts anderes übrig bleibt, als vom Reisen zu träumen. Der aktuelle TV-Spot von Kuoni geht auf die aktuelle Situation ein.

Entwickelt wurde der stimmungsvolle Film von der Küsnachter Agentur Unikat in enger Zusammenarbeit mit den Kreativen von Kuoni. Der 25-sekündige Film wird am TV und online geschaltet.

 

Verantwortlich bei Der Touristik Suisse: André Plöger (Vice President Corporate Development & Marketing); Heidi Raff (Creative Director); Sabrina Fürst (Head of Marketing Operations). Verantwortlich bei Unikat Kommunikationsagentur: Daniel Meier, Patrick Lienert (Creative Direction und Text); Simone Jung (Beratung). Produktion: WirzFraefelPaal Productions: Stefan Fraefel, Nina Wirth (Producer), Tom Wenger (Tonstudios Z).

Frustration auf der Ziellinie vermeiden

Um die Kunden bis zum langersehnten Reopening der Drive-Ins nicht weiter zu frustrieren, setzen Buzzman und Burger King Belgien auf strikte Zensur.

Burger King

Nach einer gefühlten Ewigkeit kündigt die Fast-Food-Kette an, dass sie ihre Drive-Ins am 23. April wiedereröffnen wird. Bis es soweit ist, hat Burger King sämtliche Burger-Inhalte auf ihrer Website und den sozialen Netzwerken zensieren lassen, um die bereits strapazierten Kunden nicht unnötig zu frustrieren

Nicole Rütsche wird neue Leiterin Personal der NZZ-Mediengruppe

Nicole Rütsche, derzeit Head of Human Resources & Recruiting bei der Boston Consulting Group, übernimmt per August 2020 die Leitung des Bereichs Personal der NZZ-Mediengruppe und wird Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung.

Nicole_Rütsche

In ihrer neuen Funktion verantwortet Nicole Rütsche den HR Business Partner-Bereich, das Salärzentrum, die HR Services sowie die Personal- und Organisationsentwicklung. Seit 2011 ist sie bei der Boston Consulting Group in Zürich tätig, wo sie 2017 die Position des Head of Human Resources and Recruiting übernahm. Davor war sie als Head of Recruiting für das Unternehmen tätig.

Von 2007 bis 2011 arbeitete Rütsche bei Kelly Financial Resources ebenfalls im HR-Bereich. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Zürich mit einem Schwerpunkt in organisationaler Entwicklung und HR.

Nicole Rütsche wird ihre Position Anfang August antreten und direkt an den CEO berichten.

Unsere Welt mit und nach Corona – 5 Thesen zur Kommunikation

Wie verändert die Covid-19-Pandemie die Kommunikation von Marken und Unternehmen? Warum benötigt Markenkommunikation in diesen Tagen besonderes Gespür und weshalb sind lokal ausgerichtete Kampagnen wichtig als nie zuvor? Grayling hat fünf globale Entwicklungen skizziert, die einen massiven Einfluss auf die Kommunikation von Marken sowie Unternehmen haben, und Empfehlungen für die Kommunikation in und nach der Corona-Krise formuliert.

Grayling

These 1: Online vs. Offline ist Geschichte

Social Distancing hat die Grenze zwischen offline und online, wenn nicht endgültig aufgelöst, so doch ganz neu gezogen. Fünf Wochen nach Start der Krise findet heute ein riesiger Anteil unseres Lebens online statt – Abendessen mit der erweiterten Familie, Spieleabende mit Freunden, geschäftliche Meetings, Museumsbesuche. Und auch Unternehmen präsentieren ihre neuen Produkte in einem Online-Event oder bieten Online-Workshops an.

«Auch wenn wir uns alle danach sehnen, endlich wieder unsere Familie und unsere Freunde in den Arm zu nehmen, haben die vergangenen Wochen doch gezeigt, dass ganze Lebensbereiche mit einer Geschwindigkeit ins Netz verlagert werden können, die bis dato als unmöglich galt», so Birte Schnellen, Managing Director Grayling Schweiz. «Unternehmen und Organisationen, die ihre Onlinepräsenz schnell auf- beziehungsweise ausbauen und vor allem wertvolle Inhalte zur Verfügung stellen, schaffen neue Beziehungen, neue Services und vielleicht sogar langfristig neue Vertriebschancen.»

 

These 2: Besser gemeinsam – gemeinsam besser

Auch wenn grundsätzlich nichts Positives an der Pandemie zu finden ist, schöpfen viele von uns doch Inspiration und Kraft aus den zahlreichen gemeinschaftlichen Initiativen, die in den vergangenen Wochen auf lokaler oder nationaler Ebene entstanden sind. In Zeiten der Isolation finden Menschen wie Unternehmen vollkommen neue und teils ungeahnte Wege, füreinander einzustehen und andere zu unterstützen. Und aus Sicht der Markenkommunikation liegen Unternehmen, die auf – zum Teil überraschende – Kooperationen setzen, goldrichtig. Wer hätte beispielsweise vor wenigen Wochen erwartet, dass Apple und Google an einer gemeinsamen Schnittstelle für Corona Contact Tracing Apps arbeiten werden?

 

These 3: Das (Zwischen-)Menschliche rückt ins Zentrum

Je länger die Pandemie anhält und je länger Social Distancing den Alltag prägt, desto mehr suchen wir nach zwischenmenschlichem Kontakt und Verbundenheit – und nach Kommunikation, bei der der Mensch im Fokus steht. Offensichtlich unfaires und zu stark gewinnorientiertes Handeln sorgen für direkte kritische Gegenreaktionen, vor allem wenn dieses Verhalten von international tätigen Konzernen kommt.

«KonsumentInnen reagieren aktuell sehr sensibel auf die Handlungen und die Kommunikation von Unternehmen. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem Unternehmen und Marken ihre ‹Menschlichkeit› unter Beweis stellen müssen. Zum einen meinen wir damit die Verantwortung gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Gesellschaft. Zum anderen heisst das auch, Kommunikation als Managementaufgabe wahrzunehmen», so Schnellen.

 

These 4: Trittbrettfahrer unerwünscht

In den vergangenen Wochen haben unzählige Unternehmen die Pandemie auf unterschiedliche Weise zum Thema gemacht. Nicht immer war der Nutzen der Aussagen erkennbar. Jetzt, wo bei vielen eine Übersättigung mit Covid-19-bezogenen Inhalten eintritt, ist es für Marken wichtiger denn je, sich daran zu erinnern, dass man nicht immer und zu allem etwas zu sagen haben muss.

«Gerade in Krisenzeiten gilt: ‹Don’t sell› », betont Birte Schnellen. «Beschränken Sie die Kommunikation auf Themen, die für die Identität Ihrer Marke von zentraler Bedeutung sind. Und versuchen Sie Ihren Konsumentinnen und Konsumenten, Ihrer Community und vor allem auch Ihren Mitarbeitenden einen echten Mehrwert mit Sinn zu bieten.»

 

These 5: Bereit für eine neue Weltordnung

Niemand von uns weiss, wie unsere Welt nach Covid-19 ausschauen wird, wie sich die Wirtschaft, das Sozial- oder das Bildungssystem, wie sich unsere Gesellschaft verändert haben werden. Sicher ist: Die Welt wird eine andere sein. Allein das Wissen, dass sich alles – wirklich alles – unvorhergesehen und in rasender Geschwindigkeit verändern kann, bringt neues Denken mit sich.

Unternehmen haben entdeckt, in welch raschem Tempo sie Logistik und Lieferketten umstrukturieren können. Organisationen haben gelernt, Inhalte über neue Kanäle zu kommunizieren. Das alles hat Potenzial für einen dauerhaften Bruch mit bisherigen Praktiken und Prozessen. Gleichzeitig sehen wir, dass bekannte Institutionen, die wir lange Zeit als unantastbar angesehen haben, nicht sakrosankt sind. Auch wenn es für konkrete Bespiele noch zu früh ist, werden jene Unternehmen und Organisationen als Sieger aus der Krise hervorgehen, die sich gemeinsam mit der Welt verändern, und nicht in alten Mustern verharren.

«Das haben wir immer schon so gemacht. Oder: Das haben wir noch nie gemacht. Ich bin überzeugt davon, dass diese Sätze nach der Corona-Krise eine Zeitlang ausgedient haben werden. Jetzt ist es an der Zeit, gross und mutig zu denken und zuversichtlich zu bleiben. Lassen wir uns nicht von ‹es war doch immer so› fesseln, weil es jetzt schon anders ist», schliesst Birte Schnellen.

Corona-Kampagne des BAG mit höchstem Werbedruck im März

Der Werbemarkt-Trend März 2020 zeigt die ersten Auswirkungen der Corona-Krise auf den Schweizer Werbemarkt. Bereits jetzt kristallisieren sich einige Krisengewinner und -verlierer heraus.

Werbedruck

Während der Bruttowerbedruck im dritten Monat des Jahres normalerweise stark in die Höhe schnellt, liegt der Wert 2020 mit 455,5 Millionen nur leicht höher als im Januar.

Der Gap zum Vorjahr beläuft sich im Monat März auf minus 90 Millionen Franken respektive -16,4 Prozent. Damit liegt das erste Quartal 2020 114 Millionen hinter dem Vorjahreswert. Dies entspricht einem Rückgang von -8,2 Prozent.

Werbedruck

Entwicklung des Werbedrucks im Gesamtmarkt per März 2020 in Millionen Bruttofranken

 

Mediengruppen unterschiedlich stark betroffen

Kinowerbung sinkt im März prozentual am stärksten (-77%), gefolgt von Radiowerbung (-49%). Print geht um rund 20 Prozent zurück, dabei trifft es die Tages-, regionalen Wochen- sowie Sonntagspresse und Fachpresse am stärksten. Publikums-, Finanz- und Wirtschaftspresse bleibt hingegen auf Vorjahresniveau. Auch Internet- (-17%) und TV-Werbung verzeichnen spürbare Einbussen (-15%).

Einzig der Out-of-Home-Werbedruck bleibt im März insgesamt noch auf Vorjahresniveau (-0,7%). Die Mediengruppe ist extrem stark ins neue Jahr gestartet und kann die Verluste ab Kalenderwoche 12, die bei rund 10 Prozent liegen, noch abfedern. Es wird spannend zu sehen, wann und wie stark Effekte eintreffen.

Mit der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» in der Schweiz am 16. März 2020 zeigt sich in Kalenderwoche 12 der grösste Einbruch des Werbedrucks über alle Mediengruppen hinweg. Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den einzelnen Medien zu beobachten. Während Kinowerbung nach der Schliessung ab Woche 12 erwartungsgemäss auf null sinkt, fällt der Rückgang bei den anderen Mediengruppen in der nächsten Woche bereits weniger stark aus. Nach der ersten Schockstarre wird klar: Eine Disruption, welche die aktuelle Ausnahmesituation für die Werbebranche unbestreitbar darstellt, schafft offensichtliche Gewinner und Verlierer.

Werbedruck

Krisengewinner: Reinigen und Tabakwaren

Ein Blick auf die Branchenentwicklung verrät. Herr und Frau Schweizer werden im März vor allem zwei Dinge nahegelegt – putzen und rauchen.

Reinigen erfährt den höchsten Boost im März mit einem Plus von 33,2%, gefolgt von der Tabakbranche mit plus 24,2 Prozent. Beide Branchen hatten im Februar noch deutlich rote Zahlen im Vorjahresvergleich geschrieben.

 

Initiativen & Kampagnen durch BAG-Kampagne stark

Durch die Corona-Kampagne des BAG, das «Produkt» mit dem höchsten Werbedruck im März 2020, erfährt auch die Branche Initiativen und Kampagnen einen deutlichen Zuwachs an Werbedruck (+5,7%) und auch die Finanzbranche schliesst leicht im Plus (+1.9%). Betrachtet man die bisherige Jahresentwicklung, ist dies jedoch als Stillstand zu interpretieren. Die Branche war im Januar und Februar jeweils mit gut 20 Prozent mehr Werbedruck gestartet als noch 2019.

 

Fahrzeugbranche ohne Autosalon-Push

Dass Kampagnen kurzfristig ab Kalenderwoche 12 gestoppt wurden, kann bisher jedoch nur bei wenigen Werbungtreibenden beobachtet werden. Ein Beispiel hierzu aus der Fahrzeugbranche, der Branche, die nicht zuletzt durch den Wegfall des Autosalons, mit dem höchsten absoluten Rückgang im Vorjahresvergleich zu kämpfen hat, ist VW.

Zwar ist der VW Golf 8 auf dem Silberpodestplatz der Top 10 Produkte im März. Betrachtet man die Schaltungen jedoch genauer, sieht man, dass die Werbeoffensive in TV, OOH und Kino nur von kurzer Dauer ist und in Woche 12 ein abruptes Ende nimmt. Lediglich Online-Werbung läuft, wie gehabt, weiter. Ob dies geplant gewesen ist, darf zumindest als Frage in den Raum gestellt werden.

 

Freizeit, Gastronomie, Tourismus im Sinkflug

Die Branche, welche im März die meisten Ränge im Vergleich zum bisherigen Jahresverlauf verliert, ist Freizeit, Gastronomie, Tourismus. Im Januar und Februar klar auf Rang 1, fällt diese auf Rang 10 ab. Der Werbedruck ist seit Januar stetig um ein Drittel zurück gegangen.

Year-to-Date weiterhin mit dem höchsten Werbedruck, kommt der Rückgang im Vorjahresvergleich bei -12,7% zum Liegen. Der März 2020 liegt rund 40% unter Vorjahreswert.

 

Ausblick

Die Krise bietet aber dem, der agil kommuniziert, sei es indem er die beworbene Produktpalette anpasst (Velos: +41%), Serviceleistungen wie den Online-Shop hervorhebt (SportXX, ab 23.3.2020), oder Image-Aufbau betreibt (Partnerschaft Verhaltensregeln: Coop/Migros/Denner), gute kurz-, mittel- und langfristige Positionierungsmöglichkeiten.

Und eine simple Logik soll nicht vergessen werden: Wenn die Konkurrenz ihre Aktivitäten reduziert, dann bekommt bei gleichbleibendem Werbedruck die eigene «Werbestimme» im Markt mehr Gewicht (SOV%). An der Zeit und Aufmerksamkeit, welche die Schweizer Bevölkerung in Zeiten von Homeoffice und Quarantäne den Medien widmet, soll es nicht liegen.

Werbedruck

Werbedruck in den Branchen

 

Top des Monats

Die Top Werbungtreibenden und meistbeworbenen Produkte sowie Dienstleistungen (ohne Sortiments- und Imagewerbung) im März.

Werbedruck

Media Mix

Werbedruck

Brands müssen wie gewohnt werben

Brands müssen in der Coronavirus-Krise Produkte weiterhin auf gewohnte Weise bewerben. Kunden sind gewöhnliche Anzeigen wichtig, da sie in der Ausnahmesituation ein Gefühl der Normalität vermitteln. Trotzdem müssen Marketer die Krise immer noch ansprechen und dabei Positivität verbreiten. Das ergibt eine User-Befragung von Twitter.

werben

«Es ist unmöglich, das Coronavirus nicht zu diskutieren. Kunden wollen wissen, welche Sicherheitsmassnahmen Unternehmen treffen und ob ihre Mitarbeiter ihre Jobs behalten. Diese Informationen müssen Brands regelmässig über Social Media vermitteln. Sie dürfen das aber nicht überstrapazieren. Wenn sie zu stark auf die Tränendrüse drücken, wird das schnell unsympathisch», sagt Marketing-Experte Bernd Pfeiffer von LimeSoda im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Pressetext.

 

Normalität vermitteln

Twitter hat die Umfrage bei 826 Nutzern durchgeführt. Mehr als die Hälfte (64 Prozent) wollen, dass Produkte weiter wie gewohnt beworben werden. Jeder Zweite fühlt sich durch diese Anzeigen beruhigt und erhält so ein Gefühl der Normalität. Dennoch muss sich die Brand-Kommunikation an die Krise anpassen. Nur sieben Prozent der Befragten halten es für angemessen, dass beim Marketing der normale Ton vorherrscht.

 

Bei Kampf gegen Pandemie helfen

Brands müssen in der Coronavirus-Krise laut 70 Prozent der Umfrageteilnehmer positive Botschaften verbreiten. Ausserdem müssen sie etwas dazu beitragen, die Pandemie zu bekämpfen. 77 Prozent wollen, dass Marken die Gesellschaft in dieser Zeit unterstützen. 82 Prozent fordern konkret finanzielle Hilfe für medizinisches Personal. (pte)

Seco rechnet im Tourismus mit Umsatzrückgang von bis zu 35 Prozent

Der Tourismus in der Schweiz erleidet wegen der Corona-Pandemie einen massiven Einbruch. Im Vergleich zum Vorjahr liegen die Umsätze um bis zu 95 Prozent tiefer. Auf das ganze Jahr gerechnet beträgt der Umsatzrückgang laut dem Bund bis zu 35 Prozent. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) prüft nun Impulsprogramme.

Seco

Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung im Seco, an der Point de Presse von Montag.

 

«Zuerst geht es ums Überleben, dann ums Investieren», sagte Erik Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung im Seco, am Montag vor den Bundeshausmedien. Die Tourismusbranche sei besonders stark von der Corona-Krise betroffen. Es gebe regelrechte «Stornierungswellen», während neue Buchungen fast gänzlich ausblieben.

Der Einbruch sei beispiellos, sagte Jakob. Weder die Herausforderungen mit dem starken Franken noch der Zweitwohnungsinitiative seien damit zu vergleichen. Die Pandemie treffe alle: den Geschäftstourismus und den Freizeittourismus – in der Stadt wie auf dem Land.

 

Langsame Erholung erwartet

Das Seco rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einer «zögerlichen», im nächsten Jahr mit einer «allmählichen» Erholung. Weltweit werde es wohl erst im Jahr 2022 eine gänzliche Entspannung geben. Auch der psychologische Faktor spiele eine Rolle: Es werde erst dann wieder gereist, wenn die Unsicherheit bezüglich gesundheitlichen Risiken überwunden sei, sagte Jakob.

Um den Tourismus zu stützen, verzichte der Bund derzeit auf die Zahlung eines Darlehens für Hotelinvestitionen in Höhe von 5,5 Millionen Franken. Weitere Massnahmen seien mit der Umsetzung der Neuen Regionalpolitik (NRP) vorgesehen.

 

Werbeoffensive für Schweiz-Ferien

Der Bund prüft gleichzeitig weitere Optionen zur Stärkung des Tourismus. Schweiz Tourismus hat ein 40 Millionen Franken schweres Impulsprogramm ins Spiel gebracht. Sowohl das Seco als auch die parlamentarischen Kommissionen besprechen dieses nun.

Klar ist laut Jakob: Ein Tourismus-Hilfsprogramm müsste in einer ersten Phase auf den Binnentourismus abzielen. «Die Promotion von Schweiz-Ferien spielt eine prioritäre Rolle.» Das Finden des richtigen Zeitpunkts für eine Werbeoffensive sei aber eine gewisse Herausforderung.

 

Komplexe Schutzkonzepte

«Es braucht Vertrauen, Zuversicht und Erfahrung, dass Schutzkonzepte wirken», sagte Jakob. Der Bund sei daran, Basis-Schutzkonzepte für einzelne Tätigkeitskategorien zu erstellen. Danach brauche es die Arbeit der Branchenvertreter, diese dann «herunterzubrechen» auf den Tourismus.

Es bringe nichts, ein Bergrestaurant zu öffnen, wenn der Zugang über die Seilbahn nicht geregelt sei, sagte Jakob. «Es braucht Konzepte, die ineinandergreifen.» (SDA)

Jeder dritte Schweizer hat Reise storniert

Knapp drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer hat laut einer Umfrage der Hochschule Luzern in diesem Jahr eine Reise geplant. Die Hälfte davon hält an den Reiseplänen fest. Jeder dritte Schweizer hat wegen der Coronakrise seine Pläne auf Eis gelegt.

Tourismus Schweizer hat Reise storniert

Sollten die Bergbahnen im Sommer wieder fahren dürfen oder die Reise nach Italien oder Spanien wieder erlaubt sein, so machen 38 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer Ferien wie geplant, wie eine Umfrage des Instituts für Kommunikation und Marketing (IKM) der Hochschule Luzern ergeben hat.

Ein Drittel hat die Reise storniert oder reist an einen anderen Ort, wie die Zeitungen der CH Media am Montag berichteten. Betroffen seien insbesondere Reisen nach Südeuropa (16 Prozent) und nach Mitteleuropa (15 Prozent). Die verbleibenden 28 Prozent der befragten Personen habe keine Reisepläne.

Profiteur der Stornierungswelle werde das Tourismusland Schweiz sein. Das sei für viele Tourismusregionen entscheidend, dürften doch wegen der Auswirkungen der Coronakrise gar keine oder nur wenige ausländische Gäste ihre Ferien in der Schweiz verbringen.

Wichtige Gruppen, etwa aus Asien und den USA, dürften wohl komplett wegfallen. Das treffe die Zentralschweiz und und das Berner Oberland stärker als Graubünden. Dort sei der Anteil von Schweizer Touristen bereits vorher gross gewesen. Nun würden die inländischen Gäste noch wichtiger, wie die CH-Media-Zeitungen weiter schreiben.

Das IKM der Hochschule Luzern hat 1003 Personen in der ganzen Schweiz befragt. Das Institut hat untersucht, wie die Pandemie das Konsum- und Freizeitverhalten der Bevölkerung umgekrempelt hat. (SDA)

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