Bisher fühlen sich nur 15 Prozent der Menschen durch Werbung oder Unternehmenskommunikation angemessen vertreten. Das ist das Ergebnis der zweiten Forschungswelle des Visual GPS, das Getty Images in Zusammenarbeit mit dem internationalen Markforschungsunternehmen YouGov als Orientierungshilfe für visuelle Unternehmenskommunikation erarbeitet hat. Es untersucht, inwiefern Verbraucher von visuellen Inhalten beeinflusst werden. Im ersten Schritt hat das Visual GPS vier Schlüsselkräfte herausgestellt, die bei der Entscheidungsfindung der Menschen eine grosse Rolle spielen: Technologie, Nachhaltigkeit, Wellness und Authentizität, wobei sich auch die realistische Darstellung von Diversität als entscheidender Faktor herausstellte.
Die aktuelle Analyse ergab, dass sechs von zehn der Befragten am liebsten bei Marken einkaufen, die von Menschen wie ihnen selbst gegründet wurden oder diese repräsentieren. Für 80 Prozent der Menschen weltweit reicht es jedoch nicht, einfach verschiedene Nationalitäten und Ethnien in Werbekampagnen einzubinden. Stattdessen wird erwartet, dass Unternehmen die gezeigten Menschen entsprechend ihrer tatsächlichen Lebensrealität darstellen. Getty Images ist laut Mitteilung seit Längerem bemüht, Stereotypen aufzubrechen und authentischere Inhalte zu schaffen. Um dies zu unterstützen, hat die international tätige Bildagentur ergänzend zu den Ergebnissen einen Inclusive Search Guide herausgegeben, den Unternehmen nutzen können, um mehr Diversität in ihrer visuellen Kommunikation sicherzustellen.
«Trotz der massiven Veränderungen, die aus der Krise resultierten, hat sich an dem Bedürfnis nach mehr Diversität in der visuellen Kommunikation nichts geändert – im Gegenteil, es ist sogar noch weiter angestiegen. Wie unser Visual GPS belegt, gibt es aber noch viel Potenzial für Verbesserungen, was die diverse Repräsentation von Menschen betrifft», so Jacqueline Bourke, Head of Creative Insights EMEA bei Getty Images.
Neue Erkenntnisse über Vorurteile und Diskriminierung
Wie das Sommer-Update des Visual GPS weiterhin ergab, ist die Mehrheit der Menschen in ihrem Alltag mit Vorurteilen konfrontiert, wobei sich 62 Prozent dadurch diskriminiert fühlen. Insbesondere die Generation Z fühlt sich häufiger benachteiligt, dasselbe ist bei Frauen im Vergleich zu Männern zu beobachten. Interessant ist ebenfalls, dass Konsumenten in Amerika im Vergleich zu Europa und asiatischen Regionen eher angaben, gegen Diskriminierung kämpfen zu müssen: In Nordamerika gaben die Befragten an, sich vor allem aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert zu fühlen (57 Prozent), und mehr als in jeder anderen betrachteten Region wird Diskriminierung darin gesehen, dass andere Menschen darauf basierend Vorurteile gegenüber ihrer Herkunft treffen (53 Prozent). In Europa geben diejenigen, die sich aufgrund ihrer Ethnie anders behandelt fühlen, an, dass dies auf Annahmen über ihre Nationalität oder ihr Herkunftsland zurückzuführen ist (56 Prozent).
Um dem entgegenzuwirken, scheinen die Unternehmen derzeit umzudenken: Die Analyse der Suchanfragen von Getty Images hat ergeben, dass der Bedarf nach visuellem Material, das «Diversität» und «echte Menschen» darstellt, in Deutschland zuletzt jeweils um etwa 30 Prozent zugenommen hat. Die Anfragen nach dem Begriff «Inklusion» sind sogar um 200 Prozent angestiegen. Getty Images unterstützt diese Entwicklung nicht nur durch seinen neuen Inclusive Search Guide. Auch durch kommerzielle Bildsammlungen wie Muslimgirl.com, Nosotros, The Disability Collection und Project ShowUs konnte dazu bereits ein Beitrag geleistet werden, wie es in der Mitteilung weiter heisst.