Visibilitätsraten der Schweizer Verlagshäuser im zweiten Quartal leicht gesunken

Nachdem die Sichtbarkeitsraten der Werbeeinblendungen von den Verbänden IAB, LSA und SWA im Mai erstmals für die Schweiz publiziert wurden, können nun die Werte für das zweite Quartal bekanntgegeben werden. Die Werte für die Schweiz sind dabei im Vergleich zum ersten Quartal leicht gesunken.

IAB

Im Rahmen der Transparenzinitiative der drei Schweizer Werbeverbände werden erneut die Visibiltätsraten der grossen Vermarkter und Publisher in der Schweiz publiziert. Dabei lässt sich für das zweite Quartal im Vergleich zum ersten Quartal ein leichter Rückgang feststellen.

  • Im Bereich Desktop beträgt die Visibility-Rate im zweiten Quartal 66,2 % (gegenüber 71,1% im Q.1).
  • Der Bereich Mobile erreicht eine Sichtbarkeitsrate von 56,5% (Q1: 61,2%).
  • Die gesamte Visibilitätsrate ist damit von 65,1% auf 60,8% gesunken.

Nach MRC-Standard muss die minimale Visibilität 50% der Pixel während 1 Sekunde betragen, damit eine Ad-Impression abgerechnet wird. Die Visibilitätsrate in der Schweiz liegt mit den aktuellen Werten leicht unter dem internationalen Durchschnitt, der mit 63% ermittelt wurde (Display: 70 % und Mobile 57%).

Die Messung basiert auf 4,74 Milliarden Ad-Impressions und wurde bei den Publishern mit folgenden Tools vorgenommen:

  • Admeira: Xandr und Google Ad Manager
  • Goldbach / TX Markets: Integral Ad Science (IAS) und Google Ad Manager
  • Audienzz: Xandr
  • Romandie Network: Smart Adserver
  • Watson: Google Ad Manager

Die drei Verbände IAB Switzerland, LSA Leading Swiss Agencies und SWA Schweizer Werbe-Auftraggeberverband überwachen die Entwicklungen der Visibilität laufend und publizieren die Werte seit diesem Jahr für jedes Quartal.

Jung von Matt/Limmat für Kinderschutz Schweiz: Kuscheltiere als stumme Zeugen

Jung von Matt/Limmat realisiert zum dritten Mal in Folge die schweizweite Sensibilisierungskampagne von Kinderschutz Schweiz. Nachdem die Kinder selbst, die Eltern, Grosseltern und nächsten Bezugspersonen zu Wort gekommen sind, stehen nun die treuen Begleiter im Zentrum, die am meisten sehen und am wenigsten sagen können: Die Kuscheltiere der Kinder.

Jung von Matt/Limmat

Als stumme Zeugen begleiten Kuscheltiere Kinder durch den Alltag und erleben dabei sowohl die fröhlichen als auch die traurigen Momente. Zum Beispiel, wenn den Eltern der Geduldsfaden reisst und Kinder die Konsequenzen tragen. Der Perspektivenwechsel in der diesjährigen Kampagne von Kinderschutz Schweiz setzt das von Jung von Matt/Limmat entwickelte Konzept fort: Gewalt an Kindern aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erzählen und die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren, dass es immer eine Alternative zur Gewalt gibt.

 

Schweizweite Sensibilisierung

Die Kampagne umfasst Online-Spots und OOH-Massnahmen und wird ab Ende August schweizweit und in drei Sprachen ausgespielt. Die emotionalen Spots machen spürbar, wie es sich anfühlt, Gewalt hilflos und wortlos ausgeliefert zu sein. Und sie machen klar, dass dieser Umstand für viele Kinder nach wie vor Realität ist. Kinderschutz Schweiz setzt sich darum im Rahmen der Kampagne, durch Lobbyingarbeit und mit Studien zum Thema dafür ein, dass Eltern Selbstreflexion in Bezug auf ihr Erziehungsverhalten entwickeln und sich für eine Erziehung ohne psychische und physische Gewalt entscheiden.

Jung von Matt/Limmat

Verantwortlich bei Kinderschutz Schweiz: Tamara Parham (Leiterin Kommunikation / Mitglied der Geschäftsleitung); Regula Bernhard Hug (Leiterin der Geschäftsstelle Kinderschutz Schweiz). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Lorenz Clorman, Rob Hartmann (Creative Direction); Fabian Zahner (Text); Ben Staudenmann (Art Direction); Sebastian Kaps, Andrea Braschler (Projektleitung); Adrian Haut (PR). Verantwortlich bei Jung von Matt/impact: Carina Müller, Jasmin Heri, André Heller (Media). Verantwortlich bei Jung von Matt/services: Chiara Killer, Fabrizio Rutishauser, Pepe Kägi (DTP). Verantwortlich bei Tasty Pictures: Sean Fee (Regie & Kamera); Pascal Duschletta (Producer); Lea Fee (Executive Producer). Weitere externe Partner: UKO (Vertonung); Jürgen Kupka (Colorist).

SRG-Fernsehen: Mit der «Idée suisse» ist es nicht weit her

Zwar ist eine Themenvielfalt in den Informationsangeboten des SRG-Fernsehens vorhanden, die Sprachregionen nehmen aber nach wie vor wenig Bezug aufeinander. Der Anteil der Frauen, die in Beiträgen zu Wort kommen, ist vor allem im Westschweizer Fernsehen hoch.

srg

Dies sind zwei Hauptbefunde der neusten Inhaltsanalyse des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), die am Dienstag veröffentlicht wurde. Insgesamt habe die SRG das Informationsangebot im vergangenen Jahr leicht ausgebaut, vor allem dank einer Umstrukturierung beim Westschweizer Kanal RTS Deux.

Die Themenvielfalt der SRG-Fernsehsender ist laut Studie weiterhin hoch. Auch Migrations- und Integrationsthemen seien «in einem quantitativ klar erkennbaren Umfang identifizierbar», heisst es in der Mitteilung des Bakom zur Studie. Ebenso sei der Blick über den sprachregionalen Tellerrand zwar vorhanden, dieser werde aber nicht ausgeweitet, so die Studienautoren. Insbesondere berichteten West- und Südschweiz wenig übereinander.

 

Fast Funkstille zwischen Süd- und Westschweiz

Zwar seien in allen untersuchten Programmen Sendungen vorhanden, die die Schweizer Sprachregionen zum Thema machten. Auch hätten im Vergleich zu früheren Jahren Wiederholungen und Programmübernahmen zwischen den Sprachregionen zugenommen. Aber insgesamt sei die Thematisierung der jeweils anderen Sprachregionen eher bescheiden und werde nicht ausgeweitet. Speziell die Bezüge zwischen Tessin und Romandie seien «sehr gering ausgeprägt». Insgesamt kämen die jeweils anderen Landesteile in den Programmen auch vor – «allerdings auf einem konstant niedrigen Niveau».

srg

Lob gibt es bezüglich angemessener Vertretung der Geschlechter im publizistischen Angebot, namentlich für das Westschweizer Fernsehen RTS. Dort liegt der Anteil der weiblichen Akteure in den journalistischen Themenbeiträgen mit 64 (RTS Un) beziehungsweise 56 Prozent (RTS Deux) überdurchschnittlich hoch.

Bei SRF 1 kommen in 45 Prozent der Beiträge Frauen zu Wort, bei den beiden Kanälen für die italienischsprachige Schweiz liegen die entsprechenden Werte bei 29 und 33 Prozent. Eine strukturelle Beurteilung dieser Werte ist laut den Autoren der Studie jedoch erst in den kommenden Jahren möglich. Die SRG ist erst seit 2019 verpflichtet, sich um eine angemessene Vertretung der Geschlechter in ihrem publizistischen Angebot zu bemühen.

Die SRG muss in ihren Angeboten auch Menschen mit Migrationshintergrund berücksichtigen. Laut Studie schwanken die entsprechenden Anteile je nach Programm in einer Spanne zwischen 2 (RTS Un) und 9 Prozent (SRF 1).

 

2352 Programmstunden untersucht

Weiter stellt die Studie fest, dass die Strukturen der SRG-Fernsehprogramme seit der letzten Erhebung 2017 weitgehend stabil geblieben sind. Eine grössere Veränderung habe sich einzig bei RTS Deux gezeigt. Dort sei die Informationsleistung mit der Einführung des Formats «RTS Info» fast um die Hälfte erhöht worden. Im Gegenzug wurde der Unterhaltungsbereich stark reduziert.

Die Studie hat die deutsche Göfak Medienforschung GmbH im Auftrag des Bakom durchgeführt. Untersucht wurden je zwei durchschnittliche Programmwochen von SRF 1, SRF zwei, SRF info, RTS Un, RTS deux, RSI LA 1 und RSI LA 2. Diese machten unter dem Strich insgesamt 2352 Programmstunden aus. Die Publikation der Analysen soll laut Mitteilung des Bakom die öffentliche Diskussion über die Programmleistungen anregen. Die Analyse wird alle zwei Jahre durchgeführt. (SDA)

Es wird geraten, sich nicht die Finger zu lecken

Hinsichtlich der aktuellen Hygienevorschriften hat die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken entschieden, dass ihr ikonischer Slogan zurzeit nicht angebracht ist.

 

Manchen mag es wohl schwer fallen, sich nach einem ausgiebigen KFC-Menü nicht die Finger sauber zu lecken. Immerhin hat es einen Grund, dass sich die Fast-Food-Kette «it’s finger lickin’ good» auf die Fahne schreibt – und das bereits seit über 60 Jahren. Der Slogan gehört zu den bekanntesten Werbeclaims des 20. Jahrhunderts. Ob die Fingerleckerei nun wirklich am leckeren Essen oder an der generellen Sauerei liegt, sei dahingestellt.

Was auf der Hand liegt: In Zeiten, in denen Hygiene besonders grossgeschrieben wird, hat ein solcher Slogan einen schweren Stand. Deswegen hat KFC sich dazu entschieden, dem Slogan eine Auszeit zu geben. Es zurzeit halt wirklich nicht gerade die beste Idee, sich die Finger zu lecken.

Aussagen des Unternehmens zufolge soll der Slogan wiedereingesetzt werden, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Bis dahin wird der Spruch ausgeblendet, verzerrt und durchgestrichen. Eine gut gemeinte Geste – übersetzt in ein cleveres Marketinginstrument, das von Mother UK umgesetzt wurde.

Kentucky Fried Chicken

Wirz und Melectronics zeigen, was genau richtig ist

Die neue Imagekampagne von Wirz für Melectronics zeigt, was passieren kann, wenn man sich ohne individuelle Beratung zu einem Kauf verleiten lässt.

Melectronics

Der Elektronikhändler der Migros hat einen neuen Claim und feiert diesen mit einer Imagekampagne, welche die Kompetenz seiner Beraterinnen und Berater in den Fokus rückt.

Wirz hat dafür ein modulares Filmkonzept erarbeitet, in dem typische Fail-Käufe in kürzester Zeit pointiert gezeigt werden. Der grösste Fernseher, das trendigste Notebook, das teuerste Handy oder der stärkste Staubsauger sind eben nicht für jedermann das Richtige. Besser, man lässt sich vorher bei Melectronics fachkundig beraten.

Die Filme werden als 20-sekündige Onlineversion, als 25-sekündiger TVC sowie als 6 sekündige Bumper-Ads ausgestrahlt. Zudem begleitet ein Social-Media-Wettbewerb die Kampagne: Wer am überzeugendsten begründen kann, warum der jeweilige Preis genau richtig für ihn oder sie wäre, gewinnt. Geschaltet wird die Kampagne schweizweit im Fernsehen, online als Filme und Banner, als DOOH und als Printanzeigen.

Melectronics

Verantwortlich bei Melectronics: Lukas Vasvary (MarKom Fachmärkte Melectronics); Flurina Widmer (MarKom Fachmärkte Melectronics); Christina Gelmi (Campaigning); Beatrice Lütjens (Digital Campaigning & Promotions); Simone Blaser (Media); Anne Höpfner (Channel Management & Innovation); Nicole Stettler (Content Marketing). Verantwortlich bei Wirz: Caspar Heuss, Matthias Fürst, Florian Siegrist, Jannic Mascello, Evelyn Schellenberg, Adrian Busse (Kreation); Marleen Diener (Strategie); Erasmo Palomba, Nadja Kilchhofer (Agency Producing); Simone Jehle, Jan Keller, Fabian Nold, Barbara Waldvogel (Beratung); Thomas Peller, Désirée Guzzo, Oliver Faes, Yussef Serrat, Sherif Ademi (Medienrealisation); Marina Klauser (Regie); Jonathan Heyer (Fotograf); All in Production, Filmgerberei (Produktion).

Ringier kündigt Izzy-Relaunch für Oktober an – bisheriges Team wird aufgelöst

Viele Änderungen kommen auf das Social-Media-Magazin Izzy zu. Im Zuge eines Relaunchs wird das aktuelle Team aufgelöst – es kommt zu Entlassungen. Unter neuer Formation wird im Oktober mit einem neuen Konzept gestartet.

Izzy

Seit dem Start im September 2017 ist Izzy rasant gewachsen und zählt mittlerweile mehr als 600’000 Fans und Follower auf den Plattformen Instagram, Facebook und Youtube. Nun begegnet das Social-Media-Magazin dem raschen Wandel im Medienkonsum der jungen Zielgruppen sowie dem durch die Corona-Krise bedingten drastischen Rückgang der Werbeeinnahmen mit einem Relaunch, wie es in einer Mitteilung von Dienstag heisst. Das 12-köpfige Izzy-Team wird im Zuge der Konzeptänderung aufgelöst. Gespräche über mögliche Weiterbeschäftigungen innerhalb von Ringier werden geführt, einzelne Entlassungen sind nicht zu vermeiden.

Ein neu formiertes Team übernimmt die Verantwortung für die Marke und deren inhaltliche Ausgestaltung. Der Start des neuen Konzeptes ist für Oktober geplant. Das digitale Medienangebot wird um neue Kanäle und Erlösquellen erweitert werden.

Weitere Einzelheiten, unter anderem auch zur neuen Teamzusammensetzung, werden im Oktober bekanntgegeben. Bis Ende September läuft Izzy in bestehender Form und Teamzusammensetzung auf den Plattformen Instagram, Facebook und Youtube weiter.

Roman Müller verlässt die Migros

Roman Müller, Leiter Direktion Marketing Kommunikation, verlässt den Migros Genossenschafts-Bund per Ende August.

Migros

«Unterschiedliche Ansichten zur strategischen Ausrichtung» hätten zu diesem «gemeinsam getroffenen Entscheid» geführt, heisst es in einem unternehmensinternen Informationsschreiben, das Werbewoche.ch vorliegt.

Matthias Wunderlin, Leiter Departement Marketing, bedauert darin Müllers Weggang sehr und lobt dessen Arbeit. Es sei schade, dass man sich «in wenigen strategischen Fragen» nicht habe finden können.

Die Suche nach Müllers Nachfolge wurde umgehend eingeleitet. Interimistisch wird Nadine Hess die Leitung der Direktion übernehmen.

Roman Müller hatte die Stelle im März vergangenen Jahres angetreten (Werbewoche.ch berichtete). Zuvor leitete er sechs Jahre lang die Sparte SportXX, wo er unter anderem für das neue Format Bike World verantwortlich zeichnete.

Nationalratskommission will Medienförderungspaket aufsplitten

Die Fernmeldekommission des Nationalrats (KVF) will die Medienförderung in zwei Schritten behandeln. Der unumstrittene Teil mit dem Ausbau der indirekten Presseförderung soll von der umstrittenen neuen direkten Förderung von Onlinemedien getrennt werden.

Nationalratskommission

Das hat die Kommission hauchdünn mit 13 zu 12 Stimmen beschlossen, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Für eine Aufschnürung des Pakets hatte sich auch die Staatspolitische Kommission (SPK) in einem Mitbericht ausgesprochen.

Die Mehrheit zweifle daran, dass die vorgesehene Förderung von Onlinemedien in Höhe von 30 Millionen Franken pro Jahr verfassungskonform sei, heisst es in einer Mitteilung. Die Kommission habe deshalb bei der Verwaltung weitere Abklärungen in Auftrag gegeben.

Eine Minderheit der Kommission will die Vorlage hingegen integral beraten. Sie ist ihrerseits der Ansicht, dass sich die Medienförderung stärker an der wachsenden digitalen Mediennutzung ausrichten soll und dass es daher falsch wäre, gerade diese Massnahmen zu verzögern.

 

Ausbau der indirekten Presseförderung

Über den ersten Teil des Massnahmenpakets zugunsten der Medien debattiert der Nationalrat in der Herbstsession vom September. Hier geht es insbesondere um den Ausbau der indirekten Presseförderung im Postgesetz. Diese bewähre sich seit Jahren, heisst es in der Mitteilung der Kommission.

Neu sollen sämtliche abonnierten Tages- und Wochenzeitungen unterstützt werden – auch überregionale Titel mit einer grösseren Auflage sowie zweiwöchentlich erscheinende Zeitungen und Zeitschriften. Je tiefer die Auflage ist, desto günstiger soll die Postzustellung sein.

Die KVF beantragt in den meisten Punkten, den Beschlüssen des Ständerats zu folgen. So soll neben den 50 Millionen Franken für Tages- und Wochenzeitungen auch eine Förderung der Frühzustellung von Zeitungen und damit auch der Sonntagspresse ins Massnahmenpaket aufgenommen werden. Das kostet den Bund zusätzliche 40 Millionen Franken pro Jahr.
Ein Antrag auf Erhöhung auf 50 Millionen wurde ebenso abgelehnt wie ein Antrag, die Frühzustellermässigung wieder aus der Vorlage zu streichen, wie es in der Mitteilung heisst. Die Verbands- und Mitgliederpresse soll neu jährlich 30 statt 20 Millionen Franken erhalten.

 

Geld für Nachrichtenagenturen

Zudem will die Nationalratskommission einfache Gesellschaften von der Unternehmensabgabe für Radio und TV ausnehmen. Sie nimmt damit ein Anliegen der parlamentarischen Initiative von Ständerat Hans Wicki (FDP/NW) auf.

Unumstritten ist auch die Unterstützung von Aus- und Weiterbildungsinstitutionen und Nachrichtenagenturen sowie IT-Investitionen im Umfang von 30 Millionen Franken pro Jahr. In der Gesamtabstimmung wurde der erste Entwurf mit 12 zu 7 Stimmen bei 6 Enthaltungen angenommen.

Bei der Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes (Entwurf 2) schlägt die Nationalratskommission eine Änderung gegenüber dem Beschluss des Ständerats vor. Die KVF will bei den Abgabeanteilen keine fixe Verteilung zwischen TV- und Radioveranstalter vorsehen. In der Gesamtabstimmung wurde diese Vorlage mit 14 zu 0 Stimmen bei 10 Enthaltungen angenommen.

Der Ständerat hatte in der Sommersession mehr Geld für die indirekte Presseförderung gesprochen als es der Bundesrat beantragt hatte. Die kleine Kammer löste jedoch die Ausgabenbremse bei der Förderung der Onlinemedien nicht, wodurch kein Geld für diesen Bereich gesprochen werden dürfte. (SDA)

Problematische Nutzung sozialer Medien bei vier Prozent der Kinder

Eine von Sucht Schweiz durchgeführte nationale Schülerstudie gibt Einblicke ins Bildschirmverhalten von Schulkindern. Von Schweizer Schulkindern weisen lediglich vier Prozent eine problematische Nutzung sozialer Netzwerke auf. Ein Viertel der Jugendlichen im Alter von 11 bis 15 Jahren flüchtet jedoch vor negativen Gefühlen in die sozialen Medien.

vier Prozent

Bei Mädchen (33,3 Prozent) sei dies häufiger der Fall als bei Knaben (22,7 Prozent), teilte Sucht Schweiz am Dienstag mit. Die von der gemeinnützigen Stiftung durchgeführte Schülerstudie zum Thema Bildschirmverhalten zeigt zudem, dass von Mobbing im virtuellen Raum jedes zehnte Schulkind betroffen ist – ebenfalls sind hier Mädchen (11,5 Prozent) häufiger betroffen als Knaben (6,4 Prozent).

 

Schwierigkeiten mit der Social-Media-Nutzung

Die 11- bis 15-Jährigen berichten über Schwierigkeiten mit der Nutzung sozialer Netzwerke wie Snapchat, Instagram oder Twitter in den letzten 12 Monaten. Dazu zählen unter anderem der vergebliche Versuch, weniger Zeit in sozialen Netzwerken zu verbringen (Mädchen: 37,5%, J: 23,7%) sowie auch die häufige Nutzung sozialer Netzwerke, um vor negativen Gefühlen zu flüchten (Mädchen: 33,3%, Jungen: 22,7%). Bei fast jedem fünften befragten Kind gab es sogar schon ernsthafte Konflikte mit den Eltern oder Geschwistern wegen der Nutzung sozialer Netzwerke (Mädchen: 18,2%, Jungen: 14,6%). Verglichen zu den Knaben scheinen Mädchen mit den genannten Faktoren mehr Schwierigkeiten zu haben.

 

Geschlechterspezifische Nutzungsmuster

Bei der Nutzung gibt es zwischen den Geschlechtern gewisse Unterschiede: So sind Videospiele bei Jungen deutlich beliebter und sie schauen sich etwas mehr Videos an, während Mädchen mehr Zeit in andere Bildschirmaktivitäten investieren, dazu zählen unter anderem solche in Zusammenhang mit Schulaufgaben, im Internet surfen oder soziale Netzwerke.

 

Online am häufigsten Kontakt mit nahen Peers

Mehr als die Hälfte der 11- bis 15-Jährigen sagen, dass sie sich mehrmals pro Tag oder fast durchgehend online austauschen, also Nachrichten erhalten und senden, oder Emoticons, Fotos, Videos oder Sprachnachrichten bekommen und schicken (Mädchen: 59,7%, Jungen: 52,1%). Nach Aussagen der Jugendlichen, tun sie dies am ehesten mit besten Freunden und Freundinnen. Deutlich weniger oft werden Personen wie Eltern, Geschwister, Klassenkameraden oder Lehrer/Lehrerinnen genannt. Online-Bekanntschaften spielen eine untergeordnete Rolle.

vier Prozent

Persönliche Anliegen lieber im direkten Austausch

Jugendliche tauschen sich in sozialen Medien auch über Geheimnisse, Sorgen und Gefühle aus. Die grosse Mehrheit der Schülerinnen und Schüler spricht darüber aber lieber im direkten Austausch. Nur eine Minderheit bevorzugt dazu klar Bildschirmmedien, bei Mädchen sind dies 7,7 Prozent, bei Knaben 6,7 Prozent. Die Schweiz gehört damit zu den Ländern, in denen diese Präferenz am wenigsten verbreitet ist.

 

Wer sonst Probleme hat, ist mehr online

Wie Sucht Schweiz schreibt, steigen Bildschirmzeit und Nutzung sozialer Netzwerke bei Jugendlichen, wenn diese allgemein mehr Probleme haben, darunter Drogenkonsum, körperliche Beschwerden oder Schwierigkeiten in der Familie.

Die alle vier Jahre durchgeführte Studie Health Behaviour in School-aged Childern (HBSC) steht unter der Schirmherrschaft der Weltgesundheitsorganisation Europa und untersucht verschiedene gesundheitsrelevante Verhaltensweisen der 11- bis 15-Jährigen, darunter auch den Konsum von Alkohol und Drogen, die Resultate dazu wurden bereits zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlicht.

Sucht Schweiz führte die Studie im Jahr 2018 zum neunten Mal durch. Die Teilnahme an der Befragung war freiwillig und anonym. Die finale nationale Stichprobe umfasst 11’121 Mädchen und Jungen. (SDA/swi)

Sampo Lenzi gründet Arktis

Sampo Lenzi hat mit Arktis ein Studio für Story Design gegründet und bietet mit seiner Agentur die Gesamtleistung von der Idee bis zur Umsetzung an.

Arktis

Arktis ist die Erdregion um den Nordpol, die sich direkt unter dem Sternbild «Grosser Bär» befindet. Der Begriff Arktis ist ausserdem von dem altgriechischen Wort für «Bär» abgeleitet. Deswegen befindet sich im Logo von Arktis ein Bär.

Die Agentur arbeitet mit verschiedenen Formaten wie Präsentationen, Filmen, Illustrationen und Publikationen und will es den Kunden ermöglichen, Story Design als Führungsinstrument im Branding, im Marketing, in der Werbung, in PR und in der Unternehmenskommunikation einzusetzen und so Informationen und Emotionen zu vermitteln. Schon jetzt gehören Unternehmen wie Swisscom und Alpiq zu den Kunden der Agentur.

 

SWA-Jahresmeeting wird auf 2021 verschoben

Covid-19 und Networking passen nur schlecht zusammen. Vor allem deshalb verzichtet der Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) in seinem Jubiläumsjahr auf das SWA-Jahresmeeting «Mensch oder Maschine?». Die GV wird am 22. September virtuell durchgeführt. 

Schweizer Werbe-Auftraggeberverband

Über 370 Teilnehmer haben sich für das SWA-Jahresmeeting vom 22. September angemeldet. Als Veranstalter ist der Verband ebenfalls an die Vorgaben von Bundesrat und Kanton Zürich bezüglich des Coronavirus gebunden. Gerade in der Werbebranche arbeiten zudem nach wie vor viele Mitarbeitende im Homeoffice oder müssen sich an strenge Reiseeinschränkungen halten. Aus diesem Grund könnten im September nur ein Teil der Referenten sowie der angemeldeten Teilnehmer beim Jahresmeeting persönlich dabei sein.

Gleichzeitig sind die Corona-Fallzahlen in den vergangenen Wochen wieder angestiegen und keines der geprüften Schutzkonzepte konnte den Ansprüchen an eine qualitativ hochwertige Veranstaltung genügen. Eine hybride Durchführung hätte zudem nicht zum Charakter dieses Events gepasst. Deshalb hat sich der SWA schweren Herzens dafür entschieden, das Jahresmeeting nun in diesem Jahr nicht durchzuführen. Der Event soll mit dem ganzen Programm «Mensch oder Maschine?» auf nächstes Jahr verschoben werden.

Der SWA wird dazu mit allen Gästen in Kontakt treten, da eine Neuanmeldung erforderlich sein wird. Über den genauen Durchführungstermin im zweiten Quartal 2021 wird der Verband rechtzeitig informieren. Die geplante Generalversammlung am 22. September 2020, nur für Mitglieder, findet jedoch statt und wird virtuell durchgeführt.

TX Group schreibt im Halbjahr Verlust und lanciert Sparprogramm

Corona hat das Mediengeschäft und damit auch die TX Group voll getroffen. Der rückläufige Umsatz sowie massive Goodwill-Wertberichtungen führten im Halbjahr zu einem grossen Verlust. Die Gruppe gibt im stark betroffenen Bereich Bezahlzeitungen nun mit einem umfassenden Kostensenkungsprogramm Gegensteuer.

TX Group

Der Umsatz des grössten privaten Schweizer Medienhauses sank in den ersten sechs Monaten 2020 um 17,7 Prozent auf 431,2 Millionen Franken, wie die TX Group am Dienstag mitteilte. Damit lag das Minus in etwa im Rahmen der Mitte Juli vorab publizierten Erwartung von rund einem Fünftel.

Operativ rutschte die Gruppe, wie ebenfalls bereits vorgewarnt, in die rote Zahlen. So betrug der Betriebsverlust auf Stufe EBIT 107,5 Millionen nach einem Gewinn von 41 Millionen im Vorjahr. Neben dem Umsatzrückgang belasteten Wertminderungen auf dem Goodwill beim Unternehmensbereich Tamedia im Umfang von 85 Millionen das Ergebnis. Der um Effekte aus Unternehmenszusammenschlüssen bereinigte EBIT wird auf 12,3 Millionen nach 71,1 Millionen beziffert. Unter dem Strich resultierte ein Minus von 109,4 Millionen nach einem Gewinn von 53,6 Millionen.

«Nach einem guten Start der neu aufgestellten TX Group ins Jahr 2020 wurden die Monate ab März in besonderem Masse von der Corona-Krise überschattet», lässt sich Verwaltungsratspräsident und Verleger Pietro Supino zitieren.

 

70 Millionen Einsparungen im Bereich Bezahlzeitungen

Das weiterhin umsatzstärkste Segment «Tamedia», in dem die Bezahlmedien zusammengefasst sind, verlor im ersten Semester 18,6 Prozent an Umsatz und rutschte bereits auf Stufe EBITDA in die roten Zahlen. Die Corona-Krise beschleunige den grundlegenden Strukturwandel der Medien, weshalb mit Blick nach vorne von tieferen Cashflows auszugehen sei. Als Folge davon verbuchte die TX Group bei den Bezahlmedien zusätzlich eine Wertminderung auf dem Goodwill im Umfang von 85 Millionen Franken.

Um für die Zukunft eine nachhaltige Geschäftsbasis zu schaffen, will das Tamedia-Management in den nächsten drei Jahren nun 70 Millionen an Kosten einsparen. Die dafür nötigen Massnahmen sollen in den nächsten Monaten mit den betroffenen Bereichen und unter Einbezug der Sozialpartner erarbeitet werden, so die Mitteilung.

 

Pendlermedien und Werbevermarktung am stärksten von Corona betroffen

Am stärksten traf der Corona bedingte Lockdown indes das Pendlermedium 20 Minuten sowie die Werbevermarktung. Im Unternehmensbereich 20 Minuten brach der Umsatz im Halbjahr um 43,5 Prozent ein und das traditionell margenstarke Segment schrieb einen operativen Verlust. Bei Goldbach ging der Umsatz um knapp 22 Prozent und auch hier resultierte ein betrieblicher Verlust. Seit Juni habe sich der Markt indes beruhigt und für das zweite Halbjahr wird mit einer deutlichen Belebung gerechnet.

Doch nicht nur die publizistischen und werbeorientieren Geschäftsbereiche mussten Einbussen hinnehmen. Auch TX Markets mit den grossen Rubrikenplattformen und Marktplätzen wie Jobcloud, Homegate oder Ricardo verlor knapp 7 Prozent an Umsatz und weist eine deutlich geringere Rentabilität als gewohnt aus.

 

«Katastrophale Sparmassnahmen»

Alarmiert über die neusten Nachrichten aus dem Zürcher Medienhaus zeigten sich die Gewerkschaften. Der Journalistenverband Impressum bezeichnete die beschlossenen Sparmassnahmen in einer Mitteilung als «katastrophal». Er forderte das Management auf, auf Entlassungen zu verzichten und den temporären Ausfall auf der Ertragsseite mit den umfangreichen Reserven zu überbrücken.

Zusammen mit der Mediengewerkschaft Syndicom verlangte Impressum eine sozialverträgliche Umsetzung des einschneidenden Sparprogramms. Beide Organisationen begrüssten die Bereitschaft des Unternehmens, die Sozialpartner und das Personal für die Ausgestaltung der Strategie mit einzubeziehen. (SDA)

Kennzahlen

2020-6 

in Mio. CHF

2019-6 

in Mio. CHF

Veränderung

in Prozent

TX Group

Betriebsertrag

431.2

524.1

-17.7

Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA)

34.1

91.5

-62.7

    Marge1 

7.9

17.5

-54.7

Betriebsergebnis vor Effekten aus Unternehmenszusammenschlüssen
(EBIT adj.)

12.3

71.1

-82.6

    Marge1

2.9

13.6

-78.9

Betriebsergebnis (EBIT)

-107.5

41.0

-362.5

    Marge1

-24.9

7.8

-419.1

Ergebnis

-109.4

53.6

-304.2

  davon Anteil Aktionäre der TX Group

-116.5

39.6

-394.4

Mittelfluss aus betrieblicher Tätigkeit

15.4

64.9

-76.3

Mittelfluss nach Investitionstätigkeit in Sach- und immaterielle Anlagen (FCF adj.)

-0.0

54.2

-100.0

Bilanzsumme

2 613.4

2 841.6

-8.0

Eigenkapital-Quote (in Prozent)2

73.6

72.8

1.1

TX Markets

Betriebsertrag

100.8

108.1

-6.7

davon Intersegment

0.8

0.6

32.4

EBIT adj.

35.8

42.6

-7.1

    Marge1

35.5

39.4

-9.9

Goldbach

Betriebsertrag

61.1

78.1

-21.8

davon Intersegment

21.0

22.1

-4.7

EBIT adj.

-3.3

10.8

-130.6

  Marge1

-5.4

13.8

-139.1

20 Minuten

Betriebsertrag

39.8

70.5

-43.5

davon Intersegment

2.4

1.9

25.7

EBIT adj.

-7.0

19.3

-136.3

  Marge1

-17.6

27.4

-164.2

Tamedia

Betriebsertrag

224.7

276.1

-18.6

davon Intersegment

10.8

14.8

-27.0

EBIT adj.

-5.4

16.2

-133.3

  Marge1

-2.4

5.9

-141.0

Group & Ventures

Betriebsertrag

102.3

76.5

33.7

davon Intersegment

62.6

46.0

36.3

EBIT adj.

-3.5

-17.1

-79.4

  Marge1

-3.4

-22.3

-84.6

 

Mitarbeiterbestand (FTE)3

 

3 640   

 

3 642 

 

-0.1

 

1 In Prozent des Betriebsertrags
2 Eigenkapital zu Bilanzsumme

3 Durchschnittlicher Mitarbeiterbestand, ohne Mitarbeiter von Assoziierten / Joint Ventures

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