Jahr der Werbung: Zwei Schweizer Agenturen unter den Siegern

Die Werbebranche hat die Vergabe der Megaphone und das 50. Jahrbuch-Jubiläum gefeiert. Bei den Siegern sind zwei Schweizer Agenturen zu finden: Agentur am Flughafen und Vizner Borel.

Das Jahr der Werbung (ehemals Jahrbuch der Werbung) JDW begann das Werbejahr 2013 mit einem rauschenden Fest im Radialsystem V in Berlin. Rund 350 Gäste feierten die Preisträger, die Staffelübergabe der Herausgeber und das 50-jährige Bestehen des Jahrbuchs. Die Megaphone wurden zum ersten Mal in Gold, Silber und Bronze verliehen, wie es in einer JDW-Mitteilung heisst.

Die Agentur am Flughafen wurde als «Bester der Branche: Recruiting, Mitarbeiterkommunikation (B2B)» für die Kampagne «Achtung Verstrickungsgefahr» für den Textilverband Schweiz prämiert. Vizner Borel erhielt die Auszeichnung «Bester der Branche Telekommunikation (B2C)». Dies für die beiden Filme «Windkanal Internet» und «Straw Crazy Deal» für UPC Cablecom.

Großer Gewinner des Abends war die Agentur Heimat. Die Kreativschmiede räumte insgesamt sechs Megaphone ab und wurde zum dritten Mal als Agentur des Jahres ausgezeichnet. Oliver Voss wurde zur Newcomer-Agentur des Jahres 2012 gekrönt. Im Agenturranking werden der zweite Platz von Kolle Rebbe, der dritte von Serviceplan und der vierte Platz von Ogilvy&Mather belegt.

Das vollständige Agenturranking ist auf Jdw.de einsehbar.

Jahr der Werbung

Alle Sieger sowie der Branchenvergleich werden im Buch zum Jahr der Werbung, Band 50 präsentiert, das im April 2013 im Econ Verlag erscheint. Neben den Kampagnen der siegreichen Agenturen und den weiteren sorgfältig ausgewählten Wettbewerbsbeiträgen werden die wichtigsten Entwicklungen und Kampagnen des vergangenen Werbejahres vorgestellt. Das umfangreiche Kompendium dokumentiert das Werbegeschehen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es soll die Bandbreite der Kommunikationsbranche abbilden, heisst es in einer Mitteilung. Die Sieger des Wettbewerbs werden mit den Megaphonen ausgezeichnet. Der Econ Verlag ist Teil der Ullstein Buchverlage.

JvM/Limmat: Neues Versprechen an Generation M

Generation M ist das Nachhaltigkeitsprogramm der Migros. Diese Tradition greift die Kampagne auf und präsentiert ein neues Versprechen: Bis 2020 investiert die Migros eine Milliarde Franken in Freizeit, Bildung und Kultur.

Der TV-Spot lässt zwei Generationen synchron zu Wort kommen. Mit der Stimme einer alten Frau erzählt ein junges Mädchen, was die Migros mit ihrem Engagement bereits bewirkt hat. Zum Schluss folgt die Auflösung: Die Grossmutter sitzt neben dem Mädchen und gibt ihre Geschichte offenbar nicht das erste Mal zum Besten.

Begleitet wird der Spot von Plakaten und Anzeigen. Die Kampagne mündet auf der Online-Plattform Generation-m.ch. Nebst Informationen über das Nachhaltigkeitsprogramm, können hier die User gleich selbst ein Versprechen abgeben. Bis heute wurden so bereits mehr als 50'000 Versprechen eingelöst.

Verantwortlich bei Migros: Marc Engelhard (Leiter Marketingkommunikation), Roman Reichelt (Leiter Dachmarke), Désirée Strassmann (Projektleiterin Dachmarke), Philipp Kuonen (Projektleiter Dachmarke), Philipp Marquard (Leiter Media), Nadine Delakowitz (Projektleiterin Media). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Alexander Jaggy (Executive Creative Direction), Fernando Perez, Livio Dainese (Creative Direction), Mateo Sacchetti, Andy Lusti (Text), Daniel Serrano (Art Direction), Lukas Frischknecht (Grafik), Sarida Bossoni, Deborah Herzig (Art Buying), Thomas Steiner, Andrea Walker, Christian Brütsch (Beratung), Alain Gsponer (Regie), Pumpkin Film (Film-Produktion), JingleJungle (Tonstudio), Sonja Schäfer (Fotografie).
 

Yourposition verdoppelt Team

Yourposition, die Zürcher Agentur für Google AdWords, Suchmaschinenoptimierung und Web Analytics, wächst weiter: Zahlreiche Neukundengewinne führten 2012 zu einer Verdoppelung des Teams auf 20 Mitarbeitende.

Jüngster Neuzugang ist der Informations-, Medien- und Technologiemanager Pascal Albrecht, der das Analytics-Team der Zürcher Agentur verstärkt. Als Folge des starken Wachstums sei man jetzt auch umgezogen, so die Agentur in einer Mitteilung vom Montag. Das zehnte Jahr ihres Bestehens nimmt die Agentur auf 400 Quadratmetern im Noerd in Angriff, dem «Gewerbehaus der Kreativen», das die Gebrüder Freitag 2011 in Zürich Oerlikon eröffnet haben.

Gleich zum Jahresbeginn gewann Yourposition diverse Neukunden: So übertrug etwa der Schweizer Anbieter von Bürobedarf, Office World, sein Suchmaschinenmarketing-Mandat den Zürcher Spezialisten. Auch die Klubschule Migros wird neu von Yourposition betreut, ebenso der Velozubehörhändler Veloplus und die Hochschule Luzern.
 

Young Cup Competition auf Facebook eröffnet

Der Intercontinental Advertising Cup hat am 1. Februar die Young Cup Competition auf Facebook eröffnet. Das dritte Jahr in Folge haben junge Kreative unter 30 Jahren die Möglichkeit, am Instanbul Cup teilzunehmen.

Bereits über 15’000 Personen aus 117 Ländern mit 93 verschiedenen Spachen haben die übermittelten Einträge der letzten Jahre auf Facebook besucht. Im letzten Jahr wurden 199 Eingaben gemacht. In diesem Jahr will der Young Cup zusammen mit Pepsico (Türkei) junge Kreative dazu ermutigen ihren örtlichen Geist zu erwecken – Genius loci – und ein Bild zu gestalten zum Thema «Pepsi Spirit in your country», wie es in einer Young Cup-Mitteilung vom Montag heisst.

Die jungen Kreativen haben 20 Tage Zeit, um ihre besten Ideen einzusenden. Der Gewinner erhält einen freien Eintritt für den 6. Internationalen Advertising Cup und Creative Summit, inklusive Reisekosten, Hotel und Eintrittsgebühren. In der Jury für diesen Award sitzen Jure Apih, CEO of Intercontinental Advertising Cup, Milka Pogliani, Creative Consultant & Advisor und Karpat Polat, Präsident and Creative Director bei DDB&Co. Istanbul. DDB&Co. Istanbul.

Währenddessen werden folgende Personen in der Jury für den Cup Award sitzen:

Amir Kassaei, Chief Creative Officer at DDB Worldwide und Präsident der Jury.
Michael Conrad, Präsident der Berlin School of Creative Leadership.
Yukio Nakayama, Executive Creative Director, Dentsu Inc., Japan.
Katya Bazilevskaya, Chief Commercial Officer / Creative Director, co-founder, Look At Media, Russia.
Fernando Bellotti, Präsident, Leo Burnett Argentina.
Andy Cheetham, Creative Director, CheethamBellJWT, UK.
Ilkay Gurpinar, Executive Creative Director, Vice President, TBWA Istanbul, Turkey.
Pawel Heinze, Executive Creative Director, Leo Burnett Warsaw, Poland.
Trong Tantivejakul, Chief Creative Officer, Y&R Bangkok.
Johannes Newrkla, ADC*E Board Member, Founder and CEO of Bluetango, Austria.
Mauricio Rocha, Creative Vice President, Y&R Colombia.
Hugo Rodrigues, COO & Chief Creative Officer, Publicis Brazil.
Stanley Wong, Visual Communicator, 84000 Communications, Hong Kong.

Die 6. Cup-Gewinner werden an der Preisverleihung am Freitagabend, 8. März 2013, ausgezeichnet.

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Wechsel in der Geschäftsleitung von Burson-Marsteller

Toula Stoffel, bisher Leiterin Healthcare & Science Communications, und Ute Dehn Christen, bisher Leiterin Corporate & Financial Communications, werden Burson-Marsteller verlassen. Dev Rakshit und David Hart übernehmen die Leitung der beiden Bereiche.

Dev Rakshit, bisher Senior Consultant Healthcare & Science Communications, übernimmt die Leitung des Bereichs. David Hart leitet Corporate & Financial Communications. Das gibt Burson-Marsteller am Montag in einem Pressecommuniqué bekannt.

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Dev Rakshit ist seit Januar 2011 als Senior Consultant für Burson-Marsteller tätig und hat über 20 Jahre Erfahrung in globaler Kommunikation, strategischem Marketing, Werbung und Branding – hauptsächlich in der Pharma- und Konsumgüterindustrie. Seine beruflichen Stationen führten ihn unter anderem als Global Brand Communications Manager zu Novartis und als Head of Strategic Marketing & Branding zu Swarovski. Neben seiner Erfahrung im Kommunikationsbereich bringt Rakshit einen soliden Forschungsausweis mit, unter anderem war er während sechs Jahren in der EU und den USA in der klinischen Forschung in der Medizinaltechnikindustrie tätig. Rakshit ist Doktor der Chemie und hält einen MBA der City University in Washington. Neben seiner Muttersprache Englisch spricht er fliessend Deutsch und Schweizerdeutsch.

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David Hart ist Anfang Jahr zum Team von Burson-Marsteller gestossen. Er kommt von AGT International, einem globalen Anbieter von Sicherheitslösungen. Er war dort vom Zürcher Hauptsitz aus für die globale Kommunikation verantwortlich. Als Leiter Corporate Communications & Issues Management bei Fleishman-Hillard in London hatte er sich zuvor während fünf Jahren Kompetenzen in den Bereichen Luftfahrt, Finanzdienstleistungen, Technologie, Ernährung und Energie angeeignet. Hart ist seit über 14 Jahren in der Kommunikationsbranche tätig. Er hat zahlreiche Unternehmen, darunter eine der grössten Fluggesellschaften, ein global tätiges Versicherungsunternehmen sowie einen multinationalen Elektronikkonzern beraten. Mit Führungskräften und Politikern hat David diverse Medientrainings durchgeführt, unter anderem in seiner Funktion als Pressesekretär für englische Politiker in London und Brüssel. Seine Kommunikationsstrategien verbindet er mit kreativen Lösungsansätzen, was sich unter anderem auch in der Krisenkommunikation bewährt hat. David hat an der Universität Leicester Politik studiert.

 

Mit der Heckscheibe Geld verdienen

Die Autofahrer überlassen ihre Heckscheibe als Werbefläche einer Firma und kassieren dafür eine Art Mitfahrentgelt. Mit dieser Werbeidee will die Firma Life 360 die Schweizer Strassen beleben.

Als Werbebotschafterin kommt die Rennfahrerin und Moderatorin Christina Surer zum Einsatz: «Wie bringe ich Heckenscheibenwerbung an den Mann? Mit einer Frau. Wenn es sich dabei um Christina Surer handelt, macht dies umso mehr Sinn», heisst es in einer Mitteilung. Die ehemalige Rennfahrerin verleihe mit ihrem Auftritt der neuen Geschäftsidee den notwendigen Drive.

Die Heckscheibenwerbung von Drive AD kann sich jedermann auf seinem Auto platzieren lassen und einen Zusatzverdienst erwirtschaften. Das Handling sei für den Autofahrer völlig unkompliziert, heisst es weiter. Nach der Anmeldung und den Angaben über den Fahrzeugtyp und das Fahrverhalten suche der Fahrzeughalter seine Werbung selber aus. Danach werde von einem Vertragsbeschrifter in der Region eine spezielle, von der Verkehrspolizei bewilligte Plastikfolie auf der Heckscheibe montiert. Die Werbung bleibe daraufhin für eine im voraus bestimmte Zeit (mindestens drei Monate) montiert, bis sie wieder beim Vertragspartner fachgerecht entfernt werde. Nach Vertragsablauf werde dem Fahrzeughalter eine Prämie ausbezahlt. Die Höhe der Prämie hänge jedoch von den gefahrenen Kilometern ab. Die Dreimonatsprämie liege ungefähr zwischen 150 und 270 Franken.

Bruno Kühne von Life 360 ist überzeugt, dass Drive AD erfolgreich sein wird: «Mit Drive AD bieten wir eine echte Neuheit im Werbemarkt. Ich bin überzeugt, dass die Verkehrsmittelwerbung sehr attraktiv ist und sehr stark beachtet wird. Und die Erinnerungswerte sind überdurchschnittlich hoch». Kühne will in den kommenden Monaten nationale und regionale Werbekunden für die Idee überzeugen. Potentielle Kunden vermutet er hauptsächlich in den Bereichen Mobilität, Dienstleistung und Konsumgüter. Drive AD kann ab sofort auf Drivead.ch gebucht werden.

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Google einigt sich mit französischen Verlegern

Der Streit zwischen dem US-Internetkonzern Google und französischen Verlegern über Nutzungsrechte ist beendet. Google-Chef Eric Schmidt und der französische Präsident François Hollande unterzeichneten in Paris ein Abkommen über eine einmalige Zahlung.

Dies teilte der Elysée-Palast am Freitag mit. Demnach sollen 60 Millionen Euro in einen neuen Fonds eingezahlt werden, um den «Übergang der Presse in die digitale Welt» zu erleichtern. Ein Google-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, mit dem Abkommen werde eine «geschäftliche Partnerschaft» geschlossen. Diese solle den Zeitungsverlagen helfen, ihre Internetaktivitäten weiterzuentwickeln und ihre Online-Einnahmen zu vergrössern. Der neue Fonds solle zudem «vielversprechende Initiativen» für die Entwicklung neuer Online-Inhalte fördern.

Gleichzeitig vereinbarten Google und die Verleger eine umfassende Zusammenarbeit bei der Online-Werbung, um die Einnahmen der Verlage im Web und auf Mobilgeräten mit Hilfe von Google-Diensten zu steigern. Das Projekt umfasst den Einsatz der Google-Dienste AdSense, AdMob (für mobile Werbeformate) und den Marktplatz AdExchange.

Gut für Frankreichs Medien

Hollande sprach von einem «Weltereignis»». Das Abkommen sei «gut für die französischen Medien, gut für deren Inhalte und auch gut für Google», sagte er. Schmidt bezeichnete die Übereinkunft als ««historische Einigung im Interesse des französischen Volkes». Frankreichs Verleger hatten eine Abgabe für Suchmaschinen gefordert, die fällig werden sollte, wenn Internetnutzer etwa über die Google-Suchergebnisse auf einen online veröffentlichten Artikel zugreifen. Google erzielt Werbeeinnahmen in Milliardenhöhe, indem es auf Web-Inhalte anderer Seiten verlinkt.

Hollande hatte für den Fall, dass sich die Verleger und Google nicht einig werden, eine gesetzliche Regelung in Aussicht gestellt. Seit Anfang Dezember trafen sich Vertreter beider Seiten immer wieder, zum Teil mehrmals pro Woche, um mit einem von der Regierung ernannten Vermittler zu verhandeln.

Vorbild für andere Länder

Hollande verlängerte die Frist für eine Einigung von Ende Dezember 2012 auf Ende Januar 2013. «Ein Abkommen zu haben, ist besser als ein Gesetz, das war der richtige Ansatz», erklärte Schmidt. Hollande hob hervor, dass es sich um das weltweit erste Abkommen dieser Art handle. Es könne möglicherweise als Vorbild dienen.

Streit zwischen Google und Presseverlegern gibt es in mehreren Ländern, darunter auch die Schweiz (Werbewoche.ch berichtete). Im Dezember hatte sich der Internetkonzern nach langem Streit mit belgischen Verlegern auf umfassende Kooperationen geeinigt (Werbewoche.ch berichtete). In Deutschland brachte die Regierung Ende August ein Gesetz auf den Weg, mit dem ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger eingeführt werden soll. (SDA)

Astérix gegen Google

 

BSSM verkündet Höchstnoten der BLKB

Die Basellandschaftliche Kantonalbank hat von ihren Mitarbeitenden sehr gute Noten erhalten. Dieses positive Feedback verbreitet die BSSM Werbeagentur mit einer neuen Werbekampagne.

Auf Plakaten und Werbemitteln am POS sowie in Anzeigen werden die einzelnen Aspekte der Befragung thematisiert. Die Kampagne soll gleichzeitig den Nutzen der hohen Mitarbeiterzufriedenheit nach aussen und nach innen belegen, so die Agentur in einer Mitteilung. Damit diene die Kampagne sowohl dem Employer Branding als auch der Marke BLKB selbst.

Verantwortlich bei Basellandschaftliche Kantonalbank, Liestal: Urs Uehlinger, Werner Geng (Gesamtverantwortung). Verantwortlich bei BSSM Werbeagentur, Basel: Claudia Paganini, Katrin Tschan (Beratung), Urs Schneider (CD), Hannes Müller (Text), Pascal Rehmann (AD), Flavia Eichele (Desktop).

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SRG und Verleger im Clinch um Internetinhalte

Die Verleger und die SRG liegen sich wegen der journalistischen Freiheit im Internet noch immer in den Haaren. Gegen den Vorschlag des Bundesrats zur Abänderung der SRG-Konzession gehen die Verleger auf die Barrikaden.

Die öffentlich-rechtliche Anstalt erhält damit nämlich bedeutend mehr Spielraum. Die Revision, die sich bis Ende dieser Woche in der Konsultation befand, will dem Einnahmenrückgang bei der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG entgegenwirken. Bis 2017 könnten die Erlöse um rund 25 Prozent zurückgehen. Der Entwurf des Bundesrats gesteht der SRG zwar noch immer kein Recht auf Online-Werbung zu, dafür darf sie Inhalte ohne Bezug zu ihren Sendungen aufschalten.

Das Internet-Angebot der SRG wird aber gleichwohl präzisen Regeln unterworfen. So müssen mindestens 66 Prozent der Online-Textinhalte einen Sendungsbezug aufweisen. Damit soll sichergestellt werden, dass der Onlineauftritt der SRG nicht die Form eines Nachrichtenportals annimmt und dadurch die privaten Anbieter im Netz konkurrenziert.

Sendungsbezug gibt Anlass zu Kontroverse

Der Verband Schweizer Medien und seine sprachregionalen Organisationen Médias Suisses und Stampa Svizzera verlangen nun aber, dass dieser Anteil auf 80 Prozent angehoben wird. Auch die Formulierung «zeitlich direkter Bezug zu einer Sendung» ist umstritten. So sieht die Konzessionsrevision vor, dass dieser Bezug nur gegeben ist, wenn die Inhalte nicht mehr als 30 Minuten vor der Ausstrahlung im Internet publiziert werden.

Die Medienverbände verlangen dagegen, der Sendungsbezug solle auch bis auf 30 Minuten nach der Ausstrahlung beschränkt werden. Zudem sollen nur die SRG-Eigenproduktionen als «Sendungen» im eigentlichen Sinn gelten. Die SRG ihrerseits pocht auf ein Zeitfenster von zwei Stunden vor der Ausstrahlung.

Auch die Textlänge ist umstritten

Was die Länge der Textnachrichten ohne Sendebezug betrifft, so wird sich die SRG an eine Länge von 1'000 Zeichen ohne Leerschläge halten müssen. Das öffentlich-rechtliche Unternehmen wehrt sich gegen dieses enge Korsett und nennt die Beschränkung «willkürlich». Die Medienverbände aber fordern gar eine maximale Textlänge von 600 Zeichen – Leerschläge inbegriffen.

Für die Verbände der privaten Medien gehört ein Text von 1'000 Zeichen Länge bereits zur Kategorie der Presseartikel. Dies würde es ihnen zufolge der SRG erlauben, den Onlineauftritt dem eines Nachrichtenportals anzugleichen.

Sport und Kultur soll live ins Internet

Der Revisionsvorschlag gibt der SRG auch im Bereich der Live-Übertragungen im Internet mehr Raum. Allerdings müssen sich diese Direktschaltungen via Live-Streaming auf Ereignisse politischer und wirtschaftlicher Natur beziehen. Ausserordentliche Kultur- oder Sportanlässe muss die SRG wie bisher mindestens einen Monat im Voraus beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) anmelden.

Die SRG beklagt diesen Umstand. Wie verschiedene Kultur- und Sportorganisationen wünscht sich auch die SRG mehr Freiheiten bei der Live-Übertragung von Sport- und Kulturevents. Da Sportwettkämpfe oft parallel zueinander stattfinden, möchte sie jene Anlässe im Internet übertragen, die aufgrund der Gleichzeitigkeit nicht im Fernsehen gesendet werden können. Schliesslich erwerbe sie die Rechte für die Anlässe jeweils integral, einschliesslich der Online-Rechte, und wolle sie voll nutzen können.

Revision voraussichtlich gültig ab 1. Juni

In einer Stellungnahme schlagen sich der Verband Schweizer Regional Fernsehen (Telesuisse) sowie der Verband Schweizer Privatradios VSP/ASRP dezidiert auf die Seite der Privatmedien. Die Aktion Medienfreiheit vertritt eine unversöhnlichere Position: Die Konzessionsrevision kommt für sie der «massiven Verletzung eines funktionierenden Wettbewerbs»gleich. In Kraft treten soll die neue Konzession laut Bakom am 1. Juni 2013. (SDA)
 

Zu guter Letzt: Internet «mit Mass»

«Jederzeit erreichbar, bei Gesprächen ständig mit einem Auge auf dem Smartphone, digitales Mobbing» - Generation 2.0, sind das die Töne der Zukunft?

Oder ist das bloss eine Beschreibung der Jugend, die wie üblich einfach gerne die neuesten Technologien und digitalen Fortschritte für sich nutzt? Das Nationale Programm Jugend und Medien hat zusammen mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW die Broschüre «Medienkompetenz – Tipps zum sicheren Umgang mit digitalen Medien» herausgegeben. Darin heisst es, dass bereits knapp 80 Prozent der 12- bis 19-Jährigen ein eigenes Smartphone hätten. Und «Digitale Medien bieten nicht nur Chancen, sie bergen auch Gefahren», warnt die Broschüre.

Doch wer kritisiere, dass die Jungen süchtig nach den neuen Kommunikationsmitteln seien, mache es sich zu einfach, sagte Rickli im Interview mit dem Sonntagsblick. Die Zürcher SVP-Nationalrätin kehrt nach einem Burnout in die Politik zurück. Vor ihrer Auszeit hatte sie intensiv über Facebook und Twitter kommuniziert. «Das Internet ist in der politischen Kommunikation nicht mehr wegzudenken», erklärte Rickli im Interview weiter. Die Zukunft liege für sie in der Internetnutzung «mit Mass». Die Aufforderung «massvoll!» ist also nicht nur an Kinder und Jugendlichen gerichtet. (uma)

Teaserbild: Broschüre «Medienkompetenz – Tipps zum sicheren Umgang mit digitalen Medien»

Peter Brönnimann, Werber des Jahres 2013

Peter Brönnimann, Executive Creative Director und Mitgründer von Spillmann Felser Leo Burnett, wird die Branche in diesem Jahr als Werber des Jahres vertreten. Ein bodenständiger Kreativer, der für gewöhnlich lieber seine Kunden als sich selbst in Szene setzt.

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«Am Anfang ist es schlimm. Ich versuche jeweils, ruhig zu bleiben und den Schmerz auszublenden. Nach einer Minute wird es langsam besser. Und dann kommt der Moment, an dem ich weiss: Jetzt muss ich raus, sonst kann ich mich den ganzen Tag nicht richtig bewegen.»

So beschreibt Peter Brönnimann nicht etwa seine Arbeit an der Aemtlerstrasse, sondern sein wöchentliches Bad im Zürichsee. Ob ein strahlender Samstagmorgen im Juni, ein regnerischer Herbsttag oder ein verschneites Winterwochenende: Brönnimann wagt sich ins Wasser. Ohne Schutzanzug, auch wenn der See gerade mal ein paar Grad zählt. Nur an den Händen trägt er im Winter Neoprenhandschuhe, damit seine Hände nach dem Schwimmen wieder sofort funktionstüchtig sind.

Im Winter sei es schon sehr hart und nicht wirklich lässig, gesteht Brönnimann. «Viele meinen, man gewöhne sich daran. Das bezweifle ich. Mir kommt es jedes Mal extrem kalt vor. Lässig wird es im März oder April, wenn es etwas wärmer wird, 9 Grad und drüber. Das empfindet man dann komischerweise als relativ angenehm.»

Weshalb zieht Brönnimann das Ritual dennoch ganzjährlich durch? Lotet der Kreative gerne seine körperlichen Grenzen aus. Jagt er von einem Spektakel zum nächsten? Gar nicht, meint der ECD. Er hält inne und überlegt, bevor er antwortet: «Es ist ein besonderes Naturerlebnis, total ruhig und unbezahlbar schön, ganz einfach und trotzdem spektakulär – und immer anderes: Mal scheint die Sonne, der See ist glatt, das nächste Mal hat es riesige Wellen, es regnet, es windet. Ein anderes Mal schneit es.»

Brönnimann kann dem Alltäglichen, dem Einfachen viel abgewinnen. Die morgendliche Zugfahrt nach Zürich, die andere als lästiges Pendeln abtun, gehört für ihn zur schönsten Zeit des Tages. «Es kommt mir gar nicht vor wie Zugfahren. Es ist mehr, als sässe ich in einem Sessel und läse Zeitung.» Der Kreative mag es, Leute um sich zu haben und den Gesprächen zu lauschen. Bahnt sich neben ihm eine spannende Szene an, stöpselt er sich – zur Tarnung – die Kopfhörer ein und lehnt sich zurück. Im Zug hat er so bereits die absurdesten Dialoge mitbekommen. Er wurde schon Zeuge, wie eine Beziehung am Telefon beendet wurde, wie ein Personalchef ein Bewerbungsgespräch führte oder zwei Punks über die richtige Anwendung von Geschirrspülmaschinen sprachen. Szenen, sähe man sie in einem Film, würde man die Handlung für konstruiert oder gesucht halten. «Bahnfahren ist oft Kino live», meint der ECD.

Geht es um sein eigenes Leben, ist Brönnimann zurückhaltender mit Worten der Begeisterung. Hier scheint der Kreativchef und Mitgründer von Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) einen anderen Massstab anzulegen. Fragt man ihn, wie sein Alltag aussehe, meint er, er habe ein erschreckend unspektakuläres Leben – und das sei prima so.

Aber Brönnimann redet auch davon, dass Brad Pitt ein unspektakuläres Dasein friste. «Manchmal habe ich fast ein wenig Mitleid mit ihm», meint er. «Ich glaube, der hat ein langweiliges Leben – zumindest wenn er bei den Dreharbeiten ist.» Genauso wie Brönnimann die Glorifizierung der Schauspielerei für falsch hält, ist für ihn die Werbewelt, die gerne mit Glamour in Verbindung gebracht wird, alles andere als glanzreich. Dreharbeiten zum Beispiel erinnern ihn eher ans Militär. «Früh aufstehen, viel herumstehen und warten.»

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Eintauchen in verschiedene Welten

Was Brönnimann an seiner Arbeit besonders schätzt, ist die Abwechslung. Abgesehen von ein paar Fixpunkten – aufstehen um halb 7, mit der Familie frühstücken und mit der S-Bahn nach Zürich –, gleicht kein Tag dem anderen. Manchmal ist er unterwegs und taucht bei einem Shooting in eine andere Welt ein. Zum Beispiel mit Wetterschmöcker Martin Horat. An einem anderen Tag bespricht er zuerst mit einem CEO eines Konzerns eine Kampagne und beurteilt am Nachmittag mit seinem Team Arbeiten. In anderen Momenten wiederum nimmt sich Brönnimann Zeit, selber kreativ zu sein. Dann konzeptet er zusammen mit Johannes Raggio, mit dem er sich seit ein paar Monaten die Kreativspitze teilt, oder sitzt alleine vor einem weissen Blatt Papier.

Wenn Brönnimann erzählt, wie sein Werbetexter-Weg verlief, stapelt er tief: Im Gymnasium habe er zu wenig gelernt, die Matura nur knapp geschafft und schliesslich «nichts Richtiges» studiert (Journalistik). Danach habe er im Lokalradio eine Sendung gemacht, die niemand hören wollte, später bei der Berner Zeitung schlechte Texte geschrieben und schliesslich bei Martin Suter angeheuert. «Es ist mir heute noch ein Rätsel, weshalb Suter mich damals genommen hat. Ich konnte nichts wirklich Gutes vorweisen.»

So richtig ins Schwärmen kommt Brönnimann dagegen, wenn es um den Werbeoutput von SFLB geht. Die Kreativarbeiten bescheren der Agentur jährlich Spitzenpositionen bei den Rankings. Mindestens so wichtig ist es dem Kreativen jedoch, dass die Werbung bei den Adressaten Anklang findet. «Ich glaube, populäre Werbung ist das, was SFLB auszeichnet. Arbeiten, die die meisten Leute gerne ein zweites Mal anschauen. Oder ein drittes Mal …» Zum Beispiel die einfachen, aber genialen Wendesätze für Swiss Life. Oder die fortlaufende Kampagne für Schweiz Tourismus, bei der sich die Protagonisten mit Schweizer Gründlichkeit, dennoch mit viel Charme und einer Prise Humor für das Wohlergehen der Touristen einsetzen. Derzeit sind Sebi und Paul im aktuellen Winterfilm damit beschäftigt, alle Uhren wegzuräumen, damit die Gäste ihre Ferien ganz entspannt geniessen können. Die Kuckucks-Uhr wird zugenagelt, die Zeiger der Kirchenuhr eingesammelt und dem Hahn ein Kräh-Verbot vor den Schnabel gesetzt.

Werbung für die Schweiz zu machen, empfindet Brönnimann als ganz besondere Verpflichtung. «Du bist sozusagen der werberische Aussenminister und feilst mit deiner Arbeit am Image der Schweiz.» Brönnimann gäbe aber auch selbst einen guten Botschafter ab. «Ich verbringe wahnsinnig gerne Ferien in der Schweiz.» Schneeschuhwandern oder Skifahren im Winter, Bäche stauen im Sommer. Bessere Ferien könne es nicht geben. Mit dem Zug in die Alpen zu fahren sei schliesslich bequemer als in einem Flugzeug eingepfercht zwischen zwei Sitzreihen auszuharren, um die Schwiegereltern in Australien zu besuchen. Mit einer Grösse von 1,94 Metern erst recht.

Doch der Kreative lässt lieber seine Arbeit für sich sprechen, als selber als Werbeträger hinzustehen. Dass in der Werbung die Kunden und nicht die Werber im Mittelpunkt stehen, empfindet er denn auch als sehr angenehm. «Würde ein Werbe-Spot – wie ein Zeitungsartikel – damit beginnen, wer dafür verantwortlich zeichnet, wäre das total komisch», so Brönnimann. «Wir Werber sind also relativ bescheiden.»

Als Werber des Jahres steht Brönnimann in diesem Jahr für einmal trotzdem im Vordergrund. Was bedeutet ihm der Titel? «Ich bin stolz und fühle mich sehr geschmeichelt. Es ist eine Honorierung meiner Arbeit», so der ECD und fügt sogleich an, «in erster Linie ist der Titel jedoch eine grosse Ehre für alle, die bei SFLB arbeiten und sich einsetzen. Es heisst zwar Werber des Jahres. Doch jeder in der Branche weiss, dass es für gute Arbeiten an allen Stellen gute Leute braucht.»

Bei SFLB schätzt Brönnimann die Mischung aus Bodenständigkeit und internationalem Flair in der Leo-Burnett-Agentur. «Und wir haben das Glück, für grossartige Schweizer Marken arbeiten zu dürfen und für Kunden, die an die Kraft guter Ideen glauben.» Die besten Ideen zu haben nütze schliesslich nichts, wenn diese auf Auftraggeberseite nicht erkannt würden. «Wir können uns diesbezüglich sehr glücklich schätzen.»

Dass ihm die Einfälle ausgehen, fürchtet Brönnimann schon gar nicht. «Viele Leute haben das Gefühl, Kreative hätten mit dem Alter weniger Ideen. Das glaube ich nicht.» Effizienter werde man mit der Zeit dagegen schon. «Meine Erfahrung ist, dass man schneller weiss, ob man eine Idee weiterverfolgen soll, wenn sie im Hirn durchfährt.» Hinzu kommt eine Prise Gelassenheit, die Brönnimann als Junior-Werber noch nicht kannte. Wenn er früher im Kino eine interessante Szene sah, studierte er sofort, ob er das nicht für eine Werbung verwenden könnte. Heute hat er Momente, in denen er die Werbung weit hinter sich lässt. «Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich beim Schaffen am besten schaffen kann».

Isabel Imper

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Fotos: Isabel Imper

PDF-Version des Artikels aus der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

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Franz&René: Adelboden-Lenk kümmert sich um alles

2013 hat sich das Skigebiet Adelboden-Lenk zum Ziel gesetzt, die Romands, insbesondere die Freiburger, mit einem verlockenden Angebot für sich zu gewinnen. Die Agentur Franz&René wurde beauftragt, die Kampagne zu konzipieren.

Die erste Phase der Kampagne: Samstagmorgen, 26. Januar, hat Adelboden-Lenk Teilnehmer aus Freiburg zum Wettbewerb für ein spontanes Wochenende eingeladen. Mehr als 200 Personen haben an diesem Event teilgenommen. Die Freiburger kamen wie gewünscht mit Ihren Skibrillen auf dem Kopf daher. Die grossen Gewinner der Aktion, eine Gruppe von vier Freunden, fuhren mit einer Hummer-Limousine direkt nach Adelboden-Lenk.

Um die Freiburger zu diesem Event einzuladen, wurde «Tout Schuss» organisiert, ein spontanes Happening, das am 26. Januar in Freiburg stattfand. Die Freiburger wurden mittels verschiedenster Medien (Flyer und Dispenser in Bars, Werbebildschirmen in TPF-Bussen, Radiowerbung und Soziale Netzwerke) zu einem Rendez-vous-Punkt eingeladen und sollten nichts mitbringen ausser ihren Skibrillen.

Die vier Gewinner wurden zuerst in einer VIP-Limousine in ein Sportgeschäft gebracht, wo sie ausgerüstet wurden: Skis und Stöcke, Schuhe, Handschuhe, Helme, warme Unterwäsche und Skianzug, und die Gewinner konnten ihre neue Ausrüstung auch gleich auf den Pisten in Adelboden-Lenk einweihen. Vor Ort erwartete sie ein 4-Sterne-Hotel mit Spa, inklusive Verpflegung, Getränke, Ausgang und Skiabonnement. Die Rückfahrt nach Freiburg erfolgte mit Chauffeur am Sonntagabend.

Für das zweite Wochenende hat die Agentur einen Film realisiert, welcher ab dem 31. Januar auf 20 Minutes online geschaltet wurde. Zeitgleich wurde für die selbe Phase einen Wettbewerb auf der Website von Adelboden-Lenk aufgeschaltet. Bei diesem Wettbewerb kann dasselbe Wochenende noch einmal gewonnen werden.

Verantwortlich bei Adelboden-Lenk: Matthias Werren (Geschäftsführer, Skiregion Adelboden-Lenk). Verantworltich bei Franz&René: Valérie Pecalvel (Strategic Direction & Konzept), Luciano Gerber (Client Service Direction), Simon Tellenbach (Campaign Manager), Sven Jungo (Grafik Design).

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