Multimediale Allrounder

Mediamatiker werden als Alleskönner gehandelt, die in der multimedialen Kommunikationswelt vielseitig einsetzbar sind. Auch in Agenturen und bei Medienproduzenten? Die Werbewoche hat bei Kommunikationsdienstleistern nachgefragt, die Mediamatiker-Lehrlinge ausbilden.

Kommunikation ist multimedial. Das hört sich trivial an. Die Umsetzung ist hingegen alles andere als einfach. Auf Websites präsentieren sich Unternehmen nicht nur mit Bild, Grafik und Text, sondern auch mit Film und Ton. Über Suchmaschinen wollen sie gefunden werden, ihre Kundenbeziehung über Social Media pflegen, gedruckte Mailings versenden und Onlinewerbung schalten. Dafür braucht es Fachspezialisten: Programmierer, die komplexe Suchalgorithmen entwerfen; Kommunikationsspezialisten, die verständlich und elegant formulieren; Grafiker, die gestalten; Regisseure und Produzenten, die entsprechende Filme liefern.

Neben all den Spezialisten sind jedoch auch Fachkräfte nötig, die die Lücke zwischen den Disziplinen schliessen. Solche, die von allen Bereichen etwas verstehen. Diesen Anspruch hat der Beruf des Mediamatikers. Mediamatiker sind Allrounder, die sich in Informatik, Technologie und Multimedia genauso auskennen wie in Marketing, Gestaltung und Administration. Sie bilden die Schnittstelle zwischen Anwender und Spezialist. Einfache Programmierungen übernehmen Mediamatiker gleich selbst, sie designen und betreuen Websites und bereiten Bilder und Filme fürs Web vor. Mit dem Grafiker besprechen sie, wie ein Flyer gestaltet und gedruckt werden soll, oder sie diskutieren mit einem Kunden über ein neues Marketingprojekt.

Durch ihre vielseitigen Kenntnisse sind Mediamatiker in den unterschiedlichsten Bereichen beschäftigt. In der Marketingabteilung eines KMU, bei Telecomdienstleistern, in einer Druckerei oder bei Kommunikationsdienstleistern. Wie gut sind die Allrounder bei Letzteren aufgehoben? Die Werbewoche hat sich bei Web-, Kreativ- und Kommunikationsagenturen sowie einer Produktionsfirma erkundigt, die Mediamatiker-Lehrstellen anbieten – und dabei Agenturleiter und die Lehrlinge selbst zu Wort kommen lassen.

Konzeption, Kreativität und Technik

«Die Kompetenzen von Mediamatikern in den Bereichen Multimedia, Design, Marketing, Informatik und Administration lassen sich sehr gut in einem Medienproduktionsunternehmen wie Condor Films einsetzen», erklärt Markus Röthl, Head Business Technology bei Condor Films den Grund, weshalb das Unternehmen seit letzten Sommer einen Mediamatiker- Lehrling beschäftigt. Als «technisch Kreative » könnten Mediamatiker mit allen sprechen. So arbeitet der Mediamatiker-Lehrling bei Condor Films in Projekten mit Konzeptern, Grafikern, Videoeditoren, Motion-Graphics-Designern und Audio-Video- Technikern zusammen. Bereits den zweiten Mediamatiker-Lehrling bildet Wirz Werbung aus. Dass Wirz als Werbeagentur nicht nur den konzeptionellen Bereich abdeckt, sondern auch die Umsetzung übernimmt, passe gut zum Berufsbild Mediamatiker, meint Colmar von der Goltz, Beratungsgruppenleiter bei Wirz Werbung. «Mediamatiker sind konzeptionell und technisch gefordert.» Konkret bedeutet dies, dass der Mediamatiker-Lehrling bei Wirz beispielsweise die Gestaltung von Websites übernimmt, programmiert, gleichzeitig aber in die Konzeption involviert ist. «Die Technologie als Teil der kreativen Wertschöpfung ist für eine qualitativ hochstehende Umsetzung essenziell», ist von der Goltz überzeugt. Maxomedia hatte ursprünglich mit einem Informatiker geliebäugelt. Schliesslich entschied sich die Berner Agentur aber dafür, per August einen Mediamatiker-Lehrplatz zu schaffen. Maxomedia verkörpere sämtliche Bereiche, mit denen sich Mediamatiker befassten, begründet Philipp Tellenbach, Leiter HR und Finanzen, den Entscheid zugunsten des Mediamatikers. «Das Kreative – durch eine starke Kreation, das Digitale – durch eine Inhouse-Entwicklungsabteilung sowie das Betriebswirtschaftliche beziehungsweise Kaufmännische – durch die Beratung und unsere Service-Unit.»

Ähnlich sieht man es bei Dotpulse. «Als Webagentur arbeiten wir im Dreieck Informatik, Gestaltung und Beratung beziehungsweise Projektmanagement. Mediamatiker sind Generalisten und dadurch offen für alle diese Bereiche», so Creative Director Christian Erni. Als mögliche Einsatzbereiche eines Mediamatikers nennt Erni unter anderem Front-End-Programmierung, die Website-Pflege, Auftragsabwicklung und administrative Tätigkeiten wie Aufträge bearbeiten und abwickeln.

Der erste Lehrling wird bei Dotpulse im Sommer beginnen. Doch bereits überlegt man sich, eine weitere Lehrstelle zu schaffen. «An solchen Arbeitskräften mangelt es», sagt Erni. Dies unterstreicht man auch bei der Agentur Eyekon, die seit letztem August einen Mediamatiker-Lehrling ausbildet und damit nicht zuletzt dem Fachkräftemangel entgegenwirken will. Allerdings tönt es hier etwas anders: Als Webagentur sei Eyekon insbesondere auf Fachspezialisten angewiesen, wie Jonas Fahrni, technischer Leiter und Berater bei Eyekon sagt. Von Generalis ten auf Unternehmerseite würde dagegen auch die Agentur profitieren, ergänzt Fahrni. Denn ein Ansprechpartner auf Kundenseite, der sich mit Medien auskennt, erleichtere die Zusammenarbeit.

Zuerst die Schulbank drücken

Unabhängig vom Lehrbetrieb: Die vierjährige Lehre beginnt für viele Mediamatiker mit einem sogenannten Basislehrjahr. Das weitverbreitete Modell wird in verschiedenen Kantonen angeboten, in Bern etwa durch das ICT Berufsbildungscenter, in Zürich durch ZLI Zürcher Lehrbetriebsverband ICT. Bevor die Lehrlinge in die Arbeitswelt einsteigen, erarbeiten sie in der Schule die Grundkenntnisse in Technik, Gestaltung und Konzeption. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn die angehenden Mediamatiker danach in den Betrieb wechseln, müssen nicht mehr von Grund auf alles lernen. Im Basislehrjahr haben sie bereits das eine oder andere Projekt umgesetzt, die Palette der Adobe-Programme kennen gelernt und Grundkenntnisse in Webtechnologien erworben.

Das Basislehrjahr stellt insbesondere für kleinere und mittlere Lehrbetriebe eine Entlastung dar. Vier der sechs angefragten Agenturen haben sich denn auch für dieses Modell entschieden. Die Lehrlinge bei Dotpulse, Wirz Werbung und Condor Films haben alle das Basislehrjahr besucht – oder sind momentan daran. Bei der Online-Kommunikationsagentur Notch Interactive hat Lehrling Jack Benz sogar zwei Jahre lang die Schulbank gedrückt. Ein spezielles Modell, wie es die Privatschule SBW Neue Medien in Romanshorn anbietet. Erst im dritten Lehrjahr ist Benz bei Notch Interactive in der Kreation eingestiegen, wo er derzeit im Bereich Screen- Design tätig ist.

Auf ein Basislehrjahr verzichtet haben dagegen Maxomedia und Eyekon. «Maxomedia hat sich dafür entschieden, den Lehrling von Beginn weg im Betrieb auszubilden», so Tellenbach. «Wir können alle Themenbereiche abdecken, die für die Mediamatiker- Ausbildung von Bedeutung sind.» Ohne Basislehrjahr auszukommen bedeutet allerdings mehr Aufwand für den Lehrbetrieb, wie man bei der Agentur Eyekon weiss, deren Lehrling letzten Sommer direkt im Betrieb gestartet ist. «Der Aufwand ist überproportional – insbesondere im ersten Lehrjahr », erklärt Fahrni. «Erst im Laufe der Lehrzeit werden sich die Bemühungen rechnen, wenn einzelne Teilprojekte an den Lehrling abgegeben werden können.» Für einen nächsten Lehrling würde die Agentur deshalb ein Basislehrjahr ins Auge fassen. Gar nicht traurig darüber, das Basislehrjahr verpasst zu haben, ist dagegen Lehrling Armon Ruetz. Dass er sofort bei Eyekon beginnen konnte, betrachtet er als einen Vorteil. So habe er vom ersten Lehrtag jene Kompetenzen erwerben können, die in der Agentur gefragt sind.

Vom Allrounder zum Spezialisten

Verglichen wird die Mediamatiker-Lehre gerne mit der kaufmännischen Ausbildung. Denn gleich wie die KV-Lehre bietet auch die Mediamatiker-Ausbildung eine weitgefächerte Grundausbildung, nach der den Lehrlingen viele Türen offen stehen. Mindestens 60 Prozent der Lehrlinge absolvieren bereits während der Lehre die Berufsmittelschule, wie Simon Hefti, Teamleiter Basislehrjahr Mediamatik beim ZLI Zürcher Lehrbetriebsverband ICT erklärt. Danach bildet sich ein hoher Anteil auf Bachelor- Stufe weiter, studiert an einer Fachhochschule, zum Beispiel Wirtschaftsinformatik, Multimedia Production oder Marketing – oder besucht an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) den Informatik- Studiengang «iCompetence», der die Bereiche Informatik, Design und Management verbindet. Neben den Fachhochschulen stehen den Lehrabgängern Weiterbildung an höheren Fachschulen oder der Erwerb des eidgenössischen Fachausweises offen. Wer sich nicht ausserbetrieblich weiterbildet, spezialisiert sich on the job. Bei Maxomedia etwa sind zwei ausgebildete Mediamatiker im Front-End- Bereich als Web-Entwickler beschäftigt. In welche Richtung es nach der Lehre auch gehen mag. Eines bleibt für alle Abgänger gleich. Wer in der sich rasant entwickelnden Branche bestehen will, muss flexibel und neugierig sein. «Mediamatiker müssen Leidenschaft für die digitale Kommunikation mitbringen», ist Peter van der Touw, CEO bei der Onlineagentur Notch Interactive, überzeugt. «Wer nicht die nötige Passion mitbringt und sich mit Freude mit dem Thema auseinandersetzt, ist schnell weg vom Fenster.»

Isabel Imper

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Axel Springer Schweiz bringt Handelszeitung aufs Mobiltelefon

Die Handelszeitung bringt die neusten Wirtschafts-, Politik- und Börsennews rund um die Uhr aufs Mobiltelefon. Dafür wurde eine Website in erneuertem Design lanciert.

Das neue Design von Handelszeitung.ch wird ab dem 11. April präsentiert. Das Nachrichtenportal setzt dabei auf das Responsive Design, damit Inhalte und Werbung für den Leser immer perfekt dargestellt werden, wie Axel Springer in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.
 

IAB Mobile Kompendium 2013: Der Leitfaden für den Kauf von mobiler Werbung

Die IAB Fachgruppe Mobile hat einen Leitfaden erarbeitet, welcher Transparenz in den Kaufprozess mobiler Werbung bringen soll.

Mobile Werbung bringt vielseitige Lösungen und spannende Platzierungen, die sich an Ihre individuelle Kampagne und Zielsetzung anpassen. Doch die besten Lösungen reichen meistens ohne kompetente Unterstützung nicht aus. Eine gute und zuverlässige Betreuung ist den Mitgliedern der IAB Switzerland Association – der Digitalmarketing- Verband der Schweiz – wichtig. Deshalb hat die IAB Fachgruppe Mobile einen Leitfaden erarbeitet, welcher Transparenz in den Kaufprozess mobiler Werbung bringen soll.

Warum ist Mobile-Werbung relevant?

Die Basis jeder Kommunikationsstrategie stellt sicher, dass man das richtige Publikum zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und mit der richtigen Botschaft erreicht. Mobile ist deshalb eine Bereicherung für Ihre aktuelle Werbestrategie – ein neues Medium, um den richtigen Konsumenten zu erreichen. Mit allen Innovationen und Entwicklungen ist Mobile ein auf den ersten Blick komplexes Ökosystem mit eigener Sprache. Der Kaufprozess ist aber anderen Plattformen, wie zum Beispiel Online, ähnlich. Trotzdem gibt es einige wichtige Unterschiede sowie andere kreative Formate, neue interaktive Möglichkeiten und lokale Relevanz. Um festzustellen, welche Rolle Mobile im Media- Mix spielen wird, sollten Sie zuerst Ihre Werbeziele kennen: Haben Sie die Absicht, die eigene Brand Favorability zu erhöhen? Möchten Sie ein neues Produkt einführen? Oder eine direkte Reaktion auf ihre Werbung ermöglichen und die Kundentreue verbessern? Sobald Sie sich diese Fragen gestellt und beantwortet haben, wird Ihr Weg zur optimalen Mobile- Verwendung viel deutlicher.

Wenn Sie eine mobile Kampagne erstellen, ist es wichtig zu bedenken, dass es mehrere Kanäle gibt, auf denen Kundenaufmerksamkeit generiert werden kann. Dazu gehören Display-Werbung auf mobilen Websites, Anwendungen zum Herunterladen (Apps), mobiles Messaging und viele andere Formen, einschliesslich Video- und Audiowerbung, mobile Suche und Marken-Apps. Diese Elemente können einzeln oder als eine einheitliche Kampagne zusammen mit traditionellen Kanälen verwendet werden, damit eine komplette 360°-Kampagne entsteht.

Mobile-Trends

Die wichtigste Anwendung für Konsumenten auf dem Handy ist noch immer der Sprachdienst. Doch die stetige Einführung von neuen Geräten in unterschiedlichen Preisklassen und mit unterschiedlichen Fähigkeiten bedeutet, dass die Verbraucher mehr Auswahl, mehr mobile Funktionen und mehr Gründe für die Verwendung von mobilen Datendiensten haben als je zuvor. Folgende Entwicklungen sprechen für den Einsatz von Mobile-Werbung:  In der Schweiz sind mehr als 10 Millionen Mobile Devices im Einsatz.

– 2012 waren mehr als 3,4 Millionen Mobilgeräte internetfähig. Dazu kommen noch 1,7 Millionen Tablets.
– 80 Prozent der Schweizer und 72 Prozent der Schweizerinnen nutzen das mobile Internet regelmässig.
– Die Nutzungsaktivität Nummer eins auf dem Mobiltelefon ist die Suche, gefolgt von Spielen, Streaming, aber auch Shopping, Couponing oder Ticketing.
– Die «Appconomy» – das Geschäft mithilfe von mobilen Apps – erzielte 2012 weltweit etwa 30 Milliarden Dollar.

Die wichtigsten Formen mobiler Werbung
 
Mobile-Display-Werbung: Auf mobilen Websites oder innerhalb einer App mit statischen oder Rich- Media-Banners, abgerechnet über TKP (Tausend- Kontakt-Preis).
 
Branded Apps: Eine eigene Unternehmens-App, um Kundenaufmerksamkeit zu gewinnen.
 
Videowerbung: Eine stark wachsende Aktivität auf Mobile, in welcher man Pre-Roll- oder In-Stream- Werbung schalten kann.
 
Audiowerbung: Mobile Music-Apps finanziert über Radio-ähnliche Werbung.
 
Mobile Aktivierung: Dank dem Einsatz von Mobile kann man den Konsumenten traditioneller Medien (zum Beispiel Print oder TV) in die Kampagne mit einbeziehen.
 
Location-Based-Werbung: Nutzt eine Technologie, um den Standort der Konsumenten zu bestimmen und damit einer Kampagne oder Aktivität mehr Relevanz zu geben. Diese Trends zeigen eindeutig, wo die Mobile- Reise hingeht: Wenn man Konsumenten in einem für sie relevanten Umfeld erreichen möchte, muss man sich mit Mobile-Marketing und Mobile-Werbung auseinandersetzen.

Die Mobile-Kampagne
 
Zielsetzung
Für den Erfolg ist eine klare Zielformulierung von Beginn an entscheidend. Bei einer mobilen Kampagne, welche ergänzend zu anderen Medien eingesetzt wird, muss die Aufgabe des Mediums Mobile definiert werden. Neben der Formulierung des klassischen Kommunikationsziels sind die Zielkennzahlen ausschlaggebend, zum Beispiel Click Through Rate, Conversion Rate oder TKP.

Messung
Um den Erfolg einer Kampagne zu optimieren, ist eine fundierte Messung des Verlaufs nötig, die im Vorfeld genau definiert und getestet werden muss. Denn nicht alle für Online gültigen Verfahren greifen auch für Mobile. Von der Einblendung des Werbemittels über die Click Through Rate und die Interaktionen auf der Landingpage bis zur Conversion Rate können, zum Beispiel mittels Google-Analytics, Kennzahlen als Basis des Optimierungsprozesses generiert werden.

Landingpage
Die Landingpage ist eine speziell eingerichtete Seite, welche nach dem Klick auf ein Werbemittel erscheint und auf den Werbeträger und dessen Zielgruppe optimiert ist. Auf der Landingpage steht das im Rahmen einer Kampagne beworbene Angebot im Mittelpunkt. Dieses soll kompakt und ohne Ablenkung vorgestellt werden. Ein wesentliches Element ist die Integration eines Response-Elements, welches die einfache Interaktion mit dem Besucher sicherstellt.

Zielgruppe und Targeting
Im Mobile-Bereich haben sich vor allem die technischen Targetings durchgesetzt. Dazu gehören zum Beispiel das Frequency Capping, Devices und Software Targeting oder das Sprach-Targeting. Weitere Varianten sind das Zeit-Targeting – die fokussierte Präsenz während der Pendlerzeiten – sowie das Geo- Targeting. Soziodemografische Merkmale sind ebenfalls vereinzelt einsetzbar, jedoch nur bei Direktbuchungen entsprechender Publisher.

Werbemittel
Auf Grund von unterschiedlichen Screen-Grössen der Devices und unterschiedlichen Publishern gibt es unzählige Formate. Mit zwei Formaten wie Interstitial 640×832 Pixel und dem Standard-Banner 640×100 Pixel kann bereits eine breite Mobile-Kampagne realisiert werden. Für kleine, einfache Animationen reicht ein animiertes Gif aus. Für komplexere Animationen und State of the Art benötigt man jedoch HTML 5. Bei HTML 5 ist zu beachten, dass diese Technik noch in den Anfängen ist. Dies erfordert erhöhte Aufmerksamkeit bei der Auswahl des Ad Servers wie auch des Programmierers. Selbstverständlich können auch JPG online geschaltet werden. iab

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Start up or down

Auch weniger bekannte Marketing- und Werbeaktivitäten sind lehrreich. Solche, die in falsche Beraterhände gelangten und durch Unaufmerksamkeit und somit Erfolglosigkeit den Start abbrechen mussten. Von Theophil Butz, Grafiker,Werbeagentur-Inhaber, Inspiratorund seit über anderthalb Jahren auch noch Motzer für die Werbewoche-Leser. Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected]

Die erfolgloseste Firmengründung hiess «Gibepoh ». Gemeint war natürlich der Ausdruck umgekehrt gelesen «Big Hope». Der Gründer hatte gedacht, dass das reicht. Also keine Firmenidee, kein Marketing, keine Kommunikation, kein Erfolg.

Ein anderer versuchte, seine Erfindungen, die leider immer im Lego- und Playmobilstadium stecken geblieben sind, mit den falschen Partnern, auf freundschaftlicher Basis, mit Werbekollegen und mit verknitterten, Schreibmaschinen getippten Verträgen zum Erfolg zu führen – eine endlose Geschichte, die noch nicht ganz am Ende angekommen zu sein scheint. Dabei sind Millionen drauf gegangen.

Ein renommierter Arzt für plastische Chirurgie hatte die Idee, eine Eigenkreation im Bereich Allround- Pflegecreme für Frau und Mann auf den Markt zu bringen. Die grössere Schwierigkeit als das Kreieren und Herstellen der Rezeptur für solche Produkte erwies sich beim Evaluieren der richtigen Kommunikationspartner für die Positionierung, für den Produktenamen, das Packaging Design, die kreative Umsetzung für Prospekte, Displays, Internet. Und natürlich die Distribution. Beim mir bekanntem (Un)Fall waren der Texter und der Fotograf falsch gewählt, der Produktname, das Packaging Design sowie die Website von falschen oder schlicht keinen Profis gemacht worden. Ein klassischer Start-up down. Das grosszügig unprofessionell ausgegebene Geld ist weg. Dazu kommt, dass bei einem Relaunch immer der vergangene Misserfolg mitschwingt.

Misserfolge entstehen aber auch, wenn zu viele Köche mitmischen. Die Cailler-Story, Navyboot mit Fogal und Jet Set, zusammen mit einer Uhrenmarke, die ich mir immer noch nicht merken kann. Die pink Helvetic Airways. Für weitere Beispiele: u.A.w.g. Gibt es ein Rezept gegen solche Misserfolge? Meine Theorie: Kürzlich hatte ich mit einer grösseren Privatbank zu tun. Man hatte mich um Beurteilung ihrer Werbung gebeten. Die Bank besitzt ein Eigenkapital, das doppelt so hoch ist wie vorgeschrieben, und sie ist über die Hälfte im Familienbesitz. Die Werbekampagne, die sie für ihre Kunden und allenfalls potenzielle Kunden schaltet, erwähnt aber nichts über diesen USP.

Bevor man einen Start-up, Re-Start oder eine Imagekorrektur vornimmt, sollte man herausschälen, was, wie und wieviel man in fünf bis zehn Jahren erreichen will. Dazu sollte man herausfinden, wer man ist und wen man auch nach aussen begehrenswert darstellen kann. Aus einer Ente kann kein Pfau werden, aber vielleicht eine Superente. Pfauen übertreiben es ja sowieso.

Ein Beispiel aus meiner Erfahrung: Andy Jllien, der Zürcher Schuhkönig, betraute mich mit dem Auftrag, für 30 000 Stutz einen TV-Spot für Tele Züri zu kreieren. Nach einem unterhaltsamen Gespräch konnten wir uns auf die Idee, ein Eau de Parfum zu kreieren, einigen. Der Name war «Heels», und das Flacon besass die Form eines Damenabsatzes. Es landete bei Crossair im Duty-Free-Katalog an erster Stelle und kostete damals 85 Franken. Andys Kundinnen waren anstelle von Rabatt happy mit dem Heels. Aus den 30 000 haben wir gemeinsam 90 000 als Spaziermünz erwirtschaftet. Nota bene: die kreative Lösung muss nicht immer die Briefing-Vorgaben erfüllen. Mein Aufsteller der Woche: Noch nie hat «Buona sera» und «Buona notte» bei einer grösseren Menschenmenge eine solche Hysterie ausgelöst.

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Cannes Lions Festival verschiebt den Einsendeschluss

Das Cannes Lions Festival of Creativity hat den Einsendeschluss für Arbeiten in allen Kategorien verlegt. Neuer Einsendeschluss ist der 19. April 2013.

Dies, nachdem der Einsendeschluss im Januar noch vom 19. April auf den 28. März vorgelegt worden war (Werbewoche.ch berichtete). Die Kreativen hätten somit eine Woche länger Zeit, ihre Arbeiten fertigzustellen und diese einzureichen, so die Veranstalter in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die besten Leistungen werden am Festival, das vom 16. bis 22. Juni 2013 stattfindet, mit einem Gold-, Silber- oder Bronze-Löwen ausgezeichnet.
 

Station für Webby Award nominiert

Die Website Station.ch wurde bei den Webby Awards zu den Top 5-Websites weltweit im Bereich «Professional Services» gewählt. Die Webby Awards gelten als die Oscars des Internets.

Die Gewinner der Webby Awards werden am 30. April 2013 bekanntgegeben. Neben den Prämierungen durch die Jury wird zudem der Webby People’s Voice Award verliehen. User können bis zum 25. April 2013 online für ihren Favoriten abstimmen.

«Nominierte setzen Standards für Innovation und Kreativität im Internet», sagt David-Michael Davies, geschäftsführender Direktor der Webby Awards. «Es ist eine unglaubliche Leistung, unter die Besten der in diesem Jahr eingegangenen 11'000 Einsendungen aus der ganzen Welt gewählt zu werden.»

Die Webby Awards

Die von der New York Times als «des Internets grösste Wertschätzung» bezeichneten Webby Awards wurden 1996 ins Leben gerufen. Sie zeichnen Projekte im Internet aus. Die diesjährigen 17. Webby Awards erhielten Einsendungen von 11'000 Projekten aus mehr als 60 Ländern weltweit. Die Webby Awards werden von der International Academy of Digital Arts and Sciences IADAS präsentiert. Zu den Sponsoren und Partnern zählen Internet Explorer, Google+, Quancast, Yext, Vitamin T, PricewaterhouseCoopers, Mashable, The Occasional und Business Insider.

Impressionen von den Webby Awards 2012

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Branders überarbeitet Auftritt von Swiss Life

Im Zuge einer Neuausrichtung will Swiss Life die Kundenorientierung stärken. Branders hat Swiss Life bei der Überarbeitung der Markenstrategie, der Neudefinition der Markenstruktur und der Entwicklung einer differenzierenden Markenpersönlichkeit unterstützt.

Um sich gemäss der neuen Unternehmensstrategie noch stärker als Anbieter umfassender Vorsorge- und Finanzlösungen zu positionieren, wurde zunächst die Markenstruktur überarbeitet, so die Agentur. In mehreren Workshops evaluierten die Vertreter der europäischen Ländergesellschaften verschiedene Szenarien. Swiss Life will darin ihre Dachmarkenstrategie bestätigen und führte zwei neue Submarken ein, um die Expertenrolle in den jeweiligen Zielgruppensegmenten zu betonen: «Swiss Life Asset Managers» übernimmt das Anlagemanagement für institutionelle Kunden. Mit der Submarke «Swiss Life Select» wurde die bisher als Einzelmarke geführte Tochtergesellschaft AWD in die Dachmarke integriert.

Auf dieser Basis wurde rund um den bereits als Claim etablierten Markenkern «So fängt Zukunft an» die Markenpersönlichkeit neu erarbeitet. Sie soll den Anspruch von Swiss Life wiederspiegeln, sich konsequent in ihre Kunden hineinzuversetzen, um ihnen die besten Lösungen anbieten zu können.

Die neue Bildwelt als Kernelement des angepassten Markenauftritts

In einem kontinuierlichen Prozess werde Swiss Life das Markenerlebnis an allen Kontaktpunkten an die neue Markenpersönlichkeit und die neue Bildwelt anpassen, so die Agentur weiter. Letztere spiele eine zentrale Rolle in der Emotionalisierung des Markenerlebnisses. Stilbildend sei auch das neue Printmedienkonzept mit seinem grosszügigen Bildeinsatz und der modernen Typografie. Die zurückhaltende Farbgebung der Textelemente und die das neue Typografieverhalten im bewährten Kachelraster bringe die neuen Bilder auch im Online-Auftritt zur Geltung.

Verantwortlich bei Swiss Life: Christian Pfister (Head Group Communications), Carsten Dieckmann (Head Strategic Marketing & Brand Management), Urs Hunziker (Brand Management). Verantwortlich bei Branders: Pascal Geissbühler (Creative Director), Stephanie Kriesel (Senior Brand Consultant), Tim Zahlten (Brand Manager), Maria Fahringer (Executive Brand Designer), Tina Braun (Brand Designer); Fotografie Tobias Gromatzki.

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Neuer Sales-Chef bei Xing

Thierry Ondet wird neuer Sales-Chef für den Vertrieb der Recruiting-Lösungen bei Xing. Er startet beim Betreiber des beruflichen Netzwerks im deutschsprachigen Raum zum Mai dieses Jahres.

Bislang leitete der gebürtige Franzose für LinkedIn den Mittelstandsvertrieb in EMEA. Ondet verfüge über langjährige Kompetenz im Aufbau und der Weiterentwicklung von Vertriebsorganisationen bei Gross- und Mittelstandskunden, so Xing in einer Mitteilung vom Donnerstag. Bevor er im April 2012 seine derzeitige Funktion bei LinkedIn übernahm, war er als Senior Sales Manager für Google damit beschäftigt, deren Vertriebsorganisation in der DACH-Region weiterzuentwickeln. Davor arbeitete er über viele Jahre bei Oracle, wo er zuletzt als Sales Director für die DACH-Region Mitglied des Oracle Direct European Management Boards war.

 

Cavegnwerbung: Stempeln gegangen

Die Firma Steigerconcept wird vierzig Jahre alt. Cavegnwerbung hat diese Aussage für das Unternehmen gestaltet.

Ein paar Schlagzeilen zum Thema mit dem Slogan «40 Jahre Steigerconcept» wurden zu einem Stempel-Set verarbeitet. Die Stempel werden im Jahr 2013 sämtliche Drucksachen und Briefschaften der Architekten zieren und so dieselbe Botschaft immer wieder neu unter die Zielgruppe bringen.

Verantwortlich bei Steigerconcept: Jochen Brunner, Rémy Voisard (Gesamtverantwortung). Verantwortlich bei Cavegnwerbung: Markus Cavegn (Art Direction), Peter Rettinghausen (Text), Sarah Hepp (Grafik).

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Altgold und Silber

Der Fernsehmoderator Kurt Aeschbacher und der VIP-Event-Planer Schoscho Rufener haben zusammen die 50plus AG gegründet. Für die «Zielgruppe der Geniesser» verantworten sie auch das gleichnamige Heft.

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Zum Fachevent wurde zielgruppengerecht nur über das Internet eingeladen. Schliesslich sind die Silver-Surfers heute die am stärksten wachsende Gemeinde auch bei den Surfern im Netz. Solche und andere Tatsachen rund um das Jungbleiben wurden bei einem Kaffeekränzchen mit Prosecco und edlem Lachs diese Woche in der Zürcher Laborbar besprochen. «Golden Agers» besitzen das meiste Geld in unserer immer älter werdenden Gesellschaft. Geschätzte 75 Prozent des Privatgesamtvermögens in der Schweiz gehören Frauen und Männern über 50. Und im Gegensatz zu altbackenen Meinungen sind die Rentner mit den Markenturnschuhen sehr offen für einen Wechsel ihres Lieblingsbrands – falls sie die Qualität überzeugt.

Hier sollten zumindest ein paar Senior Account Directors beim Verteilen ihrer Werbebudgets auf geistig jung machen und ein bisschen umdenken. Aber noch ist es nicht zu spät, denn erst morgen werden in der Schweiz 50 Prozent aller Menschen über 50 Jahre alt sein. Das wären dann rund 3 Millionen kaufkräftiger Kunden,die sich still und diskret aus der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen verabschieden und dann werbemässig warten, bis sie das richtige Durchschnittsalter für die öffentlich rechtlichen Sender erreicht haben. Beim ZDF sind das 56 Jahre. Bei der ARD 71. Aber dort gibt es ab 20 Uhr keine Werbung mehr. In die Lücke gesprungen ist deshalb am 17. Januar 2013 der neu gegründete Privatsender Sat.1 Gold. Seine Referentin Petra Dandl hat am Fachevent «50 plus» das Konzept vorgestellt. Dieses besteht nicht nur aus dem Recyceln von alten Talkshows und modisch neckisch wirkenden Kultserien. Die Werbewoche wird darauf zurückkommen, wenn bald auch ein Schweizer Fenster von Sat.1 Gold frische Luft in die TVSzene bringen wird.

Erfolgreiches Heftkonzept
 
Bereits erfolgreich beim Zielpublikum angekommen ist das Printmagazin 50 plus. Es wurde vor zehn Jahren gegründet und von Beno Kästli seither zu einem sicheren Wert mit rund 370 000 Lesenden entwickelt. Im letzten Herbst haben passend zur goldenen Jahreszeit Schoscho Rufener und Kurt Aeschbacher das Magazin gekauft. Der beliebte TV-Talker wird in Zukunft als Herausgeber fungieren. Die politisch neutrale Zeitschrift steht gemäss Eigenwerbung für «qualitätsbewusste und aktive Menschen über 50». Das Heft will unterhalten und Inspiration für eine aufregende Freizeitgestaltung bilden. 62 Prozent der Leserschaft sind 50 bis 64 Jahre alt. Mehr zum Konzept ist auf www.50plus-magazin.ch zu finden. pan   

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«Wir sehen das Alter nicht als eine krankhafte Erscheinung, sondern als einen spannenden Lebensabschnitt»

WW: Wie fühlt man sich mit «50 plus»?
Kurt Aeschbacher: Ich gehöre eigentlich schon zum Auslaufmodell von «50 plus». Ich bin nämlich «60 plus» und genau gesagt in diesem Jahr 65 – was zur beliebten Journalistenfrage geführt hat: Was machen Sie nach der Pensionierung? Aber da ich mein Leben nicht in solche Rhythmen eingeteilt habe, wie sie aufgrund der Rentenvorsorge vorgesehen sind, denke ich nicht an die Pensionierung, sondern befasse mich immer wieder mit Projekten für die Zukunft , die ich spannend finde. Daran hat sich auch in der jetzigen Phase nichts verändert.
 
Wie weit werden Sie sich einbringen in die Redaktionsarbeit von «50 plus»?
Ich fungiere als Herausgeber der Zeitschrift. Das bedeutet, dass ich verantwortlich bin, wie wir unsere Themen strategisch ausrichten. Ich helfe mit, die richtigen Journalisten zu finden. Wir haben in diesem Sinn keine grosse Redaktion, sondern arbeiten mit dem Verlag zusammen. Diese Zusammenarbeit ist von mir sehr eng angelegt. Ich mische mich wirklich ein und bin ein aktiver Herausgeber. Für mich ist auch die bildliche Umsetzung sehr wichtig und ich habe bei der Gestaltung klare Vorstellungen. Ebenso auf die Genauigkeit der Inhalte möchte ich zunehmend Einfluss nehmen.
 
Sie arbeiten vorwiegend mit freien Mitarbeitern?
Ja, mehrheitlich. Das hat den Nachteil, dass wir keine feste Redaktion haben. Dadurch bleibt mehr am Herausgeber hängen. Es hat aber auch den Vorteil, dass wir für jedes Gebiet den optimalen Spezialisten suchen können, jemand, der sich wirklich auskennt. Ich weiss auch, dass es viele freie Journalisten gibt auf dem Markt, aber gleichzeitig immer weniger Beschäftigungsmöglichkeiten. Vielleicht können wir hier auch einen Beitrag leisten.
 
Das Magazin erscheint sechsmal jährlich. Ist das eine sinnvolle Kadenz?
Wir haben über diese Kadenz nachgedacht. Ein monatliches Erscheinen wäre sicher erstrebenswert. Aber das würde unsere Produktionskosten vervielfachen. Das können wir uns als Unternehmer im Moment nicht leisten. Es gibt andere Hefte, wie beispielsweise LandLiebe von Ringier ebenfalls mit 6 Ausgaben pro Jahr. Aber wir denken laufend darüber nach, ob wir «50 plus» nicht auf mindestens zehn Ausgaben erweitern wollen.
 
Ringier hat bereits länger an einem Konzept für ein «Senioren»-Magazin gearbeitet. Die Idee wurde fallen gelassen, weil man keine Zielgruppe sah, die sich als «älter» bezeichnen lassen will. Ist die Zeit jetzt reifer geworden?
Ich glaube, die Zeit war immer reif. Es kommt einfach darauf an, welche Inhalte man liefert. Wenn man thematisch offen ist und Älterwerden nicht als krankhafte Erscheinung kurz vor dem Tod betrachtet, sondern als einen Zeit- und Lebensabschnitt, der voller Möglichkeiten steckt, und man diese Chancen thematisiert, dann findet das immer einen Markt. Unser Heft ist vor zehn Jahren gestartet worden und hat all die Jahre hervorragend funktioniert. «50 plus» hat knapp 370 000 Leser und wächst weiter – eine Erfolgsgeschichte, über die manch andere Zeitschrift glücklich wäre.
 
Was sind die Ziele mit dem Heft, wenn es auch selber einmal «älter» wird?
Neben dem Ausgabenrhythmus sind unsere nächsten Ziele der Ausbau auf die ganze deutschsprachige Schweiz. Ebenso stärken wollen wir die Nähe zum Publikum mit verschiedenen Interaktionen. Inputs vom Publikum und Ratgeber-Rubriken. Hier können wir noch einiges erreichen, abgesehen vom Ausbau des Internets sowie allem, was darum herum in Zukunft noch passieren wird.
 
«50 plus» hat verschiedene Regionalausgaben. Was bringt dieses Konzept? Wir haben Ausgaben für die Regionen Bern, Nordwestschweiz sowie Zürich und Umgebung. Was uns fehlt ist die Innerschweiz. Da wollen wir in den nächsten drei Monaten aktiv werden. Das regionale Konzept hat die Vorteile, dass jede geografische Zielgruppe auch entsprechend beworben werden kann. Ein Teil der Inhalte ist den Regionen angepasst. Daran will ich festhalten, denn ich bin überzeugt: Die regionale Verankerung ist ein ganz wesentlicher Bestandteil vom Interesse an einer Publikation.

Interview: Andreas Panzeri

Die Plattformen-Denker

Die ehemaligen JvM/Limmat-Kreativdirektoren Fernando Perez und Livio Dainese sind seit Februar Partner bei Hinderling Volkart. Mit dem Kreativduo will die Webagentur zu einem Full-Service-Dienstleister wachsen.

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Fernando Perez und Livio Dainese wirken unbeschwert und vergnügt, als sie bei Hinderling Volkart auf der Coach Platz nehmen. Die unzähligen Stofftiere, die zuvor verteilt auf dem Sofa lagen, haben sie beiseite geschoben. Einzig ein kleiner Hund behält Perez in der Hand. Die Fensterfront im Hintergrund wird gerade gereinigt. «So wie jeden Tag», meint Dainese. «Wir haben es gerne sauber», ergänzt Perez.

Die beiden sind ein eingespieltes Duo. Seit sich Dainese und Perez 2004 bei Lowe kennen gelernt haben – Perez war damals AD, Dainese Texter –, sind sie als Kreativteam unterwegs. Sie teilen sich dieselbe Arbeitsauffassung – und denselben Humor. Mit Perez und Dainese vergeht keine langweilige Minute. Und sie verstehen es, mit ihrem Witz ihr Umfeld anzustecken. «Ihr Humor ist eine der Eigenschaften, die ich an Livio und Fernando besonders geliebt und geschätzt habe», sagt etwa Keith Loell, der mit ihnen bei Lowe arbeitete und heute als ECD bei Gyro in New York tätig ist. «Sie haben mit ihrer Art, über sich selber, über mich, über das Leben zu lachen, das Büro zu einem viel angenehmeren Ort gemacht», so Loell. Nur eine kurze «Beziehungspause» hat das Kreativduo seither eingelegt. So bezeichnet Perez scherzhaft die paar Monate, in denen er bei Jung von Matt in Hamburg weilte und Dainese für Publicis textete. Die Zeit genügte, um sich darüber klar zu werden: Zu zweit ist es viel schöner als alleine. Daraufhin haben sie 2007 gemeinsam bei Jung von Matt/Limmat angeheuert.

«Wir denken ideenmässig ähnlich», so Dainese. «Wir machen keinen grossen Unterschied zwischen Text und Bild.» Wenn der eine von einem Konzept begeistert ist, fliegt dem anderen die Rolle zu, alles kritisch zu hinterfragen. «So prüfen wir unsere Kreativideen stets aus allen möglichen Blickwinkeln.» Die letzte Entscheidung bezüglich Grafik liegt bei Perez, beim Skript hat sie Dainese. Ansonsten kennen sie keine Aufgabenteilung.

Anpassungsfähig sei auch ihr Kreativstil, meint Loell. «They have a wonderfully flexible voice.» Ihre Arbeiten machten sie nicht als Kreative identifizierbar, sondern seien immer auf den betreffenden Kunden, auf ein spezifisches Problem massgeschneidert. Bei JvM/Limmat haben sich Perez und Dainese als Kreativteam mit preisgekrönten Kampagnen bewiesen. Unter ihrer Leitung entstand beispielsweise das Facebook-Dorf Obermutten, ebenso die kultigen Steinböcke Gian und Giachen, die in der Werbung für Graubünden Tourismus mal über Kletterer oder Biker lästern, ein anderes Mal übers Vatersein schwärmen und dabei gleichzeitig den Nachwuchs zurechtweisen: «Reto! Huuuf uss dr Naasa!» Seit Anfang Februar sind nun die zweistöckigen Agenturräumlichkeiten von Hinderling Volkart im Zürcher Kreis 4 das neue Zuhause von Perez und Dainese. Während sich klassische Kreativagenturen mit Online-Expertise verstärken, sind sie den umgekehrten Weg gegangen. Sie sind die «Klassiker», die bei den Digitalspezialisten eingestiegen sind. Weshalb? «Unser Anspruch ist es, zeitgemässe integrierte Kommunikation anzubieten. Praktisch sämtliche Kampagnen werden heute auch im Web geführt. So betrachtet, scheint uns dieser Schritt nur logisch», erklären die beiden. «Die Werbebudgets haben sich Richtung Online verschoben. Aus unserer Sicht ist der klassische Bereich sogar überschaubarer geworden als der Online-Teil.»

Hinzu kommt eine Begeisterung für Technologie, die zumindest mit Perez ab und zu durchgeht. Hat ein neues Gadget sein Interesse geweckt, kann er kaum widerstehen. «Es läuft immer in drei Schritten ab», berichtet Dainese. «Schritt 1: Fernando will es. Schritt 2: Er versucht sich davon zu überzeugen, dass er es nicht braucht. Schritt 3: Er kauft es. Von Schritt 1 bis Schritt 3 dauert es zwischen fünf Minuten und zwei Tagen.» Perez versucht sich zu recht fertigen: «Naja, die Gadgets bringen mich beruflich weiter.» Dainese kann sich das Lachen nicht verkneifen, und Perez gibt nach: «Okay, ich würde mir das Zeug auch kaufen, wäre ich Metzger.»

Über die Klassik hinaus

In den letzten Jahren haben Perez und Dainese bei JvM/Limmat ihre Digitalkompetenz stetig erweitert. Ihre Projekte für Graubünden spielten sich zuletzt zu etwa 60 Prozent im Web ab. Jüngstes Beispiel ist das Projekt Webwandern.ch, das beim diesjährigen Best of Swiss Web ausgezeichnet wurde. Und auch für den Kunden Migros wurden immer mehr Online-Projekte abgewickelt.

So sind die beiden denn auch etwas beleidigt, wenn sie als «Klassiker» bezeichnet werden. Vielmehr sehen sie sich als Plattformen-Denker. Das sind sie nicht erst, seit die gesamte Kreativbranche von Crossmedia, 360° und integrierter Kommunikation redet, wie ehemalige Weggefährten erzählen. David Schärer, Mitgründer von Rod Kommunikation, der das Kreativduo von seiner Zeit bei JvM/Limmat kennt: «Livio und Fernando verfügten schon damals über eine moderne Denke. Sie haben nicht die ewig gleichen Patentrezepte verwendet, sondern Kampagnen neu gedacht.» Ein ähnliches Bild zeichnet Philipp Skrabal, ECD und Mitinhaber bei Wirz Werbung, der mit Dainese bei Publicis zusammenarbeitete: «Livio hat schon damals die Art des Kreativen verkörpert, dessen Ideen kanalunabhängig funktionieren. Seine Kreativideen hatten Storytelling-Qualitäten und liessen sich über alle Medien spielen.»

Dass Perez und Dainese bereits erfolgreiche Projekte im digitalen Bereich realisiert haben, war für die beiden Agenturgründer Michael Hinderling und Michael Volkart ausschlaggebend, das Duo als Partner an Bord zu holen. «Livio und Fernando haben die ‹digitale Denkweise› verinnerlicht», erklärt Michael Hinderling. «Ansonsten wäre die Zusammenarbeit nicht ins Rollen gekommen», fügt Michael Vollkart hinzu. Dainese und Perez bringen die klassische Kompetenz in die Webagentur, die den Digitalexperten bislang fehlte, um als Full-Service-Anbieter Fuss zu fassen. Dass es Hinderling Volkart versteht, Technologie, Design und User Experience zusammenzubringen, hat sie längst bewiesen. Beim Best of Swiss Web hat die Agentur bislang sechsmal Gold, fünfmal Silber und achtmal Bronze geholt und sich mit diversen Projekten für das Schweizer Radio und Fernsehen SRF einen Namen gemacht. Etwa mit der Plattform «Rousseau » (Jjr2012.srf.ch) oder mit Webdokumentationen wie «Seidenstrasse» (Seidenstrasse.srf.ch) und «360° Langstrasse» (360langstrasse.sf.tv). Nun geht es darum, den Kunden zu zeigen, dass sie auch die Markenführung, Kreation und Strategie im Griff haben.

Nach wie vor wird Hinderling Volkart klassische Webprojekte umsetzen. Soeben hat die Agentur den Zuschlag für den Gesamtneuauftritt der Plattform Beobachter.ch aus dem Axel Springer Verlag erhalten. Bei solchen Webarbeiten werden Perez und Dainese – wenn überhaupt – nur am Rande involviert sein. Doch Schritt für Schritt sollen breitere Kommunikationsetats hinzukommen.

Dass Auftraggeber bereit sind, ihnen Projekte anzuvertrauen, die über die Webdienste hinausgehen, zeigen erste Pitch-Gewinne. Das Fernsehportal Teleboy etwa setzt für die Bewerbung der Dienstleistungen neu auf das integrierte Kommunikationskonzept von Hinderling Volkart. Zurich Versicherung lässt sich die Versicherungsangebote mit interaktiven Videos im Web visuell inszenieren. «Mit unserem integrierten Angebot rennen wir offene Türen ein», freut sich Dainese. «Oder zumindest sind die Türen nicht wahnsinnig fest zugesperrt.» Perez stimmt zu: «Einbrechen müssen wir auf alle Fälle nicht.»

An die «Online-Mentalität», an die Zusammenarbeit mit den Webdesignern, Entwicklern und Programmieren haben sich Dainese und Perez schon gewöhnt. «Die Online-Kultur ist kollaborativer. In der Konzeptionsphase reden alle mit – auch die Beratung nimmt konzeptionell Einfluss. Und es wird viel enger mit dem Kunden zusammengearbeitet», so Dainese. «Wir schätzen es sehr, dass Ideen nicht von der Kreation entwickelt und danach von Technikern umgesetzt werden. Hier entstehen Ideen mit – und aus der Technologie heraus», so Perez. «Wir sitzen mit Front-end Developpern und Online-Designern beim Brainstorming zusammen. Diese Fachleute wissen sofort, was technisch möglich ist – und was nicht.» Das Zusammenspiel zwischen Kreation und Technik dürfe bei Webprojekten nicht unterschätzt werden, sind sich die Kreativen sicher. «Ein Film, so sagt man, besteht zu 50 Prozent aus Musik. Bei Online-Projekten ist es die Technologie.» Zufrieden geben sich die Kreativen erst, wenn Projekte «Apple-mässig» rund laufen. Ein Wort, das Perez und Dainese häufig über die Lippen kommt. Immer dann, wenn sie ausdrücken wollen, dass Technologie so einfach und intuitiv bedienbar wird, dass sie kein Hindernis mehr darstellt, sondern weiterhilft. Wenn die Kommunikation für den Nutzer erlebbar wird. Das setzt auf Seiten von Konzeption und Entwicklung Brillanz voraus. Und genau darum geht es den Kreativen: «Wenn ein Schreiner ein Möbel fertigt, will er es perfekt haben. Nur weil Kommunikation weniger langlebig ist, sollte sie nicht weniger perfekt sein», so Dainese. «Kommunikation sollte man nie zynisch machen.»

Den perfektionistischen Anspruch an die Arbeit und die Leidenschaft für Kreativität und Technologie glauben Dainese und Perez bei Hinderling Volkart wiederzufinden. «Die Leute hier flippen aus, wenn es um ihren Beruf geht – genau wie wir. Sie haben eine Identitätskrise, wenn ein kleines Detail nicht funktioniert », so Dainese. «Mit solchen Leuten arbeiten wir gerne zusammen.» – «Und das Beste», ergänzt Perez: «Wir haben Stofftiere in der Agentur.»

Isabel Imper

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SSF: Betrieb wird eingestellt

Die Sportszene der Schweiz verliert eine Plattform: Der Sender Schweizer Sportfernsehen SSF plant, seinen TV-Sendebetrieb einzustellen.

Im Herbst 2012 hatten sich neue Betreiber für das damalige Schweizer Sportfernsehen gefunden (Werbewoche.ch berichtete). Diese hätten sich zum Ziel gesetzt hatten, den Turn-around innert zwei Jahren zu schaffen, so SSF in einer Mitteilung vom Donnerstag. Die Einnahmen aus Werbung und Sponsoring seien nun aber weit unter den Erwartungen geblieben und zusätzliche Investoren hätten bis heute nicht gefunden werden können, so dass der Sender voraussichtlich am 30. Juni 2013 eingestellt werden müsse. Im Gegenzug planten die ehemaligen Betreiber des Schweizer Sportfernsehen, das Programmangebot mit einer Online-Strategie im Internet weiter auszubauen. Geplant seien nebst den laufenden, regelmässigen Live-Übertragungen von Handballspielen auch Live-Sendungen weiterer Sportevents, die über Internettv.ch und allen mobilen Endgeräten zur Verfügung gestellt werden.

Im Januar dieses Jahres war die SSF Media als neue Betreiberin mit der Neupositionierung und einem Re-Design zum SSF «Sport Szene Fernsehen» gestartet. Dass nun die Notbremse gezogen werden müsse, liege in erster Linie an den fehlenden Einnahmen aus Werbung und Sponsoring im ersten Quartal und den wenig erfolgversprechenden Aussichten für das ganze Jahr 2013, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Umstand, dass der Werbewirtschaft seit Anfang Jahr wegen der neuen, angezweifelten Forschungsmethode keinerlei Zuschauerzahlen zur Verfügung gestanden seien, habe seinen Teil zu den ungenügenden Einnahmen beigetragen. Es liege auf der Hand, dass in dieser unklaren Situation keine werbetechnischen Experimente lanciert und die Mittel bei den bekannten und bewährten Anbietern eingesetzt worden seien.

Gemäss SSF fehlten Einnahmen aus Spots und Sponsoring in nicht tragbarem Masse. Der Versuch, weitere Investoren zu finden, sei bis heute erfolglos gewesen. Aus diesem Grund sei geplant, den Broadcast-Sendebetrieb am 30. Juni 2013 einzustellen.
 

 

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