Im Lokalen bleiben Geschichten liegen

Mit den Offshore-Enthüllungen hat der Recherche-Journalismus Auftrieb erhalten. Dominique Strebel, Präsident des Recherche-Netzwerks Investigativ.ch, äussert sich im Interview zu den aktuellen Geschehnissen und erklärt, wie Recherche gefördert werden kann.

Dominique Strebel ist Maz-Studienleiter, ehemaliger Journalist beim Beobachter und Präsident des Recherche-Netzwerks Investigativ.ch.

WW: Für die «Offshore-Leaks»-Recherchen haben Journalisten weltweit zusammengespannt. Welche Lehren können Journalisten aus der Affäre ziehen?
Dominique Strebel: Mit den Offshore-Leaks wurde eine Recherche-Qualität erreicht, die bisher nicht in Griffweite war. Zum ersten Mal fand ein globales Phänomen – das globalisierte Offshore-Business – einen ebenbürtigen Gegner – eben ein globales Netzwerk von Journalisten. Ein Netzwerk, das nicht nur über die Daten und die Kompetenz verfügte, diese aufzuarbeiten, sondern auch über die Journalisten, welche die Daten auf konkrete nationale und lokale Geschichten herunterbrechen. In der Schweiz sind die SonntagsZeitung und Le Matin Dimanche zum Handkuss gekommen. Das sind Medien, die den Recherche-Journalismus pflegen – etwa in Form des Recherche-Desks. Insofern zeigen die Offshore-Leaks: Nationale Medien müssen sich mit Recherche hervortun und sich international einen Namen machen. Nur so kommen sie bei grossen Geschichten zum Zug.

Medienunternehmen wie Tamedia können sich spezialisierte Recherche-Stellen leisten. Wie fördern kleine Medientitel die Recherche?
Bei kleineren Medientiteln ist es wichtig, dass sich einzelne Journalisten in Richtung Recherche spezialisieren und dabei von Vorgesetzten und vom Verlag gefördert werden. Wichtig sind dabei aber auch Initiativen wie jene des Schweizer Recherche-Netzwerks Investigativ.ch. Es bündelt das Recherche- Wissen von 150 Journalistinnen und Journalisten, fördert den Austausch und unterstützt die Journalisten bei der Recherche.

Recherchierte Stories sind für Medientitel eine Möglichkeit, sich zu profilieren. Wie stellt Investigativ.ch sicher, dass dieser Recherche-Anreiz erhalten bleibt?
Die mehr als 150 Mitglieder von Investigativ.ch recherchieren nicht gemeinsam an Geschichten, sondern helfen einander auf der Ebene der Werkzeuge. Über Wissensaustausch, Checklisten, Musterbriefe für Einsichtsgesuche und über konkretes Coaching helfen sich diese Journalisten gegenseitig, damit Geschichten, die einer für sein Blatt verfolgt, wirklich realisiert werden können.

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Facebook Conference

Am 12. März fand auf Schloss Sihlberg die «Erste Facebook Conference» der Schweiz statt. Die Veranstaltung unter dem Slogan «All about Facebook by Users for Users» wurde von der Firma Beecom veranstaltet. Obgleich das Referenten-Lineup eigentlich ganz ok war, machten die Tagung und deren Namen bereits im Vorfeld den Anschein einer selbstgebastelten Veranstaltung. Am Tag der Conference selbst bestätigte sich leider der Eindruck von unseriösem Tun. Doch der Reihe nach. Von Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management an der HWZ, Chief Networking Officer bei Centralway. www.about.me/mpn

Der erste negativ auffallende und vielsagende Punkt war, dass vom Sihlberg her kaum getweetet wurde. Das ist, ohne offiziell definierten Hashtag, allerdings kein Wunder. Es mag sein, dass es in der Schweiz noch Vereinsversammlungen gibt, die ohne Second Screen via Twitter auskommen, aber ein Social Media Event im 2013? Mit internationalen Gästen? Seriously? Schaut man den Veranstalter etwas näher an, erstaunt der fehlende Twitter Stream wenig. Obwohl die Agentur Social Media Support anbietet, ist keine ihrer Führungspersönlichkeiten auf Twitter zu finden. Auch Social Buttons sind auf ihrer Seite nicht zu finden. Gut, sie haben eine Facebook und keine Twitter Conference organisiert. Daher habe ich mir ihre Firmen-Facebook-Page angeschaut. Praktisch null Interaktionen, und von 3500 Fans sind nur 150 Deutsch sprechend. Entweder sind all die Likes eingekauft, oder die Fans werden einfach sehr schlecht betreut.

Aber zurück zum Anlass – eine Web-Bricolage wie von einer Kinderspielgruppe. Die Website des Anlasses wurde als Facebook-conference.ch beworben und die dazugehörige Preisauszeichnung als Swiss Facebook Award. Dies, obgleich Facebook verbietet, ihre Marke mit anderen Namen, anderen Marken oder allgemeinen Begriffen zu kombinieren. Auch die Verwendung des Logos oder von Inhalten, die verwirrende Ähnlichkeit mit der Marke haben, ist nicht zulässig. Das scheint die Veranstalter nicht davon abgeschreckt zu haben, es trotzdem zu tun. Besonders amüsant wird es aber wieder bei der Facebook Page. Wo sonst? Hier ist die Liste der Fehltritte praktisch unendlich. Der Name verletzt die Seitenrichtlinien. Das Coverbild verstösst mit seinen mehr als 20 Prozent Text gegen die Werberichtlinien, die Screenshots im Coverbild gegen die Brand Permissions und die Abstimmung, die über den Like-Button lief (wie wir damals anno 2008), gegen die Promo-Richtlinien. Nun. Man könnte argumentieren, dass es bei Facebook so viele Richtlinien gibt, dass man sich nicht zurecht findet. Könnte man. Als Durchschnitts-User anno 2008. Aber als Veranstalter der Facebook Conference? Im Ernst? Mich wundert, was Facebook dazu sagen würde.

Normalerweise unterstütze ich alle, die etwas im Bereich Social Media versuchen. Wie wir alle wissen, ist erst ein Prozent der Reise erfüllt, und wie ein Dozent unseres Lehrgangs zu sagen pflegt, sind wir alle «ein bisschen selbsternannte Experten». Aber was wir hier erlebt haben, ist haarsträubend. Die Veranstalter der Facebook Conference gehören zu der Art Social-Media-Agenturen, die Bauernfängerei betreiben. Ohne die geringste Ahnung von den Basics, schaden sie denen, die sich tagtäglich ernsthaft für die Social-Media-Relevanz in der Praxis des heutigen Kommunikations-Mix einsetzen.
 

Aufgespiesst: Die Schote um die Quote

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über TV-Quoten und den langen Schweizer Weg zur Wahrheit.

So ein Theater. Was in Deutschland schon seit 50 Jahren gang und gäbe ist und in Österreich immerhin seit 22 Jahren, ist in der Schweiz auch derzeit noch ein einziger Krampf: die Veröffentlichung der TV-Quoten. Für die Werbebranche sind diese Daten nicht ganz unerheblich, verraten ihr doch die Einschaltquoten, in welchem Umfeld es sich lohnt zu werben. Und in welchem nicht. Es geht um Hunderte von Werbemillionen. Genau deshalb wollten die Sender lange nicht preisgeben, wie es um ihre Sendungen und deren Zuschauer wirklich bestellt ist. Zumindest nicht, wenn die Aussage nicht nietund nagelfest und von der Presseabteilung gepudert und gerouget ist. Denn ist man in der Schweiz sonst einigermassen rigoros mit Pestalozzischülern – im Fernsehen darf sich jeder Hampelmann an seiner eigenen Show versuchen. So viel Demokratie muss sein. Die Folge: Sodom, Seich und manchmal sogar «Das jüngste Gericht».

Klar war: Sobald Mediapulse erheben kann (und veröffentlichen darf), wie viele Zuschauer welche Sendung verfolgt haben, beginnt das Säbelrasseln um die Werbebudgets. Sendungen, die das Säckel nicht gehörig klimpern lassen, werden kurzerhand abgeschafft. Na und? Ganz normaler Wettbewerb, nicht schön, aber üblich. Und zum Wohl der Zuschauer. Die mit ihrem Einschaltverhalten quasi darüber abstimmen, ob sie eine Sendung wollen oder nicht. Schweizerischer geht es kaum.
 
Was nicht sein darf, ist nicht
 
Der Privatsender 3+ findet so viel Transparenz trotzdem gemein und hat Ende März per superprovisorischer Verfügung durch das Obergericht Nidwalden erreicht, dass die erhobenen Zuschauerzahlen erst einmal nicht veröffentlich und vor allem nicht an Werbeagenturen abgegeben werden dürfen. Begründung: Zweifel an der Messmethode. Natürlich kann man dem Sender unterstellen, dass er die Ergebnisse anficht, weil die aktuellen Quoten dem Sender 3+ einen massiven Zuschauerverlust attestieren. Und so etwas hängt ein Sender natürlich lieber nicht an die grosse Glocke. Doch Zweifel an den Mediapulse-Daten sind in der Tat angebracht. Hat das Unternehmen doch ein sehr fehleranfälliges System eingeführt, es nicht im Realbetrieb getestet und dann eine unsägliche Informationspolitik betrieben. Trotzdem: Das jüngste Gericht naht. Und wer der Quoten-Bu(h)mann ist, wird sich noch herausstellen.

Verschlusssache Zuschauer

Als erster Schweizer Sender wagte sich SRF vor und publizierte seine Daten zu den Zuschauerzahlen des ersten Quartals 2013. «Alles in allem sind die Werte mit dem neuen Messsystem stabil», sagte SRF-Direktor Ruedi Matter zufrieden. Besonders gut seien die neuen Formate «Der Bestatter» mit 747 000 Zuschauern und «The Voice of Switzerland » mit 592 000 Zuschauern (Samstag) angekommen, schreibt der Tages-Anzeiger. Blick dagegen findet: «‹Bestatter› Top – ‹The Voice› Flop». Interpretation ist Glückssache. Klar ist nur: SRF hat Zuschauer, 3+ nicht mehr viele. Das Lauberhornrennen am 19. Januar auf SRF zwei sahen übrigens 909 000 Menschen, das ist ein Marktanteil von stattlichen 78,1 Prozent. Auf Schweizer Zuschauer kann man sich verlassen. Wenn das Programm stimmt.
 
Auch Tele Züri gab seine Zuschauerzahlen bekannt: Generell seien die Zahlen besser als der Durchschnitt des Jahres 2012. Ein direkter Vergleich sei aber wegen der Umstellung des Messsystems nicht möglich. Ausserdem beziehen sich die Angaben nur auf die «werberelevante Zielgruppe» der 15- bis 49-Jährigen. Und aus dem engsten Sendegebiet, der Stadt und Agglomeration Zürich, liegen dem Sender noch keine Daten vor. Gell, Quote kommt von quälen.

Im Lokalen bleiben Geschichten liegen

Mit den Enthüllungen um Offshore-Geschäfte hat der Recherche-Journalismus Auftrieb erhalten. Dominique Strebel, Präsident des Recherche-Netzwerks Investigativ.ch, äussert sich im Interview zu den aktuellen Geschehnissen und erklärt, wie Recherche gefördert werden kann.

Dominique Strebel ist Maz-Studienleiter, ehemaliger Journalist beim Beobachter und Präsident des Recherche-Netzwerks Investigativ.ch.

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WW: Für die «Offshore-Leaks»-Recherchen haben Journalisten weltweit zusammengespannt. Welche Lehren können Journalisten aus der Affäre ziehen? Dominique Strebel:
Mit den Offshore-Leaks wurde eine Recherche-Qualität erreicht, die bisher nicht in Griffweite war. Zum ersten Mal fand ein globales Phänomen – das globalisierte Offshore-Business – einen ebenbürtigen Gegner – eben ein globales Netzwerk von Journalisten. Ein Netzwerk, das nicht nur über die Daten und die Kompetenz verfügte, diese aufzuarbeiten, sondern auch über die Journalisten, welche die Daten auf konkrete nationale und lokale Geschichten herunterbrechen. In der Schweiz sind die SonntagsZeitung und Le Matin Dimanche zum Handkuss gekommen. Das sind Medien, die den Recherche-Journalismus pflegen – etwa in Form des Recherche-Desks. Insofern zeigen die Offshore-Leaks: Nationale Medien müssen sich mit Recherche hervortun und sich international einen Namen machen. Nur so kommen sie bei grossen Geschichten zum Zug.

Medienunternehmen wie Tamedia können sich spezialisierte Recherche-Stellen leisten. Wie fördern kleine Medientitel die Recherche?
Bei kleineren Medientiteln ist es wichtig, dass sich einzelne Journalisten in Richtung Recherche spezialisieren und dabei von Vorgesetzten und vom Verlag gefördert werden. Wichtig sind dabei aber auch Initiativen wie jene des Schweizer Recherche-Netzwerks Investigativ.ch. Es bündelt das Recherche- Wissen von 150 Journalistinnen und Journalisten, fördert den Austausch und unterstützt die Journalisten bei der Recherche.

Recherchierte Stories sind für Medientitel eine Möglichkeit, sich zu profilieren. Wie stellt Investigativ. ch sicher, dass dieser Recherche-Anreiz erhalten bleibt?
Die mehr als 150 Mitglieder von Investigativ.ch recherchieren nicht gemeinsam an Geschichten, sondern helfen einander auf der Ebene der Werkzeuge. Über Wissensaustausch, Checklisten, Musterbriefe für Einsichtsgesuche und über konkretes Coaching helfen sich diese Journalisten gegenseitig, damit Geschichten, die einer für sein Blatt verfolgt, wirklich realisiert werden können.

Können Sie dies an einem Beispiel erläutern?
Das Bieler Tagblatt interessierte sich für den Fall eines Lokalpolitikers, gegen den angeblich ein Strafverfahren lief. Da es Schwierigkeiten gab, an die Justizdokumente heranzukommen, wandte sich die Journalistin des Bieler Tagblatts an Investigativ.ch. Wir coachten sie und halfen ihr dabei, ein Einsichtsgesuch an die Staatsanwaltschaft zu stellen. Mit Erfolg. Die Journalistin Brigitte Jeckelmann kam an die Einstellungsverfügung heran und deckte auf, dass die Staatsanwaltschaft gepatzt hatte: Das Verfahren wurde nicht etwa eingestellt, weil nichts am Fall dran war, sondern weil die Sache verjährt war. Aus der Recherche wurde eine Aufmacher-Geschichte im Bieler Tagblatt.

In welchen Bereichen sind Recherchen dringlich?
Meiner Meinung nach bleiben besonders im Lokalen wichtige Geschichten liegen. Geschichten, in denen es darum geht, hartnäckig zu sein, dran zu bleiben und sich nicht in den Filz einbinden zu lassen. Ganz generell ist Recherche insbesondere im Justizbereich wichtig: Journalisten müssen hinschauen, wie Staatsanwaltschaften und Gerichte arbeiten.

Was ist das Problem beim Lokaljournalismus: der Ressourcen-Mangel oder die Beisshemmung, weil man nahe aufeinander lebt?
Beides. Deshalb sind das Medien-Ausbildungszentrum Maz und Investigativ.ch daran, eine neue Plattform zu entwickeln. Mit der Drehscheibe Schweiz (Drehscheibe-schweiz.ch) wollen wir den Lokaljournalismus stärken und neue Ideen generieren. Best- Practice-Beispiele aus anderen Regionen werden Lokalzeitungen Impulse liefern für eigene Geschichten. Journalisten können sich bei einer Recherche coachen lassen. Ausserdem wird es einen Blog geben, auf dem sich auch Verleger über neue Formen des Lokaljournalismus austauschen. Für eine Lokalzeitung wird die Beteiligung 500 Franken pro Jahr kosten.

Wann wird die Plattform aufgeschaltet?
Von der Basler Stiftung für Medienvielfalt von Beatrice Oeri haben wir bereits eine Gutsprache für zwei Jahre erhalten. Sie beträgt 150 000 Franken. Was uns für den Start noch fehlt, ist eine Absichtserklärung der Verleger, dass sie grundsätzlich bereit sind, langfristig bei der Finanzierung mitzuhelfen. Sobald die Verlage ihr Okay gegeben haben, kann das Geld der Stiftung abgerufen und mit dem Aufbau der Website begonnen werden. Das sollte im Laufe des Jahres der Fall sein.

Zurück zu den Offshore-Leaks: Die Dokumente, auf denen die Recherche basiert, wurden anonym eingereicht. Besteht da nicht die Gefahr, als Journalist instrumentalisiert zu werden?
Ich habe vollstes Vertrauen in die 90 investigativen Journalisten, die für das Internationale Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) am Fall arbeiten. Für Recherche-Journalisten gehört es zu den normalen alltäglichen Recherche-Aufgaben, die Wahrheit und Glaubwürdigkeit von Informationen beziehungsweise Informanten zu überprüfen.

Momentan wird diskutiert, ob die Journalisten die Dokumente an Politik und Justiz weitergeben sollen. Wie stehen Sie dazu?
Meiner Meinung nach dürfen die Dokumente – auf Grund des Quellenschutzes – nicht ausgehändigt werden. Journalisten sollen nicht zu Handlangern der Politik werden. Allerdings sollte das Recherche-Material in einer zweiten Phase weiteren Medien weitergegeben werden. Je mehr Augen die Daten sichten, desto eher werden die wichtigen Geschichten geschrieben. Das muss jetzt passieren.

Enthüllungen wie jene der Offshore-Geschäfte sind gute Werbung für den Journalismus. Sehen Sie das auch so?
Ja. Was dabei ganz besonders ist: Diese globale Vernetzung, wie sie dem ICIJ gelungen ist, wäre durch das politische System oder die Justiz niemals zustande gekommen. Es hätte jahrelange Rechtshilfeverfahren gegeben, bevor man die Länder zusammengebracht hätte. Diese einzigartige Gesamtschau eines globalen Phänomens kann fast nur die journalistische Arbeit leisten.

Isabel Imper

Koch Kommunikation: Thurgau ganz ohne Berge

Der Thurgau hat keine Berge. Und so versucht Koch Kommunikation mit dem Slogan «Echt Schweiz, ganz ohne Berge.» aus einem Handicap einen Standortvorteil der Region Thurgau zu machen.

Die Bergwelt hat auch ihre negativen Seiten: Wer schon einmal mit dem Fahrrad einen Pass hinaufgekeucht ist, in der Schlange vor dem Skilift stand oder stundenlanges Skihüttenschlager-Gedudel über sich ergehen lassen musste, weiss von diesen Nachteilen. Gute Gründe also, seine Ausflüge und Ferien fernab der Berge zu planen.

Eindrückliche, malerische Bilder sollen die vielen touristischen Schön- und Feinheiten des Ostschweizer Kantons zum Glänzen bringen – prominent und schnörkellos, so die Agentur. «Mit einer auffälligen Kampagne wollen wir die vielen Vorteile für unsere Gäste prägnant kommunizieren», erläutert Christoph Tobler, Präsident von Thurgau Tourismus.

Einen besonderen Schwerpunkt zum Auftakt der Kampagne wurde im HB Zürich gesetzt: Sämtliche Perron-Enden der Ankunftshalle wurden plakatiert – eine Art Bilderbuch der Tourismusregion Thurgau an einem der meist frequentierten Punkte in der Schweiz. Ausserdem zum Einsatz kommen weitere F12-Stellen in der Stadt, Railposters und verschiedene Massnahmen im Online-Bereich.

Verantwortlich bei Thurgau Tourismus: Monika Grünenfelder (Geschäftsführerin), Christoph Tobler (Präsident). Verantwortlich bei Koch Kommunikation: Jean-Marc Demeulemeester, Sandro Kradolfer und Monika Beerli (Kreation), Philipp Koch (Beratung).

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Zur Sache: Hintergrundgeschichte

Wegen Ostern erschien die letzte Werbewoche vor vier Wochen. Im Sinne einer Chronistenpflicht hier ein Rückblick auf einige Themen, die in dieser Zeit die Schweizer Medienwelt bewegten. Dies ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Da war einmal die Geschichte mit der renitenten SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, die wegen verbotenen Paffens im Nichtraucherclub aus demjenigen geschmissen wurde. Echauffiert und wahrscheinlich durch das Sinken des Nikotinpegels nicht mehr ganz Frau ihrer Sinne, twitterte sie sich ihren Frust vom Leibe. Eine banale Geschichte, aber sie brachte es immerhin auf 73 Artikel in der Schweizerischen Mediendatenbank (SMD). Wobei wie oft die Geschichte hinter der Geschichte die interessantere ist: Der Journi, der sie brachte, ist irgendwie mit der PR-Tante des Clubs verbandelt und dieser wiederum nutzte die Badran-Story zur Bekanntmachung der neuen Must-be-there-Location. Übel.

Dann etwas aus dem Tierreich – Tiere ziehen ja immer. Sind-Sie-eigetli-vom-Aff-bisse-Mörgeli gegen Sandro Brotz, «Rundschau», SRF, und alle sowieso linken Journalisten, die sich zusammen mit den wohlbekannten linken Kräften der Universität Zürich gegen ihn, den Kämpfer gegen alles Böse, zusammentaten. Richtig – ein bisschen wie Don Quijote kam er einem schon vor, der schwarzhaarige Ex-Professor und SVP-Chefstratege. 87 Artikel in der SMD gab es dafür. Plus einen Auftritt bei TeleZüri, was ja zu befürchten war. Amüsant und tragisch zugleich.

Die «Rundschau» kommt nicht zur Ruhe. Der Bericht über Bischof Vitus Huonder und sein Bistum Chur sei ein Fall von «Demagogie und Zuschauermanipulation ». Okay, die Kleriker kennen ja diesen Problemkreis aus jahrhundertelanger praktischer Erfahrung. Da ist es nichts als logisch, dass man beim Presserat Beschwerde einreicht. Amen.

Die konzertierte Aktion Offshore-Leaks brachte es in den letzten sieben Tagen auf 375 Artikel in der Mediendatenbank. Chapeau vor der Rechercheleistung (2,5 Millionen Dokumente mit einem Datenvolumen von 260 Gigabyte) des Internationalen Konsortiums für investigativen Journalismus. Was mich hingegen überrascht hat, ist, dass praktisch kein Schweizer Journalist die Frage aufgeworfen hat, ob hinter der ganzen Geschichte nicht eventuell handfeste Interessen stehen und man sich vielleicht sogar instrumentalisieren lässt? Vielleicht wäre auch hier die Geschichte hinter der Geschichte die interessantere. Wer hat ein Interesse, dass diese Daten an die Öffentlichkeit kommen? Wer profitiert davon? Viele Fragen, aber bisher keine Antworten.

Pierre C. Meier, Chefredaktor [email protected]
 

SVP-Nationalrat Mörgeli: Beschwerden gegen SRF

Christoph Mörgeli will bei der SRG-Ombudsstelle Beschwerden gegen drei SRF-Sendungen einreichen, wie er am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Zürich sagte. Der Zürcher Nationalrat und Medizinhistoriker fühlt sich als Opfer einer Rufmord-Kampagne.

Zudem legte Mörgeli vor den Medien dar, wie er als Konservator des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich wegen seiner nicht genehmen politischen Äusserungen gemobbt worden sei. Mörgeli wurde im letzten Herbst von der Universität Zürich per sofort freigestellt und erhielt die Kündigung. Der «Rundschau»-Beitrag vom 27. März 2013 über seine Arbeit als Doktorvater habe «66 sachliche Fehlaussagen» enthalten, sagte Mörgeli am Donnerstag. Er beschwert sich bei der Ombudsstelle auch wegen einer «10 vor 10»-Sendung vom 28. März und wegen eines «Rundschau»-Beitrags vom 3. April zum selben Thema.

Gemäss der «Rundschau» waren bei rund einem Dutzend von Mörgeli betreuten Doktorarbeiten zum Dr. med. vorwiegend historische Texte abgeschrieben worden. Ein anonym zitierter Zeuge, der in der Sendung Vorwürfe erhoben hatte, habe gar keine Doktorarbeit bei ihm eingereicht, also auch keinen Doktortitel für blosses Transkribieren eines alten Textes erhalten, sagte Mörgeli. In einem zweiten Fall habe eine Doktorandin nicht einfach einen Text aus dem Bulagrischen übersetzt, sondern ihn zuerst auf bulgarisch geschrieben und dann übersetzt. Über die beiden «Kronzeugen» berichtet auch die Weltwoche in ihrer aktuellen Ausgabe.

Die «Rundschau» hält in einer Mitteilung fest, beim Doktoranden, über den Mörgeli und Weltwoche berichteten, handle es nicht um jenen Arzt, der in der Fernsehsendung ausgesagt hatte. Und die zweite Zeugin sei korrekt zitiert worden.

Als Wissenschaftler unglaubwürdig machen

Mörgeli wirft der «Rundschau» vor, sie habe versucht, ihn als Wissenschaftler in rufmörderischer Weise anzuzweifeln und unglaubwürdig zu machen. Zu Unrecht sei suggeriert worden, er habe über Betrügereien eines schliesslich gescheiterten Doktoranden «haargenau» Bescheid gewusst. Im 14-minütigen Beitrag sei keine Gegenposition enthalten gewesen, kritisierte Mörgeli weiter. Und er, der auf dem «heissen Stuhl» in live Stellung nehmen konnte, sei vor der Sendung nur rudimentär über die Vorwürfe informiert worden.
Nach Ansicht von Mörgeli ist mit dem «Rundschau»-Beitrag die SRG-Programmcharta «in sträflicher Weise mit Füssen getreten worden».

Bereits andere Beschwerden gegen «Rundschau»-Beitrag

Bei der SRG-Ombudsstelle Deutschschweiz sind gemäss Ombudsmann Achille Casanova Mörgelis Beschwerden bis am Donnerstag noch nicht eingetroffen, jedoch vier andere Reklamationen, die sich gegen den «Rundschau»-Beitrag richten. Wenn die Ombudsstelle Beanstandungen für begründet hält, reicht sie sie an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) weiter.

In die UBI hat Mörgeli allerdings wenig Vertrauen. Deren Präsident Roger Blum habe nämlich kurz nach der «Rundschau»-Sendung getwittert, im Vergleich zu den von Mörgeli betreuten Dissertationen sei der «Fall Schavan» ein Klacks. Annette Schavan hatte als deutsche Bildungsministerin wegen des Vorwurfs, in ihrer Promotionsarbeit vorsätzlich getäuscht zu haben, zurücktreten müssen. Blum hat eine Mitteilung von Blick-Online bestätigt, dass er in den Ausstand treten wird, falls die UBI über den Fall Mörgeli zu befinden hat. Die Verknüpfung der beiden Fälle bezeichnet er als «riskant». Er finde es richtig, dass sich Schavan gegen die Aberkennung ihres Doktortitels durch die Uni Düsseldorf juristisch zur Wehr setzt. Und er hält es auch für angebracht, dass die Universität Zürich klärt, wo für Medizin-Dissertationen allenfalls eine zu tiefe Messlatte angesetzt werde. (SDA)

Teaserbild: Keystone
 

BSSM bringt Hug flexibel ins Netz

Die Bäckerei Hug hat sich von der BSSM Werbeagentur ein Schaufenster im Internet bauen lassen. Mit dem neuen Auftritt will die das Unternehmen den Dialog mit seinen Kunden intensivieren.

Zudem verknüpft BSSM die Website mit Social Media-Kanälen. Dies nicht zuletzt, weil das Luzerner Unternehmen sein Angebot verbreitere und das Filialnetz über die Innerschweiz hinaus ausdehne, so die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag. Denn neu sei die Bäckerei Hug mit ihrem Tiefkühlsortiment schweizweit unterwegs und eröffnet im Mai eine Niederlassung in Zürich/Wiedikon. Die Agentur und ihr Basler Internetpartner 4eyes kreierten die Website mit Responsive-Webtechnologie, um der mobilen Kundschaft der Luzerner Traditionsbäckerei gerecht zu werden.

Verantwortlich bei Bäckerei Hug, Luzern: Andreas Tobler, Murielle Jöri (Gesamtverantwortung). Verantwortlich bei BSSM Werbeagentur, Basel: Sylvia Halbeisen (Beratung), Urs Schneider (CD), Daniel Bard (AD/Screendesign), Hans-Peter Brugger (Text). Programmierung: 4Eyes Internetagentur, Basel.

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Gewinnt Google Glass die Gemüter?

Der anschwellende Hype um Google Glass zeigt, wie sich Mobile weiter entwickelt – und wirft zahlreiche Fragen auf. Von Christoph J. Walther

Apple hat's mit den Medienhypes rund um die Lancierung neuer iPhones vorgemacht, nun versucht Google, diesem Vorbild nachzueifern. Das Objekt, das frenetische Begierde wecken soll, heisst Google Glass: Ein Mini-Bildschirm wird mit einem Brillengestell (mit oder ohne Korrekturgläser) vors Auge gehängt. Wer so ausgerüstet ist, kann jederzeit mühelos aufs Netz zugreifen, um zu telefonieren, per Spracheingabe Suchanfragen zu starten, neue Mitteilungen zu lesen, Fotos oder Videos aufzunehmen und sich überhaupt die Welt erklären zu lassen. Eigentlich nichts, was mit einem modernen Smartphone nicht auch erledigt werden könnte, aber eben anders. Wer sich auf sein Smartphone konzentriere und auf dem Bildschirm herumwische, isoliere sich damit in der Gesellschaft, und es fühle sich irgendwie «entmännlichend» an, sagte Google-Co-Gründer Sergey Brin anlässlich eines Spontanauftritts an einer TED-Konferenz Ende Februar. Auch wolle man der Vision näher kommen, dass, wer Informationen brauche, dazu keine Suchanfragen mehr starten müsse, sondern sie einfach dann erhalte, wenn sie benötigt würden.

Wie «cool» sind wandelnde Überwachungskameras?

Doch anders als bei Apple, dessen iPhone mit Ästhetik überzeugte, bringen die aufkommenden Datenbrillen zum Teil ungewohnte Neuerungen mit sich, weshalb viele Zeitgenossen darauf ablehnend reagieren, und dies zwar zum Teil sehr heftig, wie ein Blick in die zahlreichen Blogeinträge und -kommentare erkennen lässt. So wird klar, dass die Lancierung von Google Glass von einem facettenreichen und tiefgreifenden gesellschaftlichen Diskurs über zum Teil fundamentale gesellschaftliche Fragen, wie etwa den Umgang mit der Privatsphäre im Zeit allgegenwärtiger und vernetzter Systeme, begleitet sein wird. Vor allem die eingebaute Kamera samt Mikrofon ruft besonders heftige Kontroversen hervor. Das war schon so, als mit den Smartphones Kameras allgegenwärtig wurden. Doch war es immer noch erkennbar, wenn jemand damit Aufnahmen machte, und es konnte darauf reagiert und allenfalls interveniert werden. Mit Glass ist nicht mehr erkennbar, ob nun Aufnahmen gemacht werden oder nicht. Wären solche Aufnahmen nur für den Eigengebrauch des Glass-Trägers bestimmt, würde das Thema wohl weniger heisse Köpfe hervorrufen. Doch eine Cyber-Brille kommt nicht allein: Glass funktioniert (per Bluetooth) zusammen mit dem Smartphone, und dieses wiederum ist über Datenfunk (WiFi oder GSM/UMTS/LTE) mit Rechnern in der ganzen Welt verbunden. Nur so lassen sich viele der «coolen» Anwendungen realisieren, die Daten- schützern das Blut in den Adern gefrieren oder kochen (je nach Temperament) lassen. Wer etwa als Tourist durch eine fremde Stadt wandelt und sich dabei per Glass die Sehenswürdigkeiten erklären und die angesagten Treffpunkte finden lässt, wird dazu Bild- und Geodaten zu Google übermitteln, damit die Bilderkennung und -auswertung vorgenommen werden kann. Kritiker monieren, dass dabei auch Personendaten (Gesichter) von Unbeteiligten mitausgewertet und solche Daten unkontrolliert lange gespeichert werden könnten, und dies erst noch im Ausland. Glass-Träger würden so zu potenziellen wandelnden Überwachungskameras und damit die schlimmsten Big-Brother-Vorstellungen übertroffen.

Und so offenbaren sich bei näherer Auseinandersetzung mit Glass zahlreiche weitere Bereiche, da Datenbrillen Veränderungen bringen, die zwar vorteilhaft, aber ungewohnt sind. Viele werden Datenschützer auf den Plan rufen, wie etwa die Verwendung der Videokamera. Das gilt auch für die Schweiz, wo die Videoüberwachung durch Privatpersonen durch das Bundesgesetz über den Datenschutz geregelt und zahlreichen Einschränkungen unterworfen ist. Bei der sich abzeichnenden Debatte um die Verwendung von Glass wird es nicht nur um rechtliche oder politische Fragen, sondern auch um gesellschaftliche Normen gehen: Ist es ok, jemanden in einem Vieraugengespräch mit aufgesetzter Datenbrille zu begegnen? Kann man eine solche Person auffordern, darauf zu verzichten? Wie ist es, wenn das Gegenüber etwa sehbehindert ist und die Datenbrille (auch) als Sehhilfe benutzt? Darf Glass im Strassenverkehr benutzt werden? Nach Ansicht von Google hat Glass ein «enormes Potenzial», um die Sicherheit auf unseren Strassen zu verbessern und die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Doch bereits gibt es im US-Bundesstaat West Virginia eine Vorlage für eine Gesetzesänderung, mit der die Benutzung von Geräten wie Glass im Strassenverkehr untersagt werden soll. So wird klar, dass sich auch die Politik mit Glass wird befassen müssen. Dabei könnten gerade Politiker zu den häufigsten Anwendern von Datenbrillen zählen, was absehbarerweise unterschiedlich goutiert werden wird: Greifen sie etwa in Streitgesprächen (man denke an eine Arena-Runde) per Glass lediglich auf einige selbst verfasste Notizen zurück, oder erhalten sie dort laufend neue Argumente von ihrem Beraterstab samt dazugehörigen Lobbyisten zugespielt?

Keine Werbung auf Glass?

Google übernimmt mit Glass eine Vorreiterrolle und wird das Gros der Kritik auf sich ziehen. Das mag mutig oder naiv sein – falsch wäre es, die Thematik durch einen Google-Hass zu beschweren. Denn Digitalbrillen sind längst nicht nur eine Allüre der Google- Chefs. Es kursieren Gerüchte und Vermutungen, Microsoft werde 2014 mit einem ähnlichen Produkt auf den Markt kommen, und in China hat der grösste Suchmaschinenbetreiber Baidu angekündigt, mit Baidu Eye ein vergleichbares Produkt zu entwickeln. Und von Facebook-Chef Marc Zuckerberg wird berichtet, er könne es kaum erwarten, Google Glass zu benutzen, und habe dafür auch schon eine eigene Entwicklungsabteilung bereit gestellt. So erstaunt es denn nicht, dass erste Medienunternehmen, wie etwa die New York Times, begonnen haben, ihre Inhalte speziell für Glass aufzubereiten. Gemäss ersten Informationen zur Programmschnittstelle von Google können Informationsströme abonniert werden, die in so genannten Karten (cards) aufgeteilt sind, die auch Rich Media wie etwa Bilder enthalten können. Karten können zu Bündeln (bundles) zusammengefasst werden, und Optionen wie etwa «teilen» oder «vorlesen» erlauben verschiedene Interaktionen. Da kaum jemand grössere Texte wird konsumieren wollen, geht es vor allem um Schlagzeilen, damit Benutzer während des Tages, wann immer sie gerade Zeit dazu haben, sich über die Aktualität auf dem Laufenden halten können. Was interessiert, kann etwa auf das eigene Tablett geschickt werden, um dort später ausführlich konsumiert zu werden.

Wer über Werbung per Glass nachdenkt und dabei ins Träumen gerät, wird zuerst die Beteuerung von Google zur Kenntnis nehmen müssen, auf Glass werde es keine Werbung geben. Auf jeden Fall ist es einfach vorstellbar, dass etwa ein News-Angebot für Glass auch Karten mit Werbebotschaften enthält. Diese können die ganze Karte umfassen oder nur einen Teil davon und werden wohl immer auf das Profil des jeweiligen Benutzers abgestimmt sein. Doch darüber hinaus gibt es auch Werber-Phantasien über den Einsatz von Glass, die zumindest vorderhand skeptisch zu beurteilen sind. Etwa Rabatt- Coupons, um Kunden ins Geschäft zu locken, an dem sie gerade vorbei laufen. Oder per Bildanalyse anzeigen, wo das Kleid oder die Krawatte gekauft werden kann, die einem gerade begegnet ist. Oder die reale Welt in eine Spielumgebung verwandeln (Branded Entertainment mittels Augmented Reality). Solcherlei wird wohl deshalb noch auf längere Zeit Fiktion bleiben, weil die meisten Benutzer kaum bereit sein werden, ihre Aufenthaltsdaten freizugeben oder ihr kostbares Datentransferguthaben dafür einzusetzen, um laufend Videodaten an Google zu übermitteln, damit diese ausgewertet und per Profilabgleich zu Werbebotschaften führen, die den Benutzern im Glass-Bildschirm angezeigt werden. Kommt dazu, dass heute noch viele Webauftritte selbst bedeutender Marken noch nicht einmal für Smartphones optimiert sind und deshalb eine Adaptierung für Datenbrillen erst in Frage kommen wird, wenn die Aussicht gegeben ist, dass sich der Zusatzaufwand lohnen wird.

Das setzt voraus, dass Datenbrillen rasch massengängig werden. Glass-Enthusiasten verweisen darauf, dass neue Technologien sich immer rascher beim Publikum durchsetzen. So ist der Smartphone- Boom zehnmal schneller vonstatten gegangen als noch die PC-Revolution in den 1980er-Jahren. Noch ist offen, ob Glass zu einem Renner wird und wann die Geräte in der Schweiz in den Verkauf kommen werden (in den USA soll dies noch vor Ende dieses Jahres der Fall sein). Doch eines ist klar: Datenbrillen werden in den kommenden Monaten zunehmend zum Thema werden. Und so wird es interessant sein, das Thema Glass vor Augen zu behalten und zu beobachten, wie sich etwa diese Aspekte entwickeln werden: Wird Glass für Google zum Erfolg, oder wird damit die eigene Marke beschädigt? Wie (wenn überhaupt) werden Glass und Konsorten im Schweizer Markt auftauchen, und welche Debatten wird dies auslösen? Welche konkreten Chancen ergeben sich mit Datenbrillen für Medienunternehmen und die Werbung?

Christoph J. Walther

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Als erstes Medienunternehmen hat die New York Times aufgezeigt, wie Google Glass im Medienbereich eingesetzt werden kann: Schön aufgemachte Schlagzeilen sollen die Benutzer während des Tages über das aktuelle Geschehen auf dem Laufenden halten.
 

Ruf Lanz für Suva: Spitzenleitstungen nicht behindern

Ruf Lanz für die Suva: Menschen mit Behinderung erbringen regelmässig Spitzenleistungen - sofern man sie nicht behindert.

Die Suva vereint Prävention, Versicherung und Rehabilitation. So unterstützt die Angebotsmarke Suvacare Betroffene nach einem schweren Unfall bei Rehabilitation und Wiedereingliederung. Denn Menschen mit Behinderung haben grosses Potenzial – wenn man sie nicht behindert. Wozu Menschen mit Behinderung zum Beispiel im Sport fähig sind, zeigt Ruf Lanz für Suvacare am Beispiel eines auffälligen Siegerpodests, bei dem der erste Platz rollstuhlgängig gemacht worden ist. Weitere Sujets werden laut Mitteilung folgen.

Verantwortlich bei Suva: Urs Schaad (Leiter Marketingkommunikation Suva), Kevin Blättler (Messe- und Sponsoring-Manager Suva). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Markus Ruf, Danielle Lanz (Creative Direction), Isabelle Hauser (Art Direction), Maren Beck (Text), Doelkar Monkhar (Beratung), Sebastian Durband (Beratungsleitung). Fotografie: Flufix.

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Diesen Marken vertraut die Schweiz

Die Reader’s-Digest-Studie «European Trusted Brands 2013» zeigt: Für Schweizer sind Empfehlungen und Erfahrungen beim Markenkauf wichtiger als der Preis. Werbewoche.ch zeigt die vertrauenswürdigsten Marken der Schweiz in 20 Kategorien.

Wenn eine Marke von Freunden empfohlen wird, gibt das den höchsten Ausschlag für den Kauf. Das ist in ganz Europa so, besonders aber in der Schweiz, wie es in einer Mitteilung heisst. Neben der Produktqualität werden Verlässlichkeit, guter Service sowie fachkundige und freundliche Mitarbeitende immer wichtiger, um das Vertrauen der Verbraucher zu erringen.

Die Studie zum Markenvertrauen der Verbraucher in Europa ermittelte die vertrauenswürdigsten Marken in mehr als 30 Produktkategorien. Allein in der Schweiz nannten die Befragten insgesamt 2153 verschiedene Marken, die sie für besonders vertrauenswürdig halten.

In der Schweiz stehen viele Marken mit Tradition an der Spitze. Dazu gehören Die Mobiliar, Elmex, HP, Kellogg’s, Kuoni, Lindt, Nivea, Nokia, Ricola, Swisscom, Visa, Charles Vögele und Whiskas. Zum ersten Mal seit fünf Jahren erreichte Persil wieder die Spitzenposition in der Kategorie Waschmittel. Valser hat bei den alkoholfreien Getränken den Marktriesen Coca-Cola vom ersten Platz verdrängt.

Kunden wollen verstanden werden

Die persönlichen Erlebnisse der Verbraucher sind ein ausschlaggebendes Moment weit vor dem allgemeinen Image oder der Bekanntheit einer Marke. Beliebt sind Unternehmen, die ihren Kunden das Gefühl geben, dass sie deren Bedürfnisse kennen und sich intensiv um diese bemühen. Auch Umweltbewusstsein und eine transparente Unternehmenspolitik spielen für die Schweizer eine überdurchschnittliche Rolle. Im europäischen Vergleich sticht heraus, dass nur für 47 Prozent der Schweizer ein niedriger Preis zur Vertrauensbildung beiträgt. Im Schnitt der restlichen untersuchten Länder ist dieses Kriterium für 62 Prozent der Befragten wichtig.

«In diesen politisch und ökonomisch schwierigen Zeiten, in denen Konsumenten in Europa sich immer wieder Sorgen über die zukünftigen Entwicklungen machen, gewinnt das Markenvertrauen weiter an Bedeutung», sagt Werner Neunzig, Geschäftsführer von Reader’s Digest Deutschland, Schweiz, Österreich. «Es ist eine herausragende Leistung von Unternehmen, wenn es ihnen trotz des immer intensiver werdenden Wettbewerbs gelingt, das Vertrauen der Verbraucher in eine Marke zu erlangen, zu halten oder sogar weiter auszubauen», so Neunzig. Ohne Zweifel trage zu solch einer verlässlichen Beziehung zwischen Marke und Konsument auch eine weitgehende Service-Transparenz und das ehrliche Bemühen um Kundenzufriedenheit bei.

Auch Gütesiegel erzeugen Vertrauen

Wenn es um die Wahl einer Marke geht, setzen zwar 78 Prozent der Schweizer auf Empfehlungen von Freunden oder Angehörigen. Jeder zweite vertraut aber auch Auszeichnungen von Experten. 54 Prozent ordnen einem Vertrauenssiegel eine starke Empfehlungskraft zu. Der Gegenpol dazu: Nur 21 Prozent der Schweizer würden eine Marke kaufen, von der sie zuvor nie etwas gehört haben.

Schweizer Mittelstand kann überzeugen

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Nicht nur die grossen Herstellermarken, sondern auch die mittelständischen Unternehmen in der Schweiz geniessen hohes Ansehen und Vertrauen unter den Schweizern. 76 Prozent der Befragten sprachen dem Mittelstand ihr hohes bis sehr hohes Vertrauen aus.

Die Most Trusted Brands 2013: Es kommt Bewegung in die Marken

War in den vergangenen Jahren in der Studie auch immer eine grosse Stabilität für die vertrauenswürdigsten Marken in der Verbrauchergunst abzulesen, so zeichnet die Studie 2013 einige bemerkenswerte Umbrüche nach. In der Kategorie Mobiltelefone hat die in allen Jahren fast uneinholbar scheinende Top Marke Nokia an Vorrangstellung verloren. Der Druck auf die einstmals in allen Ländern fast unanfechtbare Nummer eins unter den Mobiltelefonen nimmt offensichtlich durch die Innovationskräfte in diesem Markt deutlich zu. Wettbewerber wie Apple oder Samsung nehmen jetzt auch in der breiten Konsumentenschaft Fahrt auf. Samsung läuft Nokia in der Studie Trusted Brands 2013 deutlich den Rang ab und stellt sich in Deutschland und in den Niederlanden erstmals auf die Top-Position. In der Schweiz steht Nokia zwar noch an erster Stelle, büsst aber auch hier von Jahr zu Jahr deutlich an Zuneigung ein. Bekannten sich 2004 noch 74 Prozent der Schweizer zu Nokia als vertrauenswürdigste Mobiltelefon-Marke, sind es heute gerade einmal 36 Prozent der Schweizer, die die Marke noch als vertrauenswürdig ansehen. Samsung entwickelt sich dagegen in der Schweiz seit 2011 deutlich nach vorn und ist heute mit 21 Prozent Stimmenanteil den Wettbewerbern Apple (26 Prozent) und Nokia hart auf den Fersen. Selbst in ihrem Heimatland Finnland verlor Nokia an Vorsprung – von noch 91 Prozent im 2004 auf heute 79 Prozent der Vertrauensstimmen.

Nivea bleibt Nummer 1 in allen 12 Ländern

Nivea bleibt dagegen in allen befragten Ländern in der Kategorie Hautpflege die Nummer 1. Und das mit einem über die Jahre relativ stabilen Stimmenanteil auf hohem Niveau. Nivea ist zudem in drei von zwölf Ländern die Nummer 1 in der Kategorie Haarpflege und Kosmetik – auch in der Schweiz.

Kategorie Marke
Auto
VW
Küche
V-Zug
PC
hp
Handyhersteller
nokia
Mobilfunkanbieter
swisscom-logo
Kameras
Canon
Ferienreisen
kuoni_0
Banken
raiffeisen-logo
Kreditkarten
VISA
Versicherungen
MOBILIAR-logo_0
Internet Provider
swisscom-logo_0
Benzin/Tankstellen
COOP-logo
Vitaminpräparate
burgerstein-vitamine
Schmerzmittel
dafalgan
Mittel gegen Erkältung
VICKS
Haarpflege
nivea
Kosmetik
nivea_0
Hautpflege
nivea_1
Waschmittel
persil-2
Frühstücks-Cerealien
kellogs-logo-teaser

Die Gewinner aller Länder können unter Rdtrustedbrands.com abgerufen werden.

Tamedia: Förderpreise 2012 vergeben

Zum fünften Mal seit 2008 zeichnet die Mediengruppe Tamedia herausragende Beiträge in ihren Medien aus. Eine Journalistin und drei Journalisten erhielten den diesjährigen Förderpreis.

Verliehen werden die Förderpreise vom Ausschuss der Publizistischen Konferenz der Chefredaktionen unter dem Vorsitz von Verleger Pietro Supino, wie es in einer Mitteilung heisst. Mitarbeitende oder Teams, denen ein anerkannter Medien- oder Journalistenpreis zugesprochen wurde, werden aus diesem Grund mit einem Förderpreis bedacht. Für den Förderpreis 2012 haben sich eine Journalistin und drei Journalisten von Annabelle, 24 Heures, BZ Berner Zeitung und Le Matin Dimanche qualifiziert:

Julia Hofer, Annabelle: Julia Hofer erhielt für ihren Beitrag «Unter der Haube», erschienen in der Annabelle vom 29. Juni 2011, den Zürcher Journalistenpreis 2012 in der Kategorie Zeitschrift. Dies berechtigt zum Tamedia-Förderpreis. Julia Hofers Artikel ermöglicht einen ungeschminkten Einblick in die Welt orthodoxer Jüdinnen und deren unmittelbare Nachbarschaft in Zürich.

Claude Ansermoz, 24 Heures: Claude Ansermoz veröffentlichte am 13. Januar 2011 den Beitrag «Une affaire de faux Giacometti secoue un prestigieux musée» in 24 Heures. Für seine Recherche in der Welt der Kultur erhielt er den Schweizer Journalistenpreis für Lokaljournalismus. Deshalb wird er auch mit dem Tamedia-Förderpreis ausgezeichnet.

Daniel Barben, BZ Berner Zeitung: Daniel Barben erhält den Tamedia-Förderpreis auf Antrag der Chefredaktion und als Bronzemedaille-Gewinner des international anerkannten Malofiej-Wettbewerbs für die Grafik «Das Jahr 2011 in Schlagzeilen». Der Ausschuss der Publizistischen Konferenz anerkennt damit die Bedeutung anspruchsvoller Infografik und die Bereitschaft, journalistische Themen auch visuell aufzubereiten.

Dominique Botti, Le Matin Dimanche: Dominique Botti wird der Tamedia-Förderpreis auf Antrag der redaktionellen Leitung von Tamedia Publications romandes und als Preisträger des Grand Prix GHI-LC für Lokaljournalismus zugesprochen. Er recherchierte umfassend in der Affäre Bulat Chagaev sowie zum Scheitern des Fussballclubs Neuchâtel Xamax und berichtete in einer Reihe von Artikel darüber. Ihm wird ebenfalls ein Tamedia-Förderpreis zugesprochen.

Die Förderpreise von Tamedia wurden zum fünften Mal vergeben. Die Förderung soll den individuellen Bedürfnissen der Gewinnerin und Gewinner Rechnung tragen und die Realisierung spezieller publizistischer Projekte oder Perspektivenwechsel ermöglichen. Der Preisträgerin und den Preisträgern werden bezahlte Arbeitszeit, finanzielle Unterstützung für eine grosse Recherche, ein Austausch mit einer anderen Redaktion im In- oder Ausland oder die Möglichkeit einer Weiterbildung angeboten.
 

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