Neue Chefredaktion für das Frauen-Magazin Clack.ch

Die beiden Journalisten Réda Phillippe El Arbi und Seraina Kobler übernehmen per Ende April die geteilte Redaktionsleitung des Online-Portals Clack.ch.

Das erste Schweizer Online-Frauenmagazin steht vor einem Quantensprung. «Das bisherige Team um Nicole Althaus, Seraina Mohr und Michael Marti hat Clack.ch auf einen guten Weg gebracht», sagt Seraina Kobler, frischgebackene Clack-Chefredaktorin. Im ursprünglichen Zielpublikum stosse man bereits an die Obergrenze. «Wir erreichen inzwischen mehr Leserinnen als etablierte Frauen-Plattformen», ergänzt ihr Co-Chefredaktor Réda Phillippe El Arbi in einer Mitteilung. In den letzten Monaten habe man mit neuen Kolumnen und breiter gefächerten Inhalten bereits die Weichen gestellt. Die neue Chefredaktion sei nun eine weitere Konsequenz des Ausbaus der Plattform.

Journalistin Seraina Kobler und Kommunikationsprofi Reda El Arbi werden die Verantwortung der Chefredaktion zu gleichen Teilen tragen. Kobler arbeitet seit über zwei Jahren auf der Nachrichtenredaktion der Sonntagszeitung. Davor schrieb sie für den Landboten und studierte Journalismus und Kulturwissenschaften in Winterthur und Konstanz. Kobler übernimmt durch die journalistische Leitung die inhaltliche Richtung, während El Arbi sich um die Web 2.0-Positionierung und die Kommunikation kümmern wird. Réda El Arbi ist zur Zeit verantwortliche Redaktor beim Stadtblog des Tages-Anzeigers und hat bei seinem Intermezzo mit dem Zücher Satiremagazin Haupstadt bereits Erfahrungen auf dem Chefsessel gemacht.

Aber was wird denn nun anders beim neuen Clack.ch? Die Kernkompetenzen, das heisst die Themen «Gender», «Lifestyle», «Karriere» und «Sex/Partnerschaft» blieben erhalten. Zusätzlich würde der Fokus aber um Aktualität, Politik und Hintergrund erweitert, sagt Kobler. «Der journalistische Aufwand wird grösser und eigene, selbst recherchierte Geschichten rücken in den Vordergrund», erklärt Kobler die Neuausrichtung. «Auch Einordnung, Meinung und Analysen, unterstützt durch die Interaktion mit den Lesern, sind die zukünftigen Schwerpunkte», ergänzt El Arbi: «Dazu benutzen wir Köpfe und Kolumnen, was bei den Leserinnen sehr gut ankommt.» Auch soll als nächster Schritt ein rollender Relaunch stattfinden. Optik, Seitenaufbau und Usability würden optimiert und dem Nutzerverhalten angepasst. Dazu gehörten weiter Kooperationen mit ausgesuchten Werbekunden und ein Update der Seite.

Und was macht ein Mann als Co-Chefredaktor bei einer Publikation mit Frauenzielgruppe? «Ich bin sozusagen das Aushänge-Bunny für die Leserschaft», scherzt El Arbi. Kobler erläutert: «Wir nehmen das mit der Chancengleichheit ernst.» El Arbi sei mit seinem medialen Hintergrund und Netzwerk die beste Ergänzung. Ausserdem sei die geschlechterübergreifende Zusammenarbeit vielseitiger und inspirierend. Das Gründungsteam um Nicole Althaus, Seraina Mohr und Michael Marti wird Clack erhalten bleiben, ob als Autorinnen oder in beratender Funktion.
 

Process fliegt mit Edelweiss Richtung B2C-Markt

Die Schweizer Airline Edelweiss startet in ein neues Zeitalter: Nach Jahren im B2B-Markt muss sich das Unternehmen neu auch im B2C-Markt bewähren. Um für diesen Schritt gewappnet zu sein, wurde Process mit einer Auffrischung des Auftritts beauftragt.

Im Rahmen der Zusammenarbeit mit Process wurde die Marke Edelweiss neu positioniert, das Corporate Design überarbeitet und die Markenkommunikation entwickelt. Edelweiss fliegt weltweit über 50 sonnige Destinationen an. Die kommunikative Leitidee und gleichzeitig der neue Claim «Der Sonne entgegen» stellt diese einzigartige Angebotspalette in den Fokus. Ausgehend vom optimierten Logo-Bildzeichen, der Edelweiss-Blume, entstand unter anderem eine umfangreiche Auswahl von Ferien-Piktogrammen, welche als Teil des neuen Auftritts überall dort auftauchen, wo die Reiselustigen auf die sonnige Airline stossen.

Die Neupositionierung war laut Mitteilung nötig, weil Edelweiss neu Tickets direkt absetzt, die früher über Reisebüros und Reiseveranstalter verkauft wurden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten einer direkten Ansprache der Endkunden. Der neue Auftritt soll an allen Touchpoints Feriengefühle und die Sehnsucht nach Sonne und Strand wecken. So auch im Edelweiss-Kobratram der Linie 11, das am Samstag, 13. April 2013 in Zürich eingeweiht wurde, in einem Linienbus in Luzern und der Edelweiss-Lokomotive der Rhätischen Bahn. Anwendungen der neuen Marke wurden bereits auf den verschiedensten Kanälen von Process umgesetzt: Website, Bildwelt, Animationen, E-Boards, E-Banner, Anzeigen, Plakate, Beschriftungen, Briefschaften, E-Tickets und Office-Templates. Und die Agentur begleitet Edelweiss auch zukünftig beim Eintritt in den B2C-Markt und bei der Verankerung der Markenwerte innerhalb der Airline.

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YB und Adcom schliessen Partnerschaft ab

Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion und Adcom Motion haben einen Zusammenarbeitsvertrag für das YB-Merchandising unterzeichnet. Adcom übernimmt auf die kommende Fussball-Saison 2013/14 die Merchandising-Lizenz des BSC Young Boys.

Die Zusammenarbeit umfasst laut Mitteilung das gesamte Sortiment des Fanshops, dessen Konzeption, Produktion, den Betrieb des E-Shops sowie den Verkauf sowohl im Stadion als auch an weiteren Standorten. Alain Kappeler, COO von Stade de Suisse Wankdorf Nationalstadion: «Mit Adcom steht uns ein kompetenter Partner zur Seite, der das Berner Umfeld kennt, ein Merchandise-Profi ist und sich bereits bei anderen Projekten profiliert hat. Wir wollen das Fanartikel-Sortiment und den Vertrieb weiterentwickeln und unseren Fans eine attraktive Auswahl präsentieren.»

Adcom Motion mit den Kernkompetenzen Promotional Products und Merchandising weist langjährige Fanartikel-Erfahrung auf. Das Unternehmen mit Sitz in Baar führt unter anderem seit drei Jahren den Fanshop des SC Bern. Andrea Schilter, Geschäftsführerin von Adcom Motion: «Wir sind stolz, nach dem SCB nun den zweiten grossen Verein der Hauptstadt bedienen zu dürfen. Merchandising hat eine hohe Bedeutung für die Emotionalisierung des Clubs und der Marke. Gemeinsam werden wir ein attraktives Sortiment entwickeln, um die YB-Fangemeinde zu begeistern.» Im Weiteren erarbeitet Adcom zurzeit ein Konzept, welches die Marke Bern ins Zentrum rückt. Dies soll auch kleineren Berner Vereinen die Möglichkeit bieten, von der Marke Bern zu profitieren und attraktives Merchandising anbieten zuin der Westschweiz.

Teaserbild: Ybshop.ch/nuggi.html
 

An die Grenzen gehen

Dani Levy hat mit Ogilvy und Condor Films vier neue Spots für Ricardolino gedreht. Im grossen Werbewoche-Interview spricht er über Humor in der Werbung, Mut und Subtext.

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WW: Sie führen in den neuen Spots für Ricardolino nicht nur Regie, sondern haben auch das Buch geschrieben. Wie ist es dazu gekommen?
 
Dani Levy: Im letzten Dezember habe ich mit Ogilvy und Condor Films bereits zwei Spots realisiert für die neue Verkaufsplattform Ricardolino. Die haben dem Kunden offensichtlich gefallen und er hat vier neue Geschichten bestellt. Ogilvy hat mir dazu freie Hand gegeben, die Spots auch selber zu schreiben. Es sollten vier kurze Sketches oder komödiantische Momente rund um den Verkauf eines Gegenstandes sein. Mit meiner spezifischen Art von Humor bestückt und möglichst überraschender Plotwende. Es durfte auch etwas skurril sein.

Eingestiegen in das Spot-Business sind Sie 2008 mit Sympany für Spillmann Felser Leo Burnett. Auch dort suchte man einen speziellen Humor. Was erwarten die Agenturen von Dani Levy?
Ich habe kein Alleinmerkmal. Was man von mir erwartet, ist das Gefühl und das Schreiben von guten Dialogen, eine Besetzung mit Schauspielern, die eigenwillig sind und die mehr haben als nur eine Oberfläche. Vermutlich wissen die Auftraggeber auch, dass ich stark bin im komödiantischen Inszenieren von kurzen Momenten. Ich bin es gewohnt, mit Schauspielern zu arbeiten. Bei meinen viel komplexeren Komödien im Kino habe ich das Gefühl für Timing und für Subtext entwickelt. Mit Subtext meine ich, dass eine Situation nicht nur 1 : 1 umgesetzt wird, sondern dass es darunter noch eine zweite Ebene gibt, die man spürt. Im Spot sind dann 30 Sekunden nicht nur das, was der Zuschauer sieht. Es gibt auch noch eine Wahrheit darunter. Es gibt quasi noch eine Geschichte, die gar nicht ausformuliert ist, sondern emotional zwischen zwei Bildern entsteht. Der Zuschauer kann hier etwas dazu erfinden. Was ist das für ein Ehe-Clinch, den die beiden gerade haben? Wieso verkaufen die etwas? Was ist das für eine Enttäuschung? Wo ist die versteckte Liebeserklärung? Oder was ist die Skurrilität zwischen zwei Generationen, die sich nicht verstehen? Was ist die Ungeduld von Leuten im Alltag? Das sind alles solche Sachen, die irgendwie typisch menschlich sind. Im Spot empfinden wir sie als eine Bereicherung von einer ganz kurzen komödiantischen Situation.

Von einer Pointe kann man nicht ein zweites Mal überrascht werden. Aber ein Spot wird unzählige Male gezeigt. Soll hier der Subtext helfen, dass man immer wieder etwas Zusätzliches entdecken kann?
Ja, und ich hoffe, dass man sich über diesen Subtext in die Figuren verliebt. Das finde ich immer wichtig. Ich sehe so viel Werbung, wo die Figuren in mir gar nichts auslösen. Das sind völlig neutrale Projektionen. Ich habe keine Empathie, kein Gefühl. Ich baue somit auch keine Verbindung zu diesen Figuren auf. Im Spielfilm hat man natürlich mehr Zeit. Aber ich glaube, dass man auch in der Werbung fast instinktiv, unbewusst eine Beziehung zu einer Figur aufbauen will. Weil sie dich rührt, ärgert, weil man sie lustig findet oder auch befremdlich. Auf jeden Fall hat man ein engagiertes Gefühl dazu. Ich glaube, das ist das, was einen Spot dann auch nachhaltiger macht im Sinne von: Man kann ihn öfters sehen. Noch besser: Man will ihn noch einmal sehen, weil man hinter der Story noch einmal etwas Zusätzliches und Neues vermutet.

Ein bisschen schwierig, das in 30 Sekunden hinzubringen?
Ja, sehr schwierig. Ich finde es auch eine schlechte Entwicklung in der Werbung, dass Spots immer kürzer werden müssen. Oft geht es nur noch darum, das Produkt möglichst häufig zu sehen. Aber wenn der Spot eine Geschichte erzählen soll, mit einer bestimmten Form von Menschlichkeit und emotionaler Dichte braucht man Zeit. Das muss nicht eine Minute sein. Aber bereits zwischen 30 und 40 Sekunden liegen manchmal schon Welten. Natürlich kann man in 30 Sekunden auch komödiantische Situationen erzählen. Aber je kürzer es wird, umso schwieriger wird es, weil es dann nur noch schablonenhaft wird. Man sieht nur noch Andeutungen von einem Gefühl. Bei der Komik kommt dazu, dass die Kamera manchmal auf einem Gesicht bleiben können muss, in welchem etwas passiert. Manchmal braucht man diese Ruhe. Gleichzeitig eine Story zu erzählen, die mindestens eine grosse Wende und vielleicht noch zwei kleinere Wendungen hat, plus Figuren kennen lernen und dazu noch zeigen, dass diese irgendwie eine weitere Subgeschichte miteinander verhandeln – und das Ganze in 30 Sekunden abzüglich 4 Sekunden für Claim und Packshot, das ist ein Kampf um jedes Bild.

Also weniger schalten und dafür längere Spots?
Das steht mir nicht zu, das müssen sich die einzelnen Firmen überlegen. Aber für mich als Filmemacher ist es sicher so: Wenn ich ein bisschen mehr Zeit und damit Spielraum bekomme, dann kann ich auch mit dem, was mein Talent ist, noch ein bisschen stärker agieren. Aber ich akzeptiere immer, wenn ein Kunde sagt, ich habe 25 Sekunden oder 20, In diesem Fall versuche ich dort so viel Emotionalität und so viel komödiantische Energie rein zu bringen, wie ich es halt kann.

Bei den neuen Spots für Ricardolino haben Sie die Figuren völlig frei erfinden können?
Die Agentur Ogilvy hat bei den ersten zwei Spots die Ideen geliefert und ich habe die Drehbücher daraus geschrieben. Bei den vier neuen Spots habe ich darum gebeten, dass ich eigene Ideen für Geschichten einbringen kann. Wir haben dann unsere Ideen zusammengeworfen und ich habe daraus  acht Drehbücher geschrieben und in einem Auswahlverfahren präsentiert. Natürlich gab es ein paar verlustreiche Abschiede. Aber das gibt es immer bei einem kreativen Prozess. Als Filmemacher willst du gerne noch ein bisschen mehr an die Grenzen gehen. Der Kunde muss hingegen abwägen, was er noch vertreten kann und was im Konzern mit seinen Leitbildern überhaupt geht. Diese Diskussionen kennen wir ja alle. Aber ich empfinde es immer als meine Aufgabe als Regisseur, den Kunden möglichst weit an eine Grenze zu bringen. Ich glaube, dass Werbung davon lebt, dass sie bestimmte Konventionen überschreitet. Eine Werbung, die sich ganz brav an alle Grenzen hält, ist auch irgendwo banal. Das kann zwar schön sein und es kann alles funktionieren. Aber für solche Spots, die irgendwie auf Komik setzen, die auf das menschliche Desaster setzen, auf das komplexe menschliche Universum, die müssen manchmal auch ein Stück in einen riskanten Bereich hinein reichen, in einen etwas abgründigen Bereich. Dann haben sie nach meiner Meinung eine stärkere Chance auf Auffälligkeit und auch eine stärkere Chance darauf, dass die Kampagne wirklich «Talk of the Town» wird. Es braucht etwas Mut, wenn man will, dass über einen Spot jetzt wirklich geredet wird an der Uni und in der Kantine. Und das sollte eigentlich passieren mit einem solchen Spot. Aber hier kann ich nur beratend wirken. Am Schluss liegt die Entscheidung beim Kunden.

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Wie kann man den Humor eines Dani Levy umschreiben?
Liebevoll, unzynisch, und immer mit einer Portion Tragik drin. Für mich gehört Tragik beim Humor untrennbar dazu. Für mich sind die besten und stärksten komödiantischen Momente, wenn man nicht weiss, ob man jetzt heulen soll oder lachen kann. Also wo Tragik und Komik sich wirklich ergänzen. Mit den menschlichen Schwächen liebevoll umgehen. Hilflosigkeit, Verlegenheit, die Verzweiflung an einem ersten Date, was wir zum Beispiel jetzt in einem der Spots für Ricardolino machen. Eine Notsituation komödiantisch zeigen, ist immer interessanter als eine Figur, die sich in einem sicheren privilegierten Rahmen bewegt. Dort lässt sich keine Komik erzeugen. Das finde ich wichtig und deshalb versuche ich es immer wieder auch dem Kunden gegenüber zu erklären: Ihr müsst den Mut haben, dass auch etwas fast Negatives oder Tragisches passiert in dieser Situation, damit es komödiantisch sein kann. Wenn der Zuschauer mit einer emotionalen Beteiligung an die Figur angekoppelt wird, weil er die Notsituation sofort versteht, dann entsteht ein starkes Gefühl. Aber wenn der Kunde meint, «wir dürfen nichts riskieren, was irgendwie schräg ist oder problematisch, weil das eventuell unsere Marke schädigt», dann geht man unter Umständen an der Komödie vorbei.

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Viele Komiker sind nicht freiwillig Komiker geworden, wenn man Woody Allen anschaut. Wieso ist Dani Levy lustig geworden?
Wahrscheinlich auch, weil ich genügend Tragisches, Komplexes und Neurotisches in mir habe. Ich bin ein selbstzweifelnder, kritischer Mensch, der unter der Wahrheit immer noch eine andere Wahrheit sucht, der den Menschen als ein sehr komplexes und widersprüchliches Wesen empfindet. Einer, der Schwierigkeiten hat, keine Fehler zu machen. Ich bin voller Makel und Fehlverhalten und Peinlichkeiten und Versagen und aus dem heraus entsteht natürlich so etwas wie eine Überlebensstrategie. So entsteht Humor. Das ist auch im jüdischen Humor ein fester Bestandteil, dass du einfach versuchst, selbstironisch und humorvoll mit deinen Schwächen umzugehen. Der Humor ist immer genährt aus etwas, das ich als problematisch empfinde. Humor ist nicht etwas, wo ich easy darüber lachen kann sondern Humor ist etwas, das mir gleichzeitig auch weh macht.

In den USA sind viele Komiker aus dem jüdischen Kreis. Hilft das auch in der Schweiz? Spielen die jüdischen Wurzeln in der heutigen Schweiz überhaupt noch eine Rolle?
Es ist universell. Klar gibt es Regionen wie Asien, wo andere Tonalitäten im Humor zu finden sind. Die Ironie und Selbstironie im jüdischen Humor sowie auch ein neurotischer Umgang mit Tragik und Komik wird im asiatischen Raum nicht so verstanden. Aber in Europa und Amerika oder Südamerika kommt diese Art von Humor, die aus der Not geboren worden ist, gut an. Aus der Verzweiflung entsteht Lachen. Humor ist deshalb auch immer wieder ein Heilmittel gegen schmerzhafte Elemente, sei es in der Politik oder auch bei ganz normalen Eheprobleme, Scheidungsprobleme, Einsamkeit oder Minderheitenprobleme. Es gibt auch in anderen Minderheiten sehr viel Humor. Es gibt den spezifischen Schwulen-Humor, der ganz toll sein kann. Es gab einen starken Humor in der DDR, sogar im Islam. Es gibt viele muslimische Komiker. In Deutschland erleben wir einen richtigen Boom des «Humors mit Migrationshintergrund». Jedes starre und zum Teil auch rigide politische oder gesellschaftliche System kreiert im Untergrund eine humoristische Rebellion. Wie stark das verfolgt wird oder zugelassen ist immer eine andere Frage. Irgendwann wird der Humor auch erstickt in der Illegalität. Aber grundsätzlich lässt sich sagen: Jede Situation, die mit Druck und Repression arbeitet, kreiert Humor als Subversion.

Ist der heutige Filmemacher auch ein moderner Hofnarr?
Ja, finde ich schon. Ich finde es toll, wenn er diese Rolle hat. Aber wenn der Hof kapiert, wie stark der Hofnarr den Hof narrt, dann kann es schnell tragisch enden. Hofnarren sollten oft nur unterhalten. Wenn sie kritisch wurden oder subversiv, dann war der Kopf ab. Ok, in der Schweiz und Europa sind wir in einer gesicherten Situation. Im Iran ist es sicher wesentlich schwieriger, eine regimekritische Komödie zu machen. Grundsätzlich sehe ich es aber schon so, dass der Komödienregisseur die Aufgabe oder sogar die Verpflichtung hat, kritisch und subversiv  mit bestehenden Situationen und bestehenden Zuständen umzugehen. Er soll dem Zuschauer über Humor und mit einer scharfen Zeichnung der Zustände noch einmal eine andere Perspektive auch für Tabu-Themen bieten. Das finde ich extrem dankbar. In meinen Filmen geht es ja oft darum, dass man ein Verhältnis findet zu Sachen, die uns alltäglich umgeben, wie zum Beispiel schwierige Familien oder Menschen mit psychischen Störungen. Das ist etwas, das in der Komödie immer gern behandelt worden ist. Es ist etwas Schmerzhaftes und Schwieriges, aber gleichzeitig hat es auch etwas Komödiantisches, manchmal ist es auch unfreiwillig komödiantisch. Damit finde ich, kann der Filmemacher schon dahingehend wirken, dass man bestimmte Themen oder gesellschaftliche Symptome ins Bewusstsein der Zuschauer bringt. Dass man sagt, das gehört einfach auch dazu. Es gibt zum Beispiel so viele psychische Volkskrankheiten, da drängt es sich geradezu auf, darüber eine Komödie zu machen.

In Ihrer Biografie steht, dass Sie auch schon mal zwei Jahre als «Vagabund» in den USA gelebt haben. Was muss man sich unter Vagabund vorstellen?
Das waren nur 10 Monate. Vagabund ist, wenn du nicht in Hotel schläfst, sondern draussen oder bei Leuten, die dich aufnehmen. Ich habe Dayjobs gemacht auf dem Bau oder auf Ölfeldern. Das war für mich eine wichtige Zeit. Ich bin in Basel in einer sehr gesitteten und bürgerlichen Familie ohne soziale Problematik aufgewachsen. Irgendwie hatte ich diese Sehnsucht: Ich möchte mal wirklich auf der Strasse leben, die Realität von einer anderen Perspektive sehen. Die Zeit in den USA mit Autostopp war für mich lehrreich, weil ich spüren konnte, was das für ein Leben ist, wenn man einfach kein Geld hat.
 

Heute macht man rund um solche Erlebnisse eine Realityshow.
Das stimmt.

Sie sind dann nach Berlin ausgewandert?
1980, nach der USA-Reise habe ich Freunde beim Theater Rote Grütze besucht, die ich für ihr  engagiertes und politisches Kinder- und Jugendtheater bewunderte. Als sie mich fragten, ob ich nicht einfach bleiben wollte, und ich ohnehin schon schlafsackmässig unterwegs war, bin ich eben in dieser WG in Berlin hängen geblieben und mit einer Nebenrolle in das politische Theater eingetaucht.

Von dort hat sie der Schweizer TV-Regisseur Thomas Hostettler ins «Motel» geholt?
Das war 1984 ein paar Jahre später. Ich bin selber für ein ganz normales Casting in die Schweiz gereist und damit zu meiner Rolle als «Peperoni» gekommen.

«Motel» wurde zur ersten Soap der Schweizer Fernsehgeschichte. Haben Sie am Drehort in Egerkingen seither wieder einmal einen Kaffee in diesem Motel getrunken?
Nein, gibt es das noch?

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Sie sagen heute, Sie mussten damals aus der Schweiz flüchten, um Ihr Image als Peperoni los zu werden?
Nein, nein, ich wohnte schon in Berlin und bin schon während der Dreharbeiten ständig gependelt. Es war aber heftig. «Motel» war derart populär. Das war noch vor den Privatsendern. Wir hatten jeden Sonntag einen gigantischen Marktanteil.

Und ständige Verrisse im Blick.
Ja, der Blick hatte seine eigene Beziehung zum «Motel», das kann man sagen. Es gab eine Szene, wo ich als Peperoni Peter Freiburghaus – er spielte den Garçon im Motel –   küssen musste. Er hat sich in mich verliebt und wir haben also vor der Kamera ein bisschen geschmust. Das ist vom Blick zu einem derart wahnsinnigen Sturm der Entrüstung aufgebauscht worden, dass der Kuss in der Wiederholung rausgeschnitten werden musste. Aber der Blick hat uns durch diese ständige Polemik rund um die Qualität von «Motel» auch geholfen. Wir waren ein Jahr lang im täglichen Gespräch.

Für Sie wurde es zum Einstig ins Filmgeschäft.
Für mich war «Motel» insofern spannend, weil ich sehr viel gelernt habe über das Filmemachen. Ich konnte ein Jahr lang zuschauen, wie Thomas Hostettler, Daniel Helfer und Josef Scheidegger Regie geführt haben. «Motel» war eine der ersten Serien ausser «Lindenstrasse» damals, die mit Video aufgenommen wurden. Wir haben jeweils von Montag bis Donnerstag gefilmt. Am Freitag und Samstag wurde in einem Zimmer im Motel geschnitten und am Sonntag konnten die 25 Minuten bereits ausgestrahlt werden. Das war ein super schneller Prozess. Für mich war es interessant, weil wir jeden Tag Material für sechs Minuten geschnittene Filmzeit drehen mussten. Ich habe viel gelernt vor und hinter der Kamera. Für ein oder zwei Folgen habe ich dann auch das Drehbuch geschrieben.

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Nach ein bisschen Germanistik-Studium sind Sie somit autodidaktisch zum Film gekommen?
Ja, kann man sagen.

Ihr erster Erfolg in Deutschland wurde «Du mich auch». Für diesen Kinofilm mussten Sie fünf Jahre nach einem Produzenten suchen?
Als Autodidakt wartet niemand auf dich.

Mit diesem Erstling haben Sie den heutigen Star-Regisseur Tom Tykwer kennen gelernt, weil dieser als Filmprojektionist «Du mich auch» vorgeführt hat.
Ja, er war Filmvorführer im «Moviemento»,  einem kleinen Kino in Berlin Kreuzberg und hat über zwei Jahre lang «Du mich auch» vorgeführt. Ich glaube, Tom kennt den Film besser als ich. So wurden wir näher bekannt miteinander. Er hat selber Kurzfilme realisiert in dieser Zeit und dadurch den Produzenten Stefan Arnd kennen gelernt. Ich habe wiederum den Regisseur Wolfgang Becker gekannt und so sind wir vier schliesslich für die Gründung unserer eigenen Gesellschaft x Filme zusammen gekommen. Zu Beginn waren noch andere Leute im Gespräch, weil wir die Firma noch ein bisschen breiter abstützen wollten. Wir sind dann aber zu viert geblieben, weil wir in dieser Form das grösste Vertrauen hatten. Diese Freundschaft ist bis heute geblieben.

Wie wichtig sind solche Zufälle oder Netzwerken im Filmbusiness?
Es ist nicht nur Zufall. Auch Befindlichkeit. In jener Zeit 1994 gab es ein Gefühl unter uns Filmemachern, die es wahrscheinlich bei den jungen Filmemachern heute auch gibt: dass man als Einzelkämpfer in dieser Branche wenig Chancen hat. Man muss sich durchsetzen können in der Produktionssituation mit den Sendern, Förderungen, Produzenten. Dazu die grundsätzliche Frage: Wie lukrativ muss ein Film überhaupt sein, dass Geld fliesst? Da bist du als einzelkämpferischer Regisseur verloren. Wir hatten das Gefühl, wir brauchen uns gegenseitig aus zwei Gründen: Wir sollten uns wirtschaftlich gegenseitig stützen, also eine Art Lobby bilden, damit wir gemeinsam mehr Einfluss und auch mehr Kraft haben, unsere Interessen zu. Der zweite noch wichtigere Punkt aber war, dass wir uns alle sehr vereinsamt gefühlt haben. Wir wollten uns gegenseitig haben, um gemeinsam und miteinander über Drehbücher, Schnitt oder Besetzungen reden zu können. Dazu braucht es vertrauensvolle Partner, die nicht von einem ganz anderen Stern kommen sondern irgendwie in der gleichen Situation sind und  die Not und die Hindernisse kennen, mit denen man zu tun hat, wenn man jahrelang an einem Projekt arbeitet. Wir wollten eine gemeinsame Beratung, die aber auch eine kritische Beratung ist.

Negatives Feedback als Coaching?
Oft ist es ja so bei Filmemachern untereinander, dass sie sich nicht getrauen zu kritisieren. Der Filmemacher bekommt ohnehin schon so viel auf den Deckel von der Kritik, den Zuschauern und den Flops, da unterstützt man sich gegenseitig. Wenn man ein Drehbuch schreibt, ist es aber wichtig, dass es jemand liest, der auch wirklich ehrlich ist. Den man aber so gut kennt, dass er bei aller Ehrlichkeit trotzdem solidarisch ist. Oder der kritisch ist aus Solidarität. Das war ein Bedürfnis von uns, einen solchen kritischen Austausch aufbauen zu können.

«Amour» von Michael Haneke ist von x Filme produziert worden und hat neben zahlreichen Preisen eben einen Oscar gewonnen. Beim Deutschen Filmpreis am 26. April ist x Filme mit 12 Nominationen dabei. Wie weit ist Dani Levy als einer der vier Gesellschafter von x Filme ideell und auch finanziell an diesen Erfolgen beteiligt?
Also ideell bin ich immer beteiligt. Bei Hanekes «Amour» haben wir nicht so viel zu tun gehabt, weil der Film in Frankreich produziert worden ist, im Gegensatz zu «Das weisse Band», den wir bei uns gedreht haben und wo x Filme auch wirklich die ausführende Produktionsgesellschaft war. Bei «Amour» sind wir Minderheits-Koproduzent. Ich fiebere für jeden Filmemacher, nicht nur aus unserer Firma mit, der einen starken eigenwilligen Film gemacht hat, der mehr Aufmerksamkeit und mehr Rückenwind braucht. Wir kämpfen bei x Filme auch gegen den Verfall vom anspruchsvollen Film. Das ist nicht leicht, wenn ein Film wie «Amour» in Deutschland jetzt etwas über 300‘000 Zuschauer hat. Das macht Til Schweiger am ersten Donnerstag. Selbst «Das weisse Band» hat trotz Goldener Palme, Golden Globe und einer Oscar Nominierung nach einem Jahr im Kino «nur» 700‘000 Zuschauer erreicht. Dabei war es ein deutsches Thema mit deutschen Stars. Für uns ist es viel, aber im Verhältnis zum Kommerz in Deutschland ist es wenig. Deshalb kämpfen wir für anspruchsvolle, spannende, komplexe und im weitesten Sinn auch politische Filme für ein breites Publikum.

«Cloud Atlas» von Ihrem ehemaligen Kinovorführer Tom Tykwer ist mit einem Budget von rund 100 Millionen Euro der teuerste deutsche Film der Geschichte. Was bedeutet das für Dani Levy als Gesellschafter. Sind Sie da Koproduzent?
Faktisch ja. Wir haben für diese Produktion eine Unterfirma gegründet. Ich muss gestehen, für mich war es erstmals befremdlich, dass wir einen so teuren Film machen. Ich fragte mich: Was hat das mit uns zu tun? Mit meiner Realität und mit meiner Vision hat diese Produktion nicht viel zu tun gehabt. Aber ich fand es spannend, dass es überhaupt geht und dass wir in der Firma über diesen Film trotzdem so diskutiert haben, als wäre es ein kleines Projekt. Für mich war entscheidend, dass «Cloud Atlas» trotzdem einen Autorenfilm-Touch hat.

Euer Creative Pool bei x Filme beschäftigt heute 40 Mitarbeitende. Der «Vagabund» aus Amerika ist jetzt auch Unternehmer geworden?
Für Arthouse sind wir mit unserer Firma relativ gross, wobei die 40 Mitarbeiter auch unseren Verleih mit einschliesst. Ich bin einer der vier Gesellschafter, aber nicht Geschäftsführer. Somit habe ich mit dem Geschäftsalltag nicht sehr viel zu tun. Wir treffen uns einmal pro Monat zu einem Gesellschafter-Treffen. Dort legen wir alles auf den Tisch, besprechen die Projekte, den Cashflow, wie es auf unseren Bankkonten ausschaut. Wir besprechen natürlich auch die Situation des Kinos.

Soviel Erfolg zieht auch andere an. Wird x Filme mit Drehbüchern überschwemmt?
Wieviel da genau reinkommt, weiss ich nicht. Aber wir machen natürlich nicht nur unsere eigenen Filme. Haneke ist ja auch kein Gesellschafter. Wir haben uns immer als eine offene Firma verstanden, die für alle interessanten Autorenfilmer eine Heimat werden kann. Weil wir nach meiner Meinung mit die besten Autoren- und Regieverträge haben in der Branche Das ist für uns wichtig, dass der Filmemacher und auch der Autor am Rückfluss beteiligt sind – und zwar möglichst früh und möglichst hoch. Dann ist uns wichtig, dass unsere Produzenten sich künstlerisch und wirtschaftlich für den Film einsetzen und das Budget möglichst klug in den Film stecken.

Zurück zum Werbefilm: Dreht Dani Levy auch Spots in Deutschland?
Bisher nicht. Ich bin jemand, der sehr ungern pitcht. Ich finde Pitching in der Werbung total unsexy. Man kümmert sich mit grosser Leidenschaft und Freude um ein Projekt. Bringt Ideen rein und stellt sich vor, wie es toll werden könnte.  Aber dann bist du gleichzeitig in einem Pitch mit drei oder 20 anderen Regisseuren, wo du zum Schluss den Zuschlag nicht bekommst, vielleicht auch nur, weil eine andere Firma den Spot billiger kalkuliert hat. Das ist ein frustrierender Vorgang, den wahrscheinlich kein Regisseur mag. Ich habe auch die Zeit dafür nicht. Wenn aber ein Kunde oder eine Agentur sagt, wir wollen Dani Levy, dann habe ich nichts dagegen, mich zu bewerben, für das in eine Vorleistung zu gehen und sogar ein Buch zu schreiben. Aber die klassische Pitchsituation mit vielen anderen zusammen versuche ich eigentlich zu vermeiden. Das wissen die meisten Agenturen und fragen mich für so breite Pitches gar nicht an. Aus diesem Grund habe ich in Deutschland, wo es noch viel härter mit Pitchen läuft, bisher gar nichts gemacht, obwohl ich fast jede Woche eine Anfrage bekomme.

Sie wollen mit Ihrem Markenzeichen wahrgenommen werden?
Es gibt so viele tolle Werbefilmregisseure, die nur das machen. Deutsche, Dänen, Engländer, Amerikaner, die überall arbeiten. Das sind Leute, die Zeit und Kapazität haben, richtig coole Pitches zu präsentieren. Die haben grosse Archive, Spezialisten, die für sie ihre Boards und Director Statements schreiben, die Mood-Boards zusammen schneiden und diese mit Musik unterlegen. Ich habe weder die Zeit noch die Infrastruktur dazu. Ich brauche nicht jedes dritte Board auf meinem Tisch, mir reicht es, wenn nur die kommen, die sich wirklich für mich interessieren. Es zählt ja schlussendlich auch nur das Resultat und die Form der Zusammenarbeit, der Spot muss einfach gut werden. Dazu braucht es natürlich die Kooperation mit dem Kunden und der Agentur aber eben auch den Mut und die Eigenwilligkeit für seine Ideen zu kämpfen. Diese Leidenschaft, für jeden Spot zu kämpfen, ist vielleicht ein Markenzeichen von mir. Es tut mir weh, wenn ich einen Film nicht so gut machen kann, wie es möglich ist. Ich will, dass der Kunde seinen Spot voller Stolz zeigen will.

Die Kinofilme «Mein Führer und anschliessend «Das Leben ist zu lang» haben auch Kritik eingebracht. «Das Leben…» war eine Selbstreflexion über den Beruf des Regisseurs. Wieso «mussten» Sie das verfilmen?
Die meisten Filme, wo Regisseure über ihren Beruf reflektieren,  wie auch «Stardust Memories» von Woody Allen, waren meistens Flops an der Kasse und trotzdem für den Filmemacher wichtig. Für mich war es wichtig nach «Mein Führer», weil ich mich nach diesen zwei Lebensjahren fragte: Wieso mache ich eigentlich diesen ganzen Wahnsinn? Man versucht etwas Riskantes zu machen, das bedeutungsvoll ist, relevant im Sinne einer gesellschaftlichen Kritik. Aber das eigene emotionale Wagnis wird überhaupt nicht honoriert und man wird von der Kritik nur verrissen. Ich wollte deshalb einen Film machen über diese Kollision zwischen einem leidenschaftlichen Beruf und was es bedeutet für eine Familie, wenn der Vater Kunst macht und zwei Kinder da sind. Mit wem geht er ins Bett, mit der Frau oder der Kunst? Da hatte ich das Gefühl, das ist ein interessantes Thema. Ich hätte den Film gerne noch viel kleiner gemacht oder noch viel dreckiger. Einfach ein sehr persönlicher Film. Einen solchen Film macht man einfach einmal im Leben und meistens wird man dafür massiv kritisiert. Das ist dann egal, ich bin froh, dass ich ihn gemacht habe.

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Dafür sind Sie sehr gelobt worden für den Tatort «Schmutziger Donnerstag». Gibt es in dieser Serie bereits einen Folgeauftrag?
Mal schauen. Für mich war es eine super Erfahrung. Zum ersten Mal habe in der Schweiz einen ganzen Film und nicht nur einen Spot gedreht. Ich habe viel kennen gelernt über die Schweizer Realität. Wir haben ja mit der Vorgeschichte zum «Schmutzigen Donnerstag» massiven Gegenwind bekommen von den Luzerner Zünften. Das fand ich politisch interessant. Gleichzeitig war es toll, mit Schweizer Schauspielern und Technikern arbeiten zu können. Mit viel Spass und hoher Qualität.

Sie kamen mit dem «Tatort»-Produzent Zodiac Pictures in Luzern wegen einem anderen Projekt in Kontakt. Um was geht es dort?
Das ist eine Komödie über eine normale Familie von normal Verrückten. Ein bisschen «Little Miss Sunshine».  Eine dysfunktionale Familie, in der alle heftige Probleme haben und ziemlich egomanisch und neurotisch sind miteinander. Eine schmerzhafte und trotzdem sehr heitere Komödie über Menschen, die in einer plötzlichen Notsituation zusammenfinden. Und das auch noch in der Schweiz. Das ermöglicht hoffentlich eine Koproduktion Deutschland Schweiz, ganz klassisch. Da bin ich seit zwei Jahren am Schreiben. Die Fassungen, die ich vor dem Tatort geschrieben hatte, musste ich leider in den Abfall schmeissen. Jetzt habe ich noch einmal neu angefangen.

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Viel Lob: Tatort «Schmutziger Donnerstag»

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Mit «Alles auf Zucker» wurde Dani Levy neben dem Ernst-Lubitsch-Preis auch mit sechs Lolas beim Deutschen Filmpreis 2005 ausgezeichnet. Die Komödie wurde als «Wiederbelebung des deutsch-jüdischen Lustspiels» gewürdigt.
 

Interview: Andreas Panzeri

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Führungskräfte lesen 20 Minuten, Tagi und NZZ

Führungskräfte bevorzugen laut der Studie «MA Leader 2013» bei der täglichen Zeitungslektüre 20 Minuten. Dahinter folgen Tages-Anzeiger und NZZ. Am Wochenende hat die Sonntagszeitung die Nase vorn. NZZ Folio und Das  Magazin sind ebenfalls sehr beliebt.

Die Studie «MA Leader» der AG für Werbemedienforschung (Wemf) listet die Präferenzen von Führungskräften mit einem persönlichen Jahreseinkommen ab 100'000 Franken (Leader) respektive ab 140'000 Franken (Top-Leader) auf. Die Daten werden alle zwei Jahr erhoben.

Mit einer Reichweite von 38,2 Prozent schwingt das Gratisblatt 20 Minuten bei den Leadern nach wie vor obenaus. Der Tages-Anzeiger (27,5 Prozent) und die NZZ (22,8 Prozent) folgen auf den weiteren Plätzen. Die gleiche Reihenfolge ergibt sich bei den Top-Leadern. Die Sonntagszeitung führt bei den Wochentiteln mit 34,2 Prozent die Leader-Liste an. Die entsprechende Zahl für die NZZ am Sonntag lautet 31,2 Prozent. Das Magazin erreicht 37,3 Prozent, während es beim NZZ Folio 33,6 Prozent sind.

Auch in der Westschweiz liegt mit 20 Minutes ein Gratisblatt vorn. Die Reichweite bei den Leadern beträgt hier 38,1 Prozent. Le Temps (24,3 Prozent) und die Wochenausgabe von Le Matin (20,5 Prozent) belegen die weiteren Plätze in der Rangliste. An der Spitze der Beliebtheit befindet sich in der Romandie das Magazin L'Hebdo, das eine Reichweite von 39,0 Prozent erzielt. Am Wochenende erreicht Le Matin Dimanche einen Wert von 37,0 Prozent. Die Wemf stützt sich bei ihrer Studie auf 2'359 Interviews in der Deutschschweiz und 765 Interviews in der Westschweiz. (SDA)

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Alle Grafiken: Werbewoche

 

Geschäftsführer von Joiz Deutschland steht fest

Carsten Kollmus wird Geschäftsführer von Joiz Deutschland. Der 41-jährige studierte Betriebswirt soll in den nächsten Jahren den Sender im deutschen Zuschauer- und Werbemarkt etablieren.

Kollmus ist seit mehr als 16 Jahren für namhafte Medienunternehmen tätig, wie es in einer Mitteilung heisst. Zuletzt arbeitete er als Geschäftsführer bei Zoomin TV, davor war er als Vice President Ad Sales bei MTV Networks in Berlin tätig. Zu seinen weiteren beruflichen Stationen zählen das ZDF, Doubleclick und IP Deutschland.

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CEO Alexander Mazzara dazu: «Wir sind sehr froh, dass wir mit Carsten Kollmus einen erfahrenen Kollegen und ausgewiesenen Medienexperten gefunden haben. Carsten kennt den deutschen Medien- und Werbemarkt und hat grosse Erfahrung im Umgang mit allen Plattformen, egal ob TV, Web, Social Media oder Mobile. Damit besitzt er das notwendige Know-how, um Joiz erfolgreich im deutschen Fernsehmarkt zu positionieren. In der Schweiz gibt es Joiz nun seit zwei Jahren und unser interaktives und transmediales Konzept ist aufgegangen: Die Zuschauerzahlen und -reaktionen steigen stetig, die Akzeptanz im Werbemarkt ist da. Wir sind optimistisch, dass wir das auch in Deutschland schaffen.»

Carsten Kollmus ergänzt: «Der Launch von Joiz in Deutschland ist wirklich sehr spannend und ich bin froh, von Anfang an dabei zu sein. Joiz ist einerseits ein Sender mit den klassischen Verbreitungswegen und somit auch konventionell im Free-TV zu empfangen, aber alles, was wir senden, ist ganz konsequent auf den Second Screen und die direkte Interaktion mit den jungen Erwachsenen ausgerichtet. In der Schweiz hat Joiz schon bewiesen, dass man mit einer authentischen Ansprache auf Augenhöhe, Interaktionsmöglichkeiten sowie starken Programmfarben eine Zielgruppe wieder ins Fernsehen holen kann, die den großen Sendern teils verloren gegangen ist. Auch Deutschland ist reif für einen echten Social-TV-Sender – da bin ich mir sicher. Nicht zuletzt bieten wir damit den Werbekunden die Möglichkeit, einer attraktiven Zielgruppe zu folgen und diese effizient sowie adäquat anzusprechen – von klassischen Spotbuchungen über Branded Entertainment bis hin zu neuen interaktiven Werbeformen im TV bieten wir von Anfang an das gesamte Spektrum der transmedialen Kommunikationsmöglichkeiten.»

Weiterführende Links zu Joiz Deutschland:

Werbewoche.ch/joiz-ab-sommer-2013-auch-in-deutschland
Werbewoche.ch/joiz-castings-stiessen-in-deutschland-auf-interesse
Werbewoche.ch/erster-joiz-moderator-fuer-deutschland-steht-fest
 

Gut besuchter Schaffhauser Marketing-Tag 2013

Mehr als 200 Personen trafen sich am 9. April im Park Casino zum fünften Schaffhauser Marketing-Tag. Nebst Networking standen zahlreiche Referate auf dem Programm. Stephan Klapproth führte durch den Abend.

Die Referenten Hans-Peter Kellerhals, Sybille Sachs, Jens Alder und Christian Amsler beleuchteten das diesjährige Thema «Führung in unsicheren Zeiten» auf eindrückliche und spannende Weise, wie es in einer Mitteilung heisst. So untermauerte Divisionär Kellerhals die klassischen Führungsaussagen mit dem Statement «Handeln gegen den Befehl kann je nach Situation richtig sein» und begeisterte die Teilnehmer. Sybille Sachs zeigte ein neues Führungsverständnis mit den Aussagen «Gewinnmaximierung versus nachhaltige Wertschöpfung und Selbstdarstellung versus gemeinsames Leadership» auf. Diese sehr provokativen Aussagen lösten bei vielen Teilnehmenden anschliessende Diskussionen aus.

Jens Alder präsentierte Aussagen aus seinen vielen Jahren Erfahrung in leitenden Führungsfunktionen. «Führung braucht einen klaren Leader» und «sichere Zeiten hat’s noch nie gegeben» – diese und noch viele Statements machte der profunde Kenner in der Schweizer Wirtschaft. Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler zeigte an eindrücklichen Beispielen aus der Politik auf, mit welchen Herausforderungen die Politiker in der heutigen Zeit konfrontiert sind. Aufgelockert wurde der Anlass durch den Schweizer Zauber-Comedian Michel Gammenthaler. Er begeisterte und verzauberte das Publikum im Schaffhauser Park Casino.

Lebhafte Podiumsdiskussion

In gewohnt pointierter Art griff Stephan Klapproth das Tagungsthema bei der abschliessenden Podiumsdiskussion wieder auf. Dabei forderte er alle Referenten mit Thesen und Aussagen aus den Präsentationen heraus. Obwohl etliche Aussagen dem Publikum den einen oder anderen Lacher entlockte, blieb die Diskussion in sachlichem Rahmen. Gefragt nach eigentlichen Rezepten für die Führung in unsicheren Zeiten, erwähnten alle die Stichworte «Authentizität, Glaubwürdigkeit, Geschwindigkeit, Fähigkeit zum Umsetzen und Teamfähigkeit» als Erfolgsfaktoren für die Führung in dieser speziellen Situation.

Schaffhauser Marketing-Tag 2014

Sehr zufrieden mit dem Verlauf des fünften Schaffhauser Marketing-Tages zeigte sich der Präsident von Swiss Marketing Schaffhausen und Organisator des Anlasses Eugen Da Pra.
«Die Erwartungen wurden vollumfänglich erfüllt und die zahlreichen Feedbacks sind hervorragend. Diese Art von Anlass ist in der Region Schaffhausen ein echtes Bedürfnis». Der nächste Schaffhauser Marketing-Tag wird am Dienstag, 8. April 2014 stattfinden.

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Stephan Klapproth führt in seiner speziellen Art durch den Anlass

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Divisionär Hans-Peter Kellerhals in der Diskussion

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Sybille Sachs bei ihren Ausführungen

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Jens Alder erklärt seine Führungsphilosophie

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Christian Amsler

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Michel Gammenthaler begeistert das Publikum

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Die Podiumsdiskussion greift die Themen nochmals auf

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Ein sehr gut besuchtes Park Casino

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Von links nach rechts: Eugen Da Pra, Jens Alder, Sybille Sachs, Christian Amsler, Divisionär Hans-Peter Kellerhals, Stephan Klapproth

Michael Kessler, Profifoto.ch

Neuer CEO von AZ Medien ernannt

Der Verwaltungsrat der AZ Medien hat Axel Wüstmann zum neuen CEO ernannt. Er tritt die Nachfolge von Christoph Bauer an, welcher das Unternehmen per Ende letzten Jahres verlassen hat.

Der 39-jährige Axel Wüstmann wird seine Stelle am 1. Juni 2013 antreten, wie es in einer Mitteilung heisst. Peter Wanner, welcher die CEO-Funktion der AZ Medien seit 1. Januar 2013 interimistisch übernommen hat, wird sich dann wieder seinen Aufgaben als Verleger und VR-Präsident widmen.

Axel Wüstmann kommt von Gruner + Jahr, einem Unternehmen von Bertelsmann. Er war über zehn Jahre für dieses Medienunternehmen in verschiedenen leitenden Funktionen tätig, zuletzt seit 2010 als Geschäftsführer Operations und Geschäftsführer von Digital sowie Mitglied der Verlagsgeschäftsführung Deutschland.

Axel Wüstmann hat in München Betriebswirtschaft studiert, bevor er 1998 als Trainee bei Gruner + Jahr einstieg. Sein MBA hat er 2003 an der Bocconi Universität in Mailand absolviert. Von 2004 bis 2008 war er stellvertretender Verlagsleiter der Zeitschrift Stern, Geschäftsführer Stern.de und von 2008 bis 2010 Verlagsleiter der Verlagsgruppe Brigitte.

Axel Wüstmann ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von zehn und acht Jahren.
 

Valencia stärkt Corporate Communications-Portfolio

Valencia Kommunikation hat für den Schweizer Baustoff-Produzenten Holcim das Mitarbeitermagazin für Führungskräfte überarbeitet. Das Magazin erschien bisher unter dem Namen Holcim News in Print.

Nun wurde es von Valencia Kommunikation grafisch überarbeitet und erscheint neu unter dem Namen Holcim Focus zehnmal im Jahr in elektronischer Form. Valencia Kommunikation zeichnet dabei für Gestaltung sowie für den neuen Namen verantwortlich und wird das Magazin in Zukunft layouten. Die Schwerpunkte des Magazins sind Strategie, Visionen und Werte.

Verantwortlich bei Holcim: Markus Jaggi (Head Corporate Communications), Karin van Egmond (Internal Communications). Verantwortlich bei Valencia Kommunikation: Nadine Weber (AD), Claudia Ferrari, Daniela Fernández (Beratung), Serdal Aktas, Özge Altin, Anke Wehner (Desktop).

 

Neue Website «The Creative Festival Guide»

«The Creative Festival Guide» ist eine redaktionell ausgerichtete Website, die einen Überblick über die wichtigsten Kreativfestivals weltweit bietet. Das vom Digitalstudio Parasol Island entwickelte Projekt wird fortlaufend aktualisiert und um neue Festivaltermine ergänzt.

Von traditionellen Wettbewerben wie dem ADC Festival über Kreativfestivals in neuen Märkten wie Ciclope in Südamerika bis hin zu cross-kulturellen Events wie OFFF in Barcelona – der «Creative Festival Guide» von Parasol Island fasst die wichtigsten Termine der Kreativbranche zusammen. Das vom Düsseldorfer Digitalstudio als englischsprachige Website umgesetzte Projekt wird fortlaufend redaktionell gepflegt und aktualisiert. Neben den reinen Festivaldaten sorgen Icons für verschiedene Kategorien sowie eine kurze redaktionelle Beschreibung für schnelle Übersicht. Die Site bietet eine Maps-Integration und die Möglichkeit, die Festivaltermine in den eigenen Kalender zu importieren.

Zusätzlich zur Website wurde «The Creative Festival Guide» als DIN-A1-Poster in kleiner limitierter Auflage gestaltet. Für die Illustration zeichnet sich Parasol Island Inhouse-Talent Jonathan Niclaus verantwortlich.

Die kreative Gesamtleitung des Projekts hat Charles Bals übernommen.
 

Küttel Laubacher relauncht Immobilienportal

In neuem Gewand präsentiert sich seit März 2013 das Immobilienportal Newhome.ch. Im Rahmen des Gesamtkonzeptes hat die Küttel Laubacher Werbeagentur den Relaunch des Webauftritts konzipiert.

Zudem kreierte die Agentur ein neues Corporate Design für das Unternehmen. Und als «Tüpfelchen auf dem i» gleiste Küttel Laubacher eine nationale Kampagne auf. 15 Kantonalbanken beteiligen sich am Neuauftritt.

Der Werbespot mit einem nicht ganz alltäglichen Cast ist das Herzstück der Kampagne. Entstanden ist der Spot in Zusammenarbeit mit der Badener Produktionsfirma Maybaum Film und Brunner&Meyer – Büro für Animation und Illustration, Zürich. Einen Tag lang verwandelte sich das Filmstudio in eine Märchenlandschaft. In der Hauptrolle: Schneewittchen – begleitet von den sieben Zwergen.
 

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Neue CFO bei Omnicom Media Group Schweiz

Ute Kaiser geht als neue CFO zur Omnicom Media Group Schweiz. Zuvor bei der Media-Agentur Aegis Switzerland tätig, startete sie am 2. April 2013 bei Omnicom Media Group in Zürich.

Ute Kaiser tritt die Nachfolge von Marion Wagner an, die Ende März nach 16 Jahren aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Kaiser begann ihre Karriere nach dem Studium bei Daimler Chrysler und wechselte 1996 zu Heye& Partner München, weitere Stationen waren TKM Starcom, Ogilvy One Worldwide in Frankfurt und zuletzt Economia in Hamburg, bevor die gebürtige Bayerin in die Schweiz kam.

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