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Opel Astra fährt am Radio ein

Radiowerbung Zur Lancierung des neuen Opel Astra startet GM mit dem Swiss Radio Pool ein Gewinnspiel.

Radiowerbung Zur Lancierung des neuen Opel Astra startet GM mit dem Swiss Radio Pool ein Gewinnspiel.«Wir wollen den Opel Astra, der am Genfer Automobilsalon seine Schweizer Premiere feierte, bekannt machen», umreisst Samir Saydjari, Leiter Marketing-Kommunikation bei General Motors Switzerland (GM), das Ziel der Lancierungskampagne. Für die Bewerbung des neuen Modells setzt GM auf einen breiten Mediamix, der Inserate, TV-Spots, Plakat- sowie Online- und Radiowerbung umfasst. Einen speziellen Schwerpunkt setzt GM diesmal bei der Radiowerbung, zumindest erhält sie ein grösseres Gewicht als bei früheren GM-Kampagnen.Das hat gemäss Saydjari drei Gründe: Zum einen kam es letztes Jahr zu personellen Wechseln im GM-Management – «und damit zu neuen strategischen Meinungen und Ideen». Zudem hat GM mit den bisher kleinen Radiobudgets (weniger als fünf Prozent des gesamten Auftragsvolumens) «gute Erfahrungen gemacht». Vor allem während des Tages. Saydjari: «Abends schauen die Leute fern, aber im Auto, am Arbeitsplatz oder zu Hause sind wir ihnen übers Radio den ganzen Tag sehr nahe.» Der dritte Grund: Das Konzept der Belcom für ein dreiwöchiges Game auf sieben Sendern des Swiss Radio Pool (Radio 24, Basilisk, Pilatus, ExtraBern, Aktuell, One FM und Lausanne FM) hat überzeugt. Zumal Richi Gasser, Verkaufsleiter von Radio 24, Erfahrungen und Zahlen zu einem letztjährigen ersten Versuch – mit einer andern Automarke und nur auf Radio 24 – vorlegen konnte (siehe Kasten links).
Nur Hörer mit Gewinnchancen
Und so funktioniert das Spiel, bei dem insgesamt sieben Opel Astra als Hauptpreise winken – je ein Auto pro beteiligten Radiosender: Während drei Wochen, vom 5. bis 23. April 2004, strahlt jeder der sieben Sender zwischen 7 und 19 Uhr stündlich kurze Hinweise mit je einer zweistelligen Zahl aus. Die Zuhörer haben bis zur vollen Stunde Zeit, die Zahl per SMS (nur ab Handy, Gebühr 50 Rappen) an die Kurznummer der eingeschalteten Radiostation zu senden (eine Teilnahme ist auch per Postkarte möglich). Die SMS gehen an die Voice Publishing AG (siehe Kasten rechts unten), wo die Nummer des Handy erkannt und dazu ein Punktekonto eröffnet wird. Jedes Mal, wenn von demselben Handy ein SMS eingeht, wird die neue Zahl zu den bereits gemeldeten Zahlen auf dem Konto addiert. Je mehr Zahlen per SMS an die Zielnummer gesendet werden, desto grösser wird somit der Kontostand des jeweiligen Mitspielers. Wer am Ende des dreiwöchigen Spiels den höchsten Kontostand erreicht hat, knackt quasi den Jackpot und gewinnt den Hauptpreis.
Crossmediale Unterstützung
Zuhörer, die erst im Laufe des Spiels einsteigen oder nur sporadisch SMS senden, haben die Chance, immerhin einen der 105 zusätzlichen Tages- oder Wochenpreise (etwa ein Verkehrssicherheitstraining) zu gewinnen. Vor und während des Spiels laufen auf den Sendern Trailer, die das Spiel erklären und auch den Sponsor – GM und Opel Astra – nennen. In Zürich und Bern wird das Spiel darüber hinaus mit Inseraten und TV-Spots crossmedial unterstützt. Je eine Woche vorher und nachher hat GM zudem im Swiss Radio Pool Werbespots gebucht.
«Ein solcher Jackpot ist in der bisherigen Schweizer Radiogeschichte einmalig», freut sich Richi Gasser. Und es sei auch das erste Mal, dass sieben Deutsch- und Westschweizer Sender zu einer so breiten Kooperation zusammengefunden haben. Auch Saydjari ist gespannt. Zwar hege GM keine Erwartungen bezüglich der Anzahl SMS, sagt er. Und doch: «Falls das Spiel gut läuft, werden wir vielleicht für die Lancierung des Opel Tigra im Herbst etwas Ähnliches ins Auge fassen.»
Wie gross das Budget für das Spiel ist, war auf keiner Seite zu erfahren. Wenn man aber bedenkt, dass 50 Spots werktags über zwei Wochen im Swiss Radio Pool rund 114000 Franken kosten und die zu gewinnenden sieben Opel Astra allein je 30000 Franken, lässt sich das eingesetzte Budget zumindest grob schätzen.
Aus Erfahrungen Lehren gezogenDas erste Spiel dieser Art führte Radio 24 mit einer anderen Automarke im Herbst 2003 durch. Der Wert des Hauptpreises war verglichen mit einem Opel Astra rund 50 Prozent tiefer. Gemäss Peter Brun, Programmleiter von Radio 24, wurden damals rund 50000 SMS generiert (und nur wenige Postkarten). Den Hauptpreis gewannen schliesslich eine Frau und drei Männer, die sich quasi rund um die Uhr mit demselben Handy organisiert hatten und so fast das Punktemaximum erreichten. Diese Erfahrungen flossen nun in das Opel-Game ein. «Wir stellten fest, dass fünf Wochen zu lang waren», sagt Brun. Zudem will man nun mit den Wochen- oder Tagespreisen auch Späteinsteiger zum Mitmachen motivieren. (mk)
Jürg Wildberger zählt die SMSGeschäftsführer und Mitinhaber der Voice Publishing AG in Rümlang ZH ist Jürg Wildberger, einst Chef von TV 3. Die Firma, die laut Homepage zu den führenden Anbieterinnen von Voice-, Fax-, SMS- und MMS-Applikationen gehört, löst Probleme im interaktiven Bereich. Für das Opel-Game generiert sie die stündlich ausgestrahlten Zahlen und stellt sicher, dass ihr System die eingehenden SMS korrekt zuordnet, die Handynummern speichert und die Zahlen richtig verbucht. Zudem erhalten die Absender jeweils eine Bestätigung. Jeder Spieler kann seinen Kontostand abrufen. Zugang zu den Daten hat gemäss Wildberger aber auch der jeweilige Radiosender. Dieser kann so Mitspieler für ein Interview anrufen. (mk)
SMS mit Gewinnchancen: General Motors lanciert den neuen Opel Astra mit einem Wettbewerb, der per Handy entschieden wird.
Markus Knöpfli

Zeitungen verlieren immer noch Inserate

Inseratestatistik Die Schweizer Zeitungen haben im Februar 9,5 Prozent weniger Inseratevolumen verbucht als im Vorjahresmonat.

Inseratestatistik Die Schweizer Zeitungen haben im Februar 9,5 Prozent weniger Inseratevolumen verbucht als im Vorjahresmonat.Der Rückgang betraf die verkaufte Tagespresse in allen Kategorien und in allen Landesteilen. Anders die Gratisblätter. Die kostenlosen Tageszeitungen legten um 1,8 Prozent zu. Bei der regionalen Gratis-Wochenpresse konnten die grösseren Titel um 3,4 Prozent zulegen, während die kleineren (unter 50000 Exemplaren) 27,6 Prozent verloren. Die Sonntagspresse steigerte das Anzeigenvolumen um 10,1 Prozent auch dank Schaltjahr und einem zusätzlichen Sonntag. Der Bereich Publikumspresse meldet nach Januar erneut ein Wachstum, allerdings auf geringerem Niveau (1,7 Prozent gegenüber 9,2 Prozent). Die Illustrierten der Romandie legten dabei um 49,2 Prozent zu, während die deutschsprachigen 6,0 Prozent verloren.

Einkaufen hält fit

Gesundheit Die Werbeidee von Migros-Kundin Silvia Huber – Migros’ Fitness-Engagement in den Filialen bekannt zu machen – scheint auch die Agentur Grey Worldwide überzeugt zu haben.

Gesundheit Die Werbeidee von Migros-Kundin Silvia Huber – Migros’ Fitness-Engagement in den Filialen bekannt zu machen – scheint auch die Agentur Grey Worldwide überzeugt zu haben.Für die Bekanntmachung des neuen M-Fitnessparks Puls 5 haben die Kreativen einen Migros-Sack mit Gewichtsplatten von Fitnessmaschinen bedruckt. «Machen Sie sich fit für den Fitnesspark», lautet die Aufschrift, und das Foto macht das ehrgeizige Ziel deutlich: Satte 100 Kilo soll die Migros-Kundschaft stemmen können. Mit dem munteren Einkäufeschleppen können die Konsumenten schon vor der Eröffnung am 16. August
etwas für ihren Körper tun.

Feindliche Übernahme

Ihr scheidender Chefredaktor hat sich jüngst zwar als harmloser FDP-Wähler geoutet. Der linken Zürcher Journaille dient die Weltwoche aber weiterhin als nostalgische Projektionsfläche.

Ihr scheidender Chefredaktor hat sich jüngst zwar als harmloser FDP-Wähler geoutet. Der linken Zürcher Journaille dient die Weltwoche aber weiterhin als nostalgische Projektionsfläche.Imitate Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens übt sich nach der WOZ nun die (rote) Fabrikzeitung in der Kunst der feindlichen Übernahme. Dass die Weltwoche dabei im alten Look erscheint, sagt mehr über die Weltsicht der publizistischen Piraten als jeder Atompilz.

Beschwerden abgewiesen

Werbeverbote Die Lauterkeitskommisson (LK) hat sich mit zwei Beschwerden gegen eine Kampagne der «Allianz gegen Werbeverbote» befasst und beide abgewiesen.

Werbeverbote Die Lauterkeitskommisson (LK) hat sich mit zwei Beschwerden gegen eine Kampagne der «Allianz gegen Werbeverbote» befasst und beide abgewiesen.Werbeverbote Die Lauterkeitskommisson (LK) hat sich mit zwei Beschwerden gegen eine Kampagne der «Allianz gegen Werbeverbote» befasst und beide abgewiesen. Die erste Klage ging davon aus, die TV-Spots der Allianz seien politisch und kritisierte deren Ausstrahlung als unrechtmässig, da politische Werbung am TV verboten sei. Auf diese Klage trat die Erste LK-Kammer gar nicht ein: Die Klage habe nicht den Inhalt der Kampagne, sondern deren Ausstrahlung am TV gerügt, was eine medienpolitische und keine lauterkeitsrechtliche Frage sei.
Im zweiten Fall richtete sich die Beschwerde gegen Zeitungsinserate derselben Kampagne. Diese wurden als irreführend bezeichnet, da sie den Eindruck eines generellen Werbeverbots erweckten. Die LK sah aber in der Aussage «Stopp Werbeverbote» keine irreführende Täuschung. «Es ist bekannt, dass in der Schweiz und in der EU Bestrebungen im Gang sind, Werbeverbote auch ausserhalb der Bereiche Alkohol und Tabak einzuführen», schrieb sie. Für den durchschnittlich informierten Konsumenten sei erkennbar, dass sich die Kampagne gegen eine drohende Ausuferung von Werbeverboten richte.
(mk)

JobChange

Seit Anfang März ist Jürg Waeber, ehemaliger Copywriter von Euro RSCG und Lowe GGK, als Texter/Konzepter bei Ruf Lanz tätig. Im Mai stösst mit Patrick Suter ein weiterer Texter/ Konzepter zur Agentur. Auch Suter arbeitete zuvor für Euro RSCG....

Seit Anfang März ist Jürg Waeber, ehemaliger Copywriter von Euro RSCG und Lowe GGK, als Texter/Konzepter bei Ruf Lanz tätig. Im Mai stösst mit Patrick Suter ein weiterer Texter/ Konzepter zur Agentur. Auch Suter arbeitete zuvor für Euro RSCG….
Seit Mitte Februar ist Enrico Bachmann auch für die Creative Direction von Grey Genf zuständig. Er löst Francis Gerber
ab, der sich selbstständig gemacht hat. Bachmann ist bereits seit vergangenem Juli als Creative Director für Grey in Zürich tätig.
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Euro RSCG Switzerland hat neu einen eigenen Korrektor/Lektor. Gernot Mair ist von Advico Young & Rubicam zur Zürcher Agentur gestossen, nachdem er dort neun Jahre dieselbe Funktion versehen hat.
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Der Bieler Webdienstleister Aseantic hat Günter Bader als Leiter Account Management verpflichtet. Bader leitete 13 Jahre lang seine eigene Marketing- und Webfirma Digmar AG in St. Gallen.
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Peter Renggli, Marcel Suter und Walter Keller haben Anfang Februar in Aarau die Second Opinion GmbH, ein Dienstleistungsunternehmen
für Marketing, Sponsoring und Kommunikationskonzepte, gegründet. Renggli war unter anderem langjähriger Leiter der Marketingkommunikation bei Eurocard, MasterCard und ec-Direct. Suter war Geschäftsführer der AZ Wochenzeitungen AG, und Keller ist noch bis Ende Jahr als APG-Filialdirektor Aargau-Solothurn tätig. Im Sommer stösst Heinz Alber, zurzeit Direktor für regionale Wirtschaftskontakte bei der Schweizerischen Nationalbank, zum Team.
…
Christoph Bürge wird Programmentwickler im Bereich «Kultur und Unterhaltung» von SF DRS. Er tritt die Stelle Mitte Mai an. Zurzeit ist Bürge als Creative Director beim ungarischen Sender TV2 tätig.
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Der neue Privatsender U1 TV Station hat den TV-Journalisten Urs Bachofner verpflichtet. Bachofner wird für die täglichen News, aber auch für tagesaktuelle Produktionen zuständig sein.

Best of Southeast

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»Gold (178) Padma AG Störungen im System (fischerwerbung)Silber (167) Sunrise In 5 Jahren (Wirz)
Bronze (164) Honda Civic (Rossell)

Drei Neuzugänge bei Alex Schmid

Kreditkarten Die Dialogmarketingagentur Alex Schmid BSW vermeldet drei neue Kunden. Für das Kreditkartenunternehmen Swisscard AECS realisiert die Agentur mehrere kleinere und grössere Projekte.

Kreditkarten Die Dialogmarketingagentur Alex Schmid BSW vermeldet drei neue Kunden. Für das Kreditkartenunternehmen Swisscard AECS realisiert die Agentur mehrere kleinere und grössere Projekte.Der Elektrikkonzern Legrand und seine Tochterfirma BTicino werben ebenfalls mit Alex Schmid. Als Erstes wird eine mehrstufige Aktion lanciert, die über das ganze Jahr 2004 laufen wird. Ausserhalb der Schweiz wird Alex Schmid für den Satellitenbetreiber Astra tätig. In einem Pitch gewann die Agentur das Mandat zur Vermarktung der Astra-Dienstleistungen in fünf europäischen Ländern.

Edipresse plant Relaunch für Femina

Zeitschrift Das Westschweizer Verlagshaus Edipresse plant einen umfassenden Relaunch seiner Frauenzeitschrift Femina.

Zeitschrift Das Westschweizer Verlagshaus Edipresse plant einen umfassenden Relaunch seiner Frauenzeitschrift Femina.Als Zeitpunkt wird das 4. Quartal 2004 angepeilt. Die Leitung des Projekts wird ab sofort intern und extern ausgeschrieben. Die Projektleiterin soll später auch Chefredaktorin von Femina werden. Marie-Pierre Dupont, die der Redaktion seit 1978 vorsteht, wird das Zepter spätestens per 1. Januar 2005 abgeben.

«Der Pilot muss sein Flugzeug auch nicht selber bauen können»

Weiterbildung Das BSW-Seminar für Strategische Planung wird erweitert und gemeinsam mit der Hochschule St. Gallen alle zwei Jahre durchgeführt. Dominique von Matt und Professor Torsten Tomczak zum neuen Angebot.

Weiterbildung Das BSW-Seminar für Strategische Planung wird erweitert und gemeinsam mit der Hochschule St. Gallen alle zwei Jahre durchgeführt. Dominique von Matt und Professor Torsten Tomczak zum neuen Angebot.Herr von Matt, Herr Tomczak, Information und Planung sind wohl jedem Werber geläufige Aufgaben. Wozu das neue BSW-Seminar für Strategische Planung?Dominique von Matt: Unser Seminar will das Vakuum auffüllen, das für die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Kommunikationsagenturen ein echtes Problem darstellt. Das ist dringend nötig, weil wir in einem internationalen Wettbewerb stehen, zunehmend internationale Budgets ans Ausland verlieren und umgekehrt nur selten einen internationalen Etat in die Schweiz holen. Eigentlich ist das grotesk: Welches Land wäre durch seine Kompetenz in Sachen Mentalitätsunterschiede, Grafiktradition und sein Bildungs-niveau prädestinierter für solche Aufträge als die Schweiz. Andere Branchen schaffen es auch, weltweit mit Erfolg zu operieren. Weshalb wir nicht?
Ihre Seminarreihe scheint die Ant-wort darauf zu haben: Die Schweiz hat ein grosses Defizit im Strategic Planning.
von Matt: Es gibt sicher auch in anderen Bereichen Defizite und Probleme. Sicher ist, aber dass wir im High-End-Bereich des Kommunikations-Know-how hinterherhinken.
Torsten Tomczak: Das ist der Punkt: High-End-Ausbildung. Was früher hervorragend funktioniert hatte, kann heute schon überholt sein. Es besteht kein Zweifel, dass die Herausforderungen für die Werbeagenturen gewachsen sind und weiter wachsen werden. In einer Agentur hat der Strategische Planer die wichtige Scharnierfunktion zwischen den Bedürfnissen der Kreation und der Kundschaft zu erfüllen. Aus meinem Blickwinkel war es früher ausreichend einfach, gute beziehungsweise sehr gute Werbekampagnen zu machen. Heute muss die Agentur in der Tiefe verstanden haben, wie das Marketing und das Markenmanagement ihres Kunden funktionieren. Als Strategischer Planer muss ich heute in der Lage sein, den Kunden in seiner Markenarchitektur, Kommunikation, im Distributions- und Preismanagement und so weiter zu beraten. Und hier stellt sich die Frage, passt das noch mit der traditionellen Ausbildung zusammen? Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Zeiten des reinen Bauchgefühls vorbei sind. Natürlich braucht es dieses auch weiterhin – immerhin sind wir ja in einer Branche tätig, in der das wichtigste Gut die Kreativität ist –, aber wenn ich das mit fundierten Fakten nicht hinterlegen kann, dann habe ich heute sicher mehr Probleme, mich gegenüber dem Kunden zu artikulieren. Kommt hinzu, dass Kommunikation mit der tradierten Arbeitsteilung nach Disziplinen heute chancenlos ist. Gefragt ist breiteres, tieferes Know-how.
Die integrierte Kommunikation stellt für den Schweizer Strategen doch kein neues Phänomen dar?
von Matt: Natürlich nicht. Es geht uns aber nicht um den Beruf des Strategischen Planers in einer Agentur – davon gibt es auf Grund der Marktgrösse sehr wenige –, sondern um seine Funktion. Die muss in jeder Agentur von bestimmten Exponenten übernommen werden. Konnte sich der klassische Werbeberater bis vor zehn Jahren noch durch-
mogeln, so hat er heute ein Problem, wenn er die Vernetzung nicht im Griff hat – den Begriff der integrierten Kommunikation können wir alle nicht mehr hören. Hier setzt unser Kurs an. Und das Generalthema, das darüber steht, ist – als wichtigster Asset in jedem Unternehmen – die Markenführung, die überall in der Ausbildung an Bedeutung gewinnt.
Was können die Teilnehmer nach Besuch Ihres Seminars besser als zuvor?Tomczak: Wir sind sicher, dass sie die Spitze der Entwicklung in jeder Disziplin kennen lernen werden, da wir das Seminar auf die Bedürfnisse der Werbe- und Mediaagenturen massgeschneidert haben und auf die spezifischen strategischen Fragestellungen der Kommunikationsbranche eingehen können. Zudem werden wir einen sehr intensiven Erfahrungsaustausch pflegen. Konkret: Sie werden in der Lage sein, vernetzte Kommunikationskonzepte zu entwickeln. Methodisch werden sie Strategie-Tools zur Entwicklung von Kampagnen erhalten und die Führung dieses Prozesses trainieren.
von Matt: Vergleichbare Angebote für Experten in Strategischer Planung sind selbst international schwer zu finden. Wir sind hier nicht nur ganz hart am Thema Markenführung, sondern haben darin den aktuellen State of the Art. So wird eine typisch schweizerische Problemstellung sein: Wie begleite ich meinen Kunden ins Ausland und entwickle internationale Kommunikationskonzepte.
Das klingt jetzt so, als hätten die Agenturen ihre Mandate bisher völlig planungs- und führungslos betreut.
Tomczak: Unsere Annahme als Institut ist niemals, dass wir es mit Menschen zu tun haben, die keine Ahnung haben. Dinge ändern und erweitern sich. Deshalb heisst eine Herausforderung, gleichgültig in welchem Bereich ich beruflich tätig bin: permanente Weiterbildung.
von Matt: Es ist auch nicht so, dass die Branche etwas verschlafen hätte. Eigentlich hat man schon vor Jahren dieses Defizit festgestellt, weshalb der BSW ein sehr erfolgreiches Planning-Seminar ins Leben gerufen hatte. Wir bauen jetzt jenen Kurs aus und stellen ihn auf eine höhere Ebene. Auch wenn die Branche seit einigen Jahren einen starken Gegenwind spürt, dürfen wir nicht aufhören, die langfristigen Strukturprobleme zu lösen.
Dann verfolgen Sie auch höher gelagerte Zielebenen?
von Matt: Es ist tatsächlich so, dass wir gegen den Trend der Verlagerung von Entscheidungszentren ins Ausland kämpfen müssen. Diese Internationalisierung beobachten wir nicht nur im Falle von Fusionen, sondern immer häufiger bei der Werbung selbst. Wegen des extremen Kostendrucks bearbeiten Unternehmen ganze Sprachräume mit einer einzigen Kampagne. Gerade im Markt schnell drehender Konsumgüter deckt heute meist eine Agentur in Frankfurt, Paris oder London mehrere Länder ab. Dagegen müssen wir mit überragender Kompetenz in die Offensive gehen.
Dann war die Abwanderung von Werbeetats eher eine Frage der Kosten denn der Strategischen Planung?
von Matt: Einerseits – andererseits ist es vielleicht zu wenig gelungen, die internationalen Marketer von der Effizienz eines lokalen Ansatzes zu überzeugen.
Der Strategische Planer müsste ja noch viel mehr können als das. Wie kann er aber bei der Informationsflut und den intransparenten Märkten langfristige Strategien planen?
Tomczak: Das ist tatsächlich der kritische Punkt. Natürlich war früher die Planung etwas einfacher, weil Umfeldentwicklungen absehbarer waren. Das wird künftig ohne Frage schwieriger werden. Umso notwendiger ist es, dass ich noch besser verstehe, wie sich Trends entwickeln können. Eine Antwort lautet, dass wir sicherlich nicht mit starren Konzepten mit dieser Zukunft umgehen dürfen, sondern von vornherein Flexibilität in unsere Konzepte einbauen müssen. Was wir tun können, ist die Validität der Prognosen zu verbessern und mit diesen besser umgehen. Der Trend geht aber auch in Richtung kürzerer Planungszyklen.
Lassen sich in solchen Zeitspannen überhaupt noch Wettbewerbsvorteile erarbeiten?
von Matt: Die Kunst – und bei uns immer mehr der Alltag – ist, ein Konzept so flexibel auszustatten, dass es auf verschiedenste Trend-
szenarien schnell reagieren kann. Das ist eine neue Anforderung.
Tomczak: Ihre Frage ist das zentrale Thema unseres Seminars. Im Rahmen des Seminars nähern wir uns diesen Fragen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Ich denke, dass gerade eine starke Marke angesichts der Dynamisierung und steigenden Komplexität die entscheidende Konstante ist. Das erklärt, weshalb selbst in den typischsten B-to-B-Branchen die Unternehmen zunehmend Geld in den Aufbau einer starken Marke investieren. Meine Vision sieht folgendermassen aus: Der Strategische Planer ist zwar nicht der wahre Vater einer Marke, weil diese ja dem Kunden gehört; aber er sollte zumindest ihr guter Anwalt sein und zwar in allen Belangen und da reicht dann eben nicht nur die gute Werbekampagne. Er muss das Geschäft des Kunden komplett verstehen.
Der Strategische Planer sollte die Marke also von der Botschafterin hin zur Wertschöpferin entwickeln.
von Matt: Die Erkenntnis, dass die Investition in die Marke nachhaltig ist, hat sich durchgesetzt. Bei hoch erfolgreichen Unternehmen ist die Marke in der Geschäftsführung längst angekommen …
… und von dort wieder an Agenturen und Consultants outgesourcet worden, obwohl diese häufig mit ihrem Hype zur Schwächung von Marken beigetragen haben.
Tomczak: Die komplette Markenführung extern einzukaufen, ist meistens ein Fehler. Erfolgreiche Unternehmen kaufen ganz gezielt Beratungsleistung ein, insbesondere in der Kommunikation, wo ein wunderbar funktionierender Markt existiert.
von Matt: Der Pilot muss ja sein Flugzeug nicht selber bauen können. Er muss wissen, wohin er will und die Maschine dort sicher auf den Boden bringen. Je mehr er unterstützt wird, desto mehr kann er sich auf seine Arbeit konzentrieren.
Exklusivseminar für Werbestrategen1999 führte der Branchenverband Schweizer Werbe- und Kommunikationsagenturen (BSW) erstmals ein Seminar für Strategische Planung durch. Inzwischen wurde die Account Planning Group Switzerland gegründet. Sie setzt sich auch zum Ziel, eine umfassendere Weiterbildung anzubieten. Die beiden Seminarleiter Cary Steinmann, CEO TBWA Switzerland, und Joachim Kernstock, Leiter des Kompetenzzentrums Brand Management an der Hochschule St. Gallen, haben Theorie und Praxis verbunden und nebst profilierten Universitätsdozenten auch namhafte Exponenten der Wirtschaft für den 12-tägigen Kurs (vier dreitägige Blöcke) verpflichten können. In interaktiven Vorträgen, Teamwork und Projektarbeit sowie dem optionalen Block «Best Practice London» werden Cases präsentiert und das neuste Wissen in Marketing-, Marken- und Kommunikations- sowie Agentur- und Kampagnenmanagement vermittelt und vertieft. Informationen: www.imh.unisg.ch/weiterbildung oder bei Petra Eichholzer, Telefon: 071 227 62 82 (ab 30. März: 071 224 71 50), E-Mail: [email protected] (la)
Luca Aloisi

Bossard Kommunikation mit Neukunde Pistor

Lebensmittel Bossard Kommunikation betreut neu das Werbebudget der Pistor AG.

Lebensmittel Bossard Kommunikation betreut neu das Werbebudget der Pistor AG.Die Luzerner Agentur realisiert eine Imagekampagne für die Einkaufsgenossenschaft der Schweizer Bäcker und Konditoren. Pistor hat einen jährlichen Warenausstoss von 67 539 Tonnen. Neu gehören auch die Schweizer Confiseure sowie Gastronomiebetriebe zur Kundschaft.
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