NZZ auf Brautschau für BE1
Raum Bern Radio BE1 sucht Partner und der Anzeiger Region Bern ein neues Konzept. In beiden Fällen gibt es viele Optionen – und Spekulationen.
Raum Bern Radio BE1 sucht Partner und der Anzeiger Region Bern ein neues Konzept. In beiden Fällen gibt es viele Optionen – und Spekulationen.Seit die Wettbewerbskommission (Weko) Ende Januar den Einstieg der Espace Media bei der Bund Verlags AG abgesegnet hat, scheinen sich bei Bund und Berner Zeitung die Wogen etwas geglättet zu haben. Bei Radio BE1 hingegen bleibts spannend. Zwar läuft der Betrieb in bisherigen Bahnen. Doch der Sender, an dem sich die Espace Media gemäss Weko nicht beteiligen durfte, wurde mittlerweile aus der Bund Verlags AG herausgelöst und in die Freie Presse Holding integriert, wo die Regionalzeitungs-Engagements der NZZ-Gruppe gebündelt sind. «Allein macht er dort aber wenig Sinn», sagt Beat Lauber, Bereichsleiter Regionalzeitungen der NZZ-Gruppe. Deshalb erwäge man Kooperationen mit Dritten. «Nach dem Weko-Entscheid hat sich etwa ein halbes Dutzend Interessenten gemeldet», ergänzt Pepe Wiss, VR-Präsident der BE1-Trägerin Radig AG. Er nennt NRJ, «möglicherweise» auch Tamedia. Zu weiteren Firmen will er sich nicht äussern. «Bis Mitte Jahr wollen wir entscheiden», sagt Wiss. «Dabei sind wir für alles offen», sagt Lauber. Im Vordergrund für BE1 stehe die Crossmedia-strategie, die man wenn möglich mit dem Bund weiterführen wolle. Das sei auch entscheidend bei der Brautschau. «Wir stehen nicht unter Druck», sagt Lauber. BE1 sei 2003 Jahr nur leicht rot gewesen, wenn man die Quersubventionen vom Bund abziehe. Und dieses Jahr habe BE1 ein ausgeglichenes Budget.
Vor Veränderungen beim ARB
Anders sieht es beim Anzeiger Region Bern (ARB) aus. Zu ihm hat sich die Weko nicht geäussert, weshalb er in der Bund Verlags AG verbleibt. Espace Media und PubliGroupe tragen nun das ARB-Defizit mit. Es kumuliert sich aus dem Inseraterückgang und der jährlichen Garantiesumme von 3,7 Millionen Franken an den ARB-Herausgeber Verein Region Bern (VRB, 14 Gemeinden und Stadt Bern). Bis Ende 2005 bleibt dies so, dann läuft der Vertrag mit dem VRB aus.
Doch der ARB wird sich ändern. «Wir sind daran, eine neue Ausschreibung auf den Herbst hin vorzubereiten», sagt VRB-Geschäftsführerin Isabelle Meyer, die keine Details bekannt gibt. Doch schon jetzt ist klar: Um wieder einen Konzessionär finden zu können, wird sich der ARB stark wandeln müssen. Nicht nur die Garantiesumme wird wesentlich tiefer ausfallen, auch das bestehende Konkurrenzverbot wird wohl verschwinden müssen. Bliebe es in Kraft, dürfte sich etwa die Espace Media als Herausgeberin des Gratisblattes Berner Bär nicht für die ARB-Konzession bewerben. Und selbst die Bund Verlags AG ist nicht mehr über alle Zweifel erhaben, nachdem die Espace Media nun ebenfalls beteiligt ist.
Am effizientesten wäre es, den ARB als amtliches Publikationsorgan im Berner Bär zu integrieren. Doch das ist derzeit nicht möglich: Bernische Anzeiger dürfen – von amtlichen Mitteilungen abgesehen – keine redaktionellen Inhalte haben.
Schlüssel abgegebenAm 6. März hat Pepe Wiss, bis vor kurzem Direktor der Bund Verlags AG, nach eigenen Aussagen in Bern «die Schlüssel abgegeben» und sein Büro nach Zürich disloziert, wo er jetzt mit Beat Lauber regionale
Projekte betreut. Auch die Pendlerzeitungsprojekte in Luzern und
St. Gallen? «Bisher war ich in Luzern nicht involviert, und auch mit den Verantwortlichen in St. Gallen habe ich noch nicht gesprochen. Aber
genau für solche Projekte bin ich da», sagt Wiss. Was er sonst noch im
Köcher hat, will er nicht sagen. Ausser dass er weiterhin VR-Präsident der Radig AG (BE1) bleibt. In Bern selbst ist übrigens nun ARB-Product-Manager Christof Ramseier direkter Ansprechpartner für den Anzeiger. (mk)
(Fast) alles ist möglich: Beim Anzeiger Region Bern und Radio BE1 steht der Wandel vor der Tür.
Markus Knöpfli
Vor Veränderungen beim ARB
Anders sieht es beim Anzeiger Region Bern (ARB) aus. Zu ihm hat sich die Weko nicht geäussert, weshalb er in der Bund Verlags AG verbleibt. Espace Media und PubliGroupe tragen nun das ARB-Defizit mit. Es kumuliert sich aus dem Inseraterückgang und der jährlichen Garantiesumme von 3,7 Millionen Franken an den ARB-Herausgeber Verein Region Bern (VRB, 14 Gemeinden und Stadt Bern). Bis Ende 2005 bleibt dies so, dann läuft der Vertrag mit dem VRB aus.
Doch der ARB wird sich ändern. «Wir sind daran, eine neue Ausschreibung auf den Herbst hin vorzubereiten», sagt VRB-Geschäftsführerin Isabelle Meyer, die keine Details bekannt gibt. Doch schon jetzt ist klar: Um wieder einen Konzessionär finden zu können, wird sich der ARB stark wandeln müssen. Nicht nur die Garantiesumme wird wesentlich tiefer ausfallen, auch das bestehende Konkurrenzverbot wird wohl verschwinden müssen. Bliebe es in Kraft, dürfte sich etwa die Espace Media als Herausgeberin des Gratisblattes Berner Bär nicht für die ARB-Konzession bewerben. Und selbst die Bund Verlags AG ist nicht mehr über alle Zweifel erhaben, nachdem die Espace Media nun ebenfalls beteiligt ist.
Am effizientesten wäre es, den ARB als amtliches Publikationsorgan im Berner Bär zu integrieren. Doch das ist derzeit nicht möglich: Bernische Anzeiger dürfen – von amtlichen Mitteilungen abgesehen – keine redaktionellen Inhalte haben.
Schlüssel abgegebenAm 6. März hat Pepe Wiss, bis vor kurzem Direktor der Bund Verlags AG, nach eigenen Aussagen in Bern «die Schlüssel abgegeben» und sein Büro nach Zürich disloziert, wo er jetzt mit Beat Lauber regionale
Projekte betreut. Auch die Pendlerzeitungsprojekte in Luzern und
St. Gallen? «Bisher war ich in Luzern nicht involviert, und auch mit den Verantwortlichen in St. Gallen habe ich noch nicht gesprochen. Aber
genau für solche Projekte bin ich da», sagt Wiss. Was er sonst noch im
Köcher hat, will er nicht sagen. Ausser dass er weiterhin VR-Präsident der Radig AG (BE1) bleibt. In Bern selbst ist übrigens nun ARB-Product-Manager Christof Ramseier direkter Ansprechpartner für den Anzeiger. (mk)
(Fast) alles ist möglich: Beim Anzeiger Region Bern und Radio BE1 steht der Wandel vor der Tür.
Markus Knöpfli
