Cinecom bleibt bei der Wemf

Kinoforschung Die Cinecom lässt ihre Kinoreichweiten für zwei weitere Jahre von der Wemf erheben. Dies sagte Cinecom-Marketingleiter Jean-Claude Bruhin auf Anfrage.

Kinoforschung Die Cinecom lässt ihre Kinoreichweiten für zwei weitere Jahre von der Wemf erheben. Dies sagte Cinecom-Marketingleiter Jean-Claude Bruhin auf Anfrage. Damit wird die Wemf im Herbst wie gewohnt mit den Leserschaftszahlen der Mach Basic auch die Reichweiten aller Schweizer Kinos publizieren. Dies ist möglich, weil die Wemf im Rahmen ihrer 23500 jährlichen Mach-Basic-Interviews die Befragung nach Kinobesuchen fortführte, obwohl der Vertrag schon im letzten Jahr gekündigt worden war. Die Cinecom hatte neue Erhebungsmethoden evaluiert, die auch die Erfassung saisonaler Reichweiten ermöglichen sollten, weil dies immer mehr Kino-Werbekunden so wünschen. Dass die zuvor zum Ausstieg bereite Cinecom nun doch auf die Wemf zurückgreift, hat damit zu tun, dass andere Erhebungsmethoden wie etwa Radiocontrol oder Mediawatch derzeit noch nicht verfügbar oder ausgetestet sind. Zudem hat die Wemf angeboten, im Rahmen der bisherigen Stichprobe künftig – soweit als möglich – zusätzlich auch die Saisonalität der Kinonutzung abzubilden.
(mk)

Tagwacht mit dem Tagi

Für einmal eine eher ungewöhnliche Uhrzeit für einen Werberanlass wählte der Tages-Anzeiger zur Bekanntmachung des sehr sanften, inhaltlichen Redesigns von Zeitung und Magazin.

Für einmal eine eher ungewöhnliche Uhrzeit für einen Werberanlass wählte der Tages-Anzeiger zur Bekanntmachung des sehr sanften, inhaltlichen Redesigns von Zeitung und Magazin.Bereits in aller Herrgottsfrühe, genauer um 9 Uhr morgens (!), traf man sich im neu eröffneten Mascotte am Bellevue zur Präsentation samt Brunch. Die Tagi-Führungs-riege um Chefredaktor Peter Hartmeier und Verlagsleiterin Maili Wolf verriet, was ab Ende März für Leser und Werber neu wird.Für seine leicht lädierte Stimme musste sich Anzeigenleiter Fridolin Holdener entschuldigen – er sei zwei Tage zuvor an einem 120-minütigen Fussballspiel bei Eiseskälte draussen gestanden, habe sechsmal «Goal» rufen müssen und zudem abends zuvor die gleiche Tages-Anzeiger-Präsentation schon in Bern abgehalten. Die Berner seien vermutlich jetzt noch nicht nach Hause gekommen, so der Tagi-Anzeigenleiter mit einem Augenzwinkern. Die Stimme von Magazin-Chefredaktor Res Strehle tönte ebenfalls leicht strapaziert. Er habe allerdings nur fünfmal ein Tor zu be-jubeln gehabt. Für Fussball-Unkundige: Man spielte auf den Fussballkrimi GC (6) gegen FCZ (5) an.
Strehle hat dafür mit dem Transfer von Martin Suter von der Weltwoche zum Magazin gepunktet. Suter sei einer seiner Wunschautoren, der schon sehr lange zuoberst auf der Liste gestanden habe. Die Statements von Strehle dürften auch als Bekenntnis zum Magazin verstanden werden, wurde er doch in gewissen Kreisen als möglicher Nachfolger auf Roger Köppels Stuhl bei der Weltwoche gehandelt – wobei wohl eher die Tatsache, dass Strehle schon beim Magazin Köppels Nachfolger war, der Vater dieser Fama gewesen sein dürfte.
Strehles Neuakquisition war denn auch als Ehrengast geladen. Martin Suter las Perlen der Erzählkunst aus seiner Business-Class-Reihe und signierte anschliessend sein neues Buch «Lila, lila», so dass die Gäste dieses stolz zum zeitlich nahtlos folgenden Business-Lunch mitnehmen konnten.
Präsentierten Neues vom Tagi: Anzeigenleiter Fridolin Holdener, Verlagsleiterin Maili Wolf und Magazin-Chefredaktor Res Strehle (v. l.).
Chefredaktor Peter Hartmeier mit Marketingleiterin Gabi Wettstein, die schon bald einmal ihre Babypause einlegen wird.
Diskutierten die Tagi-Änderungen: Jean-Marie Egger von Publicis, Peter Frank von Publicon und Christoph Meier, Carat (v. l.).
Kaum vom Autosalon retour, folgte die Tagi-Präsentation: Werbeleiter Fabian Rauber (l.) und PR-Direktor Edi Dätwyler von Volvo.
Liess es sich nicht entgehen, seinem ADC-Weggefährten fürs neue Buch zu gratulieren: Ruedi Wyler (l.) und Martin Suter.
Outeten sich als grosse Fans von Martin Suter: Rafael Müller (l.) vom Werbehaus Zürich mit Eric Baumgartner von Lowe.
Für sie wars ein Katzensprung von ihrem Büro im Seefeld an den Mascotte-Brunch: Caroline Nünlist und Thomas Rüttimann, Zip-Media.
Waren neugierig – auch aufs neue Mascotte: Marc Zbinden von Schmid Annoncen und Pick-Pay-Werbeleiterin Sandra Ulrich.
Auch hier war je ein von Altmeister Suter signiertes Buchexemplar erwünscht: Peter Leutenegger (l.) und Dominique von Matt.
Der Tagi will es dem Mascotte-Hai gleichtun und wieder vermehrt Zähne zeigen.
Beat Fritsch

Kleinformat auf Erfolgskurs

Zeitungen Mit dem Eintritt ins Tabloid-Zeitalter erfindet die Aargauer Zeitung gleich auch den Lokaljournalismus und das Inserieren neu.

Zeitungen Mit dem Eintritt ins Tabloid-Zeitalter erfindet die Aargauer Zeitung gleich auch den Lokaljournalismus und das Inserieren neu.Während andere Tageszeitungen noch intensiv an Neukonzepten ohne oder mit Tab-loid nachdenken, geht die Aargauer Zeitung (AZ) mit ihrem Neukonzept bereits am 1. Mai in den Markt. Der neue Mix aus Broadsheet im Mantelteil und Tabloid für die Lokalsplits tischt Lesern wie Inserenten gleichermassen ein innovatives Menu auf.Die Grundidee, die beim Neukonzept «AZ04» im Zentrum stand: Die Regionensplits aufwerten und ihnen mit dem Tabloidformat mehr Profil und Eigenständigkeit mitgeben. «Wir liefern künftig zwei Zeitungen in einer zum gleichen Preis wie bisher», sagt Ueli Eckstein, Verlagsleiter der AZ.
«Damit wollen wir erreichen, dass wir sowohl als Erst- als auch als Zweitzeitung wahrgenommen werden». Dies soll auch mit einer neuen Definition des Themenspektrums gelingen.
Mehr Bilder, mehr Service
Formal werden die bisherigen zehn Splitausgaben auf vier reduziert. Der Clou an der Sache: Sie erscheinen künftig allesamt im Erfolgsformat Tabloid. Und zwar in je einer Version für die vier Regionen Aarau, Baden, Frick und Freiamt. Die durchgehend vierfarbige, von Kurt Schwerzmann gestaltete «Zeitung in der Zeitung» will sich mit kurzen Texten, einem erhöhten Bildanteil und mehr Service profilieren.
«Wir müssen den Regionaljournalismus neu definieren», erklärt denn auch Peter Buri, Chefredaktor Aargau/Regionen der AZ und gleichzeitig Leiter des Projekts «AZ04». Ein nachhaltiger Wandel sei nötig, um den Bedürfnissen der Leserschaft besser gerecht zu werden. «Denn wir haben es aktuell nicht nur mit einem konjunkturellen, sondern auch mit einem strukturellen Problem zu tun. Und darauf müssen wir mit Innovationen antworten», so Buri.
Die neue Losung lautet: «Auf Augenhöhe mit dem Publikum». Das heisst, künftig sollen die Themen der Regionalsplits weniger die gouvernementale Schiene fahren (klassischer Service public), dafür aber verstärkt die Lebens- und Alltagswelt der Leserschaft ins Blickfeld nehmen.
Gestärkte Anzeigenplattform
Aber nicht nur für die sich verändernden Bedürfnisse der Leser hält die neue Split-Philosophie Lösungen bereit. Das Tabloidformat liefert auch die Voraussetzungen, mit denen sich die Aargauer Zeitung in den regionalen und lokalen Anzeigenmärkten stärker positionieren will. Dazu trägt nur schon die bessere Sichtbarkeit eines noch so kleinen Inserates im Tabloidformat bei.
Kernpunkt ist aber der Befreiungsschlag aus dem bisherigen Millimeter-Korsett. An seiner Stelle wird die Seite neu in 32 gleich grosse Inseratefelder unterteilt (siehe Kasten). «Das bringt nicht nur eine Steigerung der Seiten-ästhetik, sondern auch eine starke Vereinfachung für die lokalen Werbekunden. «Zwei Seiten Dokumentation genügen vollauf», erklärt Ueli Eckstein. Komplikationen für die Inserenten auf Grund des Tabloids erwartet er kaum. «In der Regel handelt es sich nur um geringfügige Anpassungen der Inserateformate». Zur Reduktion allfälliger Schwellenängste erhalten Anzeigenkunden einen Einführungsrabatt, der 10 bis 15 Prozent unter dem Broadsheet-Millimetertarif liegt.
Das neue Splitkonzept verändert auch die Struktur der Lokal- und Regionalredaktionen. Ziel ist, diese von heute sechs auf vier herunterzufahren. Damit fallen wohl die Aussenstellen in Brugg und Klingnau weg, deren Redaktionen im Unterschied zu den anderen vier Standorten schon heute nur gerade für je eine der zehn Splits zuständig waren.
Junge Leser dazugewinnen
Auch mit Blick auf die schleichende Überalterung des Zeitungspublikums verspricht sich die AZ vom Tabloid eine heilsame Wirkung. «Wir wollen die Zielgruppe nach unten verbreitern. Das heisst, Junge dazugewinnen und gleichzeitig die Stammleserschaft halten», so Eckstein. Auch hierfür biete das Lieblingsformat einer von 20 Minuten sozialisierten jungen Leserschaft genau das richtige Rezept. «Das Regionaltabloid kombiniert Modernität, Prägnanz und das Gebot zu konzisem Journalismus mit der Glaubwürdigkeit und Vertrautheit der bestehenden Tageszeitung.»
Doch das Lesermarketing macht nicht bei den näher liegenden und attraktiver aufbereiteten Themen Halt. Abonnenten kommen künftig auch in den Genuss eines exklusiven Service. Nur für sie wird das neue Inserategefäss «Gratulationen» eingerichtet, das ihnen zum Nulltarif zur Verfügung steht. Dies in Ergänzung zum bereits seit Jahren laufenden Benefit-Programm AZplus für Abonnenten.
Motivationsschub für das Team
Dass das neue Konzept der AZ Nachahmer finden wird, steht für Eckstein so gut wie fest. «Mit diesem Schritt sind wir die erste un-
ter den Schweizer Tageszeitungen, werden aber nicht die letzte sein», erklärt er.
Könnte die Tabloidisierung der Regionalteile vielleicht auch für die AZ nur der grosse Testlauf sein, um später die ganze Zeitung ins handliche Kleinformat zu transformieren? Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt sei Broadsheet für den News-Bereich immer noch das geeignetere Format. Sowohl hinsichtlich der Darstellungsmöglichkeiten wie auch hinsichtlich der vermittelten Gefühlswelt. «Doch das könnte in fünf Jahren anders ausschauen. Wir müssen lernen, permanent über uns nachzudenken», erklärt Eckstein.
«Zwei Zeitungen in einer»: AZ-Verlagsleiter Ueli Eckstein.
«Mit Innovationen antworten»: Projektleiter Peter Buri.
Nach der AZ die Regionalsplits: Das Redesign trägt die Handschrift von Kurt Schwerzmann.
Kleinräumig: An sechs Standorten entstanden bisher zehn Lokalsplits.
Konzentration: Vier Splits – und bald nur noch vier Lokalredaktionen.
Inhalte auf AugenhöheAlle vier Regionalsplits in Tabloidformat umfassen in der Regel 36 Seiten und sind nach identischem Muster strukturiert. Die Frontseite geht mit sämtlichen Aufmachern und Anrisselementen schnurstracks und konsequent auf die Gemeinden los. Die folgenden vier Seiten sind für übergreifende Regional- und Nachrichtenelemente reserviert. Auf den Seiten 2 und 3 geschieht dies mit einer gross aufgemachten Geschichte und einer Umfrage.
Die folgende Doppelseite bringt einen breiten Mix mit Nachrichten, Softthemen, Porträts und Kolumnen zum jeweiligen Einzugsgebiet.
Den einzelnen Gemeinden gewidmet sind die nachfolgenden «Nachbarschaftsseiten». Abgerundet wird die Berichterstattung mit zwei überregionalen Seiten, die von anderen Regionalsplits übernommen werden.
Das «Forum», die zwei folgenden O-Ton-Seiten, ist für Vereine und Parteien reserviert. Eine alphabetisch geordnete «Agenda» auf der nächsten Doppelseite setzt über Veranstaltungen in den Gemeinden ins Bild.
Ganz der Unterhaltung gehört schliesslich die vierte Umschlagsseite – mit Kreuzworträtsel, Comic und einem Tageswettbewerb, an dem sich die Leser via SMS oder www.azonline.ch beteiligen können. (dse)
Millimeter adieuDas Regionaltabloid der AZ nimmt Abschied vom Millimeter und den Millimeterpreisen. Stattdessen ist die Seite neu in 32 gleich grosse Inseratefelder unterteilt, die beliebig gebucht werden können. Die konsequente Strukturierung gibt einerseits den lokalen Werbekunden ein stark vereinfachtes Instrumentarium in die Hand. Andererseits profitiert die Ästhetik der Anzeigenseiten ganz generell von der neuen Seiteneinteilung: Säulen, Kreuze, Dreiecke sind möglich – der Kreativität der Inserenten sind keine Grenzen mehr gesetzt. (dse)
Kraftakt für die KommunikationDie Lancierung des neuen Konzepts für die Regionalsplits bringt Neuerungen und damit Informationsbedarf für alle: Für den Lesermarkt, den Anzeigenmarkt, genauso aber auch für die interne Organisation. Zur Meisterung dieser vielschichtigen Aufgabe hat die Aargauer Zeitung (AZ) ein integriertes Kommunikationskonzept erarbeitet.
Interne Kommunikation: Der Formatwechsel und die Umsetzung der damit einhergehenden neuen Führungs- und Organisationsstrukturen bringen einen Kultur- und Paradigmenwechsel mit sich. Um diesen gut zu bewältigen, führt die AZ im März und April intensive interne Info- und Schulungsseminare durch.
Lesermarkt: Die Einführungskampagne läuft ab April. Das Grobkonzept mit dem Slogan «Die Regionen zeigen Format und bekennen Farbe» steht bereits fest.
Inserentenmarkt: Die Lancierung des Regionaltabloid wird von einem massiven Effort an der Verkaufsfront im Anzeigenmarkt begleitet. Dabei steht das persönliche Gespräch mit dem lokalen Gewerbe im Vordergrund. Allein bis Ende Mai sollen rund 1200 Kundenkontakte erfolgt sein. (dse)
Daniel Schifferle

Luzern erhält eine Pendlerzeitung

Printmedien Die SBB schreiben in der Zentralschweiz Boxenstandorte für Pendlerzeitungen aus.

Printmedien Die SBB schreiben in der Zentralschweiz Boxenstandorte für Pendlerzeitungen aus.Konkret bieten die SBB über 100 Boxenstandorte an rund 60 Bahnhöfen im S-Bahn-Gebiet Zentralschweiz an, inklusive Brünigbahn und die Bahnlinie Luzern-Stans-Engelberg. Dies sagt SBB-Sprecher Ruedi Estermann auf Anfrage. Die SBB machten auch klare Vorgaben zu den Presseprodukten, die dereinst in ihren Bahnhöfen aufliegen sollen. «Wir wollen keinen Gratis-anzeiger, sondern eine tagesak-tuelle Zeitung mit mehrheitlich redaktionell aufbereiteter Information», sagt Estermann. Der Anzeiger Luzern etwa würde den Anforderungen nicht genügen. Die SBB haben 20 Minuten und die LZ Medien zu Offerten eingeladen, Eingabetermin ist der 12. März. Ein Entscheid werde noch diesen Monat gefällt, der Zuschlag müsse aber nicht zwingend an nur eine Partei gehen, so Estermann.Doch darüber gehen die Vorstellungen der Kontrahenten auseinander. Denn Erwin Bachmann, VR-Delegierter der LZ Medien, ist «nur an einer exklusiven Konzession interessiert.» Demgegenüber kann Rolf Bollmann, Verlagsleiter von 20 Minuten, «auch mit einem Mitbewerber leben.» Im Übrigen war bis Redaktionsschluss bei keinem der Verlage das letzte «Go» gesprochen. Der Grund: Die SBB hat mit dem Ausschreibungszeitpunkt sowohl Bachmann als auch Bollmann überrascht, wie beide offen zugeben. Projekte lagen zwar in Zürich und Luzern längst in den Schubladen, doch mussten diese nun kurzfristig aktualisiert werden.
Markus Knöpfli

Einer für alle, alle für Luxus

Special Interest Kombinieren ist Kult: Mediabox vereinigt drei Lifestyle-Magazine in einem Edelkombi.

Special Interest Kombinieren ist Kult: Mediabox vereinigt drei Lifestyle-Magazine in einem Edelkombi.«Der Poolgedanke ist stark im Kommen», glaubt Sandro Proietto. Als Mitinhaber der Vermarktungsagentur Mediabox fühlt er der Mediabranche den Puls und sucht nach Antworten auf ihre aktuellen Bedürfnisse. Sein neuestes Angebot heisst Luxus-Pool. Geburtshelfer war der Jugend-Pool mit den Szenezeitschriften Kult, 7th Sky und Forecast, den Mediabox seit Anfang 2002 vermarktet. Als 7th-Sky-Herausgeber Bernard Tâche vergangenen Dezember die erste Ausgabe seines neuen Magazins Open vorlegte, sei die Idee zu einem Werbekombi mit Kult entstanden, erzählt Sandro Proietto. Als drittes Heft im Bunde fand sich danach der Titel
Lounge, dessen Macher Nicole Steffen und Christian Monnard mit Bernard Tâche bereits in anderen Bereichen zusammen- gearbeitet hatten.
Für Sandro Proietto ergänzen sich die drei Pooltitel perfekt. Open bringt News und Lifestyle und wird in erster Linie an VIPs aus der Kundenkartei von 7th Sky versandt. Kult als kostenlos verteilte Foto- und Literaturzeitschrift bietet etwas für Hirn und Auge. Lounge deckt die Bereiche Design, Architektur und Einrichtung ab, wo es dank Vertriebsvereinbarungen mit Ligne Roset und Ikea sowie Partnerschaften mit einschlägigen Messen gut verankert ist.
«Die drei Magazine haben unterschiedliche Zielgruppen, aber jede ist interessant für Kunden aus dem Luxussegment», erläutert Proietto den Nutzen des Kombi, mit dem er eine Marktlücke auszufüllen hofft. In der Schweiz gebe es bisher nur wenige Titel, die das Segment wirklich abdeckten.
In letzter Zeit buhlen allerdings auch diverse Publikums- und Wirtschaftstitel um Anzeigen der Luxusartikler. Bilanz, Schweizer Illustrierte, Cash oder NZZ am Sonntag haben dazu Specials und Beilagen lanciert. Für Proietto sind diese Initiativen leicht erklärbar: «Diese Titel reagieren auf den Einbruch bei Absatz und Werbeaufwand der Mittelklasse-Produkte. Das Luxussegment spürt die Rezession weit weniger.»
Gründlich geprüfter Neuling
Mit Open hat der Luxus-Pool selber eine Neulancierung im Port-
folio. Damit geht Mediabox ein gewisses Risiko ein. Noch steht nicht fest, ob das Magazin seinen Platz im Leser- und Anzeigenmarkt finden wird. Doch Proietto zeigt sich zuversichtlich: «Um im Markt etwas zu bewegen, muss man ab und zu Risiken eingehen.» Vor der Poolgründung habe man sich Open genau angesehen und die Adressaten des Zielversands zu ihrer Meinung befragt. Die erste Ausgabe habe bereits schwarze Zahlen geschrieben.
Eine Kombination von Luxus-Pool und Jugendpool ist vorderhand nicht vorgesehen. «Das sind schon vom Alter der Zielgruppe gesehen getrennte Welten», so Proietto, «wobei wir mit Kult ja die Brücke schlagen.»
Poolgedanke setzt sich durch
Ist Kult nach seiner Verwandlung vom Szeneheftli zur Kulturzeitschrift denn im Jugendpool noch richtig platziert? Diese Frage werde ihm öfters gestellt, sagt Proietto. «Was ist Jugend überhaupt? Wenn das nur Homies und Partypeople sind, passt das neue Kult vielleicht nicht.» Doch wer mit seinen Werbebotschaften auch den belesenen Teil der Jugendlichen abdecken wolle, werde mit der Zeitschrift gut bedient. Letztlich entscheide der Kunde, ob er diese Heterogenität wolle. Dass sich der Jugendpool in den vergangenen Jahren zur Erfolgsstory entwickelt hat, bestätigt für Pro-
ietto: Der Poolgedanke setzt sich durch.
Luxus-Pool: Die zweisprachigen Lounge und Open erreichen auch die Westschweiz.
Lifestyle-TrioDer Luxus-Pool besteht aus drei Zeitschriften, die die ganze Schweiz abdecken. Der Poolrabatt beträgt 15 Prozent. Kult erscheint zehnmal im Jahr in einer Auflage von 35 000 Exemplaren. Es wurde 1997 lanciert und wird gratis in «Hot-spots des urbanen Konsumverhaltens» der gesamten Deutschschweiz verteilt. Lounge erscheint seit Herbst 2002 fünfmal pro Jahr. Das Magazin ist durchgehend zweisprachig (d/f) und wird auch im Tessin verteilt. Es ist am Kiosk erhältlich und liegt auch in Möbelgeschäften und an Design- und Kunstmessen auf. Die Auflage beträgt 35 000 Exemplare. Open wurde Ende 2003 lanciert. Pro Jahr sind fünf Ausgaben geplant. 15 000 Exemplare werden in deutscher, 10 000 in französischer Sprache gedruckt. 21 000 Exemplare gehen im Zielversand an VIPs aus den Adresskarteien des Schwestermagazins 7th Sky und der Firma Tribuevents, die hinter Lounge steht.
Stefano Monachesi

Werberhöschen-Test

Aufgefallen Auf den Toiletten mediterraner Herbergen gehört es seit jeher zur Grundausstattung, jenes Sitzgerät, das schnauzbärtige Teutonen häufig als Frauen-Pissoir fehlinterpretieren.

Zigaretten Auf den Toiletten mediterraner Herbergen gehört es seit jeher zur Grundausstattung, jenes Sitzgerät, das schnauzbärtige Teutonen häufig als Frauen-Pissoir fehlinterpretieren.Kultivierte Nordländer indes wissen, dass das Bidet nicht dem Harn, sondern der Hygiene dient. Genauso müsste man(n) wissen, dass bei einer Pinkelpause in jener Stellung, wie sie Jung von Matt/Elbe vorführt, alles in die Hose gehen muss.Doch nicht nur das breit grinsende Model, auch die Werber haben bei dem Shooting offenbar feuchte Höschen gekriegt. Anders ist der grenzdebile Claim der ansonsten smarten Hamburger Texter kaum zu erklären. Als ob es am geltenden Recht und nicht am weiblichen Körperbau läge, dass Frauen nicht jede Grünanlage und Hausecke als öffentliche Bedürfnisanstalt missverstehen – und missbrauchen. Aber nicht nur Feministinnen und Feministen, auch die Auftraggeberin Reemtsma müsste über die visuelle Verkettung von Notdurft und Nikotingenuss eigentlich «not amused» sein.
(oc)

TPC steigert Umsatz

Fernsehen Das TV Productioncenter Zürich (TPC) hat 2003 den Umsatz um 4,3 Prozent auf 138,8 Millionen Franken gesteigert.

Fernsehen Das TV Productioncenter Zürich (TPC) hat 2003 den Umsatz um 4,3 Prozent auf 138,8 Millionen Franken gesteigert.Wegen der Probleme mit dem Geschäft in Deutschland fiel unter dem Strich aber weniger ab: Wertberichtigungen an der Beteiligung und einem Darlehen an TPC International schmälerten das Ergebnis um 10 Prozent auf 3,6 Millionen Franken. Der Gewinn nach Steuern liegt bei 1,5 Millionen Franken (minus 29 Prozent). Der Anteil des Schweizer Fernsehens DRS am Umsatz blieb unverändert bei 71 Prozent.

IHA-GfK durchleuchtet den Musikgeschmack

Radio Das Forschungsinstitut IHA-GfK lanciert im April 2004 die Studie Sounds.fm im deutschsprachigen Markt.

Radio Das Forschungsinstitut IHA-GfK lanciert im April 2004 die Studie Sounds.fm im deutschsprachigen Markt.Einem repräsentativen Panel werden via Internet wöchentlich Ausschnitte aus aktuellen Musiktiteln vorgespielt. Die Panelteilnehmer beurteilen, ob ihnen der Song gefällt und ob er öfter oder weniger oft im Radio gespielt werden soll. Musikredakteure und Programmmacher können die aktuellen Beurteilungen ihres Zielpublikums abrufen und mit den Chartpositionen in wichtigen Musikmärkten vergleichen. Derzeit umfasst das Panel über 600 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Neuer Lehrgang für Marketingassistenten

Ausbildung Die Klubschule der Migros lanciert einen Diplomlehrgang für Marketingassistenten. Er startet im September 2004 zum ersten Mal und kostet 3333 Franken.

Ausbildung Die Klubschule der Migros lanciert einen Diplomlehrgang für Marketingassistenten. Er startet im September 2004 zum ersten Mal und kostet 3333 Franken.Wer 80 Prozent der Lektionen besucht und die Abschlussprüfungen besteht, erhält ein Diplom der Klubschule. Dieses öffnet den Weg zur Marketingplaner-Ausbildung mit eidgenössischem Fachausweis, den die Klubschule ebenfalls anbietet.

Die NZZ plant einen Online-Immobilienmarkt

Internet Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) will in der zweiten Jahreshälfte eine eigene Online-Plattform für Immobilienangebote starten.

Internet Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) will in der zweiten Jahreshälfte eine eigene Online-Plattform für Immobilienangebote starten.Für Entwicklung und Betrieb ist eine Zusammenarbeit mit Werbevermittler Publicitas geplant.

Zahl der Woche

TV-Werbung «Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker»: Jeder Heilmittelspot muss diesen Text enthalten – vier Sekunden Werbezeit. 60 Millionen Euro blättern deutsche Arzneimittelhersteller pro Jahr dafür hin. Nun haben sich

TV-Werbung «Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker»: Jeder Heilmittelspot muss diesen Text enthalten – vier Sekunden Werbezeit. 60 Millionen Euro blättern deutsche Arzneimittelhersteller pro Jahr dafür hin. Nun haben sich die Pharmafirmen mit ARD, ZDF und RTL 2 geeinigt, den Hinweis ab dem 1. April gratis auszustrahlen. Die übrigen Sender erlassen mindestens die Hälfte des Werbetarifs.

Megaposter in der City

Plakate Blickfang garantiert! Seit dem 23. Februar kann «Downtown Switzerland» megamässig geworben werden.

Plakate Blickfang garantiert! Seit dem 23. Februar kann «Downtown Switzerland» megamässig geworben werden.Mit einem Megaposter von 400 m2 wirbt Lufthansa und mit 225 m2 L’Oréal am Baugerüst des Manorgebäudes an der Zürcher Bahnhofstrasse. Während der achtmonatigen Renovationszeit werden im Vier-Wochen-Rhythmus Megaposters in stattlichem Format realisiert. Auftrag-geber aus allen Branchen wollen von der exklusiven Lage dieser Werbeflächen profitieren. «Zentralere Lagen mit vergleichbaren Grössen gibt es praktisch nicht», freut sich die Geschäftsleitung von Felice Display. Kaum verwunderlich, dass die Flächen für die erste Bauphase innert Tagen ausgebucht waren.
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