Léman Bleu erhält Finanzspritze

Lokal-TV Die in Geldnot steckende Genfer Lokalfernsehstation Léman Bleu erhält eine Finanzspritze.

Lokal-TV Die in Geldnot steckende Genfer Lokalfernsehstation Léman Bleu erhält eine Finanzspritze.Die zu 51 Prozent von der Stadt Genf kontrollierte Gesellschaft TéléGenève erhöht ihre Beteiligung an Léman Bleu. An der Aktionärsversammlung wurde zudem ein neuer Verwaltungsrat (VR) eingesetzt. Der bisherige VR hatte vor Monatsfrist seinen Rücktritt erklärt und dem Personal auf Ende April vorsorglich die Kündigung ausgesprochen. Nun soll ein Teil des Personals wieder eingestellt werden.

Manische Verteufelung

Aufgefallen Je tiefer ihre Popularitätsrate sinkt, desto mehr Lust zeigen Politiker und Manager am Medien-Bashing. Eine Unsitte, die in jedem Fall kontraproduktiv wirkt und zudem der Demokratie schadet.

Kolumne Je tiefer ihre Popularitätsrate sinkt, desto mehr Lust zeigen Politiker und Manager am Medien-Bashing. Eine Unsitte, die in jedem Fall kontraproduktiv wirkt und zudem der Demokratie schadet.Medien eignen sich gut als gesellschaftliche Gesamtschuldner: Das Fernsehen lasse die sexuellen Sitten verkommen, fördere die allgemeine Verrohung der Gesellschaft und trainiere mit seinen Gewaltdarstellungen die junge Generation geradezu in Fühllosigkeit und Inhumanität. So tönte es vom Sendebeginn des Mediums an und wurde jüngst in einer einschlägigen Sonntagsrede des deutschen Bundespräsidenten wieder einmal zu Gehör gebracht.Und wenn die über den Mattscheiben-Unrat Entrüsteten mal Pause machen, dann trifft es die Presse: Zurzeit sind Vorwürfe beliebt, welche die Zeitungen und Zeitschriften unter den Generalverdacht der Förderung von Politikverdrossenheit stellen. Ihre Dauerberichterstattung über die Skandale und das Versagen derer, die in Staat und Wirtschaft Verantwortung tragen, erzeuge ein gesellschaftspolitisches Klima des Misstrauens respektive der Verachtung und zerstöre damit die zivilen Voraussetzungen jedes Gemeinwesens. So lautet die Anschuldigung. Als besonders übel gilt den Betroffenen der so genannte Kampagnenjournalismus, von dem sie sich verfolgt und bedroht fühlen. Die rotgrüne Chaos–Kombo in Berlin intoniert diesen alten Gassenhauer selbst ernannter Medienopfer gerade wieder mit Inbrunst.
Nun könnte man über die rituelle Wiederkehr solcher Vorwürfe einfach die Achseln zucken und zum Tagesgeschäft übergehen. Wenn da nicht Gerhard Schröder jüngst noch nachgesetzt hätte: Die Bild-Zeitung, welche sich in den Tagen seines Regierungsantritts noch seiner Wertschätzung erfreute – schliesslich haben Ehefrau und Regierungssprecher dort ihren Journalismus gelernt –, ist neuerdings keine Gesprächspartnerin mehr für ihn. Auch die SPD-Bundestagsfraktion hat der Kanzler dazu aufgefordert, das Krawallblatt künftig in Acht und Bann zu schlagen. Ob Bild-Reporter bei Auslandsreisen noch dabei sein dürfen, gilt als äusserst fraglich.
Wer sich erinnern mag, stellt überraschende Parallelen zum Verhalten von Schröders Vorgänger fest. Was diesem die Bild-Zeitung ist, war für Helmut Kohl der Spiegel, den er fast keines Interviews würdigte und systematisch boykottierte. Damals galt diese Verweigerung als weiteres Zeichen für die provinziell-spiessige Beschränktheit des konservativen Pfälzers und sein fragwürdiges Verhältnis zu den Herstellerinnen und Herstellern von Öffentlichkeit. Jetzt zieht sein pseudolinker Nachfolger gleich, der sich bis anhin als weltläufiger «Medienkanzler» hat feiern lassen.
Wir lernen daraus, dass nicht die politische Orientierung über die Haltung zu den Medien entscheidet, sondern einzig das Amt. Kein Wunder also, schimpfte bereits Oskar Lafontaine, als er noch Ministerpräsident in Saarbrücken war, über den «Schweinejournalismus» jener Kollegen, die über seinen merkwürdigen Bekanntenkreis informiert hatten. Es ist eine Binsenwahrheit, die aber gerade heute nicht oft genug wiederholt werden kann: Die Empörung von Politikern und Managern über die Medien ist in neun von zehn Fällen immer die Empörung von Leuten, die dabei ertappt worden sind, dass sie ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Anstatt jedoch den Spiegel ihrer Pannen und Pleiten anzuspucken, sollten sie lieber in ihn hineinblicken. Und was sie da sehen können – in Deutschland jüngst wieder beim Kandidaten-Wrestling vor der Wahl des Bundespräsidenten –, müsste ihnen die beleidigte Pose einer verfolgten Unschuld eigentlich unmöglich machen.
Bevor sich simple Manipulationstheorien wieder durchsetzen, ist also daran zu erinnern, dass Medien Stimmungen und Trends nicht aus dem Nichts schaffen, sondern lediglich jenen Stoff zu Geschichten verarbeiten, der in einer Gesellschaft gärt.
> Heribert Seifert ist Medien- und Kulturkorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Deutschland.

Gestärkte Plattform

Daniel Schifferle über erfreuliche Aussichten für das Schweizer Lokalfernsehen.

Daniel Schifferle über erfreuliche Aussichten für das Schweizer Lokalfernsehen.Auch wenn das liberale Herz blutet ob solch weit reichender Regulierungen, wie sie der Nationalrat in der Beratung des RTVG befürwortet hat: Den privaten TV-Plattformen tun die in Aussicht gestellten Gebührengelder unendlich gut. Das beim Publikum beliebte, dennoch defizitäre Regionalfernsehen bleibt flächendeckend erhalten. Mit den Gebührenmillionen können die Sender ihre Angebote weiter stärken und harmonisieren.Eine fulminante Zukunft ist damit auch dem Werbe- und Programmverbund der Lokalfernsehszene, dem TeleNewsCombi (TNC), gewiss. Mit der Gebühreninfusion können heute noch schwächelnde Mitglieder zu starken Mitspielern aufgepäppelt werden. Eine massiv verbesserte Mannschaftsleistung ist die Folge.
Das TNC kann seine Rolle als attraktive Zielgruppen-Ergänzung für den Schweizer TV-Werbemarkt weiter aufwerten. Mit der Parallelstärkung von SRG und lokalen privaten elektronischen Medien fällte der Rat vorab ein Urteil zu Gunsten des Medienstandortes Schweiz.
Doch der Heimatschutzgedanke wurde überdehnt. Der Plan, den Werbefenstern gewisse Liberalisierungen vorzuenthalten, scheitert schon aus rechtlichen Gründen. Vollends den Boden unter den Füssen verlor der Nationalrat, als er im Taumel der Zugeständnisse auch gleich noch religiöse und politische Werbung für private Sender durchwinkte. Die dringend nötige Debatte über diese heiklen Grenzbereiche kommerzieller Kommunikation wurde aus Zeitgründen gestrichen.
Nur gut, dass die zweite Kammer nun noch korrigieren kann. Mit den Worten «das werden wir im Ständerat dann noch sehen» kündete CVP-Ständerat Filippo Lombardi in der «Arena» bereits seinen Widerstand an. Als Präsident des Schweizer Privatfernsehverbandes Telesuisse müsste er eigentlich froh sein um jeden zusätzlichen Werbefranken in den Kassen seiner Mitglieder. Doch wenn nun plötzlich alle möglichen Freikirchen und finanzkräftigen Parteien die Werbeplattformen der Lokalsender bevölkern würden, wäre das sogar für ihn ein Kuckucksei im TNC-Nest.
> Daniel Schifferle, Redaktor

Best of Southwest

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «bürgerlichen Ecke»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern in der «bürgerlichen Ecke»Gold (189) Baer Mini Panada (A4 – Atelier für Werbung und Grafik)Silber (176) Kanebo Wrinkless (TAKI Corporation Chuo-ku, Tokio)
Bronze (163) Weinkellerei Aarau Champagne Bollinger (Foto Wolf, Olten/Keller Druck, Aarau)

Red Dot Award für Kommunikationsdesign

Award Das Design Zentrum Nordrhein Westfalen schreibt wiederum den Red Dot Award für Communication Design aus.

Award Das Design Zentrum Nordrhein Westfalen schreibt wiederum den Red Dot Award für Communication Design aus.Der internationale Wettbewerb lädt Kreative und Designer ein, ihre besten Arbeiten des vergangenen Jahres einzusenden. Die Jury verleiht Red Dots für herausragende Arbeiten und kürt pro Kategorie einen «Best of the Best». Anmeldeunterlagen sind auf www.red-dot.de erhältlich. Einsendeschluss ist am 18. Juni.

Best of Northwest

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»

Affinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland» Gold (152) Rivella Rohstoffe (Lowe)Silber (149) Maserati Spyder (Art & Work, Deutschland)
Bronze (146) Arkina Schönheit (Advico Young & Rubicam)

Kulturplakate von Schraivogel

Ausstellungen Der 1960 in Luzern geborene und in Zürich lebende Grafiker Ralph Schraivogel geniesst als Gestalter von Kulturplakaten internationalen Ruhm.

Ausstellungen Der 1960 in Luzern geborene und in Zürich lebende Grafiker Ralph Schraivogel geniesst als Gestalter von Kulturplakaten internationalen Ruhm.Seine Werke sind «Ergebnisse visueller Forschungsreisen, deren Ziel nie vorhersehbar ist», wie das Zürcher Museum für Gestaltung schreibt. In dessen Plakatraum ist vom 16. März bis 16. Juli eine Auswahl der schönsten Schraivogel-Plakate zu sehen. Zur Ausstellung ist bei Lars Müller Publishers der Band «Poster Collection 9» erschienen.

Auch Geier beissen ins Bein

Social Advertising Babys bringt der Storch, das weiss hier zu Lande jedes Kind.

Social Advertising Babys bringt der Storch, das weiss hier zu Lande jedes Kind.Ein Kampagnen-Sujet aus dem Hause Publicis soll nun aber zeigen, dass der schwarz-weisse Vogel ein paar Flugstunden entfernt nicht selten durch einen aasfressenden Artgenossen vertreten wird. Mit dem Geier als Baby-Kurier will The Global Fund zeigen, dass Menschen, die an Aids, Tuberkulose oder Malaria leiden, eine geringere Lebenserwartung haben.

Die Männer bei den Hörnern packen

Zeitschriften Auch der neu lancierte Matador aus dem Hause Bauer bestätigt die Regel, dass Männermagazine keine Wundertüten sind.

Zeitschriften Auch der neu lancierte Matador aus dem Hause Bauer bestätigt die Regel, dass Männermagazine keine Wundertüten sind.Weder auf Busenwunder noch PS-Boliden verzichtet der Stierkämpfer. Dafür spiesst seine 186-seitige Erstausgabe mit einem Heft-in-Heft-Konzept auch trendige Stil-, Sport- und Wissensthemen auf. Im Übrigen beweist das alle zwei Monate erscheinende Hochglanzheft mit subtilen Anleitungen zur Partnerinnenmassage und zum weiblichen Orgasmus, dass es auch für Frauen nur das Beste will. Die «garantierte» Verkaufsauflage des Matador wird mit 150000 Exemplaren beziffert.

Ich denk, mich tritt ein Nilpferd

Bier Mit einem schrägen Spot wollen Eichhof und Lesch+Frei die Deutschschweiz erobern.

Bier Mit einem schrägen Spot wollen Eichhof und Lesch+Frei die Deutschschweiz erobern. Die Brauerei Eichhof ist die bedeutendste unabhängige Schweizer Brauerei. Sie macht sich im Moment aus ihrem Stammgebiet in der Innerschweiz auf, nach Zürich – wo das Luzerner Bier bereits Kult ist – auch die restlichen wichtigen Agglomerationen der Deutschschweiz zu erobern.Dabei helfen Werner Dubach, dem umtriebigen Delegierten des Verwaltungsrates der Brauerei, nicht nur die feinen Bierspezialitäten aus der Leuchtenstadt, sondern ebenso eine gross angelegte Spot-Offensive im Schweizer Fernsehen. Zu sehen sind «Kultbierfilme aus dem Brauhaus von Lesch+Frei, Zürich», umgesetzt vom mehrfach Cannes-ausgezeichneten Spitzenregisseur Rolf Sohlmann. Dieser war von der Idee der Agentur so begeistert, dass er «für einen Bruchteil seiner normalen Gage in die Schweiz kam», wie Lesch+Frei verrät.
Kampf um die letzte Flasche
Die Grundidee: Ein Eichhof-Bier ist so fein, es zu teilen wäre eine Sünde. Um sein letztes Eichhof im Kühlschrank vor dem Zugriff seines Mitbewohners zu schützen, präpariert ein WG-Bewohner darum mit allerlei Küchenutensilien eine Kettenreaktion, die seinen bierklauenden Mitbewohner am Schluss auf zwei verschiedene Arten ziemlich platt herauskommen lässt. Das schadenfreudige Publikum freuts. «Die Juroren der internationalen Werbefilmfestivals bestimmt auch», wie CD Thomas Lüber bei Lesch+Frei hofft. Oder mit anderen Worten: Ein Prosit auf die Brauerei Eichhof am TV. Auch nüchtern betrachtet könnte diese mit solchen Spots noch mehr zum Kult werden.
Zu sehen sind die beiden Filme ab sofort im Deutschschweizer und Tessiner Fernsehen sowie im Sommer an Openair-Kinos.
Bierdieb, vom Nilpferd erdrückt: Eichhof hält Eigentumsrechte hoch.
Andreas Panzeri

Ringier plant Tabloid-Blick und neue Zeitung

Zeitungen Bei Ringier rumort es. Zum einen könnte der Blick demnächst auch als Tabloid erscheinen.

Zeitungen Bei Ringier rumort es. Zum einen könnte der Blick demnächst auch als Tabloid erscheinen.«Wir prüfen einen Testlauf», bestätigte Kommunikationsleiterin Eva Keller gegenüber dem Tages-Anzeiger. Zum andern entwickelt Ringier eine neue Tageszeitung. «Neue Zeitung» laute der Arbeitstitel, meldete die SonntagsZeitung (SoZ). Sie werde im Herbst lanciert und in den ersten drei Monaten einer Teilauflage des Blick beiliegen. Später solle sie am Kiosk verkauft werden, zum Einzelpreis von 1.80 Franken oder günstiger im Kombi mit dem Blick. Projektleiter ist der frühere Weltwoche-Chefredaktor Rudolf Bächtold.

Stadt Bern präsentiert neue Kulturagenda

Presse Die Stadt Bern soll wieder eine Kulturagenda erhalten. Die vom Stadtrat eingesetzte Arbeitsgruppe hat dazu ein Konzept präsentiert.

Presse Die Stadt Bern soll wieder eine Kulturagenda erhalten. Die vom Stadtrat eingesetzte Arbeitsgruppe hat dazu ein Konzept präsentiert.Die neue Agenda soll zweiwöchentlich in einer Auflage von 15’000 Exemplaren erscheinen und gratis verteilt werden. Das Budget rechnet mit jährlichen Kosten von rund 776’000 Franken, von denen 208’000 Franken über Inserate hereingeholt würden. Der verbleibende Betrag von 568’000 Franken wird gemäss Verteilschlüssel über Kulturinstitute, Kanton und Gemeinden finanziert. Das Projekt ist als Ersatz für den «Ansager» gedacht, die im Jahr 2003 eingestellte Ausgehbeilage von Berner Zeitung und Bund.
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