Publicis lanciert BTL-Netzwerk

Agenturen Die französische Werbeholding Publicis lanciert ein Agenturnetzwerk unter dem Namen Saatchi & Saatchi X.

Agenturen Die französische Werbeholding Publicis lanciert ein Agenturnetzwerk unter dem Namen Saatchi & Saatchi X.Es bietet Below-the-line-Marketing von In-store-Massnahmen über Design und Verpackung bis zu Produktinnovation. Saatchi & Saatchi X soll als weltweites «Shopper Marketing Center» für sämtliche Publicis-Agenturen dienen. Kern des neuen Netzwerks wird die US-Agentur Thompson Murray, die Publicis kürzlich übernommen hat. Ausserhalb der USA sind Büros in Toronto, Sydney, London und Genf geplant.

Gate24 als Hauptsponsor beim FCSG am Ball

Sportsponsoring Das Online-Branchenportal Gate24 ist in der kommenden Saison neuer Hauptsponsor des FC St.Gallen. Der Vertrag wurde für ein Jahr geschlossen, mit der Option für zwei weitere Jahre.

Sportsponsoring Das Online-Branchenportal Gate24 ist in der kommenden Saison neuer Hauptsponsor des FC St.Gallen. Der Vertrag wurde für ein Jahr geschlossen, mit der Option für zwei weitere Jahre.Der Schriftzug von Gate24 ziert künftig das Trikot des Fussballklubs. Gate24 ist eine Tochterfirma der Media Swiss AG mit Sitz in Teufen AR, die auch den gleichnamigen Online-Werbepool für KMU sowie Werbung auf Stadtplänen vermarktet und die Mehrheit an der Zeitschrift KMU-Manager hält.

AZ bleibt beim Regio-Tabloid

Zeitungen «Wir würden nie mehr zum alten Format zurückkehren», sagt Ueli Eckstein, Leiter Printmedien bei der AZ-Medien-Gruppe.

Zeitungen «Wir würden nie mehr zum alten Format zurückkehren», sagt Ueli Eckstein, Leiter Printmedien bei der AZ-Medien-Gruppe.Vor einem Monat hat die Aargauer Zeitung den Regio-Bund ihrer acht Splitausgaben auf Tabloid umgestellt. Das neue Format sei im Lesermarkt sehr gut angekommen, sagt Eckstein. So seien allein in den ersten zwei Wochen 2000 Abo-Neubestellungen und keine einzige Abbestellung eingegangen.Mit dem Relaunch im Kleinformat wurden die Anzeigentarife gesenkt. Der Preis pro Seite liegt heute je nach Split 28 bis 33 Prozent tiefer. Auch hier sieht sich die Aargauer Zeitung auf der Erfolgsstrasse. «Im Anzeigenmarkt haben die Regionalteile den Umsatz gegenüber Mai 2003 immerhin halten können», freut sich Eckstein. Wer einmal inseriere, akzeptiere nachher das neue Format.
Ab 14. Juni erscheint der Blick ebenfalls und ausschliesslich als Tabloid. Wie das neue Format und die überarbeitete Tarifstruktur im Werbemarkt aufgenommen werden – Seite 13.
(mk/sm)

Facts muss Lesbarkeit verbessern

Zeitschriften Facts hat seit dem Relaunch Anfang April Probleme mit der Lesbarkeit der Texte. Das berichtete Radio Zürisee.

Zeitschriften Facts hat seit dem Relaunch Anfang April Probleme mit der Lesbarkeit der Texte. Das berichtete Radio Zürisee.Nachdem sich Leser darüber beschwert haben, wird nun getestet, wie die Schrift optimiert werden kann. In rund drei Wochen sollte das Problem behoben sein, sagte der stellvertretende Chefredaktor Ralph Pöhner gegenüber dem Sender. Schuld an der schlechten Lesbarkeit seien Faktoren bei der Bildbearbeitung, der Typografie und die graue statt tiefschwarze Druckschwärze.

Verleger tun mehr für Sozialpartnerschaft

Verbände Der Verband Schweizer Presse widmet der Sozialpartnerschaft ein eigenes Departement.

Verbände Der Verband Schweizer Presse widmet der Sozialpartnerschaft ein eigenes Departement.Es wird die Verleger gegenüber den Gewerkschaften vertreten und die Verbandsmitglieder in arbeitsrechtlichen und sozialpartnerschaftlichen Fragen unterstützen. Den Vorsitz des Departements übernimmt Präsidiumsmitglied Josef J. Zihlmann, der Verlagsleiter und Chefredaktor des Willisauer Boten. Als weitere Mitglieder werden dem Präsidium Lothar Dostal (Ziegler), Jean-Luc Mauron (Ringier), Christof Nietlispach (Kasimir Meyer) und Roger Rutz (Stadtblatt) zur Wahl vorgeschlagen.

TBS Identity: Neuer Schliff für Reproad und Messerli

Corporate Design Die Zürcher Kommunikations- und Designagentur TBS Identity betreut zwei neue Kunden.

Corporate Design Die Zürcher Kommunikations- und Designagentur TBS Identity betreut zwei neue Kunden.Corporate Design Die Zürcher Kommunikations- und Designagentur TBS Identity betreut zwei neue Kunden. Nach einem Pitch wurde sie vom Dietlikoner Bauunternehmen Reproad mit der Entwicklung eines neuen Corporate Designs beauftragt. Ebenfalls in einem Pitch sicherte sich TBS das Mandat der Andreas Messerli AG. Die Firma für Messe- und Ausstellungsbau lässt sich einen neuen Firmenauftritt schneidern, der die Diversifikationen der letzten Jahre deutlich machen soll.

Fehler ja, Absicht nein

Privat-TV Hans Jürg Deutsch bestreitet verdeckte Finanzierung bei Ringier-TV, Nachlässigkeit schliesst er allerdings nicht ganz aus.

Privat-TV Hans Jürg Deutsch bestreitet verdeckte Finanzierung bei Ringier-TV, Nachlässigkeit schliesst er allerdings nicht ganz aus.Die Sendung «Gesundheit Sprechstunde» agiert bezüglich Sponsoring immer wieder in einer Grauzone, das sagt Hans Jürg Deutsch, Leiter Fernsehen Ringier, selbst: «Pharmageschichten sind diffizil, weil die Pharmaindustrie nicht unbeschränkt werben kann.» Deshalb habe der von Beobachter und «10vor10» lancierte Sturm von letzter Woche sogar etwas Positives: «Es ist gut, dass das Bundesamt für Kommunikation die Angelegenheit einmal genauer unter die Lupe nimmt.» Bisher aber habe das Bakom die mittlerweile neunjährige Sendung «Gesundheit Sprechstunde» noch nie beanstandet. Die Nachfragen ergaben, dass in den letzten eineinhalb Jahren selbst bei der Ombudsstelle für Presse-TV sowie bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) gegen die Sendung keine Beschwerden eingegangen sind.Bei den nun erhobenen Vorwürfen geht es im Wesentlichen um zwei Dinge: Ringier-TV beziehungsweise TV-Arzt Samuel Stutz hat Auftritte in Sendungen oder Produktenennungen gegen Bezahlung angeboten. Zudem sollen ganze Sendungen, Auftritte sowie Artikel in den Zeitschriften Gesundheit Sprechstunde und Schweizer Illustrierte teilweise verdeckt über ein Konto der Ärztevereinigung FMH finanziert worden sein. «10vor10» sprach gar von Geldwäscherei, weshalb Ringier nun eine Klage prüft. Fest steht: Das Bakom untersucht wegen möglicher Schleichwerbung sowie verbotener Werbung für nicht-rezeptfreie Medikamente.
Interessant ist, dass die Ringier-Konzernleitung offenbar schon vor Jahren gewisse Probleme um den freien Mitarbeiter Samuel Stutz diskutiert hat. Thema war einerseits der FMH-Pot, aber auch die mangelnde Transparenz, die sich aus mehreren Verträgen zwischen Stutz und diversen Ringier-Redaktionen ergab. Die Forderung nach einem Stutz-Koordinator soll gar zu heftigen Meinungsverschiedenheiten zwischen Zeitschriftenverlag und TV-Bereich geführt haben. Auf Anfrage bestätigt zumindest Emil Mahnig, einer der Miterbauer des Gesundheit-Sprechstunde-Medienverbundes, von solchen Differenzen gehört zu haben.
Erneute Diskussionen
Deutsch selbst bestreitet jegliche verdeckte Finanzierung. Das FMH-Konto sei mit dem Bakom abgesprochen. Aber man werde diese «Konstruktion» nun erneut diskutieren. Dass Auftritte oder Produktenennungen käuflich seien, schliesst er aus. Deutsch: «Man muss uns nachweisen, dass die Erwähnung eines bestimmten Produktes in der jeweiligen Sendung aus journalistischer Sicht nicht gerechtfertigt war.» Die Sendung «Puls» auf SF DRS habe viele Produkte früher oder später ebenfalls thematisiert.
Übertretungen von Sponsoringrichtlinien schliesst Deutsch zwar nicht aus, er spricht aber von «Unterlassungssünden, die bei Live-Sendungen vorkommen können», oder von «Nachlässigkeit». Nie aber habe man jemanden hinters Licht führen wollen. Er gibt auch zu, dass sich die Lungenliga mit einem Beitrag an die Produktionskosten «im Prinzip Öffentlichkeitsarbeit erkauft hat», doch habe er «bei dieser Selbsthilfeorganisation gar kein schlechtes Gewissen».
Weiter bestätigt Deutsch, dass Stutz Sponsoren akquiriert – und dafür als freier Mitarbeiter auch vergütet wird. «Aber Stutz unterschreibt weder Verträge noch Rechnungen. Das geht alles über meinen Tisch», hält er fest. Auch was in den Sendungen thematisiert werde, entscheide nicht Stutz, sondern die Redaktion. «Sie ist die absolute Firewall.» Er, Deutsch, sei bei jeder Sitzung dabei.
Stellt sich die Frage, ob auch andere von Ringier-TV produzierte Sendungen bei Presse-TV «Nachlässigkeiten» aufweisen? Etwa Konsum-TV oder Motorshow. Hans Jürg Deutsch winkt ab. Dort seien die Sponsoren klar deklariert und die Situation weniger heikel als bei Medikamenten, sagt er.
TV-Arzt Samuel Stutz ist mit seiner Sendung «Gesundheit Sprechstunde» unter Beschuss geraten.
Markus Knöpfli

Charmanter Relaunch

Valentinstag-Stimmung herrscht jeweils in der Migros-Filiale im Puls 5 im Zürcher Westend, auch Flirt- oder Herzli-Migros genannt.

Valentinstag-Stimmung herrscht jeweils in der Migros-Filiale im Puls 5 im Zürcher Westend, auch Flirt- oder Herzli-Migros genannt.Dort betätigt sich das grösste Schweizer Detailhandelsunternehmen nämlich als Brückenbauer für allein stehende Shopperinnen und Shopper – wer paarungswillig ist, tut dies mit einem knallroten Ansteckherz am Einkaufswägeli kund.Die Migros als Kupplerin der Nation? Man könnte es meinen – denn auch wo früher noch printmässig Brücken gebaut wurden, wird heute geflirtet. Im neuen Migros-Magazin, Nachfolgepublikation des Brückenbauer/Construire, findet sich eine Seite mit einem Single der Woche. Und für eben dieses M-Magazin fand man sich letzte Woche in der Single-Migros zum Lancierungs-Event ein.
Wie das Flirt-Migros-Konzept wäre auch das Unterfangen eines Brückenbauer-Relaunchs samt neuer Namensgebung noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen, betonte Migros-Boss Anton Scherrer in einer kurzen Rede. Mit dem Relaunch sei jetzt aber die Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft geschlagen worden.
Vor einiger Zeit ebenfalls undenkbar gewesen wäre der aktuelle Migros-Glacé-Spot, auf den Product Manager Joachim Russo und das Team von der hauseigenen Migros-Agentur Exxtra ziemlich stolz sind. Allerdings sieht man das nicht überall so. Die vorgetäuschte Fellatio am steinharten Objekt rief folgerichtig die Fundi-Organisation «Terre des Femmes» auf den Plan. Man werde wegen sexistischer Werbung an die Lauterkeitskommission gelangen, hiess es. Ist doch schön, dass auch unser Gutwerb-Ministerium ein bisschen auf Trab gehalten wird.
Neu im Migros-Sortiment:frische Flirts.
Freuten sich über den Relaunch: Migros-Boss Anton Scherrer (r.) und Marius Hagger, Leiter Verlag und Redaktionen der Migros-Medien.
Monica Glisenti, Leiterin Corporate Communications, mit Jean-Pierre Pfister (l.) und Chefredaktor Hans Schneeberger.
Roger Stieger (l.), Schweizer Geschäftsführer der Generali-Gruppe, mit Saisonküche-Verlagsleiter Andi Huggel.
Nicole Costa und Anzeigenberater Kurt Schmid (r.) vom Migros-Magazin mit Thomas Frehner, Teamleiter Marketing bei Migrol.
Frauenfeindliche Glacé-Werber? – Barbara Hardmeier von der Migros-Werbeagentur Exxtra mit MGB-Glacé-PM Joachim Russo.
Stehen ebenfalls voll auf den neuen Migros-Glacé-Spot: Dany Kielholz, Jeannette Hofer und Kim Küng (v. l.) von Exxtra.
Mitarbeit beim Neukonzept: Hans-peter Eggenberger (l.), Duktus, mit Markus Wucher, Studio Achermann.
Jrene Shirazi, M-Magazin-Verlag, mit Werbe-Consultant Reto Alborghetti (l.) und M-Magazin-Werber Ruedi Wyler.
Lockere Journalistenecke: Media- und Medienspezialist Ueli Custer (l.) und M-&-K-Chefredaktor Jaromir Löffler.
Griffen fürs Migros-Magazin in die Brainstorming-Trickkiste: Christine Guarnieri und Andreas Konrad von Wyler Werbung.
M-Magazin-Anzeigenleiter Bernt Maulaz (l.) mit Mitarbeiter Hans Reusser (r.) und Urs Schneider von Mediaschneider.
Julia Brun von Exxtra mit Grafik-Designer Nenad Kovacic von Raffinerie, der fürs Studio Achermann am Redesign mitarbeitete.
Beat Fritsch

The Art of Advertising

Ausstellung In Berlin wird die Konvergenz von kommerzieller und künstlerischer Kommunikation historisiert.Es ist ein Gemeinplatz, dass Werbung die Kunst der Moderne beeinflusst hat.

Ausstellung In Berlin wird die Konvergenz von kommerzieller und künstlerischer Kommunikation historisiert.Es ist ein Gemeinplatz, dass Werbung die Kunst der Moderne beeinflusst hat.Ausstellung In Berlin wird die Konvergenz von kommerzieller und künstlerischer Kommunikation historisiert.
Es ist ein Gemeinplatz, dass Werbung die Kunst der Moderne beeinflusst hat. Längst sind die Künstler von ihren Musenhügeln herabgestiegen, mischen im alltäglichen Umlauf der Werte mit und nutzen Werbestrategien für ihr eigenes Werk. Doch werden umgekehrt auch Plakate und Anzeigensujets zur Kunst, wenn sie von Künstlern gemacht sind?
Das Deutsche Historische Museum Berlin suggeriert dies allein schon durch den Titel seiner aktuellen Ausstellung: «Strategien der Werbekunst von 1850 – 1933». Zudem wird nahe gelegt, dass die Liaison von Geschäftssinn und Spielform, die 1848 im Zeichen der Pressefreiheit begann, 1933 irgendwie beendet worden sei.
Der Gestalter Peter Behrens verstand seine Kampagnen für die AEG als Teil eines Gesamtkunstwerks; der Deutsche Werkbund präsentierte seine Plakate, Verpackungen und Schaufensterdekorationen 1913 mit Produkten und Fabriken im Jahrbuch «Die Kunst in Industrie und Handel». Doch nicht jeder dachte so. René Magritte etwa betrachtete seine Ausflüge in die Werbewelt als Talent tötende Lohnarbeit.
Ein alter Zielkonflikt
Hans Ottomeyer, der 1996 im Münchner Stadtmuseum bereits eine ähnliche Ausstellung präsentierte, schreibt im Katalog: «Gute Werbung zu machen, ist eine Kunst.» Der Berliner Museumsdirektor sieht falsche Moral am Werk, wenn der Warencharakter von Kunst und der Kunstwert der Ware Werbung negiert werden. Nun denn, Kulturkritik an der Werbung ist bekanntlich so alt wie diese selbst. Aber meint Kunst nicht immer auch etwas jenseits des Geldwerts, während Werbung diesen erst stellvertretend schafft? Gutes Kommunikationshandwerk sagt zudem noch nicht viel über dessen intellektuelle oder ideologische Ansprüche aus.
Historischer Parcours
Verbreitet war damals diesbezüglich vielmehr professionelle Ahnungslosigkeit. Diese verleitete viele Branchengrössen, trotz weit gehenden Werbeverbots 1933 einfach weiterzumachen – mit politischer Propaganda. Die Ausstellung deutet personelle Kontinuitäten bis in die Nachkriegszeit jedoch nicht einmal an, sondern tut so, als ob sich Diktatur, Kriegswirtschaft und Konsum per se ausschliessen würden. Stattdessen inszeniert Kurator Jörg Meissner einen kultur- und alltagshistorischen Parcours, der wohl vertrauten Produkten im Spiegel ihrer Markenbildung nachspürt. Und zwar mit einer Fülle von Exponaten. Dabei stellen die Spezialkollektionen mit 600 Objekten nur eine kleine Auswahl dar. Von den 80000 Plakaten der Sammlung diente knapp ein Drittel der Produkt- und Markenwerbung.
Ob Odol, Maggi oder Kaffee Hag – es ist wie mit guten alten Freunden: Du kennst ihre Geschichten und bist gerührt vom Wiedersehen. Etwa, wenn ein Emailleschild der Einmachgläserfirma Weck «Das Bürgschaftszeichen für unerreichte Güte» verspricht. Oder wenn ein Streichholz in einem Werbefilm von 1928 in Liebe zu seiner Muratti-Zigarettin entbrennt. Vielleicht stellt man sich beim deutschen Markenverband, dem Hauptsponsor der Schau, ja einmal die Frage, welche Gefühle die heutigen Werbemittel in 100 Jahren auslösen werden.
Richtig spannend wird es, sobald die bunten Bildchen mit der grossen Politik kollidieren. So lancierten beispielsweise national gesinnte Werbeleute 1915 eine «Verdeutschungskarte für das kaufmännische Werbewesen». Sie vollzog nach, was sich bei der Umbenennung populärer Zigarettenmarken bereits angekündigt hatte. Aus Manolis Marke «Dandy» war zu Beginn des ersten Weltkriegs «Dalli» geworden, und Garbáty hatte seinen «Duke of York» schon 1913 in «Graf Yorck von Wartenburg» umgetauft. Auch wenn der Weg damals vom Zauberberg direkt in den Schützengraben führte – bei der Verpackung blieb erst einmal alles beim Alten.
Strategien der Werbekunst 1850 – 1933Die Ausstellung in der Pei-Halle des Deutschen Historischen Museums in Berlin ist bis 29. August täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der dazu erschienene 368-seitige Katalog kostet 25 Euro und umfasst neben zum Teil exklusivem Bildmaterial und zehn hochkarätigen Essays auch Kurzbiografien der damaligen Repräsentanten von Werbekunst und Warenästhetik. (oc)
Auf Kollisionskurs: Kunst, Kommerz und Ideologie.
Oliver Classen

Superstars in Windeln

Babypflege Nicht nur der Preis soll Milette positionieren. Wählerische «Persönlichkeiten» werten künftig die Migros-Eigenmarke in einer Exxtra-Kampagne auf.

Babypflege Nicht nur der Preis soll Milette positionieren. Wählerische «Persönlichkeiten» werten künftig die Migros-Eigenmarke in einer Exxtra-Kampagne auf.Die gute Nachricht zuerst: Die Schweiz stirbt nicht aus – dank den Ausländern. Allerdings wird die Wohnbevölkerung immer älter. Für die Hersteller von Babypflege-produkten, die 2003 in der Schweiz einen Umsatz von rund 145 Millionen Franken generierten (2002: mehr als 150 Millionen Franken), eine denkbar schlechte Nachricht: Gemäss Schätzungen des Bundesamts für Statistik hat sich 2003 der Rückgang der Lebendgeburten weiter fortgesetzt und erreichte mit 71500 den tiefsten Stand seit dem Jahr 1978.Zarte Produkte, harte Bandagen
Vor allem das klassische Aktionsprodukt Windeln hat die demografische Entwicklung stark zu spüren bekommen. Nebst der schrumpfenden Anzahl Babys sorgen Innovationen für eine schlitternde Absatzkurve. Eine Windelgeneration dauert heute gerade noch neun Monate. Die laufend verbesserte Qualität bei Verschlüssen, Atmungsaktivität und Auslaufschutz führt dazu, dass die Kleinen immer seltener gewickelt werden müssen «und der Umsatz ständig weiter rutscht», so beschreibt Nicole Schmaus, Category Manager beim MGB, den brutalen Markt.
Von den harten Verteilerkämpfen vorerst noch verschont, sind die Pflegeprodukte für Babys. Mit Neueinführungen von Pro-dukten bis ins Kleinkindesalter können die Hersteller die Eltern etwas länger bei der Stange halten.
Zwar sind der Werbebranche dank der gestiegenen Launch-Kadenz grobe Auftragseinbrüche erspart geblieben, doch musste sie sich an Schwankungen gewöhnen, wie die Zahlen von Media Focus nahe legen (siehe Grafik). Zu den grössten Werbe-Investoren zählen seit Jahren Johnson & Johnson (Penaten), P&G (Pampers) und Migros mit ihrer Eigenmarke Milette sowie ihrem Kimberly-Clark-Markenprodukt Huggies.
Da sich die Aufmerksamkeit der Zielgruppe vor allem auf die Launches und Preispromotionen konzentriert, richten die Hersteller und Detaillisten ihre Kommunikationskonzepte danach aus. Von USPs oder UAPs – weit und breit keine Spur. Ob Eigenständigkeit belohnt würde, ist für die meisten fragwürdig, zumal ihre Marken schon eine hohe Bekanntheit geniessen: Gezeigt werden mit Konstanz lächelnde oder schlafende Babys, mal mit, mal ohne Mutter, oft passiv – mit Ausnahme der TV-Spots, in die rund die Hälfte der Budgets fliessen –, und wenn sie etwas tun, dann das, was Babys eben so tun.
Um sich gegen internationale Werbegiganten wie Pampers behaupten zu können, muss deshalb im Babyprodukte-Bereich eine Differenzierung von der homogenen Werbemasse erreicht werden, war die Schlussfolgerung der Verantwortlichen der Migros-Marke Milette.
Babys mit hohen AnsprüchenDie Idee bestand bei Exxtra von Anfang an darin, die Babys als Hauptakteure stärker in Szene zu setzen und sie für einmal altersuntypisch und im Umfeld auffällig zu porträtieren. So zeigt sich in der Printkampagne für Milette-Baby-Feuchttücher zum Beispiel ein zweijähriges Mädchen als kleine, anspruchsvolle Diva. In der eigensinnigen Pose unterstreicht es mit Nachdruck die Botschaft «Nur sanfte Pflege wird auch höchsten Ansprüchen gerecht» und soll den Betrachter zum Schmunzeln bringen, hoffen AD Grischa Rubinick und das Beraterinnen-Team Barbara Hardmeier und Desirée Strassmann. Auch Klein-Elvis, der in der Badewanne mit seiner Milette-Tolle erste Starallüren entwickelt, bringt den Produktnutzen «Damit die Kleinen bei der Haarwäsche sanftere Töne anschlagen» witzig auf den Punkt.
«Allen Sujets gemeinsam ist, dass die Kleinen spektakulär in Szene gesetzt sind», erklärt CD Dieter Hofmann. Als eigenständige Persönlichkeiten dargestellt, sollen die Verwender selbst auf humorvolle Weise ausdrücken, was sie wollen, und nicht wie üblich die Kaufentscheider.
Insgesamt sechs Sujets für Milette-Produkte hat das Fotografenduo Scheffold Vizner in einem zeitaufwändigen Shooting umgesetzt. Vor allem im Windel-Motiv wurden die Akteure schliesslich mit Highend-Bildmontagen in überraschende Posen gebracht. Mit ihrer Kampagne, die vor allem in der Spezialpresse geschaltet wird, will Exxtra die Kernzielgruppe offener und unkomplizierter Mütter der Altersklasse zwischen 20 und 39 ansprechen.
Babypflege mal anders: Die lieben Kleinen wissen, was sie wollen.
Stark: Leute, die es wissen müssen, machen klar, dass Milette-Windeln von Migros halten, was sie versprechen. >> Seite 8
Luca Aloisi

Sat 1 Schweiz erreicht mehr Fussballfans

Fernsehen Die Rückrunde der Fussball-Super-League brachte Sat 1 Schweiz einen Rekord:

Fernsehen Die Rückrunde der Fussball-Super-League brachte Sat 1 Schweiz einen Rekord:Die Berichte in «Live ran» erreichten durchschnittlich 180000 Personen (3+), über 18 Prozent mehr als im 1. Halbjahr 2003. Bei den 15- bis 49-jährigen Männern stieg die Zuschauerzahl von 59000 auf 64000. Bei den Frauen steigerte «Live ran» den durchschnittlichen Marktanteil von 12 auf 14 Prozent.

>>JobChange

hat den Medienvermarkter Cinecom per Ende Mai verlassen.

hat den Medienvermarkter Cinecom per Ende Mai verlassen.Corinne Blaser Das Verkaufsteam Kino/Print wird interimistisch von Matthias Luchsinger geführt, bevor Daniel Pauletto im Herbst die Gesamtverantwortung für die Verkaufsbereiche Kino, Print, Promotions & Events sowie Imax übernimmt….
Roland Oetterli ist neuer Verlagsleiter der Konsumentenzeitschrift Der Beobachter. Zuvor war Oetterli Leiter Gruppenmarketing bei der AZ Medien Gruppe.
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Anfang September übernimmt Laurence Desbordes die Nachfolge von Renata Libal als Redaktionsleiterin der Westschweizer Frauenzeitschrift Edelweiss.
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Andreas Wittausch ist zum neuen Geschäftsführer des Winterthurer Stadtanzeigers ernannt worden. Er war bisher bei der Publicitas als
Anzeigen- und Verkaufsleiter für die Gratiswochenzeitung tätig und kümmert sich auch weiterhin um diese Aufgaben.
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Die Luzerner Werbeagentur Ottiger & Partner baut aus. Christina
Tsouras verstärkt ab sofort den Bereich Public Relations. Sie war zuvor bei der Also Holding und Trimedia tätig. Der Grafiker Gregor Thoma arbeitet bereits seit einigen Wochen bei der Agentur. Davor war er bei Kinzel & Partner in Ebikon.
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Die Werbeagentur Fruitcake in Worb hat Daniela Müller ins Beratungsteam geholt. Die diplomierte Werbeassistentin arbeitet seit
1998 bei der Agentur. Mit dem Ausscheiden von Willy Haldimann verkleinert Fruitcake das operative Management. Neu eingeführt
wurde der Bereich Fotografie, der ab August von der Fotografin Lea Moser betreut wird.
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Die Werbe- und Produktions-Services AG (WPS) in Geroldswil hat ihr Team verstärkt. Miro Beck wird Creative Director für den Bereich Werbung. Beck war zuvor unter anderem bei Catapult. Ab Juli stösst mit Caroline Bobek eine neue Beraterin und Projektleiterin zum Team. Neu geschaffen hat WPS die Abteilung «Zukunftsorientiertes Publizieren». Die Leitung übernimmt Dani Arnold.
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Die Zürcher Markenagentur Meta Design hat Robert Abt als neuen Verwaltungsrat gewonnen. Abt wird die Agentur gleichzeitig
als Berater unterstützen. Er war zuletzt als stellvertretender
Geschäftsleiter bei Interbrand Zintzmeyer & Lux tätig.
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Mario Aldrovandi wird ab Juni Intendant von Radio Liechtenstein. Zuletzt war er Chefredaktor des gescheiterten Cracks for Kids.
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