Voll Gothic!

Gruslig, gruslig, was letzte Woche abging. Begonnen hat es im neuen Pathé-Kinokomplex in Dietlikon, wo Film demnächst anlässlich der 200.

Gruslig, gruslig, was letzte Woche abging. Begonnen hat es im neuen Pathé-Kinokomplex in Dietlikon, wo Film demnächst anlässlich der 200.Ausgabe zur Vorpremiere des Kinderschockers «Harry Potter and the Prisoner of Azkaban» eingeladen hatte. Lachen Sie nicht! Der Film zeigt im Gegensatz zu seinen sanften Vorgängern Szenen, die sogar Erwachsene erschaudern lassen.Natürlich hat der Streifen auch lustige Seiten. So merkt man endlich, was es mit dem Lieblingsspruch aller Tanten und Onkels («Gott, sind die Kinder gross geworden!») auf sich hat. Die herzigen Hogwarts-Kiddies sind nämlich zu ziemlich grossen Teenagern mutiert – und in dem Alter sollten auch die Zuschauer sein, denen man den Film zumuten kann. Es sei denn, Sie wollen Ihre Bälger für mindestens eine Woche mit Alpträumen erster Sahne versorgen und gleich auch noch ein exzellentes Druckmittel für renitente Quengler («Iss auf, sonst holen dich die Dementoren!») in die Hand bekommen.
Eine noch härtere Gangart legten Helen Müller und Andreas Prokesch beim ADC ein. Von Potter gings weiter im Gothic Style zu dominanten CDs, hörigen Kreativzofen, piesackenden Copywritern und intim gepiercten Konzepterinnen. Im Labyrinth, erste Adresse für Fetischanhänger und Lace-&-Leather-Addicted-People, gabs die Vernissage des neuesten ADC-Opus. Als das strengste Jahrbuch aller Zeiten wurde es vollmundig angekündigt, und ziemlich chic kommt es auch daher in seinem Latex-Mäntelchen.
Die Idee dazu stammt von Pascal Baumann, der unter väterlicher Mithilfe von Roland Scotoni und dem Rest der Advico-Kreation – beziehungsweise was davon noch übrig ist, wie ein ziemlich uncharmanter Zeitgenosse moserte – das Buch umsetzte.
Wesentlich weniger hart als das sklavische Werberdasein erlebte man die Master-and-Servant-Parade der Gruppe Toxic. Eine leicht überzeichnete Domina plantschte mit einer hübschen Nachwuchssklavin ein bisschen mit Kerzenwachs herum. Interessantere Spielchen liess man aber bleiben – zur Enttäuschung einiger anscheinend durchaus mit den einschlägigen Praktiken vertrauter Gäste.
Beat Fritschzwar nicht in Lack und Leder, aber wenigstens mit einer ADC-Fibel in Latex. Das strengste Jahrbuch aller Zeiten kann tatsächlich auch zur Züchtigung ungetreuer oder fauler
Kreativer eingesetzt werden. Gothic-mässig kommt auch der neue Harry-Potter-Streifen daher. Das liess sich an einer exklusiven Vorpremiere anlässlich der 200. Ausgabe von Film demnächst feststellen.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Partys trifft, orten wir an den Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch.
Echt gruslig gehts im neuen Potter-Streifen zu und her.
Soll früher Creative Director gewesen sein: Domina von Toxic.
Feierten die 200. Klappe: Antoine Egger, Joel Dufour, George Klee, Verleger Roland Ray und Jean-Pierre Grey (v. l.) von Film demnächst.
Freuten sich auf Harry: Nicole Zubler (l.) von Carat und Patricia Welti vom Winterthurer Skate- und Snowboardvertrieb John Doe.
Für eine exklusive Potter-Vorpremiere werden Kids zu Fans – Peter Heeb von Star TV mit Fanclub: Katarina, Alexandra und Isabelle (v. l.).
Sie ist ein grosser Harry-Potter-Fan, er sieht das Ganze eher pragmatisch: Nadja Jordi und Dani Büchi von Radio Energy.
Pottermania auch bei Joel Dufour, Sales Manager Film demnächst, Patrick Craman (l.) von Levi’s und Geraldo Egitto von Diesel.
Liebhaber von Lack und Leder: ADC-Jahrbuch-Gestalter Pascal Baumann (l.) mit Filmer und Motorad-Fan Rudi Haller.
ADC-Dominatoren: Andreas Prokesch, grosser Vorsitzender, mit Helen Müller, als Geschäftsführerin die Tätschmeisterin des Clubs.
Die Herren Creative Directors, nicht in Leder, aber unter sich: Edi Andrist (l.) unterhielt sich blendend mit Advico-CD Daniel Comte.
SW-Geschäftsführerin Monika Luck stellte Georg Gadient vor, den neuen Sklaven (=Praktikanten) auf der SW-Geschäftsstelle.
Die Frauen waren viel zu lieb zu ihm: Sabrina Arthur (l.) und Laurence Bolinger mit Sacha Baer, Berater bei JvM/Limmat.
Mit von der harten ADC-Partie: Katja Hübener von Glamour Engineering mit Thomas Städeli, Advico Young & Rubicam.
Patricia Haller und Publicis-Geschäftsführer Markus Gut (r.) wollten den unartigen Claudio Zuccolini partout nicht verhauen.
Die Texter verzogen sich in eine ruhigere Ecke:Script-Geschäftsführer Christoph Fuchs (l.) mit Kaspar Silberschmidt.
Alte Seilschaften: Domenic K. Geissbühler, Urs Schrepfer und Roland Scotoni (v. l.) belagerten gemeinsam die Bar im Labyrinth.
Für sie wars ein Katzensprung: Die Agentur Acapulco von Tereza Stäheli und Sebastian Rundy befindet sich nicht weit vom Labyrinth.
Freuen sich tierisch auf Cannes: Die Keystone-Gewinnerinnen Chantal Ehrensperger (l.) und Hanna Zimmermann, mit Johannes Raggio.
Nachwuchsförderung: Diego Bally verhilft Petra Tschudi von On Line Video 46 mit diesem Foto zum Gewinn einer Wette.
Fachsimpeleien unter ADs: Dave Hanselmann (l.) von Jung von Matt/Limmat mit Sascha Fanetti von Ruf Lanz.
Die frisch gebackenen Agenturinhaber Dani Krieg und Uwe Schlupp von KSSJ mit Ex-Arbeitskollege Flo Wacker von Publicis (v. l.).
«Wir gewöhnen ihn schon mal an die Kreativpartys», meinten Papa Philip Skrabal (r.) und Götti Simon Staub mit Klein Romeo.

Der freundliche Big Brother

Crossmedia Nick Hösli soll Ringier besser vermarkten. Er setzt auf Crossmedia und wirbt mit einem Film.

Crossmedia Nick Hösli soll Ringier besser vermarkten. Er setzt auf Crossmedia und wirbt mit einem Film.
George Orwell und sein «1984» einmal anders: Statt aus der Opferperspektive zeigt ein neuer Ringier-Marketingfilm, wie es in der Big-Brother-Zentrale zu- und her- geht. Der Marketing- und Werbeleiter der Firma Y verfolgt zusammen mit einem Team von Ringier auf Monitoren den Tagesablauf eines Paares – anders als bei Orwell natürlich in der guten Absicht, das Pärchen im Laufe des Tages über verschiedene Kanäle auf das neue Produkt Super-X aufmerksam zu machen und es damit zu beglücken. Das Team tut dies, indem es von der Schaltzentrale aus die Druckerei beauftragt, ein Sonderheft zu produzieren und die Tageszeitung des Paares mit einem Streifeninserat zu Super-X zu versehen. Später schaltet es auf der im Büro-PC aufgerufenen Website ein Banner, aktiviert die Zustellung von Direktwerbung, ordert ein Callcenter, das die beiden kontaktiert, und löst im TV ein Product Placement aus. Am Ende des Tages nach unzähligen Kontakten mit Super-X packt die beiden endlich der Gwunder, und sie rufen eine Bestell-Hotline an. Dabei hinterlassen sie auch ihre Adresse. In der Schaltzentrale folgt das grosse Händeschütteln.
Viele Kanäle zu Konsumenten
Die Botschaft des Ringier-Streifens ist klar: Der Medienkonzern verfügt von Zeitung und Zeitschriften über Fernsehen, Online-Werbung bis hin zu Druckereien, Adressverwaltungsfirma und Callcenter über eine Vielzahl von Kanälen zu den Konsumenten und ist damit in der Lage, fast jede gewünschte Zielgruppe jederzeit und überall gezielt anzusprechen. «Wir sind das grösste Schweizer Multimediaunternehmen und in den drei Hauptsprachgebieten vertreten. Deshalb wäre es grobfahrlässig, wenn wir dieses Potenzial nicht auch gebündelt anbieten würden», sagt Nick Hösli, seit Anfang Jahr Key Account Manager (KAM) von Ringier.
Seine Aufgabe ist es denn auch, die Möglichkeiten des Ringier-Konzerns als Gesamtpaket für integrierte Kommunikation den Werbekunden zu präsentieren – oder in der Sprache des Films: die Kunden «gluschtig» zu machen, die Ringier-Schaltzentrale zu betreten und dort alle gewünschten Hebel in Bewegung zu setzen. Dass dies nur für Grosskunden in Frage kommt, versteht sich: Unter einer Viertelmillion Franken läuft auf dieser Ebene nichts.
Doch wer das nötige Kleingeld aufbringt, erhält Zugang zu einer beeindruckenden Reichweite: So realisieren die Ringier-Medien zusammen pro Woche über 11 Millionen Kundenkontakte in der Schweiz – kein anderer Verlag und auch nicht die SBB können Ringier diesbezüglich das Wasser reichen. Mit einem Inserat in allen Ringier-Titeln erreicht man bereits 3,3 Millionen Schweizerinnen und Schweizer je 1,7-mal.
Doch Hösli betont, dass integrierte Kommunikation über das gleichzeitige Belegen von drei Seiten Blick und fünf Seiten Schweizer Illustrierte hinausgehe. «Solche Angebote waren im normalen Tagesgeschäft schon bisher möglich – da will ich mich gar nicht einmischen.» Ihm geht es darum, Medien und Werbeformen (Wettbewerbe, Sponsoring, Publireportagen) intelligent und zeitlich genau abgestimmt so zu verknüpfen, dass durch die mehrkanalige Botschaft neue Zielgruppen angesprochen werden und Mehrfachkontakte entstehen. «Umsatzpotenziale erschliesst man sich künftig vor allem mit vernetzten, zielgruppenorientierten Angeboten über alle Kanäle», ist er überzeugt.
Neben dem gebündelten Reichweitenangebot bieten der KAM und die Ringier-Taskforce (siehe Kasten rechts) vor allem folgende Vorteile: Der potenzielle Kunde hat im KAM nur einen Ansprechpartner, das Taskforce-Team präsentiert ihm massgeschneiderte Lösungen, und am Ende erhält er eine einzige Rechnung über alle Leistungen.
Ziel sind zusätzliche Budgets
Hösli hält sich an bestimmte Grundsätze: So sollen seine Kundenkontakte keineswegs das Tagesgeschäft tangieren. «Unser Ziel ist es, mit dem KAM-System zusätzliche Budgets und damit Marktanteile zu gewinnen», sagt er. Redaktion und Kommerz will er zudem strikt trennen.
Zudem beschränkt sich Hösli nicht nur auf Ringier-Kanäle, sondern bezieht nötigenfalls andere Medien (Radio, Plakat, Mobile) oder Events ein. «Natürlich wollen wir primär unsere Medien verkaufen, aber im Vordergrund muss für uns immer der Kundennutzen stehen, deshalb sind wir offen gegenüber allen zweckdienlichen Kommunikationskanälen», sagt er. Die Gratwanderung zwischen Eigen- und Kundennutzen will er mit grösstmöglicher Transparenz bewältigen. So ist es für ihn selbstverständlich, dass der Kunde seine Media-, Werbe- oder Eventagentur bei den Planungssitzungen einbeziehen kann, falls er dies wünscht.
In den ersten Monaten dieses Jahres hat die Key Account Taskforce das KAM-Konzept aufgebaut. Seit April ist Hösli nun daran, zunächst einmal auf bisherige Grosskunden zuzugehen. Erste Erfolge kann er bereits vorweisen: So realisierte Ringier mit Lever Fabergé im Mai ein erstes Beispiel integrierter Kommunikation, das übrigens am Crossmedia-Symposium vom 10. Juni erstmals vorgestellt wird. Diverse weitere Projekte stehen in den kommenden Wochen und Monaten bevor. Insgesamt rechnet er für die konsequente KAM-Implementierung aber mit einer Anlaufzeit von etwa zwei Jahren.
«Die Kunden erwarten kreative Lösungen»Nick Hösli zur neuen Unternehmenskultur bei Ringier und den Lehren aus «Gesundheit Sprechstunde».
WW: Ringier machte schon vor zehn Jahren erste Crossmedia-
Gehversuche. Warum funktionierte es damals nicht?
Nick Hösli: Zum einen waren die Kunden noch nicht so weit. Crossmedia oder integrierte Kommunikation waren noch Fremdwörter. Aber auch Ringier hat sich weiterentwickelt: Unser damaliges Angebot war fast nur auf Print ausgerichtet, TV und Internet hatten wir noch nicht oder erst im Anfangsstadium. Zudem mussten die Unternehmensbereiche enger zusammenwachsen und vom Gärtchendenken wegkommen.
Was gab den Ausschlag für den neuen Anlauf?Das ist teilweise konjunkturbedingt. Während der Hochkonjunktur kommt man weniger auf solche Gedanken. Jetzt aber müssen wir Zusatzvolumen gewinnen – und da war es nahe liegend, unsere ganze Angebotspalette zu präsentieren. Aus dem Tagesgeschäft wissen wir zudem, dass die Kunden immer häufiger kreative, unkonventionelle Lösungen erwarten. Diese bieten wir nun crossmedial an. Ausserdem wollen wir ihnen mit unseren Crossmedia-Paketen eine attraktive Alternative zu reinen TV-Kampagnen anbieten und von dort Gelder abziehen.
Bei «Gesundheit Sprechstunde» hat Crossmedia in kleinerem Rahmen hohe Wellen geschlagen. Welche Lehren ziehen Sie für Ihre Arbeit?
Für den Medienverbund Gesundheit Sprechstunde bin ich nicht zuständig, und ich will mich wegen der laufenden Bakom-Untersuchung auch nicht dazu äussern. Unabhängig aber vom Resultat wird deutlich: Crossmedia ist eine sehr sensible Sache. Man muss darauf achten, dass Redaktion und Kommerz nicht vermischt werden.
Haben Sie denn nicht eine Art Wächterfunktion über «Gesundheit Sprechstunde».
Nein, überhaupt nicht. Die Verantwortung für das Thema Gesundheit liegt allein bei Ringier-TV und den beteiligten Redaktionen. Mit mir hat dies nichts zu tun.
In der KAM-Taskforce sind keine Redaktionsvertreter, bei «Gesundheit Sprechstunde» hingegen akquiriert sogar der Hauptmoderator aktiv Sponsoren. Warum trennt Ringier Redaktion und Sponsoring auf KAM-Ebene, nicht aber auf Verbundebene?
Das Key Accounting ist ein reines Marketingtool, deshalb sind nur die Werbe- und Marketingverantwortlichen aus den einzelnen Bereichen involviert. Die Redaktionen bleiben wie immer unabhängig, aber selbstverständlich sind unsere Kunden jederzeit eingeladen, mit ihnen über redaktionelle Themen zu diskutieren. Die Redaktionen entscheiden dann selbstständig, ob die Themen redaktionell besetzt werden oder nicht.
Markus Knöpfli
Geballtes Know-how für Ringier-KundenDie Key Account Taskforce von Ringier setzt sich derzeit aus folgenden Personen zusammen: Thomas Trüb, Leiter Marketingausschuss und Mitglied der Konzernleitung, Nick Hösli, KAM, Bruno Hörler,
Marketingleiter Ringier Print, Thomas Passen, Leiter Werbemarkt Zeitschriften, Mario Cecchin, Leiter Werbemarkt Blick-Gruppe, Andreas Waldis, Marketingleiter Ringier-TV, sowie Thomas Kords, Key-Account-Koordinator.
«Unseren ersten Besuch bei einem Kunden machen wir immer als geschlossene Gruppe», sagt Hösli. Erstens habe der Kunde dadurch für jeden Ringier-Bereich eine kompetente Auskunftsperson vor sich, andererseits seien diese danach direkt über die Bedürfnisse des Kunden informiert. Das ist dann bei der Ausarbeitung von konkreten Crossmedia-Ideen wichtig. «Diese Ideen kreieren wir immer im Gesamtteam», sagt Hösli. (mk)
Ringier bietet die Möglichkeit, Publikum über verschiedene Kanäle abzuholen: Dieselbe Botschaft im Print, online und am Fernsehen.
Nick Hösli pusht Crossmedia.
Das Clientcockpit weist die Botschaften den einzelnen Kanälen zu.
Markus Knöpfli

Konzession für Elevator-TV noch diesen Juni?

Privat-TV Das Mitmachfernsehen Elevator-TV könnte diesen Monat eine Konzession erhalten.

Privat-TV Das Mitmachfernsehen Elevator-TV könnte diesen Monat eine Konzession erhalten.Daniel Köhler vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erklärte gegenüber der Mittelland Zeitung, der Bundesrat werde sich vermutlich noch diesen Monat mit dem Gesuch des TV-Projekts befassen. Das sprachregionale Vollprogramm will sich an Jugendliche richten, die sich über Internet und SMS am Sender beteiligen sollen. Initiant ist Dominik Kaiser, Street-Parade-Mitorganisator und ehemals Geschäftsführer des interaktiven deutschen Musiksenders Viva Plus.

Fallgrube Englisch

Stefano Monachesi über die Tücken der Werbesprache.

Stefano Monachesi über die Tücken der Werbesprache.Gehören Sie auch zu jenen glücklichen Generationen, die noch Kinder sein durften? Heute gibt es ja nur noch «Kids». Das klingt cooler und passt besser auf eine kurze Schlagzeile. Das englische Wort wurde von Marketingleuten importiert, als Kinder zu Zielgruppen wurden – weil Kinder angeblich nicht als Kinder behandelt werden möchten.«Cracks» ist noch so ein Wort, das nur Leute benutzen, die Jugendliche erreichen wollen. Anders als Kids ist das nicht einmal richtiges Englisch. Wer cool über den Schnee gleitet, ist für die Briten kein Snowboard-Crack, sondern «a crack snowboarder». Als Substantiv ist «a crack» ein Spinner.
Was auch ein neues Licht auf den (letztlich wohl zu wenig coolen) Zeitungsnamen Cracks for Kids wirft. Mit «für» statt «for» wäre das zwar korrektes Neudeutsch. Aber suchen Sie einmal nach «Cracks for Kids» mit Google. Die einzigen englischen Fundstellen lauten «Cracks for kids to fall through»: (soziale) Risse, durch die Kinder fallen können.
Englisch ist voller solcher Risse, und Werber fallen immer wieder hinein. Das hält sie nicht davon ab, sich fleissig weiter der Weltsprache zu bedienen. Laut einer Studie der Uni Hannover benutzen heute dreissig Prozent der deutschen Werbeslogans englische Ausdrücke. In den 80er-Jahren waren es noch drei Prozent. Zum Glück für die Werber werden ihre Stürze in der Zielgruppe selten bemerkt. Dazu versteht sie zu wenig Englisch.
Doch damit öffnet sich die nächste Fallgrube: Englische Slogans werden von den Konsumenten oft gar nicht verstanden. Die Kölner Markenagentur Endmark legte 1100 Personen zwölf aktuelle englische Slogans vor. Nur zwei wurden von mehr als der Hälfte richtig übersetzt.
Der Versuchung, sich mit englischen Wörtern herauszuputzen, konnte allerdings auch die Werbewoche nicht widerstehen. Diese Kolumne zum Beispiel ist nicht einfach meine Meinung – sie ist «Opinion». Das hat Gewicht, ist relevant. Meinen kann schliesslich jeder.
Bis diese Zeitung einmal Advertising Weekly heisst, werden aber hoffentlich noch ein paar Generationen vergehen.
> Stefano Monachesi, Redaktor

Nespresso versorgt Segler mit Kaffee

Sponsoring Nespresso unterstützt den 32. America’s Cup. Die Nestlé-Tochter ist offizieller Kaffeelieferant des vierjährigen Segelwettbewerbs, dessen Finale erstmals in Europa stattfindet.

Sponsoring Nespresso unterstützt den 32. America’s Cup. Die Nestlé-Tochter ist offizieller Kaffeelieferant des vierjährigen Segelwettbewerbs, dessen Finale erstmals in Europa stattfindet.Der Portionenkaffee von Nespresso wird sowohl an den VIP-Empfängen wie in allen öffentlichen Gastrozonen des Regattageländes serviert.

Ornament für unterwegs – auf immer und ewig

Aufgefallen Tattoos sind nicht nur in, sondern absolut mega-in.

Versicherungen Tattoos sind nicht nur in, sondern absolut mega-in.Wer sich keinen Diamanten leisten kann – und das sind angesichts der Konjunktur immer mehr –, schenkt sich eine TCS-Police und das Tattoo dazu. Auch die sind für immer. Das dürften sich die Werber gedacht haben.
Für die Umsetzung der bestechenden Assoziation kamen nicht Tattoo-Freaks, Zuhälter oder Schaubudenmenschen zu Ehren. Älteren TCS-Stammkunden zuliebe verurteilten die Kreativen propere Models zum lebenslänglichen Tragen des TCS-Körperschmucks. Unter diesen Silvia (14), für Schulfreundinnen einfach nur Sile. Mamis Erlaubnis erhielt Silvia mühelos, schliesslich ist auch sie beim bekannten Club versichert. Zwar leidet der Dunst des Anrüchigen und des rohen Sexappeals der
Tätowierung unter dem Pickelcremegesicht und der Zahnspange. Doch die junge Zielgruppe hat bestimmt Verständnis für solche Schönheitsfehler und fühlt sich vom Backfisch auch nicht verschaukelt.
Einzig der Tattookünstler geriet mit der Berufsehre vorerst in den Clinch. Schliesslich kennt er das kaum erotische Motiv vom Kühlergrill seines Mustangs. Doch zu dem Zeitpunkt wusste er noch nicht, wie sexy das fette, fette Künstlerhonorar in der Werbebranche ist.
(la)

Jüngere Hits bei Radio Basilisk

Lokalradio «Hot AC», so nennt sich das neue Musikformat, das Radio Basilisk seit dem 8. Juni ausstrahlt. Konkret:

Lokalradio «Hot AC», so nennt sich das neue Musikformat, das Radio Basilisk seit dem 8. Juni ausstrahlt. Konkret:Die Hits aus den 80er-Jahren, die bisher vorwiegend liefen, müssen nach und nach solchen aus den 90er-Jahren sowie ausgewählten neuen Titeln Platz machen. Neu arbeitet Basilisk mit der Brand Support Company zusammen, einer bayrischen Researchfirma, mit der auch Radio 24 kooperiert. Wie Andreas Meier, Musikchef der Radios Basilisk und 24, erklärte, wird alle 14 Tage in einem Panel getestet, wie die einzelnen Titel beim Zielpublikum ankommen. Danach wird der Musikmix in Zürich geplant. (mk)

Hearings zur Zürcher Jugendfrequenz beendet

Jugendradio Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat mit den fünf Gesuchstellern Hearings zur Zürcher Jugendradio-Frequenz durchgeführt.

Jugendradio Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat mit den fünf Gesuchstellern Hearings zur Zürcher Jugendradio-Frequenz durchgeführt.Thematisiert wurde vor allem die programmliche und musikalische Ausrichtung. Laut Mike Gut vom Projekt Radio Max führt das Bakom nun die Schlussevaluation durch. Danach wird das Dossier mit einer Empfehlung an Bundesrat Moritz Leuenberger weitergeleitet. Der Entscheid fällt im Herbst.

Tagestipps für Zürich

Online Ron Orp ist ein Genussmensch. Als Zeitvertreibforscher lebt er an vielen Orten auf der ganzen Welt – und gibt jetzt den Zürchern Tipps für den Tag.

Online Ron Orp ist ein Genussmensch. Als Zeitvertreibforscher lebt er an vielen Orten auf der ganzen Welt – und gibt jetzt den Zürchern Tipps für den Tag.Ron Orps Mail stellt seit Anfang Mai täglich das Beste aus Kultur, Ausgang, Gastronomie, Medien und Konsum für seine Abonnenten zusammen. Erfunden haben den Online-dienst die beiden Werber Romano Strebel, Berater bei JvM/Limmat, und Christian Klinner, ehemaliger Berater bei Matter & Partner, der sich nun mit Ron Orp selbstständig macht. Der werbefinanzierte Newsletter (unter www.ronorp.ch zu abonnieren) hat rund 300 Abonnenten, laut Christian Klinner hauptsächlich aus der Werbe- und Medienszene.

Neue Chancen nutzen

Gastkommentar Peter Wippermann über den rasanten gesellschaftlichen Wandel – und die Herausforderungen, die sich daraus für Markenstrategen ergeben, wenn sie profitieren wollen.

Gastkommentar Peter Wippermann über den rasanten gesellschaftlichen Wandel – und die Herausforderungen, die sich daraus für Markenstrategen ergeben, wenn sie profitieren wollen.Ebay wurde in Deutschland die beliebteste Marke des Jahres 2003. Mit Markentechnik hatte dieser Erfolg nichts zu tun, sondern mit interaktiver Technologie und kommunikativen Feedbackschleifen.Die Regeln der Markenführung haben sich grundlegend gewandelt, ihre Trends folgen der Nähe zum Konsumenten. Ökonomischer Erfolg verlangt Anpassung des Marketings an den gesellschaftlichen Wandel, an die sozialen, technologischen, ökonomischen und kulturellen Veränderungen.
Eine der gravierendsten Veränderungen unserer Gesellschaft resultiert aus ihrer Überalterung. Für Konsum wird künftig weniger Geld zur Verfügung stehen, denn es wird weniger Käufer geben. Der «Silver Market», so genannt nach den grauen Schläfen der Neuen Alten, wird zum letzten Wachstumsmarkt. Das Motto der selbst in die Jahre gekommenen Babyboomer wird heissen «Nie wieder alt». Das gefühlte Alter wird in den Fokus aller Markenversprechen rücken.
Die Aufgabenstellung für Markenstrategen: Mit welchen Markenversprechen bleibt man bei den Neuen Alten attraktiv? Wie sehen die neuen Angebote für eine Single-Gesellschaft aus? Und lohnt es sich, eine intergenerative Markenführung zu betreiben?
Weitere Impulse ergeben sich aus dem Siegeszug des Internets. Der Einsatz von Internet und Mobiltelefon im privaten Umfeld verändert unsere Alltagskultur, die Sphäre von «Personal Media» gewinnt an Bedeutung. Mobilität und mediale Erreichbarkeit etablieren einen neuen Lifestyle der Fernanwesenheit, Informations- wird zur Beziehungstechnologie.
Die Aufgabenstellung für Markenstrategen: Wie organisiert man mediale Nähe, um Gewinne zu machen? Wie entwickelt man neue Marken in der Mediengesellschaft? Und wie interaktiv müssen die «alten» Marken werden?
Haben Sie schon mal über Ihre Eigenzeit nachgedacht? Nein? Sollten Sie aber, denn Eigenzeit, die persönlich ökonomisch genutzte Zeit, ist Ihr Kapital der Zukunft – und das Ihrer Kunden. Eigenzeit bringt Wohlstand: Das Magazin Businessweek meldete Ende 2003, dass eine US-Familie statistisch schon 4500 Dollar pro Jahr durch Onlineshopping spart. «Dynamic Pricing» ist die Folge des Kalkulierens mit der Zeit der Konsumenten. Wer wenig Geld hat, investiert Zeit und akzeptiert die fremdbestimmte Zeit der Anbieter. Wer Geld hat, kauft Zeit, um seine Eigenzeit zu optimieren.
Die Aufgabenstellung für Markenstrategen: Wie nutzt man die Vorteile des «Dynamic Pricing»? Wie kalkuliert man den Zeitfaktor in den Angeboten? Müssen Preis- und Kultmarken fusionieren, wenn Eigenzeit den Konsum bestimmt?
Das Ende der Linearität zeigt sich auch in der Kultur. Früher waren Traditionen der Anker der Orientierung, heute unterliegen sie der spielerischen Neuinterpretation. Mittels Versportung wird das kulturelle Vakuum neu definiert. Der Erfolg diverser TV-Casting-shows zeigt: Was Ruhm und Starqualitäten ausmacht, ist nicht mehr die Frage künstlerischer Kompetenz, sondern resultiert aus dem sportlichen Ringen des Medienpublikums.
Die Aufgabenstellung für Markenstrategen: In welchem Ranking liegt mein grösster Gewinn? Wie minimiere ich die Kosten für das Casting? Wie stimuliere ich das Voting? Wie fokussiere ich meine Markenkernwerte?
> Peter Wippermann Gründer Trendbüro, Professor für Kommunikationsdesign an der Universität Duisburg/Essen.

SFLB hilft Pet recyclen

Entsorgung Der Verein Pet-Recycling Schweiz (PRS) hat sich nach einer Konkurrenzpräsentation für die Zusammenarbeit mit Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) entschieden.

Entsorgung Der Verein Pet-Recycling Schweiz (PRS) hat sich nach einer Konkurrenzpräsentation für die Zusammenarbeit mit Spillmann Felser Leo Burnett (SFLB) entschieden.Bisherige Betreuerin war Bopp Werbung in Zürich. Ziel der Kommunikationsmassnahmen von PRS ist eine weitere Steigerung der Pet-Rücklaufquote.

Plazamedia bleibt bei Sat 1 Schweiz am Ball

TV-Produktion Die deutsche Produktionsfirma Plazamedia realisiert auch in der Hinrunde der kommenden Fussballsaison die Liveübertragung der Super League für Sat 1 Schweiz.

TV-Produktion Die deutsche Produktionsfirma Plazamedia realisiert auch in der Hinrunde der kommenden Fussballsaison die Liveübertragung der Super League für Sat 1 Schweiz.TV-Produktion Die deutsche Produktionsfirma Plazamedia realisiert auch in der Hinrunde der kommenden Fussballsaison die Liveübertragung der SuperLeague für Sat 1 Schweiz. Plazamedia löste in der Rückrunde der vergangenen Saison das TV Productioncenter Zürich ab. Dabei standen Einsparungen für Sat 1 Schweiz im Vordergrund. Die neue Saison beginnt auf Sat 1 Schweiz am 15. August. Plazamedia setzt für die Produktion rund 40 Mitarbeitende und zehn Kameras ein. Die ehemalige Tochter der Kirch-Gruppe produziert unter anderem auch als Generalunternehmer die deutsche Fussball-Bundesliga für deren Vermarkter Infront.
get_footer();