Spenden gegen Termiten

Fundraising Beat Richners Kinderspital in Kambodscha sei Opfer einer Termitenplage geworden, berichteten kürzlich Ringier-Blätter exklusiv. Wegen der Einsturzgefahr drohe nächstes Jahr die Schliessung.

Fundraising Beat Richners Kinderspital in Kambodscha sei Opfer einer Termitenplage geworden, berichteten kürzlich Ringier-Blätter exklusiv. Wegen der Einsturzgefahr drohe nächstes Jahr die Schliessung.Zehntausende von Kindern würden dadurch jede Art von lebensrettender Hilfe verlieren. Um dies abzuwenden, sollen nun in einer Aktion 20 Millionen Franken Spendengelder gefunden werden. Aus eigenem Antrieb hat die Kreativagentur JWT+H+F eine Umsetzung konzipiert, die mit einer einfachen aber starken visuellen Idee mehrere Partner überzeugte. Was als Inserat geplant war, ist mittlerweile zu einer multimedialen Kampagne herangewachsen, so das Beraterteam Sara Meier und Andy Hostettler.

Heiliger Medienrummel

Crossmedia Eigentlich kommt der Papst am 5. und 6. Juni nach Bern, um 10000 Jugendliche zu treffen. Zugleich begegnet Johannes Paul II. aber auch bis zu 1000 Journalisten.

Crossmedia Eigentlich kommt der Papst am 5. und 6. Juni nach Bern, um 10000 Jugendliche zu treffen. Zugleich begegnet Johannes Paul II. aber auch bis zu 1000 Journalisten.Am Mittwoch hatten sich bereits 700 Medienleute beim ersten Nationalen Katholischen Jugendtreffen akkreditiert. Etwa die Hälfte von ihnen stammt laut der Nachrichtenagentur AP aus der Schweiz. Der Heilige Vater ist ein kapitales Medienereignis – und eines, aus dem sich Kapital schlagen lässt. Der Katholische Mediendienst und SF DRS haben jedenfalls bereits die DVD zum Papstbesuch angekündigt: «Die bewegendsten Bilder» für 38.90 Franken.
SF DRS begleitet die Visite ausführlich. Die Ankunft des Papstes auf dem Militärflughafen Payerne, das Eröffnungsspektakel des Treffens und der Gottesdienst am Sonntag werden live übertragen. Auch Radio Extra Bern widmet dem Papst breiten Raum im Programm. Bei Telebärn ist er dagegen nur in den Nachrichten zu sehen, denn mit der TV-Übertragung hat die Bischofskonferenz SF DRS offiziell und teils exklusiv beauftragt. Teile des Bildmaterials stellt das Schweizer Fernsehen andern Sendern gratis zur Verfügung.
(sm)

Schweizer Agenturen sparen in Cannes

Awards Um die Löwen des Werbefestivals in Cannes bewerben sich dieses Jahr fast ein Fünftel weniger Schweizer Beiträge als 2003. Total wurden 281 Sujets eingereicht, im Vorjahr waren es 348.

Awards Um die Löwen des Werbefestivals in Cannes bewerben sich dieses Jahr fast ein Fünftel weniger Schweizer Beiträge als 2003. Total wurden 281 Sujets eingereicht, im Vorjahr waren es 348.Awards Um die Löwen des Werbefestivals in Cannes bewerben sich dieses Jahr fast ein Fünftel weniger Schweizer Beiträge als 2003. Total wurden 281 Sujets eingereicht, im Vorjahr waren es 348. Für die Film-Löwen wurden 67 Beiträge eingereicht (–7), für Press & Outdoor 171 (–33), für die Lions Direct 25 (–20). Die Media Lions legten von 8 auf 11 zu. Die Schweizer Agenturen verhalten sich gegen den Trend: Insgesamt verbucht das Werbefestival in diesem Jahr einen Zuwachs um 14 Prozent.

Werbeumsätze im April gesunken

Werbestatistik Die Bruttowerbeausgaben in der Schweiz sind im April um 0,9% auf 325,4 Millionen Franken gesunken. Von den 14 Branchen, welche die Wemf im Advertising Index Switzerland ausweist, nahmen fünf zu, neun ab.

Werbestatistik Die Bruttowerbeausgaben in der Schweiz sind im April um 0,9% auf 325,4 Millionen Franken gesunken. Von den 14 Branchen, welche die Wemf im Advertising Index Switzerland ausweist, nahmen fünf zu, neun ab.Stark rückläufig waren nebst Verwaltung und Politik (–30,1%), Bekleidung/Schuhe (–16,8%), Medien (–15,6%), Handel (–10,6%) und Dienstleistungen (–10,4%). Deutlich zugelegt haben die Branchen Kultur und Freizeit (23,6%), Telekommunikation (20,7%) und Verkehr (13,2%). Die restlichen Bereiche blieben zwischen plus und minus 10%. Die Branche mit dem grössten Werbeaufwand, die Konsumgüter, gab mit 72,8 Millionen Franken 6,9% mehr aus.

Alle gegen alle

Pierre C. Meier zu Parallelen n der Politik und den Medienin der Schweiz.

Pierre C. Meier zu Parallelen n der Politik und den Medienin der Schweiz.
Das politische Klima in der Schweiz hat sich in letzter Zeit stark verschlechtert. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Wird doch die Schweiz politisch und wirtschaftlich durchgeschüttelt wie selten zuvor. Die Vielfalt der Probleme und deren Komplexität lähmt die Entscheidungsträger und lässt sie gleichzeitig immer hektischer nach Lösungen suchen. An die Stelle von Sachargumenten treten Gehässigkeiten, Provokationen und gewollte Indiskretionen. Daraus resultiert ein wachsendes Misstrauen in weiten Teilen der Bevölkerung gegenüber der Politik und eine steigende Politikverdrossenheit.
In der Medienbranche passiert Ähnliches. In den ersten vier
Monaten dieses Jahres musste die Tagespresse einen Rückgang des
Inseratevolumens von 3401 Seiten in Kauf nehmen, das sind 7,1 Prozent. Weitere 233 Seiten (-4,8%) gingen bei der Publikumspresse verloren. Und dies gegenüber einer Vorjahresperiode, die verglichen mit 2002 ebenfalls schon gewaltig im Minus lag: Bei der Tagespresse minus 7658 Inserateseiten (-13,7%) und bei der Publikumspresse minus 525 Seiten (-9,8%). Macht in zwei Jahren minus 11059 Seiten bei der Tagespresse und 758 bei der Publikumspresse. Die Situation ist katastrophal und die Nerven liegen blank. Los gehts: Protest und Verschwörungstheorien in der Westschweiz wegen der Neudefinition der Wirtschaftsgebiete, Blick-Bashing in der Weltwoche durch den Haudegen und Ex-Chefredaktor Peter Uebersax, Schawinski-Bashing durch Ex-SF-DRS-Chef Peter Schellenberg und Ex-Late-Night-Talker Dieter Moor im Blick, Samuel Stutz gerät mit seiner Sendung «Gesundheit Sprechstunde» ins Visier des Beobachters und «10vor10» nimmt den Steilpass nur zu gerne auf und verstärkt ihn durch den Vorwurf der Geldwäscherei, Ringier überlegt sich eine Klage. Auch hier also Provokationen und Gehässigkeiten.
Fatal wäre es, wenn daraus ebenfalls ein verstärktes Misstrauen gegenüber den Medien und eine Medienverdrossenheit resultieren würde.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor

Sack oder Esel?

Gastkommentar Macht das neue Raumkonzept Kleine kaputt? Im Gegenteil, meint René Grossenbacher.

Gastkommentar Macht das neue Raumkonzept Kleine kaputt? Im Gegenteil, meint René Grossenbacher. Zwei Westschweizer Zeitungen (Nouvelliste, Liberté) laufen Sturm gegen das neue Raumkonzept der Wemf. Ginge es nach ihnen, so sollten die 40 Jahre alten WGs bestehen bleiben, obwohl diese mit der Realität schon lange nichts mehr zu tun haben. Mit wenig zimperlichem Vokabular («hirnrissig», «hirnverbrannt», «Hundstage-Projekt» usw.) führt Liberté-Chefredaktor de Diesbach seinen Kampf auch via Werbewoche (19/04). Als vorläufige Höhepunkte der Kampagne registrieren wir Vorstösse der Freiburger Regierung und von welschen Parlamentariern sowie die Forderung nach Verstaatlichung (!) der Wemf. Auch der Journalistenverband Impressum liess sich einspannen und verbreitet in einem Communiqué das Schreckgespenst von drohenden Arbeitsplatzverlusten in kleinen und mittleren Zeitungen. Man reibt sich verwundert die Augen: Was geht hier eigentlich ab?Das neue Raumkonzept ist Resultat einer von Bakom und Wemf gemeinsam finanzierten Studie der Publicom. Diese wurde vor zehn Jahren zum ersten Mal durchgeführt und jetzt auf der Basis neu verfügbarer Daten aktualisiert. Das Raumkonzept existiert also schon seit 1994 und wird seither in der Medienpolitik und -praxis eingesetzt. Bisher ohne jeglichen Protest. Jetzt behaupten die Kritiker, die Einflusszonen ihrer Blätter würden «gravierend» reduziert. Dies weist schon mal auf ein grosses Missverständnis: Es geht bei dem Projekt nicht um die Abgrenzung von verlegerischen Hoheitsgebieten, sondern um die Definition von Kommunikationsräumen und Wirtschaftsgebieten. Das zweistufige Konzept ist für die Wemf grundlegend neu. Die früheren WGs waren für manche Planungszwecke zu grob und reflektierten die Verbreitungsgebiete insbesondere der kleinen und mittleren Zeitungen viel zu schlecht. Dieser Mangel wird durch die Schaffung von Kommunikationsräumen behoben. Die Behauptung, kleinere und mittlere Zeitungen würden durch das neue Konzept benachteiligt, ist also schlicht falsch.
De Diesbach spricht von einem durch die neuen WGs «drastisch» schwindenden Anzeigenmarkt. Genauso gut könnte das Gegenteil behauptet werden. Die einzige Konsequenz, die nämlich mit Sicherheit eintrifft, betrifft die ausgewiesene Reichweite in den definierten Räumen: Wird ein WG kleiner, steigt die Reichweite der regionalen Zeitung. Wird es grösser, sinkt sie. Warum eine Liberté in einem grossen Gebiet mit schwacher Reichweite bessere Chancen im nationalen Werbemarkt haben soll als in einem kleineren Gebiet mit grosser Reichweite, ist deshalb beim besten Willen nicht einzusehen.
Nicht die Wemf definiert die Marktgebiete der Zeitungen, sondern das tun diese selbst, indem sie ihr Versorgungsgebiet publizistisch optimal erschliessen. Gelingt dies, steigen die Leserzahlen, und die Inserenten folgen. Diese werden nämlich kaum so dumm sein, eine starke Zeitung zu übergehen. Warum also die Empörung und die Instrumentalisierung der Politik? Schlägt man vielleicht den Sack und meint damit den Esel?
> René Grossenbacher leitet die Medienforschungsfirma Publicom und ist Architekt des Wemf-Raumkonzepts.

Knackig aus dem Äther

Radio Nachdem wir uns letzte Woche dem Homo Carnivorus Germanicus gewidmet haben, wenden wir uns heute einer insulanen Spezies zu, die als nicht minder durchtrieben gilt.

Radio Nachdem wir uns letzte Woche dem Homo Carnivorus Germanicus gewidmet haben, wenden wir uns heute einer insulanen Spezies zu, die als nicht minder durchtrieben gilt.Werbekreise sagen ihr mit gutem Grund chronischen Wagemut und, wie vorliegendes Beispiel beweist, furztrockenen Humor nach.Dass aus besagtem Königreich weltberühmte Fleischspezialitäten wie Senfsteak, Roastbeef oder BSE stammen, wurzelt in seiner traditionellen Handelstätigkeit. Das ist auch der Grund, weshalb sogar die gezielte Rassenzucht beim Schwein ihren Ursprung in diesem Land hat. Rassen wie Leicester oder Essex dokumentieren die hohe Fleischkultur dieses Landes.
Einen weiteren Beleg dafür erhalten wir von der neuen Kampagne des Radiosenders TalkSport. Wie immer gekonnt und mit Flair fürs Assoziative, ziehen die Werber den Vergleich des grössten Radiosenders zur Konkurrenz. In den Augen der angepeilten englischen Zielgruppe dürften kaum Zweifel an der Stichhaltigkeit des Argumentariums aufkommen: Es ist eine Binsenwahrheit, dass durchtrainierte Sender mit sichtbar strammeren «Backen» den Hörgenuss und das Glücksempfinden mehr anregt als frühreife oder rurale Exemplare.
(la)

News von der Jungfrau

Verlage Urs Gossweiler intensiviert die Suche über die Vergabe der Masterlizenz für sein Mikrozeitungskonzept (siehe WW 8/04).

Verlage Urs Gossweiler intensiviert die Suche über die Vergabe der Masterlizenz für sein Mikrozeitungskonzept (siehe WW 8/04).So bestätigt der Besitzer und Herausgeber der in Brienz erscheinenden Jungfrau Zeitung Informationen der Werbewoche, wonach die Zürcher Wirtschaftsanwälte von Meiss Blum & Partner in seinem Namen derzeit «mit einem grossen deutschen und zwei Schweizer Zeitungshäusern» konkrete Verhandlungen führen.In Downtown Switzerland will davon allerdings niemand etwas wissen. So dementieren sowohl Tamedia wie auch Ringier jegliche entsprechenden Kontakte mit den von Gossweiler eingesetzten Anwälten. Auch NZZ-Regionalzeitungschef Beat Lauber winkt ab, findet die Grundidee aber gleichwohl «spannend».
Und die möglichen deutschen Financiers von Gossweilers ehrgeizigen Plänen – Holtzbrinck, Springer oder unter Umständen noch Gruner+Jahr – hüllen sich allesamt in ortsübliches Schweigen. Dessen ungeachtet verspricht der forsche Berner Oberländer, «bis spätestens Ende Jahr, wahrscheinlich aber schon früher» seine(n) potenten Partner mit im Boot zu haben.
(oc)

Der Traumjob

Anna Maier hofft, bei «People» auf Sat 1 Schweiz auch ihre Stärken als Talkerin ausbauen zu können.

Anna Maier hofft, bei «People» auf Sat 1 Schweiz auch ihre Stärken als Talkerin ausbauen zu können.Für die meisten bleiben es Traumjobs. Doch bei Anna Maier wurde es bisher fast immer automatisch Realität. Das war zuerst beim Radio so. Die KV-Stiftin wollte nach ihrer Lehre nicht weiter im Büro arbeiten. Also nahm sie eine Demokassette auf und schickte diese an Radio 24. Ein paar Wochen später hatte sie den Job in Zürich, für den andere jahrelang zuerst einmal durch Provinzzeitungen und Privatsender irgendwo im Mittelland tingeln müssen. «Hast du Lust, Fernsehen zu machen?», wurde sie vom treffsichersten Talent-Scout der einheimischen Branche zwei Jahre später gefragt. Aus dem Smalltalk mit Roger Schawinski wurden zuerst sechs Jahre als Moderatorin des People-Magazins «Inside», dann als VJ und Anchor-Woman für die News bei TeleZüri. «Ich war damals völlig überrumpelt. Aber ich mache ohnehin nie eine Karriereplanung.»Auch bei Sat 1 Schweiz wurden schon andere bekannte Namen gecastet, bevor «People» auf Anna Maier zugegangen ist. Jetzt wird die 27-Jährige das neue Aushängeschild von «People», dem Promi-Magazin der Schweizer Illustrierten im Fenster von Sat 1.
In dieser Sendung sollen inskünftig die Schweizer Stars oder
zumindest Promis gemacht werden. Aber immer noch bescheiden, sympathisch und ohne jeden Hauch von «ich bin ein gefragtes TV-Gesicht», lässt sich die zukünftige Identifikationsfigur von «People» zu ihrer eigenen Karriere befragen. «Ich habe grosses Glück gehabt», meint Anna Maier. «Alles, was nach dem Radio gekommen ist, war eigentlich eine Zugabe», wiegt sie ab. Dass sie neben dem KV auch noch die Berufsmittelschule und später das Medienausbildungszentrum MAZ sowie «ein paar interne Kurse bei TeleZüri» absolviert hat, lässt sie sich nur auf Nachfrage entlocken.
Statt zu planen, hört Anna Maier lieber auf ihren Bauch. Das war schon so, als sie sich vor vier Jahren trotz anbahnender Karriere als Moderatorin im schönsten Gefühl der Liebe spontan für ein Kind entschlossen hat.
Etwas profaner «aus dem Bauch heraus» ist jetzt auch ihr Entscheid für eine Zukunft mit Sat 1 gefallen. «Ich bin seit der Lehre im gleichen Konzern, irgendeinmal muss man flügge werden», kommentiert sie den Wechsel. Nach acht Jahren findet sie die Lust nach Veränderung «eigentlich normal in meinem Alter». Auch die Frage nach einer «Fahnenflucht» will sie beim Interview nicht gelten lassen. Oft werde sie gefragt, was sich beim Verkauf des Senders von Schawinski an die Tamedia verändert habe. Ihre Antwort tönt vernünftig: «Der Familienvater hat die Familie verlassen. Dann kommt ein Stiefvater und es geht weiter.» An der Arbeit habe sich nicht viel verändert. «Ich konnte bei TeleZüri sehr vieles machen, und dafür bin ich dankbar», fasst sie das Kapitel zusammen.
Anna Maier freut sich vor allem, dass sie bei «People» noch mehr als bisher beim Konzept mitreden darf. «Die Sendung wird an mich angepasst.» Über die Neuerungen im Konzept darf sie natürlich noch nichts verraten. Wichtig ist für sie aber, dass es eine regelmässige Möglichkeit zum Talken geben wird. Menschen – auch unbekannte – in einem längeren Gespräch zu befragen, ist nicht nur ihr liebster Job beim Fernsehen. Anna Maier sieht diese Art Unterhaltung auch als eine ihrer wichtigsten Stärken.
So gesehen macht sie sich auch keine Gedanken über das Risiko, zu einem noch jungen Projekt in der Aufbauphase zu wechseln. «Meine Stärken ausbauen, diese Möglichkeit hat man ja nicht sehr oft», gibt sie sich optimistisch. Auf den Einwand, dass Eva Wannenmacher und Daniela Lager mit ähnlichen Jobwechseln zuerst einmal kein Glück hatten, kontert Anna Maier, dass beide Kolleginnen heute mit «Kulturzeit» und «10vor10» sich bestens entwickeln konnten.
Die neue Promi-Frau bei Sat 1 findet es auch bemerkenswert, wie vor allem Journalisten immer wieder den Unterschied zwischen News und Unterhaltung betonen. «Für mich ist das gar kein so grosser Wechsel – und bestimmt kein Abstieg.» Auch in den Züri News habe es immer schon Geschichten aus dem Leben der illustren Gesellschaft gegeben. Die Sendung «Seitenblicke» im österreichischen Sender ORF mache es zudem vor, wie man Klatsch auch kulturell sehr ansprechend gestalten kann. «Klatsch hat eine gesellschaftliche Funktion. Schon die Kinder klatschen. Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, dass er gern über andere redet», ist Anna Maier überzeugt.
Fast gleichzeitig mit ihrem Start als neue Moderatorin bei Sat 1 wird sie auch im Schweizer Fernsehen zu sehen sein. Für die Sendung «einfach luxuriös» darf Maier im Spätsommer nach Schanghai reisen, «Luxuriös», lacht sie. Was aber nicht heisst, dass Luxus eine Notwendigkeit für ihr Leben bedeutet. Die «People»-Moderatorin, die eine Schwester hat, welche als Nonne in einem Kloster lebt, fühlt sich ganz wohl auch abseits des schicken Party-Glamours.
Anna Maier freut sich darüber, dass sie beim Konzept ihrer Sendung mitbestimmen kann.

Andreas Panzeri

SF DRS holt ZDF-Designer

Fernsehen Alex Hefter wird neuer Creative Director von SF DRS. Voraussichtlich Anfang September ersetzt er den pensionierten Heinz Kindlimann. Hefter ist derzeit Designchef beim ZDF in Mainz.

Fernsehen Alex Hefter wird neuer Creative Director von SF DRS. Voraussichtlich Anfang September ersetzt er den pensionierten Heinz Kindlimann. Hefter ist derzeit Designchef beim ZDF in Mainz.Er hat 2001 das preisgekrönte neue Erscheinungsbild des deutschen Senders eingeführt.

Good Vibrations für Genfer Le Temps

Special Interest Le Temps hat Musikgehör: Ab Oktober liegt der Genfer Zeitung das Magazin Vibrations bei.

Special Interest Le Temps hat Musikgehör: Ab Oktober liegt der Genfer Zeitung das Magazin Vibrations bei.Die Mediaforschung zeigt: Tageszeitungen haben jungen Lesern oft wenig zu bieten. Sie nutzen ihre eigenen Medien, die besser auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet sind. Mehrmals haben Verlage schon versucht, die begehrte Zielgruppe mit speziellen Jugendbeilagen zu ködern. Doch kaum eine dieser Beilagen überlebte jeweils die nächste Sparrunde.Zur Verjüngung der Leserschaft schliesst sich Le Temps darum jetzt mit einem etablierten Partner zusammen. Der Genfer Tageszeitung liegt ab 4. Oktober am ersten Montag des Monats die Musikzeitschrift Vibrations bei. Vibrations erscheint bereits seit dreizehn Jahren und besitzt sogar einen Ableger in Frankreich. Gegründet wurde es in Lausanne von Elisabeth Stoudmann und Pierre-Jean Crittin. Die Themenpalette reicht von Rock und Pop über Jazz und Soul bis zu World Music. Vibrations ist kein Starschnitt-Magazin, sondern setzt sich vertieft mit Künstlern und ihren Werken auseinander.
Die Leser von Vibrations sind der jüngsten Zielgruppe allerdings bereits entwachsen. 70 Prozent sind zwischen 21 und 30 Jahre alt, nur 5 Prozent unter 18 Jahre.
Le Temps zielt mit der Kooperation darum neben der Verjüngung auch auf eine Ergänzung ihres kulturellen Angebots: Jeweils donnerstags erscheint die Zeitung bereits mit dem Ausgehführer Sortir, und samstags vermittelt die Beilage Samedi Culturel ein Rendez-vous mit Literatur und Kunst. Den kulturinteressierten Leserinnen und Lesern bringt die neue Beilage einen weiteren Zusatznutzen ohne zusätzliche Mehrkosten.
Erhöhte Auflage
Vibrations kann als Supplement zu Le Temps seine Auflage vervielfachen. 60000 Exemplare liegen der Zeitung bei. Die selbst vertriebene Auflage erhöht das Magazin von 15000 auf 20000 Exemplare. Sie werden über Abonnements, Kioskverkauf und Gratisabgabe an Konzerten und Festivals abgesetzt. Der Seitenpreis für Anzeigen wird von 4800 auf 9980 Franken angehoben. Die Vermarktung der Zeitschrift bleibt weiterhin bei der Zürcher Agentur Mediabox. Kunden aus der Romandie können neu auch über Espace Pub, die Anzeigenregie von Le Temps, buchen. Espace Pub leitet die Buchungen an Mediabox weiter und erhält eine Vermittlerkommission.
Zum Launch der Zusammenarbeit im Oktober wird Vibrations konzeptionell leicht überarbeitet. Schon jetzt wurde von Klebebindung auf Heftklammern umgestellt, da ein kleiner Teil der beigelegten Exemplare gefaltet werden muss. Inhaltlich bleibt Vibrations eigenständig. Auch finanziell ist keine Verschränkung der beiden Titel und Verlage geplant.
Die Musikzeitschrift Vibrations liegt ab Oktober der Genfer Zeitung Le Temps bei.

Stefano Monachesi

Die längste Copy der Welt

Werbung DDB London hofft, für ihre Anzeige zum Sponsoringengagement des Guardians am Hay Literaturfestival, den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde zu erhalten.

Werbung DDB London hofft, für ihre Anzeige zum Sponsoringengagement des Guardians am Hay Literaturfestival, den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde zu erhalten.Mit genau 3757 Worten soll das Inserat die längste Copy aufweisen, die je erschienen ist, meldet das britische Branchenmedium Brand Republic. Ian Forth, so der Name des Agenturplaners und Autors, hat den Werbetext mit dem Titel «I like to read» auf fünf Spalten ausgewallt. Damit stellt er selbst die Sprachwucht der Schweizer Werber in den Schatten; die grösste Swisspool-Bleiwüste erstreckt sich «nur» über 2400 Wörter.
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