Zwei Verbündete für Medela

Pharma Im Kampf um das Werbebudget der Medela AG haben sich Fischer Werbung und Masciadri Communication & Design verbündet.

Pharma Im Kampf um das Werbebudget der Medela AG haben sich Fischer Werbung und Masciadri Communication & Design verbündet.Mit Erfolg: Die Firma für Medizinaltechnik in Baar hat die beiden Agenturen mit den internationalen Massnahmen zur besseren Profilierung ihrer Stillprodukte im Fachhandel betraut. Ausschlaggebend seien das Pharmawissen von Fischer und die internationalen Aktivitäten von Masciadri gewesen, heisst es in einer Mitteilung.

Jetzt sind die Leser dran

Medien «Dranbleiben» will der Tagi auch mit Jung von Matt/Limmat. Doch erhält der alte Slogan einen neuen Dreh.

Medien «Dranbleiben» will der Tagi auch mit Jung von Matt/Limmat. Doch erhält der alte Slogan einen neuen Dreh. Was haben Daten wie der 20. Juli 1969, der 5. Juli 1996 oder der 30. Oktober vom letzten Jahr gemeinsam? Sie alle stehen für symbolhafte Ereignisse, die sich ins kollektive Gedächtnis der Gesellschaft eingebrannt haben – so wie die gerade erwähnten: der erste Schritt auf dem Mond, das erste geklonte Säugetier – ein walisisches Bergschaf mit Namen Dolly – und der erste Südanflug auf Zürich-Kloten.In einem untergeordneten, privaten Rahmen stehen die einzelnen Ereignisdaten zudem für den Start einer Verbindung, die bis heute anhält: ein Abonnement des Tages-Anzeigers. So schafft die neue Tagi-Kampagne sehr persönliche Schnittpunkte zwischen den Ereignissen und den persönlichen Geschichten. Deutlicher konnte der Blickwinkel kaum gewechselt werden. Fokussierte die letzte, noch von Guye Benker stammende «Nötiger denn je»-Kampagne auf internationale und nationale Persönlichkeiten in kompromittierenden Situationen, rückt die neue Hausagentur Jung von Matt/Limmat den Tagi-Konsumenten ins Zentrum ihres Konzepts. Stand damals, entsprechend der nationalen Ausrichtung, der kritische Journalismus für die Kernkompetenz des Tages-Anzeigers, so kommt jetzt der kritische und gut informierte Tagi-Leser als Fundament des Werbekonzepts zum Tragen.
Wie bei anderen Verlagen war auch die Tagi-Werbung absenderorientiert geprägt. Vermittelt wurden Themenbreite, Recherchequalität und Fachkompetenz. Am klarsten gelang die Abhebung von der Konkurrenz als hartnäckige und engagierte Zeitung mit der legendären «Wir bleiben dran»-Kampagne.
«Nicht zuletzt wegen des Zeitgeistes wollten wir den Konsumenten in unser Konzept einbinden, um die Lesernähe des Tagi zu beweisen», sagt JvM-Beratungsgruppenleiter Rolf Helfenstein. Neu ist dieser Blickwinkelwechsel beim Tagi nicht. Mit dem Slogan «Wir bleiben dran» hatte vor drei Jahren die Agentur WHS versucht, die Qualitäten des Tamedia-Flaggschiffs aus Sicht der Leser zu präsentieren – und scheiterte. Etwas abrupt wurde jene Kampagne eingestellt, weil sie die Leserbindung ausgerechnet mit dem «schmutzigen» USP Druckerschwärze, die an den Fingern haften bleibt, umgesetzt hatte.
Authentische Aha-ErlebnisseSauber und elegant gelingt die Umsetzung jener Testimonial-Idee jetzt den Kreativen bei JvM/Limmat. In ihrem natürlichen Umfeld offenbaren echte Testimonials, die mit Hilfe des Abo-Service gefunden wurden, seit welchem Ereignis sie Tagi-Leser und -Leserinnen sind. Nicht nur
die Schlagzeilen der Kampagne transportieren die genannten Ereignisse. Auch das mehrschichtige Spiel mit der Umgebung, das Fotografin Gabi Vogt inszeniert hat, vermittelt die genannten Ereignisse mit Schlüsselelementen. So steht die Leserin, die seit dem Klon-Schaf am Tagi «dran ist», vor einem Kopierladen, und der Hobby-Astronom und Tagi-Leser wohnt nur einen Steinwurf von der Sternwarte entfernt.
Schon mit den ersten acht Motiven visualisiert der Tagi-Auftritt lokale Nähe, breite Akzeptanz und die umfassende Ressortpalette. «Die neue Plattform ist keine Kehrtwende in der Positionierung, sondern eine Korrektur – weg vom Titel mit nationalem Lead-Anspruch, zurück zur grössten und relevantesten Regionalzeitung fürs Millionen-Zürich», erklärt Rolf Helfenstein. Dazu musste der Auftritt populär statt schöngeistig wirken, zugleich aber intelligent und nicht abgehoben intellektuell. «Wir wollen Leser gewinnen und nicht belehren», sagt Texter Tom Seinige.
In diese Kerbe schlägt denn auch der neue auffordernde Claim «Bleiben Sie dran». Der Nutzen: Wer am Tagi dranbleibt, weiss Bescheid und kann mitreden. Das
Testimonial-Konzept solle nachhaltig sein und im weitesten Sinne eine Art Club-Stimmung aufkommen lassen, hoffen die Macher und entwickeln zurzeit begleitende Massnahmen sowie Sponsoring-Material für Anlässe im Landesmuseum und das Zürcher Theater Spektakel.
Der Tagi zeigt Abonnenten im Kontext mit Ereignissen, die einst für Schlagzeilen sorgten. Urheber der neuen Kampagne: Jung von Matt/Limmat. >> Seite 7
Historische Dimensionen: Die Imagekampagne des Tages-Anzeigers verbindet Abonnentenbiografien mit epochalen Ereignissen.
Luca Aloisi

Schärfer und boulevardiger

Blick Zum definitiven Formatwechsel startet Ringiers Boulevardblatt mit einem punktuellen Redesign.

Blick Zum definitiven Formatwechsel startet Ringiers Boulevardblatt mit einem punktuellen Redesign.Ab dem 14. Juni beginnen Aufmachergeschichten auf der Blick-Front nur noch mit einem Titel und einem Bild samt Legende. Gegebenenfalls kommt noch ein Lead hinzu. Damit hat es sich. Die eigentlichen Artikel folgen ab Seite 2. Auch die Anrissboxen, die auf die Zeitungsteile Aktuell, Service und Sport verweisen, beschränken sich auf einen Titel mit Seitenverweis – nichts Kleingedrucktes mehr. Selbst der Käfer wird von der Front verbannt. Insgesamt kommt nun die erste BlickSeite im Tabloidformat leichter, luftiger und übersichtlicher daher (siehe Seite 15).Generell erhalten die Bilder mehr Platz, was nicht zuletzt für den Sportteil gilt, der mit einem starken Auftakt im Heftinnern daherkommt. Insgesamt muss die Seitenkomposition und damit auch die Themenwahl nach neuen Gesichtspunkten erfolgen. «Die Gewichtung wird sicher noch schärfer», sagt Chefredaktor Werner De Schepper. «Der Blick wird noch boulevardiger», ergänzt Bernhard Weissberg, Leiter Zeitungen bei Ringier.
Die Dreiteilung der Zeitung bleibt bestehen, wobei der mittlere Teil gemäss De Schepper «einen massiven Ausbau» erfährt: Er enthält neu eine tägliche Musikseite, einen täglichen Click-Blick zu Unterhaltungselektronik, Computer, Internet und Mobile, dann auch Rubriken zu diversen Lifestyle-Themen.
Das neue Blick-Layout stellt keinen Bruch mit der Vergangenheit dar, die Anpassung erfolgt sanft und bei Ringier inhouse, die Basis bleibt erkennbar: das Design, das Kurt Schwerzmann vor einem Jahr gestaltet hatte. Begleitet wird der Neuauftritt von einer Inseratekampagne der Agentur GGK.
Markus Knöpfli

BaZ-Marketing international geehrt

Awards Die Basler Zeitung ist von der International Newspaper Marketing Association (INMA) zweifach ausgezeichnet worden.

Awards Die Basler Zeitung ist von der International Newspaper Marketing Association (INMA) zweifach ausgezeichnet worden.In den beiden Kategorien Werbung/Druckmaterial und Leserwettbewerbe im Auflagebereich 50 000 bis 150 000 belegte sie den ersten Rang. In der erstgenannten Kategorie überzeugten das Konzept und die Bewerbung der Prepaid-Karte für Rubrikenanzeigen. In der zweiten Kategorie gewann eine Aktion im Rahmen des Fussball-Benefizspiels «Match against poverty», bei der ein Foto mit den Spielerstars zu gewinnen war. In die Ränge kam zudem der SonntagsBlick mit seiner Imagekampagne von FCBLK.

Mehr Lesestoff, weniger Lesestress

Zeitungen Die neue Berner Zeitung passt sich dem Trend zum Schnelllesen an. Und bietet mehr Inhalte.

Zeitungen Die neue Berner Zeitung passt sich dem Trend zum Schnelllesen an. Und bietet mehr Inhalte.Die übergrossen Lettern, mit denen die Bund-Auftaktseiten überschrieben sind, markieren nur ein besonders augenfälliges Element, mit dem sich die neu gestaltete Berner Zeitung (BZ) von der bisherigen abhebt. Grundsätzlich bekommen die BZ-Leser ab dem 12. Juni eine stark weiterentwickelte Zeitung in die Hand. Blattarchitektur, Layout, Inhalte – nichts blieb von Veränderungen unberührt.Hinter dem neuen Auftritt steht für einmal nicht Kurt Schwerzmann, zum Zug gekommen ist bei der BZ das in der Westschweiz besser bekannte Designerteam des Studio Baylaucq in Paris (Le Temps, L’Hebdo, Le Monde, Economist).
Der Imperativ, der dem Relaunch Pate stand: die Zeitung, die nun fast sieben Jahre mit demselben Konzept unterwegs war, dem gewandelten Leseverhalten anzupassen. Dabei galt es vorab, dem Trend zum Schnelllesen besser Rechnung zu tragen. «Das neue Layout muss die Leser unterstützen, das für sie Relevante auch in geraffter Form zu entdecken», erklärt Franziska von Weissenfluh, Verlagsdirektorin der Berner Zeitung.
Dabei galt es, einen Spagat zu bewältigen: einerseits die Zeitung besser auf den raschen Konsum auszurichten und gleichzeitig auch jene Leser, die Vertiefung und Ergänzung wünschen, weiterhin im gewohnten Umfang zu bedienen. Diese Doppelaufgabe war eine knifflige Herausforderung für Zeitungsgestalter.
Zusätzliche Ordnungselemente
Optisch gelöst wurde sie bei der BZ mit einer Vielzahl neuer schwarzer Trennlinien in unterschiedlichen Stärken, die Struktur und Übersichtlichkeit ins Layout bringen. Als zusätzliches Ordnungselement kommen viel häufiger Kästen zum Einsatz als bisher. Sogar hervorgehobene Zitate in Interviews sind neu in Boxen untergebracht.
Die Zeitungsdesigner haben auch der Bildsprache in der BZ einen klaren Fokus verordnet. Emotionalität ist angesagt. Abbildungen sollen stärker Atmosphäre und Anmutung transportieren. Franziska von Weissenfluh: «Im Herzen der Lesenden muss sofort etwas passieren, noch bevor sich die Bedeutung des Bildes ganz erschlossen hat.»
Auch die Bundstruktur gerät durch den Imperativ für zusätzlichen Lesernutzen in Bewegung. Künftig will die BZ die private Welt noch vermehrt ins Blatt rücken: Bereiche wie Gesundheit, Reisen oder Geldfragen erhalten mehr Gewicht. Und diese Themen bekommen jetzt mit dem vierten Faszikel einen eigenen Zeitungsbund. Dieser wird sich jeden Tag einem anderen Schwerpunkt widmen (siehe Kasten links).
Der aus dem vierten Bund verdrängte Sport geht seinerseits eine für Tageszeitungen unübliche Zweierkiste mit der Wirtschaft ein. Er ist neu schon im zweiten Bund zu finden, gleich nach den Finanzinformationen. Was die Wünsche und Empfindlichkeiten der Leserschaft betrifft, hat sich die BZ nicht nur auf das eigene Gefühl verlassen. Eine von Demoscope durchgeführte Leserschaftsbefragung versorgte die Phase der Neukonzeptionierung mit wichtigen Informationen.
Die BZ hat unkonventionelle Wege beschritten, um mehr über die lesergerechte Zeitung herauszufinden. So bei der Wahl von Typ und Grösse der Schrift. Diese müssen nicht nur der Ästhetik Genüge tun, sie sollen auch ein ermüdungsfreies Lesen ermöglichen. Um dies abzuklären, wurde bei einem Berner Augenarzt ein Gutachten in Auftrag gegeben. Der Aufwand hat sich gelohnt, hat doch die Expertise «massgeblich» zur Wahl der neuen Typo Enigma in der Schriftgrösse 9,5 beigetragen.
Keine Konzessionen macht die neu gestaltete BZ an den Tabloid-Hype. «Nach langen Diskussionen sind wir zum Schluss gelangt, dass es für eine Regionalzeitung verfrüht wäre, bereits jetzt den Schritt zum Tabloid zu tun. Die Leserschaft ist noch nicht so weit», meint Franziska von Weissenfluh. Abgesehen davon fühlen sich auch viele Anzeigenkunden immer noch wohler im gewohnten Format. All dies schliesse aber nicht aus, dass man den Schritt zum Tabloid irgendwann in der Zukunft trotzdem tun werde.
Die BZ-WundertüteNeuen Lesestoff bietet vor allem der vierte Bund der BZ, in dem bisher der Sport zu Hause war. Ratschläge für viele Lebenslagen, Anregungen für die Freizeit, Reflexionen zu aktuellen Fragen sowie Streifzüge durch die Welt der Wissenschaft und der Natur finden hier Platz.
Dabei kommt an jedem Wochentag ein anderer Schwerpunkt zum Zug. Am Montag heisst er «Leben» (Familie, Schule, Beziehungen, Garten, Tiere, Gesundheit, Mode, Ratgeber), am Dienstag «Sport extra» (Regionalsport). «Showtime» (Kino, Unterhaltung, DVD, TV-Unterhaltung, Pop, wöchentliches Ausgehen) ist am Mittwoch angesagt. Der Donnerstag gehört dem «Geld» (Kapitalanlage, Versicherungen, Steuern, Krankenkassen) und dem «Auto». Der Freitag dem «Geniessen» (Outdoor-Aktivitäten, Reisen, Essen&Trinken, Shopping). Die Reflexion zu aktuellen Zeitfragen steht am Samstag auf dem Menüplan (Hintergründe
zu Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft, Natur). (dse)
Die BZ nach dem Relaunch: Weder Blattarchitektur noch Layout oder Inhalte blieben unverändert.
Daniel Schifferle

Zahl der Woche

Werbung Die deutsche Werbung liebt englische Slogans (siehe auch Editorial). Während der letzten 20 Jahre haben diese rasant zugenommen.

Werbung Die deutsche Werbung liebt englische Slogans (siehe auch Editorial). Während der letzten 20 Jahre haben diese rasant zugenommen.Werbung Die deutsche Werbung liebt englische Slogans (siehe auch Editorial). Während der letzten 20 Jahre haben diese rasant zugenommen. Kamen in den Achtzigerjahren 3 Prozent aller Slogans ganz oder teilweise englisch daher, waren es in den 90ern bereits 18 Prozent und 2000 sogar 30 Prozent. Mit über 62 Prozent ist die Tabakindustrie die anglophilste Branche. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der Universität Hannover, die 2500 Slogans aus fünf Jahrzehnten untersuchte. Die Werbesprüche stammen von der Online-Datenbank Slogans.de.

Breitband macht Web kreativerWerbesendung «Amped Champ»: Paradebeispiel für die

Internet Nach drei mageren Jahren zieht die Online-Werbung seit Anfang 2004 endlich wieder an.

Internet Nach drei mageren Jahren zieht die Online-Werbung seit Anfang 2004 endlich wieder an. Der Index von Publimedia Webadvertising (PWA) klettert und klettert. Im April erreichte der jeweils Anfang Jahr auf 100 zurückgesetzte Index den Rekordstand von 124,8 Punkten. Und dahinter steckt mehr als nur ein laues Lüftchen, war der Index doch von 2001 bis 2003 nie über 104,1 Punkte hinausgekommen.Dass bei der Online-Werbung seit Anfang 2004 ein neuer Wind weht, zeigen auch die Brutto-Werbeumsätze. Für den Februar stellte Media Focus ein Wachstum um 42,2 Prozent fest, im März und April verstärkte sich dieses sogar auf jeweils über 73 Prozent. Mit dem markanten Trend nach oben scheinen sich jetzt die permanenten Investitionen und die lange Aufbauarbeit auszuzahlen.
Das spüren einzelne Vermarkter stärker als andere. «Über 100 Prozent Umsatzwachstum allein im ersten Quartal», vermeldet Adlink-Geschäftsführer Martin Radelfinger. Er erwartet, dass sich dieser Trend im Jahresverlauf fortsetzen wird.
Einen grösseren Appetit auf das Internet stellt auch Publimedia Webadvertising (PWA) fest. «Neue Branchen wie zum Beispiel das
Autogewerbe haben das Online-Medium entdeckt. Mercedes, Smart, Renault und Mazda fuhren erstmals geballte Online-Auftritte», erklärt Daniel Patrique Gauchat, Managing Director PWA.
Internet wird Teil des Mediamix
Der Grund für das erwachende Interesse am bisher stiefmütterlich behandelten Internet sind einerseits Reifeprozesse, die das Online-Medium zu einem immer verlässlicheren Partner der Werbeauftraggeber gemacht haben. Mindestens so wichtig ist der verstärkte Einsatz
der Mediaagenturen, die das Internet lange Zeit links liegen liessen.
Heute haben sich nicht mehr nur Lead-Agenturen wie Optimedia/B, G, Media «Interactive» den Online-Medien verschrieben, auch Agenturen wie zum Beispiel OMD oder Mindshare kümmern sich nun verstärkt darum.
Und last but not least führt zusätzlich der Druck grosser internationaler Auftraggeber, bei denen das Internet bereits seit einiger Zeit Teil der strategischen Mediaplanungsphase ist, auch bei uns zu mehr
Buchungen.
Nachholbedarf in der Schweiz
Hinter dem aktuellen Online-Boom steckt auch ein grundsätzlicher Nachholbedarf gegenüber dem Ausland. Zwar kann sich die Schweiz einer der weltweit höchsten Penetrationen und Nutzungsintensitäten im Internet erfreuen. Trotzdem vermag das Online-Medium hier zu Lande bisher nur gerade 0,5 Prozent der gesamten Werbeausgaben auf sich zu vereinigen. Ein magerer Wert im Vergleich mit den 2,4 Prozent in den USA oder den 2 Prozent, welche europäische Länder wie Holland, Schweden oder Dänemark bereits erreicht haben.
Von solchen Marktanteilen sind wir zwar noch weit entfernt, doch erwartet Adlink-Geschäftsführer Radelfinger auch in der Schweiz einen Zuwachs der Internet-Spendings «um 10 bis 30 Prozent» per Jahresende.
Breitband macht Web kreativerEiner der Antriebsmotoren für den erwarteten Zuwachs ist das Breitband-Internet, das ganz neue Möglichkeiten im Bereich der Bewegtbilder zulässt. Bisher fielen die Online-Medien oft bereits beim kreativen Planungsprozess raus, weil sie wenig Möglichkeiten für ästhetisch anspruchsvolle Umsetzungen boten.
Dank Breitband können nun nicht nur grössere und emotionalere, sondern auch multimediale Werbeformate umgesetzt werden. Dabei ist der Nutzen sogar ohne zusätzliche Produktionskosten zu haben, denn die bewegten Elemente werden fast durchwegs von den TV-Spots übernommen. Daniel Schifferle
Werbesendung «Amped Champ»: Paradebeispiel für die Verknüpfung von On- und Offline-Medien.
Die dürren Zeiten sind vorbei

Alles wird etwas leichter

Low-Fat Die Migros will mit TV-Spots ihre Léger-Linie bekannter machen und noch deutlicher profilieren.

Low-Fat Die Migros will mit TV-Spots ihre Léger-Linie bekannter machen und noch deutlicher profilieren. Die Volksgesundheit steht hoch im Kurs. Initianten verschiedener Couleur kämpfen mit allen (Werbe-)Mitteln gegen Schweizer Couch-Potatoes und für mehr Bewegung. Das hat gute Gründe: Übergewichtige verursachen in der Schweiz jährlich direkte Kosten von rund 400 Millionen Franken, so die Schätzung des Pharmakonzerns Roche. Und jedes fünfte Kind hat laut einer ETH-Studie mehr auf den Rippen, als gesund ist. Bewegung ist das eine, eine Änderung des Essverhaltens das andere. Entsprechend gefragt sind Low-Fat und kalorienreduzierte Produkte. Diesem Kundenbedürfnis entsprach die Migros bereits im Frühjahr 1999 mit der Einführung der fettarmen Milchproduktelinie Slimline. Deren Erfolg ebnete der zwei Jahre später lancierten Léger-Linie den Weg. Drei Jahre nach der Einführung generiert Léger mit 28 Artikeln – Käse, Butter und Kaffeemilch – einen Gesamtumsatz von über 30 Millionen Franken. Eine Ausweitung von Léger auf andere Sortimentsgruppen wird zurzeit diskutiert, wie Walter Dworschak vom Migros-Genossenschafts-Bund verrät.
Pionierarbeit zahlt sich aus
Trotz Dachmarkenpotenzial von Léger soll Slimline aber im Sortiment bleiben. «Léger und Slimline differenzieren sich in Bezug auf Zielgruppe und Positionierung eindeutig voneinander», sagt der Category Manager. Mit 0,2 Prozent Fettanteil spricht Slimline vor allem junge, linienbewusste Frauen an. Léger hingegen peilt eine ältere und vor allem breitere Zielgruppe an, bei der der Genuss deutlich vor dem Körperkult steht.
Kurz nach der Lancierung von Léger hat Coop mit der Low-Fat-Linie Lifestyle nachgezogen. Diese, so Dworschak, entspreche im Grunde einer Verschmelzung von Slimline und Léger. Die Positionierung des sehr breiten Sortiments sei weniger deutlich als bei den Migros-Linien. Dass die Migros vor der Konkurrenz auf dem Markt war, hat sich für das Unternehmen ausbezahlt. Gemäss ACNielsen-Zahlen verfügt die Migros in der Warengruppe Käse – Léger verglichen mit Lifestyle – über 70 Prozent Marktanteil. Trotz Sortimentserweiterung ist es Coop bis heute nicht gelungen, den Rückstand zu verringern.
Auf den Lorbeeren ausruhen kann sich die Migros allerdings nicht. Marktforschungen haben ergeben, dass dem Brand Léger trotz starker Positionierung emotionale Werte fehlen. Dem soll ein TV-Auftritt abhelfen, der die Bekanntheit steigern und die Positionierung noch mehr verankern soll.
Verantwortlich für die Umsetzung zeichnet die Hausagentur Exxtra Kommunikation, die bereits den Mäuse-Spot zur Einführung der Linie realisiert hatte. Zu Gunsten einer breiteren Ansprache verzichteten die Kreativen heuer auf animalische Protagonisten. Gleich ist dafür die Botschaft: Schweres Essen kann unliebsame Folgen haben. In diesem Sinne geht ein favorisierter Schwimmer beim Wettkampf einfach unter, vermasselt ein Stuntman seine Motorrad-Show und kann sich ein Mitglied der Crew des Raumschiffs Enterprise nicht wegbeamen lassen.
Die Inszenierungen sollen verdeutlichen, was die Produktelinie aussagen will: «Sie macht nicht unbedingt schlank, vielmehr stellt sie eine fettreduzierte Alternative zu herkömmlichen Produkten dar», sagt Berater Michael Broglin.
Das Essen liegt dem Schwimmer schwer im Magen: Mit Léger-Produkten würde das nicht passieren.

Simone Keller

Werbung mit Aladin, Barbie & Co.

Immobilienportal Der Online-Immobilienmarkt wird stärker. Hesskiss positioniert Homegate.ch als erfolgreiche Plattform.

Immobilienportal Der Online-Immobilienmarkt wird stärker. Hesskiss positioniert Homegate.ch als erfolgreiche Plattform.Die geplatzte Online-Blase liess es nicht vermuten: Online-Rubrikanzeigen konnten zu Lasten der gedruckten Zeitungsannoncen über die letzten Jahre stetig zulegen. Wer heute nach seinem Traumobjekt sucht oder seine vier Wände zum Verkauf anbieten will, kommt nicht mehr um Immobilien-Internetplattformen herum. Unter den verschiedenen Anbietern konnte sich die Tochtergesellschaft der Zürcher Kantonalbank Homegate.ch als unbestrittener Marktleader durchsetzen. Während die Anzahl Objekte seit dem Online-Start konstant von gut 16500 auf heute rund 27800 gestiegen ist, nahmen die Pageviews gerade dieses Jahr markant zu – von gegen 18 Millionen in den Spitzenmonaten 2003 auf einen neuen Rekordwert von über 25 Millionen im vergangenen März. Myriam Reinle, Leiterin Marketing beim Portal, führt die Entwicklung nicht nur auf die herrschende Wohnungsnot zurück: «Eine Kombination von Faktoren – unsere Efforts im Marketing- und Sales-Bereich, Partnerschaften mit neuen Auftraggebern und unsere beträchtliche Anzahl Objekte zusammen mit der Verlagerung von Print aufs Internet – belohnt uns mit diesem Pageview-Zuwachs.»Um den Bekanntheitsgrad nach der erfolgreichen Typo-Markteinführungs-Kampagne weiter zu steigern, hat Homegate.ch das Werbebudget der Zürcher Agentur Hesskiss anvertraut. Diese hat einen auffälligen Image-Auftritt entwickelt, der all jenen, die eine Immobilie suchen, vermieten oder verkaufen, zeigt, bei welchem Anbieter sie fündig werden. Auf den ersten vier Sujets sind bekannte Behausungen ungewöhnlicher Figuren zu sehen wie der Hexe aus «Hänsel und Gretel», der Trick-film-Maus «Jerry», der legendären US-Schönheit «Barbie» oder des Geistes aus «Aladin und die Wunderlampe». Kommentiert sind die populären Motive jeweils mit der Schlagzeile «Jedem sein Heim».
Emotionaler Wohnen«Homegate.ch wollte mit einem souveränen Leader-Konzept und einem starken Statement auftreten», erklärt Tamás Kiss. Die originelle Verbindung der bekannten Heime und ihrer Figuren soll einerseits einen Imagetransfer auf den Absender Homegate.ch bewirken, und andererseits sympathisch auf den Betrachter wirken. Der emotionalere Approach dürfte mit dem prägnanten Konzept den Brand positiv aufladen.
Online-Inserate in den DruckAuf Homegate.ch erfasste Inserate lassen sich neu mit dem Tool Media-Manager direkt auch in Printmedien schalten. Angesprochen sind vor allem Immobilienverwaltungen und -makler. Im Media-Manager lassen sich Online-Annoncen mit wenigen Klicks zum Printinserat verändern. Vorgaben wie Layout, Spaltenbreite oder Insertionskosten werden automatisch berechnet. Mehrere Layoutvarianten für das gewählte Medium stehen bereits in der kostenlosen Basisversion zur Verfügung. Die gewünschte Zeitung oder Zeitschrift kann aus der Datenbank gewählt werden. Erscheinungsdatum und Periodizität legt der Inserent fest. Der Media-Manager berechnet den definitiven Preis und sendet den Auftrag an das Zielmedium. (sm)
Märchenhafte Behausungen werben fürs Portal Homegate.ch.
Luca Aloisi

Ei, ei – was für eine tolle Figur

Nahrungsmittel Eine umfassende Verkaufsförderungskampagne soll das Schweizer Ei als Sommernahrungsmittel positionieren.

Nahrungsmittel Eine umfassende Verkaufsförderungskampagne soll das Schweizer Ei als Sommernahrungsmittel positionieren.Erstmals seit die Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten aktiv Werbung betreibt, wirbt Gallo- Suisse antizyklisch. Die bisherigen Kampagnen waren immer auf die beiden wichtigsten Absatzperioden Ostern und Weihnachten mit über 13 Millionen Eier pro Woche ausgerichtet. Da während der Sommermonate die Nachfrage nach Inlandeiern um rund 15 Prozent sinkt, lag es nahe, die Konsumenten gerade in dieser Jahreszeit auf eines der vitaminreichsten und kalorienärmsten Nahrungsmittel aufmerksam zu machen. «Unsere Hauptziele sind eine Anhebung des Marktanteils von 75 auf gut 80 Prozent sowie ein Ausgleich des saisonalen Konsumrückgangs», sagt Alois Mettler, Agrar-Berater für Politik und Marketing des GalloSuisse. Eine grosse Herausforderung, verharrt doch der Anteil heimischer Eier seit einigen Jahren bei 75 Prozent, nachdem er während den 90er-Jahren von 62 Prozent auf den heutigen Wert gestiegen ist. Kreativ umgesetzt wird die Sommerstrategie mit einem plakativen Motiv, eine durch zwei Eier geformte Taille, und einer landesweiten Plakat-, Inserat- und Kinodia-Kampagne. «Im Mittelpunkt steht ein Rezeptwettbewerb mit Schweizer Eiern», erklärt CD Rémy Giger von der gleichnamigen Zürcher Agentur. Schliesslich will GalloSuisse den Ei-Konsum mit sommerlich-leichten Gerichten ins Rollen bringen.
Vitaminreich und kalorienarm: Schweizer Eier tun dem Body gut.

Luca Aloisi

Post übernimmt Search.ch

Internet Die grösste Schweizer Suchmaschine, Search.ch, hat einen neuen Besitzer. Die Schweizerische Post übernimmt die Betreiberin Räber Information Management (RIM) rückwirkend per Anfang April.

Internet Die grösste Schweizer Suchmaschine, Search.ch, hat einen neuen Besitzer. Die Schweizerische Post übernimmt die Betreiberin Räber Information Management (RIM) rückwirkend per Anfang April.Mit Search.ch würden die Dienstleistungen im virtuellen Postschalter ausgebaut, schreibt die Post. Die bisherigen Gesellschafter von RIM, Rudolf Räber, Bernhard Seefeld und Reto Hartinger, bleiben für die operative Führung verantwortlich.

Publicis gewinnt Zurich

Versicherungen Zurich Financial Services konsolidiert seine weltweiten Etats bei der Werbeholding Publicis. Kreative Lead-Agentur wird Publicis, Zürich.

Versicherungen Zurich Financial Services konsolidiert seine weltweiten Etats bei der Werbeholding Publicis. Kreative Lead-Agentur wird Publicis, Zürich.Versicherungen Zurich Financial Services konsolidiert seine weltweiten Etats bei der Werbeholding Publicis. Kreative Lead-Agentur wird Publicis, Zürich. Sie sei für Marketing Communication Services angestellt worden, sagte Agenturchef Kaspar Loeb. Was darunter falle, müsse noch geregelt werden.
Bisher arbeitete Zurich mit vielen lokalen Agenturen zusammen. In der Schweiz war DDB Zürich die letzte Lead-Agentur. Brand Republic schätzt den Gesamtetat auf rund 230 Millionen Franken. Kaspar Loeb liess sich keine Zahl über den Etat entlocken, sprach aber von einer «gröberen Geschichte».
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