KSSJ startet mit Uhren, Fahr- und Kaderschulen

Agenturportfolio Zwei Monate nach dem Launch hat die neue Werbeagentur Krieg Schlupp Springer & Jacoby (KSSJ) ihre ersten Kunden bekannt gegeben.

Agenturportfolio Zwei Monate nach dem Launch hat die neue Werbeagentur Krieg Schlupp Springer & Jacoby (KSSJ) ihre ersten Kunden bekannt gegeben.Die Snowboard-Fahrschule Laax bringen Daniel Krieg und Uwe Schlupp von ihrem bisherigen Arbeitgeber Publicis mit. Vom deutschen Mutternetzwerk übernehmen sie das internationale Mandat der Schweizer Uhrenmarke Maurice Lacroix. Weiter auf der Liste stehen die Maxon Motor AG in Sachseln (ebenfalls weltweit), die KS Kaderschulen in Zürich, der Zürcher Club Supermarket und der Verein Zürich für den Film. Drei weitere Kunden darf KSSJ noch nicht mit Namen nennen.

Energy Zürich Partner des Trend Magazins

Privat-Radio Seit Mai ist der Radiosender Energy Zürich Medienpartner des Trend Magazins. Er löst Radio 105 ab, mit dem die Szenenzeitschrift während zwei Jahren zusammengearbeitet hat.

Privat-Radio Seit Mai ist der Radiosender Energy Zürich Medienpartner des Trend Magazins. Er löst Radio 105 ab, mit dem die Szenenzeitschrift während zwei Jahren zusammengearbeitet hat.Das Trendmagazin erscheint monatlich und kann in der ganzen Schweiz kostenlos in Boutiquen, Bars und Clubs bezogen werden.

Traumwetter!

Ausgebucht war die Afterwork-Party des NZZ-Folio wenigstens auf dem Papier. Schon über eine Woche vor dem Event gabs nämlich keine Tickets mehr.

Ausgebucht war die Afterwork-Party des NZZ-Folio wenigstens auf dem Papier. Schon über eine Woche vor dem Event gabs nämlich keine Tickets mehr.Gerechnet hatten die Organisatoren jedoch nicht mit dem schönen Wetter, das zu recht hohen No-Show-Quoten führen kann. Umso besser für alle Anwesenden. Diese standen sich so nicht ständig auf den Füssen herum, und fast jeder Gast konnte während des Abends wenigstens einmal einen Platz in den Sofas der Bistro-Hinterhof-Lounge ergattern.Dabei sorgte zu Leckereien aus der vorzüglichen Bistroküche das Duo Vamos Gygax mit Boni Koller und Susanne Zahnd für EM-Vorfreuden – sie gaben einige Stücke von ihrer neuen CD «Angscht vor em Gool» zum Besten.
Für Rhythmus und schnell rotierende Plattenteller sorgte danach die Rote-Fabrik-Ikone Markus Kenner alias DJ Punky.
Rega-Pressesprecher Thomas Kenner, Mitinhaber von Lawa-Productions , beäugte dabei kritisch den Auftritt des Bruders.
Dass Veranstaltungen zum Thema Cross-media immer noch ein Bedürfnis sind, zeigte die Teilnehmerliste des von der SPOK organisierten Crossmedia-Symposiums auf dem Zürichberg. Media- und Werbeagenturen glänzten dabei allerdings fast durchwegs durch Abwesenheit. Grosses Interesse zeigten jedoch die Kunden – namhafte Schweizer Unternehmen waren durch ihre Geschäfts-, Marketing-, Werbe- oder Verkaufsleiter vertreten. Selbst schuld also, wer diese exzellente Networking- und Akquisitionsplattform verpasste. Und demnach auch nicht verwunderlich, dass die meisten Agenturen Crossmedia-Konzepte nach wie vor einfach als sehr breit angelegte Mediastrategien definieren. Ist aber nicht dasselbe! >>
Wer sich übrigens im vollen Geschäfts-Outfit ans Symposium begab, stellte spätestens beim Mittagessen fest, dass er overdressed war. Anzug und Krawatte waren fürs Traumwetter zu viel des Guten. So hielten die Hardcore-Business-Men ihren Lunch im klimatisierten inneren Teil ab, die etwas legerer Gekleideten hingegen konnten gleich noch eine Portion Sonne im schönen Park des Development Centers tanken.
Beat Fritschspürt den Sommer. Nachdem die Temperaturen kletterten, konnten gleich zwei Anlässe vom Wetter profitieren. Die Afterwork-Party des Folio, die dadurch mehrheitlich im Hinterhof statt im Bistro der NZZ stattfand. Und das Crossmedia-Symposium’04 im Zurich Development Center, wo die Teilnehmer während des Mittagessens das Prachtwetter geniessen konnten. Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Partys trifft, orten wir an den Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder gibt es online unter www.werbewoche.ch
NZZ-Folio: Ich bin auch ein Party-Flyer.
Einmal mehr ein gelungenes Heft, meinten Folio-Verlagsleiter Ueli Oswald und Bettina Zuppinger.
Sorgten für den intellektuell-musikalischen Touch an der Folio-Party: Gitarrist und Songwriter Boni Koller mit Sängerin Susanne Zahnd.
Hinterhofgespräche bei NZZ-Folio: Marco Lehner (l.) von Metzger Lehner Worldwide Partners und Roli Lacher von Pinx.
Rega-Mediensprecher Thomas Kenner mit Ingrid Notter, die mit IN Communication ihre eigene Firma gegründet hat.
Partytime für Franziska Tanner von Jean Frey, Christian Staub, Karin Gomringer von U-1 und Lukas Gschwend von Waser (v. l.).
Sind schwer auseinander zu halten und werden gelegentlich auch mit Ben Affleck verwechselt: Andri (l.) und Cris Hofmann.
Prosit: Andrea und Reto Alborghetti (l.) mit Publicis-Finanzchef Arnold Speck und Jean-Marie Egger (r.), ebenfalls Publicis.
Brand-Manager Sandro Fiesolani (l.), Marketingleiter Arno Gunsch (r.), Saab, mit Tobias Trevisan (2. v. l.) und Christoph Bauer, NZZ.
Afterwork-Party-People: Eveline Leist, Sunrise, Marcel Britt, Code, Anna Francke, Publicis, und Pascal Frei, Euro RSCG (v. l.).
Haben einen guten Riecher für die richtige Party: Team von OMD mit Romana Thoma (l.), Beat Krebs und Jenni Best.
Wollten schon längst mal zusammen auf ein Foto: Cécile Bulant von Media Planning und Patrick Römer von OMD.
Von Gockhausen hoch, da komm’ ich her: Dino Ceccato, Thomas Städeli und Florian Studer von Advico Young & Rubicam (v. l.).
Andrej Voina liess es sich nicht nehmen, Melanie Auerbauch (l.) von Wirz und Sandra Monse von Pumpkin Film ausgiebig zu herzen.
Machten einen kleinen Familienausflug ans NZZ-Folio-Fest: Jutta, Andrea und Titus Morger mit Pascal Odinga (2. v. r.).
Perfekt ins Bild gesetzt: Regula Näf von der UBS kam mit Eric Hungerbühler (l.) und Roald Fasola von Reuters.
Alles im Griff: Ronny Schmid (l.) von Konnex mit Symposiums-Organisatorin Ursula Krebs und Martin Radelfinger von Adlink.
Warm angezogen: Consultant Dieter Jäggi mit Referent und IAA-Swiss-Chapter-Präsident Urs Beer und Bruno Oetterli von Radiotele (v. l.).
Schimun Murk von Visiorama, Stefan Gilgen, Inhaber von Blitz Donner AG, und ASW-Geschäftsführer Peter Grob (v. l.).
Fachsimpeleien: Nik Meier (l.) und Ellen Gundrum von Fisch Meier Direkt mit Guido Wietlisbach von OgilvyOne.
Genossen das Mittagessen im schönen Zürichberg-Garten: Stephan Sutter von Adlink und Nadine Andres von 20 Minuten.
Cinecom-Team: Karin Rickenmann (l.) und Katja Biffiger wurden von Roger Baur ans Crossmedia-Symposium begleitet.

Zahl der Woche

Acht Prozent der Mitglieder in den Verwaltungsräten der 200 grössten europäischen Unternehmen sind Frauen. Dies ergab eine Studie des Europäischen Netzwerks berufstätiger Frauen.

Acht Prozent der Mitglieder in den Verwaltungsräten der 200 grössten europäischen Unternehmen sind Frauen. Dies ergab eine Studie des Europäischen Netzwerks berufstätiger Frauen.Frauenanteil Demnach ist der
Anteil in den skandinavischen Ländern besonders hoch: Dabei steht Norwegen mit einem Frauenanteil von 22 Prozent in den Kontrollgremien an erster Stelle, gefolgt von Schweden (20 Prozent) und Finnland
(14 Prozent). Die Schweiz liegt auf Platz sechs mit neun Prozent.

Marktforschung mit stabilem Umsatz

Meinungsforschung Die Mitglieder des Branchenverbunds Swiss Interview haben im Jahr 2003 insgesamt 217,8 Millionen Franken umgesetzt. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Meinungsforschung Die Mitglieder des Branchenverbunds Swiss Interview haben im Jahr 2003 insgesamt 217,8 Millionen Franken umgesetzt. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr.Der Zuwachs ergibt sich allerdings einzig aus der Übernahme von Telecontrol durch die IHA-GfK. Ohne diesen Effekt blieben die Umsätze der Markt- und Meinungsforschungsfirmen laut der Branchenstatistik von Swiss Interview gesamthaft stabil. Bei einzelnen Firmen gab es hingegen deutliche Veränderungen. Marktführer IHA-GfK legte um 11,6 Prozent zu – dieses Plus verdankt sich ebenfalls ausschliesslich Telecontrol. Auf Platz 2 und 3 bleiben Link (+3,3 Prozent) und ACNielsen (+7,7 Prozent). Die bisherige Nummer 4, Demoscope, hat happige 18 Prozent Umsatz verloren und ist in der Folge hinter P. Robert and Partners gerutscht, die um 10,4 Prozent zulegte. Damit ist erstmals eine Westschweizer Firma unter den Top 4.

Im Müll zu Hause

Umwelt Viznerborel lanciert für Recycling-Organisationen eine Kampagne gegen das sorglose Wegwerfen.

Umwelt Viznerborel lanciert für Recycling-Organisationen eine Kampagne gegen das sorglose Wegwerfen.«Ein ausländischer Besucher lässt ein Papierchen fallen – ein Schweizer hebt es auf und rennt ihm nach, weil er meint, der Besucher hätte etwas verloren.» Diesen Volkscharakter hat der Humorist Ephraim Kishon in der Schweiz feststellen wollen. Tatsächlich sind die ordentlichen Schweizer zum Beispiel «Weltmeister im Alu-Sammeln», wie wir in
einer früheren Kampagne der Igora-Genossenschaft für Aluminium-
Recycling gelobt wurden.
Das Buwal schreibt mindestens 75 Prozent Recycling vor. Die Recyclingquote bei Aludosen beträgt bereits 91 Prozent. Die fehlenden
9 Prozent bei 180 Millionen Dosen auf dem Markt bedeuten aber immer noch 16 Millionen Dosen, die nicht fachgerecht entsorgt werden. Bei einer Milliarde PET-Flaschen erreichen wir 72 Prozent Recyclingquote. Die fehlenden 28 Prozent machen 280 Millionen Einheiten aus, die irgendwo im Müll landen.
Oder noch schlimmer: Sie landen auf der Strasse. Littering heisst die elegante Umschreibung dieser zunehmenden Unsitte, Abfälle im öffentlichen Raum achtlos wegzuwerfen oder liegen zu lassen.
Laut einer breit angelegten Studie der Universität Basel landen
30 Prozent des vor Ort angefallenen Mülls auf dem Boden. «Es bedarf aber keiner Studie, um zu merken, welche Sauerei sich an den Seepromenaden, an öffentlichen Plätzen oder in Zügen abspielt», weiss Markus Tavernier, Geschäftsführer von Igora. Dosen, PET- und Glasflaschen, Tetra-Packungen, Take-away-Packungen, Flyers, Gratiszeitungen – alles wird kopflos auf den Boden geworfen.
Littering einmal etwas andersDiesem Gesellschaftstrend will nun die Zürcher Agentur Viznerborel mit einer nationalen Kampagne entgegentreten. Ohne Mahnfinger allerdings, dafür mit einer sehr überzeugenden Idee. «Wir zeigen Littering dort, wo es der Betrachter am wenigsten erwartet. Dort, wo er sich selbst am nächsten ist. Dort, wo er es nie tun würde. Bei sich zu Hause», erklären Lajos Vizner und Guillaume Borel das Konzept.
«Ich habe richtig Lust, den Abfall zu entsorgen.» Diese Reaktion war eine fast bei allen Probanden festgestellte Aussage, als die neue Kampagne im April von Publitest in einem repräsentativen Pretest auf ihre Wirkung untersucht wurde.
Alle Altersgruppen decodierten die Botschaft richtig. Sowohl auf der Spontanebene der Erinnerung wie im Wirkungsprofil hat die Kampagne bei einem Vergleich mit anderen Anzeigen in einem präparierten Magazin Facts am besten abgeschnitten und zum Teil noch bessere Auffallens-werte als die redaktionellen Artikel erreicht.
Alle Sujets der Kampagne funktionieren nach der gleichen Idee. Die Kampagne zeigt die private Insel des Individuums. Den Ort, wo niemand littern würde. Das Badezimmer oder das Kinderzimmer sind Orte der Hygiene oder schlicht der Geborgenheit. In der Kampagne wird diese Idylle gebrochen, indem die abgebildeten Räume mit Müll überhäuft sind. Ganz nach dem Motto: «Was im Wohnzimmer stört, stört auch im Park» oder «Was im Kinderzimmer stört, stört auch auf dem Spielplatz.»Die Headline schafft dazu die leicht verständliche Brücke zum öffentlichen Raum. «Was im Badezimmer stört, stört auch am See.» Der Betrachter muss sich auf diese Weise mit der Botschaft auseinander setzen. Alles was ihm bleibt, ist die selbstkritische Aussage: Stimmt. «Was im Auto stört, stört auch auf der Strasse» ist eine moderne Abwandlung der Volksweisheit «My car is my castle.»
Appell an SelbstverantwortungBei all diesen Sujets ist niemand zu sehen, dem man die Schuld zuschieben kann. «Ich muss mich in die Situation versetzen», will Viznerborel. Die Tatsache, dass die Visuals keine Protagonisten zeigen, spielt den Ball der Verantwortung an den Betrachter weiter. Die Verbindung mit der Privatsphäre schafft Betroffenheit, und der Betrachter kann die Verantwortung nicht abgeben.
Mit dem Auftritt starten Igora und PET-Recycling Schweiz PRS erstmals eine gemeinsame, langfristig angelegte Anti-Littering-Kampagne mit Werbung, PR und flankierenden Massnahmen «zur Schaffung von mehr Lebensqualität». Unter den achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln und Papier sind Getränkedosen und PET-Flaschen im Fokus, weil sie leicht identifizierbar sind. Langfristig sollen sich auch andere Abfallverursacher oder Entsorger an dieser Kampagne beteiligen. «Nicht um Kosten zu teilen, sondern um noch wirkungsvoller auftreten zu können», erklärt Markus Tavernier. Seine Igora und PET-Recycling Schweiz fahren weiterhin eine eigenständige Kommunikation zur Erhöhung der Recyclingquoten.
Die gemeinsame Kampagne soll das Land auf über 4000 Plakatstellen ansprechen. Dazu gibt es auch einen TV- und Kinospot. Dieser arbeitet mit den gleichen Sujets. Der Film ist unterlegt mit einem engelhaft unschuldigen Singen, das aber leicht falsch tönt. Diese Musik erhöht die Dramaturgie und soll auffallen im Umfeld der ansonsten viel geschliffener vertonten Spots.
Begleitet wird die Kampagne von verschiedenen Aktionen. An der Streetparade in Zürich werden 20 Promoteams für die Entsorgung Stimmung machen. Radio Energy will eine Live-Promotion auf der Strasse durchführen, wo die Jugendlichen aufgefordert werden, im Müll zu wühlen. In diesen Müllhaufen verbergen sich Sofortgewinne.
«Zurückbringen bringt’s», heisst der Claim bei allen diesen Aktivitäten. Für die Initianten soll die Anti-Littering-Kampagne breit abgestützt zu einem neuen nationalen Aufruf werden.
Noch immer landen 30 Prozent des vor Ort anfallenden Mülls auf dem Boden.

Da bleibt Abfallsündern nur die selbstkritische Antwort: Stimmt!
Andreas Panzeri

Zündstoff: Noch etwas Geduld üben, bis der Funke springt

«Weder ein Intelligenzblättchen noch ein fades Hochglanzprodukt» will Zündstoff sein.

«Weder ein Intelligenzblättchen noch ein fades Hochglanzprodukt» will Zündstoff sein.Das Basler Gratismagazin versteht sich vielmehr als Sprachrohr für die Interessen und Anliegen der Jugendlichen. Gestartet ist Zündstoff Ende April mit genug Geld in der Kasse für zwei Ausgaben. Nachdem die Nummer 2 jetzt erschienen ist, zieht Jungverleger Christian Keller ein gemischtes Fazit. Die Resonanz im Werbemarkt habe das Konzept mit einer Mischung aus Trend und Politik bestätigt, betont der 21-jährige Politologiestudent. Allerdings begegne Zündstoff in Agenturen viel Misstrauen. Man habe dort schlechte Erfahrungen mit der Unzuverlässigkeit von jugendlichen Medienproduzenten gemacht,
zum Beispiel mit verpassten Erscheinungsterminen.
Keller ist fest entschlossen, es besser anzustellen als seine Vorgänger. «Unser Problem ist, dass wir mehr Zeit brauchen, um uns einen Namen zu machen und Vertrauen zu gewinnen.» Zurzeit warteten potenzielle Kunden lieber ab, wie sich der Titel entwickle. «Wenn es uns in
einem Jahr noch gibt, bin ich sicher, dass wir in die Mediapläne hinein- kommen», so Keller. 12000 Franken pro Nummer beträgt das Produktionsbudget. Im Moment steht die Finanzierung für drei Ausgaben, also bis im August.
Neben dem Malus als Jugendmedium kämpft Zündstoff mit weiteren Handicaps. Absagen hat Keller auch wegen der geringen Auflage von 10000 Exemplaren und der Beschränkung auf die Region Basel erhalten. Eine Erhöhung der Auflage macht angesichts der Zielgruppendefinition (die 50000 Basler Schüler und Studenten) wenig Sinn. «Denkbar wäre höchstens, ob sich das Konzept auch auf andere Städte übertragen liesse», sinniert Keller. Der lokale Bezug sei ihm aber wichtig.
Verbessern will Zündstoff dagegen die Distribution, indem sich künftig an jeder Schule jemand um die korrekte Verteilung kümmert. Mit Spots auf Radio Basel 1 soll jeweils auf die neue Ausgabe hingewiesen werden. Ausgeschlossen ist für Jungverleger Keller, dass das Magazin dereinst vom Staat oder von einer Stiftung getragen werden könnte: «Zündstoff wird nur von Jugendlichen gemacht. Sobald ein Jugendmedium institutionalisiert wird, springen die Jugendlichen unweigerlich ab.»
Startprobleme: Agenturen sind gegenüber Zündstoff skeptisch.
(sm)

Ein schönes, frisches Blondes

Getränke Heineken sucht Männer, die ihr Bier gern selber zapfen. Publicis spannt für die Suche Frauen ein.

Getränke Heineken sucht Männer, die ihr Bier gern selber zapfen. Publicis spannt für die Suche Frauen ein.Von der Hitzeperiode des vergangenen Sommers konnten nicht nur Mineralwasserhersteller profitieren. Auch der Bierkonsum zog dank Rekordtemperaturen an, nachdem er seit Jahren rückläufig ist. Im Juni, Juli und August wurden gegenüber den Vorjahresmonaten Steigerungsraten von über zehn Prozent erreicht, wie der Schweizerische Brauerverein mitteilt. Diese Rekordergebnisse verschafften den Bierverkäufen 2003 insgesamt einen Anstieg von rund vier Prozent: 4,3 Millionen Hektoliter Bier flossen hier zu Lande die Kehlen hinunter. Als Premium-Produkt positioniert
Temperaturmässig scheint der Sommer 2004 den Bierbrauereien allerdings einen Strich durch die Rechnung zu machen. Dafür ist ja nun die Fussball-EM angepfiffen, welche dem Bierkonsum ihrerseits zu Höhenflügen verhelfen könnte. Zumindest wenn man der landläufigen Meinung Glauben schenkt, (männliche) Fussballfans seien ein einig Volk von Biertrinkern – egal ob im Stadion oder zu Hause vor dem Fernseher.
Pünktlich zur emotional hitzigsten Periode dieses Sommers startet auch Heineken Switzerland mit Kommunikationsmassnahmen für ihre Erfindung BeerTender. Das Zapfgerät für die eigenen vier Wände soll Bierliebhabern auch zu Hause den uneingeschränkten Genuss eines frisch gezapften Heinekens ermöglichen. Mit einem Fassungsvermögen von vier Litern und einem Designgehäuse peilt das Küchengerät allerdings nicht den Durchschnittstrinker an. Vielmehr soll die Maschine im Premium-Segment positioniert werden – immerhin kostet sie im Fachhandel rund 500 Franken. Eingeführt hat Heineken den BeerTender in der Schweiz bereits im April des vergangenen Jahres. Gemäss eigenen Angaben soll das Produkt von der Kundschaft sehr gut aufgenommen worden sein.
Anfang dieses Monats startete die BeerTender-Kommunikation mit einer taktischen Headline-Kampagne. Verantwortlich für das Konzept zeichnet die Zürcher Agentur Publicis, die den Heineken-Gesamtetat im Pitch von JWT + Hostettler + Fabrikant geerbt hat.
Beim Kauf reden die Frauen mit
Mit Slogans wie «Sie werden mehr Freunde haben, als Ihnen lieb ist» oder «Joystick» sollen im taktischen Teil der Kommunikation möglichst viele potenzielle Käufer auf das Gerät aufmerksam gemacht und zum Testen in ein Fachgeschäft gelockt werden. Ende Juni kommen zusätzlich Massnahmen auf Imageebene zum Einsatz. Bei der Kreation der entsprechenden Sujets war sich das Publicis-Team einig, dass der Weg zum Mann über die Frau führt – nicht zuletzt, weil das weibliche Geschlecht beim Kauf einer Küchenmaschine ein Wörtchen mitspricht. Der Premium-Positionierung von BeerTender entsprechend, wurden für das Shooting von Fotograf Bruno Bisang, «selbstbewusste, stilvolle» Frauen gewählt. Den Porträtierten werden Aussagen in den Mund gelegt, die sich eindeutig zweideutig vom Bier auf seine Trinker ableiten lassen. Mit Sprüchen wie «Ich hasse Flaschen», zeigen die Edeldamen, welchen Männertyp sie ansprechend finden: Nicht den bierbäuchigen Unterhemdenträger, sondern den gepflegten Zeitgenossen mit Niveau. «BeerTender will Männer erreichen, die einen Porsche Boxster ansprechend finden und sich diesen auch leisten können», kommentiert CD Markus Gut das Zielgruppensegment.
Die drei Imageinserate starten Ende Monat in diversen Magazinen und sollen im Herbst durch weitere Sujets ergänzt werden, wie Gut erklärt. Weil aber selbst unter dem Zielpublikum von BeerTender der eine oder andere Fussballfan anzutreffen ist, haben Publicis und die Media-Agentur MindShare mit dem Zürcher Club Mascotte zusammengespannt. Letzterer verwandelt im Juni und Juli seine Hallen in die Mascotte-Fussball-arena. Und damit das Selberzap-fen unter fachkundiger Anleitung gleich geübt werden kann, sind in der Club-Lounge BeerTender aufgestellt.
Heineken Switzerland 1984 tritt der Niederländische Brauereikonzern Heineken mit der Gründung von Heineken Switzerland und dem Vertrieb der gleichnamigen Marke in den Schweizer Biermarkt ein. Ein Jahr darauf erwirbt Heineken zehn Prozent der Churer Calanda Bräu, eine Brauerei mit über 200-jähriger Tradition. 1990 gründen der Winterthurer Bierhersteller Haldengut und Calanda Bräu in Chur die Calanda Haldengut. Drei Jahre später übernimmt Heineken die Mehrheit an den Brauereien Haldengut und Calanda Bräu. 1995 lanciert Heineken die Marke Amstel und ein Jahr darauf die Brands Erdinger Weissbier, Fischer, Adelscott und Desperado im hiesigen Markt. Seit 1999 sind Haldengut und Calanda Bräu hundertprozentige Tochtergesellschaften von Heineken und firmieren seit drei Jahren ebenfalls unter Heineken Switzerland AG. Mit einem Marktanteil von 20 Prozent und rund 850 Mitarbeitenden belegt Heineken heute den zweiten Platz unter den hiesigen Brauereien – Marktführer ist Carlsberg. (sk)
Überschäumende Begeisterung will Heineken für den BeerTender wecken.
Für Flaschenverächter: Heineken bietet die Möglichkeit, sein Bier zu Hause gleich selber zu zapfen. Und Publicis lässt bei der Werbung weibliche Reize aufschäumen. >> Seite 7
Simone Keller

Dog Promotion gewinnt Bacardi-Pitch

Alkoholische Getränke

Alkoholische GetränkeNach einem Pitch gegen zwei Mitbewerber wurde Dog Promotion in Aeugst am Albis von Bacardi-Martini (Suisse) beauftragt, den Auftritt der Marke Bacardi-Rum an den grossen Sommerfestivals zu konzipieren und zu organisieren.

>>JobChange

Anfang Juli verstärkt Hans Klaus die Zürcher Agentur Wirz Corporate. Der einstige Sprecher von Bundesrätin Ruth Metzler und Informationschef des Justiz- und Polizeidepartements ist als Leiter der neuen Einheit Reputation Management für Krisenkomm

Anfang Juli verstärkt Hans Klaus die Zürcher Agentur Wirz Corporate. Der einstige Sprecher von Bundesrätin Ruth Metzler und Informationschef des Justiz- und Polizeidepartements ist als Leiter der neuen Einheit Reputation Management für Krisenkommunikation und politische Mandate zuständig.
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Marco Simonetti ist neuer Creative Director bei Heads Corporate
Communication. Er soll die Designkompetenz der Zürcher Agentur ausbauen. Simonetti war Mitbegründer des Berner Werbe- und Grafikbüros Walhalla.
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Per sofort verstärkt Dominik Imseng als Creative Director Text das Team von Euro RSCG Zürich. An ein bis zwei Wochentagen wird Imseng auch bei Euro RSCG Genf tätig sein. Imseng war zuletzt Creative Director von McCann Erickson Zürich. Davor textete er für Jung von Matt/Limmat und
Weber Hodel Schmid.
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Seit Mitte Mai ist Silvia Klimesch Mitglied im Verwaltungsrat der Kommunikationsagentur Karl F. Schneider AG. Gleichzeitig hat sie einen Teil des Aktienkapitals erworben. Klimesch ist seit 1990 für die PR-Agentur in Schlieren tätig, in den vergangenen fünf Jahren als stellvertretende Geschäftsführerin.
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Der Leiter der Redaktion Kultur Aktuell, Michael Gassner, verlässt SF DRS und geht nach Deutschland. Gassner leitete die Redaktion seit Anfang September 2003. Davor war er Mitglied der Chefredaktion bei ProSieben. Interimistisch übernimmt Gassners bisheriger Stellvertreter Damian Schnyder die Leitung der Redaktion.
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Stefan Hostettler ist seit 1. Juni Kundenberater der Berner Zeitung im Büro Zürich. Er betreut nationale Kunden und Agenturen ausserhalb des Hauptstreugebietes des Blattes.
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Clint Reichenbach unterstützt ab sofort die Zürcher Marketingagentur Factum. Er ist als Product Manager bei der Vermarktungsunit Die.Kommunikations.Fabrik tätig. Reichenbach war früher bei Ringier als
Leiter Verkauf Verlagsservice tätig.

Selbst gestrickte Wirklichkeiten

Aufgefallen Was geschieht, wenn in der Schweiz neben dem Blick eine zweite Boulevardzeitung auf den Markt kommt? Auf jeden Fall wächst der Zwang, Geschichten als Events zu arrangieren.

Kolumne Was geschieht, wenn in der Schweiz neben dem Blick eine zweite Boulevardzeitung auf den Markt kommt? Auf jeden Fall wächst der Zwang, Geschichten als Events zu arrangieren.In der Werbewoche (WW 20/04) sind die ausgesprochenen oder unausgesprochenen Wünsche im Umfeld des Jean Frey Verlages nach einer «rechten» Boulevardzeitung erörtert worden. Es lohnt, sich einmal systematisch zu fragen, mit welchen Mitteln ein solcher Zeitungsplan zum Erfolg geführt werden könnte.Die politischen Begriffe links und rechts besagen in dieser Debatte wenig. Natürlich könnte eine Schweizer Krone – um den Titel der grossen, erfolgreichen und kleinbourgeois-politischen österreichischenBoulevardzeitung aufzugreifen – ein paar Themen des Zeitgesprächs anders aufrollen als der Blick. Ein gefundenes Fressen wäre zum Beispiel Moritz Leuenbergers CO2-Abgabe. Ringiers Blick macht das in der analytischen Art, mit der schon das Steuerpaket bearbeitet wurde: «Wer besser und wer schlechter fährt.» Die Schweizer Krone würde eine Kampagne «Der Staat stiehlt kleinen Leuten eine Stunde täglich» fahren; denn natürlich dauern Anfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln meist länger als solche mit dem Auto. Schon richtig: Zwei Boulevardmedien würden sich bei manchen Themen aufschaukeln. Aber die Welt würde das nicht ändern. Die wichtigen Themen in komplizierten Industriegesellschaften sind für Emotionskommunikation zu abstrakt. Es gäbe ein bisschen mehr Gebrülle über Samuel Schmids Panzer oder den gekröpften oder nicht gekröpften Anflug über Zürich. Das wärs.
Das Hauptproblem des Boulevards ist die «zweite Welt». Medien der Emotionskommunikation müssen neben das differenzierte Hin und Her um Eigenmietwert und Zinssteuerabkommen und neben das seriöse, also langweilige Personal von Deiss bis Ledergerber eine Welt Nummero zwei stellen: Eros Ramazzotti und sein wirkliches oder erfundenes Liebesleben, Heiri Müllers gebrüllte Musik oder Boris Beckers in der Besenkammer gezeugte Tochter. Viele Figuren der zweiten Welt gibt es in der Wirklichkeit gar nicht: Verona Feldbusch ist eine reine Kunstfigur. Thomas Borer oder Oliver Kahn sind reale Figuren, die sich zur Verfremdung in der zweiten Welt hergegeben haben oder dazu gezwungen worden sind. Mit der drögen Wirklichkeit kommt der Boulevard nicht aus.
Nehmen wir ein Beispiel. Die deutsche Bild nimmt drei «Metropolmädchen», zieht sie aus, zeigt sie mit nackten Schenkeln und langen Stiefeln – und schickt sie auf einen brandenburgischen Bauernhof. Gleichzeitig werden drei Brandenburger Bauernsöhne ins Berliner Luxushotel gelotst. Das ist ein «Event». Die Geschichte, die eine Woche lang, reich bebildert, erzählt wird, ist nicht «wirklich» passiert. Sie ist arrangiert, schlicht Eventmanagement. Die «zweite Welt» wird wie ein Wandschirm vor die erste gezogen, weil diese erste zu «langweilig» ist. Eine zweite Boulevardzeitung würde einen gewaltigen Schub zur «zweiten Welt» auslösen. Aber wollen wir das?
Wir würden es wollen müssen, wenn es sich für irgendjemanden rechnet. Aber Tito Tettamanti schweigt noch. Man weiss eben nicht, ob es sich rechnet. Der Blick, der seinen Preis erhöht hat, könnte den Preis auch wieder senken. Der Focus Burdas hat den Spiegel Austs nicht weggepustet, sondern zur Modernisierung gezwungen. Wir arbeiten in einer interessanten Branche.
Peter Glotz befürchtet, dass noch weniger zählt, was wirklich geschieht.

> Peter Glotz ist Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen und SonntagsBlick-Kolumnist.

Vorsicht, Sportplausch Wider ist wieder da

Kampagnen Bei Sportplausch Wider ist der Name Programm – auch in diesem Frühling, wie die neuen Sujets der Kreativen von Publicis beweisen.

Kampagnen Bei Sportplausch Wider ist der Name Programm – auch in diesem Frühling, wie die neuen Sujets der Kreativen von Publicis beweisen.Eines dramatisiert anhand eines Radarkastens an einem Waldweg verblüffend einfach das Affentempo von Widers Downhillbikes. Auch die anderen beiden Sujets bringen mit tugendhaftem Witz die Gefahr von Wider-Racingbikes auf den Punkt: Mit dem Kauf solcher Geräte riskiere man, die Bekanntschaft von Krankenschwestern zu machen. Für die Citybikes treten die Publicis-Leute noch in die Pedalen. Ein Sujet ist auf Ende Juni geplant. Bereits zu hören sind neue Radiospots, bei denen sich ein gewisses Radio Free Walliselle als Störsender in das reguläre Programm von Radio 24 schaltet. Weil Free Walliselle sogar mitten in ein laufendes Musikstück einbrechen darf, wirkt der Piratenstreich täuschend echt.
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