«Wir bemerken erste positive Signale»
Messen Organisatorin Iris Sorgalla blickt der Marketing-Messe X’04 und dem Xongress zuversichtlich entgegen.
Messen Organisatorin Iris Sorgalla blickt der Marketing-Messe X’04 und dem Xongress zuversichtlich entgegen.WW: Im Vergleich zu 2002 verbuchte die Marketingmesse X’03 einen Besucherrückgang und dafür «mehr Gewinn bringende Verkaufsgespräche». Wie sind die Prognosen für die bevorstehende X’04?
Iris Sorgalla: In angespannten wirtschaftlichen Zeiten stellen wir bei unseren Fachmessen generell fest, dass von den Unternehmen meist nur derjenige die Messe besucht, der mit dem Beschaffungsentscheid betraut ist. Dies kann eine leicht rückläufige Entwicklung in reinen Besucherzahlen bedeuten. Die Qualität der Besuchernachfrage hingegen wird dadurch positiv beeinflusst. Der prognostizierte Aufschwung in der Industrie wird sich in der Marketingbranche erfahrungsgemäss mit leichter Verzögerung niederschlagen. Wir bemerken erste positive Signale und eine leichte Aufbruchstimmung. Entscheidend sind letztlich die an der Messe realisierten Verkaufskontakte respektive Leads. Wir gehen davon aus, dass diese sich auf Grund der konjunkturellen Erholung wieder in konkrete Aufträge umwandeln lassen. Nebst solchen quantitativen stehen bei
einem Messebesuch immer auch die qualitativen Ziele wie etwa das Networking im Zentrum. Ohne geht es in dieser Branche nicht.
War es dieses Jahr nicht trotzdem schwierig, Firmen der Ausstellungsbereiche sowie Partnerverbände zur Messe zu locken?
Natürlich ist es in einer Branche, die eine derart tiefe Talsohle durchschritten hat, nicht einfach, Firmen an eine Messe zu bewegen. Die Verkaufsgespräche sind entsprechend intensiver und die Beratung umfassender. Doch gerade jetzt, wo es wieder aufwärts gehen soll, wäre es wichtig, Präsenz zu markieren und vom beginnenden Aufschwung zu profitieren. Die X’04 liegt zeitlich optimal, um sich einem Publikum zu präsentieren, das wieder in der Lage ist, in Marketingmassnahmen zu investieren. Die Partnerverbände, die die X zum Teil bereits seit Jahren unterstützen, erkennen die Notwendigkeit einer derartigen Branchenplattform, die zudem die einzige in der Schweiz ist.
Sie organisieren die Fachmesse für Marketing, Kommunikation und Event bereits zum siebten Mal. Welche Entwicklung konnten Sie bei den einzelnen Branchen feststellen?
Wenn wir die Entwicklung der X während den letzten Jahren analysieren, stellen wir nur leichte prozentuale Schwankungen und Verschiebungen innerhalb der verschiedenen Teilbereiche fest. Deutlich erkennbar ist jedoch, dass Firmen, die reine Dienstleistungen anbieten, einer Messeteilnahme kritischer gegenüberstehen als Unternehmungen, die Produkte respektive Hardware vertreiben. Hier liegt ein grosses Entwicklungspotenzial für die kommenden Jahre. Gerade in einem Land, das zu 75 Prozent aus Dienstleistungsunternehmen besteht, sollte man den Wert einer solchen Präsentationsplattform erkennen.
Was hat in den vergangenen Jahren für grosses Besucher- und Medienecho gesorgt?
Auf grosses Medieninteresse ist in den vergangenen Jahren natürlich immer wieder unser begleitender Kongress gestossen, der wie jedes Jahr auch heuer mit hochkarätigen internationalen Key-Notes aufwartet. Übrigens ist es der grösste europäische Kongress in diesem Bereich. Auch unser Auditorium im Mediencafé, das wir letztes Jahr erstmals zusammen mit Swiss Marketing SMC organisiert haben, ist bei Besuchern und Medien auf positive Resonanz gestossen. Die interessanten Referate und Round-Table-Diskussionen wurden vom Besucher hoch geschätzt. Dieses Jahr werden Topshots des Xongresses im Auditorium live Red und Antwort stehen. Diese «Zückerli» sollten sich die Besucher nicht entgehen lassen.
Zu den Branchenverbänden SMC, Schweizer Direktmarketing Verband, Expo und Event Swiss Association, Schweizer Siebdruckereien und Digital Printing Group kommt neu der Verband der visuellen Kommunikation Viscom hinzu, der heuer gleich das Patronat der Messe übernimmt. Besteht nicht die Gefahr der Verwässerung?
Eine Gefahr der Verwässerung sehe ich nicht, da unsere Messe genau diese Teilbereiche unter einem Dach abbildet. Im Gegenteil: Wir freuen uns sehr, dass uns der Viscom das Patronat für den Bereich Print & Sign innerhalb der X gegeben hat. Die Verbände unterstützen jeweils einen bestimmten Teilbereich innerhalb der Messe, welcher durch die Verbandsträgerschaft sowohl auf Aussteller- wie auch auf Besucherseite gestärkt wird. Mit dem SMC verbindet uns eine starke Partnerschaft, die sich auf den qualitativen Content der Messe bezieht und somit einen echten Mehrwert für den Besucher schafft. Grundsätzlich sind Verbände tragende Pfeiler der Schweizer Wirtschaft, und bei einer Zusammenarbeit können sich durchaus wertvolle Synergien in der Öffentlichkeitsarbeit ergeben.
Eine weitere Neuheit stellt die Schaffung des Messebereichs E-Marketing dar. Obwohl die Schweizer die zweitfleissigsten Internet-User Europas sind, fliesst in unserem Land immer noch lediglich ein halbes Prozent der Werbeinvestitionen ins Internet. Starten Sie mit der Aufwertung des E-Marketings nicht einen neuen Hype?
Gemäss Expertenschätzungen wird E-Marketing in Zukunft einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen und entsprechend überproportional wachsen. Mit der stärkeren Einbindung dieses Themas greifen wir diesen Trend auf. Wir bemerken dabei jedoch, dass bei den meisten Anbietern das Thema im Moment noch «nebenbei» läuft und nicht zu den Kernkompetenzen zählt. Teilweise ist bei diesen Unternehmen auch noch unklar, welche Zielgruppe man eigentlich mit dem Thema ansprechen möchte. Die X behandelt dieses Thema nicht vor einem technischen Hintergrund, sondern aus der marketingbezogenen Sicht. Dies unterscheidet den Besucher einer X vom Besucher einer Orbit-iEX. Wir stellen dafür die entsprechende Plattform zur Verfügung. Ein möglicher Hype wird sich nur bei entsprechendem Angebot und Nachfrage ergeben.
Wie ist die Buchungslage der Messe?Wir sind immer noch voll in der Ausstellerakquisition, da die Entscheidungen in dieser Branche immer kurzfristiger ausfallen. Einen Anmeldeschluss haben wir demzufolge nicht. Die Buchungssituation ist vergleichbar mit der letztjährigen, da die meisten Firmen den wirtschaftlichen Aufschwung bis jetzt noch nicht gespürt haben. Wir merken aber im Moment eine plötzlich steigende Nachfrage, es kann sich also bis zum Startschuss noch relativ viel tun. Bis jetzt haben sich bereits über 300 Aussteller angemeldet, und wir werden auf jeden Fall ein interessantes Messeangebot präsentieren. Am Mittwoch, 25. August, sogar bis um 20 Uhr.
Marketing TotalVom 24. bis 26. August geben renommierte Fachleute wie Holger Rust, Professor an der Universität Hannover und Wirtschaftspublizist, oder Peter Hauptvogel, Kommunikationsdirektor von Air Berlin, Einblick in Consumertrends; Lars Thomsen, CEO Future Matters, und Daniela Reichlin, Marketingleiterin Bio-Familia, in Marketing-Innovationen. Über Marketing international referieren Fachleute wie Martin Spillmann, Partner von SFLB und Werber des Jahres 2004, Peter Spuhler, Nationalrat und Geschäftsführer von Stadler Rail, und Reiner Pichler, CEO Strellson. Lifemarketing und internationale Eventshow thematisieren unter anderen Experten wie Peter Sloterdijk, Philosophie-Professor und Rektor der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, Tony Seaford, Marketing Manager Europa bei Xerox, und Polo Looser, Direktor der MCI Schweiz. Weitere Informationen sind im Web zu finden unter www.xpage.ch.
X steht auch für Vielseitigkeit: Neben konkreten Aufträgen und Sachinformationen werden für die Messeteilnehmer qualitative Ziele wie Networking immer wichtiger.
Iris Sorgalla: In angespannten wirtschaftlichen Zeiten stellen wir bei unseren Fachmessen generell fest, dass von den Unternehmen meist nur derjenige die Messe besucht, der mit dem Beschaffungsentscheid betraut ist. Dies kann eine leicht rückläufige Entwicklung in reinen Besucherzahlen bedeuten. Die Qualität der Besuchernachfrage hingegen wird dadurch positiv beeinflusst. Der prognostizierte Aufschwung in der Industrie wird sich in der Marketingbranche erfahrungsgemäss mit leichter Verzögerung niederschlagen. Wir bemerken erste positive Signale und eine leichte Aufbruchstimmung. Entscheidend sind letztlich die an der Messe realisierten Verkaufskontakte respektive Leads. Wir gehen davon aus, dass diese sich auf Grund der konjunkturellen Erholung wieder in konkrete Aufträge umwandeln lassen. Nebst solchen quantitativen stehen bei
einem Messebesuch immer auch die qualitativen Ziele wie etwa das Networking im Zentrum. Ohne geht es in dieser Branche nicht.
War es dieses Jahr nicht trotzdem schwierig, Firmen der Ausstellungsbereiche sowie Partnerverbände zur Messe zu locken?
Natürlich ist es in einer Branche, die eine derart tiefe Talsohle durchschritten hat, nicht einfach, Firmen an eine Messe zu bewegen. Die Verkaufsgespräche sind entsprechend intensiver und die Beratung umfassender. Doch gerade jetzt, wo es wieder aufwärts gehen soll, wäre es wichtig, Präsenz zu markieren und vom beginnenden Aufschwung zu profitieren. Die X’04 liegt zeitlich optimal, um sich einem Publikum zu präsentieren, das wieder in der Lage ist, in Marketingmassnahmen zu investieren. Die Partnerverbände, die die X zum Teil bereits seit Jahren unterstützen, erkennen die Notwendigkeit einer derartigen Branchenplattform, die zudem die einzige in der Schweiz ist.
Sie organisieren die Fachmesse für Marketing, Kommunikation und Event bereits zum siebten Mal. Welche Entwicklung konnten Sie bei den einzelnen Branchen feststellen?
Wenn wir die Entwicklung der X während den letzten Jahren analysieren, stellen wir nur leichte prozentuale Schwankungen und Verschiebungen innerhalb der verschiedenen Teilbereiche fest. Deutlich erkennbar ist jedoch, dass Firmen, die reine Dienstleistungen anbieten, einer Messeteilnahme kritischer gegenüberstehen als Unternehmungen, die Produkte respektive Hardware vertreiben. Hier liegt ein grosses Entwicklungspotenzial für die kommenden Jahre. Gerade in einem Land, das zu 75 Prozent aus Dienstleistungsunternehmen besteht, sollte man den Wert einer solchen Präsentationsplattform erkennen.
Was hat in den vergangenen Jahren für grosses Besucher- und Medienecho gesorgt?
Auf grosses Medieninteresse ist in den vergangenen Jahren natürlich immer wieder unser begleitender Kongress gestossen, der wie jedes Jahr auch heuer mit hochkarätigen internationalen Key-Notes aufwartet. Übrigens ist es der grösste europäische Kongress in diesem Bereich. Auch unser Auditorium im Mediencafé, das wir letztes Jahr erstmals zusammen mit Swiss Marketing SMC organisiert haben, ist bei Besuchern und Medien auf positive Resonanz gestossen. Die interessanten Referate und Round-Table-Diskussionen wurden vom Besucher hoch geschätzt. Dieses Jahr werden Topshots des Xongresses im Auditorium live Red und Antwort stehen. Diese «Zückerli» sollten sich die Besucher nicht entgehen lassen.
Zu den Branchenverbänden SMC, Schweizer Direktmarketing Verband, Expo und Event Swiss Association, Schweizer Siebdruckereien und Digital Printing Group kommt neu der Verband der visuellen Kommunikation Viscom hinzu, der heuer gleich das Patronat der Messe übernimmt. Besteht nicht die Gefahr der Verwässerung?
Eine Gefahr der Verwässerung sehe ich nicht, da unsere Messe genau diese Teilbereiche unter einem Dach abbildet. Im Gegenteil: Wir freuen uns sehr, dass uns der Viscom das Patronat für den Bereich Print & Sign innerhalb der X gegeben hat. Die Verbände unterstützen jeweils einen bestimmten Teilbereich innerhalb der Messe, welcher durch die Verbandsträgerschaft sowohl auf Aussteller- wie auch auf Besucherseite gestärkt wird. Mit dem SMC verbindet uns eine starke Partnerschaft, die sich auf den qualitativen Content der Messe bezieht und somit einen echten Mehrwert für den Besucher schafft. Grundsätzlich sind Verbände tragende Pfeiler der Schweizer Wirtschaft, und bei einer Zusammenarbeit können sich durchaus wertvolle Synergien in der Öffentlichkeitsarbeit ergeben.
Eine weitere Neuheit stellt die Schaffung des Messebereichs E-Marketing dar. Obwohl die Schweizer die zweitfleissigsten Internet-User Europas sind, fliesst in unserem Land immer noch lediglich ein halbes Prozent der Werbeinvestitionen ins Internet. Starten Sie mit der Aufwertung des E-Marketings nicht einen neuen Hype?
Gemäss Expertenschätzungen wird E-Marketing in Zukunft einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen und entsprechend überproportional wachsen. Mit der stärkeren Einbindung dieses Themas greifen wir diesen Trend auf. Wir bemerken dabei jedoch, dass bei den meisten Anbietern das Thema im Moment noch «nebenbei» läuft und nicht zu den Kernkompetenzen zählt. Teilweise ist bei diesen Unternehmen auch noch unklar, welche Zielgruppe man eigentlich mit dem Thema ansprechen möchte. Die X behandelt dieses Thema nicht vor einem technischen Hintergrund, sondern aus der marketingbezogenen Sicht. Dies unterscheidet den Besucher einer X vom Besucher einer Orbit-iEX. Wir stellen dafür die entsprechende Plattform zur Verfügung. Ein möglicher Hype wird sich nur bei entsprechendem Angebot und Nachfrage ergeben.
Wie ist die Buchungslage der Messe?Wir sind immer noch voll in der Ausstellerakquisition, da die Entscheidungen in dieser Branche immer kurzfristiger ausfallen. Einen Anmeldeschluss haben wir demzufolge nicht. Die Buchungssituation ist vergleichbar mit der letztjährigen, da die meisten Firmen den wirtschaftlichen Aufschwung bis jetzt noch nicht gespürt haben. Wir merken aber im Moment eine plötzlich steigende Nachfrage, es kann sich also bis zum Startschuss noch relativ viel tun. Bis jetzt haben sich bereits über 300 Aussteller angemeldet, und wir werden auf jeden Fall ein interessantes Messeangebot präsentieren. Am Mittwoch, 25. August, sogar bis um 20 Uhr.
Marketing TotalVom 24. bis 26. August geben renommierte Fachleute wie Holger Rust, Professor an der Universität Hannover und Wirtschaftspublizist, oder Peter Hauptvogel, Kommunikationsdirektor von Air Berlin, Einblick in Consumertrends; Lars Thomsen, CEO Future Matters, und Daniela Reichlin, Marketingleiterin Bio-Familia, in Marketing-Innovationen. Über Marketing international referieren Fachleute wie Martin Spillmann, Partner von SFLB und Werber des Jahres 2004, Peter Spuhler, Nationalrat und Geschäftsführer von Stadler Rail, und Reiner Pichler, CEO Strellson. Lifemarketing und internationale Eventshow thematisieren unter anderen Experten wie Peter Sloterdijk, Philosophie-Professor und Rektor der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, Tony Seaford, Marketing Manager Europa bei Xerox, und Polo Looser, Direktor der MCI Schweiz. Weitere Informationen sind im Web zu finden unter www.xpage.ch.
X steht auch für Vielseitigkeit: Neben konkreten Aufträgen und Sachinformationen werden für die Messeteilnehmer qualitative Ziele wie Networking immer wichtiger.
Viel Erfahrung: Iris Sorgalla organisiert die X zum siebten Mal.
Interview: Luca Aloisi
