Getunik relauncht WWF.ch

Non-Profit-Organisationen Der Zürcher Webdienstleister Getunik ist vom WWF Schweiz mit dem Redesign der Hauptseite und des Content-Management-Systems seines Online-Auftritts beauftragt worden.

Non-Profit-Organisationen Der Zürcher Webdienstleister Getunik ist vom WWF Schweiz mit dem Redesign der Hauptseite und des Content-Management-Systems seines Online-Auftritts beauftragt worden.Dabei gelte es, die drei Säulen Information, Service und Erlebnis mit einem benutzerfreundlichen Design in einer Website zusammenzufassen, so Getunik. Die Inhalte werden durch die Mitarbeiter der Tierschutzorganisation selbstständig integriert. Getunik wurde zuvor bereits von WWF International als Leadagentur ausgewählt.

Dachcom angelt gleich fünf Neukunden

Budgets Nach einem Agenturscreening ist Dachcom Gmeiner mit der Gesamtkommunikation der Schlossberg Textil AG Turbenthal betraut worden.

Budgets Nach einem Agenturscreening ist Dachcom Gmeiner mit der Gesamtkommunikation der Schlossberg Textil AG Turbenthal betraut worden.Die Werbeagentur in Rheineck SG konzipiert einen neuen internationalen Markenauftritt für die Bettwäschekollektionen «Schlossberg» und «Bonjour». In einem Pitch hat sie das Gesamtmandat der Klinik Aadorf gewonnen. Die Hausmann Spitalbedarf AG beauftragte Dachcom mit dem Redesign des Firmenauftritts und der Markteinführung der Produktelinie «Liquid Ice». Für den Hersteller von Vollwertnahrungsmitteln E. Zwicky AG betreut die Agentur die strategische Markenentwicklung für Innovationsprodukte. Und die Winterthurer Tochteragentur Dachcom Hasler wurde mit der Entwicklung des Geschäftsberichtes der Städtischen Werke Winterthur betraut.

Löwenjagd noch ohne Beute

Awards In Portugal ist die Schweiz ausgeschieden, in Cannes besteht noch Hoffnung. Auf die Shortlists Press und Outdoor haben es sechs Beiträge geschafft:

Awards In Portugal ist die Schweiz ausgeschieden, in Cannes besteht noch Hoffnung. Auf die Shortlists Press und Outdoor haben es sechs Beiträge geschafft:«Party» von Advico Young & Rubicam (Hakle), «Car Mechanic» von Catsky & Partner (Suva Care), «Communication Tools» von Jung von Matt (Julius Bär), «Stop» von Lesch + Frei (Road Cross), «Floor» von Matter & Partner (Strozzi’s) und «Cheese» von Ruf Lanz (Condor Films). Obs für einen Löwen gereicht hat, berichtet am Donnerstagmorgen das WW-Newsmail.Leer ausgegangen ist die Schweiz bei den Media und Direct Lions. Euro RSCGs Papp-Popstars für Energy Zürich kamen als Einzige auf die Media-Shortlist. Direct-Finalisten waren Publicis, Fisch Meier Direkt, Lowe Direct und Euro RSCG. Auch die Young Creatives der Schweiz mussten andere vorlassen: die Italiener (Print) und die Portugiesen (Web).
Die Shortlist der Königsdisziplin Film wird am Donnerstagnachmittag veröffentlicht. 67 Beiträge von 22 Schweizer Agenturen hoffen auf eine Nomination.
(sm)

Modisch bis in die Fingerspitzen

Mode In Zürich treffen seit einem Jahr Schönheit und Mode aufeinander. Am Talacker bietet Nails & Fashion die schnittige Symbiose von Nagelstudio und Modeboutique.

Mode In Zürich treffen seit einem Jahr Schönheit und Mode aufeinander. Am Talacker bietet Nails & Fashion die schnittige Symbiose von Nagelstudio und Modeboutique.Ruf Lanz kreierte für die Accrochage eine massgeschneiderte Plakatkampagne: gepflegte weibliche Finger, die aus der Ferne wie endlos lange Beine aussehen, die mit kessen Miniröcken – Ärmel – umgarnt sind. Die drei Sujets sind ab Ende Juni im Raum Zürich zu sehen. Fotografie Sven Germann, Bildbearbeitung Markus Graf.

Best of Print Advertising

Marktforschung Ovomaltine, Daimler Chrysler und McCormick schalteten im ersten Quartal dieses Jahres die beliebtesten Anzeigen in den Schweizer Medien.

Marktforschung Ovomaltine, Daimler Chrysler und McCormick schalteten im ersten Quartal dieses Jahres die beliebtesten Anzeigen in den Schweizer Medien.Best of NorthwestAffinität der Anzeigen bei den Supportern im «Yuppieland»
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der Werbewoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX-Print). Dieser Index (siehe unten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigen. In den Kästen links und rechts sind die Anzeigen zu sehen, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt. (ww)

«Entmystifizierte Piraten»

Sponsoring Die Marketing-Branche ist im Bann der Fussball-EM und der kommenden Olympischen Spiele. Bereits werten die Sponsoren die ersten Medienpräsenzstatistiken aus. Schon jetzt ist klar: Trittbrettfahrer werden immer mehr zum Problem.

Sponsoring Die Marketing-Branche ist im Bann der Fussball-EM und der kommenden Olympischen Spiele. Bereits werten die Sponsoren die ersten Medienpräsenzstatistiken aus. Schon jetzt ist klar: Trittbrettfahrer werden immer mehr zum Problem.WW: Die Rede ist von Ambush-Marketing. Können Sie uns genau erklären, was man unter diesem Begriff versteht?
Elisa Bortoluzzi Dubach: Ambush-Marketing betreiben Aussenseiter ohne Sponsoring-Engagement, die vom Image eines Anlasses, eines Sponsorships profitieren, das andere organisiert und finanziert haben. Mit den Worten eines berühmten Schriftstellers könnte man von einer «Leichtigkeit des Werbens» ohne entsprechende Erleichterung des Portemonnaies sprechen.
Man könnte behaupten, dass all die kleinen und grossen Trittbrettfahrer auch zum Hype von Grossanlässen beitragen und so deren Wert vergrössern. Welchen Schaden richtet Ambush-Marketing den Veranstaltern und den Sponsoren an?
Die Ambushers vermitteln dem Konsumenten oft auf sehr kreative und sympathische Weise die Illusion, sie hätten mit dem fraglichen Event zu tun – und das häufig mit grossem Erfolg. Damit schaden sie einerseits den Organisatoren: Wer soll in Zukunft für etwas bezahlen, was für andere gratis zu haben ist? Geprellt sind andererseits auch die Sponsoren, deren Chance, die eigene Botschaft den Konsumenten zu vermitteln, sich verringert. Am Ende trifft es die Zuhörerinnen und Zuschauer. Die Ambushers lösen nämlich eine Kettenreaktion aus, die zu einer Überpräsenz von Werbebotschaften rund um einen Anlass führt. Der «Overkill» kostet viel Geld und kann störend wirken. Fazit: Ambush-Marketing ist kein Spiel, sondern eine Form des Parasitismus.
Gibt es verschiedene Formen von diesen Parasiten?Ich unterscheide fünf: jene, die den Anlass medial abdecken und Besucher und Mediennutzer im Glauben lassen, es handle sich um den Hauptsponsor. Co-Sponsoren einer Teilveranstaltung, die auftreten, als wären sie Hauptsponsoren. Sponsoren einzelner Mannschaften oder Spiele, die dies so intensiv kommunizieren, dass jeder Hauptsponsor des Anlasses dagegen verblasst. Ambush ist auch, eine umfangreiche Anzeigenkampagne zum kritischen Termin zu buchen, obwohl man nicht im Entferntesten daran denkt, als Sponsor einzusteigen, und die listige Version, bei welcher ein Unternehmen die Sponsoren mit einfallsreichen und fantasievollen Gegenstrategien austrickst.
Im Umfeld der EM gibt es unzählige Möglichkeiten der kommerzialisierten Sympathiebekundung – von den hauptsächlich inoffiziellen Mannschaftstrikots über die Schokokugeln in «Fussballpapier» bis hin zu den Gastrolokalen, die mit Grossmonitoren Gäste anlocken. Wo ziehen Sie die Grenze zwischen Ambush und altruistischer Verstärkung solcher Anlässe?
Sobald mit der Anfertigung von Produkten Geld verdient wird, das nicht dem Sport zugute kommt, kann man nicht mehr von «altruistischer Verstärkung» sprechen. Anders ist es, wenn man ohne systematischen finanziellen Nutzen den Fans eine Möglichkeit offeriert, von einem Fussballspiel gemeinsam zu profitieren. Es gibt Grauzonen, aber die Absichten sind meistens schnell erkennbar.
Wenn diese Grauzonen leicht zu durchleuchten sind, welche Schritte können die Betroffenen unternehmen, um Ambush-Marketing in Zukunft einen Riegel vorzuschieben?
Trademark- und Copyright-Registrierung, das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, Monitoring und Kontrolle rund um den Event, das sind Möglichkeiten, wie man rechtlich gegen Ambush ankämpfen kann. Dies bedingt allerdings eine enge Zusammenarbeit mit den Behörden und der Polizei vor Ort. Es gibt auch inhaltliche und kommunikative Schritte wie die Erhöhung der Nutzungsfrequenz durch die Sponsoren oder ihre Erhöhung der medialen und werblichen Präsenz. Beide Schritte sind nicht unproblematisch, etwa wenn wir an die Folgen für die Konsumenten denken. Ein letzter Schritt ist die Zusammenarbeit mit den Medien. Wenn sich das Bewusstsein durchsetzt, dass Ambush auch die finanzielle Belastung für die Gesellschaft erhöht sowie die Finanzierung von Sport und Kultur gefährdet, dann wäre dies ein wesentlicher Fortschritt. Noch immer sind die Ambushers die heimlichen Lieblinge des Publikums, vermeintliche Robin Hoods der Sponsoringszene. Solche sympathischen Piraten müssten aber entmystifiziert werden. Ihre Rolle ist nicht jene des sympathischen Schlitzohrs, sondern vielmehr jene des unbelehrbaren Profiteurs.
Gegen Piraten: Elisa Bortoluzzi Dubach ist Sponsoring- und Kommunikationsberaterin.

Interview: Luca Aloisi

>> PresseSpiegel

Hinter dem ambitiösen Projekt stehen Aktionäre des Jean-Frey-Verlags, darunter SVP-Nationalrat Hans Kaufmann, der die Pläne in der Branchenzeitung Werbewoche bestätigte, sich aber «nicht weiter äussern» will.

Hinter dem ambitiösen Projekt stehen Aktionäre des Jean-Frey-Verlags, darunter SVP-Nationalrat Hans Kaufmann, der die Pläne in der Branchenzeitung Werbewoche bestätigte, sich aber «nicht weiter äussern» will.6. Juni 2004. …
9. Juni 2004. Peter Rothenbühler, Chefredaktor von Le Matin, forderte via
Werbewoche seine ehemaligen Kollegen von der Dufourstrasse zur «Reform der Inhalte und zur Neutralisierung des politischen Kurses des Blicks» auf.
…
11. Juni 2004. Die Studie der Publicom zur Neudefinition der Wirtschaftsgebiete löste einige Ertrüstung aus, vor allem bei jenen Verlegern, deren Einzugsgebiet beschnitten wurde. Ein Vertreter der Aargauer Zeitung sprach gegenüber der Fachzeitschrift Werbewoche von einem «Bärendienst an der regionalen Presse».

…
18.Juni 2004. Laut Werbewoche und SonntagsZeitung formt der Ex-Chefredaktor der Pendlerzeitung 20 Minuten, Markus Eisenhut, eine neue Boulevardzeitung mit konservativer Gesinnung. Bereits ab nächstem Frühjahr soll der Anti-Blick unter dem Titel Frontal erscheinen.

Edipresse verstärkt Engagement in Rumänien

Verlage Der griechische Unternehmer Antonios Liberis hat seine Anteile an der Romanian Publishing Group (RPG) und an Libedi Printing an Edipresse verkauft.

Verlage Der griechische Unternehmer Antonios Liberis hat seine Anteile an der Romanian Publishing Group (RPG) und an Libedi Printing an Edipresse verkauft.Liberis und das Lausanner Verlagshaus waren in Rumänien bisher im Joint Venture tätig. Nun besitzt Edipresse Libedi Printing zu 100%. An RPG bleibt der Verlag Axel Springer mit 40% beteiligt. RPG gibt elf Publikumsmagazine heraus, Libedi druckt die Titel des Verlags sowie weitere Publikationen.

Die grösste Kleinanzeige der Schweiz

Schul-Marketing Das Medienausbildungszentrum MAZ wirbt für sich – also für den Journalismus.

Schul-Marketing Das Medienausbildungszentrum MAZ wirbt für sich – also für den Journalismus.
Das kleine Kind werde von der Mutter genährt mit der Milch und mit der Sprache. Fehlte ihm eines von beiden, es würde sterben. So leitete Peter von Matt vor einer Woche seine Ansprache an der Jubiläumsfeier 20 Jahre MAZ in Luzern ein.Ähnlich verhält es sich mit den Medien, die ohne Inhalt und Qualität unweigerlich eingehen würden. Den Beweis dafür trat die Agentur Jung von Matt/Limmat mit der MAZ-Imagekampagne an. Unter dem Patronat des Verbandes Schweizer Presse und in Zusammenarbeit mit mehreren Tages-, Wochenzeitungen und Magazinen soll sie den Beitrag des Journalismus zum Schweizer Alltag anhand einer singulären Anzeige verdeutlichen: Statt des redaktionellen Inhalts erscheint eine leere Seite als Maquette mit einer Kleinanzeige zur Auflösung des Rätsels: «Zum Glück bilden wir Journalisten aus – MAZ».
In der Schweizer Medienlandschaft und -nutzung – weltweit
eine der vielfältigsten und stärksten – mutet das Werbekonzept
bedrohlich und imponierend zugleich an. Belegt es doch auf
simple Art den Erfolg der renommiertesten Journalismusschule der Schweiz.
So markant die Anzeigen sind, so einmalig ist der Auftritt des
Medienausbildungszentrums, wie Direktorin Sylvia Egli von Matt erklärt: «Die Anzeigen sind eine Goodwill-Aktion, ein Geschenk des Verbandes und Teilsponsoring der Agentur.» Das knappe Kommunikationsbudget lasse auch künftig nebst Internetauftritt, sporadischen Füllerinseraten und Kursbroschüren «nur» die treffsicherste aller Werbemassnahmen zu: Mundpropaganda. Wie gut diese das Institut trägt, zeigte der Blick auf die Gästeliste des Jubiläumsfestes: Wer in der Deutschschweizer Medienbranche Rang und Namen hat, war in Luzern.
Gähnende Leere: Was wären die Medien ohne MAZ?

Luca Aloisi

Hau(p)tsache Mann

Pflegeprodukte Beiersdorf Schweiz will mit Nivea for men Oil Control junge Männer zur Gesichtspflege anregen.

Pflegeprodukte Beiersdorf Schweiz will mit Nivea for men Oil Control junge Männer zur Gesichtspflege anregen. Der Begriff Männerpflege beinhaltet längst nicht mehr nur Rasierschaum und Aftershave. Spätestens seit den 90er-Jahren kennt auch das starke Geschlecht seine sanfte Seite und gewinnt entsprechend an Attraktivität als Zielgruppe von Pflegeprodukten. Gemäss ACNielsen haben sich die Verkäufe von Gesichtspflegeartikeln für Männer zwischen Mai 2001 und April 2004 in der Schweiz fast verdreifacht. Verglichen mit dem Markt entsprechender Frauenprodukte, ist das aktuelle Verkaufsvolumen der Männergesichtspflege aber nach wie vor verschwindend klein: Rund 3 Millionen Franken stehen gut 72 Millionen Franken gegenüber. Dünn gesät sind hier zu Lande auch die
Massenhersteller solcher Produkte. Marktleader ist der deutsche Beiersdorf-Konzern mit seiner Nivea-for-men-Palette.
Bereits in den 80er-Jahren lancierte Beiersdorf das erste pflegende Aftershave, das nicht brennt. Rund zehn Jahre später folgten die ersten Gesichtscremes für Herren. Heute besetzt Beiersdorf in der Schweiz rund 95 Prozent des Gesichtspflegemarktes im Bereich Männer – im Heimmarkt Deutschland sind es 63 Prozent.
Im Zuge einer Zielgruppensegmentierung habe man herausgefunden, dass vor allem junge Männer dem Thema Pflege gegenüber sehr of-fen sind, so Philipp Scheidiger, Product Manager Beiersdorf Schweiz. Für dieses Publikum, also Männer zwischen 16 und 24 Jahren, hat der Konzern im vergangenen Sommer die Linie Oil Control für fettige und unreine Haut lanciert. In der Schweiz stehen die Artikel seit September 2003 in den Regalen. Gemäss Scheidiger sind die Verkäufe zufrieden stellend angelaufen. «Das Produkt verfügt aber über ein grösseres Potenzial», ist der Product Manager überzeugt. Dies soll nun ein Kommunikationsauftritt von FCB Leutenegger Krüll beweisen.
In der Umsetzung folgt das Kreativteam der bisherigen Strategie von Nivea for men, die den Männern immer – mehr oder weniger subtil – Erfolg beim anderen Geschlecht verspricht. Allerdings lassen sich die Frauen aus der aktuellen Inserate-kampagne nicht so einfach betören: Sie stellen hohe Ansprüche an den Mann und vor allem an den Zustand seiner Gesichtshaut. Mit markigen Headlines wie «Frauen wollen von den Männern nur das Eine», sollen die Teens und Twens für die Pflege ihrer Haut sensibilisiert und an die Marke Nivea gebunden werden. Die offensive Kampagnensprache begründet Scheidiger damit, dass den Männern Pflegeprodukte oftmals «aufgezwungen» werden müssten. Nach einer ersten Probe seien die Reaktionen dann aber meist positiv. Einen solchen ersten Kontakt sollen Promo-Girls herstellen, die an Universitäten Samplings verteilen.
Beiersdorf Schweiz macht sich auf, jungen Männern die Hautpflege beizubringen. FCB Leutenegger Krüll hilft dabei. >> Seite 8
Nivea-Kampagne: Mit fettiger Haut bringts keiner zum Frauenheld.
Simone Keller

Alt, älter, am erfahrensten

Gesellschaft Matter & Partner will im Auftrag der Stadt Zürich Jung und Alt wieder näher zusammenbringen.

Gesellschaft Matter & Partner will im Auftrag der Stadt Zürich Jung und Alt wieder näher zusammenbringen.Der Legislaturschwerpunkt des Stadtzürcher Parlaments heisst in diesem Jahr «Jugendstadt – Altersstadt». In dieser gesellschaftlichen Diskussion soll die Imageverbesserung der Senioren einen wichtigen Platz einnehmen. Ein Ansatz, der nun das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich dazu bewogen hat, ein stärkeres Bewusstsein für die beiden Bevölkerungsgruppen Jung und Alt zu schaffen. Neben einer besseren Integration der Alten sollen im Auftrag der Politik auch generationenverbindende Projekte gefördert werden – wie zum Beispiel Seniorinnen und Senioren als Fachleute in den Schulen oder gemeinsam produzierte Videoprojekte von jungen und älteren Interessierten.
Um Stimmung für all diese Ideen zu machen, läuft in der Stadt zurzeit eine Aktion, die von Matter & Partner konzipiert und realisiert worden ist. Die Kampagne «Wer weiss mehr … ?» will der Bevölkerung die älteren Menschen mit Plakaten und TV-Spots näher bringen.
«Ältere Menschen werden bei uns oft nur anhand ihrer Defizite wahrgenommen», meinte der Zürcher Gesundheitsvorstand Robert Neukomm anlässlich der Präsentation der neuen Kampagne. In dieser sollen die Senioren für einmal in einem anderen Licht dargestellt werden: Sie sind selbstbewusst, fröhlich und vor allem eine Bereicherung für die Gesellschaft. «Das Alter taucht in der Politik oft nur als Kostenfaktor auf, und der Mensch wird allzu oft auf seine Rentabilität reduziert», erklärte rund um die Kampagne auch Sozialvorsteherin Monika Stocker.
Aus diesem Grund stellt die Imagekampagne dem Stereotyp des einsamen, gebrechlichen und fremdbestimmten Alten den lebensfreudigen, in Würde gereiften und damit auch erfahrenen alten Menschen entgegen.
Mehr wissen – sogar über Sex
«Wer weiss mehr über Sex als eine 93-Jährige?», wird mit Plakaten und Tramhängern auf die Erfahrung einer Seniorin verwiesen, um dann zum Schluss zu kommen: «Sprich mit einem alten Menschen. Es lohnt sich.»
Zwar hat die auf diesem Plakat abgebildete Seniorin Gertrud bei der Einwilligung zu diesem Text selber daran gezweifelt, ob die
Jungen heute nicht vielleicht doch mehr von diesen zwischenmenschlichen Aktivitäten verstehen. Tatsächlich wirkt die Schlagzeile ein bisschen allzu treuherzig gemeint, wenn man bedenkt, dass die 93-Jährige zum Beispiel die Erfindung der Pille inklusive all ihrer Nebenwirkungen nur noch als beobachtende Grossmutter mitbekommen hat.
Die auf dem Plakat provokativ wirkende Aussage «Wer weiss mehr über Sex?» wird aber im TV-Spot sympathisch relativiert, wenn ein 79-Jähriger von seinen ersten Liebeserfahrungen bei einem harmlosen und verstohlenen Techtelmechtel auf dem Chäferberg erzählt. «Es ist einfach mehr aufs Praktische hinausgelaufen.» Im zweiten Spot erinnert sich eine Seniorin an alte Frisuren und schon längst vergessene Streitereien. Die zwei amüsanten und einfühlsamen TV-Spots aus der Kreation von Daniel Matter und Philipp Skrabal werden auf TeleZüri ausgestrahlt.
Nebst den fünf in ganz Zürich präsenten Plakatsujets hängt ein weiteres als Megaposter am Baugerüst des Fraumünsters. Dieses bringt den Reichtum des Altseins tatsächlich auf den Punkt: «Wer weiss mehr über das Leben als eine 96-Jährige?»
Alle Modelle für die Spots und Plakate stammen aus städtischen Altersheimen. Die Fotos und Filme sind von Serge Hoeltschi geschaffen worden, der auch schon mit seinem engagierten Spot für das Blindenwohnheim Mühlhalde aufgefallen ist.
Mehrwisser: Imagepflege für die Senioren.
Andreas Panzeri

Werbung mit Remake-Rabatt

Aufgefallen Ergötzlich, welche ikonografische Kraft das Hollywood-Logo über den Dächern von Beverly Hills beim anständigen Schweizer Werber hat.

Film Ergötzlich, welche ikonografische Kraft das Hollywood-Logo über den Dächern von Beverly Hills beim anständigen Schweizer Werber hat.Film Ergötzlich, welche ikonografische Kraft das Hollywood-Logo über den Dächern von Beverly Hills beim anständigen Schweizer Werber hat. Will er sich den Discountspezialisten als besonders originell empfehlen, tuts das öde Rabattsymbol nicht. Gefragt ist bitte schön eine emotionale Bildsprache. Und wo wird die Rhetorik des Gefühls frenetischer angewandt als in der Celluloid- und Silikonstadt? Welch ein Glücksfall, dass Guye & Partner 1998 für das UBS-Jugendkonto den hochprozentigen Schriftzug zum ersten Mal für ein Werbemotiv einsetzte (Bild links). Grösser noch dürfte die Freude der Kreativen allerdings
darüber sein, dass der begnadete und gestrenge Ex-Werber und -ADC-Präsident Martin Suter fern der Heimat in Zentralamerika lebt. Hatte der doch das einzige Tabu im Ehrenkodex der Werber geprägt: «Du sollst nicht stehlen – nicht Mitarbeiter, Kunden oder Aufträge. Gemeint sind Ideen.» Man darf hoffen, dass dem Auftraggeber für die aufgebackene Idee wenigstens ein Remake-Rabatt erlassen wurde.
(la)
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