Politisch korrekter

NPO Für Greenpeace hat AY&R die erste Legat-Kampagne des Schweizer Fundraising entwickelt.

NPO Für Greenpeace hat AY&R die erste Legat-Kampagne des Schweizer Fundraising entwickelt.Für eine gesunde Umwelt kann man sich ein Leben lang einsetzen. Oder auch länger. Was liegt nämlich näher, mit Blick auf die Umwelt künftiger Generationen, als die Verantwortung dafür nachhaltig wahrzunehmen. Also auch wenn man bereits tot ist. Das Thema ist heikel. Gemeinnützige Organisationen nehmen zwar längst freiwillige Hinterlassenschaften, so genannte Legate, entgegen, die sie nach dem Willen des Erblassers gezielt Projekten zukommen lassen. Trotzdem: Anders als bei Spenden, Stiftungen oder Sponsorings haftet dieser Art der Geldakquisition etwas Pietätloses an. Und obwohl in der Schweiz jährlich 15 bis 20 Milliarden Franken vererbt werden, spricht kaum jemand das Thema an. Pietätvoll und doch agitativ
Für Thomas Städeli, Beratungsleiter bei Advico Young & Rubicam (AY&R), und das Kreativteam Grund genug, mit dem nötigen Respekt, aber dennoch mit dem Greenpeace-üblichen agitativen Unterton die Möglichkeit aufzuzeigen, dass man die Organisation im Testament berücksichtigen kann. «Ein Legat für Greenpeace ist ein Willensakt der besonderen Art», sagt Städeli. «Es ist ein politisch unkorrekter letzter Wille, bei dem ich mit einem Federstrich entscheide, über mein Leben hinaus die Zerstörung der Umwelt zu stoppen.»
Diesen Gedanken haben die Kreativen um CD André Benker und AD Valentina Herrmann, für die es die Abschiedsarbeit bei AY&R ist, in eine plakative Anzeigenkampagne umgesetzt: Unter der eigenhändigen Überschrift «Mein letzter Wille» stehen durchgestrichene Bilder von Umweltzerstörung. Für die Organisation, die mit orangen Schlauchbooten weltweit bekannt wurde, dramatisieren fünf Sujets den Handlungsbedarf in wichtigen Einsatzfeldern von Greenpeace Schweiz: Atomkraft, Giftmüll, Regenwald, Luft- und Wasserverschmutzung. «Mit dieser Kampagne lancieren wir das Thema Legate in der Schweiz und machen es über den Begriff ‹mein letzter Wille› für alle zugänglich», sagt Benker. Zugleich hofft er, aufbauend auf dem Markenkern Widerstand, mit dem Auftritt das Thema unverwechselbar für Greenpeace zu besetzen.
Greenpeace-Kampagne: Umweltschutz auch nach dem Ableben.
Pietätvoll und doch agitativ: Advico Young & Rubicam hat für Greenpeace die erste Kampagne in der Schweizer Fundraising-Geschichte entwickelt, die Legate anpeilt. >> Seite 10
Luca Aloisi

Pfizer konsolidiert Viagra bei McCann

Etats Der Pharmakonzern Pfizer hat McCann Erickson mit dem US-Werbebudget seiner Erektionshilfe Viagra betraut. Die Agentur setzte sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen drei Konkurrenten durch.

Etats Der Pharmakonzern Pfizer hat McCann Erickson mit dem US-Werbebudget seiner Erektionshilfe Viagra betraut. Die Agentur setzte sich in einem mehrstufigen Verfahren gegen drei Konkurrenten durch.McCann zeichnete bisher schon ausserhalb von Nordamerika für Viagra verantwortlich. Der US-Etat wird von Advertising Age auf 100 Millionen Dollar beziffert.

Gewinne blieben die Ausnahme

Werbeaufwand Die Werbeumsätze sind 2003 getaucht. TV, Adressbücher und Kino waren im Plus.

Werbeaufwand Die Werbeumsätze sind 2003 getaucht. TV, Adressbücher und Kino waren im Plus.Wie schwierig das Jahr 2003 für viele Medien war, zeigt die Erhebung der Stiftung Werbestatistik jetzt schonungslos und detailliert. Mit einem Minus von fünf Prozent oder 267 Millionen Franken setzte sich die Talfahrt der Netto-Werbeumsätze im vergangenen Jahr ungebremst fort. Gesamthaft erreichten sie noch 5,123 Milliarden Franken, und damit nur unwesentlich mehr als im Jahr 1998.Doch auch im von negativen Entwicklungen geprägten Markt gibt es Gewinner. Voll in Fahrt waren erneut die Adressbücher. Nachdem sie sich bereits in den Vorjahren mit hohen Wachstumsraten abgehoben hatten, resultierte 2003 erneut ein stolzes Plus von 13 Millionen Franken (+7,3%). Allerdings hat die Werbemarktkrise auch beim Überflieger Spuren hinterlassen. So war der Zuwachs im Jahr 2002 noch doppelt so gross gewesen.
Neben den Adressbüchern profilierten sich nur noch gerade zwei weitere Mediengattungen mit steigenden Umsätzen, das Fernsehen und die Kinowerbung. Für Letztere liegt der Zuwachs mit lediglich 0,8 Prozent im Rundungsbereich. Deutlich ist hingegen der Gewinn beim Fernsehen, das sich um sechs Millionen Franken (+1%) steigern konnte.
Werbefenster starteten durch Allerdings geht dieser Zuwachs einzig auf das Konto der Werbefenster, die ihre Umsätze um neun Millionen (+7,2%) ausbauen konnten. Die SRG-Sender hielten sich mit einem Minus von einer Million Franken (–0,5 %) knapp auf Vorjahresniveau. Stärker litten hingegen die privaten Schweizer TV-Sender, deren Umsätze um 4,8 Prozent auf 31 Millionen Franken schrumpften.
Ganz ähnlich erging es dem Teletext, dessen Werbeerträge bereits seit vielen Jahren stagnieren. Mit einem Minus von 7,9 Prozent fielen diese nun wieder auf das Niveau des Jahres 1999 zurück. Unter den elektronischen Medien musste im Weiteren ebenfalls die Radiowerbung einen kleinen Verlust von zwei Millionen Franken (–1,8%) einstecken. Vergangenheit sind die fetten Jahre vorläufig auch für die Direktwerbung. Nach üppigen Zuwachsraten in den Vorjahren kehrte der Trend nun in die andere Richtung, wenn auch der Verlust mit 2,5 Prozent vergleichsweise moderat ausfiel.
Wirtschaftspresse im Keller
Der grösste Teil des Gesamtverlustes aller Medien, nämlich 245 Millionen Franken, geht auf das Konto der Presse (–9,6%). Mit Abstand am stärksten betroffen war die Finanz- und Wirtschaftspresse, deren Umsätze um 19 Millionen Franken (–23,3%) in den Keller fielen. Doch auch die Tagespresse hatte mit einem Minus von 177 Millionen Franken (–12,6%) einen ausserordentlich schwierigen Stand. Dies gilt besonders für die grossen Titel, bei denen sich die Verluste überdurchschnittlich summierten (siehe Kasten). Ebenfalls harzig verlief das Geschäft der regionalen Wochenpresse, die um 54 Millionen Franken (–8,7%) schlechter abschnitt. Und auch die Sonntagspresse, die sich im Vorjahr noch bei den raren Gewinnern einreihen konnte, steht auf der Verliererseite. Sie buchstabierte um 14 Millionen Franken (–7,6%) zurück. Vergleichsweise gut hielten sich demgegenüber die Publikumszeitschriften, die «nur» um acht Millionen Franken (–3,4%) im Krebsgang waren.
Das einzige positive Resultat unter den Pressetiteln vermeldete die Kategorie der Spezial- und Hobby-Zeitschriften, deren Umsätze um drei Millionen Franken (+1,1%) anstiegen. Das Plus geht aber ausschliesslich auf das Konto diverser in den Vorjahren lancierter Szene-, Party- und Jugendzeitschriften, die erst jetzt dazu übergegangen sind, ihre Anzeigenerträge der Stiftung Werbestatistik mitzuteilen. Die verzögerte Meldung ist der Hauptgrund dafür, dass das Plus dieser Titel mit 59,7 Prozent oder vier Millionen Franken ungewöhnlich hoch ausgefallen ist.
Noch keine Aussagen liefern die Netto-Werbeumsätze zur Entwicklung des Internets. Diese Lücke könnte bereits ab dem nächsten Jahr geschlossen werden. «Der definitive Entscheid ist zwar noch nicht gefallen, aber der Markt im Internet ist mittlerweile so weit strukturiert, dass eine Integration in Sichtweite rückt», erklärt Rolf Blum, Projektleiter der Stiftung Werbestatistik.
Adressbücher waren der Werbe-Umsatzrenner im Jahre 2003.

Verluste mit StelleninseratenUnter der Tagespresse waren die grossen Zeitungen überdurchschnittlich stark von Verlusten betroffen. Die Titel der Kategorie I (Auflagen über 50 000) waren um 13,9 Prozent oder 138 Millionen Franken im Minus. Die Tageszeitungen II (Auflagen zwischen 10 000 und 50 000) buchstabierten um 9,4 Prozent oder 29 Millionen zurück. Die kleinste Kategorie (Auflagen unter 10 000) verlor 10,1 Prozent oder acht Millionen Franken. Zu den markanten Verlusten haben die Stelleninserate massgeblich beigetragen: Diese schrumpften gesamtschweizerisch um nicht weniger als 34,3 Prozent oder 109 Millionen Franken. (dse)
Daniel Schifferle

Manipulation vor Torschluss aufgedeckt

Zeitungen Die Auflage-manipulation beim Landboten ist ein Mahnmal: Ab 1. Juli drohen Sanktionen.

Zeitungen Die Auflage-manipulation beim Landboten ist ein Mahnmal: Ab 1. Juli drohen Sanktionen.Im aktuellen Auflagebulletin der Wemf ist die Normalauflage des Landboten mit 48448 Exemplaren und die Grossauflage mit 93812 Exemplaren angegeben. Gemäss Chefredaktor Rudolf Gerber sind diese Zahlen aber «durch Manipulationen um mehrere tausend Exemplare überhöht». Das genaue Ausmass steht nicht fest. «Wir wissen nur, dass die Zahlen 2003 nicht stimmen, vermuten aber, dass die Manipulationen weiter zurückreichen», sagt Gerber. Man habe nun eine externe Revisionsgesellschaft mit der Überprüfung der Auflagendokumente beauftragt. Gerber: «Wir wollen wieder klare Verhältnisse.» Sobald die Ergebnisse vorlägen, beantrage man bei der Wemf eine Zwischenbeglaubigung.Die Landbote-Herausgeberin Ziegler Druck- und Verlags-AG hat beim Bezirksgericht Winterthur Strafanzeige gegen einen ehemaligen Mitarbeiter eingereicht, der 15 Jahre lang beim Landboten tätig und gemäss Gerber «als Einziger im Verlag für das Dossier Auflagenbeglaubigung zuständig war.» Erst nachdem er im März 2004 Ziegler Druck verlassen hatte, sei man auf die Ungereimtheiten gestossen.
Bei der Landbote-Pächterin Publicitas bedauert Generaldirektor Otto Meier die Manipulation, rechtliche Schritte gegen «den guten und langjährigen Partner» erwägt er aber nicht. Und beim Nordostschweiz-Kombi (NOS), dem der Landbote angehört, nimmt man die Sache gelassen. «Für den Werbemarkt und auch für den Kombi-internen Verteilschlüssel ist einzig die Reichweite wichtig», sagt Konrad Müller vom NOS-Mitglied Zürcher Oberländer.
Und wie reagiert die Wemf? «Bei unseren Kontrollen suchen wir nach Fehlern, nicht nach Betrug und Fälschungen», erklärt die oberste Auflagenbeglaubigerin Christel Plöger ihre Aufgabe. Dies ändere auch mit dem neuen Auflagereglement nicht, das am 1. Juli 2004 in Kraft tritt. «Aber neu können wir Sanktionen aussprechen», sagt Plöger. «Auflagenmanipulationen werden mit 50000 Franken gebüsst.»
Markus Knöpfli

MTV-Mutter Viacom übernimmt Viva

Privat-TV Der US-Medienkonzern Viacom übernimmt 75,8% der Aktien am deutschen Musikfernsehen Viva Media AG.

Privat-TV Der US-Medienkonzern Viacom übernimmt 75,8% der Aktien am deutschen Musikfernsehen Viva Media AG.Viacom hat mit den Viva-Aktionären Time Warner, Universal Music, dem Management und weiteren Teilhabern einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Das US-Unternehmen wird für die ausstehenden Aktien ein öffentliches Kaufangebot unterbreiten. Falls die Kartellbehörden zustimmen, kommen die Konkurrenten Viva und MTV unter ein gemeinsames Dach. Laut der Nachrichtenagentur SDA will Viacom die vier deutschen Kanäle (Viva, Viva plus, MTV und MTV2 Pop) neu positionieren.

SF 2 wird zum Kinder- und Jugendsender

Fernsehen Statt wie bisher ein Programm auf zwei Kanälen will SF DRS ab September künftig zwei klar unterscheidbare Sender betreiben.

Fernsehen Statt wie bisher ein Programm auf zwei Kanälen will SF DRS ab September künftig zwei klar unterscheidbare Sender betreiben.Fernsehen Statt wie bisher ein Programm auf zwei Kanälen will SF DRS ab September künftig zwei klar unterscheidbare Sender betreiben. Dazu werden bis Herbst 2005 neue Erscheinungsbilder für SF 1 und SF 2 eingeführt und Letzterer zum Kinder- und Jugendprogramm umpositioniert. Zudem soll der Anteil des 16:9-Sendevolumens mittelfristig auf etwa 30 Prozent steigen.

Wemako lanciert Bambus

Öffentlicher Verkehr Wemako Kommunikation hat das Werbebudget für Bambus gewonnen, den neuen Verkehrsverbund der Städte Kreuzlingen und Konstanz.

Öffentlicher Verkehr Wemako Kommunikation hat das Werbebudget für Bambus gewonnen, den neuen Verkehrsverbund der Städte Kreuzlingen und Konstanz.Öffentlicher Verkehr Wemako Kommunikation hat das Werbebudget für Bambus gewonnen, den neuen Verkehrsverbund der Städte Kreuzlingen und Konstanz. Die Kreuzlinger Agentur setzte sich in einem Pitch gegen drei Mitbewerber durch. Die Kommunikationsstrategie ist auf drei Jahre angelegt. Als erste Massnahmen sind die Logo-Entwicklung und die Beschriftung der Fahrzeuge vorgesehen.

Schweizer Bankiers setzen auf Publicis

Banken Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat Publicis ihr gesamtes Werbebudget übertragen. In der SBVg sind knapp 370 Banken und rund 9200 Einzelmitglieder zusammengeschlossen.

Banken Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat Publicis ihr gesamtes Werbebudget übertragen. In der SBVg sind knapp 370 Banken und rund 9200 Einzelmitglieder zusammengeschlossen.Banken Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) hat Publicis ihr gesamtes Werbebudget übertragen. In der SBVg sind knapp 370 Banken und rund 9200 Einzelmitglieder zusammengeschlossen. Publicis realisiert ab diesem Sommer eine Imagekampagne.

JobChange

übernimmt die Leitung der Abteilung «Kommunikation und Marketing» von Schweizer Radio DRS. Sie ersetzt Regula Weyermann, die SR DRS Mitte Mai verlassen hat.

übernimmt die Leitung der Abteilung «Kommunikation und Marketing» von Schweizer Radio DRS. Sie ersetzt Regula Weyermann, die SR DRS Mitte Mai verlassen hat.Ariane Ehrat übernimmt die Leitung der Abteilung «Kommunikation und Marketing» von Schweizer Radio DRS. Sie ersetzt Regula Weyermann, die SR DRS Mitte Mai verlassen hat. Ehrat war bisher als Head of Corporate Communications für die Alpenarena.ch der Tourismusdestination Flims Laax Falera tätig. Sie tritt ihr neues Amt Anfang September an. Leiterin der Unternehmenskommunikation und
Ansprechperson für die Medien bleibt Ursula Kottmann, die diesen Bereich seit November 2002 leitet.
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Hans Lackner wird Head of Administration Radio beim Vermarkter IP Multimedia (IPM). Er übernimmt ab August die Leitung des Innendienstes. Astrid Tellenbach wurde die Verkaufsleitung anvertraut.
Zusammen verantworten sie das Radiogeschäft von IPM unter der Gesamtleitung von Michi Frank. Hans Lackner ist zurzeit Geschäftsleitungsmitglied bei der Spotpromotion AG.
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Rolf Blaser wird Chefredaktor von Radio Extra Bern. Er tritt die neu geschaffene Stelle im Oktober an. Die Chefredaktion wird direkt
Programmleiter Reto Wüthrich unterstellt. Zurzeit ist Blaser als Musikchef und Redaktor beim Lokalkonkurrenten Radio BE1 tätig.
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Der stellvertretende Chefredaktor Clemens Hörler verlässt das IT-Fachmagazin Netzwoche per Ende Juni. Er will sich beruflich ausserhalb des Journalismus neu orientieren. Seine Aufgaben übernimmt Alessandro Monachesi, der bereits seit dem Launch im Frühling 2000 für die Netzwoche tätig ist.
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Nach neun Jahren Marketing-Management im Wella-Konzern hat sich Christian Loosli in Basel selbstständig gemacht und bietet seine Dienste als freischaffender Konzepter/Texter an.
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Maria Rodriguez ersetzt Anfang Oktober Anna Maier als Moderatorin der News von TeleZüri. Rodriguez ist zurzeit Co-Redaktionsleiterin des Lokalradios Energy Zürich. Fernseherfahrung hat sie bei Sputnik-TV, Star TV und in der Nachrichtenredaktion von TV 3 gesammelt.

Second Opinion für Telli

Shopping Centers Die Marketingagentur Second Opinion ist mit der Vermarktung des Aarauer Einkaufszentrums Telli beauftragt worden.

Shopping Centers Die Marketingagentur Second Opinion ist mit der Vermarktung des Aarauer Einkaufszentrums Telli beauftragt worden.Die Mietervereinigung des Zentrums entschied sich nach einer Konkurrenzpräsentation für Second Opinion, die den Etat ab 2005 von der bisherigen Betreuerin Müller & Partner übernimmt. Die neuen Werbemassnahmen sollen rund um verkaufsfördernde und unterhaltende Events aufgebaut werden. Gemäss dem Konzept von Second Opinion stehen dabei Menschen aus dem Einkaufszentrum Telli im Mittelpunkt.

Mit einer Hermes Baby auf Schienen

Öffentlicher Verkehr Ruf Lanz und die Verkehrsbetriebe Zürich schicken einen Tramchauffeur und Journalisten als Kolumnisten auf Werbetour.

Öffentlicher Verkehr Ruf Lanz und die Verkehrsbetriebe Zürich schicken einen Tramchauffeur und Journalisten als Kolumnisten auf Werbetour.Vor wenigen Tagen liessen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) innerhalb der seit 2001 laufenden Einzelsujet-Kampagne eine neue Kampagne aus dem Depot rollen. Während Erstere die unterschiedlichsten Kundennutzen ironisch dramatisiert – vom dichtesten Fahrplan Europas über das grosse Fahrangebot bis hin zur Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit –, soll jetzt ergänzend zur Kundenoptik auch die Sicht aus der Fahrkabine den Passagieren näher gebracht werden.Bei einem Brainstorming zusammen mit der VBZ-Unternehmenskommunikation vor einem Jahr stellte die Hausagentur Ruf Lanz fest, dass, obwohl viel über den öffentlichen Verkehr geschrieben wird und sich noch mehr damit fortbewegen – mit den VBZ täglich 800000 –, der «Überblick» der rund 1300 VBZ-Fahrer und -Fahrerinnen noch weitgehend unbekannt ist. Dieser Gedanke brachte die CDs Danielle Lanz und Markus Ruf auf eine Werbeidee und das nötige Glück bei der Umsetzung. Haben doch die VBZ mit Thomas Schenk seit einiger Zeit einen Tramführer im Dienst, der nicht nur fahren, sondern auch schreiben kann. «Teilzeit-Chauffeur Thomas Schenk ist in seinem angestammten Beruf Journalist», sagt Ruf begeistert über diesen glücklichen Zufall.
Fahrerkabine und DichterklauseDank dieser Fügung und der optimalen Ausgangslage bei der Pendlerzeitung 20 Minuten wurde schon bald eine 14-tägliche Kolumne eingerichtet, die am letzten Juni-Montag gestartet ist. Darin schildert Thomas Schenk, der unter anderem auch schon für das NZZ Folio geschrieben hat, seine Eindrücke und Erlebnisse aus seiner Wagenführerperspektive.
Seine Texte sollen Interesse und Verständnis für den Beruf der Fahrerinnen und Fahrer wecken und ein sympathisches Bild der VBZ vermitteln, hoffen die Auftraggeber Heinz Vögeli, Astrid Rappel und Manu Wüest. Der Kolumnist sagt über seine neue Aufgabe, er sehe sich weniger als Werbefigur der VBZ und schon gar nicht als Mister VBZ, sondern «als Geschichtenerzähler, so in der Art eines Tram fahrenden Stadtschreibers».
Die VBZ-Antwort auf die Pendlerregeln-Kolumne von Bänz Friedli zeigt den Autor in einer zur Dichterklause umfunktionierten Fahrerkabine mit mechanischer Schreibmaschine. Passend zum Einstand behandelte die erste Kolumne das Grussritual der Tramchauffeure, ein Thema, das, so Markus Ruf, in der klassischen Werbung sonst kaum Daseinsberechtigung hätte.
Tatsächlich hebt sich die Kolumne dank ihrer unprätenziösen und profiliert unterhaltenden Art von den üblichen Publireportagen ab. Diese Form der Kundenpflege kennt die VBZ bereits seit mehreren Jahren als Dialogkampagne, die sie in Eigenregie und im Wochenrhythmus führt. Im Gegensatz zu dieser ist die neue Kolumne thematisch nicht von den Kundenfragen eingegrenzt, obwohl eine Feedback-Möglichkeit via E-Mail besteht. Die beiden Kampagnen werden sich deshalb alternieren.
Kolumne fördert Bewusstsein Schenk, der nach seinem Studium und zehn Jahren als Journalist im neuen Beruf die lang gesuchte feste Struktur und klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit fand, ist gespannt auf die Rückmeldungen, Kritik, Lob und Anregungen. «Diese Kolumne gibt mir Gelegenheit, mich bewusster mit meiner Tätigkeit als Tramführer auseinander zu setzen, das heisst, noch genauer zu beobachten, zuzuhören, meine eigenen Gedanken beim Fahren zu verfolgen», sagt er.
Gespannt warten wir jetzt auf seinen Beitrag darüber, wie es die Tramfahrer erleben, wenn sie Herbeieilende wegen der Türsperre nicht mehr einsteigen lassen können. «Vielleicht müsste man an Montagen die Gratiszeitung in 25 Minuten umtaufen», witzelt Markus Ruf und verspricht damit gute Unterhaltung.
Am Steuer der Schreibmaschine: Innensicht eines VBZ-Tramfahrers.

Luca Aloisi

Zahl der Woche

Mit einer spektakulären Wette hat der Elektronik-Riese Mediamarkt in Deutschland hoch gepokert und gewonnen.

Mit einer spektakulären Wette hat der Elektronik-Riese Mediamarkt in Deutschland hoch gepokert und gewonnen.Fussball Wer an einem Dienstag vor der Fussball- Europameisterschaft bei Mediamarkt einen Fernseher kaufte, sollte das Geld zurückbekommen, falls Deutschland Europameister wird. Daraus wurde nichts. Zum Trost bekommen jetzt alle Gerätekäufer eine DVD «Das Wunder von Bern». Der Film zeigt, wie die Deutschen 1954 Weltmeister wurden. Damals noch ohne Mediamarkt.
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