Ringier-TV und Mountain DV spannen zusammen

Audiovision Ringier-TV Business Productions und Mountain DV Solutions bauen ihre Zusammenarbeit aus. Mountain DV produziert DVDs für Corporate Communications und Unterhaltung.

Audiovision Ringier-TV Business Productions und Mountain DV Solutions bauen ihre Zusammenarbeit aus. Mountain DV produziert DVDs für Corporate Communications und Unterhaltung.Das Unternehmen zieht Anfang Juli bei Ringier-TV im Zürcher Hagenholz ein. Authoring, Encoding und Replikation von Mountain DV sind dann eng an Produktion, Postproduktion und Grafik von Ringier-TV angebunden.

Daten keineswegs in Reichweite

Radiocontrol Noch immer sind Daten gesperrt. Dies nährt die Forderung nach einer Forschungsstiftung.

Radiocontrol Noch immer sind Daten gesperrt. Dies nährt die Forderung nach einer Forschungsstiftung.
Die Radiocontrol-Daten der Radios Grischa und Fréquence Jura (FJ) sind noch immer unter Verschluss. Weder die SRG noch der SRG-Forschungsdienst (FD) nennen einen Termin für die Freigabe.Anfang Jahr waren alle RC-Daten wegen eines Gewichtungsfehlers gesperrt worden. Während die Daten der andern Radios Mitte Mai freigegeben wurden, behielt SRG-Generaldirektor Armin Walpen die Sperre für Grischa und FJ aufrecht, weil diese bis zu 30 Prozent weniger Hörer aufwiesen.
Der wohl statutenwidrige Eingriff in die Forschung löste bei den Privatradios Empörung aus (siehe WW 19/04). Diese wird mit der andauernden Sperre genährt, denn genaue Verzögerungsgründe sind nicht in Erfahrung zu bringen.
Nun machen Gerüchte die Runde. So etwa, dass jetzt die (Lokal-)Radio-Nutzung durch ausländische Touristen untersucht werde. Diese sind nicht im RC-Panel drin. Da sie aber mancherorts die Einwohnerzahlen vorübergehend um 100 Prozent ansteigen lassen und einige wohl auch (Lokal-) Radio hören, dürften sie die Reichweite einiger Sender heben.
Dieser Sachverhalt bestand auch schon zur Zeit der Medienstudie. «Wir haben schon vor etwa zehn Jahren darauf hingewiesen, damals ging man aber nicht darauf ein», sagt etwa Martin Muerner, Sendeleiter von Radio BeO. Ohnehin stellt sich die Frage, ob mit dem Tourismus-Ansatz der Hörerverlust geklärt werden kann – oder ob der Verlust derzeit unerklärbar ist, aber mit touristischen Hörern kompensiert werden soll.
Das Unbehagen gegenüber der SRG wächst, und die Forderung nach einer Auslagerung der Radio- und TV-Forschung aus der SRG wird lauter. Am 22. Juni bekräftigte der Vorstand des Verbands Schweizer Privatradios einstimmig, dass er die vom Nationalrat beschlossene Forschungsstiftung weiter unterstützt.
Markus Knöpfli

Telefonwerbung verboten

International Das deutsche Parlament verbietet mit einer Gesetzesnovelle über den unlauteren Wettbewerb die Belästigung durch Telefonwerbung, wenn der Verbraucher seine Einwilligung nicht gegeben hat.

International Das deutsche Parlament verbietet mit einer Gesetzesnovelle über den unlauteren Wettbewerb die Belästigung durch Telefonwerbung, wenn der Verbraucher seine Einwilligung nicht gegeben hat.Die Verleger- und DM- Branchen haben sich vergebens gegen die Vorlage gewehrt. Verlegerpräsident Hubert Burda: «Es soll uns in Deutschland weitgehend untersagt werden, unser Wissen über Kunden und Märkte mittels moderner Technologien auszubauen und zu verwerten.» Durch die Novelle würden bis zu 400000 Arbeitsplätze ins weniger reglementierte Ausland abwandern. In der Schweiz sind Werbeanrufe nur verboten, wenn der Konsument sich ausdrücklich dagegen verwahrt hat. Laut Christian Altenburger, Geschäftsführer des Schweizer Direktmarketing Verbandes, bestehen für Anrufe ins Ausland aber strikte Regelungen, sich an die jeweilige Legislatur des Empfängerlandes zu halten.

Porto sparen im Teamwork

Distribution Die Post rationalisiert die Logistik für Tageszeitungen, die Verlage helfen mit – der Tarifstabilität zuliebe.

Distribution Die Post rationalisiert die Logistik für Tageszeitungen, die Verlage helfen mit – der Tarifstabilität zuliebe.Die Verteilung der meisten Tageszeitungen erfolgt über Frühzustellorganisationen. Dennoch ist es pro Nacht rund eine Million Tageszeitungen, die zusätzlich über die Post vertrieben wird. Für diese spezielle Nachtlogistik haben nun Post und Verlegerverbände gemeinsam ein Sparprojekt erarbeitet, das die Kosten auf Postseite jährlich um mindestens 10 Millionen Franken reduziert. Sie haben dazu den gesamten Zeitungstransport umgekrempelt. In der Nacht vom 8. auf den 9. August 2004 wird das neue System, das die Logistik für Tageszeitungen im Wesentlichen schweizweit auf vier Umschlagplätze (Hubs) konzentriert, eingeführt.Den Anlass für diese Sparanstrengung gab die Anfang Jahr erfolgte Posttariferhöhung für den Zeitungs- und Zeitschriftentransport im Inland. Die Post verlangt diesen Aufschlag, weil der Bund seinen Beitrag an die ungedeckten Kosten des Zeitungs- und Zeitschriftentransports ab 2004 von 100 auf 80 Millionen Franken gekürzt hatte und ihn ab 2008 ganz streichen will. Für 2005 hatte die Post deshalb eine weitere Pressetariferhöhung in Aussicht gestellt.
«Eine weitere Erhöhung der Tarife würde die Branche aber nicht verkraften. Es galt darum zu verhindern, dass die Tarife per 2005 noch einmal steigen», sagt Hanspeter Kellermüller, Rechtskonsulent beim Verband Schweizer Presse. Aus Sicht der Verbände – neben dem Verband Schweizer Presse waren auch die Presse Romande und der ATEG (Associazione Ticinesi Editori di Giornali) beteiligt – gab es bei der Post «deutliches Einsparungspotenzial». Deshalb einigte man sich mit der Post auf Sparanstrengungen an Stelle von weiteren Tariferhöhungen.
Bereits hat die Post zugesagt, dass die Inlandtarife im nächsten Jahr auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Die fernere Zukunft ist aber offen. «Die Verleger erwarten Preisstabilität bis 2007», sagt Kellermüller – und fügt hinzu: «Das sind jedenfalls unsere Hoffnungen.»
Zwei Dinge blieben dabei weitgehend unangetastet: Die Redaktionsschlüsse und der Zustellzeitpunkt beim Abonnenten. Letzterer wird mit dem neuen System sogar noch verbessert: «Heute können wir 3 Prozent der Tageszeitungen nicht gleichentags zustellen. Künftig werden es noch etwa 2,5 Prozent sein», sagt Alfred Hugentobler, Leiter Printmedien beim Bereich Postmail.
Die Sparanstrengungen treffen vor allem das Post-Personal: Es gehen 130 Vollstellen verloren, unter anderem in jenen Bahnpostwagen, die aus dem Verkehr gezogen werden. Der organisatorische Hauptaufwand lag ebenfalls bei der Post: Sie klärte die Logistikdetails in den letzten Monaten mit jedem einzelnen Tageszeitungs-Verleger ab. Diese strafften ihre Abläufe und waren zu gewissen Zugeständnissen bereit. So führt das St. Galler Tagblatt (siehe Seite 1) eine Fernausgabe mit früheren Abschlusszeiten ein. Neu bringen zudem die Verlage ihre Zeitungen direkt zu den vier Hubs in Zürich, Bern, Lausanne und Hunzenschwil AG oder zu den
regionalen Briefzentren. Diese Strassentransporte wurden so mit jenen der Post koordiniert, dass zahlreiche Leer- und Parallelfahrten vermieden werden können. «Obwohl wir die Logistik für Tageszeitungen weitgehend von der Schiene auf die Strasse verlagern, wird die Ökobilanz unter dem Strich besser ausfallen als heute», sagt Hugentobler.
Die neue Logistikorganisation von Tageszeitungs-Verlagen und Post nützt der gesamten Presse. Auch die Inlandtarife für andere Periodika bleiben nächstes Jahr auf heutigem Niveau. Aus diesem Grund haben die Verlegerverbände an vorderster Front mit der Post verhandelt.
Auf beiden Seiten ist man des Lobes voll. Während Kellermüller die Anstrengungen der Post hervorhebt, freut sich Hugentobler, «dass wir mit den Verlegern trotz ihrer heterogenen Zusammensetzung und den vielfältigen Bedürfnissen Lösungen finden konnten».
Sparpotenzial auch bei Zeitschriften Pro Jahr befördert die Post rund eine Milliarde Presseerzeugnisse – davon machen die Tageszeitungen knapp ein Drittel aus. Kein Wunder, wittern einige Verlage schon seit längerem auch beim Zeitschriftenvertrieb Sparpotenzial. Dabei denkt man an eine alternative Zustellorganisation (AZO). Eine solche ist tatsächlich seit einigen Monaten in Planung, beteiligt sind Grossverlage und Valora (K-Group). Die Post hingegen ist nur am Rande einbezogen. Dass Verlage und K-Group gleich eine eigene Organisation anstreben, liegt auf der Hand: Sie verfügen bereits über teure regionale Zustellfirmen beziehungsweise schweizweite Distributionsnetze. Falls diese noch stärker ausgelastet werden können, umso besser. (mk)
Jede Nacht geht eine Million Tageszeitungen auf Schweizer Reise mit der Post. Die Kosten dafür können nun gesenkt werden.
Markus Knöpfli

Synergetics relauncht Nordwest5.ch

Internet Der Zürcher Webdienstleister Synergetics überarbeitet den Online-auftritt von Nordwest 5. Der Baselbieter TV-Sender soll ein Portal mit vielen neuen Funktionen und Angeboten erhalten.

Internet Der Zürcher Webdienstleister Synergetics überarbeitet den Online-auftritt von Nordwest 5. Der Baselbieter TV-Sender soll ein Portal mit vielen neuen Funktionen und Angeboten erhalten.Es wird Anfang Juli aufgeschaltet.

PME Magazine baut aus

Wirtschaftspresse Ab September erscheint das PME Magazine in stark überarbeiteter Form. Es soll aktueller, persönlicher und relevanter werden.

Wirtschaftspresse Ab September erscheint das PME Magazine in stark überarbeiteter Form. Es soll aktueller, persönlicher und relevanter werden.Dazu stockt die Westschweizer KMU-Zeitschrift die Redaktion um zwei Stellen auf. Zudem wird die Zusammenarbeit mit den Schwestertiteln HandelsZeitung und Stocks verstärkt.

Orcamedia weckt Durst auf Naturbräu

Getränke Seit vier Jahren wird in Villmergen frisches, naturbelassenes Bier gebraut. Nun lanciert die Kleinbrauerei Sorg & Schädeli erstmals eine Markenkampagne für ihr Erusbacher Bräu.

Getränke Seit vier Jahren wird in Villmergen frisches, naturbelassenes Bier gebraut. Nun lanciert die Kleinbrauerei Sorg & Schädeli erstmals eine Markenkampagne für ihr Erusbacher Bräu.Mit dem Mandat wurde die Badener Werbeagentur Orcamedia betraut. Die Plakate und Inserate sind regional im Juli und August zu sehen.

Des Tagblatts neunter Streich

Ab August erhält das St.Galler Tagblatt (SGT) zu seinen acht Regionalsplits noch einen neunten – eine Fernausgabe.

Ab August erhält das St.Galler Tagblatt (SGT) zu seinen acht Regionalsplits noch einen neunten – eine Fernausgabe.Diese ist für rund 2500 Abonnenten ausserhalb des SGT-Verbreitungsgebietes (fester Wohnsitz oder Ferienumleitungen) sowie für eine zusätzliche Kioskpräsenz gedacht.Den Anstoss zur Fernausgabe gab die neue Postlogistik für Tageszeitungen (siehe Seite 15). Deren Zeitplan ist so spitz berechnet, dass die 2500 Auswärtsexemplare um 0.30 Uhr in Zürich sein müssen – zu früh für die Lokalbünde. Die Fernausgabe löst das Problem so: Ihr Mantelteil inklusive Regiobund Ostschweiz ist aktuell, der jeweilige Lokalbund stammt dagegen vom Vortag. Umgekehrt wird das SGT wegen der früheren Ablieferung neu auch an Kiosken aufliegen, die bisher zu weit weg waren (etwa im Tessin).
Damit steigt die Auflage der Fernausgabe auf rund 3700 Exemplare. SGT-Verlagsleiter Daniel Ehrat: «Das SGT kann so die 2500 Auswärtsexemplare behalten und mit der zusätzlichen Kioskpräsenz einen Imagegewinn verzeichnen.»
(mk)

CS brilliert bei CPA

Corporate Publishing One, das Mitarbeitermagazin der Credit Suisse, hat Gold am Wettbewerb Best of Corporate Publishing gewonnen. Konzipiert wurde die Zeitschrift von der Branding-Agentur Process in Zürich.

Corporate Publishing One, das Mitarbeitermagazin der Credit Suisse, hat Gold am Wettbewerb Best of Corporate Publishing gewonnen. Konzipiert wurde die Zeitschrift von der Branding-Agentur Process in Zürich.Corporate Publishing One, das Mitarbeitermagazin der Credit Suisse, hat Gold am Wettbewerb Best of Corporate Publishing gewonnen. Konzipiert wurde die Zeitschrift von der Branding-Agentur Process in Zürich. Bronze holte die Bank mit dem B2C-Periodikum Bulletin (Arnold Design, Uerikon ZH). Für die Schweiz gabs zudem dreimal Silber: für den Titel Clarity der KPMG Fides Management, für das Clariant-Magazin (Primafila, Zürich) sowie für den Newsletter Direct Point der Schweizerischen Post.

«Ich weiss, was Konkurrenz bedeutet»

Gilles Marchand, frisch gekürter VR-Präsident der Publisuisse, erwartet neue Sehgewohnheiten, die auch die TV-Werbung herausfordern.

Gilles Marchand, frisch gekürter VR-Präsident der Publisuisse, erwartet neue Sehgewohnheiten, die auch die TV-Werbung herausfordern.
WW: Wohin werden Sie Publisuisse führen, und was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger Peter Schellenberg?Gilles Marchand Ich kenne die Publisuisse seit drei Jahren, denn ich war vor meiner Wahl zum Präsidenten bereits Mitglied des Verwaltungsrates. Ich stehe somit voll und ganz hinter der Strategie, welche die Publisuisse unter ihrem Präsidenten Peter Schellenberg entwickelt hat, und werde für ihre Fortsetzung und Kontinuität sorgen. Mit dem Werbemarkt bin ich seit langem vertraut. So als ehemaliger Direktor von Ringier Romandie. Vor meinem Einsatz für den Zeitschriftenmarkt war ich zudem für ein Zeitungsunternehmen tätig. Diskussionen mit Werbekunden sind deshalb für mich nichts Neues, und ich habe in der Werbebranche zahlreiche Freunde.
Welches sind für Sie die grössten Herausforderungen für die Schweizer TV-Werbung in den kommenden Jahren?
Es gibt zwei grosse Herausforderungen: den rechtlichen Rahmen, der die Werbung regelt, und die technologische Entwicklung, die für die Werbung in den elektronischen Medien nicht ohne Folgen bleiben wird.
Welche Rolle spielen dabei das neue RTVG und die restriktiveren Werberegeln für die SRG-SSR-Sender?
Das neue RTVG ist noch in Beratung, und aus einem provisorischen Text lassen sich schlecht Schlussfolgerungen ziehen. Mein Standpunkt ist jedoch einfach: Werbebeschränkungen für die Programme der SRG SSR sind nicht nur für die Publisuisse, sondern für alle Werbeauftraggeber der Schweiz sowie für die Wirtschaft des Landes im Allgemeinen problematisch. Auch wirken sie sich nicht unbedingt günstig aus auf die Entwicklung privater Lokalfernsehstationen. Im Gegenteil: Meiner Meinung nach kommen Werberestriktionen vielmehr den ausländischen Werbefenstern in der Schweiz zugute, die nicht in das audiovisuelle Schaffen der Schweiz investieren. Dieser Mechanismus ist mittelfristig ziemlich gefährlich.
Stark beeinflusst wird die künftige TV-Nutzung aber auch durch technische Entwicklungen wie den Videorecorder, der Werbung ausblenden kann. Das sind grosse Herausforderungen für die TV-Werbung.
Die technologische Herausforderung betrifft in erster Linie die Entwicklung der Distribution und den Fernsehkonsum. In einigen Jahren wird sich ein Teil des Radio- und Fernsehpublikums seine Sendungen nichtlinear, interaktiv und on demand mit «time delay», also zeitverschoben, ansehen. Ziel ist es nicht nur, den Kontakt zu diesem neuen Publikum zu erhalten und es zahlenmässig zu erfassen, sondern auch, neue Formen der Werbekommunikation zu finden, die den veränderten Konsumgewohnheiten entsprechen. Gefragt sind Kreativität und Weitsicht. Publisuisse wird dieses Ziel zusammen mit den Werbeagenturen und den Auftraggebern und in Absprache mit den Programmen der SRG SSR erreichen.
Wegen der zahlreichen Werbefenster in der Deutschschweiz hatte die Publisuisse mit Schellenberg einen Präsidenten aus einem TV-Markt mit sehr starkem Wettbewerb. Die Westschweiz hat hingegen eher einen abgeschotteten TV-Werbemarkt. Meine These: Mehr Konkurrenz fördert die Entwicklung und Umsetzung innovativer Ideen. Teilen Sie diese Einschätzung?
Ich teile Ihre Meinung. Gerade weil die Westschweiz einer massiven Konkurrenz ausgesetzt ist, bieten TSR und RSR neue und eigenständige Inhalte, die von den Zuschauerinnen und Zuhörern sehr geschätzt werden. Ich kann Sie also beruhigen: Ich weiss, was Wettbewerb bedeutet, ich habe damit Erfahrung, und solange die Konkurrenz fair ist, macht sie mir keine Angst. Die Publisuisse ist jedoch ein landesweites Unternehmen, das auf allen Märkten unter Berücksichtigung der jeweiligen Eigenheiten agiert. Sie unterstützt die kreativen Werbeideen mit grossem Know-how, leistungsstarken und innovativen Instrumenten. Ich werde das Unternehmen auf diesem Weg, welcher der föderalistischen Struktur unseres Landes voll und ganz entspricht, begleiten.
Wie können der Deutschschweizer und der Tessiner TV-Werbemarkt von den Erfahrungen des Westschweizer Marktes profitieren?
Da die Tessiner und Westschweizer Programme wegen der starken Präsenz der französischen und italienischen Anbieter unter hohem Konkurrenzdruck stehen, erarbeiten sie laufend neue Programmangebote. Sie beobachten ihre Konkurrenten sehr genau. Diese Einstellung ist positiv: Sie führte zum Beispiel zur Entwicklung multimedialer Projekte in der Westschweiz und im Tessin. Zudem herrscht in den beiden grossen TV-Ländern Frankreich und Italien im Werbesektor eine fantastische Kreativität, gepaart mit einem ausgesprochenen Sinn für Kommunikation und für die Kunst der Verführung. Ein Klima, das im positiven Sinn auf unser Land übergreifen könnte.
Damit die Publisuisse längerfristig wachsen kann, muss sie auch neue Geschäftsfelder erschliessen. Wo ist das möglich?
Bei der Publisuisse ist im Moment ein Strategieprozess in Gange, der für die nächsten fünf Jahre den Weg weisen wird. Crossmedia-Angebote, die auf Werbung und Sponsoring beruhen, sind jedoch nach wie vor interessant. TSI ist dafür ein gutes Beispiel. Viel versprechend ist auch das Radiosponsoring – sofern das neue RTVG dieses nicht bremst. Dazu kommen die neuen Möglichkeiten der technologischen Entwicklung. Ich denke zum Beispiel an mobile Bildschirme oder an interaktive Werbung.
Bleibt das M6-Werbefenster in Genf und Lausanne geschlossen? Hat sich an Ihrer Position etwas geändert?
Der Entscheid, das M6-Werbefenster in der Schweiz weiterzuverbreiten, obliegt den einzelnen Kabelunternehmen. Cablecom war dafür, andere wie Genf und Lausanne dagegen. Mein Standpunkt als Direktor der TSR und Bürger der Westschweiz ist klar: Ich habe mit M6 in der Schweiz kein Problem – solange M6 die Rechte für jene Programme für die Schweiz erwirbt, welche die Basis für seine Werbung, seine Umsätze und seine Geschäftstätigkeit darstellen. TSR jedenfalls muss diese Rechte erwerben. Warum nicht auch ein Privatsender? Man darf nicht vergessen, dass im Gegensatz zum deutschsprachigen Gebiet im französischsprachigen Raum die Rechte territorial geregelt sind. Wer die Rechte in der Westschweiz nicht erwerben will, negiert gewissermassen deren Existenz. Für dieses Grundprinzip wehre ich mich. Und nicht gegen die Konkurrenz an sich.
Die Werbeauftraggeber wollen bessere TV-Werbemöglichkeiten in der Westschweiz. Dies verlangt explizit auch der SWA, der Verband der Schweizer Werbeauftraggeber. Kann man sich diesem Wunsch längerfristig verschliessen?
Ich kann diesen Standpunkt verstehen. Doch sind Sie sicher mit mir einverstanden, dass TSR1 und TSR2 attraktive und qualitativ hoch stehende Programme veranstalten, mit denen sich gute Medialeistungen erzielen lassen. In einem Punkt gebe ich Ihnen jedoch Recht: Wir müssen unser Angebot weiter ausbauen, insbesondere in Bezug auf bestimmte Zielgruppen. TSR arbeitet daran: Vor allem im Bereich des zweiten Programms liegt noch einiges an Potenzial brach.
Die aktuellen Umsatzentwicklungen von TSR deuten doch darauf hin, dass das M6-Werbefenster TSR tatsächlich nicht nur keine Umsätze wegnimmt, sondern die TV-Werbung sogar zu dynamisieren vermag. Denn trotz M6 (oder gerade wegen M6?) hat TSR im Jahr 2003 als einzige Unternehmenseinheit der SRG keine Umsatzverluste hinnehmen müssen! Im Unterschied zu SF DRS (– 1%) und zu TSI (– 3%).
Wie kommen Sie darauf, dass die Entwicklung des TSR-Werbeumsatzes bedeutet, dass das Schweizer Werbefenster von M6 den Markt dynamisiert, statt ihm Umsätze zu entziehen? Wie dem auch sei – es ist uns tatsächlich gelungen, die Ergebnisse 2003 gegenüber 2002 zu stabilisieren. Sie vergessen allerdings zu erwähnen, dass TSR1 und TSR2 im selben Zeitraum ihre Marktanteile verbessert haben … Das gute Werbeergebnis hat wohl auch etwas mit dieser positiven Entwicklung zu tun.
Beim Media Trend Award der Medienvermarkter hat es die Publisuisse 2002 und 2003 immerhin auf den zweiten Platz geschafft. Was werden Sie tun, damit es das nächste Mal vielleicht sogar auf das Siegerpodest reicht?
Am allerwichtigsten ist die Unternehmenskultur. Diejenige von Publisuisse und ihren Mitarbeitenden ist ausgerichtet auf Leistung, Kundenzufriedenheit, frühzeitiges Erfassen künftiger Marktentwicklungen, Kreativität und Innovation. Diese Richtung werden wir mit aller Kraft weiterverfolgen. Und dazu gilt es, laufend unsere Instrumente und Tools weiterzuentwickeln, um unseren Partnern in ihrer täglichen Arbeit das Leben einfacher zu machen. Wichtig ist ferner, den Markt und seine Akteure sorgfältig zu beobachten. Berufsethik, Unternehmenskultur und Kreativität scheinen mir zentrale Werte zu sein. Wenn wir
auf Grund dieser Werte eines Tages den Media Trend Award gewinnen – umso besser.
Publisuisse derzeit 12% über VorjahrDie mageren Zeiten sind zumindest beim Fernsehen Vergangenheit. Im ersten Quartal 2004 setzte die SRG-Vermarkterin Publisuisse im TV-Bereich knapp 73 Millionen Franken um. Das sind rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Das 2. Quartal verspricht noch besser zu werden: Zum 10. Juni betrug der Buchungsstand knapp 95 Millionen Franken, ein Plus von zirka 15 Prozent.
Die Generalversammlung der Publisuisse hat nicht nur Gilles
Marchand, Direktor TSR, zu ihrem neuen Verwaltungsratspräsidenten erkoren. Als neues Mitglied hat sie ausserdem Ingrid Deltenre, Direktorin des Schweizer Fernsehens DRS, gewählt. Ihr Vorgänger Peter Schellenberg trat nach zwölf Jahren Zugehörigkeit zum Verwaltungsrat, wovon drei Jahre als dessen Präsident, altershalber zurück. (dse)
Publisuisse-Präsident Gilles Marchand: «Am allerwichtigsten ist die Unternehmenskultur.»
Interview: Daniel Schifferle

Neustart in den Web-Ruinen

Gebi Bischoff hat WebDirekt gegründet. Er ist überzeugt, dass das Internet erst vor seiner Blüte steht.

Gebi Bischoff hat WebDirekt gegründet. Er ist überzeugt, dass das Internet erst vor seiner Blüte steht.Nach dem Internet-Hype war der Markt sehr schwierig geworden. «Kunden wollten für Webauftritte nichts mehr bezahlen, weil sie am Internet zweifelten», erinnert sich Gebi Bischoff. Selbst wenn der Webspezialist der ersten Stunde in letzter Zeit vorschlug: «Mach einen Werbespot weniger, und du hast für das eingesparte Geld eine super Homepage», habe das Geschäft noch nicht funktioniert. «Die Preise waren im Keller.» Also suchte Gebi Bischoff nach einer Lösung, wie er sein Know-how trotzdem weiter an die Kunden bringen konnte. WebDirekt heisst jetzt seine Firma, mit der er massgeschneiderte Lösungen aus seinem Büro in Oberrieden mit professioneller, aber preisgünstiger Technik und Software aus Indien kombiniert.
Heute ist klar, dass jede Firma eine attraktive Homepage haben muss. «Nach einem Investitionsstau in den letzten drei Jahren zieht das Geschäft wieder an», ist Gebi Bischoff überzeugt. Er glaubt, dass er einen richtigen Moment für die Gründung seiner ersten eigenen Firma gewählt hat: «Viele alte Websites müssen den neuen Möglichkeiten angepasst werden.»
WebDirekt bietet Beratung für die Überarbeitung von Sites oder Neuauftritte an. Wie soll die Homepage strukturiert werden? Wie laufen die Kommunikationsmechanismen? Wie ist das Web eingebaut in die Gesamtkommunikation? Ist es nur ein Markenauftritt oder ein Unternehmensauftritt mit anderen Prioritäten, eine Visitenkarte für Kunden oder auch Information für die eigenen Mitarbeiter?
Mehr als 25 Jahre hat Gebi
Bischoff in grossen und kleinen, nationalen und internationalen Agenturen Erfahrungen rund um solche Fragen sammeln können. Bischoff machte den Werbeassistenten, wechselte zu Lintas und entwickelte sich vom Berater bis zum Account Director. Seine wichtigsten Stationen waren Publicis, Ogilvy und acht Jahre lang Zogg Kettiger Gasser.
Dort wurde der Werber Mitte der Neunzigerjahre immer mehr mit dem Internet konfrontiert. Die Kunden meinten, sie sollten auch über eine Homepage nachdenken. «Mich hat das immer mehr interessiert», erinnert sich der Autodidakt.
Bereits damals war für den heutigen Spezialisten klar: «Internet ist ein Medium und nicht eine technische Angelegenheit.» Zwar werden die Inhalte wie beim Fernsehen nur dank Technik übermittelt, entscheidend für den Erfolg sei aber bei beiden letztlich das Programm.
Zwei Schlüsselerlebnisse waren für Bischoff Mitsubishi und Mars, denen er erstmals die Möglichkeiten des Internets aufzeigen und verkaufen konnte. Bei beiden Jobs ging es bald darum: «Soll man für solche Aufgaben eine eigene Agentur gründen oder mit externen Spezialisten zusammenarbeiten?»
Zogg Kettiger Gasser hat sich für die Zusammenarbeit entschieden, und Bischoff konnte in der Folge alle Kontakte mit der Firma Update betreuen. Dort ist er nach drei Jahren in die Geschäftsleitung berufen worden. Diese Verantwortung hat er von August 2001 bis Januar 2004 wahrgenommen.
Inzwischen gibt es sehr viele Webagenturen und Hersteller von Technologien. Was kann WebDirekt mehr als andere bieten? Gebi Bischoff sieht einen Vorteil in seinem Background aus der Werbung. Er kennt sich aus in Markenführung und Markenpositionierung. Zur Kombination von Kommunikations- und Technologie-Know-how kommt als dritter Faktor der Preis.
Gebi Bischoff ist über einen gemeinsamen Kunden mit einer Agentur namens WebDirekt in Deutschland in Kontakt gekommen. Diese ist vor sieben Jahren von einem ausgewanderten Bündner gegründet worden und beschäftigt inzwischen zehn Leute. Mit der Kooperation unter gleichem Namen will Bischoff in der Schweiz den Aufbau eines Netzwerks vorantreiben. Seit ihren Anfängen hat WebDirekt eine Tochtergesellschaft in Indien mit 20 Softwareentwicklern.
Websites up to date halten, Kundenmanagement-Systeme konzipieren, Newsletter verfassen sowie Tools kreieren für Newsletter, Forum, Chat, Shop und digitale Formulare – das sind die wichtigsten Angebote von WebDirekt. Mit seiner neuen Firma will Gebi Bischoff in Sachen Wachstum «mehr Qualität als Quantität anstreben».
Zu dieser Philosophie passt es auch, dass sein Sohn mit der Rekrutenschule jetzt den ersten Schritt «ausser Haus» gemacht hat und seine Frau als Kleinkinderzieherin arbeitet. Das Risiko eines eigenen Geschäfts auch in einer heissen Branche werde unter diesen Umständen leichter tragbar, meint Bischoff.
Gebi Bischoff sieht die Chance von WebDirekt darin, dass «viele Websites den neuen Möglichkeiten angepasst werden müssen».
Andreas Panzeri

Best of Print Advertising

Marktforschung Ovomaltine, Daimler Chrysler und McCormick schalteten im ersten Quartal dieses Jahres die beliebtesten Anzeigen in den Schweizer Medien.

Marktforschung Ovomaltine, Daimler Chrysler und McCormick schalteten im ersten Quartal dieses Jahres die beliebtesten Anzeigen in den Schweizer Medien.Best of SoutheastAffinität der Anzeigen bei den Supportern im «christlichen Lager»
In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der Werbewoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX-Print). Dieser Index (siehe unten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigen. In den Kästen links und rechts sind die Anzeigen zu sehen, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt. (ww)
get_footer();