Gut gebettelt, Löwe

Fundraising Nach den Tigern und den Bären sollen nun endlich die Löwen im Zürcher Zoo mehr Auslauf erhalten. Die Finanzierung der rund sechs Millionen Franken teuren Anlage will der Zoo erneut mit einer Sammeltour sicherstellen.

Fundraising Nach den Tigern und den Bären sollen nun endlich die Löwen im Zürcher Zoo mehr Auslauf erhalten. Die Finanzierung der rund sechs Millionen Franken teuren Anlage will der Zoo erneut mit einer Sammeltour sicherstellen.Unterstützt wird der Tiergarten dabei vom Hauptsponsor Axpo, der den König der Tiere gleich selber auf die Strasse schickt – zum Betteln. Ausgerüstet mit dem obligaten Kartonschild, streckt der stolze Löwe dieser Tage die Bettelpranke nach Spenden für sein neues Zuhause aus. Die kreativen Dompteure, die das Raubtier für diverse Werbemittel drapiert haben, arbeiten im Nachbarrevier bei Advico Young & Rubicam in Gockhausen.

Zahl der Woche

Internet «Wir verschicken etwa 70 Millionen Mails pro Tag», gibt Spam-König Alan Ralsky zu – pro Monat rund 2,1 Milliarden. 7000 bis 15000 Käufe registriert er nach eigenen Angaben pro Werbekampagne.

Internet «Wir verschicken etwa 70 Millionen Mails pro Tag», gibt Spam-König Alan Ralsky zu – pro Monat rund 2,1 Milliarden. 7000 bis 15000 Käufe registriert er nach eigenen Angaben pro Werbekampagne.Für die dadurch verkauften Produkte kassiert er 40 Prozent Provision. Neben Krediten werben seine Mails auch für Penisverlängerungen, dubiose Kräuterpillen und rezeptpflichtige Medikamente, etwa Valium und Viagra. Mit dem Verschicken unerwünschter Werbe-E-Mails wurde Ralsky zum Millionär. Für die Ermittler ist er kaum zu fassen: Seine Computer stehen in China.

Unbekannte Wesen

PR Knapp jeder zweite Schweizer hat gemäss einer Studie der Schweizerischen Public Relations Gesellschaft kaum eine Vorstellung davon, was ein PR-Berater tut.

PR Knapp jeder zweite Schweizer hat gemäss einer Studie der Schweizerischen Public Relations Gesellschaft kaum eine Vorstellung davon, was ein PR-Berater tut.Dies betrifft vor allem jüngere Personen und solche mit einem tieferen Ausbildungsstand. Für glaubwürdig werden die PR-Berater nur von etwa einem Drittel der 700 Befragten gehalten. Deutlich besseres Ansehen geniessen die Medien: Sie werden von zwei Dritteln für glaubwürdig gehalten.

P Webservices richtet Rabatte nach dem Klima

Onlinevermarkter Die Kunden vonPublicitas Webservices freuen sich auf heisse Tage: Der Onlinevermarkter wiederholt seine Rabattaktion vom letzten Jahr.

Onlinevermarkter Die Kunden vonPublicitas Webservices freuen sich auf heisse Tage: Der Onlinevermarkter wiederholt seine Rabattaktion vom letzten Jahr.Onlinevermarkter Die Kunden von Publicitas Webservices freuen sich auf heisse Tage: Der Onlinevermarkter wiederholt seine Rabattaktion vomletzten Jahr. Vom 21. Juni bis zum 31. Juli gibt die Tagestemperatur in Zürich die Rabattstufe für Werbebuchungen im Site-Portfolio vor. Auf P-webservices.ch gibt eine Grafik Auskunft über die gemessenen Temperaturen.

Sunny & Blocky für die Kiddys

Körperpflege Für Nivea Sun führt TBWA Switzerland zwei Comicfiguren ein und kooperiert mit der Schweizer Krebsliga.

Körperpflege Für Nivea Sun führt TBWA Switzerland zwei Comicfiguren ein und kooperiert mit der Schweizer Krebsliga. Galt Blässe bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Zeichen für Reichtum und Eleganz, so änderte sich das in den 1920er-Jahren, als Ärzte das Sonnenlicht zur Behandlung bestimmter Krankheiten empfahlen und gebräunte Haut mit Gesundheit, Sportlichkeit und Schönheit assoziiert wurde. Das Ergebnis ist bei den Sonnenanbetern wegen der zunehmend intensiveren UV-Strahlung dramatisch. Obschon Präventionskampagnen wie jene der Krebsliga Schweiz das Bewusstsein verstärkt haben, dass übermässige Sonnenexposition – besonders für Kinder – schädlich ist, stieg die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den letzten Jahren sprunghaft. Zwar benutzen gut 90 Prozent einen Sonnenschutzfaktor über 15, doch tragen sie die Creme kaum häufig genug auf.Da 50 bis 80 Prozent der Exposition gegenüber UV-Strahlen während der Kindheit und Jugend geschieht, ist gerade dieser Lebensabschnitt für das Melanomrisiko besonders ausschlaggebend. Allerdings sind die Folgen der erlittenen Sonnenbrände erst spät zu erkennen, weshalb immer noch viele Leute das Langzeitrisiko unterschätzen. Dass aber Prävention früh im Leben beginnen sollte, scheint sich nur langsam zu verankern.
Nivea, deren Sonnenschutz-Tradition bis in die 1930er-Jahre zurückreicht und die 1990 ein völlig neu ausgerichtetes Sun-Programm einführte, erkannte in dieser Situation die Chance, ihre gut positionierte Produktelinie auch beim jüngsten Segment auszubauen und damit einen auch künftig treuen Kundenstamm aufzubauen. Nebst der emotionalen Ausrichtung mussten die Kompetenzwerte Autorität, Glaubwürdigkeit und Sicherheit der Marke wie immer im Zentrum der Kampagne stehen.
Mit der Krebsliga Schweiz als Partnerin mit Seriositätsbonus für die Erwachsenen und einer Kampagne, die auf die Endkonsumenten peilt, will Nivea Sun das Kompetenzfeld «Sonnenschutz-Experte» eindeutig belegen. Während geschulte Krebsliga-Personen in den Sommermonaten alle Badeanstalten der Schweiz besuchen, Beratung, Produktmuster und Give-aways anbieten, kommt die massenmediale Kampagne von TBWA zum Einsatz.
Symbole für ganze Generation
Dazu liess sich das Team um CD Hans-Joachim Timm die Comicfiguren Sunny und Blocky einfallen, die spielerisch die Wirkung von Sonnenstrahlen und Sonnencreme veranschaulichen. Umgesetzt auf Inserat, Comicheft, T-Shirt und Spielkarten, sollen sie Kindern auf unterhaltsame und altersgerechte Weise beibringen, wie sie mit der Sonne umgehen müssen.
Langfristig, so die Hoffnung der Kampagnenverantwortlichen, sollen Sunnys pieksende Strahlen und der hilfsbereite Blocky zu Symbolfiguren für eine ganze Generation werden. Schliesslich habe man auf die Langlebigkeit der Give-aways geachtet, ist von Account Director Christina Maron zu erfahren. Als begleitende Massnahme dieser Below-the-line-Aktion werden im TV drei verschiedene Spots mit dem Kids Spray eingesetzt.
Einmal Nivea, immer Nivea: Mit den Produkten für Kids soll eine künftige Käuferschaft aufgebaut werden.

Spielerisch statt mit dem Zeigefinger: Give-aways warnen vor zu viel Sonne.
Luca Aloisi

Frisches Aas riecht süss

Aufgefallen Vom Versuch, auch noch einen Artikel zum Buch von Ruth Metzler zu schreiben. Und der Gefahr, dabei unversehens seinem eigenen Schicksal ins Auge zu blicken.

Kolumne Vom Versuch, auch noch einen Artikel zum Buch von Ruth Metzler zu schreiben. Und der Gefahr, dabei unversehens seinem eigenen Schicksal ins Auge zu blicken.Hier, Mbwana, hier! Sehen Sie unter dem Tisch nach. O ja, Sie sind es gewohnt, dass hier alle sechs Wochen jemand grosse Töne über Journalismus spuckt. (Meinungskolumnen sind eine Art Geschlechtskrankheit: Sie werden fast alle von Herren mit melonengrossen Hoden geschrieben.) Aber meine Stimme – vom Rest nicht zu reden – ist momentan schwach. Der Grund ist einfach: Ich habe meinen letzten Artikel in den Sand gesetzt.Dabei hätte nichts schief gehen können: Ich hatte acht Tage Zeit, glänzende Laune und den Lieblingsgeruch von Journalisten in der Nase: den Geruch von frischem Aas. Es war ein perfektes Drama: eine Ex-Bundesrätin! Die erste abgewählte! Die erste, die ein Buch schreibt! Einen monströsen Schinken! Und nun wieder auftritt! Und ihre Partei bei der öffentlichen Verabschiedung in grässliche Verlegenheit bringt!
Ich tat meine Pflicht: Ich druckte 200 Seiten aus der SMD-Datenbank aus, las das Buch, drückte mich auf Parteitag und Buchvernissage herum, sprach mit den üblichen Verdächtigen an Experten und sogar mit ein paar unüblichen – ich hatte stapelweise Zitate, Anekdoten und Analysen. Dann setzte ich mich hin und schrieb: Kurz vor Redaktionsschluss hatte ich praktisch drei Viertel des Artikels und noch nicht das Geringste von dem erzählt, was ich wollte. Die Abschlussredaktion tobte, und ich lieferte ab: 10500 tote Buchstaben, ein zähes Gemümmel von der
Länge und Konsistenz eines NZZ-Leitartikels.
Seitdem laufe ich tief traurig durch die Stadt und frage mich, warum, warum, warum. Ich komme auf Folgendes:
1. Hochmut. Ich war mir sicher, dass die Agonie der CVP und das Selbstverwursten einer Bundesrätin zu einer Cervelatprominenten ein derart dramatischer Stoff sei, dass ihn niemand ruinieren könnte. Jedenfalls nicht ich.
2. Nacherzählung. Bis drei Viertel des Artikels referierte ich fast nur, was in anderen Zeitungen gestanden hatte: Karriere, Buchvernissage, Parteiversammlung etc.
3. Naseweisheit: Es folgten lange Anmerkungen zu Frau Metzlers falschen Beratern, mangelndem Kontakt zu Parlamentariern, dem Ich-Ich-Ich-Stil ihres Buches – alles einleuchtend. Aber nicht, was mich wirklich interessierte.
4. Herzlosigkeit. Der entscheidende Fehler. Hätte ich auf mein Herz gehört, wäre es klar gewesen, dass eigentlich der Artikel nicht klugscheisserisch, sondern erschreckt hätte geschrieben werden müssen: mit ehrlicher Angst. Denn wie schafft es jemand, fünf Jahre im Bundeshaus zu arbeiten, ohne dessen Mechanismen zu kapieren? Und das selbst nach einer schlimmen Niederlage nicht? Wie schafft es jemand, sich derart mit seinem Image («Ich bin jung und dynamisch!») zu verwechseln, dass selbst bei langer Recherche nichts Persönliches sichtbar wird als das? Wie kann es jemand schaffen, eine ganze Autobiografie lang über sich nichts als die eigenen Reden, die eigenen Erfolge und die daraus
resultierenden Zeitungsartikel zu zitieren?
Ruth Metzlers Aufstieg und Fall wäre so beleuchtet ein wirklich interessantes Drama gewesen – als Tragödie der Hype-Generation der Neunzigerjahre, die vom Boom in die Pleite rutschte; als Studie eines Typs des Middle- und Upper-Managements, das in eine unerwartete Krise gerät; als Schicksal von allen, die in Akten, Agenden und Medien leben. Egal, ob als Bundesrätin, Programmierer oder Chefredaktor: Hinter dem Job wartet das Nichts.
Das ist etwa genau dieses üble Gefühl, wenn ein Artikel tot geblieben ist: Meine Existenz fühlt sich ein wenig dünn an. Machen Sie es also besser als ich, Mbwana! Seien Sie nie arrogant. Schreiben Sie sofort zur Sache. Wiederholen Sie nie, was andere schrieben. Und hören Sie auf Ihr Herz.
Und besuchen Sie wieder einmal ein Schwimmbad, ein Kino und einige Freunde. Bis Sie wieder der süsse Geruch nach frischem Aas zur Arbeit ruft.
> Constantin Seibt ist Redaktor für Politik und Wirtschaft bei der Wochenzeitung (WOZ).

Nachsitzen mit KSSJ

Ausbildung Die KS Kaderschulen, ein Unternehmen der Kalaidos Bildungsgruppe Schweiz, gelten als einer der wichtigsten Deutschschweizer Anbieter für Weiterbildung im Bereich Wirtschaft.

Ausbildung Die KS Kaderschulen, ein Unternehmen der Kalaidos Bildungsgruppe Schweiz, gelten als einer der wichtigsten Deutschschweizer Anbieter für Weiterbildung im Bereich Wirtschaft.Die schulischen Qualitäten – breites Angebot und individuelle Betreuung – will nun die Agentur Krieg Schlupp Springer & Jacoby (KSSJ) mit einer neuen Imagekampagne kommunizieren. Auf der doppelseitigen Anzeige wird vergnüglich klar gemacht, für wen man eine Weiterbildung ins Auge fassen müsste, nämlich für die eigene Karriere. Weitere Sujets werden im nächsten Herbst und Frühling folgen. Dazu wird die Kampagnenidee auch auf Spezial-Plakatstellen und in diversen Below-the-line-Aktivitäten umgesetzt.

Sex sells

Andreas Panzeri über den Trick, mit Simpelheit Aufmerksamkeit zu erheischen.

Andreas Panzeri über den Trick, mit Simpelheit Aufmerksamkeit zu erheischen.Mit einer Imagekampagne will die Stadt Zürich dem Stereotyp des einsamen, gebrechlichen und fremdbestimmten Alten den selbstbewussten, fröhlichen alten Menschen entgegenstellen. Die Sujets mit Porträtfotos von Seniorinnen und Senioren suchen Aufmerksamkeit mit Schlagzeilen wie «Wer weiss mehr über Männer als eine 96-Jährige?» oder «Wer weiss mehr über Sex als eine 93-Jährige?». In einem Papier zum Vorstellen dieser Kampagne titelt die Agentur Matter & Partner auch noch «Wer weiss mehr über alte Menschen als Matter & Partner?».
Die Headlines tönen gut. Allerdings: Stimmt das tatsächlich, was uns die Werber im Auftrag des Zürcher Stadtrates weismachen wollen?
Die Seniorin habe zu ihrem Statement eingewilligt, obwohl sie selber nicht glaubt, mehr über Sex als junge Leute zu wissen, heisst es bei der Agentur.
Tatsächlich ist anzunehmen: Eine echte 93-Jährige weiss nicht, wieso es ihren pubertierenden Enkel nicht stört, dass er jedes Mal beim Öffnen eines verführerischen Spams von einer Unmenge Pop-ups bombardiert wird. Sie hat keine Ahnung davon, wieso ihre Tochter im Swingerclub sich entgegen ihrem Willen mit dem Ehemann und einem Unbekannten gleichzeitig in den Whirlpool gesetzt hat. Sie ahnt vielleicht, dass ihr Sohn Viagra nimmt, aber sie will das eigentlich gar nicht wissen. Trotzdem steht auf dem städtischen Plakat gedruckt: «Wer weiss mehr über Sex als eine 93-Jährige?».
Bei den Werbern entschuldigt man solche Schlagzeilen meistens mit dem Auftrag. Sloggy muss schliesslich verkauft werden. Aber alte Leute? Die will niemand mehr kaufen. Wieso gibt sich der Stadtrat als Auftraggeber deshalb trotzdem so sexy? Wäre es nicht gerade an einer solchen Autoritätsbehörde, nach anderen Signalen für ihre Aufmerksamkeit zu suchen?
Wieso hat die vife Rentnerin nicht selber eine Headline formulieren dürfen? Vielleicht kann sie ja Englisch und weiss, dass Headline etwas mit dem Kopf zu tun hat.
Aber vielleicht hat der Stadtrat Recht. Oder hätten Sie dieses Editorial auch gelesen, wenn im Titel statt «Sex sells» politisch korrekt «Ehret das Alter» gestanden hätte?
> Andreas Panzeri, Redaktor

>>JobChange

sind neu als Account Manager für die Kommunikationsagentur C-Matrix Group tätig.

sind neu als Account Manager für die Kommunikationsagentur C-Matrix Group tätig.Petra Lauk und Daniel Briel Lauk war bisher bei Ernst & Young als Junior Project Manager Corporate Communications tätig, Briel kommt von IR Firm, der ehemaligen Wirz Investor Relations. …
Dominik Allemann ist seit Anfang Juni als Berater bei der Zürcher Agentur Marcel Bernet Public Relations tätig. Er war vorher bei Sylvie Merlo Kommunikation, die auf Design und Architektur spezialisiert ist.
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Uli Rubner (Bild) tritt als Verlagsleiterin von Weltwoche und Bilanz auf eigenen Wunsch zurück. Bis zur Regelung ihrer Nachfolge bleibt sie noch im Amt.
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Ab August verstärkt Valentina Herrmann als Creative Director (CD) das Team von Lowe. Als Mitglied der Geschäftsleitung leitet sie die Kreation der Zürcher Werbeagentur gemeinsam mit Keith Loell. Herrmann war zuletzt bei Advico Young & Rubicam als Art Director.
…
André Benker gibt sein Amt als Executive Creative Director bei Advico Young & Rubicam (AY&R) per Ende Juni auf. Er hatte das Amt zusätzlich zu seinen Aufgaben als CD von Guye Benker übernommen, als diese Anfang 2003 von Young & Rubicam gekauft wurde. Nach Benkers Abgang leitet CD Daniel Comte die Kreation von AY&R allein.
…
Judith Stoletzky wird neue CD der Agentur Studerpartner – bis vor kurzem noch Studer & Wohlgemuth. Die Hamburgerin war zuletzt bei Kolle Rebbe tätig, davor bei KNSK und Springer & Jacoby.
…
Marc Aebli stösst neu als Berater zur Kreuzlinger Kommunikationsagentur Wemako. Der diplomierte Kommunikationsleiter war vorher bei Kuoni Reisen im Marketing .
…
Anfang Juli wird René Zeyer neuer Textchef bei der Programmzeitschrift TR7. Zeyer ist zurzeit Autor beim Magazin Geo und freier Mitarbeiter von Du und Glückspost.

Der letzte Vorhang

Theater Mit dem Abschied des Direktorenduos Dünsser/Kukla vom erfolgreichsten Kleintheater der Stadt Zürich, dem Theater am Neumarkt, verabschiedet sich auch die Hausagentur, FCB Leutenegger Krüll.

Theater Mit dem Abschied des Direktorenduos Dünsser/Kukla vom erfolgreichsten Kleintheater der Stadt Zürich, dem Theater am Neumarkt, verabschiedet sich auch die Hausagentur, FCB Leutenegger Krüll.Während der vergangenen fünf Spielzeiten kreierte die Agentur ein neues Erscheinungsbild und bewarb über 65 Inszenierungen, immer mit dem Anspruch, Werbung zu Kunst und Kunst zu Werbung werden zu lassen. So gewann FCBLK unter anderem die höchste Auszeichnung des Design-Zentrums Nordrhein-Westfalen, den «red dot best of the best» für das Spielzeitheft 2001/2002. «Für mich war das mehr als Werbung, jenseits von Kommerz und Marktanteilen», meint Mike Krüll. Mit dem letzten Plakat, quasi dem Requiem auf die Zusammenarbeit, beschenkte die Agentur das Neumarkt nun zum letzten Mal.

Echte und Werberkunst

Keine Kunst war es, letzte Woche passende Events für die Shortlist zu finden. Die Weltwoche und die Bilanz luden eine handverlesene Schar von Zürcher Werbern zur exklusiven ART-Vorpremiere nach Basel ein.

Keine Kunst war es, letzte Woche passende Events für die Shortlist zu finden. Die Weltwoche und die Bilanz luden eine handverlesene Schar von Zürcher Werbern zur exklusiven ART-Vorpremiere nach Basel ein.Notabene ein Event aus Zeiten, als der Jean-Frey-Verlag zum Imperium der Basler Zeitung gehörte. Schön, dass man die alten Partnerschaften aufrechterhielt und den Anlass zusammen mit der BaZ und der Publicitas weiterhin durchführt.Den Kunstinteressierten unter den Zürcher Werbern wäre ansonsten ein Event mit dem Prädikat «mehr als nur wertvoll» abhanden gekommen. Die Gäste kommen jeweils in kleinen Gruppen in den Genuss überaus exklusiver Ausstellungsführungen. Sehr begehrt ist jeweils die Tour mit John Armleder, meist begegnet man mit ihm irgendwann auch seiner Partnerin Silvie Fleury. Und von beiden sind bei aufmerksamer Betrachtung an mehreren Galerie-Outlets Werke zu sehen, die einem entsprechend kompetent erklärt werden, wenn man danach fragt. Weitere ebenso hochkarätige Kunstführer waren dieses Jahr Gerald Matt, Direktor der Kunsthalle Wien, Guido Magnaguagno vom Tinguely-Museum sowie Christoph Vitali, Kurator der Fondation Beyeler. Nicht zu vergessen das immer frisch und frech präsentierende Künstlerinnengeschwisterpaar Julia und Claudia Müller, welche zu Armleders Schützlingen gehören und in der Schweizer Kunstszene einen hervorragenden Platz einnehmen.
Aber auch sonst lohnt sich der Besuch der ART alleweil. Es dürfte sich neben dem ART-Ableger in Miami um die grösste und beste Nabelschau zeitgenössischer Kunst handeln, die sich allerdings nicht immer sofort durch klare Verständlichkeit auszeichnet. Und auch Etabliertes kann bestaunt werden. Wo sonst lassen sich ein Magritte, ein Picasso, ein Matisse, und wie die grossen Namen des letzten Jahrhunderts alle heissen, aus einer Distanz von weniger als 30 Zentimetern unter die Lupe nehmen. Übrigens ist auch Kunst für den kleineren Geldbeutel erhältlich. Lithos von Bruce Nauman sind für den Spottpreis von 7000 Franken zu haben – die Warhols haben hingegen preislich stark angezogen.
Auch zur Kunst, allerdings zur werberischen in Form von Spots, lud letzte Woche der ADC ins Studio Bellerive ein. Anmeldemöglichkeit gemäss Affiche nur für Mitglieder – eine ebenso handverlesene Selektion demnach wie an der ART. Der kurz vor dem International Advertising Festival (IAF) in Cannes durchgeführte Event nennt sich die DDB-Cannes-Prediction-Rolle. Gezeigt werden in ihr 50 Spots, welche von den DDB-Kreativoberen – darunter Wahlzürcher Michael Conrad – zu Löwenkandidaten befunden wurden. Noch mehr Spass als die Commercials macht allerdings das ADC-Löwen-Toto. Dort darf jeder Zuschauer 20 von 50 Spots ankreuzen. Nach Cannes werden Punkte auf die gewählten Spots verteilt. Es gibt 50 für den Grand Prix, 30 für Gold etc. Und der Siegerin winkt ein Europaflug nach Wahl mit der Swiss. Denn laut Statistik haben bisher meist weibliche Beraterinnen richtig getippt. Na dann, guten Flug in die Zukunft der Werbung!
Brillanter Experte mit Event-Gastgeberin: ART-Ikone und begnadeter Kunstführer John Armleder mit Verlagsleiterin Uli Rubner.
Da gabs was zu lachen: Heidi und Ernst Meier (r.) unterhielten sich mit Bilanz-Chefredaktor René Lüchinger.
Nutzten die Gelegenheit zum ART-Besuch, da als frühere Wahlwiener natürlich geradezu kunstinfiziert: Andrea und Geri Aebi.
Auch Advico-CD Daniel Comte und Ehefrau Andrea genossen kunstinteressiert die exklusive Ausstellungsführung.
Franco Rogantini von der Banca del Gottardo mit den beiden Werbern Victor Zahn (r.) und Marcel Fankhauser (l.).
Grössenverhältnisse: Ursula Guhl und Hans-Joachim Timm von TBWA vor gigantischen Ausstellungsobjekten.
An der ART gibts witzige Skurrilitäten, die passieren, wenn man die ganze Familie ganz hinten im Wohnwagen zusammenpfercht …
… oder Monstrositäten wie das Objekt, dem aber ob seiner Detailtreue auch die morbide und unwiderstehliche Faszination innewohnte.
Nicht ohne ein gewisses Schmunzeln wurde zudem der tätowierte Schweinebauch von den Besuchern aufgenommen.
ADC-Geschäftsführerin Helen Müller begrüsste auch Michael Schönhaus zur «kleinen Cannesrolle» bei Condor.
Sebahat Derdiyok mit Schauspieler Jeremy Wolf (l.) und Beat Rebmann von @soho beim ADC-Löwen-Toto.
Script-Präsidentin Stephanie Hugentobler und Rafael Neziri diskutierten zusammen die Qualität der visionierten Spots.
Liessen sich die exklusive Preview der DDB-selektionierten Commercials nicht entgehen: Isabelle Krieg und Markus Rottmann.
Christian Bobst von JvM/Spree, Serge Deville von Euro RSCG und Alain Picard, frisch gebackener Text-Freelancer (v. l.).
Jürg Aemmer und Petra Tschudi liessen das Gesehene bei einem gemeinsamen Bier nochmals Revue passieren.
Beat Fritsch

Maili Wolfs «winning horse»

Zeitungen Tamedia hat das Magazin der BaZ und der BZ angedient. Ohne Erfolg. Die Verlags-chefin mimt Gelassenheit.

Zeitungen Tamedia hat das Magazin der BaZ und der BZ angedient. Ohne Erfolg. Die Verlags-chefin mimt Gelassenheit.Wer bei Tamedia nachfragt, was dort mit dem Magazin weiter geplant ist, beisst auf Granit. «Die Sache ist noch nicht spruchreif», ist vom stellvertretenden Chefredaktor Peer Teuwsen zu hören. Also ist etwas im Tun. Anlass dazu gibt es ja genug: Zum einen erfuhr das Heft seit 1999 keine Auffrischung mehr (von einer Retouche Anfang dieses Jahres abgesehen), andererseits hat Tamedia letztes Jahr die Berner Zeitung (BZ) und die Basler Zeitung (BaZ) angefragt, ob diese das Heft als Beilage möchten. St. Galler Tagblatt und Neue Luzerner Zeitung wurden nicht gefragt, womit klar ist: Das Magazin soll das goldene Dreieck abdecken.Die Antworten aus Basel und Bern fielen aber anders aus als in Zürich erhofft. Die BZ «prüft» noch immer, wie Verlagsleiterin Franziska von Weissenfluh letzte Woche mitteilte. In Basel war man schneller. Nach Meinung von BaZ-Verleger Matthias Hagemann ist sein Blatt nicht auf das Magazin angewiesen. Um als Beilage in Frage zu kommen, müsste es «nationaler positioniert» sein. Zudem will die BaZ verlegerisch und redaktionell mitreden (siehe WW 23/04). «Wir würden Basler Themen einbringen wollen», sagt Hagemann, der auch deutlich macht, dass er «bezüglich Kosten und Verteilung eines allfälligen Gewinns eine für die BaZ positive Lösung» erwartet. Und dann fügt er hinzu: «Wir haben unseren Wunsch deponiert, jetzt ist Tamedia wieder am Zug.» Mit andern Worten: Eine Magazin-Reichweiten-Steigerung ist nicht ohne Konzeptänderung zu haben.
Beidseitiges Spiel auf Zeit
Doch es scheint, dass man in Zürich nun den Zug für abgefahren glaubt, jetzt, da die Relaunches in Bern und Basel – der idealste Zeitpunkt zur Einführung einer neuen Beilage – schon (fast) vorüber sind. So bestätigt Maili Wolf, Verlagsleiterin von Tages-Anzeiger und Magazin, zwar den Eingang der Basler Wünsche, sie gibt jedoch vor, diese interessierten sie nicht (mehr). «Der Tages-Anzeiger hat doch schon eine hohe Reichweite», sagt sie lapidar. Und mit Verweis auf das «wachsende Inseratevolumen» sagt sie: «Never change a winning horse.» Erst auf den Einwand hin, dass das Magazin für Tamedia doch ein Verlustgeschäft darstelle, gesteht sie: «Das Magazin ist keine Cashcow. Aber es ist ja auch aufwändig gemacht.» Und bei der Frage nach einem Konzeptwechsel wird sie wortkarg und sagt wie Teuwsen: «Das Thema ist noch nicht spruchreif.»
Oder wohl eher verschoben? Tatsache ist: Im Herbst 2005 erhält Tamedia neue Druckmaschinen, womit auch für den Tages-Anzeiger ein umfassender Relaunch angesagt ist (durchgehende Vierfarbigkeit). Da man sich dort aber sowieso grundsätzliche Gedanken zum Stellenwert, zur Funktion und Aufgabe einer Abozeitung macht, wird wohl auch bei den Beilagen kein Stein auf dem andern bleiben. Das haben offenbar auch BaZ und BZ gemerkt, weshalb diese nicht Nein sagen, sondern noch immer «prüfen» oder frühzeitig Bedingungen stellen.
Auflage deutlich unter Viertelmillion1999 brachte dem Magazin eine einschneidende Erfahrung: Rund ein Drittel der Auflage fiel weg, weil die BZ auf die Beilage verzichtete. Seither hat das Magazin nochmals 15 Prozent eingebüsst, weil das Trägerblatt Tages-Anzeiger schwächer tendierte. Heute sind es 236 569 Exemplare (494 000 Leser). Könnten BaZ (neu) und BZ (wieder) als Träger gewonnen werden, würde die Auflage auf gut 500 000 Exemplare katapultiert – keine bezahlte Schweizer Zeitschrift erreicht diese Höhe.
Punkto Werbevolumen büsste das Magazin zwischen 2000 und 2003 35 Prozent ein, beim Tagi waren es 51 Prozent. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres legte das Heft nun wieder 5,8 Prozent zu, der Tages-Anzeiger hingegen ist noch immer mit 7,1 Prozent im Minus. (mk)
«Nichts Spruchreifes»: Die Zürcher Magaziner treten vorläufig an Ort.
Markus Knöpfli
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