Zürich by Light

Plakate Eine neue Werbemöglichkeit zieht in Zürich die Blicke auf sich – Traffic Light Poster. Dabei handelt es sich jeweils um zwei Leuchtdisplays in jedem Tram 2000 auf den frequenzstärksten Züri-Linien der VBZ.

Plakate Eine neue Werbemöglichkeit zieht in Zürich die Blicke auf sich – Traffic Light Poster. Dabei handelt es sich jeweils um zwei Leuchtdisplays in jedem Tram 2000 auf den frequenzstärksten Züri-Linien der VBZ.Gemäss aktuellen Passagierzahlen können diese Stellen im Format 75 x 35 cm täglich von ungefähr 420000 Fahrgästen gesehen werden. In zwei Wochen ergeben sich rund 5,8 Millionen potenzielle Kontakte in der City von Zürich, rechnen APG und VBZ TrafficMedia vor. Als Verkaufsinstrument dient eine achtseitige Broschüre. Für den ersten Kontakt der Mediaprofis mit Traffic Light Poster sorgt ein Teaser-Mailing von Publicis, auf dem die betreffenden VBZ-Züri-Linien mit phosphoreszierender Leuchtfarbe aufgedruckt sind.

Calcio auf 200 Metern unter Meer

Aufgefallen Fast könnte man meinen, auch der italienische Uhrenkonzern Sector habe sich zur EM unter die Ambusher gemischt.

Uhrenmarketing Fast könnte man meinen, auch der italienische Uhrenkonzern Sector habe sich zur EM unter die Ambusher gemischt.Hinter dem aktuellen Sujet steckt aber ein anderes Konzept: Der fotografierte Mann in Schwimmerpose ist nämlich nicht nur neuer Werbeträger der Marke, sondern auch Stürmer beim AC Milan. Was wäre also nahe liegender als Andriy Shevchenko vor einem Goal posieren zu lassen. Nichts, wäre der angepriesene Zeitmesser keine Taucheruhr. Aber warum braucht ein Fussballer eine Uhr, die einem Druck von 21 Bar standhält? Die Antwort darauf liefern die Ereignisse in Portugal: Das Ausscheiden der Azzurri hat ganz Italien in eine tiefe Depression gestürzt. Ebenso erging es der Grande Nation und den Schwarz-Rot-Gelben. Und tiefer sinken als die britische Boulevard-Presse kann man kaum: Statt ihrem Flankengott schieben sie die Schuld für den englischen EM-Tauchgang dem Schweizer Ref in die Schuhe. «Auch du verdienst eine Sector. Denn sie ist die Einzige, die deinen Ausflügen in die Tiefe standhält». So gesehen ist der Sector-Claim aktuell: Die Fussball-Stars mögen am Leistungsdruck zerbrechen, ihre Uhren ticken fröhlich weiter.
(sk)

Sponsoring auf Stilsuche

Zigaretten Rund um das Montreux Jazz Festival lanciert Ogilvy für Barclay eine integrierte Kampagne.

Zigaretten Rund um das Montreux Jazz Festival lanciert Ogilvy für Barclay eine integrierte Kampagne.Auch dieses Jahr spielt Barclay mit in der Band der Hauptsponsoren des Montreux Jazz Festivals. Wie in den Jahren zuvor hat der Experte für Light-Zigaretten für den MusikEvent eine Barclay Limited Edition lanciert. Beworben wird sie von Grendene Ogilvy & Mather sowie OgilvyOne und Ogilvy Interactive durch eine integrierte Kampagne mit klassischen Werbemitteln, elektronischen Medien, zahlreichen Below-the-line-Aktivitäten sowie einem interaktiven Voting-Game.Barclay hat als Sponsor schon beim letztjährigen Montreux Festival den richtigen Ton getroffen. Die Limited Edition mit Reproduktionen von alten Plakaten des Jazzfestivals wurde zum Sammlerobjekt. «Wir hätten problemlos nachdoppeln können, denn im Archiv gibt es noch viele schöne Plakate», meint CD Michel Hitz von Grendene Ogilvy & Mather. Die Agentur wollte aber für British American Tobacco Switzerland nicht in der Nostalgie verharren und hat sich deshalb etwas Neues einfallen lassen.
Fünf Farben für fünf Sounds
Das Motto in diesem Jahr lautet «Express Your Taste in Music and Vote» oder «Bring deinen eigenen Musikstil zum Ausdruck». Diese Aktion wird auf Plakaten, in Inseraten, an allen Verkaufspunkten sowie auf der Website b-there.ch, per Direct-E-Mailing und an den diversen Touchpoints direkt vor Ort in Montreux kommuniziert.
Dem Motto entsprechend sind die fünf Barclay-Packungen der Montreux Jazz Festival Limited Edition mit einem speziellen Design versehen. Sie zeigen die Interieurs von fünf Clubs, die zu den angesagtesten Europas zählen: das Nektar in München, das Shu in Mailand, der Supperclub in Amsterdam, das Lux in Lissabon und das Grenzwert in Basel. Jeder der fünf Sorten und Farben wird ein Musikstil zugeordnet: City Red steht für Latin, Smooth Taste für House, Original Taste für R&B, Menthol Taste für Pop Rock, Fine Taste für Lounge.
Der favorisierte Musikstil wird per SMS oder auf www.b-there.ch gewählt. Welche Beliebtheitsstufe jeder Musikstil erreicht, kann online erfahren werden. Zudem kann jedes Barclay Community Member seinen Lieblings-Song als Ringtone herunterladen. Unter den Teilnehmenden des Voting-Game werden fünf VIP-Weekends in Montreux verlost. «Der Wettbewerb soll nur begleitend sein. Primär wollen wir testen, wie viele Leute sich für eine solche Abstimmung animieren lassen», erklärt Bernadette Mock,
Account Director bei Ogilvy. Die Montreux Jazz Festival Limited Edition ist an allen Kiosken sowie an Tankstellen und in ausgewählten Clubs und Restaurants zu haben.
«Express Your Taste in Music and Vote» wird auf F12- und F200-Plakaten schweizweit mit Schwerpunkt in den Zentren propagiert. Einen speziellen Plakataushang gibt es auch in Montreux.
Begleitet wird die Plakatierung von einer Anzeigenkampagne, die das Voting-Game erklärt. Zudem sind Plakate und Flyers am POS zu sehen. Auf diesen findet sich die Botschaft: «Verleihe deinem Style Ausdruck und sichere dir jetzt die limitierte Barclay-Packung, die zu deinem Musikgeschmack passt.» Die Voting-Resultate werden auf www.b-there.ch sowie in Kleininseraten in 20 Minuten und Le Matin publiziert.
Barclay ist auch an diversen Touchpoints rund ums und im Festivalareal zu finden. Neben den Limited Edition Packs sind hier auch verschiedene Give-aways zu haben, zum Beispiel fünf verschiedene CD-Boxen im Limited-Editions-Design. An verschiedenen Abenden werden zudem Off-Stage Music Taste Events veranstaltet, an denen namhafte DJs nach den Konzerten zum Abtanzen einladen. Schliesslich wird am 16. Juli an allen Barclay-Ständen in Montreux der Barclay-Musikstil des Sommers 2004 verkündet.
Individuell: Je nach Musikgeschmack wählt man eine Packung.
Barclay bringt am Jazzfestival Montreux mit Special-Zigaretten und einem Musikvoting Farbe ins Spiel. >> Seite 7
Andreas Panzeri

Vier auf einen Streich

Corporate Design Die Zürcher Kommunikations- und Designagentur Process hat vier neue Kunden gewonnen. Sie überarbeitet das Corporate Design von Loyalty Gate, Unaxis, Marché Mövenpick und der Sarna-Gruppe.

Corporate Design Die Zürcher Kommunikations- und Designagentur Process hat vier neue Kunden gewonnen. Sie überarbeitet das Corporate Design von Loyalty Gate, Unaxis, Marché Mövenpick und der Sarna-Gruppe.Loyalty Gate entwickelt und führt Bonusprogramme wie den Travel Club der Swiss Air Line. Unaxis ist in der Halbleiterherstellung und Vakuumtechnik tätig. Die Marché-Kette des Gastrokonzerns Mövenpick bietet frisch zubereitete Gerichte in Marktplatzatmosphäre. Die Sarna-Gruppe fertigt Kunststoffprodukte für die Bau- und Automobilindustrie.

Catskys zweiter Streich

Cannes 2004: Catsky & Partners gewinnt am Internationalen Werbefestival den einzigen Löwen für die Schweiz.

Cannes 2004: Catsky & Partners gewinnt am Internationalen Werbefestival den einzigen Löwen für die Schweiz.Ein insgesamt starkes Jahr für die internationale Werbung, ein mageres für die Schweiz – so dürfte 2004 in die Cannes-Annalen eingehen. Statistisch gesehen durchaus verständlich: Stieg die Zahl der eingereichten Arbeiten im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 18705, gingen jene aus der Schweiz um 19 Prozent zurück. 15 von 287 eingereichten Schweizer Arbeiten schafften es am 51. Internationalen Werbefestival auf die Shortlist. Nur einer Arbeit gelang es – in Abwesenheit ihres kreativen Vaters – die Ehre der Werbenation Schweiz zu retten und einen Löwen nach Hause zu holen. Catsky & Partners erhielt für den Beitrag «Car Mechanic» (Rehabilitations Centre SuvaCare) in der Katego-rie Press den Bronze-Löwen. Damit kann Claude Catsky zehn Jahre nach seinem ersten Silber-Löwen und acht Shortlists später seine Raubtiersammlung um ein Exemplar erweitern. Für die Suva ist es nach einigen Teilnahmen die erste Trophäe an der Werbeolympiade.
Preisgekrönt: Catskys Kampagne für die Suva.
(la)

Warnung vor Schnäppchenjägern

Elektronik Es ist immer dasselbe: Kaum werden die Preise reduziert, stürmen die Leute die Fachgeschäfte.

Elektronik Es ist immer dasselbe: Kaum werden die Preise reduziert, stürmen die Leute die Fachgeschäfte.Diese Erkenntnis macht sich Euro RSCG Zürich zu Nutze und rüstet den um- und ausgebauten M-Electronics Neumarkt in St. Gallen auf: Wo zehn Prozent Eröffnungsrabatt auf das gesamte Sortiment angeboten wird, müssen die Mitarbeitenden auf das Schlimmste gefasst sein – auf Schnäppchenjäger, die weder Ellbogen noch Schienbeine schonen, um ein Elektronikgerät günstig zu ergattern. Auf Anzeigen und Flyern präsentieren sie sich deshalb mit Schutzausrüstung, bestens auf die Neueröffnung vorbereitet.

Die Russen kommen

Ausländerpresse Der Rubel soll rollen: Eine neue Zeitung macht Russen in der Schweiz zur Zielgruppe.

Ausländerpresse Der Rubel soll rollen: Eine neue Zeitung macht Russen in der Schweiz zur Zielgruppe.«Russkaja Schwejzarija» nennen sich in Russland zahlreiche Regionen mit malerischen Landschaften. Russkaja Schwejzarija – Russische Schweiz – heisst auch die Monatszeitung, die Alexandr Peske und Serguei Sander seit Anfang Mai in Zürich herausgeben. Sie erscheint vollständig in russischer Sprache und kyrillischer Schrift. Immer mehr Menschen aus Ufa, Tscheljabinsk oder Krasnaja Poljana leben in der Schweiz oder verbringen ihren Urlaub hier. Genaue Zahlen gibt es nicht. Peske und Sander schätzen die russischsprachigen Immigranten auf rund 25000 Personen. Allein im Raum Zürich seien es über 4000. Viele, die in Sowjetzeiten hierher gezogen sind, haben mittlerweile einen Schweizer Pass. Die Verleger von Russkaja Schwejzarija halten sie für eine hervorragende Zielgruppe. Es handle sich vorwiegend um 30- bis 50-Jährige «mit Hochschulabschluss, kaufkräftig, weltgewandt und mit sehr grossem Interesse an Lifestyle und Luxusgütern». Auch die Geschäftsleute und Touristen aus den GUS-Staaten verfügten über hohe Einkommen und Sozialstatus, heisst es in der Mediadokumentation.
Diesen Leuten bietet Russkaja Schwejzarija Reportagen und Interviews über Gesellschaft, Wirtschaft, Integration, Kultur und Lifestyle. Als Service-Elemente finden sich Statistiken, Rechtsauskünfte und Berichte über das Leben der russischen Diaspora in der Schweiz.
Onlineforum als Basis
Entstanden ist die Monatszeitschrift aus dem Onlineforum Ruswiss.ch, das Serguei Sander bereits vor vier Jahren lanciert hat. Damals war der Mathematiker und IT-Experte als Webentwickler bei Tamedia tätig und unter anderem für die Online-Auftritte von TV 3 und Du verantwortlich.
Ruswiss.ch weist heute 3000 registrierte Nutzer und 1000 Besucher pro Tag aus, die Sander vom Net-Audit der Wemf beglaubigen lässt. Die Zeitung lanciert er mit einer Auflage von 6000 Exemplaren. Sie erscheint als Tabloid mit bisher 16 bis 20 Seiten und kann abonniert oder für 3.50 Franken am Kiosk und in russischen Geschäften gekauft werden. Zudem steht sie kostenlos als PDF auf der Website zur Verfügung.
Die Anzeigenvermarktung übernimmt die Zürcher Agentur PubliFine. Laut Geschäftsführer Werner Marthaler werden hauptsächlich Hotels und Touristenzentren sowie russische Geschäfte angesprochen. Daneben bemüht man sich auch um Kunden aus dem Luxussegment – Marthaler nennt Schönheitskliniken als Beispiel. Auf Wunsch werden vorliegende Anzeigen ins Russische übersetzt.
Russkaja Schwejzarija: Die Monatszeitung setzt auf eine attraktive Marktlücke.

Vernachlässigte AusländerRusskaja Schwejzarija ist die erste russische Zeitung in der Schweiz.
Andere fremdsprachige Gemeinschaften verfügen ebenfalls über eigene Medien. Die Datenbank der Schweizer Presse zählt zehn italienische, neun portugiesische, sechs spanische und drei türkische Titel. Auf Albanisch erscheinen zwei Tageszeitungen.
Auf dem Werbemarkt haben es diese Titel schwer. «In den Agenturen kennt man unsere Medien gar nicht», klagt Antonio Campanile, der mit
seiner Firma Mediapresse italienische, spanische und portugiesische Blätter betreut. Fremdsprachige Zeitungen seien kaum akzeptiert. Im Schnitt verbuchen die Mediapresse-Titel nur fünf bis zehn Prozent Schweizer Kunden.
«Die Ausländerpresse ist als Gattung wenig bekannt», stimmt Urs Schneider von der Agentur Mediaschneider zu. Die Titel seien selten
beglaubigt und für den Massenmarkt nicht interessant. Ronny Schmid von Konnex kann sich einen Einsatz vor allem als Goodwill-Aktion vorstellen. Dass wegen der Fremdsprache das Werbeumfeld kaum einzuschätzen ist, kommt für ihn erschwerend dazu. (sm)
Stefano Monachesi

Weiterhin im Tiefdruck

Werbestatistik Im Mai sind die Schweizer Werbeumsätze gegen-über dem Vorjahresmonat um 1,6% auf 335,856 Millionen Franken gesunken. Laut dem Advertising Index Switzerland der Wemf konnten einige Branchen stark zulegen.

Werbestatistik Im Mai sind die Schweizer Werbeumsätze gegen-über dem Vorjahresmonat um 1,6% auf 335,856 Millionen Franken gesunken. Laut dem Advertising Index Switzerland der Wemf konnten einige Branchen stark zulegen.Telekommunikation gab 46,6% mehr aus, Unterhaltungselektronik/Foto/Uhren 37,9%, Kleider- und Schuhbranche 34,6%. Verwaltung und Administration sparten mit 29,1% am meisten, vor den Dienstleistungen, Finanzen/Versicherungen, Handel und Bürobedarf. Die Rubrikeninserate nahmen um 15,6% ab. Die Medien gaben 6,3% weniger aus.

Viva Cannes!

Woran erkennt man während des IAF in Cannes einen Schweizer? Ganz einfach. Er hat keinen Löwen mit dabei – haha.

Woran erkennt man während des IAF in Cannes einen Schweizer? Ganz einfach. Er hat keinen Löwen mit dabei – haha.Sorry, aber dieses Bonmot musste einfach noch unter die Leute. Schliesslich war die Ausbeute der Eidgenossen an der Côte mit einer Bronzestatuette für Claude Catsky alles andere als berauschend. Sehr berauschend hingegen war das IAF-Rahmenprogramm, und kaum eine Party wurde von den Schweizern ausgelassen. Je später denn auch die Abende, umso mehr freute man sich über die Papierlöwen – so werden die Nennungen auf den Shortlists der verschiedenen Kategorien bezeichnet. Wie an der Fussball-EM kränkelten die Schweizer Kreativen auch in Cannes an der landestypischen Abschlussschwäche. So lautete jedenfalls das Fazit, welches am Swiss-Event der Cinecom an der Plage Miramar gezogen wurde.
Wo trieben sich die Schweizer in Cannes sonst noch herum? Ein sehr beliebter Anlaufpunkt war Reiner Roduners Landhaus in Mougins, auch wenn dort die Atmosphäre um einiges arbeitsamer war als in anderen Jahren. In zwar angenehmer Pool-Atmosphäre wurde mehrheitlich ziemlich hart geschuftet. Konzepte harrten ihrer Erstellung, und Besprechungen waren angesetzt. Und schliesslich wollte auch die Abendunterhaltung organisiert sein.
So traf man in den lauen Nächten nicht nur Roduners Clique jeweils im Martinez, sondern auch viele andere Schweizer. Bar und Terrasse des Grand Hotel an der Croisette sind der bevorzugte Anlaufpunkt für kreative und wilde Nachtschwärmer.
Feuchtfröhlich gleich im doppelten Sinne war die Abschlussparty der Schweizer, welche in der Villa von Ultra Images mitten in Cannes abging. Zwar hatte man die Umgebung freundlich vorgewarnt, trotzdem verlor eine Nachbarin morgens um zwei die Nerven und rief die Polizei. Während ihres Notrufs hielt sie gleich auch noch demonstrativ den Telefonhörer in Richtung Partygarten. Anscheinend ist jedoch Nachtruhestörung in Cannes eine absolute Bagatelle. Denn auch zwei Stunden später wurde noch kein Ordnungshüter auf dem Grundstück gesichtet.
Ça, c’est Cannes!
Beat Fritschtraf am International Advertising Festival IAF in Cannes Werbegurus aus aller Welt. Beispielsweise an der grossen DDB-Party Keith Reinhard (l.) und Bob Scarpelli. Aber auch die Schweizer liessen sich nicht lumpen, was die Partys anging. Massive Music, Absolutturnus in Mougins, Cinecom, Soundscape, Ultra Images, Martinez-Terrasse – das waren die Orte, wo die Eidgenossen an der Côte abfeierten.
Wo sich die Kommunikations-, Media- und Verlagsbranche zu ihren Partys trifft, orten wir an den Veranstaltungen der Szene. Haben Sie schon jetzt etwas zu berichten? Greifen Sie zum Hörer (01 296 97 98) oder in die Tasten ([email protected]). Veranstaltungstipps und weitere Shortlistbilder aus Cannes gibt es online unter www.werbewoche.ch
Cannes heisst Arbeit – alle Events zu besuchen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Die Advico-Kreativen erwiesen dem scheidenden CD in Cannes mit einem Button Reverenz.
Bei einer Stippvisite im Le Grand Hotel getroffen: Michela Trümpi (l.) von Chocolate Films und Lea Rindlisbacher von Eqal.
Ein Vollprofi: Festival-CEO Roger Hatchuel erinnerte sich sofort an Lions-Academy-Studentin Melanie Brandel von Contexta.
Event-Manager Schoscho Rufener mit Nicole Steinegger von Cinecom, die in Cannes die Organisation fest im Griff hat.
Gäste beim Swiss-Dinner: Reiner Roduner von Absolutturnus und Liz O’Shaugnessy von der südafrikanischen Metal Tiger Productions.
Das Contexta-Team genoss die Abendsonne an der Plage Miramar: Jürg Brechbühl mit Irène und Bene Abegglen (v. l.).
Pflegten an der Côte nicht nur Geschäftsbeziehungen, sondern auch das Golf-Handicap: Daniela Schönholzer und Leos Gerteis.
In bester Laune zeigten sich die beiden ehemaligen Film-Juroren Frank Bodin (l.) und Martin Spillmann am Cinecom-Strand.
Die Schweizer Kreativ-Elite plauschte zusammen in Cannes: André Benker, Michael Conrad und Markus Gut (v. l.).
Im Gegensatz zu anderen hielt Peter Rettinghausen (r.) den meist in Orange gewandeten Daniel Comte nicht für einen Holländer.
Ein Besuch am IAF heisst viel Arbeit, aber auch der Spassfaktor sollte stimmen: Ralph Halder (l.) und Heinrich Reinacher.
Com.in-Chefredaktorin Victoria Marchand (l.) mit Frank Estermann von Blood, Sweat & Tears und Sebahat Derdiyok, SFLB.
Thomas Lüber, CD bei Lesch + Frei, leistete Kerstin Reulen von Wirz beim Nachtessen gerne Gesellschaft.
TBWA-CD Hans-Joachim Timm mit den Keystone-Open-Siegerinnen Hanna Zimmermann (l.) und Chantal Ehrensperger von Wirz.
Abschiedsgruss auf der Jimmy’z-Terrasse: Reiner Roduner von Absolutturnus mit der Clique seiner zahlreichen Cannes-Freunde.
Verrückter Holländer: Hans Brouwer, hier mit Natasha Teidler, verdanken wir jeweils die heisse Massive-Music-Party am Mittwoch.
Die Gastgeber der wilden Ultra-Party: Benno Gut (l.), Sandra Pötschacher und Markus Gyhr boten den idealen Festival-Abschluss.
Sonja Brand von Pumpkin Film und Peter Brönnimann von SFLB machten es sich bei Ultra Images in der Laube gemütlich.
Roli Scotoni gab alte Cannes-Schwänke zum Besten, und Susann Henggeler von Pumpkin Film amüsierte sich dabei köstlich.
Opfer der Pool-Schlacht: Sebastian Hugelshofer, Serge Höltschi (Urheber!), Michèle Seligmann und Chantal Ehrensperger (v. l.).
Brachten niederländischen Elan in die Party: Iris van der Hart, Nathalie Brand, Denise Sprengers und Adrienne de Beer (v. l.).
Ein paar der Youngsters amüsierten sich dermassen über den Pool-Plausch, dass sie schon gar nicht mehr ins Trockene kommen wollten.

Wer mehr bietet, hat das Nachsehen

Plakate Die APG bietet Flughäfen offenbar höhere Abgaben für Plakatkonzessionen als Clear Channel Plakanda (CCP). Doch Unique geschäftet mit CCP.

Plakate Die APG bietet Flughäfen offenbar höhere Abgaben für Plakatkonzessionen als Clear Channel Plakanda (CCP). Doch Unique geschäftet mit CCP.«Ich werde noch diese Woche Unique-VR-Präsident Andreas Schmid einen Brief schicken und ihm mein Befremden mitteilen», sagt Christian Kauter, CEO der APG. Der Grund seines Ärgers: Unique, die Betreiberin des Flughafens Zürich, hat die im Dezember auslaufende Plakatkonzession mit dem Aussenwerber Clear Channel Plakanda (CCP) um drei Jahre verlängert, mit einer Option auf weitere zwei Jahre. Und dies ohne Submission.Kauter weiss, dass Unique rechtlich kaum etwas vorzuwerfen ist, doch «störend» findet er zweierlei: Zum einen war schon die Submission vor vier Jahren so kurzfristig angelegt, dass niemand ausser der damaligen Konzessionärin CCP die zeitlichen Vorgaben des Flughafens erfüllen konnte. Zudem habe Unique-CEO Josef Felder damals der APG eine weitere Submission im 2004 in Aussicht gestellt. Die nun erfolgte submissionslose Vertragsverlängerung bezeichnet Kauter deshalb als «unfaire Behandlung». Er überlegt sich, an die Wettbewerbskommission (Weko) zu gelangen. Allerdings schätzt er seine Chance dort als gering ein.
Weko will nichts unternehmen
Warum eigentlich? Immerhin ist die Flughafen Zürich AG zu 53 Prozent im Besitz von Stadt und Kanton Zürich. Bei der Weko winkt man aber ab. «Unique ist ein börsenkotiertes Unternehmen und grundsätzlich frei, wie und an wen es die Plakatanschlagstellen vergibt», sagt der stellvertretende Weko-Direktor Patrik Ducrey. Trotz öffentlich-rechtlichem Grossaktionär würde deshalb die Pflicht der Gemeinwesen zu öffentlichen Ausschreibungen nicht auf Unique übertragen. «Zurzeit sehen wir keinen Anlass, hier einzuschreiten», schliesst Ducrey.
Eine andere Frage steht dennoch im Raum: Ohne Zahlen zu nennen, behauptet Kauter, bei der Submission 2000 dem Flughafen Zürich eine höhere Abgabe zugesagt zu haben als CCP. Das ist kaum zu überprüfen. Doch die wenigen öffentlichen Zahlen der Flughäfen deuten darauf hin, dass Kauters Aussage stimmen könnte. Denn die Flugplätze Genf und Lugano-Agno, die von der APG vermarktet werden, erhielten 2003 offenbar pro Passagier 74 respektive 111 Rappen. Unique dagegen bekam von CCP höchstens 45 Rappen. Allerdings ist festzuhalten, dass CCP trotz deutlich gesunkener Passagierzahlen ihre Abgaben an Unique offenbar stetig erhöht hat (im 2001 waren es maximal 35 Rappen, im 2002 dann 39 Rappen).
Unique-Sprecher Urs Brütsch will das nicht kommentieren – «weil wir keine Angaben über Eingaben bei Submissionen machen.» Er verweist nur auf das Unique-Communiqué vom 15. Juni, das die Vertragsverlängerung mit CCP wie folgt begründet: «Plakanda AG hat gemeinsam mit Unique in den vergangenen Jahren grosse Investitionen in den Austausch veralteter Werbeträger und in die Anbringung neuer und zum Teil exklusiver Werbeträger in den Bauelementen der 5. Bauetappe geleistet. (…) Die bis anhin erfolgreiche Zusammenarbeit, die Kontinuität bei den Kundenkontakten und die noch nicht abgeschlossene Vermarktung der neuen Werbestandorte im Zusammenhang mit der 5. Bauetappe waren ausschlaggebend für die Verlängerung des Vertrags.»
Markus Knöpfli

SDA schreibt noch mehr Verlust

Nachrichtendienste Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) hat 2003 einen konsolidierten Jahresverlust von 1,296 Millionen Franken erzielt (Vorjahr –0,48 Millionen).

Nachrichtendienste Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) hat 2003 einen konsolidierten Jahresverlust von 1,296 Millionen Franken erzielt (Vorjahr –0,48 Millionen).Nachrichtendienste Die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) hat 2003 einen konsolidierten Jahresverlust von 1,296 Millionen Franken erzielt (Vorjahr –0,48 Millionen). Der Betriebsertrag stieg dagegen von 39,47 Millionen auf 41,86 Millionen Franken. Der wichtigste Pfeiler war der Basisdienst für Medien, dessen Ertrag um 12,3% auf 27,609 Millionen Franken stieg. Der Basisdienst für Nichtmedien legte um 30,3% auf 5,14 Millionen Franken zu.

Güsel und Galle

Recht Die Littering-Kampagne führt wohl zum Prozess zwischen der Igora und dem Ex-Chef von Bonaparte.

Recht Die Littering-Kampagne führt wohl zum Prozess zwischen der Igora und dem Ex-Chef von Bonaparte.Die Littering-Kampagne der Recycling-Organisation Igora sorgt nicht nur für beachtliches Medienecho, sondern auch für einen Rechtsstreit: Harry Sulzer, Inhaber/CD der konkursiten Kleinagentur Bonaparte und ehemaliger Betreuer der Werbeauftraggeberin, will Igora in einen Prozess verwickeln. Für ihn ist klar, der aktuelle Aushang ist «Ideenklau», da das Konzept massgeblich von ihm stammt und nicht «nur» von seinen ehemaligen Angestellten und jetzigen Etathaltern Vizner-Borel. «Auf Anfrage von Igora habe ich auf eigenes Risiko, weil seit zwölf Jahren vertragslos, die Kampagne entwickelt und Ende Oktober 2003 präsentiert.» Danach herrschte lange Funkstille. Bis dann im Januar der Kunde ohne Angabe von Gründen den Werkvertrag zur Unzeit gekündigt habe, so Sulzer. Weil er alle Igora-Arbeiten auf null abschreiben musste, wirft Harry Sulzer Igora nebst der Urheberrechtsverletzung die Verantwortung am Konkurs seiner Agentur vor. «Wäre alles sauber gelaufen, gäbe es Bonaparte noch. Ich habe mehrfach vergeblich das Gespräch gesucht.»
Allerdings ist bekannt, dass Sulzer – mit einer Ausnahme – seiner Belegschaft schon im Dezember 2003 gekündigt hatte, also einen Monat, bevor Igora sich von Bonaparte trennte. Jetzt will er die Kampagne per einstweiliger Verfügung stoppen lassen, um zum Honorar «im sechsstelligen Bereich» zu kommen. Dann sei nicht auszuschliessen, dass es einen Widerruf des Agenturkonkurses gibt.
Lajos Vizner, Mitinhaber der neuen Igora-Hausagentur ViznerBorel, sind Sulzers Vorwürfe bekannt. Wie Arno Bertozzi, Präsident der Igora, will er zum rechtlichen Streit keine Stellung nehmen, um so eine öffentliche Schlammschlacht zu verhindern. Igora habe ihrerseits Anwälte eingesetzt, so Bertozzi.
(la)
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