Nahsehen statt Rückblende

Lokalfernsehen Hugo Bigi hat zum 10-Jahr-Jubiläum von TeleZüri ein Lehrbuch statt eine Festschrift verfasst.

Lokalfernsehen Hugo Bigi hat zum 10-Jahr-Jubiläum von TeleZüri ein Lehrbuch statt eine Festschrift verfasst. WW: Das Buch «Nahsehen» wirkt stilistisch wie eine gedruckte «People»-Sendung. Trotzdem könnte man es auch als Lehrbuch für TV-Journalismus verkaufen. Didaktische Absicht?Hugo Bigi: Ein Buchkritiker sagte, mein «Nahsehen» sei eine «Medienanalyse als Homestory». Dem würde ich zustimmen. Der Prozess des Fernsehmachens ist auf verschiedene Personen bezogen. Es wird anhand einer konkreten Geschichte beschrieben, wie ein einzelner Videojournalist (VJ) für einen Bericht bestimmend sein kann. Was bringt er aus seinem Umfeld mit, wie arbeitet er? Ich formulierte es leicht überspitzt: «Jeder VJ ist ein kleiner Programmdirektor.» Diese Analyse wollte ich aber nicht nur akademisch als Lehrbuch präsentieren, sondern auch unterhaltend.
Geschichten statt ein Geschichtsbuch?
Ursprünglich wollte ich mehr auf die Historie fokussieren, merkte aber bald: Es ist nicht die Geschichte, die ausschlaggebend ist bei TeleZüri. Es geht vielmehr darum: Wie werden Geschichten gemacht? Jedes Ereignis wird bei uns in eine Geschichte verpackt. Das merkt man bei der Umsetzung in der Redaktion wie auch in der Wahrnehmung beim Publikum. Dieses sitzt mitten in der Geschichte drin, weil sie aus seinem regionalen Umfeld stammt. Das wird konsequent durchgezogen in der Redaktionsarbeit bei TeleZüri. Deshalb reden wir intern auch ständig von Geschichten statt von Beiträgen. Mit «Nahsehen» habe ich versucht, sowohl in der Sprache wie vom Tempo her «TeleZüri in Buchform» zu schaffen. Ich wollte aufzeigen, wie solche Geschichten entstehen und was sie bewirken.
Sie sind auch Dozent für Fernsehjournalismus am MAZ sowie am Institut für angewandte Medienwissenschaften an der Zürcher Hochschule Winterthur. Wie wichtig ist das neben dem Moderationsjob?
Eine Zukunft in diese Richtung kann ich mir gut vorstellen. Ich will aber nie den Bezug zur journalistischen Praxis verlieren. Seit 20 Jahren bin ich an der Front tätig und versuche jetzt, von beiden Seiten etwas herauszunehmen und vielleicht auch eine Brücke zu schlagen. In der Schweiz gibt es immer noch einen tiefen Graben zwischen Journalisten in der Praxis und der Akademie.
Sie wollen im Frühling 2005 auch ein Studium der Kommunikationswissenschaften am Center for Mass Communication Research an der University of Leicester abschliessen. Was motiviert Sie dazu?
Das Research Center in Leicester erforscht Medien nicht nur akademisch, sondern auch sehr praxisorientiert. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dort noch ein wenig weiterzumachen oder meine Lehrtätigkeit mehr in diese Richtung auszubauen. Es ist spannend zu sehen, wie im angelsächsischen Raum viel mehr Medien und Medienrezeption als bei uns gelehrt wird. Die Medien entwickeln sich rasant, deshalb ist es wichtig, dass man lernt, wie man mit ihnen umgehen soll.
Ihre Master-Dissertation hat den Titel «Videojournalism and the Sociology of News Production». Was heisst das?
Es geht um Mediensoziologie. Ich will den Videojournalismus, den TeleZüri als Erste in der Schweiz eingeführt hat, von der Macherseite her analysieren. Herausfinden, wie und wieso diese VJs arbeiten. Welchen Zwängen sind sie ausgesetzt? Politisch, gesetzlich, ökonomisch.
Einer dieser Zwänge heisst Werbung. Was interessiert Sie daran?
Werbung ist ein wichtiger Teil unserer Alltagskultur. So war es auch klar, dass Werbung im Buch vorkommen musste. Werbung ist bei TeleZüri viel näher präsent als bei einer Zeitung. Das wollte ich sichtbar machen. Einerseits haben wir so das Buch mit rund 20 Seiten «Unterbrecherwerbung» finanziert. Das war ein schöner Nebeneffekt. Provokativ – aber in diesem Buch gerechtfertigt.
Sie schreiben auch über Spots. Was ist hier Ihre These?
TeleZüri ist darauf angewiesen, die lokale Werbung ans Fernsehen zu holen. So hat unser Sender auch mit gewissen Exponenten das «Nah-
sehen in der Werbung» realisieren können. Ernst Fischer von der Bettwarenfabrik in Wädenswil ist ein Werbestar. Kenny Eichenberger von Kenny’s Autocenter in Wettingen ist der Trendsetter dieser personalisierten Werbung. Das ist eine neue Werbesprache, wenn Persönlichkeiten wie Fischer oder Eichenberger hinstehen und sagen: «Vertraut mir!»
Wie gross ist der Anteil von lokaler Werbung auf TeleZüri?Lokale Werbung macht rund 15 Prozent des Gesamtvolumens aus. Der Anteil an nationaler Werbung nimmt weiterhin konstant zu. Vorher mussten wir aber eine neue Form für lokale Werbung entwickeln. Hier unterscheidet sich das Lokalfernsehen von den Radios. Im Radio hat sich die Lokalwerbung als günstiges Medium schon längst etabliert. Beim Fernsehen ist alles viel teurer und da musste man sich für Spots zuerst einen neuen Stil ausdenken und diesen herausbilden, eine andere Art von Kreativität. Deshalb wollte ich im Buch diese Figuren vorstellen und zeigen, was diese Art von Werbung auslösen kann.
«Ich habe mit dem Buch ‹Nahsehen› versucht, vom Tempo und von der Sprache her TeleZüri in Buchform zu schaffen.»

Hugo Bigi, Anchorman von TeleZüri
Interview: Andreas Panzeri

JobChange

Anfang November stösst Texter Martin Stulz (Bild) neu zum Kreativteam der Werbeagentur Advico Young & Rubicam (AY&R), im Februar folgt Art Director Christian Bobst. Martin Stulz arbeitete die letzten zwei Jahre bei Lowe, davor bei Weber Hodel Schmid,

Anfang November stösst Texter Martin Stulz (Bild) neu zum Kreativteam der Werbeagentur Advico Young & Rubicam (AY&R), im Februar folgt Art Director Christian Bobst. Martin Stulz arbeitete die letzten zwei Jahre bei Lowe, davor bei Weber Hodel Schmid, Euro RSCG und Publicis. Christian Bobst war schon früher für AY&R tätig, bevor er nach Deutschland zu Jung von Matt/Spree ging. Er ist soeben in den Art Directors Club Schweiz aufgenommen worden.
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Im Februar 2005 übernimmt Rolf Suter die Geschäftsleitung der Media-Agentur m&m in Glattbrugg. Er löst Wolfgang Mecklenburg
ab, welcher bisher für die Gesamtgeschäftsleitung der beiden Agenturen m&m und mm&b in der Schweiz verantwortlich zeichnete. Mecklenburg wird sich in Zukunft auf das europäische Geschäft der Mutterholding m&m media – unter anderem in Stuttgart, Paris und Wien – konzentrieren. Die Aufgaben und der Verantwortungsbereich von Claudia Mühlebach bei mm&b bleiben in der neuen Konstellation unverändert.
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Der frühere Verlagsdirektor des Beobachters Peter Kümmerli (Bild) ist neuer Verlagsleiter des Verlags Personalvorsorge und Sozialversicherung (VPS). Per Anfang November löst Kümmerli Cornelia Maggi-Wirz ab, die den Verlag während 17 Jahren auf- und ausgebaut hat. Sie widmet sich künftig strategischen Aufgaben im Verwaltungsrat und Verwaltungsratausschuss.
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Andreas C. Englert tritt vom Amt als stellvertretender Chefredaktor der Schweizer Illustrierten (SI) zurück. Er übernimmt ab 1. Februar 2005 eine Autorenstelle beim Blick, bleibt aber mit 20 Prozent als Autor für die SI tätig.
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Cesare Patella wird Projektmanager im Departement Media & Forschung von Publimedia. Er übernimmt Anfang April 2005 eine neu geschaffene Projektleiterstelle. Patella ist zurzeit bei Jean Frey als Leiter Marketing-/Media-/Anzeigen-Support tätig.

Weko prüft Übernahme von Homegate

Online Die Wettbewerbskommission (Weko) unterzieht die Übernahme der Online-Immobilienplattform Homegate durch Tamedia und Edipresse einer vertieften Prüfung.

Online Die Wettbewerbskommission (Weko) unterzieht die Übernahme der Online-Immobilienplattform Homegate durch Tamedia und Edipresse einer vertieften Prüfung.Die vorläufige Prüfung habe Anhaltspunkte für die Begründung oder Verstärkung von marktbeherrschenden Stellungen in den Räumen Zürich und Genf/Waadt geliefert, heisst es in einer Mitteilung. Die beiden Verlagshäuser wollen in einem ersten Schritt von der Zürcher Kantonalbank eine Minderheit der Homegate-Aktien übernehmen und ihre eigenen Aktivitäten in das Unternehmen einbringen. Ab 2008 sollen sie die Mehrheit übernehmen. Die Prüfung dauert maximal bis am 28. Februar 2005.

Codex sponsert Skinachwuchs

Sport Der Rotkreuzer Software-Anbieter Codex wird Hauptsponsor des neu lancierten JO-Alpincup des Zentralschweizerischen Skiverbands (ZSSV).

Sport Der Rotkreuzer Software-Anbieter Codex wird Hauptsponsor des neu lancierten JO-Alpincup des Zentralschweizerischen Skiverbands (ZSSV).Der JO-Alpincup soll jungen Skitalenten die Möglichkeit geben, sich an die nationale Spitze heranzutasten. Das erfolgreiche Sponsoring einer Spitzenathletin am Swiss Olympic Gigathlon habe Codex in seiner Strategie bestätigt, erklärt Beat Flüeler, Leiter Division ERP. Einen neuen Titelsponsor sucht der ZSSV noch für den Alpincup der Regionalfahrer, da der Seilbahnbauer Garaventa seine Sponsoringaktivitäten künftig auf eine internationale Basis verlagern will.

Blick.ch ganz gross

Internet Mit dem Relaunch Ende Oktober hat Blick.ch zwei neue, grossformatige Werbemittel eingeführt. Das Maxi-Board mit 994x118 und der Maxi-Skyscraper mit 326x600 Pixel bieten sich vor allem für Brandingkampagnen an.

Internet Mit dem Relaunch Ende Oktober hat Blick.ch zwei neue, grossformatige Werbemittel eingeführt. Das Maxi-Board mit 994×118 und der Maxi-Skyscraper mit 326×600 Pixel bieten sich vor allem für Brandingkampagnen an.Die Leistungswerte sind gemäss Exklusivvermarkter P-Webservices im Vergleich zu den bisherigen Formaten signifikant gestiegen.

Gefährliche Liebschaften

ÖV Wenn einem die Traumfrau ständig Bussen statt ihre Telefonnummer zusteckt, sollte die Flirtstrategie dringend überdacht werden. Darin sind sich die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) und ihre Agentur Ruf Lanz einig.

ÖV Wenn einem die Traumfrau ständig Bussen statt ihre Telefonnummer zusteckt, sollte die Flirtstrategie dringend überdacht werden. Darin sind sich die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) und ihre Agentur Ruf Lanz einig.Ein neues Kampagnensujet soll die Zürcher deshalb ermuntern, ohne Auto in den Ausgang zu fahren und so die kostspielige Bekanntschaft mit den falschen Frauen zu vermeiden. Das Politessen-Sujet ist die erste Umsetzung des im vergangenen Juli eruierten Volkswillen: Aus sechs Vorlagen durften die Besucher der VBZ-Homepage ihren Kampagnen-Favoriten wählen. Mit 22 Prozent haben die «falschen Frauen» schliesslich das Rennen gemacht.

S&S Simko wirbt für Twinings

Tee Im Rahmen einer internationalen Agenturevaluation hat Saatchi & Saatchi Simko das Werbebudget von Twinings Tea für die Schweiz, Österreich und Deutschland gewonnen.

Tee Im Rahmen einer internationalen Agenturevaluation hat Saatchi & Saatchi Simko das Werbebudget von Twinings Tea für die Schweiz, Österreich und Deutschland gewonnen.Die neuen Werbe- und Promotionskampagnen umfassen in einer ersten Phase TV, Print und mehrere Below-the-line-Massnahmen und sollen ab Anfang 2005 zu sehen sein. Twinings gehört zur Wander AG, einer Tochter der Associated British Foods.

Ein Tram ist ein Bus ist ein Schiff ist ein Zug

Öffentlicher Verkehr Der ZVV will sein Konzept «Ein Ticket für alles» mit neuen Umsetzungen noch besser verankern.

Öffentlicher Verkehr Der ZVV will sein Konzept «Ein Ticket für alles» mit neuen Umsetzungen noch besser verankern.Mit gleichem Inhalt in einer neuen Verpackung geht die Kampagne des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) diesen Herbst bereits in die fünfte Runde. Urheberin der Kommunikationsmassnahmen ist weiterhin die Agentur Publicis, welche den Etat von jährlich einer Million Franken in einem Submissionsverfahren erfolgreich für drei weitere Jahre verteidigt hat. «Wir konnten die Verantwortlichen des ZVV überzeugen, dass das Konzept ‹Ich bin auch …› Kultcharakter hat und noch lange nicht am Ende ist», erklärt Publicis-Berater Lukas Tenger. Um erneut die Vernetzung des öffentlichen Verkehrs im ZVV zu dramatisieren, liess das Kreativteam um CD Jean Etienne Aebi heuer Kinder für sich arbeiten. So fahren seit kurzem kunterbunte Trams, Busse und Schiffe über die Zürcher Plakatwände. Allerdings sind die Dreikäsehochs bereits so weit von der Werbung der vergangenen Jahre beeinflusst, dass sie – für ältere Generationen noch als solches benannt – über ein Tram kritzeln: «Schiff von Deborah (6)». Für die Publicis-Werber ein Beweis für den Erfolg ihres Konzepts.
Ein neuer Abo-VerbundDass sich dieses nicht nur für den Transport der Imagebotschaft «Vernetzung» eignet, will das Team zudem mit konkreten Produktbotschaften beweisen. Jüngstes Beispiel: Die Einführung des Z-Passes. Dank dem neuen Abo-Verbund, der ab 12. Dezember den ZVV mit den angrenzenden Tarifverbünden zusammenschliesst, gilt in Zukunft «Ein Ticket für alles» über die Zürcher Kantonsgrenzen hinaus. Gleichzeitig erhöht der ZVV erstmals nach gut acht Jahren die Ticketpreise um durchschnittlich 5,8 Prozent. Für die Einführung des Z-Passes setzen Aebi und sein Team auf Kantonsflaggen der Verbundpartner und ergänzen diese mit der Headline «Ich bin auch ein Zürcher».
Interessantes SegmentWeiter umfasst das Massnahmenpaket Kleinanzeigen im Immobilien-Umfeld. Da Neuzuzüger eher bereit sind, über ihre Gewohnheiten nachzudenken und allenfalls auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen, sind sie für den ZVV ein interessantes Segment. Um sie auf das umfangreiche Angebot des öffentlichen Verkehrs aufmerksam zu machen, spielen die Anzeigensujets mit Grundrissen von Wohnungen und Stockwerken. Darauf befindet sich im angrenzenden Raum an die Küche oder das Schlafzimmer das Opernhaus, der Zoo oder der Türlersee. Dem Konzept angepasst und von Publicis neu gestaltet wurden zudem die Abo-Hüllen sowie verschiedene ZVV-Broschüren.
Werbung mit Kultcharakter wird weiter ausgebaut: Publicis lässt Kinder bunte Trams und Schiffe malen.
Simone Keller

Der Auflageriese Pro muss klein beigeben

Zeitschriften Auf Ende Jahr wird das Gratismagazin Pro eingestellt.

Zeitschriften Auf Ende Jahr wird das Gratismagazin Pro eingestellt.Wirtschaftliche Gründe und eine schlechte Perspektive für das nächste Jahr hätten diesen Schritt nötig gemacht, sagte Chefredaktorin Annemarie Frey gegenüber dem Newsdienst Klein Report. Pro ist nach eigenen Angaben «die grösste Familienzeitschrift der Schweiz». Die Wemf-geprüfte, zweimonatliche Gratisauflage beträgt 856000 Exemplare, verkauft werden rund 8000 Hefte. Das Magazin erscheint seit über 50 Jahren, seit rund 20 Jahren wird es von Annemarie Freys Kommunikationsagentur Sorpresa realisiert. Herausgeberin ist die Verlagsgesellschaft Pro, hinter der die Publimag steht.

Züri-Leu flirtet mit Steinbock

Presse Die Konkurrentin der Zürichsee-Zeitung (ZSZ), die Tamedia, beteiligt sich am Inseratekombi 27.

Presse Die Konkurrentin der Zürichsee-Zeitung (ZSZ), die Tamedia, beteiligt sich am Inseratekombi 27.
Herausgeberin Tamedia lässt nun erste Taten folgen, nachdem sie Ende September ihre Regionalstrategie für den Tages-Anzeiger angekündigt hatte: Die neue Tagi-Regionalbeilage, ab März von einer eigenen Redaktion im Bezirk Horgen produziert, wird Bestandteil des Inseratekombis 27 im Raum Zürichsee, Schwyz, Walensee und Glarus. Tamedia spannt dafür mit der Südostschweiz Mediengruppe zusammen und zerstreut damit letzte Zweifel am Ernst der auf sieben bis zehn Jahre angelegten Wachstumsstrategie im Regional- und Lokalbereich ihres Flaggschiffs. Innerhalb des Kombis 27 nimmt der Tages-Anzeiger jenen Platz ein, den zuvor die ZSZ während knapp vier Jahren bis Ende 2003 hielt.
Modul Horgen-Ausserschwyz
Die jüngste Entwicklung bereitet Theodor Gut, Verwaltungsratspräsident der Zürichsee-Presse AG, dennoch kein Kopfzerbrechen. «Unsere Analyse hat ergeben, dass das Kombi mit dem Tages-Anzeiger für Inserenten kein Rennerangebot ist, das wir zu fürchten hätten», betont er. Die Rede ist vom Kombimodul Horgen-Ausserschwyz, das mit den Titeln Höfner Volksblatt, March-Anzeiger sowie dem neuen Tagi-Regionalsplit in der Grossauflage 71000 Leserinnen und Leser in der Region erreicht. Das ganze Inseratekombi 27 mit den zusätzlichen Titeln Bote der Urschweiz, Südostschweiz Gaster und See, Südostschweiz Glarus sowie dem Sarganserländer erreicht täglich eine Leserschaft von 131000 Personen. Bei Tamedia betont man die Bedeutung der Kooperation auf Anzeigenebene: «Es ist eine perfekte Kombination und für uns wichtig», sagt Eta Pavlovic, stellvertretende Tamedia-Mediensprecherin. Auch Südostschweiz-Verleger Hanspeter Lebrument ist glücklich mit dem neuen Ersatz für die ZSZ, ist sein Verlagshaus somit – zwar weitab von seinem Kerngeschäft – am linken Seeufer bis vor die Tore Zürichs präsent. «Für mich ist das so die ideale Lösung», meint Hanspeter Lebrument.
Kombi hat sich nicht gelohnt
Die Zürichsee-Presse AG war Ende 2003 ausgestiegen, weil sich das Kombi 27 nicht ausgezahlt hatte. Einige Inserate hätten sich lediglich von der Zürichsee-Zeitung ins Kombi verschoben, «für uns ein Nullsummenspiel», erklärt Gut. Andererseits verfolgt die ZSZ eigene Strategien und kooperiert mit der in Schwanden beheimateten Glarner Wochenzeitung «Fridolin» sowie dem «Einsiedler Anzeiger». Die Kooperation mit dem Fridolin Verlag, dem vormaligen Besitzer der March Höfe Zeitung (MHZ), drängte sich auf. Unter der Bedingung, dass die ZSZ zwischen Glarus und dem Zürichsee keine Kooperationen mit anderen Verlagshäusern eingeht, konnte sie die MHZ übernehmen und so am Obersee die letzte grosse Lücke in ihrem Einzugsgebiet rund um den See schliessen. Auf die Veränderungen im Kombi 27 will Gut dennoch reagieren. «Wir waren bisher am Obersee, in der Linthebene und im Glarnerland zurückhaltend, doch wir werden Alternativen zusammen mit dem Fridolin prüfen.»
Spannen zusammen: Tamedia und die Südostschweiz Mediengruppe.
René Worni

Vorsicht am Rheinknie

Zeitungen Familie Hagemann hat aus dem NZZ-PubliGroupe-Deal gelernt: Für den P-Anteil an der BaZ will die Hauptaktionärin ein Vorkaufsrecht.

Zeitungen Familie Hagemann hat aus dem NZZ-PubliGroupe-Deal gelernt: Für den P-Anteil an der BaZ will die Hauptaktionärin ein Vorkaufsrecht.Ein erstaunliches Jahresergebnis, das die Basler Zeitung Medien (BZM) letzte Woche vorlegte: Obwohl der konsolidierte Umsatz im Geschäftsjahr 2003/04 um 3,2 Prozent erstmals unter die 300-Millionen-Grenze sank, konnte der Betriebsertrag gegenüber der Vorperiode mehr als verneunfacht werden. Bei der BZM macht man sich aber keine Illusionen. «Das Ergebnis ist weniger ein Resultat gesteigerter Erträge, sondern die Folge zum Teil einschneidender Massnahmen im Kostenbereich», gibt BZM-CEO Beat Meyer zu. 5,5 Millionen Franken habe man allein im vergangenen Geschäftsjahr eingespart, davon den grössten Teil im Stammhaus. Die erstmaligen Einsparungen bei der BaZ-Redaktion, deren Jahresbudget um 5 Millionen auf 20 Millionen Franken gestutzt wurde, spiegelt sich noch nicht einmal ganz in den Zahlen wider.Trotz sinkender Erträge wurde das Druckzentrum mit der neuen Zeitungsrotation ebenso realisiert (Investitionskosten: 85 Millionen Franken) wie der BaZ-Relaunch. Beides mit ersten Erfolgen: Dank diversen Neuaufträgen ist die im Sommer in Betrieb genommene Rotationsanlage bereits zu 80 Prozent ausgelastet. Und bei der BaZ stehen seit dem Relaunch am 4. September den bisher 645 Abo-Abbestellungen rund 1100 neue Festabos sowie gut 5000 Schnupperabos gegenüber. «Das ist mehr, als wir erwartet hatten», kommentiert Meyer.
Punkto Konflikt wegen der neuerdings kostenpflichtigen Kulturinserate (WW 36/04) gibt er sich zuversichtlich: «Unterdessen redet man wenigstens wieder miteinander», sagt er. Mittlerweile hat sich die Sache aber zugespitzt: Am 1. November boykottierten die Kulturschaffenden die BaZ-Agenda weitgehend. Zudem fordert ein neues Komitee via Petition einen NZZ-Split für Basel.
Während das Stammhaus beim Umsatz einen Rückgang um 11 Millionen Franken hinnehmen musste, blieb die BZM beim Kundendruck mit 118 Millionen Franken stabil. Die Gratiszeitung Baslerstab verringerte ihren Umsatz um 600 000 Franken auf 28,6 Millionen Franken und Radio Basel One befindet sich gemäss Meyer mit einem Umsatz von 2,4 Millionen Franken auf Budgetkurs, schreibt aber noch rote Zahlen.
Beunruhigt über Gerüchte um PSeit Mitte Jahr laufen die Verhandlungen zwischen PubliGroupe und BZM über einen neuen Kooperationsvertrag. Wo steht man heute? «Wir sind mitten in der Diskussion», sagt Meyer. Mehr will er nicht sagen. Er bestätigt aber, dass der Deal zwischen P und NZZ auch in Basel «sehr erstaunt» hat. Und die Gerüchte, wonach die P ihre BZM-Anteile (derzeit 37 Prozent) gegen eine weitere Pacht veräussern könnte, sind für Meyer «mühsam und beunruhigend». Die P habe sich aber klar zu ihrem Engagement bei der BZM bekannt «und wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln.» In den Vertragsverhandlungen werde man «diesen wichtigen Punkt aber thematisieren und eine Klausel beantragen, die der Familie Hagemann als Mehrheitsaktionärin ein Vorkaufsrecht sichert. Ob schon bisher ein Vorkaufsrecht auf die P-Anteile bestand, wollte Meyer nicht sagen.
Markus Knöpfli

Drei Cresta-Awards für die Schweiz

Wettbewerb An den internationalen Cresta-Awards können alle Schweizer Agenturen, die es auf die Shortlist geschafft haben, einen Preis nach Hause nehmen.

Wettbewerb An den internationalen Cresta-Awards können alle Schweizer Agenturen, die es auf die Shortlist geschafft haben, einen Preis nach Hause nehmen.Die siegreichen Sujets sind alte Bekannte: Publicis kommt mit dem Plakat «Bauch» für Sportplausch Wider zu Ehren (Bronze an NY Festivals, Clio-Shortlist). Lesch + Frei überzeugte die Jury mit der Anzeige «Sicherheitslinie» für Road Cross (Silber an NY Festivals). Und Ruf Lanz räumt einmal mehr mit dem TV-Spot «Stevie Wonder» für das Blindenwohnheim Mühlehalde ab (Cannes-Shortlist, Die Klappe, Ad Spot Award). Insgesamt wurden 64 Awards unter 209 Finalisten verteilt.
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