Das andere Fernsehen

Bücher Alle kennen sein Gesicht, nur wenige seinen Schreibstil. Dem hat Hugo Bigi, Anchorman von TeleZüri, jetzt abgeholfen und ein Buch verfasst.

Bücher Alle kennen sein Gesicht, nur wenige seinen Schreibstil. Dem hat Hugo Bigi, Anchorman von TeleZüri, jetzt abgeholfen und ein Buch verfasst.Unter dem Titel «Nahsehen» feiert der Journalist mit witzigen Anmerkungen das zehnjährige Jubiläum von TeleZüri. Der Zweck des Buches sei nicht nur die Offenlegung der Sicht des Insiders, meint Bigi. Als kritischer Beobachter zeigt er auf, wo das «andere» Fernsehen die Balance zwischen kommerziellem Druck und journalistischen Prinzipien zu halten versucht. Sein Buch ist – ein Novum beim Werd Verlag – zum Teil mit Werbung finanziert worden. Tarkan Özküp, Marketingleiter von TeleZüri, hat gut 20 Seiten «Unterbrecherwerbung» für das Buch akquiriert. Die Bilder sind von Alberto Venzago kunstvoll gestaltet worden.

Alltagstaugliches Nachschlagewerk

Dieses handliche Kompendium versammelt und erläutert über 4000 Schlüsselbegriffe der werbegetriebenen Kommunikationsindustrie: von der «Abbestellquote» über den «K1-Wert» bis zur «Zweitverwertung».

Dieses handliche Kompendium versammelt und erläutert über 4000 Schlüsselbegriffe der werbegetriebenen Kommunikationsindustrie: von der «Abbestellquote» über den «K1-Wert» bis zur «Zweitverwertung».Ein schlüssiges Verweissystem macht den Band zu einem effizienten Hilfsmittel im Arbeitsalltag.> Horizont Medienlexikon von Jürgen Frühschütz. Deutscher Fachverlag, Frankfurt a.M. 2004. 401 Seiten, 85 Franken.

3,9 Milliarden $

Die Kosten für den US-Wahlkampf in diesem Jahr werden nach Schätzungen von Experten die Rekordhöhe von mindestens 3,9 Milliarden Dollar erreichen.

Die Kosten für den US-Wahlkampf in diesem Jahr werden nach Schätzungen von Experten die Rekordhöhe von mindestens 3,9 Milliarden Dollar erreichen.Politwerbung Das ist eine Steigerung um rund dreissig Prozent gegenüber den Bundeswahlen vor vier Jahren. Dabei geht nicht nur die Präsidentenwahl ins Geld, sondern auch die zeitgleich stattfindenden Teilwahlen zum Kongress. Bisher hat das Bush-Lager mehr als 278 Millionen Dollar für den Wahlkampf ausgegeben, Kerrys Team rund 197,5 Millionen Dollar. Bush kann in den verbleibenden Wochen noch weitere 152 Millionen Dollar ausgeben, Kerry stehen noch etwa 113,5 Millionen Dollar zur Verfügung.

Texter-Vademekum

Prägnant und praxisnah präsentiert ein renommierter deutscher Freiberufler hier alles, was Werbe-, PR- und andere Texter schon immer wissen sollten, ihre Auftraggeber und Adressaten aber kaum je zu fragen wagen.

Prägnant und praxisnah präsentiert ein renommierter deutscher Freiberufler hier alles, was Werbe-, PR- und andere Texter schon immer wissen sollten, ihre Auftraggeber und Adressaten aber kaum je zu fragen wagen.Abgerundet wird das humorvolle Bändchen durch erhellende Beispiele und neun goldene Regeln, die sich sogar Texter merken können.> Werbung texten: Von Idee und Konzept zur medienwirksamen Botschaft von Dominik Pietzcker. Cornelsen Verlag, Berlin 2004. 128 Seiten, Fr. 12.70.

Live tankt bei Agip

Zeitschriften Das Westschweizer Filmmagazin Live, das gratis in den Kinos der Europlex-Kette aufliegt, wird ab der November-Ausgabe auch an über fünfzig Agip-Tankstellen in Dispensern gratis angeboten.

Zeitschriften Das Westschweizer Filmmagazin Live, das gratis in den Kinos der Europlex-Kette aufliegt, wird ab der November-Ausgabe auch an über fünfzig Agip-Tankstellen in Dispensern gratis angeboten.Damit erhöht Live, das seit Sommer zur Genfer Quorum-Gruppe gehört, seine Auflage um 40000 auf knapp 160000 Exemplare. Die Partnerschaft mit Agip verbessere die Zielmarktpräsenz und steigere die Leserzahl, sagt Live-Verlagsleiter Jean-Pierre Grey.

Design-Kopf für Heads

Marco Simonetti ist mit Walhalla gross geworden. Als CD soll er die Design-Kompetenz von Heads vorantreiben.

Marco Simonetti ist mit Walhalla gross geworden. Als CD soll er die Design-Kompetenz von Heads vorantreiben.Mit der Verpflichtung des Creative Director Marco Simonetti baut die Heads Corporate Communications in Zürich ihre Kreation weiter aus. Anfang der 90er-Jahre war Simonetti Mitbegründer der später weltweit renommierten Designagentur Walhalla in Bern. «Das war zu Beginn ein reines Hobby», erinnert sich der preisgekrönte Designer, dessen Arbeiten schon in Büchern und Designzeitschriften rund um den Globus abgedruckt worden sind. Das Büro von Walhalla befand sich zu Beginn in unmittelbarer Nähe des Berner Kulturtreffs Dampfzentrale. Die ersten Kunden waren deshalb Veranstalter, die Flyer brauchten, oder ein DJ, der ein neues Logo suchte. Walhalla machte sich mit solchen Aufträgen im kulturellen Bereich einen Namen, wurde professioneller und bald auch zum Spezialisten im kommerziellen Jugendbereich. «Eine 60-Stunden-Woche war damals normal», erinnert sich Marco Simonetti an 1993, als er für Kunden wie Nidecker (Snowboards) oder Casio (Uhren) gearbeitet hat. Da ihre Arbeiten auch in branchenbekannten Heften wie Tyler Brûlés Wallpaper oder GQ Eingang fanden, wurden immer mehr auch internationale Kunden auf Walhalla aufmerksam.
Wie der ominöse Anruf aus Hollywood für einen Schauspieler wirkte deshalb für die Designer ein Fax aus Paris, in welchem Renault eine Agentur für die Gestaltung eines neuen Kulturzentrums suchte. «Die hatten einen Bericht über uns im französischen Designheft Etapes graphiques gesehen», erinnert sich Simonetti. Zwar dauerte das Evaluationsverfahren mit zwei ebenfalls eingeladenen Agenturen aus London und Frankreich noch mehr als ein halbes Jahr. Dann war der Pitch gewonnen, und die Berner durften für Renault an den Champs-Elysées ein Imagecenter gestalten. In diesem sollten keine Autos gezeigt werden, sondern mit Restaurants, Bars und Ausstellungen sollte den Kunden ein neuartiges Markenversprechen abgegeben werden. Walhalla hat für dieses «L’atélier» von Renault das ganze Corporate Design gestaltet. Dieser Auftrag hat ihnen auch einen Auftritt im Pariser Museum für Kommunikation eingebracht. Seither durfte Walhalla regelmässig neues Material in das Werbemuseum im Louvre schicken.
Das Modespektakel Gwand in Luzern oder Kangaroos Shoes waren weitere Kunden, mit denen Walhalla stetig wuchs. Trotzdem sollte für Simonetti nach acht Jahren etwas Neues kommen. Die Walhalla-Crew löste sich auf, weil sich die beiden Partner in verschiedene Richtungen entwickelten. Er wechselte zu einer Webagentur nach Biel. Dort gestaltete er zwei Jahre lang das Webdesign für Kunden wie Mövenpick und Swisscom. Als seine Freundin mit einem beruflichen Wechsel nach Zürich liebäugelte, kam auch für Simonetti die Anfrage von Heads gerade im richtigen Zeitpunkt.
Bei Heads überzeugt den neuen CD «das grosse Know-how in strategischen Fragen». Neben diesem will er jetzt im Design die Kompetenz weiter ausbauen. Durch den Mitbegründer Mike Stillhard hat die Agentur bereits ihre Ursprünge im CI-Bereich. Ralph Hermann hat Heads später durch den klassischen Agenturbereich ergänzt. Heads beschäftigt zehn Köpfe. Wichtige Kunden sind die ETH mit ihrem 150-Jahre-Jubiläum sowie die Swiss Re mit der weltweiten Implementierung ihrer «Corporate Philosophy».
Marco Simonetti hat seinen Beruf «on the job» gelernt. Nach der Matura studierte er zuerst im Informatikbereich und arbeitete dann in der IT-Branche. Als Anfang der 90er-Jahre die ersten Computer für Normalbürger erschwinglich wurden, hat er sich «voll reingestürzt» und als Autodidakt «mit innerem Trieb und Leidenschaft» sich der Computergrafik zugewandt.
Auch privat lebt er für das Design. Simonetti arbeitet nebenbei an künstlerischen Projekten wie SoulEngineer oder entwickelt mit einem griechischen Kollegen Produktedesign für Alltagsgegenstände.
Vom Job für alternative Kulturveranstaltungen zu globalen Brands: Marco Simonetti erhielt immer wieder «the right call».

Andreas Panzeri

Umsatz leicht im Plus

Werbemarkt Die Schweizer Medien haben im September 0,9% mehr Brutto-Werbeumsatz erzielt als im Vorjahr. Gemäss dem Advertising Index Switzerland der Wemf wurden 347,04 Millionen Franken umgesetzt.

Werbemarkt Die Schweizer Medien haben im September 0,9% mehr Brutto-Werbeumsatz erzielt als im Vorjahr. Gemäss dem Advertising Index Switzerland der Wemf wurden 347,04 Millionen Franken umgesetzt.Werbemarkt Die Schweizer Medien haben im September 0,9% mehr Brutto-Werbeumsatz erzielt als im Vorjahr. Gemäss dem Advertising Index Switzerland der Wemf wurden 347,04 Millionen Franken umgesetzt. Mehr Werbeaufwand trieben wie schon im August Finanzen und Versicherungen (+16,2%) und Handel (+9,3%), aber auch die Bereiche Wohnen/Haus (+11,9%), Konsumgüter (+8,6%) und Verkehr (+6,7%). Die restlichen zehn Bereiche investierten weniger in Werbung.

Die Schneekönigin von Kamerun

Theater Für Schorsch Kameruns Inszenierung des Andersen-Märchens «Die Schneekönigin» heizt Publicis die Spannung mit einem Plakatmotiv wie aus dem Tiefkühler auf.

Theater Für Schorsch Kameruns Inszenierung des Andersen-Märchens «Die Schneekönigin» heizt Publicis die Spannung mit einem Plakatmotiv wie aus dem Tiefkühler auf.Unter der Regie des Hamburger Musikers und «kulturellen Exzentrikers» Kamerun erhielt das Thea-terstück für Kinder ab 6 Jahren und Erwachsene den Arbeitstitel «Der Besuch der kalten Dame». Markus Gut von Publicis wollte das Augenmerk auf das «Kusswerkzeug» der Schneekönigin legen und mit dem visuellen Biss «die Kids weg von Playstation und MTV in die Zürcher Schiffbauhalle locken».

Rotationen am laufenden Band

Zeitungen Verlagsleiterin der Weltwoche wird Maike Juchler.

Zeitungen Verlagsleiterin der Weltwoche wird Maike Juchler.Mit dem Eintritt von Maike Juchler als neue Verlagsleiterin der Weltwoche ist die Geschäftsleitung der Jean Frey AG wieder komplett. Uli Rubner, die bisher in Personalunion als Verlagsleiterin für die Bilanz und die Weltwoche wirkte, hat zu Tamedia gewechselt. Umgekehrt ist von dort zuerst Sandra Geiger als neue Verlagsleiterin der Bilanz neu in die Geschäftsleitung der Jean Frey berufen worden. Jetzt vervollständigt und ergänzt Maike Juchler auch noch für die Weltwoche das Geschäftsleitungsteam.Breite BerufserfahrungFür Jean-Frey-CEO Filippo Leutenegger bringt Maike Juchler «neben grossem Verlags-Know-how auch ein ausgezeichnetes Beziehungsnetz in ihre neue Aufgabe mit». Die 37-jährige Diplombetriebswirtin (FH) mit Fachrichtung Werbung/Marketing und eidgenössisch diplomierte Verlagsfachfrau verfügt über breite Berufserfahrung in Werbung, Media und Verlag. Zurzeit ist sie Geschäftsführerin der M&M Media Agentur AG, Glattbrugg. Zuvor war Maike Juchler Verlagsleiterin der IDG Communications AG (Computerworld und PCtipp), Verlagsleiterin von Wir Eltern und Mitglied der Geschäftsleitung der Vogt-Schild/Habegger Medien AG. Früher hat sie als Product Manager beim Habegger Verlag bereits Wir Eltern, Orella, Spiel mit und Treff betreut und war Projektleiterin für Markt- und Meinungsforschung bei der Tamedia AG. Weitere Berufserfahrungen sammelte Juchler zu Beginn ihrer Laufbahn auf Kundenseite und in Werbeagenturen. Der genaue Eintrittstermin von Maike Juchler in die Jean Frey AG wird später mitgeteilt.
Von M&M als Verlagsleiterin zur Weltwoche: Maike Juchler.
Andreas Panzeri

Optima(le) Platzierung

Aufgefallen der nur mehr zweitstärksten Zeitung der Schweiz gegenüber Werbegrosskunden reicht bis zur Selbstverstümmelung und -verleugnung.

Die Konzessionsbereitschaft der nur mehr zweitstärksten Zeitung der Schweiz gegenüber Werbegrosskunden reicht bis zur Selbstverstümmelung und -verleugnung.Anders lässt sich die fast vollständige Abdeckung des Blick-Logos durch Post-it-Teaser kaum interpretieren. Auftraggeber Orange jedenfalls hat sich ob dieser prominentesten aller möglichen Platzierungen des Hinweises auf seinen Optima-Preisplan wohl die Hände gerieben.Die (Chef-)Redaktion indessen dürfte die Hände überm Kopf zusammengeschlagen haben, als sie dieses Tabubruchs vergangenen Freitag ansichtig wurde. Und Werner De Schepper ist sich vermutlich erstmals eines eklatanten Nachteils seines neuen Zeitungsformats bewusst geworden. Denn seine Marketingkollegen argumentierten bestimmt: «Wo sonst hätten wir die Haftnotiz auf unserem Tabloidchen denn hinkleben sollen? Vielleicht über Behrings Brillengläser?»
(oc)

Neue Markenstudie in den Startlöchern

Marktforschung 2005 lanciert der neu gegründete Verein Brand Media Monitor die gleichnamige Marktforschungsstudie.

Marktforschung 2005 lanciert der neu gegründete Verein Brand Media Monitor die gleichnamige Marktforschungsstudie.Mitglieder des Vereins sind die Mediaagentur Konnex als Geschäftsstelle, die Pendlerzeitung 20 Minuten und die Ringier-Zeitschriften sowie der Vermarkter Radiotele. Mit weiteren potenziellen Mitgliedern laufen Gespräche. Für die Erhebung, Pflege und Auswertung der Daten ist die Agentur Blue Eyes Marketing zuständig. Der Brand Media Monitor erhebt für rund 150 Marken aus 18 Branchen den so genannten «Dreiklang» aus Bekanntheit, Sympathie und Nutzung. Gemäss Peter Döbeli von Konnex bieten sich im modularen System «revolutionäre Verknüpfungsmöglichkeiten» soziodemografischer wie psychografischer Natur. An einer Fachveranstaltung Ende November wird der Brand Media Monitor erstmals öffentlich vorgestellt. Ort und Datum sind noch nicht bekannt.

Kraftwerk kleidet Finanzprofis neu ein

NPO Die Swiss Society of Investment Professionals (SSIP) hat die St. Galler Werbeagentur Kraftwerk mit der Überarbeitung ihres Erscheinungsbildes beauftragt.

NPO Die Swiss Society of Investment Professionals (SSIP) hat die St. Galler Werbeagentur Kraftwerk mit der Überarbeitung ihres Erscheinungsbildes beauftragt.SSIP setzt sich als Nonprofit-Organisation für Weiterbildung und Austausch unter Finanzanalysten ein.
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