Suchbild mit Sorgenfalten

Aufgefallen Elefanten haben bekanntlich beides: ein brillantes Gedächtnis und eine dicke Haut.

Zeitungen Elefanten haben bekanntlich beides: ein brillantes Gedächtnis und eine dicke Haut.Der durchschnittlich kluge FAZ-Kopf hingegen wird sich angesichts des nebenstehenden Remakes zwar an die legendäre Kampagne für sein Leibblatt erinnern. Dies aber wehmütig, denn deren vergleichsweise einfältige und grobschlächtige Zweitauflage dürfte ihm (wie uns) ziemlich unter die Haut gehen. Klar, Aufgüsse schmecken schaler als das Original – selbst wenn die Ursprungsidee noch so kräftig und die Agentur seit 1995 dieselbe ist. Zum unassoziativen Setting und der platten Ironie kommt jedoch noch ein «Testimonier», der so gut zum FAZ-Image passt wie die Faust aufs Auge. Scholz & Friends scheinen nicht nur die Einfälle, sondern auch die echten Promis ausgegangen zu sein. Oder möchte bloss keiner mehr mit respektive hinter dem konservativen Eliteblatt gesehen werden? Wir wollen es ja nicht hinaustrompeten, doch Anlass zu Sorgenfalten bietet dieses Suchbild genug.
(oc)

Absolutturnus Film erhält Mandat der Allianz

Versicherungen Die Allianz Suisse hat Absolutturnus Film mit seinem «Meteo»-Sponsoringprojekt betraut. Die Zürcher Produktionsfirma setzte sich in einer Wettbewerbspräsentation durch.

Versicherungen Die Allianz Suisse hat Absolutturnus Film mit seinem «Meteo»-Sponsoringprojekt betraut. Die Zürcher Produktionsfirma setzte sich in einer Wettbewerbspräsentation durch.Die Allianz tritt 2005 neben Vögele Mode als Sponsor der Wettersendung «Meteo» von SF DRS auf. Mit dem Gewinn dieses Mandates bleibt Absolutturnus Film nach eigenen Angaben mit 530 produzierten Billboards in zehn Jahren die Nummer eins in der Schweiz.

Schweiz erhält vierten Juror in Cannes

Trophy Die Schweiz ist am internationalen Werbefestival in Cannes des nächsten Jahres erstmals mit vier Jury-Mitgliedern vertreten.

Trophy Die Schweiz ist am internationalen Werbefestival in Cannes des nächsten Jahres erstmals mit vier Jury-Mitgliedern vertreten.Möglich macht dies die neu lancierte Kategorie Radio, für die der helvetischen Werbung ein Sitz zugesprochen wurde. Wie in diesem Jahr ist die Schweiz 2005 darüber hin- aus wiederum mit einem Sitz in der Film- und mit zwei weiteren Sitzen in der Direktmarketingjury präsent.

Grosser Bahnhof für Karl Lagerfeld

Mode Paukenschlag für die Karl-Lagerfeld-Kollektion von H&M: Top-Medien werden reihenweise gebucht.

Mode Paukenschlag für die Karl-Lagerfeld-Kollektion von H&M: Top-Medien werden reihenweise gebucht.Wenn Blick-Leser am nächsten Freitag ihr Leibblatt aufschlagen, werden sie nicht schlecht staunen: Ausser zwölf ganzseitigen H&M-Inseraten, einer Panoramaanzeige von H&M sowie zwei weiteren halbseitigen H&M-Anzeigen werden sie keine anderen kommerziellen Inserate finden. Zum Vergleich: Am Dienstag, 9. November, hatte der Blick insgesamt ein ähnliches Volumen (ohne Rubriken), darunter waren jedoch nur fünf ganzseitige Fremdanzeigen. Der Grund für den Megaauftritt von H&M: Der 12. November ist der mit viel PR-Tamtam längst angekündigte Tag, an dem H&M ihre Kollektion «Karl Lagerfeld für H&M» lanciert.Auch in der Westschweiz wird es am 12. November zu einem grossen Augenreiben kommen: Im Le Matin sind ebenfalls zwölf Seiten exklusiv gebucht, dazu ist er mit einer H&M-Banderole eingewickelt. Im Tessin kommt der Corriere del Ticino zum Handkuss und kann inklusive Ausgehbeilage Extra und Programmheft Ticino 7 ganze 21 Seiten Lagerfeld einplanen. 20 Minuten Week darf ebenfalls 14 Seiten schalten, und Bolero kommt immerhin zu einem achtseitigen Folder.
Ebenfalls am Freitag werden in allen 484 Schweizer Kinos ausschliesslich H&M-Spots gezeigt – und zwar gleich 120 Sekunden lang. Nicht exklusiv, aber in denselben Längen werden die Spots tags zuvor schon von SF 1, SF 2, TSR 1, TSI 1 sowie den Werbefenstern RTL, RTL 2, Pro 7, Sat 1 und M6 ausgestrahlt. H&M belegt dabei nur Top-Blöcke, so unter anderem den Meteo-Block auf SF 1. Auf all diesen TV-Kanälen waren seit dem 7. November bereits zahlreiche Teaser-Spots (10 Sekunden) vorausgegangen. Und parallel dazu 180 Spots auf sieben Radios in Zürich, Genf und Lausanne.
Bahnhofplatz wird H&M-LandExklusivität ist eines, Jungfräulichkeit etwas Zweites. Letzteres konnte die APG dem Kunden H&M am Zürcher Bahnhofplatz bieten. Die 64 F12-Leuchtplakate an der frisch eröffneten Tramwartehalle (siehe WW 38/04) sind eine Woche lang exklusiv mit den Sujets der Lagerfeld-Kollektion bestückt. H&M ist hier nicht nur der erste Kunde, sondern auch der einzige, der an diesem Ort in dieser Breite werben darf. Später werden Vollbelegungen nicht mehr möglich sein. Weiter zeigen das E-Board und ein Megaposter im Hauptbahnhof sowie alle vier Megaposterflächen im Hardturmstadion Lagerfeld-Designwäsche.
Zuständig für die generalstabsmässige Megamediaplanung und für die Verwaltung des Riesenbudgets war die Mediaagentur Carat Switzerland. CEO Jane Borgstroem zeigte sich erfreut. «Der Auftrag von H&M war etwas vom Spannendsten von dem, was wir in den letzten Jahren umsetzen konnten», sagt sie. Der Auftrag habe verlangt, dass «in kurzer Zeit auf ungewohnte Art und mit überraschenden Ideen eine möglichst grosse Aufmerksamkeit erreicht» werden sollte.
Dies dürfte gelingen. Doch mit welchem Zweck? Will H&M mit dem Auftritt und über die Liaison mit Karl Lagerfeld einen Imagewechsel herbeiführen? Dazu Verena Cottier, Marketing- und Kommunikationsleiterin von H&M Schweiz: «Wir freuen uns, mit dieser Kollektion unserer Businessidee ‹Mode und Qualität zum besten Preis› treu bleiben zu können. Mit ‹Karl Lagerfeld for H&M› wollen wir zeigen, dass Design und Qualität nicht mehr kosten müssen.» Zudem wolle H&M sowohl mit der Kollektion an sich als auch mit den werblichen Aktivitäten seine Kunden überraschen. Wie gross das Mediabudget für die nette Überraschung ist, will sie aber nicht verraten.
Klotzen statt kleckern: H&M hat alle 64 F12-Leuchtplakate an der Tramwartehalle Zürich HB gebucht.
Markus Knöpfli

Die Hörer reden mit

Radio Radiopower.ch lanciert im März ihren eigenen Spot Award.

Radio Radiopower.ch lanciert im März ihren eigenen Spot Award. Die Privatradiobranche stellt im Rahmen der Interessengemeinschaft Radiopower.ch eine Radio-spotprämierung auf die Beine (WW 30/04). Fest steht nun, dass der Anlass mit dem Titel Spot Award erstmals am 3. März 2005 in Zürich durchgeführt wird. Weil nur ausgestrahlte Spots prämiert werden, sind die Radiopools aufgerufen, Spots aus Kampagnen zu nominieren. Eine Projektgruppe von Radiopower.ch wählt 30 bis 40 Spots aus und legt sie einer zehnköpfigen Fachjury, bestehend aus den Bereichen Kreation, Produktion, Media, Kunden und Programm, vor. Gleichzeitig wird das Radiopublikum einbezogen: Interessenten erhalten den Zugangscode zu einer Website, auf der sie die Spots hören und beurteilen können. «Vorgesehen ist, der Meinung des Publikums doppelt so viel Gewicht zu geben wie jener der Fachjury», sagt Roland Baumgartner von Radiopower.ch. 2005 beschränkt sich der Spot Award auf die Deutschschweiz, er kann später mit je eigenen Anlässen auf andere Sprachregionen ausgedehnt werden.
Bis letztes Jahr hatten sich die Radios an der Prämierung Goldenes Ohr beteiligt, die dieses Jahr aber neu und explizit ohne Privatradios konzipiert wurde. Am 4. November ging der Anlass denn auch ohne Sender und Vermarkter über die Bühne.
(mk)

Die Post soll wieder richtig abgehen

Briefpost Euro RSCG Zürich hat Post aus Bern erhalten und soll Briefeschreiben populärer machen.

Briefpost Euro RSCG Zürich hat Post aus Bern erhalten und soll Briefeschreiben populärer machen.Als der Computer populär wurde, sagten alle, die Zeit der papierlosen Büros breche an. Aber es kam anders: Zwar wird mit E-Mail, Handy und SMS immer mehr digital kommuniziert, doch werden die Stärken des Briefes nach wie vor als unersetzlich empfunden. Denn Briefe sind persönlich, etwas Bleibendes, Verbindliches. «Briefe spielen in unserem Leben eine entscheidende Rolle, da sich mit ihnen viele wichtige Ereignisse verbinden», erkannten die Kreativen von Euro RSCG. Die Zürcher Agentur hat diese Erkenntnis zum gelben Faden ihrer Kampagne für die Schweizerische Post gemacht. Entstanden ist für PostMail eine integrierte Kampagne mit vielfältigen Massnahmen. Diese reichen von klassischen Printsujets über DM, PR, Kino, Fernsehen, Internet und Radio bis zu Klebern auf Briefkästen und gar Werbung auf einer offiziellen Briefmarke.
«Wenn alle Schweizer vier Briefe mehr pro Jahr schreiben, kommt hier ein grosser Umsatz zusammen», ist sich Frank Bodin, Chairman von Euro RSCG Schweiz, der Wichtigkeit dieser Kampagne bewusst.
Im Jahre 2006 fällt in der Schweiz voraussichtlich die Monopolgrenze für Briefe von 1000 auf 100 Gramm. Trotzdem will PostMail auch in Zukunft mit seiner Dienstleistung Leader bleiben. «Keine defensive Haltung der Post» gegen drohende Konkurrenten oder gegen SMS und E-Mail soll deshalb mit der neuen Kampagne kommuniziert werden. PostMail will vielmehr «sensibilisieren für den Brief» und diesem wohl auch in Zukunft nachhaltigsten Medium der zwischenmenschlichen Kommunikation wieder einmal die gebührende Bedeutung einräumen.
Selbstbewusster AuftrittIm Zentrum der Kampagne steht ein strategischer Claim: «Grosses beginnt mit einem Brief.» Alle Werbemittel bauen auf diesem Claim auf: Acht Anzeigenmotive, zwei Radiospots, die ersten «letters for free» der Werbegeschichte und diverse weitere Kommunikationsmassnahmen rufen die Stärken des Briefes in Erinnerung und verknüpfen diese mit der Marke PostMail. Die Kampagne ist seit dem 31. Oktober im Einsatz und «verschafft dem Brief einen selbstbewussten und zeitgemässen Auftritt», wie die Vertreter von PostMail überzeugt sind.
In dieser Kampagne zeigen vier der Anzeigen Briefe, «die wir im Laufe unseres Lebens hoffentlich alle einmal bekommen», wie CD Text Dominik Imseng meint: Aus heiterem Himmel verkündet uns jemand seine Liebe. Nach der bestandenen Prüfung schickt man uns das Diplom.
Eines unserer Kinder überrascht uns mit der freudigen Nachricht, dass wir Grosseltern werden.
Doch nicht nur im Leben von Normalsterblichen spielen Briefe eine entscheidende Rolle. Was wäre aus dem heutigen Superstar Phil Collins geworden, hätte er sich nicht dereinst bei Genesis als Schlagzeuger beworben? Tatsächlich mit einem Brief, wie Euro RSCG weiss. Und wäre Andy Warhol heute ebenso bekannt, hätte ihn nicht ein Freund per Briefumschlag mit der Vorlage für seine berühmte «Marilyn» zu einer ganzen Porträtserie inspiriert? Weitere Anzeigenmotive basieren auf entscheidenden – echten – Briefen der deutschen Krimipäpstin Ingrid Noll und der aktuellen Miss Schweiz, Fiona Hefti, die sich per Brief für die Miss-Wahl beworben hat.
In Radiospots wird ein Brief von Napoleon vorgelesen sowie ein für ihre Geschäftsidee entscheidender Brief der The-Body-Shop-Gründerin Anita Roddick: Briefe können ein Leben verändern.
Einen schönen Brief aus Hollywood hat Euro RSCG selber erhalten, nämlich mit der Bewilligung, dass der Kinospot für diese Kampagne mit originalem Material aus dem Film «Billy Elliot» montiert werden darf. Gezeigt wird in Kurzform die Szene, wie Elliot den Brief öffnet, worin steht, dass er die Prüfung für die Ballettschule bestanden hat.
Post-Mitarbeitende eingebundenDer internen Kommunikation galt von Beginn weg ein besonderes Augenmerk. So wurde das Thema seit dem Entscheid über die Durchführung der Kampagne in den Post-internen Medien und Anlässen systematisch aufgebaut. Pünktlich zum Kampagnenstart erhielten auch alle Mitarbeitenden von PostMail einen Brief nach Hause geschickt: Dieser informierte nicht nur über Zielsetzungen und Massnahmen, sondern forderte die Mitarbeitenden auf, Ideen zur Förderung des Briefeschreibens einzureichen.
Bereits Mitte Oktober wurden die Medien über die Kampagne informiert. «Die Medienarbeit ist wichtiger Bestandteil unserer flankierenden und unterstützenden PR-Massnahmen. Die Medien haben das Thema erwartungsgemäss sehr positiv aufgenommen», sagt Werner Mäder, CEO der PR-Agentur Trimedia Communications Schweiz. Radiogames und zukünftig auch Kooperationen mit Printmedien verstärken die Kampagnensujets, emotionalisieren den Brief und wirken zusätzlich aktivierend. Eine ungewöhnliche Idee ist zum Beispiel der spontan ins Leben gerufene «Tag des Briefeschreibens» von Radio DRS 3.
«Nicht nur Werbung, sondern Mehrwert kreieren», ist die kreative Business-Idee von Euro RSCG. In diesem Sinn ist auch in den kommenden Jahren eine Fülle von Massnahmen geplant, die das Briefeschreiben fördern sollen. An den Poststellen wird ein Set mit Briefpapier, Couverts und Marken verkauft, das dem heutigen Convenience-Bedürfnis entspricht. Ebenso gibt es am Schalter einen Abrisskalender mit Werbetipps rund ums Briefeschreiben. «Gestehen Sie ihm Ihre Liebe», fordert ein Kleber beim Einwurfschlitz der Briefkästen auf. Auch online soll eine Website wieder Lust aufs Briefeschreiben machen und zugleich spielerische Unterstützung bieten. Und selbstredend sind auch weitere Aktionen für die PostMail-Mitarbeitenden vorgesehen.
Eine ganz besondere Ehre wird der Kampagne «Grosses beginnt mit einem Brief» am 3. Januar 2005 zuteil. Dann steht zum ersten Mal in der Geschichte ein Werbeclaim auf einer Briefmarke. Geworben wird auf vier 1-Franken-Dauermarken, die mit Bildern des international renommierten Schweizer Magnum-Fotografen René Burri gestaltet worden sind.
«Weil Briefmarken als Wertzeichen wie eine Banknote gelten und damit eine gewisse Seriosität verlangen», war diese Idee nicht unproblematisch. Frank Bodin freut sich deshalb, dass die Verantwortlichen von PostMail hier kein gelbes, sondern grünes Licht gegeben haben. Die Marke wird mit 10000 Displays in allen Poststellen bekannt gemacht. Gleichzeitig soll eine Stempelflagge dem Claim «Grosses beginnt mit einem Brief» millionenfache Verbreitung bringen.
Ob Karriere, Liebe oder Geschenke zu Weihnachten: Grosses, so die Botschaft von PostMail, beginnt in vielen Fällen mit einem Brief.

Andreas Panzeri

Carlsberg schreibt Europa-Media aus

Pitch Der dänische Braukonzern Carlsberg überprüft seine Media-Agenturbeziehungen in den wichtigsten europäischen Märkten.

Pitch Der dänische Braukonzern Carlsberg überprüft seine Media-Agenturbeziehungen in den wichtigsten europäischen Märkten.Mediacom, Initiative, OMD und Zenith Optimedia wurden zu einem Pitch eingeladen, der im kommenden Juni abgeschlossen sein soll. Ob es am Ende zu einer Konsolidierung des rund 60 Millionen Euro schweren Planungs- und Einkaufsetats kommen wird, steht noch nicht fest. Betroffen ist auch die Schweiz, wo Carlsberg derzeit von Mediaxis betreut wird.

Hier kocht die Chefin

Christine Kunovits will als neue Chefredaktorin der Saisonküche mehr Esskultur auf 698000 Tische bringen.

Christine Kunovits will als neue Chefredaktorin der Saisonküche mehr Esskultur auf 698000 Tische bringen.Das Thema ist zurzeit genau auf den Punkt gegart: Kochen ist salonfähig, angesagt und «gehört dazu». Männer, vom allein lebenden Art Director bis zum verheirateten Plakatkleber, outen sich als leidenschaftliche Hobbyköche. Kochduelle boomen in jeder TV-Station, und Frauen lassen sich im Frischmarkt von immer exotischerem Gemüse verführen. Mehr Lifestyle heisst die Erklärung für diese Vorgänge. Von Anfang an beim Aufkochen dieser Entwicklung mit dabei ist Christine Kunovits. «Lifestyle und Mode sind für Frauen ein Weg, um in den Journalismus einzusteigen», sagt die Frau, die eben zur Chefredaktorin der fünftgrössten Zeitschrift der Schweiz berufen worden ist. Monatlich 698000 Leserinnen und Leser erreicht die Saisonküche der Migros-Medien. Die Auflage mit zwölf Ausgaben pro Jahr in den Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch liegt bei 187000 Exemplaren.
Die Maîtresse de cuisine will noch nichts vom Menu surprise verraten, das sie ab Januar am Zürcher Limmatplatz verantworten wird. Was ist ihr Rezept fürs erfolgreiche Backen von Konzepten? Verraten wird nur: «Ich bin keine Lifestyle-Tussi, sondern eine moderne Frau mit 40, die sich für Kochen und Mode genauso interessiert wie für Kultur und Politik.»
Ihren Weg in den Journalismus hat Christine Kunovits mit einem Volontariat beim Tagblatt der Stadt Zürich begonnen. Später hat sie beim Blick in der Rewrite-Abteilung das Handwerk gelernt. Als Ende der Achtzigerjahre beim Blick eine Lifestyle-Schiene eingeführt wurde, bearbeitete Kunovits zusammen mit einer Kollegin die Themen Wohnen, Essen, Gesundheit, Mode. Damit fand sie zum Magazinjournalismus.
Die Vollzeitstelle liess keine Zeit mehr fürs Publizistikstudium: «Mein Traum hat sich materialisiert, denn ich wollte immer Journalistin werden.» Nach sechs Jahren beim Blick nahm Kunovits ein Angebot der Schweizer Woche an, weil sie längere Texte schreiben lernen wollte. Sie machte zudem erste Erfahrungen als Ressortleiterin, als die Schweizer Woche zu einem Lifeststyle-Heft umpositioniert werden sollte. Ein Jahr nach dem Relaunch wurde der Titel 1996 aber eingestellt. «Das war eine gute Lebensschule, wenn man sich plötzlich neu behaupten muss, weil einem der Boden unter den Füssen wegbricht», sieht Kunovits heute das Positive an dieser Zeit.
Die Annabelle ermöglichte ihr darauf die Weiterentwicklung im Magazinjournalismus, «weg von der Mode, Gesundheit und Kosmetik hin zu Reportagen über Frauenthemen». Kunovits leitete das Ressort Reportagen drei Jahre lang im Jobsharing gemeinsam mit einer Kollegin.
Während dieser «schönen beruflichen Karriere» kam immer wieder der Wunsch auf, sich selbstständig zu machen. «Kurz vor der magischen Zahl 40, egal, ob die wirtschaftliche Lage gut oder schlecht war», hat sie ein eigenes Büro als Texterin und Konzepterin eröffnet. Wie bei allen Freien habe es dabei auch Phasen mit Existenzangst gegeben: «Ebbe auf dem Bankkonto – und dann kommt plötzlich mirakulös ein spannender Auftrag.»
Als Ausgleich zu solchen Herausforderungen in einem «hektischen und sehr schnellen Beruf» entspannt sich Christine Kunovits seit vier Jahren mit Steinbildhauen. An diesem archaischen Tun gefällt ihr das Langsame. «Man muss sich Zeit lassen beim Entscheiden, denn wenn man etwas weggehauen hat, dann ist es weg.» Als zweites Hobby nennt sie Töpfern. «Fast alle Freunde haben inzwischen eine Vase von mir.» Und als dritte Leidenschaft nennt die zukünftige Chefredaktorin der Saisonküche – das Kochen. Sie füttert neben Katze und Freund auch gerne Gäste bei sich zu Hause. Sie gelte als «gute Köchin von einfach bis aufwändig – je nach Lust».
Christine Kunovits leitet ab Januar die Saisonküche.
Andreas Panzeri

Kampagnen gegen schwarze Gedanken

Volksgesundheit In der Schweiz leidet jede fünfte erwachsene Person einmal in ihrem Leben an Depressionen.

Volksgesundheit In der Schweiz leidet jede fünfte erwachsene Person einmal in ihrem Leben an Depressionen.Die Depressionsliga Equilibrium Schweiz setzt sich dafür ein, dass diese Krankheit von den Ärzten als solche behandelt wird. Gleichzeitig wirbt sie für Solidarität und bietet Hilfe zur Selbsthilfe. Für das alles braucht sie Geld, das jetzt mit einer Kampagne von Grey Zürich gesammelt wird. Die Werbeumsetzung ist so einfach wie kostengünstig: «Wenn Sie hier nur schwarz sehen, wenden Sie sich an uns», empfiehlt die Organisation auf dem ganzseitig «leeren» Inserat.

Faces erscheint künftig häufiger

Zeitschriften Das Lifestylemagazin Faces erscheint im kommenden Jahr mit acht statt sechs Ausgaben. Von März bis Juni und von September bis Dezember erscheinen je vier Nummern.

Zeitschriften Das Lifestylemagazin Faces erscheint im kommenden Jahr mit acht statt sechs Ausgaben. Von März bis Juni und von September bis Dezember erscheinen je vier Nummern.Damit befriedige Faces die gestiegene Nachfrage im Werbemarkt und erfülle ein Bedürfnis seiner Community, heisst es in einer Mitteilung. Die Auflage bleibt bei 45000 Exemplaren.

Zahl der Woche

Mediennutzung Die von der European Interactive Advertising Association (EIAA) in Auftrag gegebene Studie zum Medienkonsum zeigt, dass immer mehr Zeit aufs Surfen verwendet wird.

Mediennutzung Die von der European Interactive Advertising Association (EIAA) in Auftrag gegebene Studie zum Medienkonsum zeigt, dass immer mehr Zeit aufs Surfen verwendet wird.20 Prozent Mit 20 Prozent des Medienkonsums verbringen Konsumenten mehr Zeit auf dem Internet als mit Zeitschriften (8 Prozent) und Zeitungen (11 Prozent). TV (33 Prozent) und Radio (30 Prozent) sind nach wie vor die meistkonsumierten Medien, doch über ein Drittel der Online-User weist einen Rückgang des TV-Konsums auf Grund ihres Internet- konsums aus. 42 Prozent der Internetkonsumenten sind täglich online, und 1 von 10 Usern verbringt über 25 Stunden pro Woche im Netz.

Unter der Weko-Lupe

Vermarkter Die Untersuchung gegen PubliGroupe vor dem Ende.

Vermarkter Die Untersuchung gegen PubliGroupe vor dem Ende.Seit dem 6. November 2002 untersucht die Wettbewerbskommission (Weko), ob PubliGroupe über die Tochter Publicitas ihre marktbeherrschende Stellung missbraucht. Der Untersuchung waren einjährige Vorabklärungen vorausgegangen, die laut Weko die Vermutung zulassen, dass die Publicitas auf dem Anzeigenmarkt ihren Konkurrenten den Marktzugang blockiere. Die Untersuchung geht auf eine Klage des Vermittlers AdX zurück. Mittlerweile zieht sich das ganze Verfahren aber über drei Jahre hin – wo steht es? «Wir befinden uns in der Schlussphase», sagt Weko-Sprecher Patrik Ducrey gegenüber der Werbewoche. Das Weko-Sekretariat verfasse derzeit zuhanden der Kommission einen Antrag. Dieser könne die Einstellung der Untersuchung, deren Ausweitung oder aber rechtlich bindende Forderungen an die PubliGroupe beinhalten, sagte Ducrey.
Was konkret zur Diskussion steht, wollte er nicht sagen, und auch eine zeitliche Frist nannte er nicht. Er führte jedoch aus, dass der Antrag noch der PubliGroupe zur Stellungnahme vorgelegt wird. «Dies entspricht den verfahrensrechtlichen Vorgaben und lässt keinen Schluss auf ein mögliches Untersuchungsergebnis zu», sagte Ducrey.
(mk)
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