Die alten Jungen von gestern

Gesellschaft Mit Bildern des Fotografen Karlheinz Weinberger will Pro Familia zwischen den Generationen vermitteln.

Gesellschaft Mit Bildern des Fotografen Karlheinz Weinberger will Pro Familia zwischen den Generationen vermitteln.Im Zeitalter des Geburtenrückgangs und der langlebigen Gesellschaft klafft der Graben zwischen den Generationen immer weiter auseinander. Bereits im vergangenen Sommer versuchte die Zürcher Stadtregierung mit einer Plakatkampagne von Matter & Partner, das Image der alten Menschen bei den Jungen zu verbessern. Bilder von Seniorinnen und Senioren mit Schlagzeilen wie «Wer weiss mehr über Frauen als ein 91-Jähriger» sollten die Akzeptanz gegenüber älteren Menschen und damit den Dialog zwischen den Generationen fördern. Das gleiche Ziel verfolgt auch Pro Familia Schweiz in ihrer aktuellen Kampagne zum 10-jährigen Jubiläum des internationalen Jahres der Familie. Die Plakate aus dem Hause Publicis setzen aber in der Umsetzung bei der Jugendzeit der heutigen Seniorinnen und Senioren an. Der Claim «Auch die Jugend von gestern fühlte sich unverstanden» will ältere Menschen daran erinnern, dass auch sie in den späten Fünfzigern und frühen Sechzigern die Gesellschaft kritisch hinterfragt haben. «Ohne gegenseitige Beeinflussung, Austausch und Unterstützung kann unsere Gesellschaft die bevorstehenden sozioökonomischen Herausforderungen nicht bewältigen», weiss Lucrezia Meier-Schatz, Nationalrätin und Pro-Familia-Generalsekretärin. Bereits heute seien die Transferleistungen der jüngeren Generationen zu Gunsten der älteren grösser als umgekehrt.
Halbstarke aus den 50ern Bei der Suche nach Porträts von Jugendlichen aus den 50er- und 60er- Jahren stiessen die Publicis-Kreativen auf die Bilder des Fotografen Karlheinz Weinberger. Unter dem Titel «Halbstark» zeigte das Museum für Gestaltung Zürich im Jahr 2000 seine Porträts von rebellischen Jugendlichen erstmals einer breiten Öffentlichkeit. Der heute 83-jährige Schweizer Fotograf hatte während Jahrzehnten mehr oder weniger randständige Jugendliche fotografiert und so ihre Verwirrtheit und das Gefühl des Unverstandenseins publik gemacht. Fünf seiner Porträts hat Publicis jetzt in den Dienst von Pro Familia Schweiz gestellt. Die Jugendlichen von gestern sollen – mit Angabe ihres Namens und heutigen Alters – den Dialog mit der heutigen Jugend fördern.
Halbstarke sollen Dialog fördern.
Simone Keller

Der ZPV bittet doch zum Tanz

Benefiz Der Presseball 2005 ist gesichert. «Ja, wir gehen davon aus, dass wir einen neuen Veranstalter gefunden haben», so Claudia Wirz, Co-Präsidentin des Zürcher Pressevereins (ZPV).

Benefiz Der Presseball 2005 ist gesichert. «Ja, wir gehen davon aus, dass wir einen neuen Veranstalter gefunden haben», so Claudia Wirz, Co-Präsidentin des Zürcher Pressevereins (ZPV).Dessen Namen will man erst nach der Vertragsunterzeichnung bekannt geben. Zu erfahren ist, dass sich auf die Ausschreibung rund 50 Event-Spezialisten um den Auftrag als Presseball-Organisator beworben haben. Bei der «sehr intensiven Evaluation» hat der ZPV «grösstes Gewicht auf die Sicherstellung der Finanzierung» gelegt. Er will keine eigenen Finanzen in den Ball investieren. Der Veranstalter muss alles Geld selber zusammentrommeln.Der Presseball 2004 ist im letzten Moment abgesagt worden, weil die Agentur Swiss Premium Entertainment Probleme mit dem Budget und bei der Suche von Sponsoren geltend machte. Ob der neue Veranstalter die angebotenen und bisher bewährten Dienste von Liliane Fetscherin bei der Sponsorensuche in Anspruch nehmen wird, ist «allein dem gewählten Unternehmen überlassen».
(pan)

Tote TV-Hose

Aufgefallen Was heute im Fernsehen läuft, taugt nicht mal mehr als Hintergrundrauschen. Ein Plädoyer für mehr Mut zu Kontrastprogrammen.

Kolumne Was heute im Fernsehen läuft, taugt nicht mal mehr als Hintergrundrauschen. Ein Plädoyer für mehr Mut zu Kontrastprogrammen.Macht Ihnen Fernsehen noch Spass? Wann haben Sie zuletzt mit einem Freund, einer Kollegin über ein TV-Stück vom letzten Abend gesprochen, gar gestritten? Schon eine Weile her? Mir geht es genau- so. Ich schalte den Kasten zurzeit nur noch an, wenn ich dafür bezahlt werde und eine Fernsehkritik gewünscht ist.Schon der strikt formatierte Sendeablauf macht den Blick in eine Programmzeitung überflüssig und sorgt dafür, dass Überraschungen von vorneherein ausgeschlossen sind. Von morgens (der täglichen «Kochshow» oder dem «Volle Kanne-Service» um 7.55 Uhr) über die schwer verdaulichen Mittags-Talkshows und den diversen Straf-, Familien- und Jugendgerichten geht es im immer gleichen Trott in den Abend hinein. Auf triste B-Krimis und die Selbstdarstellung kaputter Typen in «Reality»-Formaten folgt dann weiterer Serienschrott, Volksmusik und ab und zu mal Fussball.
Nur Masochisten ertragen das «Comedy»-Elend am Wochenende oder schalten sich in eins der politischen Palaver-Programme ein, in denen seit Jahren schon dieselben Figuren dasselbe sagen, während sich die Gastgeber darum bemühen, die Wiederkehr des Immergleichen als unerhört kühnen Gedanken aufzuschminken. Harald Schmidt ist gegangen, Anke Engelke wurde auf dem falschen Platz verschlissen – nein, es ruht kein Segen mehr auf der Mattscheibe, und Trost ist kaum zu finden.
Natürlich gibt es in dieser Programmödnis gelegentlich einen gut gemachten Fernsehfilm, einen spannenden «Tatort» und die eine oder andere informative Dokumentation. Doch das sind Inseln, im öffentlich-rechtlichen Sumpf genauso wie in der Flut von Kommerzkanälen. Das grosse mediale Lagerfeuer ist ganz und gar erloschen; nun blasen Windmacher die Asche durchs Gelände und zerren immer aufs Neue tote Hunde vor die Kamera, weil sich damit offenkundig noch Geld verdienen lässt.
Bei den Privatsendern deprimiert vor allem die komplette Einfallslosigkeit, die einen an der oft zitierten Kreativität des Marktes gehörig zweifeln lässt. Die vollendeteTV-Ökonomisierung scheint die Fantasie vielmehr zu fesseln. Nur weil ein bestimmtes Milieu immer noch «Big Brother» verfolgt, produzieren sowohl RTL als auch Pro 7-Sat 1 unablässig neue Varianten dieses Schemas. Obwohl die Quoten sinken und die Leute solchen Stuss nicht mal mehr als Hintergrundrauschen haben wollen, wird er ins Programm gehievt und das Rest-Renommee weiter ruiniert.
Bei den öffentlichrechtlichen Sendern sieht es kaum besser aus: Anstatt auf Kontrast zu setzen, nähert man sich der Konkurrenz kontinuierlich an. Was machen eigentlich die Auslandskorrespondenten von ARD und ZDF den ganzen Tag? Es gibt davon ein paar Dutzend, aber was sie an Hintergründigem und Erklärendem über unsere Welt, die wahrhaftig gerade aus den Fugen geht, in den Hauptprogrammen abliefern, ist mehr als dürftig.
Statt mit Produktionen zu überzeugen, schwadronieren die ARD- und ZDF-Häuptlinge von ihrem besonderen Programmauftrag. In ihrem durch Politik und Recht geschützten Biotop legt ihnen niemand das Handwerk. Im Gegenteil: In Deutschland haben die Ministerpräsidenten gerade wieder eine neue Lachnummer in der Endlos-Revue «Kampf um die Rundfunk-Gebühren» abgezogen. Anstatt die Strukturen wirksam zu verändern, fiel nach monatelangem Theaterdonner die Erhöhung nur ein paar Cent niedriger aus als gefordert.
Und alles bleibt, wie es ist. So schafft sich ein Medium selber ab und macht sich überflüssig. Wenn der Kasten vielerorts dennoch läuft, dann ist das bloss ein später Reflex auf eine Erinnerung an Zeiten, in denen es dort noch was zu sehen gab.
> Heribert Seifert ist Medien-
und Kulturkorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Deutschland.

Die Fressbibel 2005

Guides Wer die Wahl hat, hat die Qual. Und Gault-Millau-Leser leiden ganz besonders: Denn der aktuelle Restaurant-Führer präsentiert 800 erlesene Adressen für Speis und Trank.

Guides Wer die Wahl hat, hat die Qual. Und Gault-Millau-Leser leiden ganz besonders: Denn der aktuelle Restaurant-Führer präsentiert 800 erlesene Adressen für Speis und Trank.Wer alle Tipps selber testen will, bevor die Ausgabe 2006 erscheint, muss essen, was das Zeug hält – ohne Rücksicht auf die Linie. Für die Bewerbung der dicken – pardon: umfangreichen – Fressbibel hat Publicis dem Buch selbst ein paar Pfunde angehängt. Schliesslich enthält es «800 gute Gründe, seine Linie zu missachten». Spä-testens dann, wenn die Garderobe nicht mehr passt, erinnert das Buch den einen oder die andere vielleicht ans Hängebauch-Plakat von Sportplausch Wider – ebenfalls von Publicis.

TBWA gewinnt Pitch um Valser

Getränke Die neue Werbeagentur von Valser Mineralwasser heisst TBWA Switzerland. Sie setzte sich in einem mehrstufigen Pitch durch.

Getränke Die neue Werbeagentur von Valser Mineralwasser heisst TBWA Switzerland. Sie setzte sich in einem mehrstufigen Pitch durch.Mitentscheidend habe sich die kreative Zusammenarbeit mit der Genfer Schwesteragentur Rive Gauche ausgewirkt, heisst es in einer Mitteilung. Über die strategische Ausrichtung der Marke habe von Anfang an Einigkeit geherrscht. Die bisherige Betreuerin Contexta hat den Etat wegen Differenzen über die Strategie per Ende Jahr zurückgegeben. Der neue Auftritt wird ab Frühjahr 2005 zu sehen sein.

JobChange

wird neuer Vice President Marketing der Swiss. Er löst Anfang November Markus Rege ab, der das Unternehmen verlässt.

wird neuer Vice President Marketing der Swiss. Er löst Anfang November Markus Rege ab, der das Unternehmen verlässt.Frank Maier Maier war zuletzt bei der Lufthansa für die Geschäfts- und Privatkundenkommunikation verantwortlich….
Patrick Kaiser (Bild) übernimmt die Leitung der Unternehmenskommunikation beim Baumaschinenhersteller Hilti. Er löst Anfang Dezember Heinz Müller ab, der als Berater zu einer Zürcher Kaderrekrutierungsfirma wechselt. Kaiser war zuletzt als selbstständiger Kommunikationsberater tätig.
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Pressechef Urs Peter Stebler verlässt den Berner Energiekonzern BKW FMB. Seine Nachfolge tritt Antonio Sommavilla per 1. März 2005 an. In der Zwischenzeit wird die BKW-Medienstelle vom stellvertretenden Pressechef Sebastian Vogler geführt. Antonio Sommavilla ist zurzeit stellvertretender Geschäftsleiter der Agentur Dr. Schenker Kommunikation in Bern.
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Der neuer Tele-Chefredaktor heisst Dominic Geisseler (Bild). Er löst Stephan Sutter ab, der das Amt seit dem Abgang von Klaus Kriesel Anfang April ad interim versieht. Sutter wechselt im Januar 2005 als Mitglied der Chefredaktion zur Schweizer Illustrierten. Geisseler ist zurzeit Chefredaktor der Coopzeitung.
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Markus Gisler, Co-Chefredaktor für die Mantelressorts der Aargauer Zeitung (AZ) beziehungsweise Mittelland Zeitung (MZ), verlässt das Unternehmen. Neu übernimmt Peter Buri, Co-Chefredaktor Aargau/Regionen, die Gesamtverantwortung für die AZ-Redaktion.
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Der bisherige Chief Technology Officer Jürg Stuker (Bild) wird CEO beim Webdienstleister Namics. Neuer CTO wird Marcel Albertin; Roland Schlüchter übernimmt die Verantwortung für das Schweizer Geschäft.

Basler Kudus-Teller

Kulinarik Nicht nur Karen Blixen und Kuki Gallmann träumten von Afrika: Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, sehnt sich manch Europäer nach der Sonne Afrikas.

Kulinarik Nicht nur Karen Blixen und Kuki Gallmann träumten von Afrika: Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, sehnt sich manch Europäer nach der Sonne Afrikas.Zumindest die Basler haben jetzt die Möglichkeit, für einen Abend in wärmere Gefilde zu entfliehen. Denn das traditionsreiche Restaurant Safran Zunft lockt mit südafrikanischen Spezialitäten. Die cholesterinarmen Gerichte wie Strauss, Springbock oder Kudu – eine Antilopenart – sollen vor allem ein jüngeres weibliches Publikum in die «Saffre» locken. Nicht weiter erstaunlich also, dass MRG Comm auf romantische Stimmung à la Hollywood-Klassiker «Out of Africa» setzt. Schliesslich weckte die cineastisch adaptierte Biografie der dänischen Schriftstellerin Karen Blixen bei vielen Frauen die Sehnsucht nach der dunkel lockenden Welt.

Sieben auf einen Click

Privat-TV Das TeleNewsCombi bietet neu die digitale Übermittlung von Spots und Fernseh-beiträgen und wird für Werbekunden attraktiver.

Privat-TV Das TeleNewsCombi bietet neu die digitale Übermittlung von Spots und Fernseh-beiträgen und wird für Werbekunden attraktiver.Wenn ein Werbekunde bisher auf dem TeleNewsCombi (TNC) einen Spot schalten wollte, musste er der TNC-Vermarkterin Publisuisse ein Tape schicken, die es an eine Kopierfirma weitersandte. Diese stellte sieben Kopien her und liess jedem der sieben TNC-Sender eine Kopie zukommen, wobei das Band jeweils entsprechend den technischen Gegebenheiten bei den einzelnen Sendern formatiert werden musste. Für diesen umständlichen Prozess mussten Werbekunden nicht nur rund vier bis fünf Tage einrechnen, die Kopier- und Versandkosten, für die allerdings das TNC selbst aufkam, waren auch relativ teuer.Das ist nun Vergangenheit. Denn seit kurzem sind die TNC-Mitglieder TeleZüri, TeleBasel, TeleBärn, TeleTop, Tele M1, TeleOstschweiz und TeleTell digital vernetzt. Dazu haben sie ein eigenes Videotransfersystem, das tncNET, realisiert, sodass die sieben Sender ab sofort untereinander Video- und Audiodaten in Broadcast-Qualität austauschen können. Eingebunden in das System ist auch die Publisuisse. Die Übertragung eines 30-Sekunden-Spots von Publisuisse an alle sieben Stationen ist nun in maximal eineinhalb Stunden möglich. Die Übermittlung erfolgt über ADSL-Leitungen und mittels Internettechnologie. Das System ist mehrfach abgesichert und automatisiert, um technische Ausfälle, Pannen, Buchungsfehler oder auch Kommunikationsprobleme möglichst zu vermeiden. Gemäss tncNET-Projektleiter Marcel Geissbühler beliefen sich die Gesamtinvestitionen auf rund 250000 Franken.
So einfach wie bei SF DRSBeim TNC erhofft man sich durch das neue System einen Attraktivitätsgewinn bei den Werbekunden. «Für uns ist dies ein grosser Schritt vorwärts, denn damit wird das Handling beim TNC genauso einfach wie bei SF DRS und den Werbefenstern», sagt Geissbühler. Kommt dazu, dass mit dem tncNET alle TNC-Mitglieder einen einheitlichen Spot-Qualitätsstandard einführen. «Zudem verbessert sich unsere Reaktionszeit massiv», betont Geissbühler. Etwa wenn Sujets kurzfristig geändert oder gar tagesaktuell gestaltet werden müssen. Die Buchungsfristen werden ab sofort gleich sein wie bei SF DRS beziehungsweise wie bei Publisuisse.
Das digitale Netz bietet selbst TNC-intern erhebliche Vorteile. Denn es lassen sich darüber auch Bilder, Audiodaten oder kurze TV-Beiträge austauschen. Bisher war dies ebenfalls nur mittels Videokassetten und Kurier möglich. Damit kommt das TNC dem lang gehegten Wunsch näher, eine Art Pool mit den regionalen News der TNC-Mitglieder einzurichten. Es wäre sogar möglich, Bilder und Beiträge SF DRS zur Verfügung zu stellen. Da Bild und Ton getrennt übermittelt werden, kann zudem jeder Sender die Beiträge einer anderen Station selbst im jeweils entsprechenden Dialekt moderieren und diese mit allfälligen Zusatzinformationen versehen.
Schliesslich wird das tncNET dereinst auch das Übermitteln und Austauschen längerer Sendungen oder gar die gemeinsame Liveausstrahlung erleichtern, dies allerdings erst, wenn Datenleitungen mit höherer Kapazität zur Verfügung stehen. Darum muss das TNC vorläufig weiter Kassetten der gemeinsam ausgestrahlten Sendungen «Swiss Date», «Lifestyle» oder «Tierisch» hin und her schicken. Liveübertragungen werden sogar erst in etwa fünf Jahren über das tncNET möglich sein, schätzt Geissbühler. Für die Übertragung von Anlässen wie dem «Prix Walo» bleibt der Privat-TV-Verbund somit noch auf kostspielige Satellitenübertragungen angewiesen.
Schritt für Schritt näher zum KundenDas tncNET reiht sich ein in mehrere Massnahmen, mit denen man seitens des TNC versucht, den Verbund der sieben Privat-TVs im Werbemarkt besser zu etablieren. So ist das TNC dank Kooperationsverträgen mit der Publisuisse seit 2002 über den Publiplan planbar, das Handling wurde zentralisiert und professionalisiert und die Produktepalette ausgebaut.
Mittlerweile bestehen sechs Pools – bei zweien ist auch SF DRS einbezogen –, über die im Umfeld von News und andern Sendungen zielgruppenorientiert Werbezeit gebucht werden kann.
Die Anstrengungen wirken sich pekuniär aus: Das TNC erreichte im ersten Halbjahr 2004 denselben Umsatz wie im ganzen Jahr 2003 und wird im 2004 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr mindestens verdoppeln. (mk)
Technischer Quantensprung: Dank digitaler Vernetzung können die TNC-Mitglieder gegenseitig schneller Daten übermitteln.
Markus Knöpfli

Das Überleben sichern

Gastkommentar Die Konsolidierung der Druckbranche ist ein Muss. Die Fusion von NZZ und Ringier ist daher als wegweisend zu werten, findet Peter Edelmann.

Gastkommentar Die Konsolidierung der Druckbranche ist ein Muss. Die Fusion von NZZ und Ringier ist daher als wegweisend zu werten,
findet Peter Edelmann.
Was dieser Tage mit der Zusammenführung des Geschäftsdrucks von Ringier und NZZ unter das Holding-Dach der neu gegründeten Swiss Printers AG vollzogen wurde, liegt im Trend und ist eine wirtschaftlich begründete Reaktion auf die in der Druckindustrie herrschende Überkapazität. Dass dieser Zusammenschluss ausserhalb wirtschaftlicher Not erfolgt, ist bei diesem Unterfangen besonders erfreulich, denn er beugt dabei auftretenden menschlichen Härten im Personalbereich vor.Als Beobachter ist man nicht erstaunt über diese Vorgänge. Die zurzeit gegen 20 Prozent veranschlagte Überkapazität in der grafischen Industrie, welche einem ruinösen Wettbewerb Nahrung gibt, könnte auch durch einen wirtschaftlichen Aufschwung mit verhaltenem Umsatzwachstum nicht beseitigt werden. Ursache ist die Tatsache, dass jeder Ersatz einer alten Druckanlage durch eine neue automatisch höhere Leistungen mit sich bringt. Auch die Druckvorstufe, welche heute digital, sprich «Computer-to-plate», erfolgt, steigert die Produktivität.
Schwenkt man von der technischen zur betriebswirtschaftlichen Betrachtung, so stellt man fest, dass der heutige Drucksachenpreis auf Grund der innovativen Fertigung ein bisher unerreichtes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist. Dies, weil jede Investitionsrechnung und die darauf basierende Preiskalkulation von einer voll ausgelasteten Anlage ausgeht. Was sich zwar meist als utopisch erweist, aber den Effekt hat, dass die Preise immer weiter fallen. Dank dieser kundenfreundlichen Umstände bleibt die Drucksache zu den elektronischen Informationsmitteln weiterhin konkurrenzfähig.
Laut der vom Branchenverband Viscom herausgegebenen «Zukunftsstudie der visuellen Kommunikationsbranche» wird der Gesamtbedarf an Informationsmitteln in den nächsten zehn Jahren weiter zunehmen. Das grösste Wachstumspotenzial wird für «Neue Medien» prognostiziert; aber auch der Druckbereich kann durch Standardisierung, Automatisierung und Individualisierung seinen Marktanteil halten oder gar vergrössern. Letzteres bedingt jedoch, dass man sich von der Masse abhebt und durch die Aneignung neuer Geschäftsfelder nicht Opfer des Strukturwandels wird.
Die Fusion von Ringier und NZZ ist daher für die Branche wegweisend. Mit einer aufeinander abgestimmten Investitionsplanung können Doppelspurigkeiten vermieden und Kapazitäten beschränkt werden. Eine Kooperation reduziert zudem Kosten in Organisation und Beschaffung. So wird die Konkurrenzfähigkeit gestärkt, was nicht nur zur nachhaltigen Sicherung der Erträge und Gewinne, sondern letztlich auch der Arbeitsplätze beiträgt.
> Peter Edelmann ist Präsident des Schweizer Verbandes für visuelle Kommunikation (Viscom) und Direktor der Zürcher Oberland Medien in Wetzikon.

Disaronno on the mix

Spirituosen Mit neuen Kombinationsvarianten soll Disaronno als junges Original der Amaretti positioniert werden.

Spirituosen Mit neuen Kombinationsvarianten soll Disaronno als junges Original der Amaretti positioniert werden. Es kann nur einen geben, haben sich die Verantwortlichen von Illva Saronno vor drei Jahren gesagt, und den von ihnen produzierten Amaretto di Saronno in Disaronno Originale umbenannt. Mit gutem Grund: Der Mandellikör aus dem norditalienischen Städtchen Saronno ist im Lauf der Jahre zum Gattungsbegriff für Amaretto geworden. Unter der entsprechenden Bezeichnung produzieren heute aber auch verschiedene andere Hersteller ihre eigenen Liköre, gegenüber denen Disaronno verstärkt als der echte positioniert werden soll. Immerhin blickt das süsse Getränk auf eine fast 480-jährige Tradition zurück. Flasche als Eye CatcherMit einer neuen Kampagne soll diese Positionierung auch im Schweizer Markt gefestigt und zudem die vielfältigen Genussvarianten von Disaronno bei einer jungen Zielgruppe bekannt gemacht werden. Dafür beauftragte die Schweizer Illva-Vertretung in Lugano im vergangenen Sommer die Zürcher Agentur Pucci Sulzer mit entsprechenden Massnahmen. Entstanden sind drei Plakatsujets sowie ein Kurzfilm, der in Kinos und auf Plasmascreens in ausgesuchten Bars geschaltet wird. Eye Catcher der Kampagne ist die traditionsreiche Square Bottle von Disaronno. «Wir wollten die Authentizität der Flasche mit einer jugendlichen Ansprache verbinden», sagt der Kampagnenverantwortliche, Giovanni Pucci. Dabei setzen die Kreativen auf den allgemeinen Trend, wonach vor allem jüngere Personen verstärkt Mix-Getränke konsumieren.
Mit dem Aufzeigen seiner Variabilität soll Disaronno vor allem als Ganztagesgetränk bekannter gemacht werden. Denn während die Italiener den Premium-Likör bereits zum Frühstück geniessen, wird Disaronno hier zu Lande vorwiegend als Digestif zum abendlichen Verdauungskaffee getrunken. Der Spot, im Ausgangsumfeld eingesetzt, soll die Kino- und Barbesucher animieren, Disaronno als Mix-Getränk auszuprobieren. Denn während er unter italienischen Likören weltweiter Marktleader ist, steht der Amaretto von Saronno unter den meistverkauften Likören anderer Herkunft an fünfter Stelle. Leader und damit Hauptkonkurrent ist der Sahnelikör Baileys aus dem englischen Haus Diageo.
Mix-Getränke liegen im Trend: Entsprechend liebt Disaronno mit vielen und vielem ein Tête-à-Tête.
Simone Keller

Coop à la DDR

Ost-Marketing Konsumgenossenschaften als paradoxer Teil der DDR-Geschichte(n): ein humoriger Rückblick.

Ost-Marketing Konsumgenossenschaften als paradoxer Teil der DDR-Geschichte(n): ein humoriger Rückblick.Wer Manfred Kirschs Geschichten verstehen will, muss die Geschichte der konsumgenossenschaftlich organisierten Selbsthilfe etwas kennen. Darum beginnt sein (n)ostalgisch angehauchtes Buch in der Nähe der britischsten aller britischen Industriestädte. Mitte des 19. Jahrhunderts schlossen sich nahe Manchester 28 Weber (nicht Werber!) zusammen, um gemeinsam grosse Mengen besonders hochwertiger Überseeware zu kaufen, diese in kleineren Posten weiterzuverkaufen und den Gewinn gerecht untereinander aufzuteilen.Ein Dorn im Nazi-Fleisch
Andere Prinzipien dieser kapitalistischen Ur-Kommune waren die offene Mitgliedschaft, transparente Verwaltung, Rückvergütungsgarantie sowie politische und religiöse Neutralität. 1850 schwappte diese neue Wertewelle von England nach Deutschland, wo Arbeiter der Chemnitzer Actien-Spinnerei den Spar- und Konsumverein «Ermunterung» gründeten. In den Folgejahren schossen solche Genossenschaften wie Pilze aus dem Boden: Auf Industrieunternehmen folgten Not leidende Handwerks- und Landwirtschaftsbetriebe.
1930 waren 3,5 Millionen Deutsche Mitglied eines Konsumvereins. Mit der Nazi-Herrschaft begann der Untergang dieser – nach damaliger Doktrin – bolschewistisch unterwanderten Organisationen. Sie wurden erst in die Deutsche Arbeitsfront überführt und 1941 verboten und ihres Vermögens beraubt. Vier Jahre darauf stieg die Idee jedoch wie Phönix aus der Asche des Zweiten Weltkriegs empor – zumindest in der sowjetischen Besatzungszone: Im Dezember 1945 wurden per Militärdekret zehn neue Konsumgenossenschaften gegründet.
Halbleere EinkaufstaschenDem genossenschaftlich organisierten Kònsum – im Osten wird das Wort bis heute auf der ersten Silbe betont – wurden in der werdenden DDR vom Staat weitere Aufgaben verordnet. So musste er vorrangig die ländlichen Gebiete entwickeln und damit die Kollektivierung unterstützen. Konkret übernahm der Konsum den Aufkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse, die Arbeiterversorgung, das Gaststättenwesen, die Schüler- und Kinderspeisung sowie die Betreuung der Kommissionshändler.
Die Geschichte dieses Konsums ist die Geschichte ostdeutscher Mangelwirtschaft. Irgendwann hatten sich die Leute daran gewöhnt, nur selten zu bekommen, was sie wollten. Aus dem Missverhältnis von Angebot und Nachfrage resultierte ein spezieller Humor. Fragt ein Mann in einem Konsum-Laden: «Haben Sie denn keine Möbel?» Antwortet die Verkäuferin: «Keine Möbel gibt es nebenan. Wir haben keine Fahrräder.» Ob die DDR-Bürgerinnen und -Bürger ihren Konsum – wie Kirsch es suggeriert – liebten, obwohl sie ihn regelmässig mit halbleeren Einkaufstüten verliessen, ist freilich eine andere Frage.
Sicher ist, dass die Wiedervereinigung das Ende vieler Konsumgenossenschaften bedeutete. Die meisten waren zwar nicht arm, hatten aber nicht genügend flüssige Mittel, um ihre Läden den exponentiell steigenden Kundenansprüchen anzupassen. Die Banken verweigerten Kredite und trieben so scharenweise Genossenschaften in die offenen Arme westdeutscher Handelshäuser und Hasardeure. Was meistens schief ging, zumal für die Ossis. Diesem Teil der Konsum-Geschichte widmet Kirsch gleich mehrere Kapitel; einige davon garniert er mit besonders zynischen Anekdoten. Kein Zufall, schliesslich arbeitete der Autor sein Leben lang in diesem Milieu und versuchte bis zuletzt, seinen Konsum in Güstrow zu retten. Für uns werbende Menschen ist dieses Lehr- und Rührstück in Sachen Ost-Marketing vor allem der Bilder wegen interessant. Kirschs Text wirkt wenig inspiriert und kaum inspirierend, streckenweise krampfhaft lustig. Die Wortspiele gehen häufig in die Hose, ein erkennbarer roter Faden fehlt. Das Buch liest sich zwar leicht; dennoch haben der sichtlich Betroffene, aber auch sein Lektor eine grosse Chance vertan.
Konsum-Geschichten von Manfred Kirsch: Einblick in die verflossene Markenwelt der Ostdeutschen.

> Die Marken bitte von Manfred Kirsch. Eulenspiegel Verlag, Berlin 2004. 192 Seiten, Fr. 26.80.
Roger Hausmann

Neue Chefköchin für die Migros

Magazine Die interimistische Leiterin des Ressorts «Shopping & Food» vom Migros-Magazin, Christine Kunovits, wird Chefredaktorin der Saisonküche.

Magazine Die interimistische Leiterin des Ressorts «Shopping & Food» vom Migros-Magazin, Christine Kunovits, wird Chefredaktorin der Saisonküche.Ab Januar soll die 41-jährige Texterin, Konzepterin und langjährige Annabelle-Redaktorin die ebenfalls vom orangen Riesen herausgegebene Kochzeitschrift «noch journalistischer» machen, so Marius Hagger. Für die Stelle gab es laut dem Leiter der Migros-Medien ein gutes Dutzend valabler Kandidaten, «darunter auch einige Männer».Als Hauptaufgabe der bislang halbselbstständigen Nachfolgerin von Ingrid Schindler, die dem Magazin als Autorin weiterhin verbunden bleiben wird, bezeichnet Hagger «einige inhaltliche und gestalterische Optimierungen» – im dreisprachigen Printtitel wie auch auf dessen Internet-Ableger. Bei diesen für die zweite Hälfte 2005 geplanten Massnahmen handle es sich zwar um etwas mehr als Retuschen, aber keinesfalls um einen eigentlichen Relaunch. Marius Hagger: «Dazu ist unsere Saisonküche heute bereits zu gut gemacht und positioniert.»
(oc)
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