Radio Framboise steht vor Verkauf

Lokalradio Das Waadtländer Lokalradio Framboise soll verkauft werden. Das bestätigte Mehrheitsaktionär Philippe Zumbrunn gegenüber 24 Heures.

Lokalradio Das Waadtländer Lokalradio Framboise soll verkauft werden. Das bestätigte Mehrheitsaktionär Philippe Zumbrunn gegenüber 24 Heures.Der 74-jährige Gründer des Senders hält 76 Prozent der Aktien. Er verhandle mit einem Waadtländer Interessenten, der aus dem Medienmilieu stamme, sagte Zumbrunn. Zuvor hatte er Absagen von Edipresse, Ringier und Tamedia erhalten

«Ein Börsengang ist derzeit kein Thema»

Klaus Kappeler, CEO Goldbach Media, zum Einstieg des Investors 3i bei seiner Holding.

Klaus Kappeler, CEO Goldbach Media, zum Einstieg des Investors 3i bei seiner Holding.ww Geht es Goldbach Media so schlecht, dass Sie einen Geldgeber brauchen?Klaus Kappeler Wie Sie vielleicht wissen, hat sich unser Aktienkurs in diesem Jahr mehr als verfünffacht. Somit dürfte es unserem Unternehmen nicht schlecht gehen. Das Aktienpaket hielten wir seit der Fusion von Goldbach Media und Medien Z Holding, damals machten wir einen Aktienrückkauf. Übrigens haben wir schon damals gesagt, dass wir diese zehn Prozent wieder im Markt platzieren werden. Genau das ist nun geschehen.
Im Sommer sagten Sie noch, dass man Goldbach aus eigener Kraft auf die Beine bringen werde. Nun lehnen Sie sich doch bei einem Investor an.
Das Schlechteste für ein Unternehmen ist ja, wenn es eigene Aktien kauft. Indem wir nun eigene Aktien platzieren, erhalten wir flüssige Mittel, mit denen wir eine Unit Mobil Marketing und Goldbach Media in Österreich aufbauen können.
Sie haben das 10-Prozent-Aktienpaket unter anderem auch der PubliGroupe angeboten. Ein Handel kam nicht zu Stande. Warum?
Dazu möchte ich nichts sagen.
3i wird im Goldbach-VR Einsitz nehmen. Wird der VR vergrössert?
Ja, um einen Sitz. Abgesehen vom 3i-Vertreter, der noch nicht feststeht, bleibt der VR genau wie bisher.
Und wie sieht das Aktionariat nun aus?
Die Anteile sind wie folgt verteilt: Der Verwaltungsrat hält 37 Prozent, das Management und die Mitarbeitenden halten 12 Prozent. Aktionäre aus dem Kundenkreis halten 17 Prozent, weitere Aktionäre 15 Prozent, 3i hält 10 Prozent, die Beisheim Holding 7 Prozent, und der Eigenbestand beträgt noch 2 Prozent.
Der Einstieg eines Investors könnte darauf hindeuten, dass Sie mittelfristig einen Börsengang anstreben.
Das ist derzeit kein Thema. 3i stieg bei uns ein, weil sie erkannten, dass der elektronische Medienmarkt jener Markt im Bereich Medien ist, der am stärksten wächst. Und dass Goldbach Media in diesem Markt die kompletteste Vermarktungsfirma ist. Kommt dazu, dass 3i uns ein Netzwerk zur Verfügung stellt, denn sie sind in ganz Europa tätig und haben auch sehr viel Investments in der Mobiltechnologie. Das ist für uns interessant, weil wir den Bereich Mobile ausbauen und nun dazu per 1. Dezember Mike Weber engagiert haben. Für Goldbach Media ist dieser neue Bereich ein weiterer Schritt innerhalb der Gesamtstrategie.
Würden Sie Mike Weber kurz vorstellen?
Im Jahr 2000 begann er seine Mobile-Ära als Head of Marketing Communications bei Swisscom Mobile. Zuvor war er Kommunikationsleiter Non Food bei der Migros. Unterstützt wird er durch Tobias Fehrlin, der in den letzten Monaten Crossmedia-Konzepte für Online und Radio entwickelt hat.
Haben Sie an dem Paket, das 3i nun hält, ein Vorkaufsrecht?
Ich gebe keine Vertragsinhalte bekannt. Zudem verkaufen wir ja keine Aktien, um sie später wieder zurückzukaufen.
Womöglich wollen Sie aber bei einem Weiterverkauf mitreden können.
Sie können sich denken, dass wir den Vertrag im Sinne der Goldbach Media gemacht haben. Mehr sage ich nicht.
Wer schlug hier wem die Tür zu?Vor einer Woche hat die europäische Investmentgesellschaft 3i bei der Goldbach
Media einen 10-Prozent-Anteil übernommen. Das wirft Fragen auf. Warum kam 3i zum Handkuss und nicht etwa die Schweizer PubliGroupe, die für dieses Jahr einen zweiten Schritt in der Vermarktung elektronischer Medien angekündigt hatte? Ist der 3i-Einstieg für Goldbach punkto Synergien ähnlich vorteilhaft, wie eine Beteiligung von PubliGroupe gewesen wäre? Sind die Lausanner in Goldbach abgeblitzt, oder haben sie den Einstieg verschlafen? Gab es kartellrechtliche Hindernisse? Und hat der Inseratevermittler jetzt, da die Goldbach-Türen wohl für eine Weile verschlossen bleiben, noch andere Optionen für seinen «zweiten Schritt»?
Um solche Fragen zu klären, hat die Werbewoche mit Stefan Staub von der PubliGroupe und mit Klaus Kappeler von Goldbach Media getrennte Gespräche geführt. (mk)
Interview: Markus Knöpfli

Zwei Musketiere für den Arbeitsplatz

Büromöbel Der Schweizer Bürostuhlhersteller Stoll Giroflex führt eine neue Drehstuhlgeneration ein.

Büromöbel Der Schweizer Bürostuhlhersteller Stoll Giroflex führt eine neue Drehstuhlgeneration ein.Eine Repräsentativbefragung von Demoscope zur Arbeitszufriedenheit liefert ernüchternde Ergebnisse: 20 Prozent der Schweizer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in ihrer beruflichen Tätigkeit schlecht motiviert. 62 Prozent gelten als durchschnittlich und nur 18 Prozent als voll motiviert. Dass die richtige Einstellung zur Arbeit auch die Folge einer auf die eigenen Bedürfnisse optimierten Arbeitsumgebung ist, davon ist man bei Stoll Giroflex überzeugt. Deshalb hat sich der führende
Bürostuhlhersteller der Schweiz schon vor Jahren auf die Problematik des Langzeitsitzens spezialisiert.
Mit den Modellen Athos und Aramis bringt das Koblenzer Unternehmen eine neue Generation von Drehstühlen auf den Markt. Die beiden Modelle, welche ihren Namen zwei Musketieren verdanken, zeichnen sich durch Ergonomie, Komfort, Verarbeitungsqualität und Design aus.
In der Einführungskampagne setzt die Agentur Transformer aber weniger auf diese «hard factors». Im Zentrum der Produktpositionierung stehe vielmehr das subjektive Sitzerlebnis und damit die Beziehung zwischen Mensch und Stuhl, wie Berater Nik Hartmann erklärt. Auf zwei Anzeigensujets lassen dafür Menschen ihre intim anmutende Beziehung zum Produkt sicht- und spürbar werden. Dabei soll das kühle Ambiente, in dem die Models posieren, den Designanspruch unterstützen. Der Claim «Mein Stil, mein Stuhl» soll dabei die individuellen Bedürfnisse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unterstreichen.
Glaubt man dem Werbeversprechen, wäre die neue Drehstuhlgeneration das ideale Weihnachtsgeschenk für die Belegschaft. Vielleicht würde so gar die nächste Umfrage zur Arbeitszufriedenheit positiver ausfallen – frei nach dem Motto «Einer für alle, alle für einen».
Innige Beziehung: Transformer zeigt für Stoll Giroflex, dass man Bürostühle mögen kann.

Simone Keller

Best of Print Advertising

Marktforschung Heinz-Ketchup, Mövenpick und Triumph schalteten im dritten Quartal dieses Jahres die beliebtesten Anzeigen in den Schweizer Medien.In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der Werbewoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX-Print). Dieser Index (siehe unten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigen. In den Kästen links und rechts befinden sich Anzeigen, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt. (ww)

Marktforschung Heinz-Ketchup, Mövenpick und Triumph schalteten im dritten Quartal dieses Jahres die beliebtesten Anzeigen in den Schweizer Medien.In Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope präsentiert Publimedia den Leserinnen und Lesern der Werbewoche fünfmal pro Jahr einen Auszug der Resultate aus dem Advertising-Index (AX-Print). Dieser Index (siehe unten) ist ein Modul des Market Radar und misst die Beliebtheit von Anzeigen. In den Kästen links und rechts befinden sich Anzeigen, die in der betreffenden psychografischen Zielgruppe die grösste Akzeptanz erzielten. Die drei Sujets, die bei der gesamten Stichprobe, also bei allen vier Zielgruppen insgesamt, am besten abschnitten, werden unter dem Titel «Top Three» gezeigt. (ww)
Best of SouthwestAffinität der Anzeigen bei den Supportern in der «bürgerlichen Ecke»
Gold (178) VW GolfMade in Switzerland (Lowe AG)
Silber (172) McDonald’s
Schwimmerin Nicole Zahnd (Heye, Zürich)
Bronze (158) Migros
Paella von Vite Fait (Exxtra Kommunikation)

Europlakat erobert Osteuropa

Aussenwerbung VII Das Joint Venture von Affichage und JCDecaux konnte seine Position in Ungarn und Slowenien erheblich ausbauen.

Aussenwerbung VII Das Joint Venture von Affichage und JCDecaux konnte seine Position in Ungarn und Slowenien erheblich ausbauen.
Der Entscheid aus Budapest ist erst wenige Tage alt: Die Behörden der ungarischen Hauptstadt haben einem Konsortium, bestehend aus dem französischen Aussenwerber JCDecaux, der deutschen Plakatfirma Wall und der Schweizer Affichage, den Zuschlag für 250 Citylight-Boards und 250 Citylight-Stadtinfo-Anlagen in der Innenstadt gegeben. Das Konsortium hatte sich neben andern Mitbewerbern um den auf 25 Jahre angelegten Vertrag bemüht.Sowohl die Citylight-Boards als auch die Stadtinfo-Anlagen sind hinterleuchtete Plakatflächen. Die Boards – ein in der Schweiz nicht bekanntes Tool – sind acht Quadratmeter gross und lassen maximal sechs Plakate im 10-Sekunden-Rhythmus rotieren. Die Stadtinfo-Anlagen dagegen sind frei stehende doppelseitige Plakatträger, deren eine Fläche der städtischen Eigenwerbung und die andere der kommerziellen Werbung zur Verfügung steht. Als Gegenleistung für den langjährigen Vertrag, der allerdings erst noch unterschrieben werden muss, installieren JCDecaux, Wall und Affichage in Budapest 30 vollautomatische Toiletten, für deren Reinigung und Unterhalt sie ebenfalls aufkommen.
Dass sich die drei Player gemeinsam beworben haben, ist alles andere als ein Zufall. JCDecaux ist seit Anfang Jahr zu 35 Prozent an Wall beteiligt, und bei Affichage hält er ebenfalls 30 Prozent. Mit dem Schweizer Aussenwerber ist er zudem beim Joint Venture Europlakat International (EPI) engagiert. Bei EPI in Wien freut man sich denn auch besonders über den geglückten Coup in Budapest: «Mit diesem Zuschlag ist EPI umsatzmässig zwar noch immer knapp die Nummer 2 unter den Aussenwerbern in Ungarn. Punkto Qualität von Standorten und Plakatträgern hingegen können wir nun unsere bereits bestehende Marktführerschaft noch weiter ausbauen», sagt EPI-Generaldirektor Thomas Rainer. Vorgesehen sei nun, dass die drei Aussenwerber in Ungarn eine gemeinsame Firma gründen.
Im Frühjahr hatte EPI bereits einen weiteren Städtevertrag über 15 Jahre gewonnen, und zwar in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana (Laibach). Der Zuschlag für 450 Buswartehallen mit je doppelseitigen Citylight-Flächen lag zwar schon 2002 vor, doch wegen Einsprachen des damals noch JCDecaux-unabhängigen Mitbewerbers Wall verzögerte sich der definitive Entscheid. Mittlerweile ist der Vertrag aber unterschrieben, und im Oktober wurden die ersten 300 Wartehallen montiert. Der Rest folgt im Frühjahr. «Dieser Vertrag erlaubt es uns nun, das Blatt in Slowenien zu wenden und von der Nummer 2 zur Nummer 1 unter den Aussenwerbern zu werden», sagt Rainer.
EU-Mitgliedschaft tut Aussenwerbung gutEPI war schon bisher die Nummer 1 in der Aussenwerbung von Zentraleuropa. Abgesehen von Slowenien und Ungarn ist es auch in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien-Montenegro inklusive Kosovo und in Bulgarien präsent. Im ersten Semester 2004 konnte das Unternehmen seinen Verkaufserlös gegenüber dem ersten Halbjahr 2003 um 15,4 Prozent auf 30,2 Millionen Franken steigern.
Im ganzen 2003 hatte das Joint Venture von JCDecaux und Affichage 58,4 Millionen Franken erwirtschaftet. Besonders gross ist der Umsatzzuwachs in den neuen EU-Mitgliedstaaten Ungarn und Slowenien. Allein in Slowenien verzeichnet EPI dieses Jahr ein Plus von über 40 Prozent.
Im stark segmentierten Markt von Bulgarien ist EPI – anders als in den übrigen Ländern – nicht Marktführerin, sondern die Nummer 12. Nächstes Jahr steht jedoch der Städtevertrag der Hauptstadt Sofia zur Ausschreibung an. Es wird erwartet, dass im Nachgang eine Marktkonsolidierung stattfinden wird. (mk)
In Ljubljana plakatieren drei Westeuropäer bald 450 Buswartehallen.
250 solche Citylight-Boards wird EPI in Budapest aufstellen.
Markus Knöpfli

Nordwest 5 wird NW1

Regional-TV Der Baselbieter Sender Nordwest 5 heisst ab 1. Dezember NW1. Die Inhalte sollen ausgebaut, die Zahl der Mitarbeitenden erhöht werden.

Regional-TV Der Baselbieter Sender Nordwest 5 heisst ab 1. Dezember NW1. Die Inhalte sollen ausgebaut, die Zahl der Mitarbeitenden erhöht werden.Der Relaunch folgt auf Änderungen im Aktionariat: VR-Präsident Christian Heeb und der Stromkonzern EBM haben die Anteile des ausgeschiedenen Geschäftsführers Beat Alder und des zurückgetretenen VR-Präsidenten Adar Tavor zu gleichen Teilen übernommen. Heeb hält neu 40 Prozent, EBM 57 Prozent.

Wetterfest mit Garantie

Die Spezialitäten der Makro Art AG in Grosswangen sind Grossformatplakate sowie Beschriftungen auf Fahrzeugen, Baugerüsten oder Messestandbauten.

Die Spezialitäten der Makro Art AG in Grosswangen sind Grossformatplakate sowie Beschriftungen auf Fahrzeugen, Baugerüsten oder Messestandbauten.Die digitalen Grossflächendrucksysteme Vutek UltraVu und PressVu setzen der bildlichen Umsetzung von Ideen und Botschaften «praktisch keine Grenzen» – weder in den Abmessungen noch in der Wahl des zu bedruckenden Materials. Mit einer Auflösung von 360 dpi/1200 dpi drucken die Systeme im Vutex-CMYK-Inkjet-Verfahren gestochen scharfe Bilder und Schriften. Die brillanten, farbtreuen und qualitativ hoch stehenden Druckresultate sind UV-beständig, wetterfest und dies «garantiert für eine Zeitdauer bis sechs Jahre».Ein internes Spezialistenteam führt sämtliche Planungs-, Konfektions- und Montagearbeiten in der Produktionshalle oder direkt am Ort durch, inklusive eventuell notwendige Statikberechnungen.

Jähes Ende

Prävention Die Raser kommen schneller an unser aller Ziel – nämlich in die Grube: Das haben TCS, APG und Publicis eindrücklich vor Augen geführt.

Prävention Die Raser kommen schneller an unser aller Ziel – nämlich in die Grube: Das haben TCS, APG und Publicis eindrücklich vor Augen geführt.Weil für Leute mit Bleifuss das Ende offenbar nicht früh genug kommen kann, enden seit neuestem selbst Kinofilme bereits in der Pause. Das Dia mit dem Schriftzug «Ende» und dem Claim «Raser kommen schneller ans Ziel» ist die Fortsetzung der Schockplakate aus dem Hause Publicis und soll Kinobesucher zum Nachdenken anregen.

TV-Pläne reduziert

Privatfernsehen Die Cablecom hat das Gesuch für den Ausbau des Infokanals entschärft. Das Programm Canal Suisse wird wohl zurückgestellt.

Privatfernsehen Die Cablecom hat das Gesuch für den Ausbau des Infokanals entschärft. Das Programm Canal Suisse wird wohl zurückgestellt.Seit über einem Jahr arbeiten die Cablecom, der Privat-TV-Verband Telesuisse und die SRG an einem TV-Programm namens Canal Suisse (Arbeitstitel), das die Regionen der Schweiz medial verbinden sollte. Geplant war, etwa Volksbräuche, die von Privat-TVs übertragen werden, über einen separaten Kanal für die ganze Schweiz zugänglich zu machen. Gedacht wurde aber auch an Livesendungen aus dem Parlament oder an Wiederholungen von SRG-Sendungen. Noch war einiges offen, auch ein Konzessionsgesuch war nicht eingereicht. Doch nun wird das Projekt vermutlich schubladisiert.Der Grund für den wahrscheinlichen Rückzug ist das Nein des Preisüberwachers zu den Plänen der Cablecom, ihre Abogebühren zu erhöhen. Ohne diese Zusatzeinnahmen werde der Kabelnetzbetreiber punkto Investitionen kürzer treten müssen, hatte Cablecom-Chef Rudolf Fischer verlauten lassen. «Wir sind gezwungen, nun gewisse Ideen zu überdenken», ergänzt auch Cablecom-Sprecher Stephan Howeg. Noch stehe zwar nicht fest, welche Projekte warten müssen. «Doch es ist nicht auszuschliessen, dass es auch Canal Suisse treffen könnte.» Die Cablecom wolle bis Ende Jahr Klarheit schaffen.
Cablecom muss kürzer treten
Beim Privat-TV-Verband Telesuisse rechnet man mit einem Stopp. «Jetzt wird Canal Suisse auf Eis gelegt, denn die Mittel dafür müssten von der Cablecom kommen», sagt Telesuisse-Präsident Filippo Lombardi.
Auch bei einem zweiten TV-Projekt tritt die Cablecom kürzer. Sie hatte dieses Jahr ein Konzessionsgesuch für einen Ausbau ihres bestehenden Infokanals gestellt. Weil die Privat-TVs aber befürchteten, dass ein Content anbietender Kabelnetzbetreiber in Interessenkonflikte geraten könnte, hagelte es Einsprachen. Tatsächlich wollte die Cablecom gemäss Gesuch «gesponserte und werbegestützte Inhalte» anbieten (WW 29/04), aber auch «Kooperationen mit Programmanbietern» eingehen und neue TV-Formate» entwickeln können.
Mittlerweile hat die Cablecom ihre Absichten «präzisiert», wie Howeg erklärt. «Missverständliche Formulierungen» wurden weggelassen oder anders umschrieben. Genaue Passagen waren jedoch weder vom Bakom noch von Howeg erhältlich. Letzterer hielt aber fest, es komme jetzt zum Ausdruck, «dass wir auf dem Infokanal kein Programmveranstalter sein wollen.» Der zuständigen Bakom-Sachbearbeiter Alfons Birrer bestätigt dies. Und was werbliche Inhalte anbelangt, so möchte die Cablecom gemäss Howeg lediglich ihre TV-Werbespots auch auf dem eigenen Kanal zeigen können.
Canal Suisse, ein Projekt der Cablecom, der SRG und der Telesuisse, wird vorerst schubladisiert.
Cablecom bringt Digital-TV voranUm die erforderliche Kapazität für eine grössere Auswahl an Fernsehprogrammen und Zusatzfunktionen zu schaffen, verlegt die Cablecom die bisher analog ausgestrahlten, aber relativ wenig genutzten Sender France 3 und RTP Internacional ins digitale Fernsehen. Sie sind ab 1. Dezember nur noch innerhalb des Digital-TV-Grundangebotes und mittels Set-Top-Box empfangbar. Die frei werdenden analogen Kanäle will die Cablecom für den Ausbau des Digitalfernsehens nutzen: Pro analogem Kanal können rund zehn digitale Programme übertragen werden.
Im Verlauf des nächsten Jahres möchte die Cablecom die wichtigsten Free-TV-Sender auch ins digitale Angebot aufnehmen. Dessen Abonnenten erhalten so bequemeren Zugriff auf diese Programme, ohne zwischen Digitalempfänger und TV-Gerät hin und her schalten zu müssen. (mk)
Markus Knöpfli

Ganz schön reduziert

Tourismus Davos startet mit einer auffälligen Kampagne von Lowe in den Winter und setzt den Auftakt für den neuen Auftritt im Frühling 2005.

Tourismus Davos startet mit einer auffälligen Kampagne von Lowe in den Winter und setzt den Auftakt für den neuen Auftritt im Frühling 2005.Verlockend, abenteuerlich und prickelnd: Seit kurzem wirbt die höchstgelegene Stadt Europas in der Deutschschweiz mit einer auffällig weissen, von der Zürcher Agentur Lowe äusserst reduziert gestalteten Plakatkampagne um Besucher. Der Auftritt läutet die Wintersaison 2004 ein und ebnet gleichzeitig den Boden für die neue Imagekampagne 2005.Qualität an erster Stelle
Laut Schweiz Tourismus hat die Zahl der Wintersportler in den letzten fünf Jahren um rund fünf Prozent abgenommen. Trotzdem schlägt sich Davos im Vergleich mehr als gut. Der Höchststand an Logiernächten von 1980 wurde bisher zwar nicht wieder erreicht, aber die Zahlen der letzten zwei Jahre zeigen kontinuierlich nach oben. Für Barbara Studer, Marketingleiterin Davos, steht auch fest, weshalb: «Davos heisst höchste Qualität in allen Bereichen. Das betrifft die Infrastruktur wie zum Beispiel Bahnen und Hotels genauso wie das Menschliche und den Service.»
Diesen hohen Ansprüchen muss die Zürcher Agentur Lowe genügt haben, als sie sich diesen Frühling gegen namhafte Konkurrenten durchsetzte und sich den Gesamtetat von rund einer halben Million Franken sicherte. «Den Ausschlag gaben unter anderem unsere Bildwelten, die aussergewöhnliche und eigenwillige Bildsprache, mit der wir unseren Qualitätsanspruch direkt ins Gesamtkonzept eingebaut haben», erklärt CD Keith Loell. Und: «Davos ist nun mal anders als andere und alles andere als langweilig. So stand für uns schnell fest, wie die Kommunikation aussehen muss: einzigartig, kurzweilig und modern.»
Ein oder mehrere Wintersujets
Die drei für die Winterkampagne ausgewählten Sujets zeigen mit plakativ modernem Minimalismus, was Davos zu bieten hat: Schnee, Romantik, Abenteuer und vieles mehr. Der Weissraum lässt bewusst viel Interpretationsspielraum. Kerstin Schnyder, Beraterin bei Lowe: «Die Zielgruppe ist sehr breit. Wir zielen nicht auf ein spezielles Kundensegment, sondern konzentrieren uns auf eine offene Kommunikation, die der Vielfältigkeit von Davos gerecht wird.»
Above-the-line werden Plakate eingesetzt, praktisch ausschliesslich in der Deutschschweiz. Below the line kommen Broschüren und verschiedene Verkaufsförderungsaktivitäten zum Zug, die sich – auch über Plattformen von Schweiz Tourismus – an Reise-, Kongress- und Seminarveranstalter im Ausland richten, wo rund 45 Prozent der Logiernächte generiert werden.
Ganz schön spannend
Dass die Bildsprache dieser Winterkampagne nicht diejenige ist, die uns im kommenden Jahr erwartet und mit der Lowe den Pitch gewonnen hat, ist für die Beteiligten aber kein Problem. Keith Loell: «Die Winterbilder können wir erst diesen Winter schiessen. Aber zwischen dieser und der ‹echten› Kampagne wird es einen Zusammenhang geben.» Welchen, will er allerdings noch nicht verraten. Wir dürfen also gespannt sein und schleifen derweil die Kufen. Wohin die Reise geht und mit welchem Schlitten, ist keine Frage.
Die Plakate von Lowe zeigens: Davos bietet Romantik und viel Schnee.
Michel Lazara Bozikovic

Kriegsbeil begraben

Dass es Zeit sei, eine lange und sorgsam gehegte Fehde zu Grabe zu tragen, war auf der Einladung von Krieg Schlupp Springer & Jacoby (KSSJ) zu lesen.

Dass es Zeit sei, eine lange und sorgsam gehegte Fehde zu Grabe zu tragen, war auf der Einladung von Krieg Schlupp Springer & Jacoby (KSSJ) zu lesen.Die drei Ko-Inhaber und Fussballfans Dani Krieg, Uwe Schlupp und Thomas Löw verschickten als Partyaufgebot eine Karte mit einem Schnappschuss des umstrittenen England-Tors des WM-Finals 1966, gepfiffen vom Schweizer Godi Dienst. Der «Topf» kostete die BRD den Titel und brachte unserem Land eine Jahrzehnte währende Intimfeindschaft von ganz Fussball-Deutschland ein. Das Niederlegen dieses Kriegsbeils, die ersten sieben Monate KSSJ und der aktuelle Ausbau der Agentur um ein Stockwerk waren denn für rund hundert Gäste ein guter Grund, ans Agenturdomizil in Zürich-Wollishofen zu pilgern.Ganz gemäss König Fussball und der geschäftlichen Achse Zürich-Hamburg präsentierte sich das Catering. Norddeutsches Bier, Original Currywurst und Frikadellen (vulgo Hamburger) einerseits, und zum anderen ein opulentes Käsebuffet, ausschliesslich bestückt mit Spezialitäten aus dem Zürcher Ober- und Unterland. Fast ebenso gefragt wie die drei Gastgeber waren die hübschen Girls, die sich um das Wohl der Gäste kümmerten. Da hat man(n) sich nur zu gern zu einer zweiten Portion Wurst überreden oder sich noch ein Bier bringen lassen, um den Mädels in ihren engen KSSJ-Leibchen etwas näher zu kommen.
Ebenso sexy gewandete, junge weibliche und auch männliche Schönheiten gabs anlässlich des Events Ford Supermodel of Switzerland zu sehen. Die Schweizer Lizenznehmerin der renommierten Agentur Eileen Ford, Zineta Blank von Visage Management, organisierte das Schaulaufen für den Nachwuchs. Siegerin und Sieger dürfen jeweils an die internationale Wahl zum Supermodel of the World reisen. Viel Fachpublikum und noch mehr Schaulustige frequentierten den Anlass im Kaufleuten, so dass das Stimmungsbarometer an der nachfolgenden Party rasch einmal die entsprechend heissen Werte anzeigte.
Unterhielten sich blendend: Ko-Gastgeber Thomas Löw (l.) und Boris Tschirky, Eventleiter von St. Gallen-Bodensee-Tourismus.
Ähnlichkeit vorhanden: KSSJ-Mitinhaber Daniel Krieg (l.) mit Vater Prof. Dr. Walter Krieg, VR-Präsident der Newcomer-Agentur.
Der Dritte im Bunde an der Seestrasse, Uwe Schlupp (r.), unterhielt sich mit Credit-Suisse-Werbeleiter Ralph Schoen.
Hoher Besuch aus der Zentrale: Aris Theophilakis, Chief Creative Officer Springer & Jacoby Group, mit KSSJ-Beraterin Tanya Barlogis.
Liessen sich das Get-together in Wollishofen nicht entgehen: Dietmar Knops (l.) von Detail AG und Andy Lehmann von RTK.
Petra Bottignole, Freelance Text/Konzept, mit Publicis-Berater Harry Zogg, der sich vom grossen Käsebuffet begeistern liess.
Halten den KSSJ-CDs den Rücken frei: Corinne Englert, Junior Texterin, mit Grafikerinnen Cordelia Craigie und Stéphanie Fricker (v. l.).
Aus dem Filmbusiness: Michael Kindermann von Snap Film mit Tochter Marta, und Susanne Henggeler von Pumpkin Film.
Nadine Geissbühler, selbstständige AD, Creative Consultant Cem Capanoglu und Manuela Barak, Produktionsleiterin bei TBWA (v. l.).
Waren ebenfalls zu Gast bei KSSJ: Manfred Hager (l.), Client Service Director bei Wirz, mit Filmproduzent Andres Brütsch.
Genossen das deutsche Bier: Reto Schnyder (l.) von Bernardini + Schnyder mit Flo Wacker, Ex-Arbeitskollege von Krieg und Schlupp.
Sorgten mit viel Charme fürs Wohl der Gäste: Rebecca, Nadja, Selina, Maja, Laura (oben, v. l.), Samantha und Liliane (unten, v. l.).
Zwei bekannte Gesichter in der Jury des Model-Contests: Markus Pekeler (l.), TBWA, und Mario Romano vom Edel-Magazin Massiv.
Matthias Schröder, Schröderpartners, Supermodel-Organisatorin Zineta Blank von Visage und Visage-Model Denise Rombauts (r.).
Das Laufsteg-Jungvolk zog auch Viva-Marketingleiterin Michelle Széchényi und Programmleiter Giovanni Zamai (l.) ins Kaufleuten.
Beat Fritschwar letzte Woche bei Krieg Schlupp Springer & Jacoby zugegen. Bei der Senkrechtstarter-Agentur in Wollishofen liess man eine nachträgliche Gründungsparty steigen und feierte gleich auch den Ausbau der Büroräume um ein Stockwerk. Und tags darauf ging, sozusagen als Wochenend-Schmankerl, im Kaufleuten die Wahl zum Ford Supermodel of Switzerland über die Bühne.

Schweizer Rohstoff

Verbands-Marketing SwissBanking will sein Image mit einer Kampagne von Publicis verbessern.

Verbands-Marketing SwissBanking will sein Image mit einer Kampagne von Publicis verbessern. «Die Schweiz wird oft falsch verstanden und deshalb nicht immer fair beurteilt», sagte Pierre Mirabaud, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, in einem Interview der Finanz und Wirtschaft in Bezug auf den Ruf unseres Finanzplatzes im Ausland. Skandalös sei, dass sogar ein Nobelpreisträger behaupten könne, das Schweizer Bankgeheimnis schütze Verbrecher und Geldwäscher. Mit knapp 370 Mitgliedsbanken und 9200 Einzelmitgliedern setzt sich der Spitzenverband des Schweizer Finanzplatzes SwissBanking gegen solche Vorurteile mit Lobbyaktivitäten in den wichtigsten Metropolen wie London, New York oder Paris zur Wehr.Kritischere Bankkunden
Aber auch zu Hause wies die Schweizer Bankenbranche schon höhere Zufriedenheitsraten aus. Gemäss der jüngsten repräsentativen Umfrage gaben 53 Prozent an, eine positive oder sehr positive Meinung von den Banken zu haben, was verglichen zum Vorjahr eine Verbesserung von vier Prozentpunkten darstellt. Allerdings bezeichneten vor vier Jahren 62 Prozent der Befragten ihr Verhältnis zur Bankenbranche als gut oder sehr gut. Verfolgt man das Tracking der letzten Jahre, staunt man über die grossen Schwankungen der positiven Nennungen. «Die Fluktuation beim Branchenimage hängt stark vom Zeitpunkt der Erhebung ab und wird von den Schlagzeilen geprägt. Im Gegensatz dazu ist die Zufriedenheit der Kunden mit ihrer Bank deutlich konstanter», erklärt Thomas Sutter, Leiter Kommunikation Schweiz von SwissBanking.
Humanere Züge der Banker
Eine Studie des Lausanner Meinungsforschungsinstituts MIS zeigt allerdings, dass sich die allgemeine Meinung über die Banken seit Mitte der 90er-Jahre verschlechtert hat. Die Wechselwirkung zwischen dem allgemeinen Urteil über die Institution Bank und der eigenen Hauptbank dürfte die Unzufriedenheit über die Beratung und Performance der letzten Jahre reflektieren. So erstaunt es nicht, dass vor allem bei den besser ausgebildeten Bevölkerungsgruppen die negativen Urteile zugenommen haben. Positiv verhält es sich bei der Zustimmung zum Bankgeheimnis, zu den Geldwäschereimassnahmen oder zu den KMU-Krediten.
Während sich SwissBanking in den ausländischen Schlüsselmärkten mittels punktueller Public Affairs an Politiker und andere Opinion Leaders wendet, trat der Verband im Heimmarkt bis vor einem Jahr praktisch nur via PR öffentlich in Erscheinung. Viel grösser war sein Einsatz im Ausbildungsbereich, der den Schweizer Kompetenzvorsprung durch stärkere Innovationsfähigkeit und Servicequalität sichert und ausbaut.
Seit 2003 wirbt die Organisation nun wieder mit klassischer Werbung für das Image der Branche. Nach dem «Wahr oder unwahr»-Quiz (Farner PR), das mit verschiedenen Vorurteilen aufräumen sollte, rückt Publicis jetzt den Bankangestellten in den Vordergrund. Diesen stellte das Kreativteam Markus Gut, Johannes Jost und Flavio Meroni auf dieselbe Ebene wie die lukrativen Naturrohstoffe anderer Länder. Originell und sympathisch schlägt die Copy eine Brücke zu Perlen, Erdöl, Diamanten oder Kautschuk und soll die Betrachter emotional einbinden und «ein Wir-Gefühl schaffen». Ohne Arroganz, dafür umso schnörkelloser im Duplex-Layout stechen die vier Motive zweifellos ins Auge – vor allem dem kaufmännischen Personal, das in den vergangenen Jahren mit grossen Sparmassnahmen konfrontiert wurde.
Die Diskretion des Bankmitarbeiters ist immer noch ein wichtiger USP der Schweizer Banken.
Der Bankangestellte wird zum wichtigen Rohstoff.
Luca Aloisi
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