Crashtest für Pistenraser

Versicherungen Mit Bergbauern-Weisheiten von Ruf Lanz ermuntert SuvaLiv zur Vorsicht auf der Skipiste.

Versicherungen Mit Bergbauern-Weisheiten von Ruf Lanz ermuntert SuvaLiv zur Vorsicht auf der Skipiste.Nahezu ein Drittel aller Sportunfälle sind Wintersportunfälle. Das ist kein Zufall, weiss man bei der Präventionsstelle der Suva, denn auf und neben den Pisten wird immer schneller und riskanter gefahren. Begünstigt wird dieser Trend durch immer leistungsfähigeres Material wie auch durch die hohen Förderkapazitäten der Bergbahnen und den somit stark frequentierten Pisten. Auch wenn bei einem Skiunfall die Schwere der Verletzungen und die Kosten deutlich höher sind als bei einem Snowboardunfall, hat ein Zusammenprall in beiden Fällen oft fatale Folgen.Immerhin: Laut Unfallstatistik ist die Anzahl an Schneesportunfällen (2002: rund 32000) seit gut sieben Jahren stabil – leichte Veränderungen von Jahr zu Jahr sind auf die unterschiedlichen Schnee- und Witterungsverhältnisse zurückzuführen. Die Entwicklung der Unfallkosten verläuft nahezu parallel zur Unfallhäufigkeit und liegt seit Jahren bei über 180 Millionen Franken, wobei die tieferen Kosten bei den Snowboardunfällen und die kürzere Heilungsdauer der meist jüngeren Verunfallten positiv auf die Gesamtsumme wirken. Auf Grund der medizinischen Diagnosen und der Zunahme der Ausfalltage geht die SuvaLiv davon aus, dass in den letzten Jahren schwere Skiunfälle eher zugenommen haben.
Um die drohenden Gefahren anschaulich zu machen, setzt die Suva heuer erstmals eine Berechnung vom Biomechanischen Institut der ETH ein, die eindrücklich zeigt, wie gefährlich das Rasen auf den Skipisten ist. Nachgewiesen wurde zum Beispiel, dass eine Kollision auf der Piste mit 50 km/h dem Aufprall nach einem Sturz aus 9,8 Meter Höhe entspricht. Dieses Ergebnis hat nun Ruf Lanz, die Hausagentur der SuvaLiv, dramatisiert: Auf Plakaten und flankierenden Inseraten dramatisiert ein verblüffendes Motiv die bei einem Crash waltenden Kräfte – nämlich anhand eines Sprungs von einem Hochhaus.
In zahlreichen Schweizer Wintersportorten soll das Plakat an die Eigenverantwortung appellieren, direkt am POD – «Point of Danger», so CD Danielle Lanz. Und weil die Suva nicht mit erhobenem Zeigefinger warnen will, entwickelte die Agentur zusätzliche Werbemassnahmen mit ebenso überraschenden Umsetzungen und an Orten, an denen man es nicht unbedingt erwartet. «Damit wollen wir der Zielgruppe der Wintersportler noch näher kommen», erklärt Agenturpartner Markus Ruf. Als Werbeträger kommen Sicherheitsbügel der Sessellifte für die Suva-Botschaft zum Einsatz. Denn man hat minutenlang Zeit, sie anzuschauen. Und dies unmittelbar vor der Abfahrt. Auf die Gefahren des Rasens machen hier knochenharte Bergbauern-Weisheiten aufmerksam. «Ertönt vom Hang ein lauter Schrei, sind des Rasers Knochen Brei» oder «Verkriecht sich der Schneehase im Bau, fährt ein Raser wie die Sau» sind nur zwei von fünf Sujets. Weit herum dürfte auch die Gondel im Skigebiet Laax, das besonders viele junge Wintersportler anzieht, für Aufsehen sorgen. Erinnert sie doch mit Ambulanz-Design und funktionierendem Blaulicht daran, dass, wer lieber ins Tal als ins Spital kommt, mit Vorteil vorsichtig fährt.
Kampagne gegen das Pistenrasen, direkt am POD («Point of Danger»):Bauernregeln am Sicherheitsbügel, Gondel im Ambulanz-Look.
Ruf Lanz macht für SuvaLiv die Gefahren des Pistenrasens anschaulich. Die Kampagne schliesst neben Plakaten auch Massnahmen direkt am POD (dem «Point of Danger») ein: Bergbahngondeln im Ambulanz-Look und träfe Sprüche am Skilift. >> Seite 9

Luca Aloisi

NZZ lanciert neue Immobilien-Plattform

Rubrikeninserate Unter dem Namen NZZdomizil.ch hat die Neue Zürcher Zeitung einen Online-Immobilienmarkt eröffnet.

Rubrikeninserate Unter dem Namen NZZdomizil.ch hat die Neue Zürcher Zeitung einen Online-Immobilienmarkt eröffnet.Rubrikeninserate Unter dem Namen NZZdomizil.ch hat die Neue Zürcher Zeitung einen Online-Immobilienmarkt eröffnet. NZZdomizil-Inserate können gleichzeitig auf der redaktionellen Immobilienseite der NZZ am Sonntag und auf der neu eingeführten Seite «Bauen – Wohnen» der Freitags-NZZ geschaltet werden. Mit Immoscout24.ch wurden Kombi-Angebote vereinbart.

Der Formatriese von Schlieren

Die JCM Offsetdruck in Schlieren, vormals J. C. Müller AG, wurde vor über 80 Jahren gegründet und wird als Familienunternehmen heute bereits in der fünften Generation geführt.

Die JCM Offsetdruck in Schlieren, vormals J. C. Müller AG, wurde vor über 80 Jahren gegründet und wird als Familienunternehmen heute bereits in der fünften Generation geführt.Das Unternehmen hat sich schon sehr früh auf den Plakat- und Etikettendruck spezialisiert. Mit der Beschaffung der damals weltweit grössten Bogenoffsetdruckmaschine im Jahre 1994 hat JCM in der Schweiz hinsichtlich der technischen Entwicklung des Strassenplakats einen Meilenstein gesetzt. Dieses Jahr ist die Geschichte weitergeschrieben worden, indem JCM einmal mehr die formatgrösste Bogendruckmaschine der Welt in Schlieren installiert hat. Der 177-Tonnen-Koloss mit fünf Farbwerken und topmoderner Elektronik kann Formate bis 151 x 205 cm bedrucken. Mit 17 Druckwerken und 50 Mitarbeitenden fertigt JCM täglich gegen 10000 verschiedene Plakate und 11 Millionen Getränkeetiketten.

Adam & Adam designt für den «Fressbalken»

Gastronomie Die Kommunikationsagentur Adam & Adam zeichnet für das neue Corporate Design der Raststätte Würenlos (umgangssprachlich als «Fressbalken» bekannt) verantwortlich.

Gastronomie Die Kommunikationsagentur Adam & Adam zeichnet für das neue Corporate Design der Raststätte Würenlos (umgangssprachlich als «Fressbalken» bekannt) verantwortlich.Die junge Agentur auf der Zürcher Forch gewann das Budget für das gesamte CD des neuen Leitsystems in Kooperation mit dem Druck- und Beschriftungsspezialisten Christinger Partner. Die Produktions- und Montagearbeiten werden am 1. Dezember abgeschlossen sein. Adam & Adam erhielt auch den Zuschlag für die Konzeption des Parkleitsystems am Eröffnungsevent, wiederum zusammen mit Christinger Partner.

Ringier zerbricht sich den Kopf

Verlage Am traditionellen Herbstmediengespräch gewährte der Medienkonzern Ringier nur einen kurzen Blick in seine Karten.

Verlage Am traditionellen Herbstmediengespräch gewährte der Medienkonzern Ringier nur einen kurzen Blick in seine Karten.«Wir zerbrechen uns derzeit den Kopf, wie die Jungen in Zukunft Zeitungen und Zeitschriften konsumieren – und ob sie daran überhaupt noch Interesse haben», sagte Michael Ringier. Am Projekt Neue Zeitung werde gearbeitet, war zu erfahren, doch bestehe kein neuer Präsentationstermin.

Gratis-Multiplikator inklusive

Aussenwerbung II Wie ein Prinz bewies, dass sich die Mediagattung Plakat gern wachküssen lässt.

Aussenwerbung II Wie ein Prinz bewies, dass sich die Mediagattung Plakat gern wachküssen lässt.Kein Zweifel: Mit 14,1 Prozent Anteil am Werbemarkt ohne Direktwerbung (Wemf 2003) spielt das Plakat weiterhin eine Schlüsselrolle bei den meisten Kampagnen. Kein anderes Land in Europa weist Aussenwerbung als zweitwichtigste Mediagattung aus – und erst noch vor TV. Insofern ist die Bezeichnung der Schweiz als Plakatland nach wie vor berechtigt, auch wenn sich diese früher eher auf das hoch stehende Schweizer Grafikdesign bezog. Bedrohliche Werbeverbote
Doch obschon sich die Spendings fürs Plakat in den vergangenen 20 Jahren nahezu verdreifacht haben und sich das Basismedium Plakat im Vergleich zur Branche überdurchschnittlich entwickelt hat (+220 Indexpunkte), verkleinerte die Krise in der Werbebranche den Vorsprung auf das vitale Fernsehen mehr und mehr.
Die unterschiedlich grossen Entwicklungspotenziale sind das eine, die Qualität der Kontakte das andere. Um im härteren Intermedia-Wettbewerb zu bestehen, versuchen die grossen Plakatgesellschaften ihr Medium mit der harten Kontaktwährung der «Swiss Poster Research»-Studie zu stärken. Derweil zeigt eine neue Studie der Uni Hamburg, dass die Flüchtigkeit des Kontakts beim TV erschreckend zugenommen hat.
Wie gewohnt wird auch dieser Stand der Wissenschaft von einer anderen Studie mit anderen Masseinheiten widerlegt werden, weil sich in keinem anderen Medium wie im Fernsehen Marken mit Unterhaltung, Information und Emotionen inszenieren lassen. Trotzdem: «Im Unterschied zu anderen Medien kann sich dem Plakat niemand entziehen. Und obwohl es genauso ungebeten wie der Spot oder die Anzeige auftaucht, dürfte seine Akzeptanz höher sein, weil der Konsument für diesen Werbeträger nichts bezahlt hat», erklärt Ruedi Wyler, einer der kreativsten und plakativsten Schweizer Werber.
Und sieht man von den abbröckelnden Privilegien des Plakats betreffend der Werberechtsbestimmungen für Alkohol und Tabak ab, dürften die Stärken und Schwächen der verschiedenen Medien auch künftig grosso modo die gleichen bleiben. Was die Kreativagenturen freuen wird, weil sie mit ihren Konzepten immer wieder die Effizienz bestimmter Mediagattungen beweisen dürfen.
So auch im vergangenen Sommer, als ein «Prinz» mit einer – notabene – Online-Partnervermittlungsfirma im Rücken auf die Suche nach seiner Zwillingsseele ging. Und zwar via Plakat. Dabei verband die Agentur Publicis die Stärken einer Plakatkampagne mit den Stärken der SMS-Kommunikationsform nicht zum ersten Mal. Trotzdem gelang es den Beteiligten, so viel Aufmerksamkeit und ein riesiges Medienecho zu generieren wie kaum je zuvor.
Umso überraschender, dass die Agentur mit der Kampagne eigentlich «nur» PartnerWinner.ch als Neukunden gewinnen wollte. «Wir nahmen mit unserer Kundin APG Kontakt auf und produzierten gleich eine pfannenfertige Kampagne», blickt Markus Gut, Geschäftsleiter Kreation, zurück. Der geheimnisvolle Teaseraushang mit Crossmedia-Element liess auch verschiedene auflagenstarke Newsmedien mitspekulieren, was der Kampagne zusätzliche Publizität verlieh – und zwar gratis.
Plakativität vor Werbedruck Werden die kreativen Grundregeln – prägnante und ästhetische Reduktion einer emotionalen Grundidee auf das Wesentliche – eingehalten, können die Stärken des Plakats auch unter «normalen» Umständen ausgeschöpft werden. Zwar sind die Gattungen Print und Poster aus Kreationssicht nah verwandt, doch lässt sich aus einem Plakat viel leichter eine Anzeige ableiten als umgekehrt, was häufig vergessen geht. «Jedes gute Plakat ist plakativ», sagt Markus Gut und weist so auf das immer noch grosse Steigerungspotenzial bei der Gestaltung hin. Dass dieser Wunsch oft an den Vorstellungen des Kunden scheitert, sieht man daran, dass lokale Aushänge wegen ihrer Originalität und Plakativität oft einen höheren Erinnerungswert erzielen.
Dank der Differenzierungsmöglichkeit nach Standort kann ein Spezialgeschäft im engeren Umkreis mit Plakatsujets den Kaufappell genauso stärken, wie es sonst die Hersteller und Verteiler von Massenkonsumartikeln im grossen Stil tun. Beispiele liefern immer mehr Agenturen, die zur Auslastung der Kapazitäten ihre Plakatideen der indischen Imbissbude um die Ecke oder dem Coiffeursalon vis-à-vis günstig verkauft haben. Wie gross der Verbesserungsbedarf bei Plakatsujets generell immer noch ist, zeigt der Poster Performance Index der APG, der die Erinnerung und die korrekte Markenzuordnung ausgehängter Kampagnen misst. Auffallend beispielsweise, wie schlecht hier zu Lande Autoplakate im Vergleich zu Aushängen anderer Branchen abschneiden.
Doch zurück zur Prinz-Kampagne: Überwältigend fiel hier die messbare Wirkung des Teasers wie der Auflösung aus – die Responsequote lag bei 662 Prozent. Laut APG und Auftraggeber PartnerWinner.ch soll die Wirkung nachhaltig gewesen sein. So verbuchte die Dating-Plattform nicht nur am Tag der Auflösung des «Prinz»-Geheimnisses einen deutlichen Zuwachs an Neueinschreibungen – die Quote lag während der Plakatkampagne rund ein Viertel höher als der Durchschnittswert davor.
Eine weitere Erfolgskomponente – und darin erkennt der Schweizer Marktleader der Aussenwerbung die Chancen seiner Gattung – bestand darin, dass alle Beteiligten bereit waren, «aus ihren bestehenden Gärtchen auszubrechen». Der Auftraggeber aus dem Onlinebereich, der für eine Kampagne ausschliesslich aufs Plakat gesetzt hat, die Plakatfirma, die den Aushang auf speziell ausgesuchten Stellen buchen liess, und die Agentur, die mit einem wirkungsvollen Dialogmedium zwei Kunden vernetzt hatte.
AusgezeichnetPlakativität als Mehrwert für Marken: Was in der Werbung allgemein Gültigkeit hat – je kreativer, desto effizienter –, gilt beim Plakat erst recht. ADC-prämierte Plakate als Teil von
integrierten Kampagnen erhielten oft auch Effie-Auszeichnungen.
Die grosse Öffentlichkeit von Plakaten kann das Image verbessern und Informationen anderer Werbemittel reaktualisieren.
(Im Bild: Migros-Expo.02)
Mit grosser Publikumsbeachtung führte Publicis PartnerWinner.ch und APG zusammen. Angelo Prinz soll übrigens tatsächlich seine grosse Liebe gefunden haben.
Provozieren lässt sich auch ganz lokal und ohne grossen Streuverlust. Den Rest besorgt die Mundpropaganda. (Im Bild: Bliss)
Lässt sich nicht umblättern oder wegzappen, dafür aber neu erfinden – das Plakat. (Im Bild: Sportplausch Wider)
Luca Aloisi

Grosser Auftritt im grossen Land

Aussenwerbung I Trotz stark steigenden Ausgaben für Fernseh- und Pressewerbung kann die Plakatwerbung in China weiter zulegen.

Aussenwerbung I Trotz stark steigenden Ausgaben für Fernseh- und Pressewerbung kann die Plakatwerbung in China weiter zulegen.Rentiere, die Santa Claus auf einem Schlitten durch den Schnee ziehen, schmücken auf unübersehbaren Plakaten Pekings Prachtstrasse Dongchang’an Jie, die an der verbotenen Stadt und am Tienanmen-Platz vorbeiführt. Das finnische Tourismusbüro wirbt in der chinesischen Provinz für einen Urlaub im winterlichen Finnland. In nur acht Stunden fliegen die Finnair-Jets von der chinesischen Hauptstadt via Sibirienroute nach Helsinki, dem skandinavischen Hub, von dem aus die Chinesen im Übrigen in knapp drei weiteren Stunden in der Schweiz sind*. Wie Finnland und Finnair zeigen viele westliche Firmen mit Plakaten im chinesischen Markt Flagge; denn auf das traditionsreiche Medium der Aussenwerbung verzichtet kaum ein bedeutendes Unternehmen.Ausländische Labels erfreuen sich in China generell eines hohen Status; ja ein Grossteil der Konsumenten im Reich der Mitte ist überzeugt, dass alle Produkte der bewunderten Weltmarken in Schauräumen und auf den Regalen der Supermärkte im Ausland hergestellt werden. «Made in China» besitzt als Kaufargument keinen hohen Stellenwert; doch mehr und mehr westliche Markenprodukte, von Autos über Computer bis hin zu H&M-Textilien, werden in Tausenden von Joint-Venture-Unternehmen in China produziert. Wo die Schuhe hergestellt werden, erfährt der Passant auf dem 200-Quadratmeter-Plakat für Adidas nicht – für ihn ist es ein renommierter westlicher Brand.
Vormarsch chinesischer Brands
Immer mehr drängen jedoch auch chinesisches Label auf den Markt mit Logos, die im Westen meist völlig unbekannt sind. Ausser dem über die Grenzen bekannten chinesischen Tsingtao-Bier sind es zum Beispiel Lenovo-Computer, Geely- Autos oder Bird Mobile Phones, für die in China exzessiv auch auf Plakatwänden Werbung gemacht wird. 1999 wurden in China 6,5 Milliarden Dollar für Werbung ausgegeben, 2003 waren es bereits 24 Milliarden, wie Business Week schreibt. Fernsehen und Inserate in Zeitungen und Magazinen machen zwar den Löwenanteil aus, doch ein Blick auf die Strassen und Hauswände in Chinas Metropolen zeigt, dass der Einsatz von Plakaten ungebrochen ist; ja dass diese Werbeflächen immer gigantischere Ausmasse annehmen. China hat eine lange Tradition im Bereich der Grossplakate; denn die kommunistische Partei hämmerte dem Volk ihre Botschaften seit Maos Langem Marsch vor 55 Jahren permanent via riesige Plakate ein; und sie tut es auch heute noch, wenn es darum geht, die Einkindfamilie zu propagieren oder vor Aids zu warnen.
Auch in Nachbarländern wie Vietnam und Nordkorea haben Plakate einen hohen Stellenwert. In der nordkoreanischen Metropole Pjöngjang dominieren jedoch die politischen Plakate, welche das «Arbeiterparadies» und den «lieben Führer» verherrlichen; kommerzielle Werbung ist hier noch äusserst rar.
Die Werbung für Konsumgüter bediente sich in China schon früh des Plakates. Schon bei unserem ersten Besuch vor zwanzig Jahren in Shanghai und Peking erstaunten die riesigen von Velofahrermassen umschwirrten Plakate für Pepsi-Cola oder Rolex-Uhren.
Auch die Schweiz ist präsentAuch 2004 haben diese riesigen Werbeflächen nichts an Aktualität verloren. Sie machen auf neu hochgezogene Luxusappartements, auf Zahnpasta oder Autos aufmerksam. Oder eben für Reisen in ferne Länder, die dank neuen Visaerleichterungen und gestiegenen Einkommen für Millionen Chinesen näher gerückt sind. Auch die Schweiz mit Jungfrau und Matterhorn, die für helvetische Produkte und das Reiseland werben, ist in Chinas Metropolen optisch präsent.
Viele chinesische Firmen realisieren die Werbung inhouse; andere beschäftigen etablierte Agenturen in Hongkong oder deren Ableger in Shanghai, Peking und Kanton. Die grossen Labels adaptieren meist ihre internationalen Kampagnen für China, wobei oft westliche Gesichter gezeigt werden, was das Prestige erhöht.
Mit dem Siegeszug der Leistungsgesellschaft erlebt das einstige Mangelland China jetzt das Phänomen der Überproduktion mit entsprechendem Druck auf die Preise. In diesem von scharfer Konkurrenz geprägten Szenario ist die Werbung oft ausschlaggebend. Inserate in Zeitungen und Zeitschriften und natürlich Fernsehwerbung gehören zum Repertoire der chinesischen Werber, doch das Plakat konnte seine Präsenz mit dem Wirtschaftsboom sogar noch erhöhen.
* Die Bilder zu diesem Beitrag entstanden auf einer Pressereise mit Finnair.
Gross, grösser, am grössten: Ob für Wohnungen, Ferien in Finnland oder Rolex-Uhren – die Plakate in China machen in Megadimensionen auf Güter aufmerksam.
Werner Catrina

Ihr Käuferlein kommet

Detailhandel Bis zum 24. Dezember verstreicht noch fast ein Monat, doch das Geschäft mit dem Fest der Liebe läuft bereits auf Hochtouren.

Detailhandel Bis zum 24. Dezember verstreicht noch fast ein Monat, doch das Geschäft mit dem Fest der Liebe läuft bereits auf Hochtouren.Um möglichst viele schenkwillige Konsumentinnen und Konsumenten ins Shoppi & Tivoli nach Spreitenbach zu locken, hat sich Ruedi Wyler für das diesjährige Weihnachtsplakat von der Bibel inspirieren lassen. Wie einst der Stern den Königen aus dem Morgenland den Weg zum Erlöser gewiesen hat, soll er als Strassenmarkierung die Käufer zu den Präsenten führen.

WPP globaler Werbepartner von Samsung

Unterhaltungselektronik

UnterhaltungselektronikDer koreanische Elektronikkonzern Samsung hat sich nach einem neunmonatigen Auswahlverfahren für die britische Werbeholding WPP als Partner für seine weltweiten Marketingprogramme entschieden. Wie Samsung mitteilte, übernimmt die Agentur J. Walter Thompson das internationale Accountmanagement, während Berlin Cameron/Red Cell kreative Leadagentur wird. Was der Etatwechsel für den Markt Schweiz bedeutet, ist laut Andy Hostettler, CEO von JWT+H+F, noch nicht abzuschätzen.

Zahl der Woche

Zeitungen Tabloid gilt als Zauberwort für die Zukunft. Immer mehr Verlage erhoffen sich jüngere Leserschichten und grössere Werbeeinnahmen.

Zeitungen Tabloid gilt als Zauberwort für die Zukunft. Immer mehr Verlage erhoffen sich jüngere Leserschichten und grössere Werbeeinnahmen.Von 240 auf 60 Zum Beispiel ist die Auflage des Independent in London innert einem halben Jahr um 16 Prozent gestiegen. Auch die Times in London hat auf Tabloid umgestellt – Ziel: 100000 zusätzlich verkaufte Exemplare. Auch das deutsche Blatt Die Welt will sich verkleinern, um grössere Marktanteile zu gewinnen. «Welt kompakt» heisst die Miniversion. 240 Zeilen Politik und Wirtschaft aus dem Original werden darin auf 60 Zeilen eingedampft.

Virus wirbt für Odlo

Sportbekleidung Als Neukunden für eine nationale Promotion hat die Bieler Agentur Virus Ideenlabor die Kleidermarke Odlo gewonnen.

Sportbekleidung Als Neukunden für eine nationale Promotion hat die Bieler Agentur Virus Ideenlabor die Kleidermarke Odlo gewonnen.

«Angebot passte nicht zu unserer Strategie»

Stefan Staub, Projektleiter Elektronische Medien bei der PubliGroupe, zum zweiten Schritt bei der elektronischen Medienvermarktung.

Stefan Staub, Projektleiter Elektronische Medien bei der PubliGroupe, zum zweiten Schritt bei der elektronischen Medienvermarktung.WW Der Investor 3i ist bei Goldbach Media eingestiegen. Was sagen Sie dazu?Stefan Staub Es ist kein Geheimnis, dass Goldbach Media im Markt ein Aktienpaket zur Finanzierung ihrer Wachstumspläne anbot. Insofern ist der Einstieg von 3i für uns keine Überraschung.
Wurde es auch der PubliGroupe angeboten?
Ja, wir wurden diesbezüglich von Goldbach kontaktiert, sind jedoch nicht darauf eingetreten.
Warum?
Weil das Angebot nicht unseren strategischen Intentionen entspricht. PubliGroupe hat sich zum Ziel gesetzt, in der elektronischen Medienvermarktung künftig eine bedeutende Rolle zu spielen. Wir streben in unserem Kerngeschäft eigenständige Lösungen oder Mehrheitsbeteiligungen an.
Und das hat Goldbach abgelehnt?
Diesbezüglich wurden keine Gespräche geführt.
Sie sagten nach der Cinecom-Übernahme, dass die PubliGroupe dieses Jahr noch einen zweiten Schritt in der Vermarktung elektronischer Medien machen wolle. Kommt das noch?
Dieses Jahr kaum, aber wir arbeiten weiter daran. Die Entwicklung von guten und zukunftsgerichteten Lösungen braucht Zeit, die richtigen Partner und neue zukunftsorientierte Ideen. Unser Ziel ist es nach wie vor, unser Engagement in der elektronischen Medienvermarktung auszubauen.
Im Sommer dieses Jahres hätten Sie bei den Radiovermarktern Spot Promotion und Radiotele offene Türen vorgefunden. Jene von Spot Promotion sind nun zu und die von Radiotele weniger weit offen. Warum haben Sie diese Chance vertan?
Das sehen Sie so. Den Ball von Spot Promotion nahmen wir nicht auf, weil wir uns den Einstieg in die Radiovermarktung anders vorstellen. Wir suchen einen Ansatz, welcher die Mediengattung Radio als Ganzes stärkt. Und zu Radiotele nur so viel: Ich kann die Aussage von Bruno Oetterli bestätigen, dass zurzeit keine Gespräche stattfinden.
Eine Möglichkeit wäre auch, bei der Cinecom, die schon mal Radio vermarktete, eine Radio Unit aufzubauen.
Das ist im Moment kein Thema. Cinecom ist als Kino- und TV-Vermarkter klar positioniert und baut erfolgreich ein Plasmascreen-Netz an wichtigen POS auf.
Welche Philosophie punkto Tariftreue oder Poolgestaltung würde die PubliGroupe im Radiomarkt vertreten?
Wir würden uns primär für marktgerechte Angebote und eine einheitliche und transparente Preis- und Rabattpolitik einsetzen. Heute herrscht im Radiomarkt ein riesiger Rabattdschungel. So kommt es auch vor, dass die Preise der nationalen Pools von den lokalen Vermarktern verschiedener Stationen bei Direktbuchungen unterboten werden. Dies schadet der Gattung Radio. Alle jammern heute über diese Missstände. Eine Verbesserung wird jedoch nur eintreten, wenn die wichtigen Marktplayer sich zu einer gemeinsamen Politik zusammenraufen.
Wer schlug hier wem die Tür zu?Vor einer Woche hat die europäische Investmentgesellschaft 3i bei der Goldbach
Media einen 10-Prozent-Anteil übernommen. Das wirft Fragen auf. Warum kam 3i zum Handkuss und nicht etwa die Schweizer PubliGroupe, die für dieses Jahr einen zweiten Schritt in der Vermarktung elektronischer Medien angekündigt hatte? Ist der 3i-Einstieg für Goldbach punkto Synergien ähnlich vorteilhaft, wie eine Beteiligung von PubliGroupe gewesen wäre? Sind die Lausanner in Goldbach abgeblitzt, oder haben sie den Einstieg verschlafen? Gab es kartellrechtliche Hindernisse? Und hat der Inseratevermittler jetzt, da die Goldbach-Türen wohl für eine Weile verschlossen bleiben, noch andere Optionen für seinen «zweiten Schritt»?
Um solche Fragen zu klären, hat die Werbewoche mit Stefan Staub von der PubliGroupe und mit Klaus Kappeler von Goldbach Media getrennte Gespräche geführt. (mk)
Interview: Markus Knöpfli
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