Let’s jazz!

Kurz vor der Winterpause lädt die Idée-VfW Mitglieder, Gäste und Sponsoren zur traditionellen Jazzbar.

Kurz vor der Winterpause lädt die Idée-VfW Mitglieder, Gäste und Sponsoren zur traditionellen Jazzbar.Diesmal fand der Musik-Event nicht mehr im «Herb», sondern im Bistro der Neuen Zürcher Zeitung statt, das schon länger ganz oben auf der Wunschliste des Idée-Vorstands gestanden hatte. Die tatkräftige Unterstützung durch Marianne Läderach und Verlagsleiter Tobias Trevisan machte den Wechsel möglich, wobei die NZZ auch gleich das Essen offerierte.Gut achtzig Gäste liessen es sich nicht nehmen, mit Sängerin Marion Denzler (grosses Bild) und ihrem Quartett für kurze Zeit der kalten Jahreszeit zu entfliehen – auf dem Programm standen sanfte Bossanovas und heisse Latin-Sounds. Besuch gabs auch von anderen Branchenverbänden: So waren im Publikum Toni Vetterli, Marketingleiter des Verbands Schweizer Presse, Stephanie Hugentobler, Präsidentin des Texterverbands Script, und ASW-Geschäftsführer Peter Grob zugegen. Publimag-Werbeleiter Christian Rufener wiederum, der den Anlass der Idée mit einem namhaften Betrag für die Apérokosten unterstützte, nutzte die Gelegenheit, Teamkollegen und Kunden ins Jazz-Bistro einzuladen; und Sponsor Beat Sulzer von Clear Channel Plakanda entsandte eine Delegation. Ebenso auf ihre Kosten kamen die Flash-Velokuriere Benno Meier, Andrea Kocher und Phili Poznalski, welche sich unter ihren Künstlernamen Benno, Cookie und Pozzi für die Zürcher Werbeagenturen jeweils radelnderweise die Seelen aus dem Leib strampeln.
Last but not least bedankten sich und vertilgten die Gäste neben viel Prosecco und einem feinen Riz Casimir auch problemlos die rund zwei Liter Digestif in Form von Cognac und Grappa, welche von Leos Gerteis vom NJP Tonstudio und von bon-gusto.kommunikation offeriert wurden.
Beat Fritschbegrüsste letzte Woche in seiner Funktion als Präsident der Idée – Vereinigung für Werbekommunikation im Bistro an der Falkenstrasse die Gäste der alljährlichen Idée-Jazzbar. Der bei Mitgliedern und Sponsoren gleichermassen beliebte Anlass fand heuer zum ersten Mal bei der NZZ statt. Eine ausgezeichnete Location übrigens, nicht nur für einen Jazzabend.
Genossen als Sponsoren einen wunderbaren Jazzabend: Publimag-Werbeleiter Christian Rufener (r.) und Kundenberater Reto Mürner.
Die flinken Velofahrer vom Idée-Sponsor Flash-Kurier: Benno Meier, Andrea Kocher und Phili Poznalski (v. l.).
Am Cheminéefeuer: Flash-Inhaber Martin Niklaus (l.) und Peter Wiler, beim Kurier für die guten Customer Relations zuständig.
Ein frisches Gesicht: Andrea Blatter (l.), neue Printberaterin der Cinecom, kam mit Kinospezialistin Claudia Wilden.
Cinecom-Kinoberater Manuel Gasser mit Rebecca Krausse, Metzgerlehner, und Andy Bürki von Jazz-Sponsor Clear Channel Plakanda (v. l.).
Mit Cüpli an der Bistrobar: Toni Vetterli (l.), Marketingleiter Schweizer Presse, und Cinecom-Verkaufsleiter Daniel Pauletto.
Barbara Berger vom Team Powerline bei Swisslife mit Hans-Peter Thoma, Gebietsverkaufsleiter beim Tagi.
Christoph Beuggert vom tpc mit Script-Präsidentin Stephanie Hugentobler und ASW-Geschäftsführer Peter Grob (v. l.).
Alte Bekannte: Idée-Geschäftsführerin Ursi Grob mit Werbewoche-Anzeigenleiter Thomas Stuckert, Ex-Vorstandsmitglied der Idée.
HEV-Anzeigenleiter Moritz Weibel (l.) und Olivier Steiner, GF der Publimag Bern.
Jazzfans im Bistro: Christian Schäfer, Polycom, Barbara Novak, Publimag, und Oliver Anderegg von Anderegg Media (v. l.).
Extra aus Basel angereist: Claudia Salathé von LGT/STG kam mit Beatus Von Glenck, der bald eine neue Kleiderlinie lanciert.
Denise Gisin, Grundfisch, und Andi Mossner, Inhaber von Advision, präsentieren den Adventskalender vom Flash-Kurier.
Die beiden Idée-Vorstandsmitglieder Lukas Gschwind (l.) und Andri Hofmann mit Kollegin Andreja Sedeljsak von Wyss & Partner.
Ein Gläschen in Ehren genehmigten sich an der Idée-Jazzbar auch Hanny und Stefan Cohen, selbstständiger Werbeberater.

Vier Jahrzehnte für die P

Vermarkter Espace-Pub-Direktor Henri Robyr tritt zurück.

Vermarkter Espace-Pub-Direktor Henri Robyr tritt zurück.Als Edipresse 1991 die Lancierung einer grossen Westschweizer Tageszeitung wagte, ging auch die Publicitas neue Wege: Für das Anzeigenmarketing des Nouveau Quotidien (NQ) wurde eine eigene Filiale geschaffen. Espace Pub war die erste Tochter der P, die sich ganz dem Verkauf eines einzigen Titels widmete. Die Väter von Espace Pub waren Hans Peter Rohner, Jean-Pierre Béguin und Henri Robyr, der bis 1995 als Anzeigendirektor wirkte. Der Aufbau von Espace Pub war einer der Höhepunkte einer Karriere, die an Neujahr zu Ende geht. Nach 41 Jahren in Diensten der P wird Henri Robyr pensioniert. 1963 war er in die Berner Filiale im Bereich Administration und Promotion eingetreten. Untreu wurde er der Firma nur kurz von 1998 bis 2000: In dieser Zeit leitete er den Anzeigenverkauf der Basler Zeitung, die immerhin auch zu 37 Prozent der P-Mutter PubliGroupe gehört. Danach kehrte er in die Westschweiz zurück und übernahm als Direktor die Führung von Espace Pub, die seit 1998 für den NQ-Nachfolger Le Temps tätig ist.
Dieses Amt übergibt Robyr Anfang Januar an Marianna Di Rocco. Auch sie ist seit langem für Espace Pub tätig. 1993 begann sie als Verantwortliche für den Westschweizer Markt und Events. Seit der Fusion von NQ und Journal de Genève zu Le Temps hat sie die Verkaufsleitung inne. Ihr Nachfolger in dieser Funktion wird Julien-V.-A. Vogel, der seit April zum Team von Espace Pub gehört.
(sm)

Der Füller ohne Grenzen

Networks Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby kreierten für Lamy ein Musterbeispiel dafür, wie internationale Kooperation funktionieren soll.

Networks Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby kreierten für Lamy ein Musterbeispiel dafür, wie internationale Kooperation funktionieren soll.Lamy gehört zu den führenden Schreibgerätemarken, deren innovative Qualitätsprodukte weltweit eine Sonderstellung einnehmen. Während mancher Jahre propagierte Lamy die «Lust am Schreiben». Die Umpositionierung hin zur «Lust am Schreibgerät» liegt seit 2002 in den Händen von Springer & Jacoby Deutschland. Die neue Marken-kampagne ging dieser Tage an den Start.Verantwortlicher Managing Director war Thomas Löw – und ist es immer noch, da nach seinem Wechsel in die Schweiz auch der Kunde Lamy davon überzeugt werden konnte, den europaweiten Lead für die gesamte Kommunikation in die Schweiz zu vergeben.
Das Hauptaugenmerk liegt zunächst auf dem deutschen Markt, wobei die internationale Ausrichtung der Marke bereits in der Kampagnenentwicklung berücksichtigt wurde. Sowohl in der Schweiz als auch in Spanien arbeiten die jeweiligen S&J-Partner an der Entwicklung einer spezifischen Markteintrittskampagne auf Basis der neuen Grundstrategie.
Jeder findet seinen Lamy In der Kampagne kommen unterschiedliche Menschen zu Wort, von denen jeder «seinen Lamy» gefunden hat. Und zwar vom Studenten bis zum Rechtsanwalt. Diese Menschen haben nicht nur ihren eigenen Lamy, sie haben auch ihren eigenen Kopf. Beides bringt die ungewöhnliche Bildsprache der Kampagne zum Ausdruck.
Die Kampagne besteht aus sechs Anzeigenmotiven, die in deutschen Titeln wie Spiegel, Stern, Max und Art zu sehen sind. Und ab Frühling 2005 auch in der Schweiz.
Für Springer & Jacoby International ist dieser Etat ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Europa. Und für Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby in Zürich ein veritables Musterbeispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit funktionieren sollte: Thomas Löw ist der Managing Director für den Gesamtetat und führt aus der Schweiz heraus sowohl das Kreativ- als auch das Beratungsteam in Deutschland. Überdies hat er den Lead in Spanien. Und selbstredend auch in der Schweiz. Weitere spezifische Länder-Markteintritte sind derzeit in Vorbereitung.
Die Schweizer Kampagne für Lamy – erarbeitet vom Schweizer Kreativteam – ist aktuell in der Vernehmlassung und wird ab März 2005 zu sehen sein.
International durchdachte Kampagne: eigener Lamy, eigener Kopf.

Andreas Panzeri

Ein stolzes Dutzend Angebote für Ruoss

Radio Bis Ende November konnten potenzielle Interessenten ihre Angebote für Radio Sunshine und dessen Vermarktungsfirma einreichen.

Radio Bis Ende November konnten potenzielle Interessenten ihre Angebote für Radio Sunshine und dessen Vermarktungsfirma einreichen.Bei Mehrheitsinhaber Markus Ruoss beziehungsweise dessen Treuhänder sind insgesamt «ein gutes Dutzend Angebote» eingetroffen. «Ich habe sie noch gar nicht gesichtet», lacht Ruoss. Details oder Namen will er nicht preisgeben. Er werde erst Mitte Dezember, nach einem USA-Aufenthalt, darüber beraten, ob und mit welchen Interessenten er allenfalls Verhandlungen aufnehmen will.Gerüchte aus der Radioszene, Ruoss wolle nicht verkaufen, sondern bloss den Wert seines Radios ausloten, kontert er, indem er auf sein Schreiben vom 3. November 2003 verweist. Vielen sei entgangen, dass er damals nicht nur Käufer, sondern auch mögliche neue Partner gesucht habe, sagt er. Tatsächlich steht im Brief wörtlich: «Wer sich ernsthaft interessiert, in welcher Zusammenarbeitsform auch immer, an der Zukunft von Radio Sunshine mitzuwirken und teilzunehmen, möge sich schriftlich melden bei …»
(mk)

Die Gretchenfrage der Werbestatistik

Werbeaufwandstatistik In diesem Schisma ist kein Ende in Sicht: Seit dem Frühling buhlt der Advertising Index Switzerland (AIS) der Wemf um eine Kundschaft, die Media Focus zuvor jahrelang alleine bedient hat.

Werbeaufwandstatistik In diesem Schisma ist kein Ende in Sicht: Seit dem Frühling buhlt der Advertising Index Switzerland (AIS) der Wemf um eine Kundschaft, die Media Focus zuvor jahrelang alleine bedient hat.«Wir haben den AIS aufgezogen, weil Media Focus über Jahrzehnte schlechte Daten lieferte», attackiert Wemf-Direktor René Schmutz den Konkurrenten gegenüber der Werbewoche. Manche geben ihm Recht. Agenturen wie Mediaschneider und Werbeauftraggeber wie Coop halten die AIS-Daten für verlässlicher. Doch mit dem SWA weiss Media Focus einen wichtigen Supporter hinter sich.
SWA-Direktor Jürg Siegrist will am Status von Media Focus als preferred supplier nicht rütteln, wie er der Werbewoche sagt. Dennoch ist das Verhältnis nicht unproblematisch. Der Marktforscher hat dem Verband ein Advisory Board und Verträge mit den Datenlieferanten zugesichert. Beide sind bisher nicht zu Stande gekommen. Über Vor- und Nachteile von Media Focus und AIS urteilt die Branche auf Seite 20/21.
(sm)

Mehr Bewegung

Social Advertising Mit lustvollen Freizeitaktivitäten will die Schtifti – eine Stiftung von Jungen für Junge – glaubwürdig Präventionsarbeit bei den Jugendli-chen betreiben.

Social Advertising Mit lustvollen Freizeitaktivitäten will die Schtifti – eine Stiftung von Jungen für Junge – glaubwürdig Präventionsarbeit bei den Jugendli-chen betreiben.Social Advertising Mit lustvollen Freizeitaktivitäten will die Schtifti – eine Stiftung von Jungen für Junge – glaubwürdig Präventionsarbeit bei den Jugendlichen betreiben. Unter anderem macht sie mit Skateboards und Breakdance und dem rappenden Kochweltmeister Ivo Adam mobil gegen Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Unterstützung erhält nun die Schtifti von der Zürcher Agentur Spillmann Felser Leo Burnett, die mit einem witzigen Trompe l’oeil-Inserat die Leistungen der Organisation einem breiteren Publikum bekannt machen und neue Mitglieder gewinnen will.

Eine Luzernerin in München

Theater Für die Spielzeit 04/05 haben die Münchner Kammerspiele die Luzerner Agentur Velvet mit der Imagekampagne beauftragt.

Theater Für die Spielzeit 04/05 haben die Münchner Kammerspiele die Luzerner Agentur Velvet mit der Imagekampagne beauftragt.Einerseits sollte diese das Spielzeitthema «Die Zehn Gebote», andererseits die einzelnen Stücktitel kommunizieren und dabei kontroverse, öffentliche Diskussionen provozieren. Vor dem Hintergrund der «neuen Brandherde und Glaubenskriege» sei dies auch eine Suche nach «unserer Identität», sagt Intendant Frank Baumbauer. Velvet-Kreative haben dazu die Gesichter von Politiker, Künstler und Autoren mit Masken verfremdet und sieeinem Gebot gegenübergestellt, um sie in ihren Rollen zu demaskieren und um die christlich-moralischen Grundsätze in der heutigen Gesellschaft zu hinterfragen.

«Dank AIS bewegte sich auch Media Focus»

Tobias Trevisan, NZZ-Verlagsleiter, beliefert die AIS mit Daten, nutzt aber auch Statistiken von Media Focus (MF).

Tobias Trevisan, NZZ-Verlagsleiter, beliefert die AIS mit Daten, nutzt aber auch Statistiken von Media Focus (MF).WW Sie sind zum einen Nutzer von Werbestatistikdaten und wechseln demnächst von MF zu AIS. Warum?Tobias Trevisan Wir haben 2004 beide Systeme verwendet und festgestellt, dass der AIS Vorteile hat: Er ist deutlich günstiger, und die Daten sind für unserer Zwecke geeigneter, härter.
Warum haben Sie sich erst jetzt entschieden?Wir wollten den AIS zuerst testen, zudem hatte AIS keine Vergangenheitsdaten. Dieser Mangel wird 2005 behoben sein, uns genügen Vergangenheitsdaten auf zwei Jahre zurück.
Sie sind auch Datenlieferant, Sie liefern AIS das NZZ-Volumen und die Beilagendaten. Was erhalten Sie als Gegenleistung?
Für 2004, das zweite Datenlieferungsjahr, erhalten wir bereits eine Vergütung. Damit ist bei uns der Aufwand für die Datenlieferung gedeckt. Für die bezogenen AIS-Daten haben wir aber den regulären Preis bezahlt, und der war höher als die Vergütung. Die Idee von AIS ist aber, dass die Vergütung für die Datenlieferung irgendwann einmal gleich gross ist wie die Kosten für den Datenbezug. Bei MF ist das anders: MF misst die Zeitungsseiten selbst aus. Nun hat er uns aber angefragt, ob wir ihm die Beilagendaten ebenfalls liefern …
Das tun die Verleger aber nicht.
Warum boykottieren Sie MF?
Wir boykottieren MF nicht. MF wollte die Beilagendaten gratis bekommen, andere Datenlieferanten wie Publisuisse können aber als Gegenleistung die MF-Daten gratis beziehen. Deshalb erkundigten auch wir uns bei MF nach einer Gegenleistung. Bisher haben wir aber keine Antwort erhalten.
Sie sind auch Wemf-VR-Präsident und damit oberster Chef des AIS: Was für eine Bilanz ziehen Sie nach dem ersten AIS-Jahr?Eine sehr positive. Der AIS ist entstanden aus einer Unzufriedenheit mit MF bezüglich dessen Datenumfang, Datenqualität, Liefergeschwindigkeit und Preis. Aus unserer Sicht ist der AIS dem MF überlegen: Er ist schneller, genauer und günstiger. Zudem führte die neue Situation dazu, dass sich auch MF bewegte. Er begann endlich, auf die Bedürfnisse der Datenanwender einzugehen. Er wurde schneller und prüft jetzt zum Beispiel, ob er auch Beilagen ausweisen will.
Der AIS hat bei den Auftraggebern auch für Unruhe gesorgt, weil er eine zweite Währung brachte – und dies nicht einheitlich über alle Medien.
Das ist ein Nachteil, den ich aber angesichts der erwähnten Vorteile weniger stark gewichte. Jeder Datennutzer kann seinen Statistikanbieter frei wählen.
Der AIS, der nicht gewinnorientiert ist, gewährt den Datenlieferanten eine erste Vergütung. Heisst das, er ist bereits selbsttragend?
Dazu kann ich mich zurzeit nicht äussern, denn wir haben den Jahresabschluss noch nicht.
AIS-Daten für VSW-WerbeseitenstatistikWemf und PubliGroupe haben beschlossen, die VSW-Statistik künftig mit den AIS-Daten zu füttern. Dies bestätigt Tobias Trevisan. Der Wechsel ist auf Anfang 2005 geplant. «Damit wird eine einheitliche Datenbasis geschaffen und die Doppelerfassung entfällt», sagt Trevisan. Zu einem Währungsbruch wird es deswegen aber nicht kommen. Trevisan: «Die Richtlinien bezüglich der Daten, welche die Verlage zur Erstellung der VSW-Statistik gemeldet haben, entsprechen jenen des AIS.» (mk)
Tobias Trevisan, NZZ-Verlagsleiter und oberster AIS-Chef: «Wir boykottieren MF nicht.»
Interview: Markus Knöpfli

Zahl der Woche

TV Im amerikanischen Fernsehen finden sich zur Hauptsendezeit in 75 Prozent aller Shows Product-Placement-Elemente, wie an einer Fachtagung in Hollywood bekannt wurde.

TV Im amerikanischen Fernsehen finden sich zur Hauptsendezeit in 75 Prozent aller Shows Product-Placement-Elemente, wie an einer Fachtagung in Hollywood bekannt wurde.75 Prozent Der Trend zur programmintegrierten Werbung wird durch Technologien wie den Personal Video Recorder verstärkt. Bereits nutzen 72 Prozent aller Besitzer solcher Geräte die Funktion, Unterbrecherwerbung herauszuschneiden. In den USA wollen deswegen 46 Prozent der Unternehmen mehr in Product Placement investieren. Coca-Cola hält Product Placement bereits effektiver als klassische Spots.

«Bis 150 Millionen sind möglich»

Medienanalyst Chris Burger von der Bank Vontobel über den (Rest)Preis von 20 Minuten.

Medienanalyst Chris Burger von der Bank Vontobel über den (Rest)Preis von 20 Minuten.WW Herr Burger, ist eine stückweise Übernahme wie jene der 20 Minuten (Schweiz) AG, bei der die Tranchenpreise Performance-
abhängig sind, auch in anderen Industrien üblich?
Chris Burger Absolut. Ein aktuelles Beispiel ist der Kauf der Immobiliengesellschaft Tivona durch Jelmoli. Wie Tamedia bei 20 Minuten investiert Jelmoli hier schrittweise in schwer abschätzbares Zukunftspotenzial, konkret in projektierte Bauvorhaben. Entsprechend gross ist auch die Differenz zwischen der offerierten und geforderten Kaufsumme.
Für die restlichen 50,5 Prozent von 20 Minuten soll Tamedia 100 Millionen Franken geboten, Schibsted aber 150 Millionen verlangt haben.
Auf der Basis der vorliegenden und geschätzten Unternehmensdaten halte ich diese Beträge als auch deren Differenz für durchaus möglich.
Welche Partei würde von einem vorgezogenen Abschluss des im März 2003 geschlossenen Übernahmevertrags mehr profitieren?Schwer zu sagen. Tamedia möchte vermutlich möglichst schnell das
Gesamtpaket und damit die Kontrolle über das Pendlerblatt bekommen. Strategisch macht das Sinn, weil sie dann freie Hand für dessen Weiterentwicklung sowie allfällige Kooperationen hätte. Und finanztechnisch, weil 20 Minuten dann voll konsolidierbar wäre und die Erfolgsrechnung verbessern könnte.
Im August prognostizierten Sie Tamedia für 2004 einen operativen Gewinn von 50 Millionen Franken. Reicht das für eine solche Grossinvestition?
Entscheidend ist hier nicht der Geschäftsgang, sondern der Bestand an flüssigen Mitteln sowie die Bilanzrelationen. Die sind bei Tamedia hervorragend, so dass ein solcher Deal kein Problem wäre.
Interview: Oliver Classen

Den Luzerner Kinos droht Werbeverbot

Suchtmittelwerbung Der Grosse Rat des Kantons Luzern will Werbung für Tabak und hochprozentigen Alkohol einschränken. Plakate auf öffentlichem Grund und Kinowerbung sollen verboten werden.

Suchtmittelwerbung Der Grosse Rat des Kantons Luzern will Werbung für Tabak und hochprozentigen Alkohol einschränken. Plakate auf öffentlichem Grund und Kinowerbung sollen verboten werden.Das Parlament hat eine Motion des Grünen Patrick Graf teilweise erheblich erklärt. Graf wollte ursprünglich ein umfassendes Verbot auf öffentlichem und privatem Grund, in und an öffentlichen Gebäuden und an öffentlichen Anlässen.

Top, die Wette gilt

Printmedien McCann Erickson glaubt fest daran, dass Das Magazin in Zürich, Basel und Bern bester Werbeträger sein wird.

Printmedien McCann Erickson glaubt fest daran, dass Das Magazin in Zürich, Basel und Bern bester Werbeträger sein wird. Ab Anfang 2005 liegt Das Magazin jeden Samstag dem Tages-Anzeiger, der Basler Zeitung sowie der Berner Zeitung BZ bei. Eine Wemf-Sonderstudie wird die neuen Leserzahlen aber erst Ende 2005 ausweisen können. Trotzdem ist Das Magazin schon heute davon überzeugt, dass es in den Wirtschaftsgebieten Zürich, Basel und Bern die höchste Reichweite, den tiefsten 1000-Leser-Preis sowie 730000 Leser erreichen wird. Auf dieser Basis hat McCann Erickson eine neue Inserentenkampagne konzipiert: Verlag und Redaktion von Das Magazin gehen Wetten darauf ein, dass die Wemf die neuen Leserdaten bestätigen wird. Zum Beispiel Verleger Hans Heinrich Coninx: Er wettet um seine Lieblingsfliege. Der Autor Martin Suter wettet um ein Business-Class-Ticket, Kollege Max Küng um seine Turnschuhsammlung. Auch der Chefredaktor wagt einen Einsatz: Res Strehle wettet um seinen besten Anzug, dass Das Magazin die 730000 Leser erreicht.
«Schön an dieser Geschichte finde ich, dass sich nicht nur die kaufmännisch Verantwortlichen im Verlag, sondern auch die Leute der Re-
daktion gern bereit erklärt haben, bei diesen Wetten mitzumachen und sich so hinter ihr Produkt zu stellen», meint CD Peter Rettinghausen bei McCann Erickson. Dagegen bieten können alle, die nicht an die neuen Zahlen des Magazins glauben. Natürlich war es für alle Protagonisten ein Leichtes, bei «einem sicheren Gewinn dieser Wette» ihren
Namen inklusive eines wertvollen Gadgets zur Verfügung zu stellen.
Tamedia hat in den letzten Jahren nur noch im Rahmen einer Dachmarkenstrategie für den Tages-Anzeiger geworben. Früher wurden auch einzelne Objekte wie Alpha oder der Rubrikenmarkt mit eigenen Kampagnen bekannt gemacht. Die letzte Werbung für Das Magazin wurde während längerer Zeit von Ruedi Wyler betreut. In guter Erinnerung sind seine Köpfe, die «zum Denken anregen» sollten. Wyler, der «sehr erfolgreich» für Das Magazin geworben hat, wie Werbeleiter Dominique von Albertini bei Tamedia meint, hat das Budget schliesslich als Folge dieser Dachmarkenstrategie verloren.
In diesen Sujets für den Tages-Anzeiger hat Weber Hodel Schmid zuerst mit Schlagzeilen gearbeitet. Die aktuelle und nach wie vor weiter laufende Kampagne mit dem Claim «Wir bleiben dran» stammt aus der Agentur Jung von Matt/Limmat.
Ein Comeback der individuellen Werbung für Das Magazin hat sich aufgedrängt, weil das Zürcher Produkt jetzt eine nationale Ausrichtung bekommt, was sich auch im redaktionellen Umfeld zeigen wird.
Start der Kampagne ist Ende November auf Doppel- und 1/1-Seiten in der Werbefachpresse, in Tageszeitungen und im Magazin.
National ausgerichtetGemäss Selbstdefinition ist Das Magazin «frei von Pflichtstoffen, aber stets am Puls der Zeit und selber Aktualität schaffend». Es berichtet über Menschen, Entwicklungen und Ereignisse aus allen Wissensgebieten. Das Magazin ist «einem anspruchsvollen Journalismus und hoch stehender
Fotografie verpflichtet».
1988 ist das Tages-Anzeiger Magazin in Das Magazin umbenannt und von der TA-Redaktion gelöst worden. Gleichzeitig mit dieser Entwicklung wurde das Heft auch erstmals der Berner Zeitung beigelegt.
Ab Januar 2005 erscheint Das Magazin flächendeckend als Beilage der Basler Zeitung, Berner Zeitung und des Solothurner Tagblatts. Die Verlage gründeten dafür einen Herausgeberbeirat. Die Druckauflage des «auf eine urbane Leserschaft» ausgerichteten Supplements steigt von rund 280 000 auf 530 000 Exemplare. Die Anzahl der Lesenden wird auf 700 000 steigen. Die Vermarktung erfolgt weiterhin unter der Leitung von Fridolin Holdener, Anzeigenleiter des Tages-Anzeigers.
Das Magazin wird im Hinblick auf die grössere geografische Verbreitung unter der Leitung von Chefredaktor Res Strehle «national ausgerichtet».
Wetten, dass … In der Kampagne von McCann Erickson für den grösseren Auftritt des Magazins setzen Verlag und Redaktion wertvolle Stücke auf hohe Leserzahlen.
Das Magazin – eine Zeitschrift für Leute mit etwas mehr Köpfchen. Damit warb Ruedi Wyler über Jahre erfolgreich für Das Magazin.
Andreas Panzeri
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