Bucherer setzt auf Jung von Matt/Limmat

Bijouterie Die Uhren- und Schmuckhandelskette Bucherer hat Jung von Matt/ Limmat (JvM) mit ihrem Werbebudget betraut.

Bijouterie Die Uhren- und Schmuckhandelskette Bucherer hat Jung von Matt/ Limmat (JvM) mit ihrem Werbebudget betraut.Die Zürcher Werbeagentur setzte sich gegen Advico Young & Rubicam und Contexta durch. JvM habe mit einem Ansatz, der die Kernkompetenzen von Bucherer in den Mittelpunkt stelle, überzeugt, teilt das Unternehmen mit. Der neue Auftritt wird in den nächsten Monaten im Detail erarbeitet und dürfte Mitte 2005 lanciert werden.

Manifest der Open-Source-Medien

Journalismus Blogging und Online Reporting untergraben das Informationsmonopol von «Big Media».

Journalismus Blogging und Online Reporting untergraben das Informationsmonopol von «Big Media».
Nach der Software- und Musikindustrie demokratisiert das Internet nun den Journalismus. Wer die aktuelle Berichterstattung über Medien Revue passieren lässt, stösst auf immer mehr Exempel jenes Web-basierten «grassroots journalism», dessen Programmschrift hier anzuzeigen ist. Die Karriere des legendären Dan Rather etwa fand kürzlich ein abruptes Ende, als ein paar Blogger dem CBS-Anchorman im Internet nachwiesen, dass einer seiner Berichte über George W. Bush auf falschen Fakten beruhte.Auch in der Alten Welt erfreuen sich Idee und Praxis des «Journalismus von unten» exponentiell steigender Beliebtheit und – daraus folgend – wachsender Wirkungsmacht. So hat Le Monde dieser Tage zwar seinen Chefredaktor verloren, zugleich aber ein Weblog-Ranking eingeführt (www.lemonde.fr/blogs), dessen Top Five künftig unter dem Markendach von Frankreichs Vorzeigezeitung publizieren dürfen – unentgeltlich, versteht sich. Gratis und brandneu ist auch der deutschsprachige News-Dienst der Online-Enzyklopädie Wikipedia (de.wikinews.org), wo jedermann «Reporterlis» spielen kann und soll.
Ergänzung oder Konkurrenz?Laut dem (etablierten!) US-Magazin Newsweek funktioniert dieses offene Info-Forum «wie eine Ameisenkolonie, wo die kollektive Intelligenz des Ganzen die Einzelbeiträge ergänzt und letztlich verdrängt». Dieser Beschreibung würde Dan Gillmor wohl beipflichten. Nicht umsonst stellt der bekannte kalifornische Kolumnist seiner Analyse eines Phänomens, welches er lange schon mitgestaltet (weblog.siliconvalley.com), das basisdemokratische Motto «If you don’t like the news … go out and make
some of your own» voran.
Auch sonst entbehrt Gillmors kenntnisreiche Darstellung der publizistischen Open-Source-Bewegung nicht eines gewissen Aktivistenpathos. Was dank der Differenziertheit des essayistischen Manifests allerdings kaum stört. Als offizielle Geburtsstunde der Bottom-up-News werden darin wenig überraschend die Augenzeugenberichte von der 9/11-Katastrophe bemüht, als sich die grossen TV-Stationen und Zeitungen erstmals auf private Internetquellen stützten und beriefen. Seitdem sei umstritten, ob die neuen «Civic Media» die herkömmlichen «Big (Business) Media» nur ergänzen oder irgendwann ganz ersetzen können. Letzteres hält der bekennende Zeitungsmann auf Grund eines strukturellen Glaubwürdigkeitsmankos des Internets «für gelinde gesagt unwahrscheinlich».
Wider die Medien-ArroganzWeit wichtiger als die anekdotengespickte Chronologie dessen, was Gillmor «eine Selbstermächtigung des Publikums» nennt, sind indes die daraus resultierenden kulturellen, ökonomischen und politischen Konsequenzen. Die für ihn und seinen Berufsstand zentralste lautet: Leser/Zuschauer/Hörer wissen grundsätzlich immer mehr als der Journalist. Wer diese Prämisse akzeptiere, sei immun gegen Arroganz. Genau die aber habe professionelle Medienmacher ignorant gegenüber den wahren Bedürfnissen und Fähigkeiten der Endkunden werden lassen.
So weit, so einleuchtend. Eine Frage jedoch bleibt: Wenn Zeitungen gemeinhin als Sekundenzeiger der Geschichte gelten, was sind dann erst Weblogs, Newsgroups oder Chatrooms? Vermutlich zugleich Symbol und Symptom für eine weitere Beschleunigung und Banalisierung des Journalismus. Kein Wunder, schmeckt manches Weblog wie eine Big-Brother-inspirierte Buchstabensuppe. Wie am Kiosk oder auf der Fernbedienung gilt eben auch im virtuellen Raum: Nicht alles ist Qualität, aber Qualität ist alles.
> We the media. Grassroots journalism by the
people, for the people von Dan Gillmor. O’Reilly Media, Sebastopol 2004. 299 Seiten, Fr. 39.90.
Oliver Classen

50 Millionen Karten in zehn Jahren

Below the line Im Dezember 1994 lancierte die Firma Masani's Art Food & Fashion ihre Cards for free.

Below the line Im Dezember 1994 lancierte die Firma Masani’s Art Food & Fashion ihre Cards for free.Die Idee der Gratispostkarten als Werbeträger importierte sie aus Spanien. Mittlerweile sind über 50 Millionen Karten verteilt und davon rund 35 Millionen per Post verschickt worden. Der Rest, heissts bei Masani’s, ziere Kühlschränke, Wohnzimmerwände oder Kartenständer.

Grande Finale

Grosser Bahnhof in der Stüvina des Mövenpick Caveau. Reader’s Digest mit Verlagsleiter Roland Wahrenberger und den beiden Beratern Ruedi Geisselhardt und Karl Hintermüller lud die Kunden zum vorweihnächtlichen Schlemmerabend.

Grosser Bahnhof in der Stüvina des Mövenpick Caveau. Reader’s Digest mit Verlagsleiter Roland Wahrenberger und den beiden Beratern Ruedi Geisselhardt und Karl Hintermüller lud die Kunden zum vorweihnächtlichen Schlemmerabend.Selbstredend mit ausgedehnter Verköstigung von aufs Essen zugeschnittenen Weinen, heuer mit Schwerpunkt auf Tropfen der Staatskellerei Zürich – wer jetzt verächtlich die Nase rümpft, liegt schief. Sogar ausgemachteste Connaisseure waren bass erstaunt ob der Qualität, welche Zürcher Winzer mittlerweile in die Flasche bringen. Da die Weine blind gereicht wurden, wusste man nie, was sich gerade im Glas befand. Als zum Hauptgang die schwereren Geschütze aufgefahren wurden, tippten denn auch nicht wenige «Weinkenner» fälschlicherweise auf Burgunder und Bordeaux – dabei wäre die Provenienz quasi vor der Haustür zu suchen gewesen.Eine besondere Ehrung gabs für Ursula Hess von Reader’s Digest. Sie feierte das 40-jährige Dienstjubiläum. Was Roli Wahrenberger zur gedanklichen Respektsbezeugung leitete, dass er gerade mal das Licht der Welt erblickt hatte, als Frau Hess ihren Posten antrat.
Einen überaus angenehmen Kontrapunkt bildete übrigens das Ambiente. Nachdem die bisherigen Weihnachtseinladungen in den kahlen und frostkalten Gemäuern des Mövenpick-Weinkellers in Zollikon stattgefunden hatten, erwartete einen dieses Jahr nur unweit der Bahnhofstrasse die warme Berghüttenatmosphäre des Arvenstüblis. Was bei einigen Gästen schon ziemliche Lust auf die bevorstehenden Ski- oder Snowboardferien evozierte.
Den roten Teppich rollte letzten Sonntag auch die Publisuisse in der Maag Music Hall aus. Die SRG-Vermarkterin bat Medialeute samt Begleitung zum Start der zweiten Staffel von «MusicStar». Und wie es sich für Stars gehört, wurden die Gäste bereits beim Hauptbahnhof stilecht mit Cüpli empfangen, bevor man sich in den gut beheizten Lincoln-Stretchlimousinen ins Maag-Areal chauffieren liess.
David Elsasser von Publisuisse organisierte mit Daniela Depping von Kiss-the-Frog-Events das sonntägliche Abendvergnügen bereits zum zweiten Mal perfekt. Vor der grossen Show erwartete einen in der VIP-Lounge ein Buffet mit Feinheiten aller Art. Ein Wiedersehen mit den Finalisten der ersten Staffel inklusive, die den Empfang fernab von jedem Lampenfieber sichtlich genossen.
Vor Ort auch Leos Gerteis vom Tonstudio NJP. Zusammen mit Partner Roland Frei produzierte Gerteis mehrere Playback-Tracks für die Sendung. Davon zu hören war am Eröffnungsabend der Partyreisser «I love Rock ’n’ Roll». Und siehe da, der Walliser Wirbelwind Salome Clausen schaffte den direkten Finaleinzug wohl auch dank des mitreissenden Arrangements aus der Küsnachter Tonschmiede.
Den finalen Event für die letzte Shortlist dieses Jahres lieferte der Verein Brand Media Monitor mit einer gepflegten Frühstückspräsentation im Zunftsaal des Hotels Widder. Vor vollem Haus referierten die Monitor-Gründungsmitglieder Bruno Oetterli von Radiotele, Peter Döbeli von Konnex, Markus Britschgi von Blue Eyes Marketing und
Oliver Bernheim von den Ringier-Zeitschriften über Sinn und Zweck des Brand Media Monitor (der Vollständigkeit halber: auch 20 Minuten ist ein Mitglied der ersten Stunde).
Erste Publikumsreaktionen zeigten reges Interesse an dem plattformübergreifenden Marktforschungs-Tool, das mit einer neuen psychografischen Typologie verbunden ist. So meinte Fred Dietiker, Medialeiter der Schweizer Milchproduzenten, dass durch den Open-Source-Gedanken des Brand Media Monitor andere Studien und Panels in Zugzwang geraten könnten. Und Aegis-CEO Andy Lehmann erkundigte sich coram publico zwar mit kritischem Unterton, aber dennoch schon mal nach den Kosten, zu welchen denn die Studie in seinem Agenturnetz eingesetzt werden könnte.
Beat Fritschwartet schon jetzt geduldig auf seine Weihnachtsgäste – denn mit dieser Shortlist wünscht auch unser Autor den Lesern der Werbewoche recht schöne Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bevors aber so weit ist, galt es auch in der Kommunikationsbranche noch ein paar letzte Events vor der Ferienpause zu besuchen.
So lud der Verlag Reader‘s Digest zu einem Schlemmerabend mit einem Weinfeuerwerk, die Publisuisse bat ihre Gäste zur Premierenshow der zweiten «MusicStar»-Staffel in die Maag Music Hall, und der Verein Brand Media Monitor präsentierte ein neues Marktforschungs-Tool anlässlich eines ausgedehnten Frühstücks im schönen Hotel Widder in der Zürcher Altstadt.

Edipresse beteiligt sich an JobUp.ch

Online Die Westschweizer Stellenplattform JobUp.ch hat eine strategische Partnerschaft mit dem Verlagshaus Edipresse geschlossen.

Online Die Westschweizer Stellenplattform JobUp.ch hat eine strategische Partnerschaft mit dem Verlagshaus Edipresse geschlossen.Edipresse übernimmt eine Minderheitsbeteiligung an JobUp.ch, das im Gegenzug zum privilegierten Partner des Verlags im Bereich Onlinestellen wird. Die Anzeigen von JobUp.ch sollen in Kürze auch auf den Websites von Tribune de Genève, 24 Heures, Le Matin und Bilan sowie auf dem Portal Edicom.ch abrufbar sein.

Image, garniert mit Zahlensalat

Print Annual Reports haben auch in Zeiten der neuen Medien ihren imagebildenden Wert zu erhalten gewusst.

Print Annual Reports haben auch in Zeiten der neuen Medien ihren imagebildenden Wert zu erhalten gewusst.
Der Geschäftsbericht führt unter den Drucksachen ein Eigenleben. Er ist weder Katalog noch Broschüre, noch Gebrauchsanleitung. Und es gibt eine gesetzliche Auflage für die Veröffentlichung der Finanzzahlen. Die Informationen darin werden oft gestreckt, meist mit tollen und grossformatigen Bildern angereichert und das Ganze in allerbester Qualität gedruckt. Edle Papiere, Matt- oder Glanzlacke und vielerlei andere Veredelungsarten sind, wenn auch nicht die Regel – denn die gibt es in dieser Sparte nicht –, dann zumindest keine Seltenheit.
Ebenso wenig gibt es bei der Aufteilung Regeln. So ziehen es zwar die meisten Firmen vor, den informativen Imageteil mit dem gehaltvollen Finanzteil zu einem Geschäftsbericht zusammenzufassen. Andere Unternehmen hingegen geben gleich mehrere Publikationen heraus. Beispiel UBS: Publiziert wurde ein Jahresbericht 2003, ein Finanzbericht 2003, ein Handbuch 2003/ 2004, ergänzt um das Financial Reporting des 3. Quartals 2004. Beeindruckendes Total: 522 Seiten.
Wieder andere Firmen zeigen sich von der praktischen Seite: beispielsweise der beigelegte Achtseiter im Postkartenformat beim Geschäftsbericht 2002/2003 der Axpo Holding AG.
Oft langweilig und unpersönlich
Verbessert werden könnte bei vielen Geschäftsberichten die Ansprache des Empfängers. Von langweiligen und unpersönlichen beigelegten Lieferscheinen mit schief aufgeklebter Etikette bis zu handschriftlichen Begleitschreiben mit einem «Gruss aus dem Zürcher Flughafen» reicht die Bandbreite. Hier vergeben viele Firmen leider eine Chance, den teuren und aufwändigen Geschäftsbericht durch eine persönliche Note hervorzuheben.
Selbstverständlich verschicken zum Beispiel die Grossbanken mehr Geschäftsberichte als ein lokal verankerter Betrieb und können kaum handschriftliche Anmerkungen anbringen. In Zeiten von Serienbrieffunktionen sollte allerdings zumindest ein Brief mit persönlicher Ansprache drinliegen.
Gut Ding will Weile haben
Erstaunlich bei der Beschaffung von Beispielen für diesen Artikel, dass vom Zeitpunkt der (Online-)Bestellung bis zum Vorliegen des Berichts relativ viel Zeit vergeht. Die Spanne reichte von zwei bis zu sechs Tagen, einzelne bestellte Berichte sind auch danach noch nicht eingetroffen – vielleicht ist das ja das Zufallsergebnis einer insgesamt doch kleinen Auswahl.
Doch im heutigen schnelllebigen Aktiengeschäft ist das kein gutes Zeugnis. Zudem stützt dieses Verhalten den PDF-Download und schadet dem Printprodukt. Eine unnötige Unterlassung, denn der Imagefaktor des gedruckten Berichts ist deutlich höher als ein vielleicht ausgedrucktes PDF-Dokument.
Nicht wirklich überrascht hat die Qualität der angeforderten Arbeiten – Geschäftsberichte zählen traditionell zu den edleren Drucksachen. Hochwertige Papiere, gute Texte, übersichtlich gegliederte Zahlen und eine die zum Teil doch trockenen Informationen auflockernde Bildsprache zeichnen sie aus.
Jürgen Franck

Inhalt & Form frischt Office World auf

Bürofachhandel Die Zürcher Werbeagentur Inhalt & Form hat Office World als neuen Kunden gewonnen.

Bürofachhandel Die Zürcher Werbeagentur Inhalt & Form hat Office World als neuen Kunden gewonnen.Sie setzte sich gegen zwei Mitbewerber durch. Als Erstes werden ab Frühling 2005 die Hauptwerbemittel der Fachmarktkette für Bürobedarf neu konzipiert und gestaltet: Katalog, Zeitungsbeilage und Stammkunden-Flyer. Office World gehört zur Globus-Gruppe.

Kraftwerk sucht Gäste fürs Hotel Walhalla

Hotellerie Die St. Galler Werbeagentur Kraftwerk hat das Hotel Walhalla als neuen Kunden gewonnen.

Hotellerie Die St. Galler Werbeagentur Kraftwerk hat das Hotel Walhalla als neuen Kunden gewonnen.Das Hotel im Zentrum von St. Gallen gehört zu der Best-Western-Gruppe. Kraftwerk realisiert diverse Werbemassnahmen.

Private Pöstler mit Post liiert

Vertriebsorganisation Die Zustellfirmen für unadressierte Werbung haben sich neu formiert. Vieles bleibt unklar.

Vertriebsorganisation Die Zustellfirmen für unadressierte Werbung haben sich neu formiert. Vieles bleibt unklar.Seit Mitte der 90er-Jahre tritt ein gutes Dutzend private Verteilfirmen für unadressierte Werbung als Swiss Mail – die private Post auf. In Konkurrenz zur Post, aber auch zu deren Töchtern Direct Mail Company (DMC) und Epsilon bedienen sie schweizweit etwa 85 Prozent aller Haushalte. Doch Swiss Mail (SM) ist im Umbruch – und mit ihr der ganze Markt für Direktwerbung. Die Homepage www.swiss-mail.ch verdeutlicht dies: Sie ist seit zwei Jahren inaktiv.Es wäre nun falsch, daraus zu schliessen, dass die SM-Partner ebenfalls inaktiv sind. Sie sind nur daran, in neuer Gestalt zu auferstehen – nämlich unter dem Label Swiss Direct Mail (SDM). SDM ist mehr als eine Namensänderung,
es ist ein Gütesiegel für Verteilorganisationen. «Zustellqualität nach Norm», so der Untertitel.
Neu ist, dass unter diesem Label nicht nur die SM-Partner, sondern auch deren Konkurrenten DMC und Epsilon segeln. Diese lose, aber vertraglich geregelte Kooperation unter den insgesamt 16 Verteilfirmen besteht bereits seit 2002. Eine SDM-Geschäftsstelle existert nicht, lediglich ein Kooperationsausschuss, der über das Label und gemeinsame Interessen wacht. Als Folge davon verschwand Swiss Mail von der Bildfläche, jede einzelne Verteilfirma tritt für sich allein auf und bietet auch die schweizweite Distribution unter eigenem Namen an. Auch die SDM-Homepage, die im Januar aufgeschaltet wird, wird keine Tarife, sondern primär Links zu den einzelnen Firmen enthalten.
Der Hintergrund für diese Kooperation: Als sich die Post Mitte der 90er-Jahre bei DMC beteiligte und so in die Distribution unadressierter Werbung einstieg, gab es Gebiete, in denen die Briefkästen sowohl von der Post als auch von deren Töchtern DMC (Post-Anteil: 50 Prozent) oder Epsilon (66 Prozent) sowie von den SM-Partnern angegangen wurden.
Doch weil der Direktmarketing-Markt (2,3 Milliarden Franken pro Jahr) für drei Player zu eng ist, nahm man allseits Kooperationsgespräche auf. In Übereinstimmung mit der Wettbewerbskommission (Weko) einigte man sich auf die Kooperation im Rahmen des SDM, was aber Gebietsabsprachen voraussetzte. In einem gut zweijährigen Prozess wurde deshalb die Deutschschweiz so aufgeteilt, dass die sprachregional operierende Firma DMC den lokalen SM-Partnern nicht mehr ins Gehege kam – und umgekehrt.
Aufträge wurden gesplittetDasselbe geschah in der Romandie zwischen SM und Epsilon. Die Folgen: weniger Haushalte pro Firma sowie geteilte Aufträge. Die Distriba zum Beispiel, eine Tochter der Basler Zeitung Medien (BZM), verteilte früher die ganze Auflage des BZM-Gratisblattes Baslerstab, heute bedient sie nur noch Basel und eine Hand voll umliegende Gemeinden. Der Rest des WG 31 und damit auch des Baslerstab-Auftrags ist ganz in der Hand der DMC.
Trotz Gebietsabsprachen unter den SDM-Partnern weist man den Begriff Gebietskartell weit von sich. «Im lokalen und sogar im nationalen Bereich blieben wir Konkurrenten», sagt etwa Markus F. Hof, CEO von DMC. Jede Firma offeriere nach
eigenen Tarifen, und diese seien
zumindest bei den der Distribution vorgelagerten Dienstleistungen (An-lieferung, Depot) weiterhin sehr unterschiedlich. Und René Bill, Direktor der AWZ Bern und Präsident des SDM-Kooperationsausschusses, betont, dass auch die Weko keine Einwände gegen diese Zusammenarbeit gemacht habe.
Gebietsabsprachen, aber kein Kartell: Die Zustellfirmen für unadressierte Werbung haben sich auf eine punktuelle Kooperation geeinigt.
SDM löst Swiss Mail ab und integriert auch DMC und Epsilon.
Knackpunkt AZOKaum sind die schmerzlichen Gebietsbereinigungen vorüber und die Konkurrenzwogen unter den SDM-Partnern etwas geglättet, kommt
eine neue Belastungsprobe auf die 16 Firmen zu: Vom Projekt Alternative Zustellorganisation (AZO) wurden sie zur Offertstellung eingeladen.
AZO, ein Projekt von Valora und diversen Grossverlagen (siehe WW 26/04), soll der Post einen Teil der Zeitschriften (die Rede ist von einem ersten Auftragsvolumen von 150 Millionen Franken) aus der Hand
nehmen und spätestens ab 2008 günstiger vertreiben. Am 21. Dezember wird entschieden, ob AZO definitiv gestartet wird.
Die AZO-Anfrage stellt die SDM-Partner vor eine grosse Zerreissprobe. Erstens hält sich AZO die Option offen, später einmal auch in die Distribution unadressierter Werbung vorzustossen. Damit ist das Projekt ein potenzieller SDM-Konkurrent. Zweitens richtet sich AZO gegen die Post – was DMC und Epsilon vor
Probleme stellt. Kommt dazu, dass die SDM-Reihen keineswegs geschlossen sind: Ein SDM-Partner, die Valora-Tochter Distriforce, scherte bereits aus und reichte bei AZO eine eigene Offerte ein.
Kein Wunder: Der AZO-Gesamtprojektleiter heisst Wolfgang Schickli – und der ist auch Geschäftsleiter von Distriforce. Es erstaunt deshalb nicht, dass die SDM-Partner der Sache mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen. Zu einer Stellungnahme gegenüber AZO konnten sie sich jedenfalls noch nicht durchringen, geschweige denn zu einer Offerte. (mk)
Markus Knöpfli

NW 1 zeigt Formate von Presse-TV

Privat-TV Das Baselbieter Lokal-TV Nordwest 5 heisst seit Anfang Dezember offiziell NW 1.

Privat-TV Das Baselbieter Lokal-TV Nordwest 5 heisst seit Anfang Dezember offiziell NW 1.Zugleich lancierte der Sender eine Informationssendung namens «8vor», die abends stündlich ausgestrahlt wird. In den kommenden Wochen sollen laut der Basler Zeitung kontinuierlich neue Sendungen aufgeschaltet werden.

Kurven am richtigen Ort

Aufgefallen Zugegeben, es waren vor allem die weiblichen Mitarbeiter der Werbewoche-Redaktion, die sich von dieser Anzeige angezogen fühlten – beziehungsweise ausgezogen.

Automobil Zugegeben, es waren vor allem die weiblichen Mitarbeiter der Werbewoche-Redaktion, die sich von dieser Anzeige angezogen fühlten – beziehungsweise ausgezogen.Ob es an der Automarke liegt, würde ich bezweifeln, zumal Jaguar in den meisten Fällen ein klassisch männliches Status-symbol ist. Dennoch scheinen die Jaguar-Marke und Frauen eine Gemeinsamkeit zu haben: They are born to perform (wie die Copy verrät). Noch mehr über Adams Wunschdenken erfährt man beim Lesen des Kleingedruckten: Long lines, curves in all the right places, perfectly proportioned, light … aluminium body … Von wegen Gummipuppe. Aus Stahl muss sie heute sein. Sonst vergeht ihm die Lust … am Fahren. Ich freue mich auf jeden Fall jetzt schon auf das nächste Sujet der sündigen Kampagne.
(ck)

«Substanz vor Form»

Christoph Meier, Finance Communications & Investor Relations Manager bei der Swiss, über Geschäftsberichte.

Christoph Meier, Finance Communications & Investor Relations Manager bei der Swiss, über Geschäftsberichte.WW: Welche Bedeutung messen Sie dem gedruckten Geschäftsbericht bei?Christoph Meier: Wir betrachten den Geschäftsbericht als wichtiges Informationsinstrument für den Finanzmarkt und die Financial Community im weitesten Sinne, also unsere Aktionäre, potenzielle Investoren, Analysten sowie weitere Stakeholder und private Interessierte. Zu Medium und Form des Geschäftsberichts führen wir momentan eine Evaluation durch.
Heute kann man Image- und Finanzinformationen via Internet auch elektronisch zugänglich machen. Braucht es da noch gedruckte Annual Reports?
Die Frage wird intern diskutiert. Sie ist verknüpft mit der Grundsatzfrage nach der Funktion des Geschäftsberichts, welche Bedeutung ein Unternehmen dem Image Reporting beimisst.
Was ist bei der Herausgabe eines Geschäftsberichts wichtiger: der Transport von Image oder die korrekte Darstellung von Zahlen?
Als Kernfunktion des Geschäftsberichts betrachten wir das Value Reporting, wobei dieses natürlich weit über die Darstellung der Finanzzahlen hinausgeht.
In wie vielen und welchen Sprachen geben Sie Geschäftsberichte heraus, wie verteilt sich die Auflage?
Der Geschäftsbericht 2003 wurde in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch herausgegeben. Die Auflage verteilte sich wie folgt: Deutsch: 5000, Englisch: 2500, Französisch: 2000, Italienisch: 1500.
Welche anderen Kommunikationsmittel setzen Sie ein, um Ihre Kunden gezielt über das Unternehmen zu informieren?
Die Swiss gibt ein attraktives Bordmagazin mit diversen Informationen zum Unternehmen heraus. Vierteljährlich erhalten unsere Eigner einen elektronischen Aktionärsbrief, der zum Halbjahresabschluss und zum Jahresabschluss auch per Post zugestellt wird. Nicht zuletzt ist für uns auch die Internet-Homepage ein wichtiger Kommunikationskanal. Der Besucher findet dort eine Vielzahl von Informationen zum Unternehmen.
Wie wichtig ist eine gute Platzierung Ihres Geschäftsberichts in einer Rangliste der besten Geschäftsberichte wie zum Beispiel beim Bilanz-Ranking?
Eine solche Platzierung spielt bei der Festlegung des Budgets für den Geschäftsbericht keine direkte Rolle. Nichtsdestotrotz macht eine gute Platzierung, wie unser sechster Gesamtrang im vergangenen Jahr, natürlich Freude.
Welche Erwartungen haben Sie an die Gestaltung und die Druck- respektive Fertigungsqualität Ihres Geschäftsberichts?
Im Rahmen einer konsequenten Kosten-Nutzen-Betrachtung verfolgen wir sowohl bezüglich Gestaltung als auch bezüglich Produktion einen professionellen, aber gleichzeitig auch minimalistischen Ansatz.
Nach welchen Kriterien wählen Sie die an der Herstellung beteiligten Firmen aus?
Wir vergeben den Auftrag grundsätzlich in Konkurrenz, aber unter Berücksichtigung bestehender Beziehungen und gemachter Erfahrungen.
Wie wichtig ist es, wie der Geschäftsbericht beim Kunden ankommt, also wie er verpackt ist und welchen ersten Eindruck der Kunde erhält?
Wir legen sehr grossen Wert auf den Inhalt des Geschäftsberichts. In diesem Sinne ist die physische Verpackung für uns von sekundärer Bedeutung – substance over form.
Mit welchen Begleitdokumenten wird der Besteller des Geschäftsberichts angesprochen?
Wir legen keinerlei Begleitdokument bei.
Interview: Jürgen Franck
get_footer();