Spieglein, Spieglein …
Corporate Communication Wer macht den schönsten Geschäfsbericht im Land? Das Magazin Bilanz kürte kürzlich einmal mehr die besten.
Corporate Communication Wer macht den schönsten Geschäfsbericht im Land? Das Magazin Bilanz kürte kürzlich einmal mehr die besten.Für die Gewinner dieses Schönheitswettbewerbs gibt es weder Werbe- noch Sponsoringverträge, kein Auto und auch keine Teilnahme an weltweiten Events, um sich vor internationalem Publikum zu beweisen. Die Wahl zum besten Geschäftsbericht des Jahres gibt sich unspektakulär. Und anders als bei Miss- und Mister-Wahlen geht es hier schon seit Anbeginn mehr um die inneren Werte als um die visuellen Reize. Ein Geschäftsbericht transportiert wie kaum ein anderes Druckerzeugnis die Unternehmenskultur hinaus in die Welt – zu allen Interessengruppen. Die Mittel sind Bilder und Typografie, die Werkzeuge sind Gestaltung, Text und vor allem Zahlen in Form von Tabellen.Die Bilanz wills seit sechs Jahren genau wissen und führt dazu jährlich in Eigenregie ein Rating unter den Geschäftsberichten durch. So waren auch heuer Geschäftsberichte (mit deren Websites) von Unternehmen, die in der Schweiz ansässig sind, zur Kür in der Oktoberausgabe angetreten und stellten sich einer dreistufigen Bewertung. Denjenigen Unternehmen, die es auf die ersten hundert Plätze geschafft haben, wurde eine Veröffentlichung in einer Ranglistentabelle zuteil, die übrigen (Plätze 101 bis 186) mussten in einem Kasten am Ende des Artikels vorlieb nehmen.
Achtzehn Experten aus den Bereichen Design und Finanzen haben die 186 Geschäftsberichte und Internetauftritte bewertet. Die für die Bewertung der Gestaltung zuständigen Spezialisten aus Schweizer Kommunikationsagenturen bewerteten verschiedenste Parameter wie «erster Eindruck»,«Transparenz», «Layout», «Bildkonzeption», «Grafik», «Gestaltung der Finanztabellen», «Typografie» und «technische Umsetzung».
Die Bewertung des Finanzteils, des Value Reporting, führte ein Team des Schweizerischen Bankeninstituts durch. Unter der Leitung von Professor Rudolf Volkart beurteilten fünf fortgeschrittene Wirtschaftsstudenten und ein Wissenschaftlicher Assistent die Inhalte nach 35 betriebswirtschaftlichen Kriterien. Die Bewertungen des Geschäftsberichts und des Internetauftritts wurden dabei voneinander unabhängig durchgeführt. Das Rating der Internetauftritte nahmen zwei Fachleute für neue Medien vor.
Ehre, wem Ehre gebührtÜberraschend war, dass es bei der Bewertung der Kategorien sogar die in der Wertung führenden Unternehmen nicht einmal zu einer 4,5 schafften: Mit 4,28 belegte die Swiss Re in der Kategorie «Die Informativsten» (Value Reporting) Platz 1. Grosszügiger war die Jury bei der Kategorie «Die Schönsten» (Gestaltung): Der Energiekonzern Axpo schaffte die Note 5.
Was letztlich am meisten zählt, ist die Gesamtwertung. Nicht nur der Gesamteindruck und das Auftreten im Papierkleid ist hier für den Erfolg verantwortlich, sondern der Mix aus beiden. Oben auf dem Siegertreppchen steht bei der Gesamtwertung der Geschäftsbericht des Pharmakonzerns Novartis. Wenn auch bei der Gestaltung nur auf Rang 14, war der zweite Platz beim Value Reporting für den Spitzenplatz ausschlaggebend. Und: Novartis war das einzige Unternehmen überhaupt, das in beiden Kategorien in den Top 15 vertreten war.
Das Erfolgsgeheimnis für die gute technische Umsetzung eines Geschäftsberichts ist das Zusammenspiel zwischen den beteiligten Partnern, also dem Unternehmen, dem Druck- und Druckweiterverarbeitungsbetrieb sowie der Agentur. Denkbar deshalb, dass der Erfolg des Bilanz-Gesamtsiegers Novartis daraus resultierte, dass alle Unternehmen aus der gleichen Region kommen: Die Druckerei war die Birkhäuser + GBC AG in Reinach BL, die die Abwicklung von Geschäftsberichten zu ihren Spezialitäten zählt, als Agentur zeichnete Com-Factory in Basel verantwortlich, und selbst das Papier kam aus der Nähe, von Ziegler Papier AG in Grellingen. Nur beim Fotografen – Nikos Economopoulos, gebürtiger Grieche, der in Italien studiert hat – scheint der weltweit agierende Auftraggeber dem Konzept des engen Verbunds eine Ausnahme gemacht zu haben.
Geschäftsberichte: (Zu) oft mehr Schein als Sein.
Gold für NovartisZu den drei am besten gestalteten Geschäftsberichten im Bilanz-Rating 2004 sind jene von Axpo, SBB und Valora mit derselben Benotung gekürt worden. Am informativsten offenbar die Swiss Re, Novartis und Roche. Die drei Besten im Webauftritt sind die Unternehmen Roche, Nestlé und Unaxis.
Bronze in der Gesamtwertung ging an die Valora-Gruppe, Silber an Swiss Re, Gold an Novartis – wenn olympische Medaillen vergeben worden wären.
Die für den Gestaltungspart verantwortliche Jury setzte sich wie folgt zusammen: Jurypräsident: Peter Vetter, Coande, Zürich; Jiri Chmelik, Hilda Design Matters, Zürich; Fritz Gottschalk, Gottschalk + Ash, Zürich; Gernot Honsel, Interbrand, Zürich; Flavia Mosele, Reflektor Visuelle Gestaltung, Luzern; André Schneiter, Külling Partner Identity, Zürich; Thomas Wolfram, Wirz Identity, Zürich; Daniel Zehntner, Eclat, Erlenbach; Megi Zumstein, Bringolf Irion Vögeli, Zürich, und HGKL, Luzern.
Jürgen Franck
Achtzehn Experten aus den Bereichen Design und Finanzen haben die 186 Geschäftsberichte und Internetauftritte bewertet. Die für die Bewertung der Gestaltung zuständigen Spezialisten aus Schweizer Kommunikationsagenturen bewerteten verschiedenste Parameter wie «erster Eindruck»,«Transparenz», «Layout», «Bildkonzeption», «Grafik», «Gestaltung der Finanztabellen», «Typografie» und «technische Umsetzung».
Die Bewertung des Finanzteils, des Value Reporting, führte ein Team des Schweizerischen Bankeninstituts durch. Unter der Leitung von Professor Rudolf Volkart beurteilten fünf fortgeschrittene Wirtschaftsstudenten und ein Wissenschaftlicher Assistent die Inhalte nach 35 betriebswirtschaftlichen Kriterien. Die Bewertungen des Geschäftsberichts und des Internetauftritts wurden dabei voneinander unabhängig durchgeführt. Das Rating der Internetauftritte nahmen zwei Fachleute für neue Medien vor.
Ehre, wem Ehre gebührtÜberraschend war, dass es bei der Bewertung der Kategorien sogar die in der Wertung führenden Unternehmen nicht einmal zu einer 4,5 schafften: Mit 4,28 belegte die Swiss Re in der Kategorie «Die Informativsten» (Value Reporting) Platz 1. Grosszügiger war die Jury bei der Kategorie «Die Schönsten» (Gestaltung): Der Energiekonzern Axpo schaffte die Note 5.
Was letztlich am meisten zählt, ist die Gesamtwertung. Nicht nur der Gesamteindruck und das Auftreten im Papierkleid ist hier für den Erfolg verantwortlich, sondern der Mix aus beiden. Oben auf dem Siegertreppchen steht bei der Gesamtwertung der Geschäftsbericht des Pharmakonzerns Novartis. Wenn auch bei der Gestaltung nur auf Rang 14, war der zweite Platz beim Value Reporting für den Spitzenplatz ausschlaggebend. Und: Novartis war das einzige Unternehmen überhaupt, das in beiden Kategorien in den Top 15 vertreten war.
Das Erfolgsgeheimnis für die gute technische Umsetzung eines Geschäftsberichts ist das Zusammenspiel zwischen den beteiligten Partnern, also dem Unternehmen, dem Druck- und Druckweiterverarbeitungsbetrieb sowie der Agentur. Denkbar deshalb, dass der Erfolg des Bilanz-Gesamtsiegers Novartis daraus resultierte, dass alle Unternehmen aus der gleichen Region kommen: Die Druckerei war die Birkhäuser + GBC AG in Reinach BL, die die Abwicklung von Geschäftsberichten zu ihren Spezialitäten zählt, als Agentur zeichnete Com-Factory in Basel verantwortlich, und selbst das Papier kam aus der Nähe, von Ziegler Papier AG in Grellingen. Nur beim Fotografen – Nikos Economopoulos, gebürtiger Grieche, der in Italien studiert hat – scheint der weltweit agierende Auftraggeber dem Konzept des engen Verbunds eine Ausnahme gemacht zu haben.
Geschäftsberichte: (Zu) oft mehr Schein als Sein.
Gold für NovartisZu den drei am besten gestalteten Geschäftsberichten im Bilanz-Rating 2004 sind jene von Axpo, SBB und Valora mit derselben Benotung gekürt worden. Am informativsten offenbar die Swiss Re, Novartis und Roche. Die drei Besten im Webauftritt sind die Unternehmen Roche, Nestlé und Unaxis.
Bronze in der Gesamtwertung ging an die Valora-Gruppe, Silber an Swiss Re, Gold an Novartis – wenn olympische Medaillen vergeben worden wären.
Die für den Gestaltungspart verantwortliche Jury setzte sich wie folgt zusammen: Jurypräsident: Peter Vetter, Coande, Zürich; Jiri Chmelik, Hilda Design Matters, Zürich; Fritz Gottschalk, Gottschalk + Ash, Zürich; Gernot Honsel, Interbrand, Zürich; Flavia Mosele, Reflektor Visuelle Gestaltung, Luzern; André Schneiter, Külling Partner Identity, Zürich; Thomas Wolfram, Wirz Identity, Zürich; Daniel Zehntner, Eclat, Erlenbach; Megi Zumstein, Bringolf Irion Vögeli, Zürich, und HGKL, Luzern.
Jürgen Franck
