«Bei der Agenturwahl sind Awards nur ein Kriterium»
Ranking Gemeinsam mit dem Art Directors Club Schweiz hat die Werbewoche ihr Kreativranking überarbeitet.
Ranking Gemeinsam mit dem Art Directors Club Schweiz hat die Werbewoche ihr Kreativranking überarbeitet. Nach dem Wegfall des BSW-Rankings steigt auch die Bedeutung der Top Ten der kreativsten Schweizer Agenturen, wie sie die Werbewoche jährlich publiziert. Um dem höheren Anspruch gerecht zu werden, hat die Chefredaktion mit den ADC-Mitgliedern Peter Brönnimann, Markus Gut und Hanspeter Schweizer die Aufstellung auf Relevanz und Vollständigkeit hin geprüft. Neu werden die Wettbewerbe D&AD (GB) und One Show (USA) aufgenommen sowie der Swiss Poster Award wieder mitgezählt. Zudem ist die Gewichtung von Eurobest und Effie mit je einem Punkt aufgewertet worden. Peter Brönnimann, CD und GL-Mitglied bei Spillmann Felser Leo Burnett:
1 Es gibt sehr viele Kreativwettbewerbe, darunter auch einige, die es nicht unbedingt braucht. Das Kreativranking der Werbewoche enthält die wichtigsten und gewichtet sie. Entsprechend ist es ein guter Massstab für die Branche, für die Agenturen zudem ein Zwischenzeugnis und ein Ansporn fürs nächste Jahr.
2 Zwei wichtige Wettbewerbe, der englische D&AD und die amerikanische One Show, haben gefehlt. Diese beiden Wettbewerbe und deren Bücher gehören neben Cannes zu den massgebenden weltweit. Sie nicht im Ranking zu haben, wäre eine Verkennung der Werbe-Weltlage.
3 Wir freuen uns über Awards, aber wir dekorieren weder unsere Agentur noch unsere Wohnungen damit. Wir machen bei einigen Wettbewerben mit, weil wir überzeugt sind, dass zielgerichtete Kreativität den Kunden mehr Erfolg bringt. Und Wettbewerbe zudem den Standard in
der ganzen Branche heben. Bei der Agenturwahl sind Awards jedoch nur ein Kriterium von vielen.
4 Nicht die Agenturen sind kreativ, sondern die Leute, die dort arbeiten. Und von denen gibt es in jedem Land solche, die herausragende kreative Leistungen erbringen. Auch in der Schweiz.
5 Nein, international aufzufallen war schon immer sehr, sehr schwierig.
Markus Gut, Executive CD und GL-Mitglied bei Publicis:
1 Da die Zahlen betreffend Umsatzgrösse nicht mehr bekannt gegeben werden dürfen, gewinnt das Kreativranking immer mehr an Bedeutung.
2 Neben Cannes sind One Show und D&AD die wichtigsten Awards. Wäre doch komisch, wenn sie im Schweizer Kreativranking nicht zählen würden.
3 Kreative Werbung ist effizientere Werbung. Und dies wissen auch
einige Kunden.
4 Die Schweiz ist sicher nicht kreativ führend. In Proportion zur
Grösse stehen wir aber gar nicht so schlecht da.
5 Es war und ist sehr schwierig auf dem glitschigen Parkett zu bestehen.
Hanspeter Schweizer,CD und GL-Mitglied bei Wirz Werbung:
1 Seit es kein BSW-Ranking mehr gibt, eine umso höhere. Aber schon davor bot es für Agenturen und Mitarbeiter Orientierung und Motivation.
2 Einzelne Wettbewerbe waren im Vergleich zueinander unter-, andere übergewichtet. Durch den Einsitz von Schweizer Juroren in verschiedenen dieser Wettbewerbe gibt es heute etwas mehr Transparenz über ihre Bedeutung. Die amerikanische One Show und der britische D&AD sind wichtige internationale Wettbewerbe, an denen die Schweiz zwar selten Auszeichnungen holt. Aber sie gehören ins Ranking, weil sie einen hohen Standard pflegen und fördern.
3 Auszeichnungen sind auch bei Auftraggebern Beweis für die Krea-
tivität einer Agentur. Dass die Trophäe selbst dann als Türstopper oder Briefbeschwerer endet, tut dem keinen Abbruch.
4 Setzt man die Anzahl gewonnener Awards in Relation zur Anzahl produzierter beziehungsweise eingereichter Arbeiten, kann sich die Schweiz durchaus sehen lassen. Rein numerisch können wir aber nicht mit den grossen Nationen mithalten.
5 International gesehen, ist es leichter, wenn man mit Werbung für global bekannte Marken glänzen kann als für solche, die man nur gerade
in der Schweiz kennt. Andererseits wird für immer weniger dieser Marken der Lead von der Schweiz aus betreut. Darum ist es auch wichtig, dass man bei dem einen oder anderen Wettbewerb schon mal ins Gespräch gekommen ist. Das kann die Chancen beim nächsten nur verbessern.
Fünf Fragen an die ADC-Delegierten:1 Welche Bedeutung hat das Werbewoche-Ranking für die Schweizer Kreativagenturen?
2 Weshalb wurde eine Anpassung der Gewichtungen sowie der aufgeführten Wettbewerbe dieses Jahr nötig?
3 Sind gewonnene Awards lediglich Zierrat für die Agenturräumlich-
keiten oder schlagen sie auch im Kundenportfolio zu Buche?
4 Wie kreativ sind Schweizer Agenturen im internationalen Vergleich?
5 Ist es für Schweizer Arbeiten schwieriger geworden, auf dem internationalen Parkett aufzufallen?
Interviews: Simone Keller
1 Es gibt sehr viele Kreativwettbewerbe, darunter auch einige, die es nicht unbedingt braucht. Das Kreativranking der Werbewoche enthält die wichtigsten und gewichtet sie. Entsprechend ist es ein guter Massstab für die Branche, für die Agenturen zudem ein Zwischenzeugnis und ein Ansporn fürs nächste Jahr.
2 Zwei wichtige Wettbewerbe, der englische D&AD und die amerikanische One Show, haben gefehlt. Diese beiden Wettbewerbe und deren Bücher gehören neben Cannes zu den massgebenden weltweit. Sie nicht im Ranking zu haben, wäre eine Verkennung der Werbe-Weltlage.
3 Wir freuen uns über Awards, aber wir dekorieren weder unsere Agentur noch unsere Wohnungen damit. Wir machen bei einigen Wettbewerben mit, weil wir überzeugt sind, dass zielgerichtete Kreativität den Kunden mehr Erfolg bringt. Und Wettbewerbe zudem den Standard in
der ganzen Branche heben. Bei der Agenturwahl sind Awards jedoch nur ein Kriterium von vielen.
4 Nicht die Agenturen sind kreativ, sondern die Leute, die dort arbeiten. Und von denen gibt es in jedem Land solche, die herausragende kreative Leistungen erbringen. Auch in der Schweiz.
5 Nein, international aufzufallen war schon immer sehr, sehr schwierig.
Markus Gut, Executive CD und GL-Mitglied bei Publicis:
1 Da die Zahlen betreffend Umsatzgrösse nicht mehr bekannt gegeben werden dürfen, gewinnt das Kreativranking immer mehr an Bedeutung.
2 Neben Cannes sind One Show und D&AD die wichtigsten Awards. Wäre doch komisch, wenn sie im Schweizer Kreativranking nicht zählen würden.
3 Kreative Werbung ist effizientere Werbung. Und dies wissen auch
einige Kunden.
4 Die Schweiz ist sicher nicht kreativ führend. In Proportion zur
Grösse stehen wir aber gar nicht so schlecht da.
5 Es war und ist sehr schwierig auf dem glitschigen Parkett zu bestehen.
Hanspeter Schweizer,CD und GL-Mitglied bei Wirz Werbung:
1 Seit es kein BSW-Ranking mehr gibt, eine umso höhere. Aber schon davor bot es für Agenturen und Mitarbeiter Orientierung und Motivation.
2 Einzelne Wettbewerbe waren im Vergleich zueinander unter-, andere übergewichtet. Durch den Einsitz von Schweizer Juroren in verschiedenen dieser Wettbewerbe gibt es heute etwas mehr Transparenz über ihre Bedeutung. Die amerikanische One Show und der britische D&AD sind wichtige internationale Wettbewerbe, an denen die Schweiz zwar selten Auszeichnungen holt. Aber sie gehören ins Ranking, weil sie einen hohen Standard pflegen und fördern.
3 Auszeichnungen sind auch bei Auftraggebern Beweis für die Krea-
tivität einer Agentur. Dass die Trophäe selbst dann als Türstopper oder Briefbeschwerer endet, tut dem keinen Abbruch.
4 Setzt man die Anzahl gewonnener Awards in Relation zur Anzahl produzierter beziehungsweise eingereichter Arbeiten, kann sich die Schweiz durchaus sehen lassen. Rein numerisch können wir aber nicht mit den grossen Nationen mithalten.
5 International gesehen, ist es leichter, wenn man mit Werbung für global bekannte Marken glänzen kann als für solche, die man nur gerade
in der Schweiz kennt. Andererseits wird für immer weniger dieser Marken der Lead von der Schweiz aus betreut. Darum ist es auch wichtig, dass man bei dem einen oder anderen Wettbewerb schon mal ins Gespräch gekommen ist. Das kann die Chancen beim nächsten nur verbessern.
Fünf Fragen an die ADC-Delegierten:1 Welche Bedeutung hat das Werbewoche-Ranking für die Schweizer Kreativagenturen?
2 Weshalb wurde eine Anpassung der Gewichtungen sowie der aufgeführten Wettbewerbe dieses Jahr nötig?
3 Sind gewonnene Awards lediglich Zierrat für die Agenturräumlich-
keiten oder schlagen sie auch im Kundenportfolio zu Buche?
4 Wie kreativ sind Schweizer Agenturen im internationalen Vergleich?
5 Ist es für Schweizer Arbeiten schwieriger geworden, auf dem internationalen Parkett aufzufallen?
Interviews: Simone Keller
