«Bei der Agenturwahl sind Awards nur ein Kriterium»

Ranking Gemeinsam mit dem Art Directors Club Schweiz hat die Werbewoche ihr Kreativranking überarbeitet.

Ranking Gemeinsam mit dem Art Directors Club Schweiz hat die Werbewoche ihr Kreativranking überarbeitet. Nach dem Wegfall des BSW-Rankings steigt auch die Bedeutung der Top Ten der kreativsten Schweizer Agenturen, wie sie die Werbewoche jährlich publiziert. Um dem höheren Anspruch gerecht zu werden, hat die Chefredaktion mit den ADC-Mitgliedern Peter Brönnimann, Markus Gut und Hanspeter Schweizer die Aufstellung auf Relevanz und Vollständigkeit hin geprüft. Neu werden die Wettbewerbe D&AD (GB) und One Show (USA) aufgenommen sowie der Swiss Poster Award wieder mitgezählt. Zudem ist die Gewichtung von Eurobest und Effie mit je einem Punkt aufgewertet worden. Peter Brönnimann, CD und GL-Mitglied bei Spillmann Felser Leo Burnett:
1 Es gibt sehr viele Kreativwettbewerbe, darunter auch einige, die es nicht unbedingt braucht. Das Kreativranking der Werbewoche enthält die wichtigsten und gewichtet sie. Entsprechend ist es ein guter Massstab für die Branche, für die Agenturen zudem ein Zwischenzeugnis und ein Ansporn fürs nächste Jahr.
2 Zwei wichtige Wettbewerbe, der englische D&AD und die amerikanische One Show, haben gefehlt. Diese beiden Wettbewerbe und deren Bücher gehören neben Cannes zu den massgebenden weltweit. Sie nicht im Ranking zu haben, wäre eine Verkennung der Werbe-Weltlage.
3 Wir freuen uns über Awards, aber wir dekorieren weder unsere Agentur noch unsere Wohnungen damit. Wir machen bei einigen Wettbewerben mit, weil wir überzeugt sind, dass zielgerichtete Kreativität den Kunden mehr Erfolg bringt. Und Wettbewerbe zudem den Standard in
der ganzen Branche heben. Bei der Agenturwahl sind Awards jedoch nur ein Kriterium von vielen.
4 Nicht die Agenturen sind kreativ, sondern die Leute, die dort arbeiten. Und von denen gibt es in jedem Land solche, die herausragende kreative Leistungen erbringen. Auch in der Schweiz.
5 Nein, international aufzufallen war schon immer sehr, sehr schwierig.
Markus Gut, Executive CD und GL-Mitglied bei Publicis:
1 Da die Zahlen betreffend Umsatzgrösse nicht mehr bekannt gegeben werden dürfen, gewinnt das Kreativranking immer mehr an Bedeutung.
2 Neben Cannes sind One Show und D&AD die wichtigsten Awards. Wäre doch komisch, wenn sie im Schweizer Kreativranking nicht zählen würden.
3 Kreative Werbung ist effizientere Werbung. Und dies wissen auch
einige Kunden.
4 Die Schweiz ist sicher nicht kreativ führend. In Proportion zur
Grösse stehen wir aber gar nicht so schlecht da.
5 Es war und ist sehr schwierig auf dem glitschigen Parkett zu bestehen.
Hanspeter Schweizer,CD und GL-Mitglied bei Wirz Werbung:
1 Seit es kein BSW-Ranking mehr gibt, eine umso höhere. Aber schon davor bot es für Agenturen und Mitarbeiter Orientierung und Motivation.
2 Einzelne Wettbewerbe waren im Vergleich zueinander unter-, andere übergewichtet. Durch den Einsitz von Schweizer Juroren in verschiedenen dieser Wettbewerbe gibt es heute etwas mehr Transparenz über ihre Bedeutung. Die amerikanische One Show und der britische D&AD sind wichtige internationale Wettbewerbe, an denen die Schweiz zwar selten Auszeichnungen holt. Aber sie gehören ins Ranking, weil sie einen hohen Standard pflegen und fördern.
3 Auszeichnungen sind auch bei Auftraggebern Beweis für die Krea-
tivität einer Agentur. Dass die Trophäe selbst dann als Türstopper oder Briefbeschwerer endet, tut dem keinen Abbruch.
4 Setzt man die Anzahl gewonnener Awards in Relation zur Anzahl produzierter beziehungsweise eingereichter Arbeiten, kann sich die Schweiz durchaus sehen lassen. Rein numerisch können wir aber nicht mit den grossen Nationen mithalten.
5 International gesehen, ist es leichter, wenn man mit Werbung für global bekannte Marken glänzen kann als für solche, die man nur gerade
in der Schweiz kennt. Andererseits wird für immer weniger dieser Marken der Lead von der Schweiz aus betreut. Darum ist es auch wichtig, dass man bei dem einen oder anderen Wettbewerb schon mal ins Gespräch gekommen ist. Das kann die Chancen beim nächsten nur verbessern.
Fünf Fragen an die ADC-Delegierten:1 Welche Bedeutung hat das Werbewoche-Ranking für die Schweizer Kreativagenturen?
2 Weshalb wurde eine Anpassung der Gewichtungen sowie der aufgeführten Wettbewerbe dieses Jahr nötig?
3 Sind gewonnene Awards lediglich Zierrat für die Agenturräumlich-
keiten oder schlagen sie auch im Kundenportfolio zu Buche?
4 Wie kreativ sind Schweizer Agenturen im internationalen Vergleich?
5 Ist es für Schweizer Arbeiten schwieriger geworden, auf dem internationalen Parkett aufzufallen?
Interviews: Simone Keller

Top Ten

Schweizer Kreativagenturen 2004

Schweizer Kreativagenturen 2004

SI will SF DRS als Partner

Crossmedia Die Schweizer Illustrierte (SI) möchte mit SF DRS bei dessen geplantem People-Magazin zusammenarbeiten.

Crossmedia Die Schweizer Illustrierte (SI) möchte mit SF DRS bei dessen geplantem People-Magazin zusammenarbeiten.Crossmedia Die Schweizer Illustrierte (SI) möchte mit SF DRSbei dessen geplantem People-Magazin zusammenarbeiten. Das Schweizer Fernsehen habe bei der Schweizer Illustrierten angefragt, sagte Chefredaktor Marc Walder gegenüber der Berner Zeitung. Man sei derzeit daran, die Zusammenarbeit zu prüfen. «Ich bin zuversichtlich, dass sie zu Stande kommt», so Walder. Schon seit August 2003 beteiligt sich die Schweizer Illustrierte an der wöchentlichen Ringier-TV-Sendung «People» auf Sat.1 Schweiz. Dieses «spannende Engagement» werde die Zeitschrift «sicher bis im Sommer weiterführen», erklärte Walder.

Ausweg aus dem Quasi-Patt

Verlage Vieles spricht dafür, dass 20 Minuten schon bald ganz in Tamedia-Besitz über- geht – entsprechende Gerüchte, aber auch plausible Gründe.

Verlage Vieles spricht dafür, dass 20 Minuten schon bald ganz in Tamedia-Besitz über- geht – entsprechende Gerüchte, aber auch plausible Gründe.
In den letzten Wochen verdichteten sich die Hinweise, dass Tamedia und der norwegische Medienkonzern Schibsted über einen vorzeitigen Vollzug ihres vor 20 Monaten geschlossenen Pendlerzeitungsdeals verhandeln. Demnach befinden sich die temporären Joint-Venture-Partner in einem Finanzpoker, an dessen Ende für jene 50,5 Prozent an der 20 Minuten (Schweiz) AG, die via 20 Min Holding noch von Schibsted kontrolliert werden, laut gut informierten Kreisen eine Kaufsumme «um die 120 Millionen Franken» stehen dürfte. Wie nicht anders zu erwarten, dementieren die beiden börsenkotierten Parteien jegliche solche Gespräche. Auch Martino Bammater, VR-Präsident des Objekts der Begierde, «kann die Spekulationen nicht bestätigen».Zur Erinnerung: Am 21. März 2003 übernahm Tamedia über ihre Tochter Express Zeitung AG in einem ersten Schritt 49,5 Prozent des Pendlerblatts, damals für geschätzte 15 Millionen Franken (exklusive des 11 Mio. Franken teuren «Express»-Manövers). Gemäss Kontrakt gehen auch die restlichen Anteile an Tamedia – je 20,25 Prozent Ende 2005 und Ende 2006. Für wie viel wurde von dem im betreffenden Jahr erzielten Unternehmenserfolg abhängig gemacht? Bei Vertragsschluss taxierten Fachleute das Gesamtvolumen der Transaktion noch auf rund 70 Millionen; heute scheint 20 Minuten schon doppelt so viel wert zu sein (siehe Interview rechts).
St. Gallen als Deadline
Verantwortlich für diesen – vom bisherigen wie auch dem künftigen Eigentümer sicher unerwarteten – Quantensprung ist die Performance von 20 Minuten im Leser- und im Anzeigenmarkt. Auf Basis der verfügbaren Daten schätzt Scott Weldon, Medienspezialist bei der Privatbank Lombard Odier, dass der laut Tamedias Hauszeitschrift Doppelpunkt auch intern «Vom Underdog zum Abräumer» aufgestiegene Gratistitel bei einem Umsatz von etwa 50 Millionen Franken 2004 dank vergleichsweise tiefer Fixkosten bereits einen zweistelligen Millionengewinn erwirtschaften könnte, Tendenz weiter steigend. Je länger Tamedia also wartet, desto teurer wird der vermeintliche Juniorpartner des Tages-Anzeiger.
Ein anderes Argument für die vorzeitige Übernahme ist der Umstand, dass Schibsted ungeachtet der Besitzverhältnisse bis Vertragsende die Kontrolle im siebenköpfigen Verwaltungsrat behält, als Verkäufer an längerfristigen Investitionen aber kaum interessiert sein dürfte. Eine solche steht mit der für nächsten Frühling angekündigten Expansion nach St. Gallen jedoch an. «Dieses Projekt wäre eine plausible Deadline für Verhandlungen», meint denn auch Weldon. Zudem quittiere die Börse Unsicherheit grundsätzlich negativ, «besonders bei Produkten mit solchem Wachstumspotenzial», so der Analyst gegenüber der Werbewoche.
Interner Tagi-Konkurrent?Überdies hat Tamedia mit der Regionalisierung und dem für Herbst angekündigten Relaunch ihres (bald wohl nur mehr publizistischen) Flaggschiffs nächstes Jahr schon zwei kapitalintensive Unsicherheiten. Ein Grund mehr, den Deal mit den Norwegern beizeiten über die Bühne zu bringen. Das leuchtet auch dem oben zitierten VR-Präsidenten von 20 Minuten Schweiz ein.
Doch Bammater bleibt dabei: «Wir haben keinerlei Veranlassung, vom ursprünglichen Zeitplan abzurücken.» Das glaubt man gern, denn «wir» steht hier natürlich für Schibsted, dessen Zürcher Sachwalter er letztlich ja ist. Zudem gehört Bammater vermutlich zu jenen Leuten, die von den 2 Prozent der 20 Min Holding profitieren, welche Schibsted fürs Top-Management reserviert hat. Kein Wunder, kommt für ihn ein vorgezogener Totalrückzug der Norweger aus der Schweiz nur dann in Frage, «wenn der Preis sensationell hoch ist». Der Ball liegt also bei seinem VR-Vize, Tamedia-CEO Martin Kall.
Tagi im Schlagschatten: 20 Minuten ist auf dem Kurs zum finanziellen Flaggschiff von Tamedia.
Oliver Classen

Weihnachtsgruss von VW

Automobil Auch in der VW-Familie sei es Brauch, sich am Jahresende zur gemeinsamen Feier im Kreis der Lieben einzufinden, weiss Andreas Iseli, Markenchef von VW.

Automobil Auch in der VW-Familie sei es Brauch, sich am Jahresende zur gemeinsamen Feier im Kreis der Lieben einzufinden, weiss Andreas Iseli, Markenchef von VW.In einem winterlich verschneiten Parkhaus fand hierfür Hausagentur Lowe das passende Plätzchen und das festliche Motiv, das einem geschmückten Weihnachtsbaum in nichts nachsteht. Sämtliche VW-Vertretungen der ganzen Schweiz wünschen mit der feierlichen Blech- und Betontanne besinnliche Feiertage und ein unfallfreies neues Autojahr.

Stoppkleber am TV?

Gastkommentar Programm-integrierte Fernsehwerbung wird weiter zunehmen, den 30-Sekunden-Spot aber nie ganz verdrängen, schreibt Andreas Waldis.

Gastkommentar Programm-integrierte Fernsehwerbung wird weiter zunehmen, den 30-Sekunden-Spot aber nie ganz verdrängen, schreibt Andreas Waldis.
Keine Frage, die Nachfrage nach so genannten Sonderwerbeformen (SoWeFo), welche überhaupt noch Kontakt mit dem Konsumenten schaffen, ist gross. Klassische Sponsoren-Integration mit Billboard-Clip am Anfang und Ende der Sendung in Verbindung mit Logoeinblendern genügt meist nicht mehr. Kein Wunder, steht das Bekanntheits- oder Imageziel für die Marke heute doch selten allein im SoWeFo-Briefing. Nicht immer, aber immer öfter soll zudem ein Produkt gezeigt und dessen Absatz gefördert werden.Dazu passt, dass laut einer US-Umfrage 46 Prozent der befragten Unternehmen mehr in Product Placement investieren wollen. Ein Trend, der sich auch hier zu Lande deutlich bemerkbar macht. Zumal Markenartikler halten diese Form inzwischen für effektiver als die üblichen 30-Sekunden-Spots. Neue Agenturen wie der deutsche OMD-Ableger 4CE stellen sich auf diesen Bedarf ein.
Auf Medienseite spielen einmal mehr die Privaten die Pionierrolle. In der Schweiz fluten die SRG-Sender (inkl. Radio) den Markt zwar mit Günstigstangeboten. Anders als etwa bei Discountern im Detailhandel geschieht dies aus einer marktvorherrschenden Stellung heraus. Was wiederum das Bakom auf den Plan ruft, das bei gebührenfinanzierten Anbietern zu Recht weniger Verständnis für kreative Finanzierungsformen hat, als bei der privaten «We try harder»-Konkurrenz.
Doch nicht nur deswegen ist die Promotion von Marken und Produkten bei den Privaten weit auffälliger, emotionaler und folglich effektiver. Die schiere Not macht erfinderisch: Nämlich Sendungen finanzieren und gleichzeitig – durch kreative Integration des zahlenden Partners – den Zuschauer bei Laune halten zu müssen.
Von der Kundenwarte aus gibt es zweierlei Betrachtungsweisen: Die der eher auf Sekunden und GRPs fixierten Marketing-Controller, welche sich von quantitativen Überlegungen leiten lassen. Und jene der auf eine intelligente, offensichtliche und entsprechend glaubwürdige Fusion von Programm und Werbebotschaft und den daraus resultierenden Imagetransfer bedachten Kommunikationsstrategen.
Eine der zukunftsträchtigsten Entwicklungen heisst AFP (Advertiser Funded Programming). AFP steht für die gemeinschaftliche Konzeption und Realisation von TV-Projekten durch Sender/Produzent und Werbetreibenden unter Wahrung von Programmhoheit und rechtlichen Vorgaben. Wohin das – nebst mehr oder minder subtilen Placements – führt? Im Fernsehmarkt der nahen Zukunft ergeben sich durch den Einbezug des digitalen Rückkanals ungeahnte Möglichkeiten. Echte Interaktion: Bestellungen können direkt während der Sendung getätigt werden. Deshalb macht die jetzt von Swisscom unter dem verheissungsvollen Namen «Triple Play» lancierte Strategie so viel Sinn: Fernsehen als emotionaler und breit wirkender Teaserkanal. Und das Internet für Informationsvertiefung, Interaktion und Geschäftsabwicklung.
SoWeFo, AFP, Triple Play & Co. sind im Kommen. Die Angst vor dem 30-Sekunden-Sterben und das Verharren in alten «below und above the line»-Mustern sind unangebracht. Die digitalisierte TV-Welt bietet der ganzen heiligen Branchendreifaltigkeit (Auftraggeber, Agenturen, Medien) mehr Chancen als Risiken. Schlagen wir dem Stoppkleber ein Schnippchen.
> Andreas Waldis ist Marketingleiter bei Ringier-TV.

Aufrechter Gang

Design «Highly Evolved Shoes» preist Puma in einer Anzeige mit einem nackten Mann inAffenpose an. Das hoch entwickelte Design stammt von Philippe Starck.

Design «Highly Evolved Shoes» preist Puma in einer Anzeige mit einem nackten Mann inAffenpose an. Das hoch entwickelte Design stammt von Philippe Starck.Design «Highly Evolved Shoes» preist Puma in einer Anzeige mit einem nackten Mann in Affenpose an. Das hoch entwickelte Design stammt von Philippe Starck. Dieser hat auch schon mit einer Klobürste Furore gemacht oder für Alessi eine Zitruspresse designt. Reduziert auf das Wesentliche könnte man nun nicht nur das Design der Schuhe, sondern auch die Idee dieser Werbung bezeichnen. Derart elegant bepfotet dürfte der Mann problemlos auch bei Tally Weill landen, die bekanntlich ähnlich affige Instinkte in ihrer Werbung zu wecken vermag. Beiden Kampagnen gemein ist, dass sie – je länger man hinschaut – irgendwie sympathisch wirken. Anders als nackte Frauen wirken Männer in solchen Posen nämlich nicht sexistisch, sondern irgendwie ehrlich. Die aufrechte Gangart illustriert, dass hier jemand etwas zu begreifen versucht. Dazu wirkt zusätzlich Vertrauen erweckend und damit Kunden bindend für Puma die Hoffnung: Wer kein Fell mehr hat, dem kann man es auch nicht mehr überdie Ohren ziehen.
(pan)

Transparenz tut Not

Pierre C. Meier über ein Stück Vergangenheit, das die FuW eingeholt hat.

Pierre C. Meier über ein Stück Vergangenheit, das die FuW eingeholt hat.
Letzte Woche erschien in der Wirtschaftszeitung Cash ein prominent aufgemachtes Interview des ehemaligen Cash-Chefredaktors Fred David mit Hansjörg Saager, dem einstigen Besitzer und CEO der AG für Wirtschaftspublikationen. Mit brisantem Inhalt: Saager enthüllt darin, dass sein Vater Bruno M. – Generaldirektor der damaligen Schweizerischen Bankgesellschaft – 1961 als Privatmann das Börsenblatt Finanz und Wirtschaft (FuW) kaufte und bis 1976 besass. Dies aus einem ganz bestimmten Grund: Er wollte nämlich «die Öffentlichkeit wegen eines Riesengeschäftes beeinflussen, in das seine Bank und er persönlich involviert waren». Gemeint ist die Affäre Interhandel, einer der laut David grössten Wirtschaftskrimis des 20. Jahrhunderts. Das Interview lässt eine ganze Reihe von Fragen offen. Zum Beispiel: Warum gelangt Saager gerade heute an die Öffentlichkeit, und was bezweckt er mit seinen Aufsehen erregenden Aussagen?
Das eigentlich Interessante an dem Scoop ist nicht die Tatsache, dass mit Hilfe einer nach aussen als unabhängig deklarierten Wirtschaftszeitung vor mehr als einem Vierteljahrhundert knallharte Interessenspolitik gemacht wurde. Dazu liegt alles viel zu weit zurück, die Protagonisten sind gestorben und insofern ist die Sache nur mehr für Pressechronisten und Wirtschaftshistoriker spannend.
Es geht hier vielmehr um die Glaubwürdigkeit der Wirtschaftsberichterstattung an sich. Und dieser Aspekt ist immer aktuell. Nicht umsonst weist gerade die Wirtschaftspresse immer wieder auf die problematische Rolle der Finanzanalysten hin, die eigentlich zwei Herren dienen. Denn Glaubwürdigkeit kann nur durch Unabhängigkeit gewährleistet werden. Das gilt bekanntlich auch für die Medien.
Um ihren Käuflichkeitsnimbus in neue Glaubwürdigkeit umzumünzen, müsste die FuW nun selber für Transparenz sorgen, sprich ihren
Case publik machen. So wie die New York Times und die NZZ am Sonntag, als sie einem Fälscher aufgesessen sind, und diese Panne
öffentlich aufgearbeitet haben.
> Pierre C. Meier, Chefredaktor

Sechsmal jährlich Seesicht

Zeitschriften Das Magazin Seesicht stellt im kommenden Jahr von einer vierteljährlichen auf eine zweimonatliche Erscheinungsweise um.

Zeitschriften Das Magazin Seesicht stellt im kommenden Jahr von einer vierteljährlichen auf eine zweimonatliche Erscheinungsweise um.Zeitschriften Das Magazin Seesicht stellt im kommendenJahr von einer vierteljährlichen auf eine zweimonatliche Erscheinungsweise um. Die Zeitschrift für Lebensart am Zürichsee wurde diesen Mai lanciert und meldet bereits über 1200 Abonnements sowie Anzeigenumsätze im budgetierten Rahmen. Es erscheint 2005 mit einer Auflage von 30000 Exemplaren und einem Minimalumfang von 132 Seiten. Herausgeber ist Michael von Babo, der auch den IT-Fachverlag Compress führt.

Call-TV beschäftigt die Zürcher Justiz

Privatfernsehen Die Sektion Lotterien und Wetten des Bundesamts für Justiz hält «Call & Win» von Sat.1 Schweiz und «Easy Cash» von Viva Schweiz für «verkappte Glücksspiele».

Privatfernsehen Die Sektion Lotterien und Wetten des Bundesamts für Justiz hält «Call & Win» von Sat.1 Schweiz und «Easy Cash» von Viva Schweiz für «verkappte Glücksspiele».Die Zuschauer der Sendungen versuchen via kostenpflichtige Telefonnummer Bilder- und Zahlenrätsel zu lösen. Sektionschef Reto Brand sagte der SDA, die Spiele seien sehr schwierig zu lösen. Gleichzeitig sei es zufällig, ob man durchgestellt werde. Brand hat den Fall an den Kanton Zürich weitergeleitet. Sollte ein Verstoss nachgewiesen werden, gehe der Fall an den Strafrichter, so Peter Schärer, beim Kanton für das Lotteriegesetz zuständig.

Es kommt wohl alles gut

Zeitungen Diese Woche tagte der VR der Zürichsee Medien (ZSM), Thema war auch der NZZ-PubliGroupe-Deal. «Ich habe über den Stand informiert», bestätigt ZSM-VR-Präsident Theodor Gut nur.

Zeitungen Diese Woche tagte der VR der Zürichsee Medien (ZSM), Thema war auch der NZZ-PubliGroupe-Deal. «Ich habe über den Stand informiert», bestätigt ZSM-VR-Präsident Theodor Gut nur.Er will nicht sagen, ob der VR von der P nun schriftlich informiert wurde, dass diese die Hälfte ihres ZSM-Anteils der NZZ verkaufen will. Erst wenn ein solches Schreiben bei Gut eintrifft, beginnt die Frist, in der Familie Gut ihr Vorkaufsrecht geltend machen könnte.Erst noch hatten Gut und auch P-Vertreter erklärt, dass noch keine schriftliche Information erfolgt sei. Nun schweigen beide Seiten. Dies deutet darauf hin, dass die Information erfolgte und die Frist läuft. Das wiederum lässt den Schluss zu, dass P und NZZ die ZSM auf ihre Seite ziehen konnten. Anders ausgedrückt: Familie Gut verzichtet auf ihr Vorkaufsrecht. Denn so viel ist klar: Die P verkauft ihren Anteil nur, wenn sie sicher ist, dass er bei der NZZ landet. Sonst beliesse sie alles beim Alten. Der ZSM würde dies am wenigsten nützen.
(mk)

Mit «natürlicher» Werbung das Feld beherrschen

Aussenwerbung III Das Jungunternehmen Fima-Trend hat eine neue Spielwiese für Werbung geschaffen: Landwirtschaftsland.

Aussenwerbung III Das Jungunternehmen Fima-Trend hat eine neue Spielwiese für Werbung geschaffen: Landwirtschaftsland.«Das Neue, das Spezielle, das Einzigartige – das sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Werbearbeit.» Mit diesem Leitsatz verkauft das Jungunternehmen Fima-Trend im aargauischen Oberlunkhofen sein unkonventionelles Kommunikationsmittel Feldwerbung. Die Technik ermöglicht Auftritte auf bisher nicht erschlossenen Plattformen und an neuen und ungewohnten Standorten mit riesigen Personenfrequenzen. Entlang den stark frequentierten Hauptverkehrswegen in der Schweiz und in Europa werden riesige, bis 25000 Quadratmeter grosse Schriftzüge und Slogans in die Natur gepflanzt.
Trotz der Grösse können solche Botschaften in Form von Blumen- und Getreidelogos aber «zentimetergenau und farbecht» produziert werden, wie Thomas Stutz von Fima-Trend erklärt. Je Projekt und Saison stellen diese «natürlichen Plakate» bis gegen 30 Millionen Kontakte her und erzielen so einen Tausend-Kontakt-Preis (TKP) von weniger als vier Franken.
Die Nachfrage nach dieser effizienten, wirkungsvollen und «sehr gut akzeptierten Werbung» entlang von Autobahnen, Kantonsstrassen, Bahnlinien sowie bei Flughäfen steigt rasant. Standortmöglichkeiten gibt es in der ganzen Schweiz, vorwiegend bei Ballungszentren mit Verkehrsfrequenzen von bis zu 100000 Fahrzeugen pro Tag.
Interessierte können sich auf www.feldwerbung.ch einen Standort auswählen, alles andere übernimmt die Fima-Trend. Das heisst: Koordination mit den Landbesitzern, Projektaufbau und Bepflanzung, Pflege und Unterhalt während vier bis sechs Monaten oder auch länger.
Die Werbung mit solchen kreativen Eingriffen in die Natur braucht gemäss Raumplanungsgesetz keine spezielle Bewilligung, wenn der Einsatz zeitlich befristet ist und keine Probleme bei der Verkehrssicherheit entstehen. «Bei Eisenbahnlinien gibt es mit Sicherheit keine solche Gefährdung. Entlang von Autobahnen haben wir alle angebotenen Projekte von den Behörden absegnen lassen», erklärt Thomas Stutz.
Die Feldwerbung bietet auch interessante Kombinationsmöglichkeiten. Mit publikumswirksamen Events wie Blumenpflücken für alle, Weltrekordversuchen oder Helikopter-Rundflügen bringt die Agentur zusätzlich Menschen auf den Platz und weckt das Interesse der Medien. Aus dem Getreide des riesigen Sony-Logos können auch «Sony Special Edition Mega-Gipfeli» als Geschenk für die Besucher eines Flughafens oder die Bahnreisenden gebacken werden. «So schliessen wir den Kreis der Wahrnehmung auf gut verständliche, sinnvolle und natürliche Art und Weise», meint Stutz.
Feldwerbung ist eine «natürliche Werbung ohne irgendwelche Abfälle». Sie blüht und hat im doppelten Sinne des Wortes echtes Wachstumspotenzial. Feldwerbung öffnet die Tore zu neuen, bisher nicht genutzten Plattformen in der freien Natur – trotzdem aber direkt am Puls unserer Wirtschaft und Gesellschaft. «Feldwerbung bringt Leben in die Marke, setzt sie in Szene und bringt sie ins Gespräch», sind die Verkäufer der Feldwerbung überzeugt.
Über 10000 m2: Das Werbefeld von Möbel Märki zum 30. Geburtstag.
Andreas Panzeri
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