Denecke lässt das Mausen nicht
Martin Denecke baut nach zweijähriger Auszeit die Schweizer Niederlassung von Scholz & Friends auf.
Martin Denecke baut nach zweijähriger Auszeit die Schweizer Niederlassung von Scholz & Friends auf.Langweilig sei ihm nie gewesen. «Ausgiebig reisen» und immer wieder ein bisschen an seinen beiden Wohnungen in Asien werkeln: Das war das Erholungsprogramm, als Martin Denecke nach über zehn Jahren ohne Ferien im Jahre 2002 den Abschluss des Verkaufs seiner GGK an Lowe endlich mit einer Auszeit toppen konnte. Eine seiner Wohnungen in Thailand liegt am Meer, die andere auf einem Golfplatz. Das Handicap dort: Martin Denecke spielt nicht genügend gut mit dem weissen Ball, als dass ihm dieser Sport für alle Zukunft eine befriedigende Auslastung bescheren könnte. Er hat «nie aktiv gesucht» – konnte aber bei einer solchen Herausforderung nicht anders als zusagen: Nach drei Gesprächsrunden war ihm die Verantwortung als Agenturleiter und Creative Director bei der Schweizer Niederlassung der Scholz-&-Friends-Gruppe angetragen worden. Der Wiedereinsteiger wird die Agentur am Zürcher Limmatquai zusammen mit Christian Binder führen. Sein Büro hat Denecke schon länger dort, denn ganz ohne Creative Consulting hat der Vollprofi und einstige Werber des Jahres 1995 seine zweijährige Kreativpause natürlich nicht über die Zeit gebracht.
Martin Denecke hat seinen Einstieg in die Werbung mit einem Volontariat bei Jäggi in Bern gefunden, nachdem er einen Monat vor der Matur sich bereits reif für etwas mehr Schöpferisches befand. Die Schulbank hat er später trotzdem noch einmal für den Werbeassistenten sowie eine kaufmännische Ausbildung gedrückt, bevor er voll in der Kreation gelandet ist.
Fünf Jahre arbeitete der Berner als Texter bei McCann Erickson in Zürich. Fünf weitere «tolle Jahre in der Hochblüte» bei Aebi und Partner. Dann wechselte Denecke zu Reini Weber in die GGK nach Basel. Zuerst wirkte er dort als CD, später als Geschäftsführer, als Aloys Hirzel die GGK 1991 aufkaufte.
Nach diversen Zwischenspielen mit neuen Besitzern hat Denecke 1994 schliesslich mit einem Management Buyout in Basel selber die Mehrheit übernommen. Innerhalb weniger Jahre schaffte er den Turnaround und hat das Einkommen von unter drei Millionen wieder auf über zehn bringen können. In dieser Zeit ist IBM als Neukunde europaweit dazugekommen, Cash wurde gewonnen, Canon geholt, und VW hat man behalten können. Im Zug dieser Erfolge ist GGK 1993 auch mit einer Agentur nach Bangkok expandiert – deshalb nach wie vor die beiden Wohnungen in Asien.
Unter zahlreichen Preisen erinnert sich Denecke gerne an einen silbernen Löwen in Cannes für jenen Cash-Film mit den sechs von zehn das Wirtschaftsblatt lesenden Managern, die auf dem Klo sitzen bleiben, sowie an Gold in New York für den Cash-Spot mit Columbus und dem weisen Indianer.
Im Jahr 1998 hat Denecke seine Anteile der GGK an Lowe in Zürich verkauft. Nach einem knapp fünfjährigen Earn-out ist er 2002 dort ganz ausgestiegen.
An Scholz & Friends lockt ihn jetzt, dass er mit dieser jungen Niederlassung «etwas aufbauen» kann. Den neuen Geschäftsführer und CD hat «die mutige Art gereizt», dass das Network entschieden hat, es in Zürich mit der eigenen Entwicklung einer kleinen Agentur zu versuchen. «Man wollte nicht einfach etwas Fertiges aufkaufen und das Schild auswechseln.»
Scholz & Friends Zürich will «nicht rasend schnell wachsen». Mit guten Kunden, die zur Agentur passen, soll «ein langsames, dafür qualitativ besseres» Entwicklungstempo angeschlagen werden. Martin Denecke sieht die Möglichkeit, den «überschaubaren Laden» beim Pitchen trotzdem wie eine Grossagentur auftreten zu lassen. «Wir können eine Zusammenarbeit anbieten wie eine inhabergeführte Agentur, diese Qualität aber ergänzt mit einem starken Netz.» Scholz & Friends Zürich darf in Sachen Strategie, Services und Research voll auf «eines der kreativsten und das sowohl grösste wie einzige deutsche Netzwerk in Europa» bauen.
Andreas Panzeri
Martin Denecke hat seinen Einstieg in die Werbung mit einem Volontariat bei Jäggi in Bern gefunden, nachdem er einen Monat vor der Matur sich bereits reif für etwas mehr Schöpferisches befand. Die Schulbank hat er später trotzdem noch einmal für den Werbeassistenten sowie eine kaufmännische Ausbildung gedrückt, bevor er voll in der Kreation gelandet ist.
Fünf Jahre arbeitete der Berner als Texter bei McCann Erickson in Zürich. Fünf weitere «tolle Jahre in der Hochblüte» bei Aebi und Partner. Dann wechselte Denecke zu Reini Weber in die GGK nach Basel. Zuerst wirkte er dort als CD, später als Geschäftsführer, als Aloys Hirzel die GGK 1991 aufkaufte.
Nach diversen Zwischenspielen mit neuen Besitzern hat Denecke 1994 schliesslich mit einem Management Buyout in Basel selber die Mehrheit übernommen. Innerhalb weniger Jahre schaffte er den Turnaround und hat das Einkommen von unter drei Millionen wieder auf über zehn bringen können. In dieser Zeit ist IBM als Neukunde europaweit dazugekommen, Cash wurde gewonnen, Canon geholt, und VW hat man behalten können. Im Zug dieser Erfolge ist GGK 1993 auch mit einer Agentur nach Bangkok expandiert – deshalb nach wie vor die beiden Wohnungen in Asien.
Unter zahlreichen Preisen erinnert sich Denecke gerne an einen silbernen Löwen in Cannes für jenen Cash-Film mit den sechs von zehn das Wirtschaftsblatt lesenden Managern, die auf dem Klo sitzen bleiben, sowie an Gold in New York für den Cash-Spot mit Columbus und dem weisen Indianer.
Im Jahr 1998 hat Denecke seine Anteile der GGK an Lowe in Zürich verkauft. Nach einem knapp fünfjährigen Earn-out ist er 2002 dort ganz ausgestiegen.
An Scholz & Friends lockt ihn jetzt, dass er mit dieser jungen Niederlassung «etwas aufbauen» kann. Den neuen Geschäftsführer und CD hat «die mutige Art gereizt», dass das Network entschieden hat, es in Zürich mit der eigenen Entwicklung einer kleinen Agentur zu versuchen. «Man wollte nicht einfach etwas Fertiges aufkaufen und das Schild auswechseln.»
Scholz & Friends Zürich will «nicht rasend schnell wachsen». Mit guten Kunden, die zur Agentur passen, soll «ein langsames, dafür qualitativ besseres» Entwicklungstempo angeschlagen werden. Martin Denecke sieht die Möglichkeit, den «überschaubaren Laden» beim Pitchen trotzdem wie eine Grossagentur auftreten zu lassen. «Wir können eine Zusammenarbeit anbieten wie eine inhabergeführte Agentur, diese Qualität aber ergänzt mit einem starken Netz.» Scholz & Friends Zürich darf in Sachen Strategie, Services und Research voll auf «eines der kreativsten und das sowohl grösste wie einzige deutsche Netzwerk in Europa» bauen.
Andreas Panzeri
