Ernsthafter Anlauf zur Paarbildung

Forschung Die Finanzierung des MMXI-Internet-panels läuft Ende Jahr aus. SRG und Wemf führen Gespräche über künftige Kooperationsmodelle.

Forschung Die Finanzierung des MMXI-Internet-panels läuft Ende Jahr aus. SRG und Wemf führen Gespräche über künftige Kooperationsmodelle.Bisher läuft die Internetforschung in der Schweiz zweigleisig: Die Wemf zählt mit Net Audit die Besuche auf Websites und befragt für die Studie MA Comis rund 2000 Personen. MMXI Switzerland betreibt ein Panel plus die Konso-Studie mit über 40 000 Interviews. Nun wird der Fünfjahresvertrag zwischen den Geldgebern von MMXI per Ende Jahr erstmals kündbar. Hauptauftraggeber und Hauptinvestor ist der SRG-Forschungsdienst, weitere Investoren sind die SRG-Generaldirektion, die Publisuisse, Swiss TXT, IP Multimedia (Schweiz), Banner.ch, das Postportal Yellowworld.ch und die Espace Media Groupe. Diese haben die MMXI-Forschung seit 2001 jährlich mit 2,4 Millionen Franken finanziert.
Noch sind gemäss Manuel Dähler, Leiter des SRG-Forschungsdienstes, bisher keine Kündigungen eingegangen. Er bestätigt aber, dass derzeit intensiv über die Zukunft der Internetforschung in der Schweiz diskutiert wird. Die Federführung liegt bei ihm. «Wir sind daran, verschiedene Optionen ab 2006 zu evaluieren», sagt Dähler. Folgende Möglichkeiten stehen zur Diskussion: Man lässt die heutige Forschung (Panel) weiterlaufen, baut das bestehende System aus oder nimmt einen Wechsel vor. Eines steht gemäss Dähler fest: «Die Anforderungen an die Onlineforschung sind heute höher, als was das aktuelle Panel derzeit zu bieten vermag.» Geklärt werden muss zudem die Frage der künftigen Finanzierung.
Die Überlegungen in der Schweiz orientieren sich am Drei-Säulen-Modell der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (AGOF) in Deutschland (siehe Kasten). Folgt man diesem Modell, könnte sich bei der Internetforschung in der Schweiz ein Zusammengehen von MMXI Switzerland und Wemf anbahnen. Sowohl Dähler als auch Wemf-Direktor René Schmutz bestätigen Gespräche. «Wir reden miteinander», sagt Dähler. «Wir klären ab, ob wir zusammen etwas Gescheites auf die Beine stellen können», ergänzt Schmutz.
Lösung bis Mitte Jahr
Ein Zusammenlegen der MMXI-Daten mit jenen von Net Audit wäre technisch möglich, zudem sind beide Tools international recht etabliert. Auch verfügen sie in der Schweiz über ansehnliche Kundenzahlen. Und schliesslich ist Net Audit als zweite Säule des AGOF-Modells vorgesehen. Jedoch: Die MMXI-Daten passen nicht ins AGOF-Modell, weil sie aus einem Panel stammen und nicht aus einer On-site-Befragung. Die Chance, gleich eine internationale Währung mitzuentwickeln, wäre mit den MMXI-Daten also vertan.
Denkbar wäre deshalb auch eine Abkehr vom MMXI-Panel, das heute zu Nielsen/Netratings gehört, hin zu einer On-site-Befragung, wie sie die deutsche Firma Infratest anbietet. Damit würde man aber die fünfjährige History des MMXI-Panels opfern.
Noch wurde kein Entscheid gefällt. «Es gibt heute drei Systeme, die site- und userzentrische Daten miteinander verknüpfen», sagt Dähler. So haben die holländische Netstat, TNR Infratest sowie Nielsen/Netratings bei Dähler Offerten eingereicht. Dieser ist zuversichtlich, dass bis Mitte Jahr eine Lösung gefunden werden kann.
«Heute höhere Anforderungen»: Manuel Dähler, Leiter SRG-Forschungsdienst.
«Zusammen etwas Gescheites tun». René Schmutz, Wemf.
Das AGOF-ModellUm eine einheitliche Währung für die Online-Reichweite auf dem deutschen Markt etablieren zu können, baut die AGOF auf ein Drei-Säulen-Modell. Eine On-site-Befragung mittels Online-Fragebogen (user-centric) bildet die erste Säule, die Messung der Zugriffe auf Websites (site-centric) stellt die zweite und eine repräsentative Telefonbefragung die dritte Säule dar.
Jede dieser Säulen bildet für sich allein die Internetnutzung nur unvollständig ab: Die site-zentrische Messung identifiziert zwar die Rechner, von denen aus auf die Websites zugegriffen wird, nicht aber die einzelnen User. Die On-site-Befragung löst dieses Problem nur teilweise, von einigen Usern liefert sie aber soziodemografische Daten. Und die Telefonbefragung ergibt bloss summarische Erinnerungswerte, dazu aber soziodemografische Daten.
Erst durch das Zusammenspiel
aller drei Säulen sei die Ermittlung von Reichweiten- und Strukturdaten von Online-Werbeträgern möglich, heisst es deshalb auf www.agof.de. Und so geht man vor: Die Daten der On-site-Befragung und der technischen Messung werden abgeglichen und so jene Nutzer herausgefiltert, von denen Daten aus beiden Erhebungen vorliegen. Daraus werden so genannte «idealtypische Nutzerprofile» erstellt. Deren soziodemografische Daten lassen sich dann nach dem Ähnlichkeitsprinzip auf diejenigen Nutzer projizieren, von denen lediglich die technischen Daten vorhanden sind. All diese Informationen werden schliesslich dank der Telefonbefragung auf die Gesamtbevölkerung übertragen.
Markus Knöpfli

Stehen richtig verstehen

Aufgefallen Damit wir uns nicht falsch verstehen.

Getränke/Versicherungen Damit wir uns nicht falsch verstehen.Bei den abgebildeten Anzeigen geht es um nichts anderes als um eine Versicherung, die unser Vertrauen verdient sowie um das Versprechen, einen Sekt fürstlich geniessen zu können. Ein Texter mit Stil hat dazu die Schlagzeile gedichtet: «Eine Frau mit Stil wählt den Mann, der ihr am besten steht». Und ein anderer Texter hat formuliert: «Hält ihren Wünschen nicht mehr stand.» Stehvermögen – das zur Dame Passende beim Sekttrinken und ganz das allgemein Gemeinte beim Wunschdenken punkto Leistungsvermögen
bestimmter Versicherungsgruppen – ist vom AD visualisiert worden mit einem alten Mann, der nur noch sitzt, sowie mit zwei Sektgläsern, die liebreizend perlend aufrecht in die Höhe recken. Beim Mann steht: «Hält ihren Wünschen nicht mehr stand.»
«Trocken, extra trocken und brut» kann dieser Sekt genommen werden. Aber das soll hier nicht auch als Verführung zu zweideutigen Gedanken in eindeutiger Werbung ausgelegt werden.
(pan)

Hesskiss wirbt für die VZO

ÖV Die Zürcher Werbeagentur Hesskiss hat die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) als neuen Kunden in einer Konkurrenzpräsentation gewonnen.

ÖV Die Zürcher Werbeagentur Hesskiss hat die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) als neuen Kunden in einer Konkurrenzpräsentation gewonnen.Man arbeite bereits an verschiedenen Massnahmen zur Kundengewinnung und Imageprofilierung, so Hesskiss.

3-D-Plakate

Beat Holenstein, APG, Leiter Filiale Zürich/Key Account Management, über Sonderwünsche beim Plakataushang.

Beat Holenstein, APG, Leiter Filiale Zürich/Key Account Management, über Sonderwünsche beim Plakataushang.WW Sind Aktionen wie Jeans am Plakat anzukleben oder Musik vom Plakat abzuspielen im Zunehmen?Beat Holenstein Tendenziell stellen wir tatsächlich eine Zunahme von solchen Anfragen fest.
Welche gelungenen Beispiele sind Ihnen bekannt?
In guter Erinnerung sind Igora – «Spiegelplakate» für Alu-Recycling («So sehen Weltmeister aus»); Post – «Ohrenplakate» (Jugendkonto – Konto auf/Sound rein); Sportplausch Widder («Hängebauch-Plakat»); NZZ-Aboverkauf (Dispenser für Abobestellungen auf Plakate); Einführung von L+M (Zigaretten) mittels dreidimensionalen Halbkugeln und transparenten Plakaten; ZKB-Kontoeröffnungen (Formular auf Plakate geklebt zum Wegnehmen).
Gibt es auch problematische Wünsche?
Problematisch wird es immer dann, wenn die Sicherheit in Frage gestellt ist, zum Beispiel bei Verletzungsgefahr auf Grund hervorstehender Elemente, Unfallrisiko durch heruntergerissene Teile etc. Ebenso muss bei jeder Anfrage grundsätzlich auch die Machbarkeit überprüft werden (Gewichtsproblematik, Handling durch Afficheure). Es bestehen auch gewisse rechtliche Vorgaben, die einzuhalten sind.
Was halten Sie von der Wirkung solcher angereicherter Plakate?
Grundsätzlich sind solche speziell angefertigten Plakate, die meist nicht in grossen Mengen produziert oder in den Aushang gebracht werden, nur sinnvoll, wenn sie in eine «normale» Kampagne integriert sind und punktuell als Verstärkung zur Gesamtwirkung beitragen.
Musste APG schon eine Idee ablehnen?
Die APG ist für witzige und kreative Ideen empfänglich. Andererseits wird der Auftraggeber von den Mehrkosten, die vorwiegend in der Produktion entstehen, häufig überrascht und verzichtet schlussendlich darauf – dies auch, um die finanziellen Mittel in die Medialeistung der Basiskampagne zu investieren.
Wie verhält es sich mit den Kosten?
Die Kosten werden in der Regel nach Aufwand berechnet. Der grösste Kostenblock ist die Produktion, und bei der APG werden zusätzliche Kosten im Bereich Logistik (Personalaufwand etc.) verrechnet.
Interview: Andreas Panzeri

KBA übernimmt Grafitec

Druck Das Unternehmen Koenig & Bauer AG (KBA) kauft zusammen mit einer amerikanischen Investmentgesellschaft den tschechischen Druckmaschinenhersteller Grafitec.

Druck Das Unternehmen Koenig & Bauer AG (KBA) kauft zusammen mit einer amerikanischen Investmentgesellschaft den tschechischen Druckmaschinenhersteller Grafitec.Mit dieser Akquisition strebt KBA nach dem Wachstum auf dem Weltmarkt für mittel- und grossformatige Bogenoffsetmaschinen auch in der kleinen Formatklasse den Ausbau seiner Marktposition an.

Werbung, wo sie niemand erwartet

Ideen Die Kommunikationsprofis von Face finden immer wieder neue, noch nie da gewesene Möglichkeiten, um Werbebotschaften zielgruppengerecht und auffällig zu vermitteln.

Ideen Die Kommunikationsprofis von Face finden immer wieder neue, noch nie da gewesene Möglichkeiten, um Werbebotschaften zielgruppengerecht und auffällig zu vermitteln.Face ist damit der führende Schweizer Anbieter von Werbeflächen an ungewöhnlichen Orten: So lässt sich mit Face in Toiletten und Duschanlagen genauso treffend werben wie auf Bierdeckeln und in Pizzaschachteln. Den Beweis, dass Werbebotschaften an ungewöhnlichen Orten einfach mehr auffallen, tritt die Werbeagentur Ruf Lanz nun in einer tierisch heiteren Werbekampagne an: Tiere tragen dabei ihre Balz- oder eben Werbebotschaft an einem völlig anderen Ort als üblich. Als erstes Sujet bläht derzeit in der Werbefachpresse ein Frosch nicht wie gewohnt seine Backen zu mächtiger Grösse auf, sondern seine Oberarme. Weitere Sujets erscheinen demnächst.

Im Zweifel für das Prinzip Hoffnung

Werbemarkt Die Werbetrends-Studie zeigt: Die Budgets steigen und sinken 2005 in gleichem Mass.

Werbemarkt Die Werbetrends-Studie zeigt: Die Budgets steigen und sinken 2005 in gleichem Mass.
Herbeireden lässt sich der Aufschwung nicht. Das hat das vergangene Jahr deutlich gemacht. Entsprechend vorsichtig geben sich Werbeauftraggeber, Werbe- und Mediaagenturen mit ihren Prognosen für 2005. Besonders die Auftraggeber haben sich von der Hoffnung verabschiedet, dass in der zweiten Jahreshälfte alles besser wird.Gemäss der Werbetrends-Studie von Media Research Group und HandelsZeitung rechnen 50 Prozent der Auftraggeber im ersten Halbjahr mit einer leichten Zunahme des Gesamtwerbevolumens, 4,2 Prozent sogar mit einem starken Wachstum. Die Erwartungen für das zweite Halbjahr unterscheiden sich kaum davon: 51 Prozent sehen etwas mehr, 2,1 Prozent deutlich mehr Volumen voraus. Doch trotz der vorsichtigen Haltung ist die Stimmung nicht negativ. Eine leicht oder stark rückläufige Entwicklung erwarten nur gerade 9,3 Prozent der Auftraggeber für das erste und 12,5 Prozent für das zweite Semester.
Agenturen sind guter Dinge
Noch weniger Pessimismus kennen die Agenturen. Keine einzige erwartet einen starken Rückgang im laufenden Jahr. Für das erste Halbjahr prophezeien 8,5 Prozent leichte Einbussen, für das zweite wiederum niemand. 48,9 Prozent der Agenturen glauben an eine leichte Zunahme von Januar bis Juni, 61,7 Prozent rechnen mit einem leicht bis stark steigenden Werbevolumen von Juli bis Dezember.
Auch in Bezug auf ihren eigenen Budgetumsatz sind die Agenturen guter Dinge. Knapp zwei Drittel erwarten eine Zunahme. Dass der Umsatz schrumpfen könnte, glaubt keine einzige der befragten Werbeagenturen. Unter den Mediaagenturen finden sich immerhin 10,5 Prozent, die sich auf einen Rückgang einstellen.
Die Zuversicht der Agenturen wird durch die erwarteten Spendings der Kunden nur teilweise gestützt. Die Erhöhungen halten sich mit den Kürzungen die Waage: Je 25,2 Prozent der Auftraggeber steht für 2005 mehr respektive weniger Geld für Kommunikation zur Verfügung als im Vorjahr. Knapp die Hälfte verfügt über unveränderte Ressourcen.
Der Mehrjahresvergleich ergibt wiederum das Bild einer vorsichtig gewordenen Branche. Noch nie seit 2001 haben so wenige Auftraggeber ihre Etats erhöht. Es wird auch wieder mehr gekürzt als im vergangenen Jahr, wenn auch deutlich weniger als in den Krisenjahren 2002 und 2003. Der Anteil der Unternehmen, die beim bewährten Budget bleiben, ist so hoch wie nie.
Betrachtet man die einzelnen Branchen, fallen deutliche Unterschiede ins Auge. Nur bei IT/Telekommunikation und Freizeit/Tourismus halten sich Erhöhungen und Kürzungen mit je rund 30 Prozent die Waage. 2004 hatten in beiden Sektoren noch doppelt so viele Unternehmen investiert wie gekürzt.
Sehr werbefreudig zeigt sich der Gesundheitssektor. 40 Prozent der Unternehmen haben ihre Etats ausgebaut, nur 20 Prozent bauen ab. Im vergangenen Jahr hatten nur 18,2 Prozent mehr Geld zur Verfügung. Den letztjährigen Trend radikal umgekehrt haben Automobilindustrie und Verkehr. Traten damals 46,2 Prozent auf die Bremse, werden dieses Jahr gar keine Kürzungen vermeldet. Ein Fünftel gibt mehr aus, vier Fünftel belassen das Budget wie gehabt.
Dagegen werden beim Einzelhandel jetzt die Sparschweine gefüllt. 2004 lag der Sektor noch einsam an der Spitze mit 57,1 Prozent Erhöhungen und ohne jeden Abbau. Jetzt weist er mit 37,5 Prozent die grösste Zahl von Budgetkürzungen aus. Immerhin ein Viertel der befragten Unternehmen wollen aber die Werbeausgaben weiter ausbauen.
Den Titel des zurückhaltendsten Sektors verdienen sich Medien und Dienstleistungen. Keine einzige Firma, die an der Studie teilnahm, investiert 2005 mehr in Kommunikation als im Jahr zuvor. 14,3 Prozent bauen ab. In den Werbetrends 2004 wurde der Sektor nicht ausgewiesen.
Als ein Zeichen der Vorsicht lässt sich wohl auch interpretieren, dass die Auftraggeber dieses Jahr erstmals seit langem wieder mehr als die Hälfte (51%) ihrer Kommunikationsbudgets in klassische Werbung investieren. Dies geht stark zu Lasten der Direktwerbung, womit der letztjährige Trend sich umkehrt. Auch Messen und Public Relations müssen Einbussen hinnehmen.
Innerhalb der klassischen Werbung profitiert vor allem das Fernsehen. Sein Anteil am Mediamix der Auftraggeber wächst von 19,3 auf
22 Prozent. Leidtragende sind die Zeitschriften, deren Anteil um 2,9 Prozentpunkte auf 24,7 Prozent sinkt – und die Online-Medien, die von 5,8 auf 4,8 Prozent fallen. Dass diese Verschiebungen ebenfalls mit der aktuellen Konjunktur zu tun haben, lässt die Langzeitprognose der Auftraggeber vermuten. Im Jahr 2010 erwarten sie nämlich wieder weniger TV-Werbung im Mediamix (20,9 %). Dafür sagen sie der Internetwerbung ein Wachstum auf 7,5 Prozent voraus.
Gebeutelte ZeitungenDie Zeitungen, traditionell stärkste Mediengattung, verlieren dieses Jahr nur etwa einen halben Prozentpunkt. In den nächsen fünf Jahren sollen sie aber um 2,5 Punkte auf 30 Prozent sinken. Die Plakate, welche jetzt um 1,5 Punkte auf 10,8 Prozent zulegen, würden nach Einschätzung der Auftraggeber wieder auf 9,4 Prozent zurückgestutzt, während die Zeitschriften zwei Drittel ihrer Einbusse wieder wettmachen könnten. Die Radiowerbung bleibt heuer bei 3,5 Prozent stehen und wird bis 2010 nur 0,4 Punkte zulegen.
Präsentiert sich das Fernsehen als Gewinner im Mediamix, muss es sich im Ranking der Leadmedien für die wichtigsten Kommunikationsaufgaben mit dem zweiten Platz begnügen. Es verbesserte sich zwar um zwei Ränge, kam aber nicht an der neuen Nummer eins vorbei: der Pendlerzeitung. Die Sonntagspresse musste die Poleposition räumen und auf dem vierten Rang Platz nehmen. Die Tageszeitungen, die im vergangenen Jahr von der Spitze auf den sechsten Platz abgerutscht waren, sind nun wieder drittwichtigstes Medium. Ganz aus dem Ranking gefallen sind die Fachzeitschriften, 2003 noch Dritte. Dafür finden sich neu die E-Boards auf dem fünften Platz.
Unter der LupeFür die Werbetrends-Studie 2005 wurden die Kommunikationsverantwortlichen der 500 werbeintensivsten Schweizer Unternehmen sowie 60 Werbe- und 25 Mediaagenturen angefragt. Während sich auf Auftraggeberseite 35,5% an der Umfrage beteiligten, betrug der Rücklauf bei den Werbeagenturen 55% und bei den Mediaagenturen stolze 95%. Die Antworten wurden mittels Online-Fragebogen zwischen Mitte Januar und Mitte März 2005 erhoben. Durchgeführt wurde die Studie von der Media Research Group im Auftrag der HandelsZeitung.
Die jährlich erhobene Werbemarktstudie, die auch die Basisdaten für die Ermittlung der Werbetrends enthält, ist verfügbar auf www.mediaresearchgroup.ch. Auch Spezialauswertungen für Medienanbieter, Agenturen und Werbeauftraggeber sind erhältlich. (sm)
Stefano Monachesi

Mehr Werbeumsatz

Werbemarkt Die Schweizer Medien haben diesen Februar Werbeumsätze von 259 Millionen Franken verbucht.

Werbemarkt Die Schweizer Medien haben diesen Februar Werbeumsätze von 259 Millionen Franken verbucht.Gemäss dem Advertising Index Switzerland der Wemf sind das 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Am stärksten sind die Werbeausgaben der Branchen Finanzen/Versicherungen (+26,3%) und Wohnen/Haus (+26,2%) gewachsen. Ebenfalls deutlich mehr investiert haben Dienstleistungen (+15,5%), Kultur/Freizeit (+13,1%) und Kleider/Schuhe (+12,1%). Dagegen haben Bürobedarf
(-19,1%) und KMU (-12,4%) ihre Ausgaben stark zurückgefahren.

Gut genagelt, ADC

Awards Der deutsche ADC jurierte strenger und zeichnete nur noch «real existierende Qualität» aus.

Awards Der deutsche ADC jurierte strenger und zeichnete nur noch «real existierende Qualität» aus.
Auf die diesjährige ADC-Jury wartete viel Arbeit: Über 7000 Arbeiten – ein neuer Rekord – harrten ihres Urteils. Und das fiel zumeist klar härter aus. In jeder der 36 Kategorien gingen die 208 Juroren äusserst knauserig mit ihren Punkten um und kürten rund 25 Prozent weniger Gewinner als vergangenes Jahr. Offenbar steigen mit zunehmender kreativer Qualität auch die Erwartungen – 2004 schoss die deutsche Werbung im internationalen Kreativ-Ranking des Gunn-Report auf Platz vier. Jury-Chairman Fred Baader liess sich von der Erfolgsbilanz nicht beeindrucken und forderte «nicht nur Qualität, sondern real existierende Qualität». Damit wollte er den Gold-Ideen, die rein für die Award-Show kreiert werden, einen Riegel schieben.
Abräumer Springer & Jacoby
Mit Erfolg, wie die Liste der Edelmetallgewinner zeigt. Kein einziges Tattoo- oder Piercing-Studio, keine unbekannte Kneipe und ebenso
wenig findet sich ein Haarstudio darunter. Im Gegenteil: Die zehn Goldnägel gingen an Marken und Institutionen, die zum grössten Teil über die Landesgrenzen bekannt sind. Gleich alle fünf Goldnägel erhielt Springer & Jacoby in der Lieblingsdisziplin der deutschen Werber – die Automobilbranche – für zwei Mercedes-Benz und eine Smart-Kampagne. Damit schaffte S & J ein Comeback auf den ersten Platz der Top Ten, das ihr viele wegen des heiklen Generationenwechsels in der Führung nicht zutrauten. Wahre grafische Augenweiden setzten die Kreativen in der Strichkampagne «Von A nach B» für die G-Klasse um sowie im TV- und Kinospot «Sound des Sommers» für Cabriolets. Darin gleitet der Zuschauer durch Landschaften und Geräusche, die von oszillierenden Strichbalken, einem Equalizer gleich, geformt werden. Bei diesem Streifen waren sich Jury und Publikum einig, dass ihm weitere Medaillen an internationalen Wettbewerben sicher sind.
Eine Goldauszeichnung gab es auch für den Kinospot «Für Jungs, die damals schon Männer waren» von DDB Berlin, die Aufsteigeragentur des Jahres. Der Streifen, eine Testosteron-strotzende Hommage an den schnellen Arbeiter-Ferrari – VW Golf GTI –, wurde vom Publikum geradezu bejubelt. Auf das höchste Treppchen stieg auch die unkonventionelle und von der Berliner Agentur Heimat stammende TV-Spot-Reihe «Blixa Bargeld liest Hornbach» für die Baumarktkette, die auch gleich als «Auftraggeber des Jahres» ausgezeichnet wurde.
Erfolg für Jung von Matt
Jung von Matt blieb zwar der Goldnagel verwehrt. Dank den vielen Silberarbeiten wurde sie trotzdem zweiterfolgreichste Agentur am ADC. So zum Beispiel mit den Kinospots für den Energydrink K-fee, in denen schreiende Monster die Zuschauer aus der romantischen Bildstimmung reissen. Ebenso zu den schönsten, aber nur lokal einsetzbaren JvM-Arbeiten darf das Plakat für die Reisebürokette Tui gezählt werden, das die Berliner U-Bahn-Station «Unter den Linden» während der kalten Jahreszeit in «Unter den Palmen» umtaufte. Bei den Plakaten holte Scholz & Friends – erneut auf Platz vier – seinen einzigen Goldnagel für das erstklassige Motiv «Kent Nagano dirigiert Wagner» für das Festspielhaus Baden-Baden.
Kaum kühne Konzepte
Mutige und aussergewöhnliche Konzepte seien in der Kategorie Kommunikation im Raum/Events zwar nicht häufig gewesen. Trotzdem zeichnete die Jury gleich zwei temporäre Arbeiten mit Gold aus: eine Kunst- und Spendenaktion für eine minenfreie Welt, die Heine Lenz Zizka für die Hilfsorganisation Medico International mit einem virtuellen Minenfeld inszeniert hat sowie die Media-Installation und -Ausstellung «Illumination:Evolution» vom Naturmuseum Senckenberg, die das Atelier Markgraph konzipiert und medien- und publikumsstark umgesetzt hat.
Als allgemeinen Trend stellte Fred Baader fest, dass «die bei Kreativwettbewerben gern eingesetzte ‹brasilianische Kryptik› – der Hang zur reinen Visualität – im Codier- und Decodierstil nun ganz eindeutig zurückgegangen ist». Stattdessen waren erzählerische Formate, viel Gefühl und Humor im Aufwind.
Gold Plakate: Scholz & Friends für das Festspielhaus Baden-Baden.
Gold Kommunikation im Raum: «Minenfeld» von Heine Lenz Zizka für Medico International e. V.
Anzeigen Gold: Mercedes-Benz G-Klasse, «Von A nach B», von Springer & Jaoby.
Gold TV-Spots: «Blixa Bargeld liest Hornbach», von Heimat, Berlin, für Hornbach Baumarkt AG.
Gold TV- und Kinospots: «Sound des Sommers», Mercedes-Benz Cabriolets, von Springer & Jacoby.
Gold Kinospot: Volkswagen Golf GTI, «Für Jungs, die damals schon Männer waren», von DDB Berlin.
Luca Aloisi

Scheckkartengrosse Kamera

Digitalfotografie Ob in Silber, Weiss oder Schwarz: Die Coolpix S1 von Nikon ist für alle, für die eine Kamera erstens gut, zweitens schick und drittens sehr klein sein muss.

Digitalfotografie Ob in Silber, Weiss oder Schwarz: Die Coolpix S1 von Nikon ist für alle, für die eine Kamera erstens gut, zweitens schick und drittens sehr klein sein muss.Sie ist kaum grösser als eine Kreditkarte und mit 19,7 mm schlank genug für die Hemdtasche. Die Coolpix S1 versteht sich mit 5 Megapixeln, Dreifachzoom, ED-Linsen und vielen innovativen Funktionen nicht als neues Gadget, sondern als eine ernst zu nehmende, ausgewachsene Digitalkamera. www.nikon.ch

Agfa nach Neuausrichtung auf Wachstumskurs

Umsatz Agfa-Gevaert (Agfa) erzielte 2004 einen Umsatz von 3762 Millionen Euro, was einem Rückgang von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Umsatz Agfa-Gevaert (Agfa) erzielte 2004 einen Umsatz von 3762 Millionen Euro, was einem Rückgang von 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.Durch die Neuausrichtung auf die zwei Geschäftsbereiche Graphic Systems und HealthCare hofft Agfa weniger anfällig für Konjunkturschwankungen zu sein und profitabler zu werden. Der Bereich Graphic Systems verzeichnete einen Umsatz von 1673 Millionen Euro, eine Steigerung um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Produkte identifizieren sich

Verpackung Die RFID-Technologie ist noch zu teuer. Ohne Warteschlange einkaufen wird vorerst Vision bleiben.

Verpackung Die RFID-Technologie ist noch zu teuer. Ohne Warteschlange einkaufen wird vorerst Vision bleiben. Im Verpackungsbereich steht eine Ablösung bevor: Der aufgedruckte Bar- oder Strichcode könnte in nächster Zukunft durch eine neue Technologie ergänzt oder gar ersetzt werden. Die Rede ist von der Radio Frequency Identification – kurz RFID genannt.Begonnen hat alles in der Automobilindustrie: In den 90er-Jahren wurde die RFID-Technologie als Bestandteil der Wegfahrsperre eingesetzt. Dem Diebstahl von Kraftfahrzeugen sollte damit Einhalt geboten werden.
In Japan wurden letztes Jahr in einem Pilotversuch Schulrucksäcke von Schülern einer Grundschule mit RFID-Etiketten ausgestattet. Mit dem System, das noch im April 2005 in ausgebauter Version zum Einsatz kommen soll, können Eltern dank an Schuleingängen montierten RFID-Lesern immer dann eine Nachricht per E-Mail oder direkt auf ihr Mobiltelefon erhalten, wenn ihr Schützling in der Schule angekommen ist.
Jüngstes Beispiel: Die Ausweise der amerikanischen Regierung sollen bald die sichersten Reisepässe weltweit sein. Dazu wurden diese mit speziellen RFID-Inlays versehen, die unter anderem die viel diskutierten biometrische Daten enthalten können.
Erste Anwendungen Was haben diese drei Beispiele mit dem Verpackungsbereich zu tun? In der Praxis noch nicht sehr viel. Aber auch hier gibt es bereits Anwendungsmodelle. So liesse sich mit auf Verpackungen oder Produkten aufgebrachten RFID-Transpondern bzw. RFID-Tags zum Beispiel der Bezahlvorgang deutlich erleichtern – Warteschlangen an der Kasse könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Die Waren müssten nicht mehr auf das Rollband gelegt werden, sondern könnten dank der aufgebrachten Tags in einem Aufwasch erfasst werden.
Kein Wunder, interessiert sich der Einzelhandel für diese Technologie. Die weltweit führenden Unternehmen – angeführt durch die Metro Group in Europa und Walmart in den USA – forcieren derzeit die Transponder-Technologie. Dies aber noch aus einem anderen Grund: Mit RFID lassen sich nämlich auch die Prozesse innerhalb der gesamten Logistikkette verbessern. Im Vordergrund steht die Chip-Codierung von logistischen Einheiten wie Paletten oder andere Gebinde. Noch bevor die Ware vom Lastwagen ausgeladen ist, «weiss» der Empfänger bereits, was sich darauf befindet. Aber auch das Codieren der einzelnen Produkte mit RFID-Chips (Item-Tagging) ist teilweise schon gegenwärtig und soll auch ausgebaut werden.
Wieder beschreibbare RFID-Tags bieten gar die Möglichkeit, Informationen während der Prozessabläufe zu verändern oder zu löschen. Das erspart Druckkosten und die teure und zeitaufwändige Umetikettierung. Auf den Trägermaterialien können Daten zu Lagerdauer und zum Lagerplatz hinterlegt werden. Damit können die Produkte aber nicht nur identifiziert, sondern auch zeitlich und räumlich verfolgt und kontrolliert werden.
Nicht für Primärverpackungen
Durch den im RFID-Etikett integrierten Mikrochip wird dieses zum Minicomputer. Doch das mit RFID-Technologie ausgestattete Etikett hat seinen Preis: Wenn auch die Entwicklung der Stückpreise natürlich stark von den Kosten der Komponenten abhängt, gehen realistische Schätzungen von TransponderPreisen von 30 Cent bzw. rund 50 Rappen aus.
Obwohl die Fälschungssicherheit bei den Anbietern von Markenartikeln und in der Pharmaindustrie immer wieder thematisiert wird und das Kopieren Unmengen Geld kostet, kann man noch nicht von einem Durchbruch sprechen. Auch der Einsatz von RFID ist von der Packmittelindustrie noch weit entfernt. Gemäss Branchenkennern fehlt es an einem einheitlichen industriellen Standard. Zudem sind die RFID-Chips gegenwärtig noch zu teuer.
Daher lohnt es sich zurzeit nicht, einzelne Primärverpackungen mit RFID-Transpondern auszustatten. Was bei einer Palette durchaus Sinn macht, rechnet sich daher bei vielen Produkten des täglichen Bedarfs (noch) nicht.
Der Einzelhandel interessiert sich sehr für die RFID-Etiketten.
Für mehr Sicherheit bei Ausweiskontrollen: Biometrische Daten des Inhabers lassen sich auf einem Chip im Reisedokument speichern.
RFIDBei der RFID- oder auch Transponder-Technologie handelt es sich um eine berührungslose Datenübertragung auf Basis elektromagnetischer Wechselfelder. Ein RFID-Chip speichert dazu Informationen, die über Antennen übertragen werden können. Diese Informationen lassen sich von Lesegeräten erfassen und können anschliessend auch ausgewertet werden. Ähnlich wie bei dem bereits etablierten Barcode – auch bekannt als Strichcode – werden mittels RFID-Chip Informationen an Waren, Fahrzeugen oder bald auch Ausweisdokumenten (siehe rechts) angebracht und können ohne eine Sichtverbindung ausgelesen werden.
Die aufgebrachten Transponder werden auch als Tags bezeichnet. Sind mehrere Produkte in zum Beispiel einem Einkaufswagen, dann können diese dank der so genannten Pulk-Erfassung gar gleichzeitig identifiziert werden. Die Transponder-Technologie wurde in den 90er-Jahren zuerst als Wegfahrsperre eingesetzt und verhalf ihr zum Durchbruch. Heute werden Transponder bzw. RFID-Tags vielerorts z. B. beim Transport gefährlicher Güter verwendet.
US-Reisepässe mit RFID-Inlay Der deutsche Anbieter Giesecke & Devrient wird dieses Jahr mit der Produktion der «sichersten Reisepässe der Welt» beginnen. Die neuen Pässe für die US-Regierung besitzen einen integrierten Chip, der persönliche Daten des Passinhabers speichert. Die Umschläge der elektronischen Reisedokumente sind mit einem integrierten RFID-Inlay versehen. Über die Antenne kann der Chip mit einem Lesegerät kommunizieren, auf dem dann die gespeicherten Daten angezeigt werden.
Zudem lassen sich auf dem Chip verschiedene unverwechselbare Merkmale des Inhabers speichern. Diese biometrischen Daten, beispielsweise das Gesichtsbild oder der Fingerabdruck, können mit der gelieferten Technik schnell und einfach überprüft werden. Ende des ersten Quartals 2005 sollen die ersten elektronischen Pässe zunächst an Mitarbeiter der US-Regierung ausgegeben und im praktischen Einsatz getestet werden. (jf)
Jürgen Franck
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