Metzgerlehner macht Jogurt schmackhaft

Milchprodukte Metzgerlehner Worldwide Partners ist vom Molkereiunternehmen Emmi mit einem Teilbudget betraut worden.

Milchprodukte Metzgerlehner Worldwide Partners ist vom Molkereiunternehmen Emmi mit einem Teilbudget betraut worden.Die Agentur lanciert die neuen Premium-Jogurts von Emmi namens Création Yogourts. Ein TV-Spot wird in Kombination mit weiteren Massnahmen bereits Ende April zu sehen sein.

Der Link zur linken Presse

Kilian Gasser will mit seiner Werbeakquisition & Verlagsberatung noch mehr kommerzielle Inserate für die WoZ und auch Work verkaufen.

Kilian Gasser will mit seiner Werbeakquisition & Verlagsberatung noch mehr kommerzielle Inserate für die WoZ und auch Work verkaufen.Einem Direktor sei der Stumpen aus dem Mund gefallen, als er die WoZ auf dem Mediaplan für seine Imagekampagne entdeckte. «Mit dem muss ich leben können, wenn ich solche Titel verkaufe», meint Kilian Gasser. Nach dreijähriger Tätigkeit im Kollektiv der linken WochenZeitung hat sich der frühere Facts-Anzeigenleiter Anfang März mit seiner Kilian Gasser Werbeakquisition & Verlagsberatung selbstständig gemacht. Der Verlagsprofi wird weiterhin selbstständig für die WoZ sowie neu die Gewerkschaftszeitung Work die Inserate akquirieren. Dazu plant Gasser, auch «für sinnvolle Filmproduktionen» Sponsoringgelder zu generieren sowie ganz allgemein seine Dienste überall dort anzubieten, «wo eine Brücke zwischen Nonprofit-Institutionen und der kommerziellen Marketingwelt benötigt wird».
Als Selbstständiger hätte er einträglichere Produkte wählen können. «Aber zum Positionieren interessantere gibt es nicht.» Für den aus dem Kollektiv wieder ausgestiegenen Jungunternehmer ist es «eine der grössten Herausforderungen, die es im Inseratebereich gibt», für Titel, die eigentlich nicht kommerziell funktionieren, trotzdem eine kommerziell tragbare Basis zu schaffen.
Es war ein Wechsel «in ein total anderes System», als Gasser vor drei Jahren von Facts zur WoZ «ausgestiegen» ist. «Aber man kann nur gute Erfahrungen machen, wenn man Extremerfahrungen macht.»
Diese Lebenshaltung sei bei ihm erst im Berufsleben gereift. Kilian Gasser ist in einer bürgerlichen Familie in Altdorf aufgewachsen. Viel mehr als die Eishockeyspiele im nahen Ambri Piotta hätte es dort nicht zum Ausflippen gegeben. So ist der Urner vor 15 Jahren nach Zürich gezogen und fühlte sich hier bald einmal «von der Glamourwelt der Medien» angezogen. Marktforschung bei Media Focus, Anzeigenverkäufer bei der inzwischen eingestellten Werbezeitschrift Idée à jour und schliesslich vier erste Jahre als Gebietsvertreter bei Facts waren die Stationen. Dann reizte ihn der Abstecher in eine Werbeagentur. «Das war aber nicht meine Welt.» So folgten noch einmal zwei Jahre bei Facts, diesmal als Anzeigenleiter.
In all dieser Zeit wurde Gasser seine Arbeit «immer mehr zu einem qualitativen Anliegen». Er entwickelte eine Abwehrhaltung «gegen reinsten Kommerz», und als er die Einflüsse der Börse auch bei Facts immer mehr zu spüren glaubte, «blieb schliesslich fast nichts mehr anderes übrig als ein Wechsel zur WoZ».
Trotzdem gibt es für ihn kein klassisches Links und Rechts. «Wirtschaftlich bin ich nie gegen Markt gewesen, sonst wäre ich nicht zur WoZ und hätte dort versucht, die Zeitung näher zum Markt zu führen, damit sie überleben kann.»
Es war seine Motivation, auch für ein erklärt linkes Blatt kommerzielle Anzeigen verkaufen zu können. Das brauchte nicht nur Überzeugungsarbeit innerhalb der Redaktion. Auch bei den Kunden ging das nur «mit ganz kleinen Schrittchen». Trotzdem: In seinen drei Jahren beim Kollektiv hat es Gasser geschafft, den Anzeigenumsatz von 0 auf 150000 Franken Jahresumsatz hochzutreiben.
Es brauche viel Zeit, Medialeute mit einem qualitativ so hohen Verständnis zu finden, dass sie diese «brachliegenden Zielgruppen» bei der WoZ und inzwischen auch Work erkennen können. «Diese Leute konsumieren schliesslich auch.»
Ein gutes Argument findet Gasser auch, dass Kunden, die in solchen Titeln inserieren, «fast alleine sind und deshalb auffallen». Trotzdem sei die Hemmschwelle sehr gross, und er merke, «dass sehr oft bei Planungen nur 08/15-Grundsätze und Lösungen angewendet werden, weil das leichter vertretbar ist».
Sympathie zu zeigen und zugleich Werbewirkung zu erzielen, möchte er hier als Chance anbieten. Oft führe der Weg dazu aber eher direkt über einen politisch mitdenkenden Kunden als über die anonymen Statistiken der Mediaagenturen. Migros, Coop, Denner, Emmi, Swisscom, Post, Rivella oder Bluewin hat Gasser bis jetzt für die WoZ gewinnen können. «Interessant ist, dass jeder, der dazukommt, mithilft, beim anderen Hemmschwellen abzubauen.»
Fast noch schwieriger als für die WoZ sei der Inserateverkauf für die neue Gewerkschaftszeitung Work. Obwohl mit den 100000 Unia-Mitgliedern schätzungsweise 200000 Lesende einer sehr klar definierten Zielgruppe vorhanden sind. «Da gibt es fast keinen Streuverlust.»
Kilian Gasser reizt es, unterschiedliche Systeme kennen zu lernen. So wurde es für ihn auch klar, dass er nicht längerfristig fürs Mittun in einem genossenschaftlichen Kollektiv geschaffen ist. «Es war aber eine wertvolle Erfahrung.»
Er war der Erste, der nicht den Einheitslohn bezog. Mit dem besseren Gehalt als die Redaktion wollte die WoZ unbedingt einen im täglichen Wettbewerb dringend benötigten Anzeigenprofi anstellen. Gasser selber hat aber sein Privileg nach sechs Monaten abgeschafft.
Es ist auch nicht das Geld, welches ihn nun zur Firmengründung motiviert hat. Das war «ein logischer Schritt», denn in grossen Unternehmen «muss man ab einer gewissen Hierarchie nur noch irgendwelchen Leuten gefallen». Umgekehrt glaubt er auch nicht, dass eine reine Selbstverwaltung in dieser Grössenordnung wie bei der WoZ noch möglich ist. Er jedenfalls empfand sein Mitwirken im Kollektiv als zu wenig
effizient. «Man muss sich gut abgrenzen können, sonst läuft man als gutmütiger Vogel Gefahr, dass man zu viel macht und seinen eigentlichen Job vernachlässigt.» Mit der eigenen Firma will Gasser sich «konzentrierter und effizienter dem Anliegen widmen» – nämlich: mithelfen, dass Titel wie WoZ und Work fortbestehen können.
Kilian Gasser: Brückenbauer zwischen Nonprofit-Organisationen und kommerzieller Marketingwelt.
Andreas Panzeri

Warnung vor 20 Minuten

Aufgefallen Auf jene Volksverdummung, wie sie das Pendlerblatt exemplarisch betreibt, gibts nur eine Reaktion: die Gründung einer medienökologischen Bewegung – durch Journalisten.

Kolumne Auf jene Volksverdummung, wie sie das Pendlerblatt exemplarisch betreibt, gibts nur eine Reaktion: die Gründung einer medienökologischen Bewegung – durch Journalisten.Friedrich Nietzsche wunderte sich über die Dressierbarkeit des Menschen. Dabei kannte er 20 Minuten nicht.Stünde er heute an Gleis 6 des Luzerner Bahnhofs, den Interregio nach Zürich erwartend, sähe er: Die Dressur ist längst verinnerlicht, der postmoderne Mensch besorgt sie sich selbst. Joystick in der linken, Peitsche der Selbstzucht in der rechten Hand, eilt er durch glitzernde Ödnis; auf Schritt und Tritt angesprungen von Kauf-michs, prallen Hintern und Krieg-ist-Frieden-Slogans eilt er zu Gleis 6 und erkämpft sich – von kaltem Erledigungsfeuer angetrieben – seine 20 Minuten.
Interessantes Phänomen, dieses Gratisblatt. Seine Storys brechen ab, wo die Geschichten eigentlich begännen. Es ist voller Nachrichten, die keine sind. Vier Zeilen über einen Helikopterabsturz in Mexiko, in die Ecke geklebt, signalisieren: Hier erfährst du nichts, aber das wolltest du ja auch.
Tändelt ein Blick noch offen mit Verführung und dem Niederen in uns, so braucht 20 Minuten weder Nackedeis noch den heissen Affekt. Hier herrscht die schiere Simulation von Wirklichkeit. Ersatz. Erregung durch nichts. Eisiger Affekt.
Nur Minuten hinter Luzern wird das Produkt in Abfalleimer gestopft, auf den Boden geworfen, als Sitzschoner entsorgt. Manche tuns mit einer gewissen Heftigkeit. Angefixt, aber mit der Welt allein gelassen, werden sie am nächsten Morgen doch wieder gierig nach der neuen Ausgabe des Blattes greifen.
Klarer Fall von Umweltverschmutzung, äusserlich wie innerlich. Auf 20 Minuten und seinesgleichen müsste ein Aufdruck warnen: «Tötet Ihre Intelligenz.» Vor TV-Sendungen sollte die Einblendung stehen: «Gefährdet Ihre emotionale und geistige Gesundheit.» Internetprogrammen ziemte die Ankündigung: «Korrumpiert Ihre Libido.»
Wir Medienmacher reden ja nicht gerne über die Wirkung unserer Arbeit. Viele finden schon die Frage unzulässig. Nicht Medien fördern Gewalt, Dummheit, Vereinsamung, sagen sie; das tut die gesellschaftliche Realität.
Auch scheinen solche Produkte durch den Markt gesalbt. Was erfolgreich ist, muss richtig sein. Millionen können nicht irren. Da wirst du geholfen. Da wird dir gedacht.
Wird eben nicht. Das Realitätsargument wäre schlagender, kämen wir unserer uralten Aufgabe nach. Medien sollten die Welt und die darauf herrschenden Verhältnisse lesbar machen. Die Menschen in die Lage versetzen, ihre öffentlichen Dinge zu ordnen, Politiker zu wählen und zu kontrollieren. Medien sollten massenhaft Unterscheidung produzieren. Den Leser ermächtigen. Ihn unterhalten, Kant folgend: «Dummheit ist Mangel an Urteilskraft ohne Witz.»
Nun zeigt sich, dass Medien zunehmend Öffentlichkeit vernichten, statt sie herzustellen. Die Welt, wo sie erforschend gefügt werden müsste, in immer noch kleinere Stücke hauen. Massenhaft Analphabetismus produzieren und diesen als «fond de commerce» für neue Produkte nutzen. Schwer, uns einzugestehen: Auf unserer Dauerparty töten wir Sinn, Emotion, Bedeutung und Sprache, das Werkzeug unseres Bewusstseins. Wir sind zum treibenden Teil einer Verdummungsindustrie geworden.
Eine Leserin schreibt: «Ich kanns nicht mehr zusammenhalten, mich nicht mehr zusammennehmen. Alles zerfetzen, mich auflösen, alles vorbei dann. Burnout, die Epidemie unserer Zeit.» Kein Wunder, ziehen wir uns wachsende Feindschaft zu. Irgendwo, so hört man, sei dieser Tage
eine medienökologische Bewegung gegründet worden. Sie wolle den schonenden Umgang mit Emotionen und Intellekt erzwingen. Nachhaltigkeit der Information und mehr. In ihren Aktionsplänen stehen Blockaden, Boykotte und Überfälle, unter anderem aufs Luzerner Gleis 6.
Strategisch klug wäre, wir Medienmacher setzten uns an ihre Spitze.
> Oliver Fahrni ist freier Publizist. Bis 2001 war er stellvertretender Chefredaktor der Weltwoche und zuletzt Auslandschef der Hamburger Woche.

Holtzbrinck bringt 20 Cent ins Saarland

Zeitungen Die deutsche Verlagsgruppe Holtzbrinck lanciert eine zweite Ausgabe ihrer Billigzeitung 20 Cent.

Zeitungen Die deutsche Verlagsgruppe Holtzbrinck lanciert eine zweite Ausgabe ihrer Billigzeitung 20 Cent.Die Federführung dafür liegt bei der Saarbrücker Zeitung. 20 Cent Saar soll im ganzen Saarland erhältlich sein. Die Startauflage beträgt 50000 Exemplare, der tägliche Umfang 32 Seiten.

Der öffentliche Verkehr bringt auch die Werbung in Fahrt

Aussenwerbung Der öffentliche Verkehr wird in der Schweiz noch wenig als Werbeträger genutzt – obwohl das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr vorteilhaft ist.

Aussenwerbung Der öffentliche Verkehr wird in der Schweiz noch wenig als Werbeträger genutzt – obwohl das Preis-Leistungs-Verhältnis sehr vorteilhaft ist.
Ein Bus der Autobus AG Liestal fährt durchs Frenkental nach Reigoldswil. Auf dem öffentlichen Verkehrsmittel sticht der Schriftzug «Basellandschaftliche Zeitung» ins Auge, eine Werbebotschaft, die der Bus in die abgelegensten Dörfer des Kantons Basel-Landschaft trägt. Die Autobus AG Liestal ist vor genau hundert Jahren als Privatbetrieb mit 5 hochbeinigen Motorwagen gegründet worden. Heute ist sie mit 43 Autobussen der wichtigste öffentliche Verkehrsträger im Kanton Basel-Landschaft. «Die Werbung auf den Fahrzeugen und in den Wagen bringt uns 250000 Franken im Jahr», sagt Hansruedi Bieri, Direktor des Betriebes, der auch im hundertsten Jahr seiner Existenz als Privatunternehmen wirtschaftet. Namentlich für lokale Firmen sind die Fahrzeuge der Autobus AG Liestal zu beliebten Werbeträgern geworden; denn praktisch alle Bewohner der Region nutzen die im öffentlichen Verkehr eingesetzten Fahrzeuge oder sehen sie vorbeifahren. APG Traffic als Marktleader
Werbung auf öffentlichen Verkehrsmitteln gibt es schon seit rund neunzig Jahren. Marktleader des immer noch verkannten Werbesegments ist die APG Traffic, ein Unternehmen der Allgemeinen Plakatgesellschaft (APG), die wiederum zur Affichage Holding gehört (siehe Kasten).
APG Traffic bestückt nicht weniger als 3600 Busse, Trams und Trolleys im Lande mit Werbung. Gemäss Stiftung Werbestatistik Schweiz generierte das Werbesegment Verkehrsmittel im Jahr 2003 einen Umsatz von rund 35 Millionen Franken. 110 Verkehrsbetriebe kooperieren mit dem Unternehmen, das zusammen mit APG mit 18 Filialen in allen Landesteilen nahe beim Markt operiert. Motto: «Wir bringen Ihre Werbung in Fahrt.»
Mehr als 90 Prozent aller Schweizer Verkehrsbetriebe haben APG Traffic als exklusiven Vertragspartner ausgewählt, darunter PostAuto Schweiz, die Verkehrsbetriebe grosser Städte wie Bern und Lausanne ebenso wie kleine lokale Transportunternehmer. Individuelle, lokal abgestimmte Lösungen sind Trumpf: Der Ortsbus Klosters zum Beispiel wird von APG Traffic in Chur betreut, die Autobus AG Liestal vom Büro in Basel. «Wir wollen, dass die Werbung auf unseren Bussen mit der Region in Verbindung steht», sagt Hansrudi Bieri von der Liestaler Autobus AG, «für lokale Firmen, oder die Basellandschftliche Zeitung werben wir gerne; eine Zigarettenreklame auf unseren Bussen kommt nicht in Frage.» Dank der Zusammenarbeit mit APG Traffic tragen die Busse jedoch auch die Botschaften nationaler Werbekampagnen über das 111 Kilometer lange Streckennetz, das sich vom Drehkreuz Liestal bis Basel, Rheinfelden und Lausen über eine kaufkräftige Region erstreckt.
Werbung im Verkehrsmittel …
Tag für Tag befördern die schweizerischen Trams, Busse, S-Bahnen und Postautos rund 4,1 Millionen Personen, davon rund die Hälfte im Nahverkehr in den grossen Agglomerationen. Wie eine Studie des Bundesamtes für Statistik belegt, sind 90 Prozent der Bevölkerung täglich im Schweizer Verkehrssystem unterwegs, einem der besten und dichtesten weltweit. Auch wenn die Fahrgäste in den Städten im Schnitt pro Fahrt nur wenige Minuten in den öffentlichen Verkehrsmitteln verweilen, bleibt genügend Zeit, um Werbebotschaften aufzunehmen.
Das Potenzial für Werbung in Verkehrsmitteln ist hoch. Am Beispiel der Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) lässt sich nach einer Studie von 2003 zeigen, welche Kaufkraft sich in den Trams und Bussen versammelt. 41 Prozent der Passagiere verfügen über ein Haushalteinkommen von 4000 bis 8000 Franken, 25 Prozent liegen darüber. Die Hälfte der Fahrgäste ist gut bis sehr gut ausgebildet.
Klassiker der Werbung im Wageninneren ist der Hängekarton, ein seit Jahrzehnten verwendetes System, das bei minimalen Kosten eine maximale Reichweite erzielt. Ein gesamtschweizerischer Aushang mit rund 6200 Hängekartons während einer Woche kostet 68000 Franken und schafft gemäss Unterlagen der APG Traffic 28,7 Millionen Kontakte. Der Preis pro Kontakt ist in den Printmedien doppelt oder dreimal so hoch; doch lassen sich die beiden Werbeformen nicht exakt vergleichen.
Hängekartons mit Dispensern für Prospekte oder Antwortkarten sind ein weiteres beliebtes Werbemittel für Bus und Tram. Fenstertransparente aus bedruckter Klarsichtfolie gewinnen an Terrain, obwohl dieses Werbemittel zuweilen von Fahrgästen als störend empfunden wird. Ein Aushang dieser Transparente dauert im Schnitt vier Wochen, was 30 Franken pro Transparent kostet.
… und an den Aussenflächen
Unübersehbar ist die Werbung auf Aussenflächen der Verkehrsmittel. Am Dach montierte Seiten- oder Hecktafeln sowie Heckscheibenfolien posaunen die kompakten Werbebotschaften aus; oft nur das Logo der Firma, eine Telefonnummer, eine Webadresse und vielleicht noch ein kurzer Spruch.
Umstrittener sind die grossflächigen bedruckten Folien, welche zum Teil auch die Fenster bedecken und die Sicht nach aussen beeinträchtigen. Die so genannten Traffic Boards werden in der Regel für ein ganzes Jahr gebucht, was von 4000 bis zu 12500 Franken kostet. Das Jumbo-Design schliesslich, eine Bemalung, welche den ganzen Bus umfasst, hat einen hohen Werbeeffekt, wird aber je nach Gestaltung nicht selten als hässlich empfunden. Mietverträge für derartige Werbevehikel laufen in der Regel über ein Jahr und kosten zwischen 20000 und 120000 Franken; die Produktion der Werbung nicht eingerechnet.
Die Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln erzielt grosse Reichweiten und hohe Kontaktwerte zu teilweise konkurrenzlos günstigen Preisen. In den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) konnten Wochenreichweiten für Aussenflächen von 95 Prozent auf dem Gebiet der Stadt eruiert werden; für Werbeflächen im Innern der Wagen immerhin 74 Prozent. Eine neue Studie von VBZ und APG ergab, dass rund die Hälfte der Fahrgäste die Werbung in und an öffentlichen Verkehrsmitteln häufig beachten. 44 Prozent bedienen sich öfter mit Flyern und Prospekten. 67 Prozent der Befragten erinnerten sich an ein Lehrstellenplakat und 65 Prozent an die Werbung für ein Rockkonzert.
Hohes Kontaktpotenzial: Den öffentlichen Agglomerationsverkehr nutzen rund zwei Millionen Menschen pro Tag.
Rückendeckung: Heckfolien oder Traffic Boards setzen – gelungene Gestaltung vorausgesetzt – ein starkes Werbesignal.
Hängekartons: Ein Schweizer Aushang während einer Woche bringt 28,7 Millionen Kontakte.
Blickfang: Fenstertransparente aus bedruckter Klarsichtfolie.
Heckfolie: Die VBZ zeigen Muskeln in eigener Sache.
Affichage Holding – die Mutter von APG TrafficDie Affichage Holding SA, Genf, setzte im Jahr 2004 insgesamt 300,23 Millionen Franken um, 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Inlandanteil des Verkaufserlöses lag bei 89,3 Prozent, der Auslandumsatz machte 10,7 Prozent aus. Das Konzernergebnis stieg um 5,1 Prozent auf 20,1 Millionen Franken. Affichage ist Marktführer in der Schweiz und in Zentraleuropa zusammen mit JCDecaux.
Die Holding umfasst die Segmente APG, Europlakat International, Spezialgeschäfte und Beteiligungen. Die in Aarau domizilierte APG Traffic ist eine Organisationseinheit der APG. Nach einer Periode der Stagnation erholt sich das Geschäft mit der Aussenwerbung und die Umsätze legen zu.
Werner Catrina

Sparen mit FCBLK

Banken Nach einer Konkurrenzpräsentation hat die Neue Aargauer Bank (NAB) die Walliseller Agentur FCB Leutenegger Krüll mit ihrem Etat betraut.

Banken Nach einer Konkurrenzpräsentation hat die Neue Aargauer Bank (NAB) die Walliseller Agentur FCB Leutenegger Krüll mit ihrem Etat betraut.Neben den klassischen Werbeaufgaben umfasst das Mandat die Bereiche Verkaufsförderung und Publikationen. Für konkrete Angaben zu den Massnahmen sei es noch zu früh, so Agenturchef Peter Leutenegger.

Dildo über der A1

Shoppingcenter Weber Harbeke setzt für die Autobahnraststätte Würenlos im Wortsinn auf Signalwirkung.

Shoppingcenter Weber Harbeke setzt für die Autobahnraststätte Würenlos im Wortsinn auf Signalwirkung.Was das Matterhorn für das Wallis oder die Kappellbrücke für Luzern ist die Autobahnraststätte Würenlos für die Autobahn A 1. Jeder, der schon mal im Auto nach Zürich gefahren ist, kennt den markanten Bau über der sechsspurigen Fahrbahn. Das Shoppingcenter in Würenlos ist mit dieser Bekanntheit wohl auch nicht zufällig das einzige Einkaufsparadies mit einem Übernamen. Noch nicht jedem, der mit 100 Stundenkilometern unter dem «Fressbalken» durchfährt, dürfte aber bekannt sein, dass in diesem frisch renovierten Center neben den zwei Restaurants neu auch mehr als 20 Geschäfte auf Kunden warten. Vollgas nach Wartefrist
Das will jetzt die Zürcher Agentur Weber Harbeke mit einer witzig geratenen Kampagne ändern. Nach dem Pitcherfolg Anfang März lieferte Weber Harbeke bereits an Ostern die erste Arbeit für ihren neuen Kunden Autobahnraststätte Würenlos. «Wir wussten, dass etwas kommen könnte. Weil es Verzögerungen beim Umbau gegeben hat, musste die Werbung aber warten. Und dann sollte es plötzlich schnell gehen …» Für CD Thomas Harbeke war deshalb sofort klar, dass seine Ideen «schnell realisierbar» sein mussten.
Willkommener Nebeneffekt dieser Arbeitsweise: Die Sujets werden auch sehr schnell verstanden. Dass sich ein Halt in Würenlos nun nicht mehr nur zum Essen, sondern auch zum Einkaufen lohnt, dramatisiert die Kampagne von Weber Harbeke auf plakative Weise. Dabei wurde das allseits bekannte Autobahn-strassensignal überraschend verändert: Die Einkaufsbrücke ist durch Artikel aus dem Angebot der Raststättenmieter ersetzt. So kann mit einer Kampagnenidee die breite Palette von Angeboten kommuniziert werden. Wer erwartet denn schon, dass er unterwegs auf der Autobahn bequem Produkte von Migros, Beate Uhse, Herren Globus oder Lolipop kaufen kann?
Nach ihrem Umbau im vergangenen Jahr ist Würenlos auch die grösste Shoppingraststätte der Schweiz. Auf zwei Etagen bietet sie ein umfassendes Angebot an Waren und Dienstleistungen. Ziel der Kampagne ist also der Beweis des vielfältigen Angebots im Gastronomie- und Detailhandelsbereich. «Die Bekanntheit des Centers ist vorhanden. Nicht das Image, sondern die konkreten neuen Angebote sollten deshalb vermittelt werden», erklärt Harbeke. Aus dem Wissensziel soll nun ein Verhaltensziel werden.
Das Budget war nicht besonders gross. Die Werbung muss aber eine sehr weit fahrende Zielgruppe abdecken. «Das Zielpublikum sind alle, die dort unten durchfahren.»
Gemeinschaftsauftritt zum Start
Auftakt der Kampagne war ein ganzseitiges Inserat in der SonntagsZeitung an Ostern, auf welchem alle 25 Geschäfte und Dienstleister der Autobahnraststätte Würenlos ihren Auftritt haben. «Es schien uns eindrücklich, mit einer solchen Zusammenfassung zuerst einmal zu
demonstrieren, was es in Würenlos alles gibt.» Weitergeführt «zum Erinnern» wird die Kampagne in den kommenden Monaten mit ausgewählten Sujets im Blick. Auch hier ist die Brücke durch Artikel aus dem reichhaltigen Angebot der Raststättenmieter ersetzt.
Weber Harbeke hat vielschichtige Erfahrungen in Kampagnen für den Detailhandel. Jahrelang hat die Agentur den Nonfood-Auftritt für die Migros gestaltet.
Einkaufsparadies ob der Autobahn: Weber Harbeke demonstriert, dass es in Würenlos fast alles zu kaufen und zu essen gibt.
Andreas Panzeri

Trends & ein Cannes-Ticket

Mit Spannung erwartete die Branche zum Frühlingsanfang die Werbetrendstudie der HandelsZeitung.

Mit Spannung erwartete die Branche zum Frühlingsanfang die Werbetrendstudie der HandelsZeitung.Angemeldet zur Präsentation vor Ostern hatten sich über 650 Gäste. Zum Glück kamen nur knapp 500 – die Lokalität war auch so voll genug. Dieses Feedback lässt wohl manchen Verlagsstrategen vor Neid erblassen. Vielleicht lohnt es sich also, ein bisschen zu schürfen nach den Gründen solchen Erfolgs.Nullo (i. e. selbstverständlich): Nebst grosszügigem Getränke- und Häppchenangebot wartet man jährlich mit überraschenden Referenten auf.
Primo: Seit ich als Shortlistautor den Werbetrendstudien-Anlass besuche, also etwas mehr als fünf Jahre, sind abgesehen von kleineren Fluktuationen die rund 500 Gäste grosso modo dieselben geblieben. Obwohl sie mittlerweile sicherlich Arbeitgeber, Position in der Hierarchie und Höhe des Einkommens teils massiv und mehrmals verbessert haben. Die meisten davon jedenfalls. Und somit potentere Kunden wurden.
Secundo: Das zeugt von konsequenter Arbeit an der Beziehungsdatenbank der Organisatoren. Die verteilte Teilnehmerliste war denn auch Inbegriff eines Szenen-Who-is-who samt Arbeitgeber und dessen Postleitzahl. Bester Stoff jedenfalls. Dass so aktuelle Daten in unserer konkurrenzgeprägten Branche öfters preisgegeben werden, erstaunt mich immer wieder.
Tertio: And finally it’s a personal business!
Trends wurden auch andernorts gesetzt: Je länger, desto mehr Substanz gewinnt der von Keystone lancierte Cannes-Open-Wettbewerb. Er ging zum fünften Mal übers Werbeparkett. Mitmachen dürfen Jungkreative, Definition siehe Box auf Seite 22. Weitere Bedingung ist, dass die Arbeit mit dem jeweiligen Kunden abgesprochen ist und mindestens einmal geschaltet wird. Sonst würde das Sujet die Cannes-Eingabekriterien nicht erfüllen – die Teilnahme an der Werbe-WM ist Teil des Siegespreises. Ebenso gehört ein Hotel-Arrangement an der Côte inklusive Festivalpass dazu.
Plakativität sei eines der gewichtigsten Auswahlkriterien gewesen, sagte Jurorin Simone Fennel bei der Preisübergabe. Und diesbezüglich stellte das prämierte Adidas-Motiv von Nina Rentschler und Björn Burkhard tatsächlich die anderen Arbeiten in den Schatten (siehe auch Seite 8). Das Sujet ist universell und wirkt auf einer halben Zeitungsseite ebenso wie auf einem Megaposter oder in einer Anflugschneise in Gras geschnitten.
Die Jurierung sei eine heisse Sache gewesen, hörte man. Im Dachstock des Keystone-Geschäftssitzes herrschen schon in der Frühlingssonne hohe Temperaturen, was man auch abends noch merkte. Die kleine Einstimmung kam den Jungkreativen gerade recht – ähnlich feucht-heisse Verhältnisse haben sie in Cannes zu erwarten.
Respekt zollen muss man allen Teams des Cannes Open. Was hier aus den Keystone-Stockbildern herausgeholt wurde, war hochprofessionell und teils auch aufreizend clever. Dass dabei die Beherrschung der Bildkomposition via Photoshop Pflicht ist, wurde auch bei der Auflösung der auf die Shortlist gesetzten Sujets in deren Einzelbilder gezeigt. Aha!
Beat Fritschbegab sich letzte Woche mit frühlingshaft spriessender Bartpracht ins Lakeside Casino Zürichhorn zur Präsentation der Werbetrendstudie 2005 der HandelsZeitung. Ihm gleich taten es fast weitere 500 (!) Werber und Marketingleute, die wissen wollten, ob der Daumen für dieses Jahr nach oben oder unten zeigt.
Trendy wars auch am Keystone Cannes Open. Jungkreative – das sind per definitionem Keystone die unter Dreissigjährigen – reichten im Wettbewerb um ein Ticket nach Cannes diverse Arbeiten ein. Allesamt sehenswert und alle nur mit Bildern aus dem Keystone-Stock – und natürlich viel Fantasie und Kreativität – erarbeitet.

Imagefilm für Hallwag Kümmerly + Frey

Corporate Identity Drei Jahre nach der Zusammenführung der Kartenverlage Hallwag und Kümmerly + Frey produziert das Unternehmen seinen ersten Imagefilm.

Corporate Identity Drei Jahre nach der Zusammenführung der Kartenverlage Hallwag und Kümmerly + Frey produziert das Unternehmen seinen ersten Imagefilm.Für die Herstellung ist Allcomm Productions in Allschwil verantwortlich. Im Film werden verschiedene Karten in Nahaufnahmen auf menschlichen Körpern gezeigt. Eine Kamerafahrt über den Körper führt zu wichtigen Destinationen in der Schweiz und auf der Welt. Von dort aus geht der Film in Realbilder über, um den Verlag vorzustellen.

Schönling in der Schnupperlehre

Aufgefallen Düfte setzen sich bekanntlich tief in unserem Unterbewusstsein fest.

Lingerie Düfte setzen sich bekanntlich tief in unserem Unterbewusstsein fest.So tief, dass wir uns oberflächlich gar nicht mehr an ihre Erstbekanntschaft erinnern. Erst wenn wir sie wieder riechen, machts click. Nicht klicken tuts hingegen bei dieser Anzeige. Denn weder erfährt man auf www.lejaby.com mehr über die Geschichte des «verschnupften» Beaus, noch wird klar, warum sein Erinnerungsduft den Verkauf dieser Lingerie ankurbeln sollte. Was hier provoziert wird, ist die Lust, die Waschmaschine einzuschalten und genügend Omo, Persil und wie sie alle heissen dazuzugiessen. Hauptsache es duftet nachher blütenfrisch. (ck)

Bodin juriert für Clio

Awards Die Schweiz wird dieses Jahr durch Frank Bodin in der Jury der Clio Awards vertreten.

Awards Die Schweiz wird dieses Jahr durch Frank Bodin in der Jury der Clio Awards vertreten.Der Chairman von Euro RSCG beurteilt die Eingaben in der Kategorie Print & Poster. Die Jurierung des US-Kreativwettbewerbs findet in der kommenden Woche in Santa Fe statt, die Preise werden am 24. Mai verliehen.

Schweizer Ideen für Brasilien

Corporate Design CSD Geoklock, das führende Unternehmen Brasiliens für Umweltgeologie und -engineering, gibt sich zu seinem 25-jährigen Bestehen eine neue Firmenstruktur.

Corporate Design CSD Geoklock, das führende Unternehmen Brasiliens für Umweltgeologie und -engineering, gibt sich zu seinem 25-jährigen Bestehen eine neue Firmenstruktur.Das Unternehmen wird von einem Direktor aus der Schweiz geleitet. Umgekehrt betreibt der Brasilianer Domenico Pereira in Bern die Werbeagentur Push’n’Pull Communication. Diese wiederum hat auch einen Ableger in São Paulo. «Nahe liegend» auch in der Ferne deshalb, dass Pereira für CSD die neue Corporate Identity gestalten durfte. Das Unternehmen im Bereich Umwelt ist zurzeit mit der Sanierung der brasiliani-schen Nordküste beschäftigt. Push’n’Pull Communication in Bern arbeitet als Fullservice-Agentur mit sechs Mitarbeitenden auch für Kunden wie Novartis, Billag oder Hotel Ambassador sowie für das Bundesamt für Gesundheit.
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