Wein mit nüchternem Auftritt

Messen Die Nüssli Special Events setzt mit der Wein 05 in Zürich neue Akzente in der Weinkommunikation.

Messen Die Nüssli Special Events setzt mit der Wein 05 in Zürich neue Akzente in der Weinkommunikation.In der Weinkommunikation sind in der Regel kaum innovative Ansätze auszumachen. Publikumsmessen etwa funktionieren nach altbackenen Mustern. Nun will Nüssli auch in der Weinkommunikation neue Akzente setzen. Die Nüssli Special Events Ltd. hat an der Expo.02 die Arteplage Murten mit dem Monolith von Jean Nouvel realisiert und hilft mit, die ausgelagerte Art Basel Miami Beach zu entwickeln und zu lancieren. An der Messe Wein 05 in Zürich will der inzwischen weltweit erfolgreiche Ausstellungsmacher Weine ähnlich in Szene setzen wie Kunstwerke in einer Galerie.Traditionelle Weinmessen gleichen Automobilsalons. Selbst die attraktiven Hostessen fehlen nicht. An der Vinitaly in Verona oder der Prowein in Düsseldorf etwa versuchen sich die grossen Produzenten und Händler gegenseitig mit noch mehr Prunk zu übertrumpfen. Futuristische, raumschiffähnliche Degustationsplattformen oder vornehme Lounges aus Tropenholz und Glas sollen potenzielle Kunden anlocken.
Wer nicht über unbeschränkte Mittel verfügt, versucht es mit altbewährten Tricks: Da präsentiert sich ein amerikanisches Weinhaus schon mal unter einem überdimensionierten Cowboyhut als Dach, während Hostessen mit Pistolengürteln um die Hüften das Degustationsglas mit Zinfandel füllen. Andere Weinmessen wiederum geben sich betont volkstümlich: Mit dieser Philosophie sichern sich etwa die zwölf Weinschiffe der Zürcher Expovina ihren Zustrom. Mit 80000 Besuchern gilt die Expovina als die weltweit grösste Weinmesse für Endverbraucher.
Urbaner MinimalismusDie Wein 05 geht einen völlig anderen Weg. An der Weinmesse, die vom 7. bis 13. April in der Halle 7 der Messe Zürich stattfindet, gibts weder Weinfolklore in Form von Plastiktrauben noch hollywoodähnliche Standaufbauten. Schlicht, modern, ja geradezu betont nüchtern wirkt das Messeambiente. «Wir orientierten uns an der Haltung einer Kunstgalerie, die durch eine neutrale Umgebung die Arbeiten in den Mittelpunkt rückt. Und die Arbeiten sind in unserem Fall die Weine», sagt Christof Hofstetter, dessen Firma CI Programm AG massgeblich am Konzept mitgearbeitet hat.
Durch diese «Demokratisierung des Umfeldes» werde die Identität der Messe weitgehendst durch ihr Leistungsangebot bestimmt. Dies beeinflusse indirekt das soziale Verhalten der Besucher. «Mangels Ablenkung wird die Aufmerksamkeit sanft, aber konsequent auf den Wein gelenkt», sagt Hofstetter.
Das Konzept wurde bis ins Detail umgesetzt: Sogar betreffend die Beschriftung der Stände gibt es exakte Vorgaben. Auch das Logo, das aus blosser Typografie in einer rechtwinkligen Farbfläche besteht und das ansonsten obligate Weinglas als Symbol mutig weglässt, ist Reduktion auf das Wesentliche. Farbige Kontraste zu diesem urbanen Minimalismus setzt das Eventprogramm, das nebst klassischen Degustationen auch Geschmacksexperimente (zum Beispiel Süssweine zu Sommertrüffeln) oder Crossover-Veranstaltungen umfasst, bei denen sich Autoren oder Musiker mit Wein auseinander setzen.
Der konsequente Fokus auf den Wein ist kein Lippenbekenntnis. Das zeigt sich anhand zahlreicher Details wie etwa der Wahl des Glases. Aus Kostengründen degustieren Besucher an Weingrossanlässen meist mit mehr «schlecht als recht» geeigneten Standardverkostungsgläsern. Bringen dann einzelne Anbieter von sich aus hochwertigere Gläser mit, können sich deren Weine besser in Szene setzen.
Wein-Datenbank zur OrientierungAn der Wein 05 wird durchwegs mit hochwertigen Riedel-Gläsern (Modell Chianti Classico aus der Linie Vinum) degustiert. Jeder Wein soll die gleiche Chance bekommen. Auch was die Orientierung der Messebesucher anbelangt, haben die Spezialisten von Nüssli ein neues Konzept entwickelt. Nicht selten überfordern nämlich Weinmessen die Besucher mit ihrer immensen Auswahl. An der Wein 05 etwa werden rund 2000 Weine vorgestellt. Ein Besucher verkostet aber bei seinem Besuch durchschnittlich kaum mehr als 30 Weine. Für welche Weine er sich dabei entscheidet, wird entweder durch persönliche Beziehungen (zu gewissen Winzern oder Weinhändlern) oder aber vom Zufall bestimmt. Damit sich die Besucher der Wein 05 schon im Vorfeld des Events ihr individuelles Degustationsprogramm zusammenstellen können, wurde auf der Website www.wein05.ch eine eigentliche Weindatenbank mit zahlreichen Suchfunktionen eingerichtet.
Kunst in Miami – Wein in Zürich
Nüssli wurde 1941 als klassischer Zimmereibetrieb gegründet. Durch das Entwickeln von modular einsetzbaren Holz-, Stahl- und Aluminiumsystemen erlangte das Unternehmen eine international führende Stellung beim Bau temporärer Tribünen und Infrastrukturen, unter anderem an Olympischen Spielen, Skiweltmeisterschaften oder Weltausstellungen.
Mit der Nüssli Special Events Ltd. wurde schliesslich das Angebot des Unternehmens im Bereich Event Development und Fullservice Contracting ausgebaut. Prestigeträchtige Projekte waren etwa die Planung und Realisierung der Arteplage Murten mit dem Monolith (Architektur:
Jean Nouvel, Paris) für die Expo.02 oder das Fullservice Contracting der erfolgreichen Art Basel Miami Beach. Mit der Wein 05 will die Nüssli Special Events auch im Bereich von Weinveranstaltungen neue Standards setzen. Ivo J. Haldner, CEO des Unternehmens, ist überzeugt, dass sich das Format Wein 05 mittelfristig auch in anderen internationalen Städten durchsetzen kann.
Kein Schnickschnack: An der Wein 05 ist die Rebe der einzige Star.
Von der Vision bis zur UmsetzungAls Generalunternehmer konzipiert, realisiert und betreibt Nüssli Special Events Ltd., mit internationalen Partnern Infrastrukturen für sportliche, kulturelle, gesellschaftliche und geschäftliche Events. Zu den Referenzen gehören Welt- und Landesausstellungen, Olympiaden, Welt- und Landesmeisterschaften, Festspiele, Shows, Konzerte, internationale Grossausstellungen, Roadshows und High-End-Veranstaltungen.
Neben Pavillons an der Expo.02 hat Nüssli auch den Klangkörper Schweiz an der Expo 2000 in Hannover realisiert. An der Art Basel Miami Beach ist Nüssli Totalunternehmer für die Projektteile Design, Logistik, Infrastruktur, Operations und Catering.
Andreas Panzeri

«Verkannter Wert»

Hans Peter Mueller, 58, Direktor APG Traffic, über Vorzüge der Werbung in und an öffentlichen Verkehrsmitteln und über die Akzeptanz des Mediums bei den Reisenden.

Hans Peter Mueller, 58, Direktor APG Traffic, über Vorzüge der Werbung in und an öffentlichen Verkehrsmitteln und über die Akzeptanz des Mediums bei den Reisenden.WW: Was spricht für die Werbung in und an öffentlichen Verkehrsmitteln?Hans Peter Mueller: Jeder Bus, jedes Tram ermöglicht sehr viele Kontakte beim Zirkulieren durch die City oder die Agglomeration von frühmorgens bis spät am Abend während 365 Tagen. Um diese Werbung wahrzunehmen, muss man kein Gerät einschalten, keine Zeitung kaufen.
Wer sind die Kontaktpartner der APG Traffic?
90 Prozent aller Verkehrsbetriebe der Schweiz haben die Vermarktung ihrer Werbeflächen an APG Traffic übertragen; denn wir können unseren potenziellen Kunden durch fundierte Zahlen zeigen, was diese Art der Werbung leistet.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben?
Die Kooperation ist individuell auf die Unternehmen abgestimmt. Für jeden einzelnen Verkehrsbetrieb arbeiten wir separate Werbepläne aus. Die Zürcher VBZ zum Beispiel führen die Vermarktung der mobilen Werbeflächen generell selber durch, wir haben dennoch eine langjährige gute Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen und sind für spezielle Angebote wie die hinterleuchteten Traffic-Light-Poster in den Trams zuständig. Mit den Luzerner Verkehrsbetrieben zum Beispiel haben wir einen exklusiven Zusammenarbeitsvertrag, wo wir für das gesamte Vermarktungspaket zuständig sind.
Wie wichtig ist der lokale Bezug?
Wir sind mit unserem dichten Filialnetz immer nahe am Markt. Eine Bäckerei in Frenkendorf BL, welche auf den Fahrzeugen im öffentlichen Verkehr Werbung machen will, erhält von uns Unterlagen zur Autobus AG Liestal. Wir promoten die Werbung im öffentlichen Verkehr und verkaufen sie mit vielen lokalen Kenntnissen und Kontakten.
Wie arbeiten Sie mit den anderen Abteilungen der APG zusammen?
Im Cross Selling verkaufen APG-Berater, welche für Aussenwerbung an Plakatwänden zuständig sind, auch Leistungen der APG Traffic. So können wir dank Vernetzung firmenintern grosse Synergien nutzen.
Ist Werbung im öffentlichen Verkehr für bestimmte Personen nicht auch störend?
Hie und da kommen Reklamationen wegen der Fensterfolien, welche einzelne Fenster bei grossflächiger Werbung auf Aussenseiten von Bussen beeinträchtigen. Solche Einwände gehen jedoch nicht an uns, sondern an die Verkehrsbetriebe. Doch von der gesamten Flotte eines Verkehrsbetriebes werden jeweils nur wenige Fahrzeuge mit grossflächiger Werbung ausgestattet. Die meisten Busunternehmen tragen ihrem Erscheinungsbild Sorge und gehen deshalb restriktiv um mit der Vermietung ganzer Busse als Werbeflächen. Die Nachfrage ist bei bestimmten Verkehrsbetrieben grösser als das zur Verfügung gestellte Angebot.
Gibt es neue Trends?
Die hinterleuchteten Traffic Light Poster gewinnen an Bedeutung. Noch grössere Webeflächen im Bereich des Buschauffeurs sind möglich. Wir testen auch elektronische Werbemittel mit bewegten Bildern, ein Versuch in Montreux verlief bis heute noch nicht zufrieden stellend.
Ist die Fahrzeugwerbung ein Stiefkind der Werbung?
Ihr Wert wird immer noch verkannt und sie existiert oft nicht in den Werbeplänen. Doch das Medium ist sackstark und bringt ein Kosten-Nutzen-Verhältnis wie kaum ein anderes Werbemittel.
Wie sehen Sie die Zukunftsaussichten der Fahrzeugwerbung?
In den letzten Jahren stagnierte die Werbung in und an öffentlichen Verkehrsmitteln. Jetzt splitten wir die Märkte lokal, regional und national auf und positionieren die Verkehrswerbung neu ergänzend zu den andern Werbemitteln. Dank diesen Massnahmen ist unser Umsatz im letzten Jahr um mehrere Prozentpunkte gewachsen. Wir erwarten auch dieses Jahr wieder Zuwachsraten.
APG Traffic im Internet: www.traffic.ch
Interview: Werner Catrina

Dem Löwen von Cannes in den Rachen geschaut

Nachwuchsförderung Nina Rentschler und Björn Burkhard heissen die Sieger am Keystone Cannes Open 05.

Nachwuchsförderung Nina Rentschler und Björn Burkhard heissen die Sieger am Keystone Cannes Open 05.«Foti-Schöpplen» wird heute von jungen Kreativen bis zur Perfektion beherrscht. Und mit viel Spass eingesetzt, wie die 70 eingereichten Arbeiten für das Keystone Cannes Open 05 beweisen. «Es wird jedes Jahr besser. Auch der Kundenkreis erweitert sich», meint Walter Grolimund, CEO bei Keystone. Mit dem Keystone Cannes Open bietet die grösste Bildagentur der Schweiz seit nunmehr fünf Jahren eine Plattform für Werbetalente bis 30 Jahre. Bedingung zur Teilnahme am Wettbewerb sind einzig ein reeller Auftraggeber sowie die Verwendung von Keystone-Bildmaterial.
Auch für die Jury zeigte sich ein Fortschritt. «Das Resultat kann sich sehen lassen», meinte Matthias Freuler von Wirz Werbung. «Manchmal fehlt nur wenig zu einer absolut professionellen Arbeit», wertete Markus Ruf von Ruf Lanz. Simone Fennel bewunderte das Niveau im Umgang mit dem Foto-Shop. Daniel Comte von Advico Young & Rubicam bemerkte, dass man fast nicht mehr abstrahieren kann, dass hier der Nachwuchs und nicht die alten Hasen gearbeitet haben.
Sofort klar war für die Jury, wer den ersten Preis gewinnen soll. Nina Rentschler und Björn Burkhard von der Agentur Publicis überzeugten die Fachleute mit ihrem Werk «Smile»: Als Bild diente das Lächeln eines Mannes, die Lachfalten wurden mittels Computer zu den drei Streifen von Adidas geformt. «Simpel, reduziert – aber mit einem Lachen versehen und durch und durch positiv. Eine solche Werbebotschaft wünscht sich jede Firma», zeigte sich auch Walter Grolimund mit dem Entscheid der Jury einverstanden.
Wie das mit Gold prämierte Plakat zeigte, sind in diesem Jahr auffallend viele Arbeiten für grössere und namhafte Labels eingereicht worden. Zwar gefielen nach wie vor auch Bildmontagen rund um «Kunden» wie ein Bestattungsinstitut, ein Holzwurmsanatorium, Sonnenschutzmittel und Sushi-Läden. Die Jury wertete es aber als positiven Trend, dass die jungen Kreativen – so wie es in Wirklichkeit zum Berufsalltag gehört – mit ihren Ideen auch mehr kritische Auftraggeber wie Migros Kulturprozent, das Zoologische Museum, Emmentaler Käse, Coop, Amnesty International oder das Bundesamt für Gesundheit überzeugen konnten.
Mit ihrer Arbeit für Adidas wird das Siegerteam neben einer Flugreise nach Cannes mit der Teilnahme in der Kategorie «Press & Outdoor Award» des internationalen Werbefestivals belohnt und darf dort um die Lions kämpfen.
Die Jury hat in einer ersten Runde 16 der 70 Arbeiten mit einem oder mehreren Punkten gekennzeichnet. Aus dieser ersten Shortlist wurde eine Auswahl von 10 getroffen. Eine «vergessen» gegangene Arbeit hat es dann auch noch mit einer Wildcard in die Top Ten geschafft. Die Jury wollte nicht nur gelungene und damit professionell brauchbare Einreichungen auszeichnen, sondern noch nie gesehene Ideen prämieren. «Wir wollen neue Tendenzen fördern.»
Zum Siegersujet meinte die Jury, dass es «das reduzierteste ist, aber die Botschaft trotzdem sofort verstanden wird». Es wurde auch als «international verständlich» gewertet. Bei anderen Arbeiten fragte man sich, ob man eine ähnliche Umsetzung nicht schon irgendwo gesehen habe. Einige Arbeiten wurden auch mehr als Anzeige als wie gefordert als Plakat eingestuft. Alle 10 Sujets, die die Jury auf die abschliessende Shortlist setzte, sind auf dieser Doppelseite abgebildet. Die Bilder zum Prämierungs-Apéro gibt es auf Seite 23.
Mit über 70 eingereichten Arbeiten ist die Ausbeute gleich gross wie im Vorjahr. Die Zahl der Beteiligten nahm aber deutlich zu, es machten mehr Teams mit weniger Sujets mit. «Es zeugt von Professionalität, dass man nur die besten Ideen an einen Wettbewerb schickt», meinte Alexander Jaggy. Der CD von Jung von Matt/Limmat wirkte bei der Jurierung als Moderator. Seine Agentur hat mit Keystone den Wettbewerb vor fünf Jahren konzipiert und seither kommunikativ betreut.
Das Siegersujet von Nina Rentsch-ler und Björn Burkhard wird auf
F12-Grösse als Plakat in verschiedenen Schweizer Städten gezeigt – in Zürich an der Weinbergstrasse sowie an weiteren prominenten Plätzen in Bern, Basel, Luzern, St. Gallen, Lausanne, Genf und Lugano.
Platz 1: Björn Burkhard und die an der Vernissage nur per Foto präsente Nina Rentschler vor ihrem Siegerplakat für Adidas.
Platz 2: Sebastian Hugelshofer und Daniel Roznovjak für Zippo.
Platz 3: Natasha La Marca und Sabina Meyer für Yooji’s Sushi.
Ebenfalls Platz 3: Marc Schmit und Caspar Heuss für Microsoft.
Die Jury: Aus den Lehrmeistern in den verschiedenen Agenturen sind Simone Fennel, Matthias Freuler, Daniel Comte und Markus Ruf in die Keystone-Jury berufen worden. Sie setzte die unten zu sehenden Plakate auf die abschliessende Shortlist.
Grit Wolany und Torsten Maas für Tesa.
Isabelle Hauser und Simon Sennhauser für Maglite.
Iris Thiede und Corinne Englert für Zuger Fachstelle punkto Jugend und Kind.
Dominic Beyeler und Madeleine Brügger für Furer Schuhmode.
Jota Ziogas und Diana Rossi für Solis.
Andrea Dübendorfer für Ban Song Thai Restaurant.
Per Mausklick in ein Universum von BildernFür das Keystone Cannes Open stand den Wettbewerbsteilnehmern das ganze Archiv der grössten Schweizer Bildagentur zur Verfügung. Auch im wirklichen Markt arbeiten immer mehr Agenturen mit dem Stock von Keystone. Zurzeit wird eine Kampagne für die Basler Zeitung von cR so gestaltet. Auch für Valser Wasser hat Keystone Sujets geliefert. Dank eigenen Webingenieuren werden die Suchzeiten im Archiv ständig kürzer. Keystone investiert viel in die Technik und kann im Verlauf dieses Sommers auch alle ausländischen Partner-agenturen mit weiteren drei
Millionen Bildern softwaremässig in das System integrieren.
Andreas Panzeri

JobChange

Hannes Britschgi (Bild) wird Programmleiter von Ringier-TV. In dieser neu geschaffenen Position führt er die Chefredaktoren und Redaktionsleiter der Sendungen von Ringier-TV und nimmt Einsitz in die Geschäftsleitung. Zusätzlich wird der ehemalige Fac

Hannes Britschgi (Bild) wird Programmleiter von Ringier-TV. In dieser neu geschaffenen Position führt er die Chefredaktoren und Redaktionsleiter der Sendungen von Ringier-TV und nimmt Einsitz in die Geschäftsleitung. Zusätzlich wird der ehemalige Facts-Chefredaktor Mitglied des Entwicklungspools, übernimmt die Leitung einzelner Projekte und zeichnet für die interne Aus- und Weiterbildung verantwortlich. …
Anfang Mai wird Markus Mager neuer Programmleiter von Radio 24. Er ersetzt Peter Brun, der sich beruflich neu orientiert. Mager ist zurzeit Reporter beim SonntagsBlick. Davor war er stellvertretender Chefredaktor von TeleZüri.
…
Esther Pfenninger (Bild) stösst als Mediaplanerin zur Winterthurer Mediaagentur Konnex. Pfenninger war in den letzten Jahren sowohl als Mediaplanerin wie auch als Mitarbeiterin von Verlagsunternehmen und Kreativagenturen tätig.
…
Thomas Meier übernimmt im August die Leitung des strategischen und konzeptionellen Marketings der Rhätischen Bahn (RhB). Zurzeit ist Meier als Direktor von Winterthur Tourismus tätig. Seit 2003 präsidiert er zudem die touristische Städtevereinigung Swiss Cities.
…
Für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Lucerne Festival ist ab November Barbara Higgs verantwortlich. Bis zu ihrem Amtsantritt leitet Michele Paparone das Pressebüro der Festspielreihe für klassische Musik. Barbara Higgs leitete zuletzt die Public Relations des Zürcher Schauspielhauses.
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Anfang Juli wechselt Björn Brinkmann (Bild) von Lowe Direct zu OgilvyOne. Er übernimmt bei Ogilvy wie schon bei Lowe das Amt des Creative Director (CD). Bisher wurde es von Chairman Guido Wietlisbach ad interim versehen.
…
Kulturredaktorin Nina Toepfer ist aus der Redaktion der NZZ am Sonntag ausgeschieden. Sie zieht aus familiären Gründen nach New York um. Von dort aus wird sie als freie Autorin weiterhin über Kultur und Gesellschaft berichten.
…
Robert Bolleter ist neuer Geschäftsführer des Baselbieter Lokal-TV-Senders NW1. Er löst André Funk ab. Der einstige Marketingleiter der Publisuisse hatte das Amt im November 2004 auf Zeit übernommen. Laut dem Sender sind unter Funks Leitung wichtige organisatorische Anpassungen auf den Weg gebracht worden.

Korb für Privatradios

Verbände Bei der Abstimmung ihrer Positionen zum neuen RTVG haben sich der Privat-TV-Verband Telesuisse und der Verband Schweizer Privatradios (VSP) so gut verstanden, dass Telesuisse einen gemeinsamen Dachverband anregte.

Verbände Bei der Abstimmung ihrer Positionen zum neuen RTVG haben sich der Privat-TV-Verband Telesuisse und der Verband Schweizer Privatradios (VSP) so gut verstanden, dass Telesuisse einen gemeinsamen Dachverband anregte.Während der VSP seinem Vorstand auftrug, mit Telesuisse rasch zu verhandeln (WW 11/05), wollen die Telesuisse-Mitglieder diesen Grundsatzentscheid frühestens im Sommer treffen. «Bis dahin soll der Vorstand lediglich weitere Abklärungen treffen», sagt Präsident Filippo Lombardi. Warum aber hat Telesuisse plötzlich kalte Füsse? Lombardi antwortet vage: Unklar sei, ob eine Fusion oder ein Dachverband anzustreben sei. Fest steht: Der VSP will einen Dachverband.Vielleicht liegt das Problem woanders: Der Verlegerverband, der einen Dachverband für alle Medien inklusive SRG anpeilt, sieht seine Idee wohl durch den E-Medien-Verband torpediert. Darum liess er möglicherweise die Verleger-TVs bei Telesuisse dagegen stimmen. Beim VSP hingegen hat er wenig Einfluss, weil gewichtige Verlegerradios ausgetreten sind. Doch Lombardi winkt ab: «Nein, die Fronten bei Telesuisse waren gemischt», behauptet er.
(mk)

Burgdorfer wollen Zeitung wiederbeleben

Lokalpresse Die Stadt Burgdorf soll wieder eine eigene Zeitung erhalten, nachdem das Burgdorfer Tagblatt Ende 2004 eingestellt worden ist.

Lokalpresse Die Stadt Burgdorf soll wieder eine eigene Zeitung erhalten, nachdem das Burgdorfer Tagblatt Ende 2004 eingestellt worden ist.Laut einem Bericht im Bund plant eine Gruppe um den Gasthausbrauerei-Präsidenten Res Zbinden eine Gratiswochenzeitung. Die Herausgebergenossenschaft soll dieser Tage gegründet werden. Laut Zbinden müssten 1000 Anteilscheine im Wert von 250 Franken gezeichnet werden, damit das Projekt starten kann.

Die Zukunft kommt aus der alten Büchse

Kinowerbung Cinecom und Cavegn-Werbung lancieren den digitalen Werbefilm.

Kinowerbung Cinecom und Cavegn-Werbung lancieren den digitalen Werbefilm.«The Jazzsinger» hiess der Film, mit dem 1929 der Stummfilm vom Tonfilm abgelöst wurde. 1939 setzte sich mit «Vom Winde verweht» der Farbfilm durch. Am 30. Juni 2005 feiert Cinecom in der Schweiz einen vergleichbaren cineastischen Meilenstein. «Für Cinecom hat ein gewaltiger Akt begonnen. Die meisten Kinos in der Schweiz werden auf digitalen Werbefilm umgerüstet», freut sich Jean-Claude Bruhin, Leitung Kommunikation bei Cinecom (siehe auch Seite 19).Der führende Vermarkter für Kinowerbung in der Schweiz will bis 30. Juni bereits 280 bis 300 Kinos umgerüstet haben. Bis Mitte 2006 «oder schneller» sollen es 430 Kinos sein. Mit der neuen Technik entfällt das aufwändige Kopieren der 35-mm-Werbefilme. Werbespots können nun digital, also ohne mehrwöchige Vorlaufszeit, höchst flexibel geschaltet werden.
Um diese neue Ära anzukündigen, hat Cavegn-Werbung gemäss Markus Cavegn «auf einfache, plakative Weise» die alten Zeiten zu Grabe getragen. Die Idee mit der Todesanzeige aus Zelluloid, «das noch einmal seinen grossen Auftritt hat», ist ihm spontan in den Sinn gekommen. Cinecom hat sie auf Anhieb gefallen. Aus der Ankündigung hat sich mittlerweile eine veritable kleine Kampagne entwickelt. Als Requisiten für die Folgesujets dienen weiterhin Utensilien aus der guten, alten Zeit des Farbfilms.
Wurden in Zusammenarbeit mit dem Züriwerk für die «Todesanzeige» 2,3 Kilometer Werbefilm zugeschnitten und in ein Mailing geklebt, arbeitet Cavegn in der Fortsetzung jetzt mit Fotos von nicht mehr gebrauchten und deshalb ebenso zweckentfremdeten Filmspulen und Filmbüchsen. Julien Vonier hat die Packshots fotografiert. Die Texte sind von Markus Rottmann, der zurzeit in den Schweizer Bergen anstatt wie früher in Indien für Cavegn als Freelancer wirkt.
Schon beim ersten Sujet haben die Kreativen bewusst das CI von Cinecom verlassen, weil das Kreuz auf rotem Grund nicht wirken konnte. Diese von Cinecom «fast gepachtete Grundfarbe» ist jetzt wieder da – hingegen fehlt als neue Konsequenz zur Ankündigung einer neuen Epoche der Claim. «Die Sujets sind so schnell, wie jetzt ein Mediaplan mit Cinecom sein kann», kommentiert Cavegn die Filmbüchse und Spule.
Die Inserate mit diesen Ankündigungen erscheinen in der Fachpresse in der Schweiz und auch in Horizont, gut getimt mit einem Fachbericht in der deutschen Werbezeitung über die Entwicklung der digitalen Übermittlung.
Megabytes statt Filmrolle: Ein Meilenstein der Kinowerbung.
Andreas Panzeri

Cinecom hat Filmrolle satt

Vermarkter Kino wird ein vollelektronisches Medium. Das soll auch den lokalen Werbekunden Vorteile bringen.

Vermarkter Kino wird ein vollelektronisches Medium. Das soll auch den lokalen Werbekunden Vorteile bringen.Dass die PubliGroupe letztes Jahr die Kinovermarkterin Cinecom aufkaufen konnte, erfüllt das P-Management um CEO Hans-Peter Rohner mit Stolz und Freude. An der letztwöchigen Bilanzpressekonferenz wies Rohner jedenfalls mehrmals auf die anstehende Digitalisierung der Cinecom-Kinos und die damit verbundenen Vorteile hin. Konkret werden die Kinos mit einer ADSL-Leitung, einem 16:9-Beamer und einem Cinema-Mediaplayer ausgestattet, sodass ab dem zweiten Semester 2005 Werbespots digital übermittelt werden können (siehe Kasten unten und Seite 7). Mit der digitalisierten Vermarktung von Werbefilmen werde das Kino als Werbeträger zusätzliche Attraktivität gewinnen, sagte Rohner und doppelte nach: «Das Kino wird zu einem neuen Medium.»Da für Kinobesucher kein Unterschied erkennbar wird, ist diese Aussage etwas sehr überschwänglich. Aber aus der Sicht der Werbekunden gibt es durchaus Vorteile, wird doch das Handling einfacher: Die Vorlaufzeit von drei Wochen wird dank der digitalen Übermittlung auf drei Tage reduziert, selbst Sujetwechsel sind möglich. Ferner lassen sich einheitliche Standards hinsichtlich Licht- und Tonqualität festlegen. Und last but not least fallen die hohen Kosten für Filmkopien und für deren Versand weg und das Controlling wird weitgehend automatisiert. Denn das Buchungstool in der Cinecom-Zentrale überspielt die individuellen Playlists an die einzelnen Server, die nach erfolgter Vorführung eine Vollzugsmeldung an die Zentrale zurücksenden.
Überdies kann die Cinecom ihre Angebotspalette erweitern: «Standardmässig werden wir Angebotsselektionen nach Filmgenres anbieten», sagt Cinecom-Marketingleiter Jean-Claude Bruhin. Diese werden in sechs Hauptgruppen unterteilt: Action/Suspense, Romance/Drama, Comedy/Musical, Studio/Doku sowie Family und Kids.
Auch Cinecom taucht lokal tieferWichtig aber: Die bisherigen Dias und Filmdias fallen weg. Doch KMU müssen sich nicht sorgen – über die Beamer, die die Diaprojektoren ersetzen, sind weiterhin Standbilder (CinePicture, 7 und 10 Sekunden) oder Computeranimationen und gefilmte Spots (CineMotion, 10 bis 15 Sekunden) möglich, beide mit oder ohne Ton. Das bringt vor allem lokalen Kunden Vorteile: Denn ein bereits produzierter Spot fürs Lokal-TV kann nun auch im Kino abgespielt werden. Radiospots lassen sich ebenfalls «recyclen», indem man sie im Kino mit einem Standbild kombiniert. Kommt dazu, dass die Herstellung eines CineMotion nur rund halb so viel kostet wie ein Filmdia. Mit andern Worten: Die Kinowerbung kann problemlos bei der Radio- und Lokal-TV-Werbung andocken und deren Vorarbeit im lokalen Markt für sich nutzen.
Die Cinecom deshalb als Trittbrettfahrerin zu bezeichnen, wäre jedoch ungerecht. Denn Radios und primär Lokal-TVs dürften ebenso vom digitalen Kino profitieren – zum einen, weil der «Kundentausch» auch umgekehrt spielen wird, zweitens, weil die Cinecom auch Screenwerbung vermarktet, woraus sich weitere Synergien ergeben. Vor allem aber ist die Cinecom punkto lokaler Märkte kein Greenhorn: Anders als die IP Multimedia, die die KMU erst gerade entdeckt hat (siehe WW 10/05), verfügt sie dank der mittlerweile aufgelösten und integrierten Tochter Perdiag seit mehr als 20 Jahren über intensive Kontakte zu lokalen Kunden.
So werden über die schweizweit acht Verkaufsstützpunkte je etwa 500 Kunden betreut. Im letzten Jahr holte die P-Tochter 9 Millionen Franken aus diesem recht stabilen Markt. Das Zusatzpotenzial dank digitaler Technik vermag Marcus Schumacher, Leiter Lokalverkauf und seit 14 Jahren in Perdiags und Cinecoms Diensten, zwar nicht zu beziffern. «Aber die Reaktionen aus dem Markt sind äusserst positiv und haben mein Team hoch motiviert», sagt er. Bereits wurden die zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf die digitale Technik für Screen und Kino umgeschult.
Digitale Revolution: In den Cinecom-Kinos sind die Tage der analogen Kinowerbung ab Band gezählt.
Cinecom rüstet 330 von 475 Kinos umWäre alles nach dem Plan der Cinecom gelaufen, wäre das digitale Kino schon im letzten Sommer Wirklichkeit geworden. Doch seit der Ankündigung der neuen Technik vor einem Jahr hat die Kinovermarkterin bekanntlich zuerst ihre Konkurrentin Mediavision Suisse geschluckt, hernach wurde sie selbst von der PubliGroupe aufgekauft. Diese Handänderungen führten zu einem Jahr Verzögerung.
Bis Ende Juni werden nun die erforderlichen Installationen bei 330 der insgesamt 475 Schweizer Kinos und Kinosäle vorgenommen. Für ADSL und Hardware investiert die Cinecom gemäss Jean-Claude Bruhin einen siebenstelligen Betrag, die Kinobesitzer übernehmen die Installationskosten und bezahlen eine Pauschale an den Geräteunterhalt.
Obwohl mit den 330 Kinos 90 Prozent aller Kinobesuche abgedeckt wären, wird der Digitalisierungsprozess voraussichtlich auch auf die meisten übrigen Kinos ausgedehnt – dank dem Bundesamt für Kultur, das «für das Abspielen von Kurzfilmen» in Kleinkinos rund 100 Beamer finanziert. Dieser Ausbau dürfte Mitte 2006 abgeschlossen sein. (mk)
Markus Knöpfli

Steuern fressen P-Gewinn auf

Bilanz Die PubliGroupe bleibt trotz kränkelnder Konjunktur optimistisch.

Bilanz Die PubliGroupe bleibt trotz kränkelnder Konjunktur optimistisch.Die Publigroupe weist für 2004 einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 53 Millionen Franken aus. Vor Steuern resultierte zwar ein Gewinn von 83 Millionen Franken, das sind immerhin 11 Prozent mehr als 2003. Und der Betriebsgewinn nahm dank Produktivitätssteigerungen gar um 96 Prozent auf 67 Millionen Franken zu (siehe auch WW 6/05). Der um 222 Prozent gestiegene Steueraufwand frass aber grosse Teile des Betriebsgewinns wieder weg.Härterer Wettbewerb erwartet
Für 2005 erwartet die PubliGroupe keine markante Verbesserung der Werbemärkte und deshalb einen verstärkten Wettbewerb. Für sich selbst rechnet das Unternehmen nur mit einem leichten Wachstum, dies aber in allen Gruppeneinheiten.
Verhalten optimistisch zeigt sich PubliGroupe-CEO Hans-Peter Rohner auch in anderer Hinsicht, etwa zur Anhörung vor der Wettbewerbskommission (Weko) im nach wie vor hängigen Fall AdX-PubliGroupe. «Die im Verlaufe des Monats April vorgesehene Anhörung wird uns Gelegenheit geben, unsere Position gegenüber der gesamten Wettbewerbskommssion auch noch mündlich zu erläutern. Anschliessend werden wir mit intakter Gelassenheit den Weko-Entscheid abwarten und danach ein allfälliges weiteres Vorgehen definieren», schrieb Rohner an die Werbewoche.
Zum angekündigten, aber noch ausstehenden zweiten Schritt in die Vermarktung elektronischer Medien hielt Rohner fest: «Die Integration der Cinecom in die PubliGroupe ist erfolgreich verlaufen. Der nächste Schritt in Richtung elektronischer Medienvermarktung soll wie angekündigt im Verlaufe 2005 erfolgen.»
Markus Knöpfli

Komödiantische Verjüngungskur

Radio Das Westschweizer Radio La Première ist beliebt – erreicht aber die Jungen bisher kaum. Eine Imagekampagne soll nun Remedur schaffen.

Radio Das Westschweizer Radio La Première ist beliebt – erreicht aber die Jungen bisher kaum. Eine Imagekampagne soll nun Remedur schaffen.Radio Das Westschweizer Radio La Première ist beliebt – erreicht aber die Jungen bisher kaum.Eine Imagekampagne soll nun Remedur schaffen.
Alle klagen über die austauschbaren Radiosender. Am lautesten die Macher selbst. Ihre Leistungswerte verharren denn auch nahezu unverändert auf niedrigem Niveau. Einzig die staatlichen Stationen stimmen in dieses Lamento nicht mit ein. Besonders die ersten Senderketten lassen punkto durchschnittlicher Tagesnettoreichweite wie Hördauer die private Konkurrenz weit hinter sich. Noch augenfälliger wird dieser Vorsprung im Vergleich zu den ausländischen Staatssendern.
Marktanteil von gut 40 Prozent
Offenbar erreichen hier zu Lande gut produzierte Sendungen mit höherem Sprachanteil eine immer breitere, treue Hörerschaft. Bei La Première ist der Marktanteil in vier Jahren von 35,7 auf gut 40 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Allerdings verblasst der Glanz der Erfolgsbilanz, wenn man die Reichweiten nach Altersgruppen aufteilt. Daraus wird ersichtlich, dass der öffentlichrechtliche Sender das jüngere Alterssegment kaum erreicht. Und das obwohl La Première seit Ende der 90er-Jahre ihre Gefässe, Programme und Positionierung stark modernisiert habe, so Edith Calamandrei von Radio Suisse Romande.
Das vom Sender vermittelte Image hinkte dem aufgefrischten Produkt und Selbstverständnis hinterher. Damalige Kampagnen fokussierten auf die Macher und die Senderrealität, um die Programmneuerungen zu bewerben. Die Lausanner Agentur Angebault Portenier aber empfahl eine Markenstrategie mit neuem Corporate Design und einem Blickwinkelwechsel hin zu den Konsumenten, denen die Werte von La Première – Nähe, Ethik, Universalität und die spezielle Beziehung zur Hörerschaft – verständlich gemacht werden sollten. Damit begann 2000 die Aufholjagd, vorerst mit der Bekanntmachung des neuen Logos, später mit Imagekampagnen, die den Sender als progressiven und aufgeschlossenen Pulsnehmer positionieren wollten.
Als sich die Verantwortlichen für das laufende Jahr wieder die Bewerbung des Programmangebots vornahmen, schrieb La Première den Werbeetat erneut aus. Die Lausanner verteidigten das Mandat erfolgreich.
CD Yves Portenier erläutert die Werbestrategie: «Wir wollten nicht ins traditionelle Schema ‹Beitragsautoren und Sendungshinweise› zurückfallen, sondern die gesellschaftlichen Sendungsthemen aus Sicht der Zuhörer kontextualisieren.» Das Resultat, TV- und Kinospots, sind hoch stehend witzige und stimmungsvolle Alltagsdialoge in einer Familie sorgfältig gecasteter Schauspieler.
Alles über die Brunnenkresse
Auf erfrischende Art werden Situationen gezeigt, in denen der Sohn, die Mutter und sogar die Hauspflegerin mit kultivierter Eloquenz die anderen Anwesenden überraschen. Sei es nun, wenn sie blutrünstige Tarantino-Filme mit feuilletonistischen Ausflügen empfehlen oder die wertvollen Eigenschaften der Brunnenkresse enzyklopädisch erklären. Die Auflösung: «La Première. Il parait que tout le monde
l’écoute!»
«Um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, muss man jede manipulierende Einwirkung verhindern und stattdessen deren Codes adaptieren, sprich: Humor und Wahrheit einsetzen», sagt Yves Portenier. Mit der Positionierung des Radiosenders als Vermittler von gehobenem Alltagswissen sollen nicht nur jüngere Hörer neu gewonnen, sondern die Stammhörer von La Première auf ironische Weise bestätigt werden.
Neben der starken Imageschiene für die emotionalen Medien TV und Kino sieht die Kampagne die Schaltung von Anzeigen für taktische Kommunikationsmassnahmen vor.
Geistreiche Dialoge: Wer La Première hört, überrascht seine Familie mit Smalltalk der gehobenen Sorte.
Luca Aloisi

Wottsch Werbig, Mann?

Oliver Classen über die mediale Eingemeindung der Balkanschweizer.

Oliver Classen über die mediale Eingemeindung der Balkanschweizer.Politisch geniessen die Einwanderer aus Ex-Jugoslawien schon lange die besondere Aufmerksamkeit der Schweizer Medien. Als Raser, Schläger oder Einbrecher sind sie auf dem Boulevard omnipräsent. Und selbst das NZZ Folio widmete den «Jugos» seine komplette März-Ausgabe – freilich um die unappetitlichen SVP-Klischees differenziert zur Schau und damit in Frage zu stellen.Nun werden die hier ansässigen 370000 Angehörigen der fünf Nachfolgestaaten, welche über 20 Prozent des Ausländeranteils ausmachen, endlich auch als Medienkonsumenten entdeckt. So eröffnet und vermarktet The Cover Media im serbischen und albanischen Nationalfernsehen das erste südosteuropäische TV-Werbefenster Schweiz.
Darüber können hiesige Unternehmen diese nicht nur demografisch, sondern auch kommerziell bedeutsame Zielgruppe ab sofort in ihrer Heimatsprache direkt ansprechen. Bislang funktionierte dies einzig über möglichst bildhafte Aussenwerbung.
Ringier geht gar noch einen Schritt weiter und lanciert kommenden Montag eine europäische Ausgabe seines serbischen Boulevardblatts Blic. Knapp ein Viertel der Startauflage von 45000 Exemplaren enthält eine Schweizer Redaktionsseite und kostet an hiesigen Kiosken 1.50 Franken, das heisst, 30 Rappen weniger als der Blick. Ein paradoxer Zirkelschluss: Der in Zürich stationierte Blic-Korrespondent liefert der neu gegründeten Europaredaktion in Belgrad täglich Storys, die in Frankfurt gedruckt, in Zürich und Umgebung aber erst gelesen werden. Man darf gespannt sein, ob dieses Modell funktioniert und – mehr noch – wer die ersten Inserateseiten der Schweizer Splitausgabe von Blic Europa bucht.
Solange «Jugo» noch ein Schimpfwort ist, braucht es dazu neben Innovationskraft nämlich auch etwas unternehmerische Zivilcourage. The Cover Media wie auch Ringier stellen diese rare Tugend mit ihren (gewiss nicht uneigennützigen) Versuchen der medialen Eingemeindung von Balkanschweizern vorbildlich unter Beweis.
> Oliver Classen, Redaktor

Euro RSCG brüllt für Jaguar

Automobil Nach einem Pitch hat sich die Luxusautomarke Jaguar für Euro RSCG als neue weltweite Werbeagentur entschieden.

Automobil Nach einem Pitch hat sich die Luxusautomarke Jaguar für Euro RSCG als neue weltweite Werbeagentur entschieden.Den Lead übernimmt Euro RSCG/Fuel in New York, die bisher exklusiv für Volvo arbeitete. Volvo gehört wie Jaguar zum Ford-Konzern. Euro RSCG setzte sich gegen JWT, Berlin, Cameron/Red Cell, Leagas Delaney, M&C Saatchi und Kirschenbaum Bond & Partners durch. Etathalterin Young & Rubicam war schon vorher aus dem Rennen um das 150 Millionen Dollar schwere Budget Jaguar ausgeschieden.
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