Echte Handarbeit

Ausstellungen Am 3. Mai eröffnet das Museum für Gestaltung Zürich die Plakatausstellung «Handmade». Diese verfolgt ein Phänomen, das im Grafikdesign der letzten Jahre immer stärker zur Geltung gekommen ist:

Ausstellungen Am 3. Mai eröffnet das Museum für Gestaltung Zürich die Plakatausstellung «Handmade». Diese verfolgt ein Phänomen, das im Grafikdesign der letzten Jahre immer stärker zur Geltung gekommen ist:Plakate, die mit ihrer präzisen Unperfektion kokettieren. Die gezeigten Arbeiten aus dem In- und Ausland entstanden mit den unterschiedlichsten Mitteln, sei es durch einen Körpereinsatz des Künstlers, durch die Vervielfältigung oder die analoge Bearbeitung digitaler Ästhetik. Zur Ausstellung erscheint überdies eine Publikation in der Reihe «Poster Collection».

Ostalgie aus Zollikon

Zigaretten «Dass eine Zigarettenmarke der ehemaligen DDR von Zollikon aus betreut wird, ist doch eher ungewöhnlich», freut sich Harry Sulzer.

Zigaretten «Dass eine Zigarettenmarke der ehemaligen DDR von Zollikon aus betreut wird, ist doch eher ungewöhnlich», freut sich Harry Sulzer.Mit seiner flexibel einsetzbaren Creative Consulting betreut Sulzer seinen Kunden Club bereits im dritten Jahr mit immer wieder neuen Sujets in einer sonst unverändert laufenden Kampagne. Nach «Erichs Patenkind», «Thälmann-Pionier», «Aktivist» oder «Held der Arbeit» sind nun «Rotkäppchen» und «Hortkind» on air. Allen Sujets gemein ist die Aussage: Wir haben Wurzeln in der DDR, stehen aber im Hier und Heute.

Zeitung zum Znüni

Media 73 Prozent der Schweizer sagen, sie seien auf dem Arbeitsweg gut gelaunt. Werbung nehmen sie dabei vor allem auf Plakaten (64,3%) und im Radio (43,5%) wahr.

Media 73 Prozent der Schweizer sagen, sie seien auf dem Arbeitsweg gut gelaunt. Werbung nehmen sie dabei vor allem auf Plakaten (64,3%) und im Radio (43,5%) wahr.Das ist das Ergebnis der Studie Consumer-Monitor Live der Werbeagentur Publicis. Für die abgeschlagenen Printmedien hält die Studie wenigstens ein Trostpflaster bereit: 31,7 Prozent der Schweizer Bevölkerung lesen in der Znünipause Zeitung oder Zeitschriften. Damit präsentieren wir uns als Land der Leser: In Deutschland und Österreich sind die Werte (18,6 respektive 18,3%) viel tiefer.

Klischees à discrétion

Aufgefallen Grosse Fische schwimmen häufig gegen den Strom, in der Politik wie auf Redaktionen. Ein Plädoyer für mehr journalistischen Eigensinn.

Kolumne Grosse Fische schwimmen häufig gegen den Strom, in der Politik wie auf Redaktionen. Ein Plädoyer für mehr journalistischen Eigensinn.Sind Sie ein Opportunist, Mbwana? Bravo, diese Haltung ist in vielen, fast allen Berufen sehr sinnvoll. Es ist kaum ratsam, wenn die Herde blökend in die eine Richtung stürmt, sich in die andere abzusetzen. Denn wehe, wenn die Herde Recht hatte! Und noch mehr wehe, wenn Sie Recht hatten!Es gibt jedoch Spezialfälle: Journalismus ist ein solcher. In Branchen, deren Produkt Aufmerksamkeit heisst, lohnt es sich, allein zu heulen: Ihr Licht leuchtet auf freiem Feld heller als in der Grossstadt. Selbstverständlich klauen auch Sie – wie alle anderen – die meisten Ideen aus Konkurrenzprodukten: Journalismus lebt wie PET-Flaschen auch vom Recycling; Papier zeugt Papier. Nur: Stehlen Sie nie, um zu kopieren! Sondern, um genau das Gegenteil zu tun. Anbei einige Rezepte.
Bei Hype sagen Sie: Hype! Von neuen Sexpraktiken über den Brunner-, Metzler- oder Leuthard-Effekt bis zum Manager des Monats: Woche um Woche werden frische Trends und Sieger ausgerufen. Aber nicht von Ihnen. Es lohnt sich, gelassen zu bleiben und genau hinzusehen: auf Zahlen, Fakten, Details. Das Resultat: Der Kaiser ist meistens halb nackt. Ist der Kaiser genügend prominent und Sie genügend allein, haben Sie sich einen Namen gemacht: Sie heissen dann Hansjörg Abt (Kaiser Rey) oder Sepp Moser (Kaiser Swissair).
Bei Hatz sagen Sie: Halt! Wird einmal wieder eine neue arme Sau (etwa der geschass-te Manager des Monats) durchs Dorf gehetzt, sieht Ihre Taktik umgekehrt aus: Sie erklären, warum der Verfolgte nicht die Krankheit, sondern bloss Symptom einer viel grösseren Krankheit ist.
Fordern Sie nie Köpfe, sondern zeigen Sie immer, welche Ideen und Umstände zu Aufstieg und Untergang geführt haben. Gerechte Richter werden vom Publikum immer respektiert, Staatsanwälte nie.
Schreiben Sie gegen verbürgte Vorurteile. Gutmenschige Sozialarbeiter? Die meisten, die ich kenne, sind patent, unsentimental und machen ihren Job mit trockenem Witz. Ebenso gibt es weit mehr naive als korrupte Politiker. Und die Berufskrankheit der meisten Journalisten ist weniger Neugier als Autismus. (Test: Wie viele Journalisten kennen Sie, die privat etwas fragen?) Gegen Klischees anzuschreiben – natürlich stilvoll, ohne die Absicht je zu erwähnen –, gibt den Artikeln dieses realistische Prickeln.
Was tun, wenn das letzte Kapitel einer Geschichte geschrieben scheint? Oft, wenn der letzte Vorhang eines langen Dramas fällt – etwa bei Rücktritt, Konkurs, Untersuchungsbericht oder Tod – stottern die Medien erschöpft. Dabei ist nur eine abgeschlossene Story eine gute Story. Sie lässt sich endlich als Ganzes erzählen: Wie alles begann, was man damals vermutete – und wie es herauskam.
Nichts Neues, zugegeben. News-Profis gähnen, aber Leser nicht. Menschen lieben abgeschlossene Erzählungen (wohl in der irrigen Hoffnung, etwas zu lernen). Wenig wird so gierig gelesen wie Nachrufe.
Abgefeimtheit gilt unter Medienprofis als Tugend, Verblüffung als Untugend. Dabei entstehen die besten Storys dort, wo Sie durch etwas überrascht werden: Etwa damals, mitten in der Borer-Affäre, als die WOZ feststellte, dass der Blick a) brillant gemacht ist und b) entgegen seinem Ruf links steht. Oder als Facts konstatierte, dass allem rhetorischen Individualismus zum Trotz die kollektive Disziplin zunimmt: vom Rauchen über die Erziehung bis zu den Gesetzen. Der Lohn solcher Artikel: Sie werden so oft zitiert, dass ihre Grunderkenntnis schon Wochen später banal klingt. Doch damit ist Journalismus am einflussreichsten: das Offensichtliche, bislang aber Ungesehene, zum ersten Mal zu benennen.
So weit einige Rezepte, garantiert gelingend wie bei Dr. Oettker. Auch wenn Heldengeschichten sicher viel dramatischer klingen: Wirklich clevere Opportunisten, Mbwana, sind Anti-Opportunisten.
> Constantin Seibt ist Redaktor der Wochenzeitung (WOZ).

Teletext lanciert Kulturrubrik

TV-Dienste Das Teletextangebot von SF 1, TSR 1 und TSI 1 umfasst neu eine Rubrik «Kultur». Ab Seite 745 kann man sich über nationale kulturelle Veranstaltungen informieren.

TV-Dienste Das Teletextangebot von SF 1, TSR 1 und TSI 1 umfasst neu eine Rubrik «Kultur». Ab Seite 745 kann man sich über nationale kulturelle Veranstaltungen informieren.Neuer Partner für die neue Informationsplattform ist das Montreux Jazz Festival 2005. Die Redaktionen von Swiss TXT liefern Kurzberichte vom Festival, die durch zahlreiche Services ergänzt werden. Als weitere Partner sind das Filmfestival Locarno und andere Veranstalter im Gespräch.

6800 Momente der Wahrheit

Marketing Sind ihre Kunden zufrieden, sind Firmen erfolgreicher.

Marketing Sind ihre Kunden zufrieden, sind Firmen erfolgreicher.Jan Carlzon, der frühere Chef der Skandinavien Airlines Systems (SAS), beschreibt in seinem Buch «Moments of Truth», wie Mitarbeitende der Fluggesellschaft die Zufriedenheit von Fluggästen prägen, die mit der SAS fliegen. «Momente der Wahrheit» sind für Carlzon jene Augenblicke, in denen ein Kunde mit der Marke und den Mitarbeitenden von SAS in Berührung kommt. Carlzon glaubt, je besser und bewusster ein Unternehmen diese Momente gestaltet, umso positiver würde das Urteil der Kunden über das Unternehmen ausfallen. Wiederkehrende Kunden Auch grafische Unternehmen sollten darüber nachdenken, wie sie Momente der Wahrheit mit Kunden gestalten wollen: Ein Printkunde, der eine Drucksache bestellt, kommt von der Offerterstellung bis zur Ablieferung des Druckauftrages durchschnittlich viermal mit Mitarbeitenden der Druckerei in Kontakt. Wenn das Unternehmen im Jahr 1600 Aufträge herstellt, ergeben sich daraus 6800 Momente der Wahrheit, in denen Kunden eine positive Erfahrung ermöglicht werden kann. Erfahrungen, die oft darüber entscheiden, ob Kunden wieder kommen oder nicht.
AnsätzeKundenzufriedenheit verstärken
Die Kundenzufriedenheit wird heute auch in vielen grafischen Unternehmen gemessen. Dies geschieht oft durch Umfragen oder wird aus der Fehlerstatistik des Qualitätssicherungssystems abgelesen. Dabei gilt: wenig Fehler = viele zufriedene Kunden. Ein hoher Wert in der Kundenzufriedenheit kann das Unternehmen in falscher Sicherheit wiegen. Denn ein Kunde ist nur so lange zufrieden, bis er jemanden findet, der es noch besser macht.
Bequemlichkeit vermeidenEin grafisches Unternehmen schreibt in seiner Firmenbroschüre: «Wir stehen zu Ihrem Auftrag, darum gehen wir nur ausnahmsweise auf Kundenbesuch.» Das Unternehmen kann sich diese Haltung offenbar leisten, weil es sich in einem Markt bewegt, in dem es nicht übermässig viele Anbieter gibt und sich alle ähnlich verhalten. Doch die Spielregeln können sich rasch ändern, sobald jemand einen deutlich besseren Service bietet.
Dienstleistungen gestaltenNur Stammkunden können beurteilen, ob die Dienstleistung ihres grafischen Lieferanten «stimmt». Potenzielle Kunden müssen darauf vertrauen, dass alles klappt. Ein Unternehmen kann die Form, Art und Qualität seiner Dienstleistungen bewusst gestalten. Mitarbeitende wissen genau, wie sich das Unternehmen den Umgang mit Kunden und deren Beratung vorstellt. Sie wissen, welcher Standard und welche Qualität gefordert wird, was der Kunde bezahlen muss und was im Preis inbegriffen ist. (ak)
Andreas Käppeli

Augenschmaus

Papier Eine schöner als die andere – so liesse sich die derzeitige Auswahl an neuen Kollektionen treffend beschreiben.

Papier Eine schöner als die andere – so liesse sich die derzeitige Auswahl an neuen Kollektionen treffend beschreiben.Papierkollektionen sind sowohl für Hersteller wie auch für Grosshändler ideale Instrumente für den Verkauf von Papieren. Sie sind für Agenturen und Druckereien einerseits als Übersicht geeignet und zeigen diesen andererseits oft viele kreative Möglichkeiten. Damit sind die teilweise sehr unterschiedlich aufgemachten Kollektionen auch Inspirationsquellen. Die nachfolgende Übersicht gibt eine Auswahl an neuen Kollektionen wieder. Neu heisst hier, dass diese meist in den letzten Monaten vorgestellt bzw. im Schweizer Markt eingeführt wurden. Was den Vertrieb der in den Kollektionen präsentierten Papiere angeht, ist zu beachten, dass die meisten Papierhersteller – vor allem von Feinpapieren – ihr Gesamtportfolio oft über Kollektionen auf verschiedene Grosshändler aufteilen. Dies erschwert die Übersicht erheblich, wer denn nun welche Papiere vertreibt. Um dies etwas zu vereinfachen, haben wir zumindest für diese Kollektionen am Schluss des Beitrags festgehalten, welcher Papierhändler die vorgestellten Kollektion vertreibt.
Nicht nur KollektionenDie nachfolgenden Informationen schliessen aber ebenso einige Produktneuerungen bei den Papieren selbst mit ein. Meist handelt es sich dabei um Verbesserungen von Oberflächen, Ausweitungen der Grammaturen, «nur» um eine verbesserte Weisse oder um optimierte Druckeigenschaften. Ebenfalls Optimierungen bei den Verpackungen und beim Handling sind zu verzeichnen.
Lassen Sie sich von den folgenden Informationen und der Vielfalt der Produkte inspirieren – von neuen, trendigen Papieren und Kollektionen. Allerdings vermögen die Bilder eines nicht – oder nur im Ansatz–, nämlich die haptischen Eindrücke und die teilweise wunderschönen Effekte wiederzugeben. Das kann nach wie vor nur das entsprechende Original.
Jürgen Franck

Wer hat in Berlin zuerst gewonnen?

Werter Herr Ehm, zunächst mal herzliche Gratulation zu Ihrer tollen Berichterstattung von der Verleihung des Deutschen Dialogmarketingpreises aus Berlin.

Werter Herr Ehm, zunächst mal herzliche Gratulation zu Ihrer tollen Berichterstattung von der Verleihung des Deutschen Dialogmarketingpreises aus Berlin.Leider ist Ihnen dabei ein klitzekleiner Fehler unterlaufen: Die Kategorie D-A-CH für internationale Kampagnen wurde erst letztes Jahr eingeführt. Weswegen die Behauptung, dass mit Lowe «seit Jahren wieder eine Schweizer Agentur auf den Medaillenrängen steht», etwas skurril tönt. Zudem stand bereits 2004, bei der ersten Ausschreibung dieser Kategorie also, mit Eugster Kommunikation eine echt schweizerische Agentur (Persönlich) auf dem Podest und erhielt für ihren Bumerang einen Bronze-Award. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr in Berlin, dann können Sie mir ein Bier ausgeben.René Eugster, Inhaber der gleichnamigen Kommunikationsagentur
in Rorschacherberg, zum Artikel «Frechheit siegt» in WW 13/05.

Vertrauen in Werber

Umfrage Die Schweizer Bevölkerung bringt Werbern überdurchschnittlich viel Vertrauen entgegen. Das zeigt die Studie European Trusted Brands von Reader's Digest.

Umfrage Die Schweizer Bevölkerung bringt Werbern überdurchschnittlich viel Vertrauen entgegen. Das zeigt die Studie European Trusted Brands von Reader’s Digest.Immerhin 31 Prozent der Befragten erklärten, sie vertrauten Werbern sehr oder ziemlich. Es ist der höchste Wert aller 14 Länder, in denen die Befragung stattfand. Der Durchschnitt liegt bei 16 Prozent. Unter den 16 abgefragten Berufen nehmen die Werber Rang 13 ein, vor den Finanzberatern (28%), Autoverkäufern (28%) und Politikern (18%), aber hinter den Journalisten (34%).

Genotec finanziert Unihockey-Zauber

Sponsoring Der Allschwiler Internetprovider Genotec wird Hauptsponsor des Unihockeyvereins Basel Magic. Der Vertrag gilt für die kommenden zwei Saisons.

Sponsoring Der Allschwiler Internetprovider Genotec wird Hauptsponsor des Unihockeyvereins Basel Magic. Der Vertrag gilt für die kommenden zwei Saisons.Genotec will die Verbundenheit mit der Region Basel dokumentieren sowie Jugend und Sport fördern.

Anzeigenklau

Internet Eben erst hat das Bundesgericht das Vorgehen der Nexpage gebilligt, die das Internet nach Immo-Inseraten absucht und diese auf der eigenen Website verwertet.

Internet Eben erst hat das Bundesgericht das Vorgehen der Nexpage gebilligt, die das Internet nach Immo-Inseraten absucht und diese auf der eigenen Website verwertet.Nun müssen die abgewiesenen Kläger Tamedia, Homegate, Immoscout24 und Swissclick mit neuer Unbill rechnen – von der Gratiszeitungskette Metro. Diese hat in Schweden ein Portal aufgeschalten, auf dem sie unter anderem Anzeigen publiziert – alles Fremdangebote, die Metro auf dem Internet zusammensucht. Wie Tamedia & Co auf Nexpage und Metro reagieren, ist offen. Man habe noch nicht einmal das Bundesgerichtsurteil analysiert, gesteht Tamedia-Sprecherin Franziska Hügli. (mk)

Cablecom zeigt Kinohits der Achtziger

Digital-TV Cablecom ist eine Partnerschaft mit der C More Group eingegangen.

Digital-TV Cablecom ist eine Partnerschaft mit der C More Group eingegangen.Er bezieht von der skandinavischen Pay-TV-Gruppe Spielfilme, mit denen er einen kostenpflichtigen digitalen Kinokanal lanciert. Auf C More Film werden abendlich drei Filme mit je drei gestaffelten Anfangszeiten ausgestrahlt. Dabei handelt es sich laut Cablecom um «Kinohighlights aus den 80er-Jahren bis heute». Die Filme werden ohne Werbeunterbrechung und in der Originalsprache gezeigt. Untertitel können ein- und ausgeblendet werden.
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