«Traumjob» unter Schleichwerbeverdacht

Sponsoring Das Bundesamt für Kommunikation nimmt die Sendung «Traumjob» von SF DRS unter die Lupe.

Sponsoring Das Bundesamt für Kommunikation nimmt die Sendung «Traumjob» von SF DRS unter die Lupe.Verdacht: Schleichwerbung für Swisscom Mobile. In der Sendung vom 24. April mussten die Kandidaten eine Werbekampagne für den Mobilfunkanbieter konzipieren. «Wir haben die SRG aufgefordert, einen allfälligen Zusammenarbeitsvertrag vorzulegen», sagte Aufsichtsleiterin Susanne Marxer gegenüber der SonntagsZeitung. SF DRS bestreitet undeklarierte Bezüge. Swisscom habe als Sachleisterin die Infrastruktur für die Werbekampagne zur Verfügung gestellt, was auch im Abspann genannt worden sei, sagte Sprecher Rob Neuhaus dem SonntagsBlick.

Search.ch gewinnt den Web Award

Preise Der Master of Swiss Web 2005 heisst Map.search.ch.

Preise Der Master of Swiss Web 2005 heisst Map.search.ch.Der Onlineservice, der die Suche nach Adressen und Telefonnummern mit Satellitenbildkarten verbindet, hat den Hauptpreis des Wettbewerbs Best of Swiss Web gewonnen. Die Jury, die Leserschaft der Fachzeitschrift Netzwoche und das Saalpublikum der Preisverleihung gaben Map.search.ch insgesamt rund ein Viertel aller Stimmen. Die Site erhielt zudem den Titel «Best of Category» im Bereich Technologie/Qualität. Fürs Design ausgezeichnet wurden WWF.ch von Getunik (Usability) und Rosasnco.ch von Netvertising (Kreativität). Die Kategorie Business/Onlinemarketing führen Gleis7.ch von Maxomedia für SBB und das Tigra-Game von Trio Communication für Opel an. (Mehr über die Award-Party in der Short-list auf Seite 20.)

Stille Tage in Rom

Aufgefallen Zu blöd, zu schrill oder einfach «more of the same»: Ein als Medientagebuch getarntes Plädoyer für mehr politischen (Sach-)Verstand und weniger journalistischen Vandalismus.

Kolumne Zu blöd, zu schrill oder einfach «more of the same»: Ein als Medientagebuch getarntes Plädoyer für mehr politischen (Sach-)Verstand und weniger journalistischen Vandalismus.Freitag. Wer ist der Schönste im ganzen Land? Der Papst siecht öffentlich, Gott streckt seine Hand aus, und der uns sichtbare (kleinere) Teil der Welt leidet mit. Das ist illoyale Konkurrenz für Silvio Berlusconi, Italiens Trash-Premier. Denn Wahlen stehen ins Haus. Also plaudert er auf einer seiner TV-Ketten abendfüllend über Liftings und Haarimplantate. Seine eigenen. Er kann sie empfehlen. Das Private als Vernichtung von Politik mit anderen Mitteln. Doch diesmal fällt vielen Italienern die Perversion auf. Tröstlich: Die Realität schlägt zurück.Mittwoch. «Wir sind Papst» schreit die Bild. Na ja, wenn es zum Weltmeister nicht reicht, nimmt der Blut-und-Boden-Boulevard auch einen Papst. Egal, dass die Nation mehrheitlich reformiert respektive ungläubig ist. Hauptsache deutsch. Die Gazetten sind voll mit Ratzinger. Solche Momente erhellen den Zustand der Branche. Er ist desaströs. Fehlleistungen («Rottweiler», «Papa Ratzi», «Panzerkardinal») jagen Geschwätzigkeit. Wo bleibt das Blatt, das einen exzellenten Autor bittet, das eine, brillant gedachte Stück über das Ereignis zu schreiben, und damit basta?
Samstag. Da putzt man sich ahnungslos die Zähne, um sie der Welt zu zeigen, hört Deutschlandfunk und erstarrt. Ich denke, mich streift ein ICE. Was habe ich gestern geraucht? Aber nein, es ist medienkundig: Franz Müntefering hat Auswüchse des Kapitalismus kritisiert. Ist die SPD doch nicht ganz der Sprachlosigkeit verfallen? Münte & Marx. Radikal chic. Tabuverletzung macht Stimmung. Programmgemäss schicken sich Kapital, Medien und Politik an, leidlich zu toben. Nur, eine «Kapitalismus-Debatte», wie es mancherorts vollmundig heisst, wächst daraus nicht. Zu lange hat die SPD dem Kapital jeden Wunsch von den Lippen abgelesen. Zu lange hat der Kanzler die Menschen mit der Behauptung allein gelassen, gegen die Macht der Wirtschaft könne die Politik nichts mehr ausrichten. Was bei dieser Simulation keinem auffällt: Eigentlich hätten wir Journalisten die Debatte längst führen müssen. Freilich hätten wir recherchieren, lesen, denken, kurzum: uns auf die Wirklichkeit einlassen müssen.
Montag. Nadja Auermann, hören wir, glaube nicht mehr an Märchen. Das ist nicht schlimm. Sie ist eines. Jeder Zeit die Märchen, die sie verdient. Kein Wort mehr über den Mann auf dem Stuhle Petri. Eine katholische Freundin sagt mir: «Zuerst schüttet ihr uns mit Ratzinger bis oben hin zu, als wäre Rom die Welt, dann verliert ihr plötzlich jedes Interesse. Wie soll einen das nicht krank machen?»
Dienstag. Pasolinis «Salò und die 120 Tage von Sodom» gesehen. 30 Jahre ist es her, dass sie ihn am Strand von Ostia erschlagen haben. Ein harter, luzider Film. Sex, Folter, die Banalität des Schrecklichen, die Verfügbarkeit des Menschen für den Menschen. Die Opfer, an Hundeleinen geführt, fressen Scheisse, bevor sie zu Tode gebracht werden. Ein anwesender Schriftsteller schwenkt das Bild eines nackten Gefangenen an der Leine der US-Soldatin L.B. in Abu Ghraib. Es ist dasselbe Bild. Es geschieht jeden Tag in vielen Winkeln der Welt. Aber das Foto zeigt nichts mehr: Wir reden über L.B., ihre Schuld, ihren Prozess, doch der Zusammenhang entschwindet.
Mittwoch. Gerhard Schröder warnt uns Journalisten davor, Politik zu machen. Er geisselt Boulevardisierung, Personalisierung und auch Skandalisierung, alle einfachen Zuspitzungen und «Scheinkonflikte», die von der Analyse komplizierter Probleme ablenken. Aha. Man kann den Mann verstehen. Er fürchtet, von einer Koalition aus Bild, Spiegel und FAZ aus dem Amt geschrieben zu werden. Man möchte ihm sogar zustimmen, hätte er nicht Gefallen an dem Satz gefunden, 2006 gehe es für ihn «nur noch um Sieg oder Viktoria». Viktoria heisst seine Tochter.
> Oliver Fahrni ist freier Publizist und Medienökologe.

Die Würze des Webs

Tja, tja, tja ... (langer Seufzer, Pause und Anheben der Stimme) Das ist so eine Sache mit den Branchen-Awards. Sie sind generisch, will heissen, sie drehen sich um sich selbst.

Tja, tja, tja … (langer Seufzer, Pause und Anheben der Stimme) Das ist so eine Sache mit den Branchen-Awards. Sie sind generisch, will heissen, sie drehen sich um sich selbst.Und der Best of Swiss Web Award ist nicht ein Kreativpreis, sondern einer für Internettechnik. Da juriert man nach Usability, Technology Quality, Tec-Innovation oder Business Efficiency. Entsprechend langweilig wars für den Shortlistautor, der hier deshalb einen tendenziösen Bericht abliefert.
Begonnen hats bereits mit dem Pre-Event für VIPs, einer Präsentation des Fernsehens von morgen. Titel der Präsi: «Bluewin-TV – so sieht man in Zukunft fern». Nach zehn Minuten ging auch dem letzten Zuhörer auf, dass hier übers ADSL-Telefonkabel das versprochen wurde, was Cablecom schon aus dem Kabelanschluss liefert. Sogar die Menüführung bei der Demo sah «tupfengenaugleich» aus. Fazit: Aus den Steckdosen nichts Neues.
Die Award-Night hätte ebenfalls dramatischer sein können. Die Internetbranche hat sich unheimlich schnell domestiziert. Wo vor nicht langer Zeit Freaks das Sagen hatten, herrscht jetzt Beraterkluft vor. Die Umstellung des Web Award von der Steh- und Trinkparty im Kaufleuten auf Galabestuhlung ist deshalb ebenso logisch. Nix mehr farbenfroh, lustig und ausgelassen.
Das Catering hätte keinen Preis geholt. Wenigstens wars recht – die Fleischportionen sogar recht grosszügig. Auch recht gewürzt – mit Aromat. Die Kantinenköche vom SV-Service gehören im Maag-Areal wegen des Pachtvertrags eben dazu.
400 Gäste freuten sich dennoch über diesen Event. Und Massimo Rocchi schaffte es gar, ein kleines Lächeln ins Gesicht des griesgrämigen Schreibers dieser Zeilen zu zaubern.
Beat Fritschverschlug es vor der Auffahrt an die Award-Night der Internetindustrie. Jawoll, Industrie, denn was einst ein wilder Haufen unentwegter und leicht schräger Computer-freaks war, ist heute ein Business wie jedes andere. Die Berater allesamt und teils sogar die Kreativen sind zu spröden Krawattenträgern mutiert. Fazit: Frühere Web Awards waren, ganz wie die Branche auch, wilder, spannender und ausgelassener.
Rettungsanker? – Die silbrige Baywatch-Boje ist die Trophäe für einen Kategoriensieg.
Glücksfee Pam mit Claudio Dionisio (l.), Präsident, und Thomas Hauser, Kommunikationschef der Best of Swiss Web Association.
Jurypräsident Peter Hogenkamp (l.) und Reto Hartinger, mit Map.search.ch Gewinner des Best of Swiss Web Award.
Rita Cescutti (r.), Chocolat Haab, Philippe Leuthold, SBB, und Irene Förig, Canon, die sich als Losverkäuferin engagierte.
Apérotime im Foyer: Martin Samsel (l.), Bluewin-Unitleiter bei Jung von Matt/Limmat, mit Kunde Peter Schilde von Bluewin.

Gesehen bei der Pre-Präsentation: Sepp Nietlisbach, Verkaufsleiter bei Search.ch, mit Jvo Maurer und Rafael Azzati von Scooba (v. l.).
Sassen zusammen in der Jury: Giaco Schiesser (l.) von der Hochschule für Gestaltung und Kunst und Christian Erni, CD bei Futurecom.
Jurymitglied Bramwell Kaltenrieder von Orange 8 und Isabella Kosch, Bluewin-TV-Präsentatorin.
Besser selber kochen. Mit Annemarie Wildeisen’s KOCHEN, dem Kochmagazin mit 295’000 Leserinnen und Lesern. Weitere Infos unter www.wildeisen.ch
Hübsch lächelten André Schraner (l.) vom Partyfoto-Portal Tillate und Ueli Weber, Leiter Publicitas Webservice, in die Kamera.
Verfolgten von ihrem Tisch aus aufmerksam die Preisverleihung: Franziska Haefeli und Kurt Busslinger von NZZ Neue Medien.
Unterhielten sich bestens: Freddy Berger, SevenOne, Marc Lottenbach, Publicitas Webservice, und Pascal Staub, Mad (v. l.).
Big Business in der Maag Eventhall: Futurecom-Bigboss Andy Widmer mit Ana Stagljar von Web-Award-Grosssponsor Bluewin.
Entspanntes Parlieren am Rande des Events: Urs Schneider, Inhaber von Mediaschneider, mit Patrizia Gonzalez von Bluewin.
Ihnen gefiels am Swiss Web Award: Joachim Hagger, Netcetera, René Hüsler, HTA Luzern, und Dieter Jäpel, IBM Research (v. l.).
Das SBB-Team gewann zwar nicht die meisten Preise, freute sich aber am lautesten über den Kategoriensieg mit der Gleis-7-Homepage.

Coole Sprüche bei Prellungen

Pharma Übertreibung und Humor sind bei Exxtras Perskindol-Kampagne zum markentypischen Stilmittel geworden. Immer als Spagat zwischen Unterhaltung und juristischen Einschränkungen im Pharmabereich.

Pharma Übertreibung und Humor sind bei Exxtras Perskindol-Kampagne zum markentypischen Stilmittel geworden. Immer als Spagat zwischen Unterhaltung und juristischen Einschränkungen im Pharmabereich.Neu klopft das Einreibemittel seine flotten Sprüche auch in der Clubszene – auf Bierdeckeln. Die junge, progressive Zielgruppe sprechen die Kreativen nicht nur mit saloppen Texten à la «Wenn das Girl dein Leuchtschwert-Gerede für eine blöde Anmache hielt», sondern entsprechend der Medienwahl: «Wenn du die Drinkliste schärfer siehst als den Heimweg».

Ende der Extratour

Christoph Bürge ist neuer Geschäftsführer Beratung bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby. Er hat viel vor.

Christoph Bürge ist neuer Geschäftsführer Beratung bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby. Er hat viel vor.Er weiss sehr genau, was er für seine Zukunft will. Deshalb hat es jetzt innerhalb von nur kurzer Zeit zwei Agenturwechsel gegeben. «Ich bezeichne das als meine zweiten Lehr- und Wanderjahre», meint Christoph Bürge. Nach für ihn untypisch kurzen Gastspielen bei Matter & Partner und Jung von Matt/Limmat ist der international erfahrene Werber per Anfang Mai bei Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby (KSSJ) «für länger sesshaft geworden». Bereits sein Vater war im Marketing tätig, die Mutter in der Werbung. Deshalb wusste Bürge schon früh: «Das wird auch spannend für mich.» Nach der Wirtschaftsmatur stieg er bei Grendene und Lanz als Praktikant in die Werbung ein. Das war «eine tolle Agentur und das erste prägende Erlebnis. Ich wusste, ich bin in der richtigen Branche.» Nach Gastspielen bei Metzger Blatter und Partner sowie Ogilvy folgten sieben Jahre bei Lintas. Das war das zweite Prägende: «Ich habe sehr viel Handwerk gelernt, bin weitergekommen und konnte mich weiter entwickeln.»
Bürge bezeichnet diese Zeit als seine «ersten Lehr- und Wanderjahre». Parallel dazu liess er sich weiterbilden zum Werbeassistenten, Marketingplaner und Werbeleiter. Neben Managementkursen besuchte er auch die Marbach Academy, die gemeinsame Kaderschmiede der deutschen und Schweizer Branchenverbände BSW und GWA, wo Talente zum Agenturmanager geschliffen werden.
Während seiner Zeit bei Lintas hat sich Bürge darum bemüht, in ein internationales Austauschprogramm zu kommen. Zuerst wollte man ihn nach Prag schicken. Weil er mitten in der Ausbildung zum Werbeleiter steckte, lehnte er ab. Das nächste Angebot war Warschau. Auch das lockte ihn weniger, sodass er ein zweites Mal die anstehenden Abschlussprüfungen vorschob. Das dritte «und letzte» Angebot war Shanghai. «Ich wurde nach London zitiert und musste mich innerhalb von 24 Stunden entscheiden.» Zwei Monate später fand er sich in China.
Das war 1995 «in einer ganz anderen chinesischen Welt als heute». Auf der Strasse hat noch niemand Englisch gesprochen. Man musste sich durchschlagen, sich um Strom und Telefon kümmern, bevor man überhaupt zu arbeiten beginnen konnte. Plakate wurden noch von Hand auf die Hauswände gemalt.
In der Agentur arbeiteten 15 Leute, davon nur zwei aus dem Westen. Bürges Aufgabe war es, die internationalen Kunden zu betreuen, die Agentur vorwärts zu bringen und den chinesischen Mitarbeitern, die in der kommunistischen Ära nichts von Marketing gehört hatten, die Grundregeln der Werbung zu erklären.
Nach zwei Jahren beschäftigte Lintas Shanghai bereits 70 Leute, davon immer noch nur vier Nicht-Chinesen. Heute gehört die Niederlassung mit 700 Leuten zu den Topplayern in China. Zu den ersten Kunden gehörten Audi, Electrolux und Johnson & Johnson. Mit der Zeit hat Bürge auch lokale Kunden dazu- gewonnen, so die Abendzeitung von Shanghai sowie die lokale Biermarke.
Gerne hätte man den Schweizer länger gehalten. Doch Bürge wollte nach zwei Jahren im damaligen Entwicklungsland wieder einmal Westluft schnuppern und hat um ein Jahr Pause gebeten. Da Lintas ihn stattdessen nach Vietnam versetzen wollte, ist er schliesslich ausgestiegen.
Nach der Rückkehr aus China wirkte er kurz als Freelancer bei Scholz & Friends in Hamburg, bevor sich eine weitere wichtige Tür bei Advico Young & Rubicam öffnete. «In der Blütezeit dieser Agentur war das sicher meine zweite prägende Zeit, eine tolle Kampagne nach der anderen …» Auf die Spots für Ovomaltine und Migros ist der Berater auch heute noch stolz. Letztere haben dazu geführt, dass Bürge mit Peter Felser, Dieter Hofmann und Silvia Rohner aus AY&R heraus die Migros-Agentur Exxtra lanciert, aufgebaut und geführt hat, bis es ihn wieder zu Weiterem drängte. «Bei Exxtra hätte ich locker drei Jahre länger machen können. Hier machten wir Werbung, wie sie mir gefällt.» Trotzdem fühlte er ein Bedürfnis wachsen, über die Migros hinaus noch andere Kampagnen zu machen. «Und ich wollte irgendwann in einem Agenturumfeld landen, wo ich entscheidend mitbestimmen kann.»
Entlang seiner Karriere hätte es verschiedene Möglichkeiten gegeben, wo Bürge sich mit einem ähnlich denkenden Kreativen zusammentun konnte, «mit der gleichen Vorstellung von guter Werbung und auch der Idee, wie man dorthin kommt». Aber sein Bauchgefühl sagte immer, er sei noch nicht reif für die eigene Agentur.
«Jetzt habe ich mit Daniel Krieg und Uwe Schlupp zwei Kreative gefunden, die gleich denken und in ähnlichen Lebenslagen sind: gleiche Generation, junge Familie mit Kindern. Dazu kommen wir alle drei aus tollen Kreativagenturen und haben Lust, etwas selber zu machen.»
An der Seestrasse 367 in Zürich hat es noch Platz für weitere Pulte. Die Agentur KSSJ ist vor etwas mehr als einem Jahr mit zwei Leuten gestartet und bereits auf acht angewachsen. Nächstes Ziel ist eine mittelgrosse Agentur mit 15 Leuten. Bürge denkt aber auch schon an einen Schritt in die Top Ten der Agenturen mit 30 Mitarbeitenden. Dieses Ziel soll in kleinen Schritten erreicht werden.
Bevor Bürge und die beiden Namensgeber der Agentur sich gefunden haben, sind mehrere Treffen über die Bühne gegangen. «Wir wollten uns lieber einmal mehr als weniger aussprechen und wirklich schauen, ob wir gleich ticken.» Obwohl es nach dem ersten Meeting schon allen klar war, hat man sich noch fünfmal zusammengesetzt und intensive Diskussionen geführt über Ziele, Methoden und Fähigkeiten. Bürge fasst das Konzept mit den drei E zusammen, die auch zur Philosophie des internationalen Netzwerks von Springer & Jacoby gehören: «einfach, einfallsreich und exakt».
«Einfach, einfallsreich und exakt»: die Philosophie von Krieg, Schlupp, Springer & Jacoby passt ideal zu Christoph Bürge.

Andreas Panzeri

Direkter Draht nach Hollywood

Zeitschriften Der Verlag Promoédition in Genf lanciert mit Live Stars das erste Hochglanzmagazin für Film in der welschen Schweiz.

Zeitschriften Der Verlag Promoédition in Genf lanciert mit Live Stars das erste Hochglanzmagazin für Film in der welschen Schweiz.
Mit Live und Avant Première ist Promoédition in der welschen Schweiz bereits mit zwei Kinozeitschriften präsent. Wie Marktforschungen des Verlages gezeigt haben, fehle in der Romandie aber noch ein Hochglanzmagazin aus der Welt der Filmstars. Mit Live Stars soll jetzt diese Lücke geschlossen werden. Anfang Mai ist die erste Ausgabe mit fast 100 Seiten auf den Markt gekommen. Sowohl das Publikum wie die Werbekunden «zeigen sich sehr zufrieden» mit der ersten Ausgabe, freut sich Verlagsleiter Jean-Pierre Grey von Promoédition. Er legt Wert auf die Feststellung, dass alle Inserate bereits im Prototyp bezahlt worden sind. Wer noch zögerte, zeige nun für die nächste Ausgabe entsprechend lebhaftes Interesse.
Thurman, Zellweger, LopezDas Gratismagazin Live ist bisher mit zehn Ausgaben pro Jahr erschienen und wird im Kino aufgelegt. Neu werden nur noch acht Gratisnummern produziert. Dafür gibt es zweimal pro Jahr Live Stars am Kiosk für 10 Franken oder 6,5 Euro. Das Hochglanzmagazin wird in diesen Tagen auch am Filmfestival in Cannes an ausgewählten Verkaufsstellen angeboten. «Ein Test», wie Grey meint.
Sollte der Verkauf sehr erfolgreich ausfallen, könnte man sich eine weitere Präsenz im benachbarten Frankreich vorstellen, obwohl eine solche Expansion nicht erste Priorität hat. «Die Konkurrenz mit den Luxus-zeitschriften Studio und Première ist in Paris sehr gross.» An eine Übersetzung der Texte für die deutsche Schweiz hat Promoédition «noch gar nicht gedacht», obwohl der Verlag mit dem gratis in den Kinos aufgelegten Magazin Film demnächst 225000 Leser erreicht. Das welsche Pendant Avant Première kommt auf 193000 Leser. Live erreichte in der Gratisform bis jetzt 125000 Lesende.
Die nächste Ausgabe von Live Stars erscheint am 30. November. Das Konzept für diese Line Extension will weniger die aktuellen Filme vorstellen, sondern exklusive Geschichten und Interviews über zurzeit gefragte Stars präsentieren. Dazu arbeitet Chefredaktor Bernard Achour mit einem festen Team von vier Journalisten, die zum Teil ihre Büros in Hollywood haben wie zum Beispiel der Korrespondent Henry Arnaud. «Alle Interviews sind exklusiv für Live Stars gemacht worden und keine eingekauften Agenturtexte», betont Jean-Pierre Grey. Auch für die Hochglanzfotos habe man – im Gegensatz zu den Promobildern der Filmverleiher im Gratis-Live – «sehr viel investiert».
In der ersten Ausgabe findet sich zum Beispiel über fünf Seiten ein Interview mit Uma Thurman, dem Star aus der neuen romantischen Komödie «Prime» von Ben Younger oder früher «Kill Bill» von Quentin Tarantino. Weitere exklusive und über den normalen Klatsch informativ hinausreichende Interviews zeigen private Seiten von Renée Zellweger, Jamie Foxx und Jennifer Lopez. Eine für das Konzept typische Live-Star-Geschichte illustriert, wie die Genfer Uhrenmarke Chopard für Cannes die Trophäen für die Goldene Palme oder die Goldene Kamera anfertigt.
Seit acht Jahren im Portfolio von Promoédition befindet sich auch das Nachschlagewerk Swiss Audiovisual Guide. Diese Publikation erscheint in diesem Jahr ebenfalls mit einem überarbeiteten Konzept und Design. Die «einzige Publikation, die alle Facts and Figures der audiovisuellen Branche publiziert», ist bisher in Zusammenarbeit mit Swiss Films realisiert worden. Neu ist jetzt zusätzlich die Organisation Filmlocation Switzerland dazugekommen. Im neuen Guide finden sich wertvolle Tipps über das «Filmland Schweiz» wie zum Beispiel Drehmöglichkeiten – und das inklusive Hinweis auf den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs. Dem Zielpublikum entsprechend ist der Guide zweisprachig französisch und englisch. Der Swiss Audiovisual Guide wird ebenfalls am Festival von Cannes aufgelegt.
Neben Live Stars verlegt Promoédition auch den Guide.

Andreas Panzeri

OSS Services setzen auf In Marketing

Consulting Das IT-Beratungsunternehmen OSS Services hat In Marketing mit der Gesamtkommunikation in der Schweiz beauftragt.

Consulting Das IT-Beratungsunternehmen OSS Services hat In Marketing mit der Gesamtkommunikation in der Schweiz beauftragt.OSS lanciert neue Angebote, die Voice-over-IP-Dienste auch für KMU mit geringen Budgets interessant machen sollen.

Barbie shoppt bei Benetton

Co-Branding Barbie verbindet die beiden Brands Mattel und Benetton in einer Glamour-Mode-Partnerschaft. Die Puppe präsentiert sich neu in den Benetton-Schaufenstern auf den Shopping-Strassen in aller Welt.

Co-Branding Barbie verbindet die beiden Brands Mattel und Benetton in einer Glamour-Mode-Partnerschaft. Die Puppe präsentiert sich neu in den Benetton-Schaufenstern auf den Shopping-Strassen in aller Welt.Dort wird sie in vier Looks erhältlich sein, die sich an den tonangebenden Metropolen orientieren – London, Paris, New York und Stockholm – sowie an der von Benetton entworfenen Modelinie.

Nose stärkt Auftritt der Musées Suisses

Kultur Die Musée-Suisse-Gruppe setzt weiterhin auf Nose Applied Intelligence. In den vergangenen Monaten suchte die Gruppe nach einem Agenturpartner, um ihren visuellen Auftritt zu stärken.

Kultur Die Musée-Suisse-Gruppe setzt weiterhin auf Nose Applied Intelligence. In den vergangenen Monaten suchte die Gruppe nach einem Agenturpartner, um ihren visuellen Auftritt zu stärken.Nun hat Nose den Zuschlag für den vierjährigen Rahmenvertrag für grafische Leistungen im Bereich Corporate Identity erhalten. Die Zürcher Agentur war 2001 bereits für die Entwicklung der Marke Musée Suisse verantwortlich und hat die aktuelle Website der Gruppe gestaltet. Die Musée-Suisse-Gruppe besteht aus acht bedeutenden kulturgeschichtlichen Museen, darunter das Schweizerische Landesmuseum in Zürich, das Forum der Schweizer Geschichte, das Musée National Suisse/Château Prangins und das Museo Doganale Svizzero.

Starkes Neugeschäft für Dachcom Gmeiner

IT-Branche/Pharma Die Ostschweizer Werbeagentur Dachcom Gmeiner meldet zahlreiche neue Kunden.

IT-Branche/Pharma Die Ostschweizer Werbeagentur Dachcom Gmeiner meldet zahlreiche neue Kunden.Der Basler IT-Dienstleister Trivadis hat Dachcom das Mandat für die integrierte Marketingkommunikation anvertraut. Nach einer Konkurrenzpräsentation wurde die Agentur von HG Commerciale Baumaterial in Zürich und deren Marke Sponagel Baukeramik mit der Entwicklung ihres neuen Imageauftritts beauftragt. Ein Agenturscreening des Romanshorner Pharmagrossisten Voigt AG konnte Dachcom ebenfalls für sich entscheiden. Gemeinsam mit dem Management entwickelt die Agentur ein integral ausgerichtetes neues Erscheinungsbild für die Marketingkommunikation. Weiter wurde Dachcom Gmeiner vom Papeteriewarenhändler Hermann Kuhn AG in Bassersdorf mit der Entwicklung einer integrierten Kommunikationsplattform und vom Herisauer Grosshandelsunternehmen für Bodenbeläge Loppacher AG mit dem Redesign und der Neuentwicklung des Kollektionsauftrittes betraut.

Sunrise relauncht einen Kalauer

Telecom Dank Sunrise und Hausagentur Advico Young & Rubicam lebt ein Zürcher Wahrzeichen nach zwölf Jahren wieder auf.

Telecom Dank Sunrise und Hausagentur Advico Young & Rubicam lebt ein Zürcher Wahrzeichen nach zwölf Jahren wieder auf.Das Graffito-Wortspiel «Zureich» auf einer Fassade der besetzten Wohlgroth-Fabrik begrüsste die Zugreisenden letztmals im November 1993, als der alternative Traum abgebrochen wurde und das berühmte Markenzeichen verschwand. Jetzt wirbt der Protestspruch als Riesenposter am Stellwerk des Hauptbahnhofs für die Angebote von Sunrise, die, so die Unterzeile, schnell einmal «zu reich» machen.
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